Mtg es ge- , also auch en Fäulniß jen hübsch zu pflanzen, können wir tt wir fort. Exemplare 8 vorherige Tüchtiges dert schnell n die volle >r Thüren, Oelfarben- hat bei der war um so reift. Man ippdjen ab, mit einem nimmt man fite Waffer :ihte Rinde Zusatz von den. ,Ach Gott, in sich nur >lei wieder n silbernen Taufgästen ent, wird Besichtigung /Ich taxire , dem ein gen Sohn: " - Der is es blos i eigentlich, , seit drei )hnmachtl" iin Viertel- dem Kerl l so stark B.: „Und >er wie er hon ringe- Lchlachten- hls unter- I noch un- i sitzt und es nicht mit ansehen kann, wie sie fallen und später vielleicht wieder steigen, der verliert sein Geld." „Diesen gefahrvollen Zeitpunkt werden wir mit den Argentiniern nicht abwarten, sondern sie vorher in kleinen Posten losschlagen," antwortete Pohlmann. „Es ist dies nicht schwer, da zu Anfang immer auch mehrere größere Bankinstitute ein Jutereffe daran haben, daß die neue Anleihe nicht plötzlich ist. Die Capitalistsn und Börsenleute dürfen eben nicht kopfscheu gemacht werden." wollen uns also an der Vergebung der argentinischen Anleihe betheiligen?" frug Hilleffen. »Ja, ich denke, wir übernehmen für sechsmalhunderttausend Mark von diesen Papieren, da ist eine schöne Summe zu verdienen, wenn wir dieselben in zwei bis drei Monaten an den Mann bringen." „Gut," sagte Hilleffen und schrieb eifrig eine entsprechende Nota in sein Notizbuch. „Der Einsatz und das Ntsico sind dabei ja auch nicht so sehr groß, denn da unten in Süd- amerika bricht so leicht kein Krieg aus und diese Staaten haben durch die Einwanderung und die noch zu vergebenden Ländereien immerhin eine große Zukunft. Bemerken wollte ich übrigens noch, daß ich bei dem Speculationsgeschäfte in russischen Papieren und Eisenbahnactien ein Engagement von einer Million Mark übernehmen will." Betroffen blickte Pohlmann auf und sagte dann schüchtern: „Der Betrag ist aber doch sehr hoch, lieber Hilleffen, ich glaube, ein Engagement in der Hälfte des Betrages würde sich auch noch sehr lohnen, auch muß mit dem Umstande ge- rechnet werden, daß unsere Baarmittel doch begrenzt sind, falls wir bei einem Fehlschlage die Folgen des Risicos tragen müßten." „Aber mein bester Herr Pohlmann, wenn wir nichts Großes wagen, können wir auch nichts Großes gewinnen. Auch sind wir ja förmlich darauf angewiesen, durch Specula- tionen die Bank wieder in bessere Verhältnisse zu bringen oder wir müssen schleunigst die Actionäre zu einer außerordentlichen Generalversammlung durch den Aufsichtsrath einberufen lassen und die Auflösung der alt berühmten Central-Commerzbank beantragen." (Fortsetzung.) ,. ber Bankdirector in's Haus zurückgekehrt war und die Mittagsstunde nahte, da ließ sich bei ihm euch sein ebenso gefürchteter als geschätzter Mitarbeiter, der Bankdirector Hilleffen, melden und derselbe wurde zu seiner größten Ge- nugthuung diesmal in das Zimmer des gestern noch schwer erkrankten College» gelaffen und fand denselben zu seinem freu- eigen Erstaunen so gut wie gesund. „Meinen herzlichen Glückwunsch zur Genesung, lieber Herr Pohlmann,' rief Hilleffen vor Freude strahlend aus, denn f»rJaVVetS Bankdirector an den Augen an, daß seine Sache nicht schlecht stand. danke Ihnen, mein lieber Hilleffen," rief Pohlmann freudig und reichte dem College» die Hand hin. „Es ist sehr ®ie persönlich nach meinem Befinden aÄS T ^^klich gestern gefährlich von meinem alte» Nervenleiden befallen, doch während der Nacht trat be- SiiÄS' eln mb ie“ '* **mii8 . »Dies höre ich besonders gern, denn ich brauche ja Ihren n ahrenen Rath in der Leitung der Bankgeschäfte. Glauben «te, daß es für uns von Vortheil ist, wenn wir uns an der Emission der argentinischen Eisenbahn-Anleihe betheiligen? ÄS Ehr dafür, daß wir glatte, absehbare Speculations- ES und was ich in dieser Hinsicht in russischen SÄ runb Eisenbahn-Actien aller Länder vorbereite, ist eine sehr fein ausgedachte Speculation." «Ich gebe Ihnen in dieser Hinsicht durchaus Vollmacht, tVSnem Ermessen vorzugehen," entgegnete Pohlmann, miÄ?S^„Eann ich in dieser Hinsicht schon vertrauen und wir müffen für die Central-Commerzbank viel verdienen, sehr SS etletb Diese Nothwendigkeit nöthigt mich auch, das Geschäft mit der argentinischen Eisenbahn-Anleihe nicht so ganz ru weisen, denn an solchen ausländischen An- ist oft ein Heidengeld zu verdienen. Die Bedingungen >ur die Uebernahme der Anleihe sind doch auch sehr günstig." n, r, »Allerdings," meinte Hilleffen, „aber wir müssen in aus- hLka A^ise dann auch dafür sorgen, daß wir die argen- Spiere los werden, denn spätestens drei Monate »n? t P Auflegen der Anleihe sinken die Argentinier sicher guuz bedeutend, nnh ttlf.t hrtntt ttnA ntof» hiofor ßa. I In den Fesseln der Schuld ' Criminal-Novelle von C. Stur m. Pohlmann erbleichte bei dem Gedanken an diese für ihn so schreckliche Möglichkeit und sagte: „Ich gebe Ihnen also Vollmacht, die Speculationen so zu betreiben, wie Sie es für gut finden. Es wird aber doch nöthig sein, daß wir uns noch nach weiteren baaren Geldmitteln für die Bank umsehen. Ich nnm i--d— z werde sehen, ob ich nicht noch eine baare Einlage aus meinem 9 bedeutend, und wer dann noch viele dieser Papiere be- • Privatvermögen oder vielmehr aus demjenigen meiner Frau 1894. Nr. 110 Itnttrboltungsbtatt jtint (Siebener Anzeigen (<8«n«val-Anz«rg«r) Donnerstag, dm 20. September. - 438 Sei der Stott! machen kann. Sie, lieber Hilleffen, könnten bei Ihrem großen Vermögen schließlich dasselbe thun." „Inwieweit dies geschehen wird, hängt nicht nur von unseren geschäftlichen Aufgaben, sondern vor allen Dingen auch von einer anderen Angelegenheit ab, die mir sehr, sehr am Herzen liegt und um welcher willen ich die größten Summen aus meinem Privatvermögen der Bank zur Verfügung stellen würde." „Es bleibt bei meiner Zusage, lieber Hilleffen," erklärte Pohlmann mit halblauter Stimme und blitzenden Augen. „Carola hat mir noch heute Morgen ausdrücklich erklärt, daß sie in die Heirath mit Ihnen willigt." „Herzlichen, unauslöschlichen Dank, Herr Pohlmann!" rief Hilleffen vor Freude förmlich ausjauchzend und fiel dem künftigen Schwiegervater stürmisch um den Hals. „Ich bin jetzt ganz der Ihrige, verfügen Sie über meine Arbeit, meine Zeit, mein Geld, wie Sie wollen," fuhr dann Hilleffen fort, „denn Sie haben das bisher Unmögliche möglich gemacht und meinem unruhigen Herzen Ruhe und Glück verschafft. Carola Pohlmann wird mir angehören und ein neues, besseres Leben an der Seite einer guten Frau wird für mich beginnen!" Wieder staunend wie damals bei dem ersten Geständniß von Hilleffens heißer, unüberwindlicher Liebe zu Carola blickte Pohlmann den vor Freude begeisterten Collegen an. War es wirklich möglich, daß ein so ehrgeiziger Streber, ein so kalt und scharf rechnender Spekulant, dem Gold und Ehrgeiz Aller galt, so von der Liebe zu einem schönen und hochgebildeten Mädchen ergriffen werden konnte, daß er Alles, war er bisher errungen hatte, daran setzte, um dieses Mädchen als Frau zu gewinnen! Diese Thatsache stand aber vor Pohlmanns Augen und es war nicht mehr an derselben zu zweifeln. Dieses Bewußt- sein war dem Bankdirector auch sehr recht, denn er wurde darin in dem Vertrauen bestärkt, daß Hilleffen Alles daran setzen werde, um die Katastrophe von der Central«Commerz- bank fern zu halten. „Es hat mir unendliche Sorge bereitet, Ihren Herzenswunsch unter den gegebenen schwierigen Verhältnissen zu erfüllen, lieber Hillessen, aber umsomehr freue ich mich nun, daß es mir gelungen ist und wir wollen nun das Beste für Ihre und unsere Zukunft hoffen," sagte darauf Pohlmann absichtlich sehr ernst, um Hilleffens Freudentaumel etwas zu mäßigen und diesem die Schwierigkeit des Falles in das Gedächtniß zurückzurufen. „Ich bin mir dessen sehr wohl bewußt, was Sie für mich durchgesetzt haben," entgegnete Hillessen, „und mein glühendes Verlangen ist es nun, Carolas Zuneigung auch wirklich zu erwerben. Darf ich sie vielleicht heute oder morgen sehen?" „Das wäre übereilt," sagte Pohlmann wiederum sehr ernst, „denn Carola hing mit ganzem Herzen an dem Professor Galen und es thut mir noch in der Seele weh, wenn ich daran denke, daß dieser Herzensbund auseinander gerissen werden mußte. Ich denke, lieber Hilleffen, daß es besser ist, wenn Sie Ihre Begegnung mit Carola und formelle Werbung noch verschieben. Meine Tochter ist ja über Alles unterrichtet und einverstanden, nur stellte sie zur Bedingung, daß die Hochzeit nicht vor einem Jahre fein dürfe." „Unsere Hochzeit soll erst in einem Jahre sein!" rief Hilleffen enttäuscht aus und sank auf einen Stuhl zurück, „Dies wird eine Folterqual für mich werden, denn Zweifel und Eifersucht sind meinem Herzen nicht unbekannt." „Aber ich bitte Sie doch, zu bedenken, daß die Sache zwischen uns abgemacht ist. Außerdem hat unser Hausarzt Doctor Rapp dringend angerathen, Carola wegen ihrer angegriffenen Nerven mehrere Monate nach der südlichen Schweiz oder nach Oberitalien zu schicken." „Auch das noch!" jammerte Hillessen. „Da findet ja eine Trennung zwischen uns statt." „O, nicht doch, bester Herr Hillessen," erklärte Pohlmann, „denn noch vor Carolas Abreise werden wir deren stille, verschwiegene Verlobung mit Ihnen vollziehen und dann dürfte doch auch ein Briefwechsel zwischen Braut und Bräutigam sehr unterhaltend und sehr angenehm sein. Ueberdies wird meine Frau Carola auf der Reise begleiten, also können Ste sich beruhigen." „Ich werde mich in diesem Falle schon fügen müssen, obwohl ich die Hochzeit schon in drei bis vier Monaten wünschte," entgegnete der ungestüme Freier seufzend. „Spätestens in zwei Tagen werden Sie aber doch eine Unterredung mit Carola, die sich schon jetzt als Ihre Braut betrachtet, haben und dann dürsten Sie sich in jeder Beziehung beruhigen, lieber Hillessen," erklärte der Bankdirector. „Nun, ich vertraue in dieser mir so wichtigen Angelegenheit ganz auf Ihre Zusicherungen, Herr Pohlmann, und will mich nun wieder empfehlen, denn Sie bedürfen heute noch der Ruhe und Schonung und mich rufen die Geschäfte an die Börse." «Ich hoffe morgen bestimmt meine gewohnte Thätigkeit in der Bank wieder aufzunehmen," bemerkte noch Pohlmann, und mit besten Empfehlungen und herzlichen Grüßen an die Damen des Hauses verabschiedete sich Hillessen von dem Bankdirector. Hilleffen, der reiche und glücklich speculirende Finanzmann, hatte schon lange vorher, ehe er der zweite Director der Central'Eommerzbank wurde, eine feine eigene Wohnung in demselben vornehmen Stadtheil inne, in welchem der Bankdirector Pohlmann seine Villa besaß. Hilleffen hielt sich auch einen Diener und eine ältere, gebildete Frau besorgte seine Wirthschast. In der Wohnung Hilleffens erschien nun an demselben Tage, an welchem er die vorher geschilderte Unterredung mit Pohlmann hatte, wiederholt ein Mann und begehrte den Herrn Bankdirector zu sprechen. Dem Diener Georg und der Wirthschafterin Frau Bunge war diese Zudringlichkeit des Mannes sehr unangenem, zumal derselbe einen Übeln Eindruck machte. Dreist und frech blickte er umher und geberdete sich dabei so, als ob er von Herrn Hilleffen eher etwas zu fordern, als zu bitten hatte. „Wenn der Mensch noch einmal kommt, möchte ich ihn gleich zur Thür hinauswerfen," sagte der Diener zu Frau Bunge, als der fatale Mann nun fchon zum dritten Male geklingelt hatte. Gegen Abend kam dann aber der Bankdirector Hilleffen in seine Wohnung und kaum war er eine Viertelstunde zu Hause, so klingelte es wieder und der unangenehme Mensch begehrte abermals Herrn Hilleffen zu sprechen. „Der Herr Bankdirector ist jetzt zu Hause," sagte der Diener. „Darf ich um Ihren Namen bitten, um Sie anzumelden ?" „Werner Kühn," antwortete der Mann und er wurde angemeldet. Bald darauf wurde er auch in dem hintersten abgelegensten Zimmer von Hilleffen empfangen, aber durchaus nicht freundlich. „Wie kannst Du Dich unterstehen, Werner, und in meine Wohnung kommen?" fuhr der Bankdirector den dreisten Mann an. „Ich habe Wichtiges, sehr Wichtiges mit Dir zu sprechen, Carl," entgegnete dieser mit zudringlicher Vertraulichkeit, „und die Sache hat große Eile." „Wie immer, wenn Du Geld brauchst," bemerkte Hilleffen höhnisch. „Also heraus mit Deinem Anliegen!" „Mir ist der Boden in Deutschland wieder zu heiß geworden," bemerkte der verdächtige Mann frech, „ich will wieder fort nach Amerika und dazu brauche ich Geld." „Wie viel?" frug Hilleffen in verächtlichem Tone und griff nach seiner Börse. „Zehntausend Mark!" erwiderte Werner Kühn mit der Dreistigkeit eines Räubers, der sein Opfer in den Händen hält. „Zehntausend Mark! Mensch, bist Du toll geworden! Und bedenkst Du nicht, was Du mir in den letzten Jahren schon gekostet hast!" rief Hilleffen empört aus. - 489 - „Meine Dienste müssen eben bezahlt werden," sagte Werner Kuhn trotzig, „und ich habe Dir jetzt einen sehr großen Dienst wieder einmal erwiesen, denn den Professor habe ich Dir aus dem Wege geräumt." »Schuft! Schurke! Was hast Du dem Professor Galen angethan?" frug Hillessen in fieberhafter Angst und Entrüstung. „Ich habe Dir nur aufgetragen, den Professor scharf in seinem Verkehre mit der Pohlmann'schen Familie zu beobachten, um vor allen Dingen festzustellen, ob er auch mit Fräulein Pohl- mann Beziehungen unterhält. Wie konntest Du Dich da unter, stehen, Dich an diesem Ehrenmanns zu vergreifen?" „Sagtest Du nicht," erwiderte Werner Kühn mit cynischem Lachen, „daß Du viel darum I geben würdest, wenn Dir der Professor nicht im Wege stände. Und so habe ich die Sache even aufgefaßt und geschehen ist geschehen, auch wenn es ein Jrrthum war." . E Schumi Du weißt immer eine Ausrede!" rief Hillessen wüthend, packte mit eisernem Griffe Werner am Halse und würgte ihn, daß er blitzblau wurde. Taumelnd fiel der Gauner zu Boden, al« Hilleffens Hände ihn lorließen. Erschrocken hob dieser ihn aber vom Boden wieder auf und legte ihn auf ein Sopha, wo er sich nach einiger Zeit wieder so weit erholte, daß er sprechen konnte. _ , »Beinahe hättest Du in Deinem Zorne mich erwürgt, Carl, nahm der Elende mit heiserer Stimme'das Wort, während ein heftiges Zittern ihn befiel. „Warum hast Du mich nicht ganz todt gemacht, so brauchte ich dieses jammervolle Leben nicht weiter zu schleppen. Mir -liegt persönlich wenig am Leben, das weißt Du, aber ich muß jetzt noch weiter leben, um meine verlassene Frau und meinen siebenjährigen Sohn zu unterstützen." 1 9 B »Verfluchter Hallunke, was soll das heißen!" entgegnete Hillessen in neuem Zorn. „Gab ich Deiner Frau nicht Geld genug, daß sie leben und Euern Sohn erziehen konnte! Hast Du Elender ihr wie schon früher das Geld erpreßt, um es zu vergeuden? Warum hast Du in Amerika kein neues Leben an, gefangen, wie es auch nach schwerem Fehltritte möglich ist?" , rmin größter Fluch, daß ich nicht ausdauernd mehr arbeiten kann," klagte Werner Kühn. „Du Feigling, Du Lump! Gib Dir nur Mühe, es wieder zu thun, wieder eine ehrliche Arbeit zu vollbringen, dann wird auch der Fluch des Lasters von Dir weichen-" . , "JK will es allen Ernstes versuchen, aber bitte, gib mir S,,®e[b' baß ich wieder fort kann. Mich jammert mein Weid und Krnd." m rk ianimern sie Dich, als Du Deiner Frau aber das °?aenöthigt hast, da empfandest Du kein Mitleid, da mußte das Geld im Spiel und Trank vergeudet werden." . ..Carl, habe Erbarmen mit meiner Frau und dem Knaben, der Dein Schützling, Dein Pathenkind ist." seufzte tief, schlug sich wiederholt mit der Hand auf und ™ Unb schEl unruhig in dem kleinen Zimmer „Dir kann ich kein Geld geben, denn Dir gebührt der Galgen oder das Zuchthaus," erklärte er dann mit fester Stimme, „aber Deine Frau und den Knaben willIich unter, nuycn« "Aber Carl, ich muß doch fort von hier, schleunigst fort, man könnte mich verhaften, mich ..." "Du machst in Begleitung Deiner Familie jetzt schleunigst Frankreich und von dort fahrt Ihr mit dem ersten Dampfschiffe nach Südamerika, ich rathe nach Argen, «men, dort bist Du vor jeder Verfolgung sicher. Deine Frau oerommt von mir das nöthige Reisegeld und jeden Monat eine entsprechende Unterstützung, bis Du Deine Familie ernähren »«ernt hast, denn ich erwarte bestimmt, daß Du entweder in °er argentinischen Hauptstadt Buenos Ayeres oder auf dem s^"be in der Nähe dieser Stadt irgend ein ehrliches Gewerbe »im»eine kleine Summe dazu lasse ich Deiner Frau durch -oankhaus in Buenos Ayeres, durch welches sie auch die monatliche Unterstützung empfangen wird, anweisen." „Ich danke Dir für diese Großmuth, Carl," entgegnete Werner Kühn, in dessen Brust doch noch nicht alle edleren Gefühle erstorben waren. ,'ZH will von Dir keinen Dank hören," entgegnete Hillessen kalt und ablehnend, „schicke morgen früh vor acht Uhr Deine und den Knaben zu mir, damit sie meinen Plan er» W- Die Reisebillets besorge ich dann durch das „Inter- nationale Verkehrs-Bureau" gleich bis Buenos Ayeres und Ihr reist noch morgen Nachmittag oder Abends ab." „Ich bin ganz einverstanden, bitte aber noch um etwas baares Geld, wir sind von allen Mitteln entblößt," flchte Werner Kühn. 1 v „Du empfängst von mir keinen Pfennig," erklärte Hillessen „denn Mr könntest das Geld sofort in Wein und Spiel um« 'An. Aber mem Diener wird Dich in Eure Wohnuna be- IWÄS?-1“ 6,1*n' ®udS b" Verlegen und beschämt blickte Werner zu Boden. t »Mein Diener wird Dich draußen vor der Thür erwar- Dich!" 6 ae^en fott' »Seh' nun, Werner, und bessere „Ja, wenn ich dies so fertig bringen könnte, wie Du es verstanden hast I klagte Werner. „Vom Commis ohne Stelluna und ohne Ehre bist Du zum hochgeehrten Bankdirector in Zeit von sechs Jahren emporgestiegen!" Wie ein jäher Blitzstrahl zuckten diese Worte des ver- brechsrifchen Werner in Hillessens Seele, so daß er alle Mühe hukke, seine Ruhe zu behaupten. - Dem ehemaligen Freunde und Collegen den Rücken zuwendend, sagte er dann aber nur noch ungeduldig: „Geh', Werner, geh'!" Und seufzend und kopfschüttelnd schlich sich dieser aus dem Zimmer. „Es wird mir hoffentlich mit Hilfe von Werners Frau gelingen, ihn für immer unschädlich zu machen," murmelte ihm Hillessen nach. Dann rief er seinen Diener und gab diesem die nöthigen Aufträge. ' Keine der an diesen Vorgängen betheiligten Personen be- fand sich wohl in einer solchen peinlichen Lage, als der Referen- dar Ernst Pohlmann. Denn dieser hatte sehr bald die wahre Sachlage erkannt, aber gleichzeitig bemerkt, daß er zur Rettung des Herzensglückes der Schwester und des verehrten Freundes nichts thun konnte, ohne gleichzeitig den eigenen Vater und damit die ganze Familie in einen wahren Abgrund des Verderbens zu stürzen. Seit länger als zwei Tagen kämpfte Ernst Pohlmann mit diesem Zwiespalt und kam zu keinem Entschlüsse, denn jeder Plan, den er faßte, um zu Gunsten des Professors Galen und der Aufrechterhaltung von dessen Verlobung mit Carola Schritte zu thun, setzte den eigenen Vater der Rache des verwegenen Hillessen aus und dieser Gedanke lähmte Ernst Pohlmanns Entschlußkraft in dieser heiklen Frage dann vollständig. Dem jungen Referendar war es aber auch ein unerträglicher Seelenschmerz, daß Professor Galen von ihm und seiner Schwester infolge der räthselhaften Vorgänge niedrig denken sollte, und um sich in dieser Gemütsbewegung Ruhe zu verschaffen, beschloß Ernst Pohlmann, den Professor Galen in dessen Wohnung aufzusuchen und ihm die wahre Sachlage aufzuklären, denn Galen, davon war der junge Pohlmann über, zeugt, besaß genug Edelmuth und Herzensgüte, um zu schweigen und nachsichtig zu urtheilen, wenn das Räthsel für ihn gelöst war. Der Referendar machte sich deshalb am Morgen des Tages, welcher der Genesung seines Vaters folgte, auf, um Galen einen Besuch zu machen und ihm Alles aufzuklären, Professor Galen hatte seinem Stande und seinem Reich- thume entsprechend eine eigene große Wohnung in der Nähe der königlichen Kunstakademie inne, und dorthin lenkte Ernst Pohlmann seine Schritte. Wie oft war er freudigen Herzens die Treppe emporgestiegen, die zu Galens Wohnung führte und vor der er nun mit tiefer Betrübniß und bangevoller Aufregung stand. (Fortsetzung folgt.) 440 G-nr-imrütziges. Zur Sonnenblumen-Cultur. Da viele Landwirthe Ränder, Raine und Berghänge besitzen, welche sie nicht bebauen, so sei darauf aufmerksam gerecht, daß e» sich lohnen dürfte, auf solchen Flächen den Samen großer Sonnenblumen auszusäen. Die auf solchem Boden, wo sonst nur Gras und Unkräuter wachsen, noch sehr gut gedeihende große Sonnenblume (Helianthus Amurus) enthält in den Kernen ein sehr werthvolles Oel, das rasch trocknet, sich leicht verstreicht und ohne Qualm verbrennt. 100 Pfund Kerne liefern 2 bis 2,3 Liter Oel, das stets gesucht wird. Die dicken Stengel werden verbrannt und die Asche während des Regens aufs Land gestreut; sie enthält die sehr werthvolle Pottasche. Auch wird aus den Stengeln Papier angefertigt, das besser als das bekannte Strohpapier ausfällt. — Die getrockneten Kerne geben ferner im Winter für Hühner ein vorzügliches Futter ab und begünstigen das zeitige Eierlegen im Frühjahr. In der Blüthezett sind aber die Sonnenblumen auch die denkbar beste Bienenweide. Aus diesen Gründen wird die Sonnenblume auch neuerdings (bei Berlin) im Großen angebaut. * * * Wenn Oleander, Evonymus re. unten kahl werden, muß man sie zurückschneiden. Dieses kann bei solchen Gewächsen, zu denen auch Azaleen rc. zu zählen sind, bis aufs alte Holz geschehen; sie brauchen kein Blatt zu behalten und werden dann mehr schlafende Augen austreiben, als wir vorher glaubten. Rhabarberstengel können den ganzen Sommer hin' durch geschnitten werden, wenn man die Blüthenstengel gleich im Entstehen unterdrückt. • ♦ e Seide während der Wäsche zu behandeln. Seide darf nie gerungen werden, auch nicht mit der Maschine, weil die eingepreßten Falten nicht mehr zu beseitigen wären; womöglich müssen auch während des Waschens alle Stücke ohne Falten im Waffer liegen; dem letzten Spülwasser gebe man dann eine schwache Gummitragantlösung mit ganz wenig Alaunzusatz und Weingeist, hänge sodann zum Abtropfen auf, schlage hierauf zum völligen Abtrocknen in reine Tücher ein und mangle noch feucht in diesen, womöglich ohne Bruch, und stecke dann auf den Rahmen. ch Um Druckstellen iu Plüsch zu eutserueu, zieht man den Plüsch auf der linken Seite über ein heißes Plätteisen und bürstet die rechte Seite mit Salmiakgeist oder Spiritus. ♦ * ♦ Stoffe wasserdicht zu machen. In anderthalb Eimer heißen Wassers wird ein halb Kilo Alaun und 125 Gramm Bleizuckergift aufgelöst. Dieses läßt man abkühlen und schüttet die klare Flüssigkeit sehr vorsichtig von dem Bodensatz ab. In diese klare Flüssigkeit taucht man die betreffenden Stoffe, welche man wasserdicht zu machen wünscht. Darauf läßt man dieselben glatt aufgehangen abtropfen und trocknen, ohne sie zu glätten. * ♦ * Um hölzerne Pfosten re. im Boden dauerhaft zu machen, nimmt man gekochtes Leinöl nnd rührt in dasselbe pulverisirts Kohle, bis diese Mischung die Conststenz einer Anstrichfarbe erhalten hat. Damit streicht man den Theil der Pfosten an, welcher in den Boden getrieben werden soll. So bereitetes Holz hält im Boden länger als Eisen. * ♦ * Wie prüft man rohe Kartoffeln auf ihre Güte? Um sich zu überzeugen, ob Kartoffeln, die man kaufen will, sich gut und mehlig kochen, beobachtet man in England häufig folgendes Verfahren: Man zerschneidet eine Knolle und reibt beide Stücke aufeinander; wenn dieselbe gut und mehlig ist, so kleben die beiden Stücke zusammen, und es zeigt sich an den Rändern und an der Oberfläche ein leichter Schaum. Waffer darf selbst beim Druck kein Tropfen ausfließen. Wo dies der Fall ist, kochen sie sich wässerig und sind von schlechtem Geschmack. In der Farbe soll das Fleisch weiß sein oder etwas ins Gelbliche spiegelnd. Von ganz gelbem Fleisch behauptet man, daß sich die Knollen nicht gut kochen; dies ist tndeß nicht immer begründet; denn es giebt Sorten mit gelbem Fleisch, die in Bezug auf ihre Güte nichts zu wünschen übrig lassen. ♦ ♦ ♦ Das Wundwerden der Hände bei der Wäsche kann verhütet werden durch eine schwache Schellackauflösung, mit der die Wäscherin einige Tage vor der Wäsche die obere Hautfläche der Hände einreiben muß. Sie kauft dieses einfache Mittel beim Drogutsten oder noch besser beim Schreiner, der es täglich zum Polirrn der Möbel gebraucht. * ♦ * Fliegenschmutz auf Metall und Bronce u. s. w. entfernt man durch Abreibung mit geriebener Kartoffel und reibe nach dem Trocknen mit einer reinen Bürste nach. Vemnischtes. Ein neuer Abschnitt. Frau Commercienrath (zum Besuch): „Das hier ist mein jüngstes Kind; außerdem habe ich noch zwei Knaben aus früherer Ehe." — Besuch: „Wie? Ist Ihr jetziger Gatte schon Ihr zweiter Mann?" — Frau Commercienrath: „Ach neinl Ich meine nur, au» der Zett, da er noch nicht Commercienrath war."-- ♦ * • Anleitung zur Massage. Ein Potsdamer Arzt hatte einem Kinde Massage verordnet. Da die Eltern von dieser Kunst nichts verstanden, bemalte er den Rücken des Kindes von oben bis unten mit dicken Tintenstrichen, die dann abgerieben werden mußten. O * Das hat noch gefehlt. Backfisch: „Das Militär ist schon so gefährlich und nun sollen die von den Schützen auch noch Fangschnüre bekommen!" • ♦ e Anpreisung. Kommt« (in einem Tuchgeschäft): „Gnä- dige Frau, dies ist ein Stoff — zur Unterhaltung für eine ganze Damengesellschaft!" • ♦ • Aus der Kochschule. Vorsteherin: „Zum Weichkochen der Eier braucht man 3 bi» 4 Minuten." — Backfisch: „Gewöhnliche o der mitteleuropäische Zeit?" * * • Was er thun kann. Gefängnißdirector: „Sie scheinen stch bessern zu wollen und Sie interessieren mich; kann ich etwas thun, um Ihr Schicksal zu lindern?" — Verurthetlter: „Ja!" „Wa» denn?" — „Lassen Sie mich raus!" ♦ * • Immerhin etwas. Marie: „Wie, Du hast ein Ver- hältniß angeknüpft mit einem Mann ohne Vermögen, ohne Herkunft, ohne Namen ...?"- Elli: „O, da muß ich bitten, ohne Namen? Meier heißt er!" ♦ » ♦ Der kleine Schlaukopf. Lehrer: „Warum floh Kain, als er den Abel erschlagen hatte — nun, Fritzchen?" — Fritzchen: „Weil er Angst vor der Polizei hatte." Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schm Druckerei (g r. Lhr. Pietsch) in Gießen.