wieder« » aus te Stück lägt es ,ne Art lt einen mg der ewaschen i diesem in man ter und da bei ib deren i Wasser tährsalze »fiel voll V« Liter r. Dier ht- e, wenn t einfiel, en seiner n seinem )ie Verse d daraus pigramm der be« hilderung ja dar haft für rinde vor iderschaar Mädchen, geistlichen l zu und ?" fragte ortete die ger Kind Würden," beinahe > in Tost teldezettel csicherung etzt gegen rhöhnung hen, wenn nn?" - in beiden wenn drei (freudig nr . a__ *Ser - --- « ------uh=l-2 5x3—w sum GLetzenev Anzeigen (Geneval-Anzergev) Nr. 47. 1894. Dienstag, den 24. April. spiel Sie, heirathet." „Himmel und Hölle," rief Bellarino. „Dar wußte ich freilich nicht und ändert das natürlich die ganze Sachlage. Nein, nein, in dem Falle stehe ich sogleich von jeder Bewerbung um die Comteß ab. Was sollte ich wohl mit einer — armen Frau beginnen?" „Ihr verstorbener Bruder dachte in dem Punkte allerdings ehrenvoller; er wollte die Frau, welche er liebte, besitzen, nicht aber vorwiegend ihr Vermögen." „Woher wissen Sie die Geschichte des armen Nicol, Herr von Lassow? — Ganz recht, er entfloh mit einer vornehmen, aber blutarmen Dame, und al» dann die Wellen de» Elend» Veraißmeinnicht. I "SlÄ fp*n gegangen, mein Äfab," begann Gräfin » M ' ?^gen mit zitternder Stimme, „ich komme, Dich heimzubeglei- Novelle von H. v. Ziegler. I ten. Bitte, gib mir Deinen Arm!" u ----- . Ze Gräfin sah überhaupt den Geiger gar nicht an, son« lFortsetzung.) I "?rn schritt, Albrecht von Lassow zum Abschiede freundlich zu« sSffiE s— «ä MU«;."'- SU "nwÄ?S“Ä*F****; „Geigenklänge," murmelte er, „wir werden bald finhon Marino lachte, wenn schon etwa» gezwungen, auf und was wir suchen, Frau Gräfin." ' | kp ef‘v„"^e,, Ein bester Herr von Lassow, nichts einfacher! hörte eine ?en?r wildleidenschaMchen"ttagÄ “2 des finb”1' MuT R bTr£f “%»W‘n bie ®itten beä Lau« Bellarino gestern vorgetraaen und endlick ftr* „n„ I .68 m» ö^t ein solches Benehmen einer noch sehr traten aus dem schmalen Waldpfad erblickten die Kräün «nh I 9e9ewüber für tactlos und unpassend, und -»w i-« »°L SÄ M ÄÄ. ÄÄ? *iu* aame “• SÄWÄtKÄ . b-«Vf Sie S°mle,6 f””b b°4 m W« Unreale« sie flneinttnbet reS WJHT ' bte M dem Rendez-vous, war ogar eher als ich zur Stelle." tSm«Ä sÄÄW« „ Mr« « Mo» »mocht- tarn noch an H m vorhin Thekla von Lassow Sein S 'J! ’lSJ?1 w? latten' 8 ,eJ Zornig erwiderte: „Ich muß bitten, die junge unstät, wie sein ganzes Künstlern $ ’ W unb Bame bej Lrem vollen Namen und Titel zu nennen, kann Jetzt verstummten die Töne ° und v-» . Mnen jedoch die Versicherung geben, daß Frau Gräfin von während die Geiae berabalitt- Wi- Man fet I bersten ihrer Enkelin, Comteß Lucie, nicht ihr Vermögen ver« «SÄ™' ”“*< °l-"-"Än m L-ß *mte I L S'LÄ”1“ *6” ®M"be- b- »■ E° l» 8» K tiwr* 8“,1‘ 8eben “>”8 fo M Ihr« und auf die Dauer etwas ermüdend MännkrL WK. rief btt plötzlich eine strenge, tiefe ÄH r»e un? ® emporfahrend blickten Comteß Lucie und /ich um! Wenn der Erdboden sich aufgethan, Lucie M„?lchl mehr erschrecken können, als jetzt, wo sie sich den M0e” ber Großmama und den vorwurfsvoll ernsten Sissows gegenüber befand. Sprachlos blieb sie stehen, 8«drM flefenft und die Hand auf das lautpochende Herz 186 --- Blick und Lächeln mich begeisternd über die Sorgen der Welt erbeben I" Ja, Dein bin ich für ewig!" flüsterte sie leidenschaftlich. »Laß uns nun berathen, Liebster, wie unsere Flucht am besten zu bewerkstelligen ist." „Ich muß noch heute fort, mein Liebling!" erklärte Bella« rino mit fliegender Hast. „Morgen Abend hole ich Dich aber mit meinem Wagen ab. Halte Dich bereit und nimm allerlei zum Verhüllen mit, daß Du nicht erkannt wirst. Auf dem Wege zwischen Schwarzendors und Bergenhöhe werde ich Dich morgen erwarten." „ , n , „Gut, ich werde am Nachmittag Sude besuchen und Albrecht sagen, wenn ich zum Abendeffen nicht da sei, möge er um acht Uhr anspannen laffen und mich in Bergenhöhe ab« holen. Bis er ankommt, sind wir längst in Sicherheit." „Meine kluge, liebe Thekla! Wie Du Alle» so gut überlegst! Nun denn, so lebe wohl bi» morgen! — Aus Wieder« sehen. Dann gibt'» keine« Abschied mehr zwischen uns!' Sie lehnte den dunklen Kopf lächelnd an seine Schulter und litt es, daß er sie bei dem Abschiede mit glühenden Küssen bedeckte. zogen." I „Leo!" schrie dar schöne Mädchen entsetzt und deutete aus seine blutende Wange. „Was ist geschehen? Was ist Dir zugestoßen?" „Es ist Deines Bruders Hand gewesen, die mich mißhandelt hat," knirschte der Italiener, „und wenn es nicht Deinetwegen wäre, liebe Thekla, so müßte er mir mit der | Waffe für diese Beleidigung büßen." „Albrecht," rief sie zornig, „er hat gewagt, Dich, meinen Geliebten, zu schlagen! Was ist zwischen Euch vorgesallen?" „Ach — nichts von Bedeutung. Er raste wie ein Wilder und erklärte mir, in Schloß Schwarzendorf sei meines Blei« bens nicht länger. Nun denn, ich gehe auch, aber nicht — ohne Deine Liebe, meine Thekla." „Mein armer Leo," klagte sie, seine Wange mit ihrem • Batttsttuch trocknend; „er hat auch mich in Dir bele digt. Ich bleibe nicht länger unter dem Dache, welches er Dir verweigerte — ich komme mit Dir als Dein Weib." „Thekla!" rief Bellarino entzückt. „Du willst mich nicht allein hinausziehen laffen in die ferne Fremde? Willst meinen Ruhm und mein Glück mehren? Ja, ja, ich nehme Dich be,m Wort - Du sollst meine Muse, mein Weib werden, deffen Auf dem Heimwege hatte Gräfin Bergen keine Silbe mit Lucie gesprochen, erst als diese ihr im Wohnzimmer gegenüber- stand, das Köpfchen gesenkt, die Augen voll Thränen, sagte die Gräfin traurig: „O, Kind, Kind, wie konntest Du mir dies anthun! Habs ich Dich nicht streng in den Regeln des Anstandes und der guten Sitte erzogen — und muß Dich nun bet einem Rendez-vous mit einem sremden Manne treffen! „Großmama," murmelte Lude verwirrt, „ich — '4 dachte nichts Schlimmes dabei und er sagte — daß er mich liebe! „Wenn er es wahrhaft ehrlich und ohne leben Hintergedanken thäte, so würde er zu mir gekommen fein und nicht zuerst Dich compromittiren. Denke, wenn Jemand aus der Nachbarschaft Dich mit dem Fremden getroffen hätte, sie würden schon heute Abend im ganzen Dorfe Uebles von Drr erzählen. Zudem, mein Kind, glaubst Du wirklich, daß ich, die Gräfin von Bergen, es jemals erlauben würde, ihre Enkelin als Gemahlin an der Seite eines heimathlofen Künstlers zu sehen ? Lieber stürzte ich mich noch in dieser Stunde in den Schloß« teich, um nochmals ein solches Unglück zu sehen. Ich schwüre I DK ^Schwöre nicht, Großmutter, laß Dich anflehen um mein Glück! Wenn Du wüßtest, welch' ein edler Mann er st - „Ich weiß das Gegentheil. Doch beruhige Drch! Herr von Laffow sagt ihm vielleicht in diesem Moment, daß> Du,m Falle Du darauf bestehst, Herrn Leo Bellarino »» heirathen - von mir enterbt wirst. Wenn der Geiger das er ährt, wird wohl auch feine Liebe einen gründlichen Stoß erhalten. „Großmama, wie kannst Du so niedrig von ihm denken, I von ihm, der mir mit heiligen Eiden seine Liebe versicherte! I erwiderte erregt die Comteß. I „Lucie, Du kennst den Künstler seit drei Tagen, Du kennst die Welt überhaupt nicht und willst doch urtheilen? O, Kind, glaube mir, die Dich tausendmal mehr liebt, als es lerer I Abenteurer thut — er will nur unser Geld, nicht Dich uno I Lucie ging darauf schluchzend und tief unglücklich I in ihr Zimmer; der erste große Schmerz des Lebens war uver I sie gekommen, sie meinte, daß es wohl keinen fchwereren gäbe, I als zu entsagen. * , ♦ Am nächsten Tage kam Thekla von Laffow nach Schloß Bergenhöhe. Lucie hatte der Großmutter versprochen, nichts I von all' dem, was sie bewegte, der Freundin zu sagen und u würde es auch nicht vermocht haben, den Namen des Geliebten I der Freundin zu nennen. , , .. , . I Thekla schien bei ihrer Ankunft ganz heiter und un befangen zu sein und nur ein fcharfer Mchologe >hätte um ihren Mund ein leises, nervöses Zucken und in den Augen em I eltsames Flimmern wahrgenommen. Sie lachte viel, beinahe über ihm zusammenschlugen, schoß er sich eine Kugel durch den g Kopf. Hm, dazu habe ich allerdings noch gar keine Lust und | es ist daher wohl beffer, auf das stille Blauäuglein —" „Sie wollten sagen: Comteß Lucie von Bergen." „Allerdings! Also auf diese Dame völlig zu verzichten. | Mein Herz wird darüber nicht gleich brechen." | „Elender Schuft," brach Laffow jetzt endlich los und riß, | seiner selbst kaum mächtig, eine Gerte ab, um den Italiener | zu züchtigen, „wenn es nicht unter meiner Cavaliersehre wäre, | so müßtest Du vor bett Lauf ber Pistole um dieser Ehrlosig- | keit willen. Darf bentt ein ehrbares, schutzloses Mädchen ein« | fach bethört und bann bei Seite geschoben werben? Hier, biesen | Hieb nimm als Andenken an dieses schändliche Thun — und | komme mir nie wieder vor die Augen!" Pfeifend sauste die schlanke Gerte auf des Getgers Wange, | noch ehe er zurückspringen konnte- Eine wilde Wuth flammte I aber in Bellarinos Blicken und er stieß zischend hervor: „Das sollst Du mir büßen, verfluchter, hochmüthiger Aristokrat; ich j werde Dich tiefer treffen, als es eine Waffe jemals im Stande | feht wird I" Dann war Bellarino verschwunden, die Zweige rauschten | knisternd hinter ihm zusammen, die Tritte verhallten in der | Ferne und einsam stand Albrecht von Laffow da. | „Also doch," murmelte er erregt, „sie liebt ihn, wie ich es geahnt und gefürchtet! O, was haben diese drei Tage sür Unheil über unser stilles Heim gebracht, denn auch Thekla ist verzaubert von dem Geiger. Und ich Thor, ich hoffte auf ein Glück mit ber Geliebten, welches ich mir im Traume schon ausgemalt. Berauscheub im lieben Heim eingesponnen, fern von ber Welt, nur für» unb miteinander lebend. Aber — es hat nicht sollen fein! Der Traum ist vorbei!" Schwermüthig setzte er sich nieder auf den Felsblock, aus dem vorhin Lucie geseffen. Regungslos starrte er in die Sonne, welche dort am blauen Himmel stand, nach bett lichtgrünen Bäumen des Walbes — unb den zwitfchernben Vögeln in ber Luft, — aber er sah nichts von all' den Naturschönheiten, nur das scharfe Weh des Entsagens erfüllte feine Brust. „Lucie, armes Kind! Sie wirb etenb werden, wenn sie den Nachstellungen des Italieners zum Opfer fällt, unb ich kann sie nicht bavor erretten — Gott im Himmel, hilf Du ihr, bewahre sie vor jenem Elenben!" Stunbe um Stunbe verrann, längst hatte bie Mittags» glocke geläutet unb noch immer rang ber starke Mann mit sich, als er endlich noch ernster unb stiller beim sonst heimkehrte. Im Schloß war inbeffeu fein Gast, Herr Leo Bellarino, fchon abgereist. Als er zurück aus bem Walde kam, hatte Bellarino sogleich Thekla ausgesucht. „Ich komme, um von Dir Abschied zu nehmen, Geliebte," hatte er verzweifelnd ausgerufen unb ihr beibe Arme entgegengehalten. „Dein »ruber hat mir feine Gastfreunbschast ent» überlaut, so daß die heute sehr stille Lueie mitunter unwillkürlich zusammenzuckte. „Unser Gast ist heute bereits abgereist," erzählte Thekla wie beiläufig. „Albrecht schien sich nicht mehr recht mit ihm zu stehen; sie waren eben doch grundverschieden in ihrem Wesen." „Wohin ist — Herr Bellarino denn gereist?" frug Lucie scheu und halblaut. „Ich weiß es nicht," sagte Thekla und lächelte eigenthüm- lich, „vielleicht kommt er noch einmal wieder." „Wie meinst Du das? Hat er es Dir versprochen?" frug die kleine Comteß. „Ja!" rief Thekla, ergriff mit einem Male leidenschaft' lich Lucien« Arm und zog sie hinab in den Garten. „Kannst Du schweigen, Lucie," sagte sie dort leise, „dann will ich Dir etwas beichten. Mein Herz ist übervoll, ich muß Jemand haben, um es auszuschütten. Auch muß ich Dir im Hinblick auf kommende Ereigniffe ein Geheimniß anvertrauen, damit mein guter Ruf gewahrt bleibt." „Gewiß kann ich schweigen. Weshalb bist Du aber so erregt, Thekla? Komm' hier in die Laube mit mir," entgegnete Lucie. „O, Kind, Du sollst Alles erfahren, denn ich liebe ihn und bin glückselig, daß er mich wieder liebt, wenn er auch nur ein bürgerlicher Künstler ist." Unwillkürlich blieb Lucie jetzt stehen, ihre Kniee wankten, es sauste vor ihren Ohren, aber sie fühlte auch wieder, wie eine wunderbare Kraft über sie kam, welche sie aufrecht hielt, und sie sagte dann ruhig: „Von wem sprichst Du, Thekla?" „Nun, von wem anders, als von Leo Bellarino, dem göttlichen Künstler, Lucie, ich habe ihn sogleich geliebt, als er am ersten Abend vor mir stand und mit seinem Feuerblicke mich bewundernd ansah; und wir haben uns Liebe gelobt für's ganze Leben trotz Albrechts Zorn. Denn wenn Albrecht er» fährt, daß ich mit ihm geflohen bin, da muß ich befürchten, daß —" „Thekla, um des Himmels willen, was meinst Du mit Deiner Flucht? Du kannst doch unmöglich — heimlich jenem Manne folgen?" „Doch, ich kann es und ich will es," rief das schöne Mädchen, trotzig den Kopf aufwerfend. „Sieh', Kind, Du kannst es noch nicht verstehen, was es heißt, einen solchen Mann von ganzem Herzen zu lieben, sonst würdest Du mich verstehen, daß ich ihn nicht verlaffen kann." „Ob ich Dich verstehe? Ob ich die Liebe nicht auch kenne," murmelte die Comteß leise, und eine heiße Thräne rann über das blaffe Antlitz, während die Freundin erregt weiter sprach. Sie erzählte der kleinen Comteß den ganzen Fluchtplan, schilderte Bellarinos Liebe an dem Gesellschaftsabend und dann als er vom Walde heimkehrte, wo er mit ihrem Bruder aneinander gerathen fein mußte, und währenddem ward die Comteß immer bleicher und stiller. Ein furchtbares Weh zog in ihre Brust und unsägliche Verachtung an Stelle der Liebe erwachte darin, zugleich mit tiefstem Mitleid für Thekla, welche so unrettbar Bellarino und seinem dämonischen Zauber verfiel. Endlich hatte diese hochathmend geendet, ihr Blick leuchtete lächelnd, sehnsüchtig blickte sie in die Ferne, als sehe sie bereits dort Bellarinos elegante Gestalt auftauchen. „Thekla, um des Himmels willen, das darf nicht fein, ich lasse Dich nicht fliehen mit jenem fremden Manne. Es wäre Dein ganzes Verderben." »Fängst Du auch an, Kind?" frug Fräulein von Laffow letzt mitleidig. „Spare Deine Worte, denn sie sind völlig überflüssig; ich lasse nicht von ihm und wäre es mein Tod. Albrecht hat auch mich beleidigt, al» er Leo das Haus verbot; ich gehe — um ein glückliches Weib zu werden. Möchtest Du er einst in eben dem Maße sein, Lucie!" „Gott schütze Dich, Thekla! Wer Dich doch zurückhalten könnte von Deinem Unheil." „Was sprichst Du für thörichtes Zeug, Lueie? Und was fehlt Dir? Du bist todtenbleich und zitterst am ganzen Körper." „Laß mich einen Moment niedersetzen," sagte die junge Gräfin, sich auf eine Bank niederlassend, „mir ist — nicht ganz wohl. Doch es wird gleich vorbei sein." Gegen sechs Uhr verabschiedete sich Thekla von Laffow von der Gräfin Bergen und Comteß Lucie. Letztere begleitete sie noch bi« zum Park und ging nach einer flüchtigen Umarmung von Seiten der scheidenden Freundin sehr nachdenklich wieder zurück. Immer stärker wurde der Kampf in ihrem Innern und ihre Verachtung gegen den treulosen Mann, der mit zwei Herzen gespielt und das eine achtlos bei Seite geworfen hatte, wuchs. Dann blieb Comteß Lucie erregt mit gefalteten Händen stehen und flüsterte: „Ich kann nicht anders, ich will es Albrecht sagen, damit die arme Thekla selbst gegen ihren Willen gerettet wird. Ich habe ja kein Versprechen gegeben, zu schweigen. Gott helfe mir, daß ich recht handle und Thekla aus den Händen dieses erbärmlichen Abenteurers befreit wird!" — Die Liebe zu ihm war in Luciens Herzen gestorben im selben Moment, da die Achtung erlosch; festen Schrittes eilte die Comteß hinüber nach Schwarzendorf; über die Wiesen war der Weg gar nicht so weit und in einer halben Stunde war die Comteß dort. Erstaunt blickte der alte Diener sie an, als sie im Schloß erschien und athemlos einen Moment stehen blieb. „Das gnädige Fräulein sind aber in Bergenhöhe, gnädige Gräfin," meinte der Diener, eine Frage nach Thekla erwartend. Comteß Lucie stieß erregt die Worte hervor: „Nein, nein! Ich muß Herrn von Laffow selbst sprechen — aber rasch — es droht ein Unglück!" „Ich eile zum gnädigen Herrn!" war die Antwort und dahin flog der treue Diener, dem das bleiche Gestcht der jungen Dame tiefes Mitleid einflößte. Gleich darauf kam Albrecht von Laffow erstaunt und beunruhigt in die Halle, wo Lucie noch immer erregt lehnte. „Gnädige Comteß, Sie hier?" rief er- „Was ist geschehen? Darf ich Sie in den Salon führen?" Sie stützte sich stumm auf seinen Arm und als er die Thür hinter sich zugezogen hatte und allein vor ihr im Salon stand, fand sie Worte. „Helfen Sie, Herr von Laffow," — und sie brach in einen heißen Thränenstrom aus, — „ehe es zu spät ist- — Thekla —aber sie kam nicht weiter, die Stimme versagte ihr und erst nach einer Pause vermochte sie hervorzustoßen: „Sie ist geflohen — mit — mit dem Italiener!" „Lucie, was sagen Sie! Herr des Himmels, ist das möglich! Meine Schwester — geflohen —" „Sie hat es mir selbst gesagt!" stammelte das arme Mädchen, „und ich komme zu Ihnen, um Sie anzuflehen, retten Sie Thekla vor ihrem Unglücke!" „O, Lucie, wie soll ich Ihnen danken! Mitten im eigenen Weh, in der herbsten Enttäuschung Ihres Lebens, haben Sie noch Gedanken für Thekla, das ist Freundschaft, das zeugt von Ihrem edlen Herzen." „Herr von Laffow, sprechen Sie nicht so, loben Sie mich nicht, denn ich verdiene er nicht. Ich — habe Ihnen ja noch viel weher gethan — „Lassen wir jetzt das, Comteß! Reißen Sie die Wunde nicht auf, sie schmerzt noch. Und nun muß ich rasch fort, meine arme Schwester aus den Händen eines Erbärmlichen zu befreien." Er trat an'» Fenster, riß es auf und rief hinab: „Johann, sattle mein Pferd und führe es vor. Stecke auch die Pistolen in die Halftern." Lucie schauderte bei den Worten, sie hob das verweinte Gesicht und frug leise: „Herr von Laffow, es wird doch kein Unglück geben? Sie werden doch nicht in Gefahr kommen?" Mitten int Ernst der Situation durchglitt ein Strahl des Glücks des ernsten Mannes Züge, die Comteß zeigte ja so rege Theilnahme für ihn. „Aengstigen Sie sich nicht, gnädige Comteß, ich glaube - 188 — nicht, daß er der Italiener zum Kampf kommen läßt; jedenfalls wäre es dann nur zwischen ihm und mir- Thekla ist völlig sicher." Lucie wollte noch sagen, auch er solle sich schonen und sich nicht der Gefahr aussetzen, aber sie wagte es nicht; stumm saß sie da, seinen Worten lauschend, und seine Fragen nur durch ein Neigen oder Schütteln des Kopfes beantwortend, fast wie eine Schuldbewußte dem ernsten, bleichen Manne gegenüber. Ja, sie hatte ihm schweres Leid zugefügt, hatte sein treues Herz, welches für sie schlug, zurückgewiesen — und konnte erst jetzt ermessen, wie edel und groß seine Liebe und wie schwer es ihm werden muß, zu entsagen. „Sie müssen nach Hause, Gräfin," sagte Albrecht dann, gütig wie ein väterlicher Freund, „ich werde Ihnen Johann zur Begleitung mitgeben, weil es schon stark dämmert. Morgen früh sende ich Nachricht, wie Alles geworden ist. Für jetzt nur nochmals meinen wärmsten Dank." Er hatte Luciens schlanke Finger ergriffen und an die Lippen gepreßt, kaum einen Moment länger als nöthig, aber Luciens Herz erbebte dabei heftig; sie sah ihn thränenvoll an und frug leise: „Zürnen Sie mir auch nicht, Herr von Lassow, daß ich Ihnen so viel Schmerz bereitete?" „Wie könnte ich Ihnen zürnen, Lucie I" murmelte er leidenschaftlich, dann aber besann er sich, verneigte sich nur tief und förmlich vor der jungen Dame und eilte hinaus. Sie hörte noch, wie er sich auf's Pferd schwang und davon jagte. Unwillkürlich faltete sie die Hände und flüsterte: „Allmächtiger Gott, erbarme Dich — und verhüte ein Unheil! Er ist ein so treuer, edler Mensch." • * ♦ Albrecht von Lassow hatte bald die Landstraße erreicht' einen Moment hielt er dort umherspähend inne, dann spornte er von Neuem sein Pferd zur Eile an. Dort, wo der Wald bis zur Chaussee heranretchte, mußte jedenfalls Bellarino mit dem Wagen halten, um Thekla zu erwarten. Der weiche Boden des Feldweges verhinderte den lauten Klang der Hufschläge und es war ganz still ringsum, die laue Luft umwehte Laffows erhitzte Stirn, er athmete tief und murmelte: „Großer Gott, wie schwer prüfst Du mich! Zu dem Schmerz um Lucie, die mich abwies, tritt nun noch der Makel auf unserem alten guten Namen durch Theklas wahnsinnige That. Aber wozu jetzt klagen und jammern? Vielleicht sehe ich später ein, zu was Alles gut war!" Und weiter ritt er dahin. Da plötzlich hielt er an, die Hand, welche den Zügel fest anzog, bebte wie Espenlaub, ge- spannt lauschte er vorwärts. Und in der That, von der Straße her klang Rädergeraffel und ein lautes Peitschengeknall. Mit einem einzigen Ruck riß Lassow sein Pferd herum, und eine Pistole in der Rechten jagte er dahin, um bald den Wagen vor sich zu sehen. „Da sind sie, nun wird's Ernst," murmelte er zwischen den Zähnen und weiter ging die tolle Jagd hinter dem Wagen her, in welchem Thekla mit Bellarino floh. Jetzt war Lassow dem Wagen so nahe, daß die Insassen desselben ihn gewahren mußten. Thekla stieß bei dem unerwarteten Anblicke ihres Bruders einen jähen Schrei aus und Bellarino feuerte den Kutscher zu immer größerer Eile an. (Schluß folgt.) Gemeinnütziger. Um de« Petroleumgeruch in Räumen und in dumpfigen Zimmern zu verhindern, legt man den Docht in Essig und drückt ihn nach Verlauf von 12 Stunden tüchtig aus. Derartig präparirter Docht wird keinen Geruch mehr verursachen. Holzwürmer vertreibt man am einfachsten und sichersten durch tägliche» Klopfen der Möbel. Dadurch wird der Hol», wurm in seiner Arbeit gestört, stellt dieselbe ein und stirbt nach und nach ab. * ♦ * Citronenschale aufzubewahren. Man reibe auf e ner feinen Reibe die frische Citrone sorgfältig ab, vermenge die geriebene Schale reichlich mit klarem Zucker, thue beides in eine Büchse und verschließe dieselbe gut. Citronenschale auf diese Art behandelt, hält sich jahrelang. ♦ * Weinsuppe. % Liter weißer Tischwein und etwas mehr als 1/2 Liter Wasser wird mit 100 Gramm Zucker, Citronenschale, einem Stückchen ganzen Zimmt, 10 Stück Nelken, in einem irdenen Topf zum Kochen gegeben; mittlerweile werden 4 ganze Eier in einem andern Topf schäumig abgeschlagen. Wenn der Wein einige Mal gut abgekocht hat, wird er kochend unter schnellem Rühren zu den Eiern geschüttet, tüchtig abgequirlt, die Suppe in die Terrinne gegeben, und mit in Würfeln geschnittenen Milchkipseln auf einen Teller, oder mit Mehlschäberle zu Tisch gegeben- Kümmettuchen zumFruhstück. Von 1 Pfund Mehl wird mit etwas lauer Milch ein Teig gemacht. Wenn er gegangen ist, thut man ein Ei, 64 Gramm Butter, etwas Salz, 1 Hand voll Kümmel und so viel Milch dazu, als das Mehl annimmt, daß es ein fester Teig wird. Diesen verarbeitet man dann so lange auf dem Nudelbrett, bis der Kümmel anfängt, wieder herauszufallen. Dann wird der Teig in eine hohe Form gegeben; nachdem er aufgegangen, wird er im Rohr gebacken. Vermischtes. Handwerksbursche (im Dorfwirthshause an einem I Sonntage): „Guten Morgen, meine Herren! Schenken Sie mir eine kleine Gabe, ich bin schon neun Wochen auf der Reise bei dem schlechten Wetter/' — Bauer (mit den Anderen Karten spielend): „Schämt Er sich denn nicht, am heiligen Sonntage während des Gottesdienstes zu betteln?" — Handwerksbursche: „Dann entschuldigen Sie, meine Herren, daß ich Sie in Ihrer Andacht gestört habe!" * * ♦ Logisch. Bahnwärter (zu einem Bauer, der auf dem Bahnkörper geht): „Macht, daß Ihr da herunterkommt, da oben darf Niemand gehen!" — Bauer: „Darf Niemand geh'n? Das fehlte mir noch! Ich hab' eine Karte und hätt' sog-,fahren können, wenn ich den Zug nicht versäumt * * * Praktische Lösung. Ein Lehrer hatte einen Aufsatz über das Thema: „Folgen der Trägheit" aufgegeben; als der Aufsatz abgeliefert werden sollte, gibt ein Schüler ein leeres Heft ab. * * Zu gütig. Zeuge (der vor Gericht vereidigt wird): „Bitte, meine Herren, behalten Sie nur Platz!" Das reinliche Kind. Mama: „Aber Kurt, wie bist Du wieder schmutzig! Sag' mir nur, wie kommst Du zu so schmutzigen Händen?" - „Weißt Du, Mama, ich hab' mir vielleicht ins Gesicht gefaßt!" * * Gewissensfrage. Erster Studiosus: „Denke Dir mal an, ich bin scheußlich solide geworden! Schon vierzehn Tage habe ich kein Glas Bier getrunken!" — Zweiter Studiosus: „Hm! Und wie war's denn in den Nächten?" Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.