den Garten« n, abzuhalten, er Zaunspitzen irr von unten ii sehr langen al an eigens gezogen. Letz« neigt sein, von r sie mit den Draht fliegen. Ht in einem iegen, sondern einem zweiten lter zu fliegen. gewöhnen, : Man nimmt nig, Menschen« Einander, läßt Tauben einige e lieben diesen ,rückkehren, wo schädlich durch mgt sie, außer g, die man bis Mäuse fallen cht wieder ent« ; man Weichkäse Milch erwärmt ringen; sodann bringt letzteren mrch an einen ; Salz bestreut. : age und bringt !ilch geben etwa Ur ist die Wahl chen, welches ich . Was würdest >alz des Lebens, Liebe, die wahre de aus Schmerz, al." — Jean: men, welches ich wie ein Mann! esse der reichen agsjäger (dessen Munition?" - e Wurst mehr! em Verwandten, end nich 'mal in „Wozu? 34 whll" Unterchaltnngsblatt zürn Giefzenev Anzeigen (Gsneval-Anz-igcv) - ________________________ 1894. l / " - SW «MW-LSS8SEZMM Smustutz, den 19. Mai. Die Hexe von Bingenheim. Von Gg. Schäfer. (Fortsetzung.) Das Bittgesuch des Heinrich Gießner zu Echzell lautet wörtlich: „Durchleuchtigster, Hochgeborner Fürst und Herr vp. Ew. Fürstlichen Gnaden p. kann Ich zu Endbenahmter Armer Hochbetrübtester Supplicant auß tiefängstigem Gemüht undt mitleidenten Ehelichen Herzen-Prast, Nottringentermaßen In Unterthänigkeit anzuflehen, in keinesweeg undterlassen. Peinlich beklagtin Anna, Mein Elendiges Weib, welche anererbter Menschlich oder weiblicher Plödtigen Schwachheit und Unverstandtes wegen (Gott erbarmbs) durch den höllischen Lügen-Gepst undt seinem Anhang, als Gottes undt deß gantzen armen Menschlichen Geschlechts, abgesagten Feiudt, zur Zau« betet) versühret worden, derowegen itzo durch Rechtliche Con« demnirung, vermög Kaysers Caroli quinti pp. und deß hey- lichen Reichs publicirter Peinlichen Halß undt Blutgerichts« ordnung mit ihr ein Endt gemacht und vom Leben zum Todt gebracht werdten solle, Auß Christlichem schuldigem mitleidten, bevorab in diesem schwachen sündtlichen Todtesfall, bey Gott alß auch Ew. Fürstlichen Gnaden pp. meiner hochfürstlichen Landesvätterlichen Herrschaft pp- vor dieselbe eine ganz demühtige undt undterthänigste Vorbitt zu thun, wie Hertz« undt beweglich eß immer beschehen soll, kann undt mag umb Gnade Ihr zu erweissen, daß sie auß Milttester Barmbhertzigkeit, mit eynig gnädigen Urtheil begnadiget werden möchte. Ist undt gelangt derowegen an Ew. Fürstliche Gnaden mein gantz Unterthänigsi-seuffzendes und fußfälliges Bitten, Ew. Fürstliche Gnaden Gnädigst geruhen wollen, besagtem meinem armen verführten Weib, alß Peinlich Beklagtin in Gnädigst hochlöblich miltesier Behertzigung meiner beyden noch säugenten und anderen mehr Kleinen unerzogenen Kindterlein, Ihr ein Miltestes Barmbhertzigliches Urtheil, daß selbige ohne Brauchung deß Feuers zur Erbten bestattet werden, Gnädigst zu willigen, sich getröstet. Deren durch Gottes Gnädiger erhör« vndt gewehrung meser meiner vndterthänigsten feuffzenten vndt Fußfällig flehent- llchen Bitten, Zur hohen Gnadterzeigung, zu Ew. Fürstlichen Gnade Ich armer Hochbetrübtester Vndterthan mich in aller Vndterthänigkeit getröste. Ew. Fürst!. Gn. Vndterthänig demühtig vndt gehorsamster Henrich Gießner. * Vndterthan zu Echzell." Das harte Schicksal, welches das junge landgräfliche Ehepaar verfolgte, forderte immer neue Opfer. Am 23. Juni 1657 wurde ein Söhnlein geboren, welches noch desselbigeu Tages verstarb. Ihm folgte am 6. Mai 1658 ein Knäblein, das den Namen Karl Wilhelm empfing, aber am 13. Decem- ber 1658 des Todes verblich. Das Jahr darauf erschien am 20. Juni 1659 ein Prinzlein, es erhielt den Namen Philipp, starb aber schon am 8. October 1659 wieder. Im folgenden Frühjahre, den 24. April 1660, wurde das fürstliche Paar durch eine kleine Prinzessin erfreut, welche den Namen Magdalena Sophie erhielt und am Leben blieb. Dagegen erschien am 17. Juni 1661 noch einmal ein Knäblein, welches des« selbigen Tages wieder verstarb. Zehn Kinder hatte Sophie Eleonore ihrem Gemahle geschenkt, acht Söhne und zwei Töchter. Sämmtliche Söhne starben vor den Eltern: ein hartes, schweres Schicksal, das noch dadurch viel schwerer wurde, daß die gute, schöne Land, gräfin am 7. October 1663 in die Ewigkeit abberufen wurde. Welche Gefühle mögen den Landgrafen bewegt haben, als er der jugendlichen Gemahlin die Augen zudrückte! Er war 38 Jahre alt, sie hatte das 29. zurückgelegt. Binnen 11 Jahren hatten Beide sieben von acht Söhnen in die Gruft sinken sehen. Auch der achte überlebte den Vater nicht. Derartige tragische Schicksale gehören in fürstlichen und bürgerlichen Familien zu den größten Seltenheiten. Das Jahr 1657 verlief, ohne daß eine Hinrichtung stattfand. Dagegen brachten die Jahre 1658 und 1659 noch verschiedene Greuel, welche in dem Verzeichnisse des Schultheißen Hans Jörg Schösser vorgemerkt sind. Die Aufzeichnungen mögen hier folgen. Im Jahr 1657: Ist Nimandt Ver Vrtheilt noch hingethan wor- den, alles zur Nachricht.____________ NB. Hirtz Jud ein Gotts Lästerer Ist auch Entloffeu vom Rath- haus. 1658, nachrichtlich. Ihm Jahr 1658 den 3te 8br: die Execution vorgangen. Nachrichtlich. 47. d. 1. Marx Wentzell 48. d. 2. Christen Hauß. Diese Beydte Vnter hiesiger Linden gericht worden. Vndt vnden ans Gericht vstn Löh- pusch begraben worbten. 49. d. 3. Johann Kurz. Vndter der Linden gericht, Vndt vfm Löhpusch — weit Er ein Hexenmeister: zu Splittern verbrannt worden. 50. d. 4. Joachim Lang. Vndter der Linden gericht Vndt bei Wentzeln vndt Haußen bey den Galgen wiederumb kommen. NB. Die stäb vor die Vbelthäter wo sie ober solche gebrochen, sollen sie v. Gx. frstl. H. sämbtlich geliefert werden. Ist geschehen zur Nachricht vf gesetzt. Vorgängen vndt die Vrtheil vfm Rathhauß al- hier verlehsen, in Beysein Viler persohn, Vor Adel, Fraue Zimmer vndt srembdten Leuten, Geistlich vndt weltlich persohn. Die Exeeu- tion ist vndter der Linden alhier geschehen, vndt hernach vsfm Wagen hinauß geführt worden, vndt wie oben vermelt verricht worden. Montag den 3. 8br. 1658. Lat. 4 Hingericht. 51. NB. Vndt Hirtz Entlaufen. Anno 1658. 52. Eli Judt ist Donnerstag abents alß man Lichtern Pflegt an Zu Zünden, außgerisfen, ein Stück Kütten mit dem schloß am Fuß gehabt, sambt der Hantschellen, woran beyde neue Schloß gehangen, darvon kommen, Marx Schütz, Vndt der Claser haben die Wacht gehabt, hatte Im zwar vf alle straßen nachgeschickt, aber nit antreffen können, geschah den 18. 9br. 1658. Nachrichtlich. 53. Den 2. Xbr: Ist Ehli alß ein Glocken Dieb, v: ausgerissener Schelm vf die taffel bei Jtzigen von Staden seinem Verbrechen 54. auch ahn neuwem Galgen mit 55. einverleibt worden, an den 56. Galgen geschlagen die taffel. 57. Den 2ten Xbr 1658; Ist Jtzig Judt von Staden alß ein Blofeldter Glocken Dieb hinderst oberst, an beydte Füh ahn Neuen Galgen, welcher dieser tag vfgericht, gehenkt worden, vndt sein Verbrechen ahn ein taffel beygeschlagen worden, daß Jeder Männiglich Sehen kann, waß Er getahn, auch wie Er sich Ergörgelt Im gefängniß, der Galgen ist vf Rosenbachß Acker, Vf Ber- stätter vndt Wombacher Creutz- straßen gestellt, vndt ufgericht worden. Nachrichtlich. Den 2ten Xbr 1658. Männiglich darvon zu Stiebten ist nichts anderst zu Schliefen, alß daß in der teufet Ergörgelt, vndt dar- hin geholffen hatt. Anno 1658. Vorgängen. Nachrichtlich^______________- Lat: 1. Judt gehenkt. Vndt 1. Judt außgerisfen, Anno 1659. Anno 1659. Den Ilten May. 58. Ist Andreas Kulmann Ander dem Gericht Vfm Lösbusch mit dem Schwert Hingericht, Vndt der Cörper zu Escher verbrannt worden. 59. Den Sten Xbr 1659: Ist Johann Beilstein Anna deß alten Witt, alhier vndter der Lündten wegen großer Küldt vom Scharpfrichter gericht vndt hinaus vf den Löwpusch der Cörper zu Escher Verbrannt worden._______________ Ein Judt. 1660. 60. Den 7ten May: Ist Seligmann der alt Judt genannt, nach Langem Sitzen, Vndt wie wohl derselbe Bekanntlich genug wahr, vndt seinem Eltesten Sohn vfm Rathhauß selbst gesagt, daß Er solt nit Weit- läuftigkeit mit ihm machen, wie sein fachen stünten, vndt allbereit Bekannt, auch alles die Wahrheit wehr, müsse Er sterben. Anmerkung: Es folgt nun noch eine lange Beschreibung der Verhandlungen über Seligmann, welcher an das Reichskammergericht nach Speyer appellirt hatte, aber mit seiner Appellation abgewiesen, darauf das Todesurtheil über ihn rechtskräftig geworden und bestätigt worden war. Die Aufzeichnungen des Schultheißen Hans Jörg Schösser schließen mit folgenden Worten: Er (Seligmann) möchte seinen Beystant, Herrn Dr. Erasmi aus Frankfurt pitten, eine Supplikation an Jhro fürstl. Gn. vf zu setzen vndt einzuliefern, daß Er alles geständig auch die Wahrheit wehr, keinem Anrecht getahn als Einem, so Er Ihm widersprochen, sollt Jhro frstl. Gn. pitten, daß Er nit lang vfgehalten wehr, Sondern vmb ein gnedig Vrtheil anhalten, wolle nun mehr liber heudt, alß morgen sterben, welches Herr Erasmi gemacht v: Ihme vorgelesen, Da hatte Seligmann widder alles hertzhaftig be- gert, nuhr ein gnedig Vrtheil mitzutheilen, welches dann alles waß vor 3 tagen Zu vohr mit dem Juden geredt vndt Vollbracht worden an vorgemeltem tag, vollbracht worbten, Vnd sein Vrtheil vollzogen, daß er vor Gericht aber wohl alles bey Zwey weisen Menschen gestauten, noch alles vollziehen, herauß geführt lebendig undter dem hohen Gericht, zuvor ein Judtengalgen *) vndt ein Scheydterhaufen gestellt, nit gehenkt, Sondern weil Er lang gesessen, dem Galgen entgangen, doch aber als ein Zauberer lebentig verbrannt worden, sonst hette Er wohl alß ein Glocken Dib vfgehenkt werden sollen, Ehe Er gestorben, Vndt daß Feuer von den Meistern angezünt, hatt Er Jeden Umbstant, Groß v: klein vmb Verzeihung gebetten vndt willig sich dem Gott ergeben, solches zur Nachricht vf- gesetzt, welches deß Sternberges Frauen alß Jüdin von Bisses *) Dieser Judengalgen, welcher auch unter Ordn.-Nr. 57 des Gerichts-Verzeichnisses bei Jtzig von Staden erwähnt wird, stand auf dem Acker des Bauers Rosenbach an der nordwestlichen Grenze der Echzeller Gemarkung, links an der Wohnbacher Straße, etwas unter der von Berstadt nach Wölfersheim ziehenden, die Wohnbacher Straße durchkreuzenden Chaussee. Die Stelle heißt noch heute „am Judengalgen" und etwas weiterhin heißt es „am weißen Heiligenhaus". (Bergt. Ueber Echzell und die Fuldische Mark von Dr. Emil Hoffmann. Archiv für hessische Geschichte und Atterthumskunde. Achter Band 1854—1856, jag, 422.) mit zugesehen, Ist villeicht von der Judenschast befielt worbten, ihnen zu Sagen wie Er sein Ent genohmen. Bei allen Hexenproceffen des sechzehnten und siebzehnten Jahrhunderts in ganz Europa findet stch selten der Fall, daß ein Jude eingezogen, gefoltert und hingerichtet wird. Die Acten der Landgrafschaft Hessen-Bingenheim weisen drei solcher Fälle auf: Eli, Jtzig und Seligmann. Da das Todesurtheil des Letzteren noch vorhanden ist, mag es wörtlich hier folgen: „In peinlichen Sachen Fürstl Hessischen Fiscalis alhier zu Bingenhetmb anklägern an einem gegen Seligman Juden peinlich Beklagten andern theils, wird auf anklagen, antwort und fleißige erforschung deren izo freiwillig und öffentlich gestandenen Kirchenraubts, Ehebruchs, Zauberey und anderer mehr bekannten, grausamen übelthaten auf eingehohlten raht und vernünftiges Bedenken Rechtsgelehrter zue recht erkant, daß peinlich beklagter Jude wegen solcher großen undt grausamen Laster und sonderlich, daß Er in seinen manbahren Jahren mit dem hellischen Geist dem Teufel Bündnüß gemacht, dem lebendigen Allmächtigen Gott abgeschwohren und deß Teufels mit leib und Seel zu seyn, angelobet und Versprochen, die Zeithero mit seinem Teufelischen Schaz ohnmenschliche und Sotomitische Unzucht getrieben, viel ohnschuldige arme Kinder von Gott ab, und dem Teufel zugeführet, und zuführen helffen Auch daß überdieses an Menschen und Viehe Morthaten und Böses verübet und verschiedentlich begangen, zur wohlverdienten straffe undt anderen zur Warnung auch einem abschewlichen Exempel mit dem Fewer vom Leben zum Tode gestraft undt zu Asche verbrennet werden solle; gestalten ermelter Jude dazu verurtheilet und verdammet und dem Nachrichter an der hierzu verordneten Gerichtsstelle die Execution zu vollziehen hiemit anbefohlen wirbt. Alles von Rechtswegen. Publicatum Bingenheimb den 17. May Anno 1660. Von besonderer Bedeutung und zur Beurtheilung der damaligen Verhältnisse sind die Aufzeichnungen des Schultheißen Schösser über die Einnahmen und Ausgaben bei den Hexen- proceffen. Die Aufzeichnungen beginnen erst mit dem Jahre 1658; sie folgen hier in der damaligen Orthographie.*) Vncosten, Vndt wo es hinkommen Ao 1658. Hirtz stangen Hauß ist Vor Meinen H. Balthasar Oberländern Gasthölter zu Bingenheim Verkauft worden, laut oblt- gation aufweist, vndt gnedtge fürstliche Herrschaft zu sich genohmen, daß gelt ahn Vndter schitlich Mahlen, ist vf die Handschrift geschriben, wie hoch es Verkauft daß Hauß, vndt waß darauf bezahlt, vndt Abgelegt, wirbt sich aufweisen. Nachrichtlich hiehero gesetzt, seindt zwey Brief vfgericht, Einen hatt Mein H. in der Cantzly, den anderen halt Baltsar Oberländer. p. Anno 1660. Seligmann Juden Hauß vndt Hoff Ahn statt Vncosten Gnediger Herrschaft zugefallen, worin der Falkenir wont, Nachrichtlich, Christen Metzen verkauft, Mein H. daß gelt Empfangen, der Kauffer qoitirt. Selben Mobiliar Verkaufft Vndt an die Vncosten Ver- want, vf obrigkeitlichen Befehl. Laut Außgab zu finden ist wo es hinkommen v: Verwant worbten. Nachrichtlich: Jhnnahm Geldt der Niddergesetzten Gefangenen Persohn, wie es Jngenohmen v: Nachgehent zu sehen, wo es hin kommen, den 14t. 8br 1658. Virtzig Rthr : H. Schulmeistern, wegen seines Sohn: Vatters Joh. Karpfen geliefert, vf Zwey Mahl. *) Diejenigen freundlichen Leser, welche sich aus den nachfolgenden, für Geschichtsforscher interessanten Aufzeichnungen nichts machen, werden gebeten, sogleich mit dem fünften Kapitel zu beginnen. - 227 - Dreysstg Rthr: Cuntz Wentzel, wegen seines Sohnes Marxen vf zwey Mahl geliefert. Christen Hauß: 000. Joachim Lang: 000. Zwölf Rthr: Hanß Wirth. Acht Rthr: Johannes Metz. Sechs Rchtsthr: Johann Adam Scheib. Mhr Rthr: Rolant Schütz. Sechß Rthr: Merten Weißmuth. Dreissig Mhr Rthr: virtzig alby: vihr Pfennig. Laut Specisi« cation Haußgerümpfel Auschwitzer Hauß. Verkauft ohne gelt gelöst, den 24t May 1658. Zwantzig Rthr: Andreas Kulmanns Wttb von Echtzel wegen Ihres Mannes Vncosten geliefert, So Ihr angesetzt wordten den 4t July 1659. Dreysstg Rthlr Soll Alten Johanneß Bellstein Wittib hinder lasienen zwey Döchter Erlegen, wegen Ihrer Mutter, Alß Solche Jnstificirt worden den 2t Xbr. 1659. NB. muß In acht genohmen werdten, ob sie etwaß Erhalten v: gantz lifern, Laut Beilsteins zettel. Außgab Geldt Vf Befelch bey Vncosten 1659. 1 fl. dem Strecker Botten Lohn vf Speier vorig Mahl geben als Er da gewest mit Schreiben. 16 fl. Doctor Gambsen zu Speyer mit Strecker geschickt, so ahn postgelt, vndt Seiner Mühe geschickt worden, vnder schitlichen außlagen den 1t Augusti 1659 vf Speier, 1 fl. aber Mahl Streckern vf Speyer zu Lohn geben, alß Er Schreiben hingetragen den Itn Ängste 1659. 4l/z fl. dem H. Rotario Geromias München Von Nidda zu Besichtigung des alten Seligmann Judens Hof, ein Instrument in tuplo vfgericht- Vndt mit Golt v- Silber zu berechnen Erst Mahls anfangs v. Ende den 2t Augusti 1659. 6 fl. H. Doctor Hünfelden zalt, daß Er H. Doctor Dissen« bach v: fein Sohn in seinem Hauß gehabt als die Commission in fach Sei: Juden deshalb alhier gewehsen- Juli eodem tie 1659. 11/2 fl. vor ein Maß Ohlig vor die Gefangenen v: Selig« 1 \ " mann Juden den Wachtern Vnderhant geben benj 2ten Augusti 1659. | '/, fl. vor 1: Maß Ohlig den Iten 7br 1659 > V, fl. vor 1: Maß Ohlig den 2ten 8br 1659 ( | - 16 alby vohr 1 Maaß Ohlig den Itn 9br 1659 I । — 16 alby vohr 1 Maaß Ohlig den 2tn Xb 1659 ] 8 Rthlr dem Botten von der Speyertschen Cammer geben Müssen, so daß Vrtheil wegen deß Juden Seligmanns bracht, der Frauen Doctrin mit Jacob dem Postbotten vf Frankfurth geschickt, In beysein H. Hofpredigers den 19tn Xbr 1659. , „ , 2 Rthlr H. Hofprediger, daß er die Pfarherrn bey Kulmann vndt alten Bellstein Wttb zwey Mal vnderschitlich gespeist, bey der Justifieation vffgangen den 2ten Xbr 1659. 2 Rthr 3 Köpfst. 8 alby. Meister Baltsars deß Wirths Wttb: vf Gericht gangen' vndt der Meister mit seinem gesindt damahls alß sie iust: worden verzehrt, vndt vfgangen laut Zettel den 2t Xbr 1659. Dieser Zettel ist noch vorhanden und lautet also: Meister Baltsars Zerungs Zettel so vfgangen, Alß Anna Beilstein Justificirt worden Anno 1659. 12 Köpfst. 8 alb. Betzahlt. Ver Zeichniß Desen was Ein Erbar Gericht alhir zu Bingenhb, damalen den 8tn Xbris diß 1659ten Jar, Alß Anna Bsilsteinsen justificirt wordten undt mehr nachfolgende Personen bey mir ver Zehrt haben. Erst!: Ein Erbar Gericht verzehrt an esien — 36 alb. Deren mit dem Schulthßn und glockner 12 Personen gewesen, Jedem 3 alb. gerechnet. Item: 33 Maß Bier darbey gelangt, jede Maß 1 alb., waren 33 alb. Item: Vf Hrn. Schultheißen Befehl dem Ausschuß gelangt — 30 maß bier — 3 Kopst. Item: M- Zacher vor effen und trinken — 2 Kopst. Item: der justificirten Pson, vor 1/2 Maß Wein und ein Maß Bier gelangt, war 9 alb. Suma 12 Köpfst. 8 alb. NB: ohne maß daß Gericht verzehrt vohr i Gertraud! Weil sich vfs rathhauß mit bringen lasen M. Baltsr Ober- beläust sich über 3 fl. 1 lander s. a. Aus diesem Verzeichniß, das einer modernen Hotelrechnung richt unähnlich sieht, geht hervor, daß die Hinrichtungen in damaliger Zeit nicht sehr tragisch genommen wurden. Denn nicht blos der Meister Henker und sein Gesinde aßen und tranken ganz reichlich, auch ein „Erbar Gericht" ließ es sich wohlschmecken und die Pfarrherrn vergaßen bei Hofpredigers nicht, was zur Leibesnahrung und Nothdurft gehört. (Fortsetzung folgt.) Werthers Schatten. Novelle von Carl Calsau. (Fortsetzung.) Als der alte Gröhlmann nach einigen Tagen dem wiedergenesenen Weither die ersten Veilchen auf die weiße Bettdecke legte und dabet die Thränen zurückdrängke, fragte Werther: „Woher hat Er sie, Gröhlmann?" „Am Zaun im Garten blühen Hunderte, Herr Doctor I" „Hm, trete Er näher, Gröhlmann." Der Alte gehorchte. „Wo ist die Mutter jetzt?" „In der Küche, Herr Doctor!" „Ist sie sehr traurig?" „Na und ob! Vor Sorgen um den Herrn Doctor ist sie selbst krank!" Werther flüsterte: „Treues Mutterherz! Das Schwert ist auch Dir durch die Seele gedrungen? — Und der Vater, Gröhlmann?" „Ist auf dem Rathhause, als Vertreter der Stadt-Inter« effen, Herr Doctor! Das Geschäft geht zum 1. April in andere Hände über!" „Was Er sagt! Das ist gut! Wir ziehen also fort?" „So sagten der Herr Chef!" Werther schwieg jetzt einen Augenblick und betrachtete wehmüthig die Veilchen. „Was ich sagen wollte, Gröhlmann, ich bin wohl lange krank gewesen?" „Leider, leider, Herr Doctor; wir schreiben heute den 23. März." „Den 23. März? Mein Gott! Und im Nachbarhause? — Er versteht doch?" Gröhlmann sah ihn scheu an, aber Werther lächelte: „Sag' Er nur alles; ich bin gefaßt und stark; wissen muß ich's ja doch einmal!" Gröhlmann traute sich noch nicht recht: „Ja, du lieber Herrgott, Herr Doctor —I" „Nun, schieße Er nur los!" Da erfuhr er denn, daß die Trauung Pauls und Lauras am 2. Januar in aller Stille stattgefunden und daß die Frau Amtmann auf Hennigstedt sehr leidend sei. Anfang März habe denn auch Herr.Reißner, jetzt Advocat in Harpstedt, mit Sophie Hochzeit gehalten- Der Herr Doctor habe aber das alles noch nicht wissen sollen. Werther hörte es mit Ruhe an und bat darauf: „Geb'Er mir Schreibzeug, Gröhlmann!" Der Alte that's, ging dann aber in die Küche und berichtete Frau Helbig alles. Die kleine lebendige Frau war mager und blaß geworden. Besorgung. VII. Doctor Kugler hatte aber leider nicht recht behalten. Werthers Befinden ward von Tag zu Tag wieder schlechter und der Gebrauch eines Bades nothwendig. Die Eltern begleiteten den theuren Sohn nach dem eben entdeckten Bade Lippfpringe, dessen Wassern man besonders Brustkranken gegenüber große Heilkraft zusprach. Strenge hielt Werthers Vater auf Durchführung des Kurreglements und das half. In der Zwischenzeit hatte ein Vetter der Grafen von Falkenberg mit Werther Verhandlungen angeknüpft und diese endeten damit, daß der junge Doctor die Rentamtmannsstelle zu Arn- bürg zum 1. October definitiv acceptirte. Neuer Lebenemuth fing an, die Brust des schwergeprüften Werther zu schwellen, und eines Tages gestand er der Mutter: „Ich dachte nicht, Mütterchen, daß ich es so gut überstanden hätte I Ich habe mir aber vorgenommen, sie nie wieder zu sehen; ihr Anblick, glaube ich, würde alles Errungene über den Haufen stoßen I" So verging der Sommer und Ende August schickte der Brunnenarzt den Patienten zur Nachkur in das Seebad Norderney. Adrian Helbig dachte mit seiner Frau, daß Werther so gut als geheilt wohl die Reise nach Norderney allein unternehmen könne; nur der alte Gröhlmann sollte bei ihm bleiben und ihm Gesellschaft leisten. Sie selbst dagegen wollten heim und alles zur Uebersiedelung nach Arnburg bereit machen. In diesen Plan stimmte Werther ein und nahm herzlichen Abschied von den Eltern. In dieser Zeit traf ein Brief Reißners an Werther ein, welchen wir hier mittheilen: „Mein lieber, guter Werther I Wenn mich die vielen Advokaturgeschäfte nicht neben den Reizen meiner kleinen lieben Sophie festhielten, wäre ich längst bei Dir gewesen, aber so geht es wirklich nicht. Du scheinst nach allem, was Du mir letzthin mit- theiltest, die Sache doch besser zu überwinden, als ich dachte. Sophie hat mir den Brief, den Du damals an Herrn Woland geschrieben, als ein Souvenier an Dich überlassen- Darin fällt mir auf, was Du über Goethe sagst, indem Du sein Leben in dulci jubilo tadelst, weil er vergessen wollte. Wenn ein so großer Geist sich also über seine erste Liebe Hinwegsetzen konnte, sollten wir Kleineren cs denn nicht auch ohne Gewiffensskrupel können? Du wirst gut thun, zunächst einmal wieder mit dem Strome des Lebens zu schwimmen, und wenn Du den Gleichmuth der Stoiker wiedergefunden, Dich unter den Töchtern des Landes umzusehen. Dem Menschen soll unter Umständen mehr als einmal der Lenz der Liebe blühen können, sagen sie alle. Und nun hoffe ich, Dich bald in alter Gesundheit an mein Herz zu drücken! Lebe wohl und befolge den Rath Deines treuen Freundes Doctor Reißner." Auf Gröhlmann« Bericht zupfte sie an der Haube und meinte dann: „Gott fei Dank, nun wird er's wohl überwinden!" Der Brief, den Werther jetzt schrieb, war an den Herrn Amtmann Busch auf Hennigstedt gerichtet und lautete: „Schwalbheim, den 23. März 1785. Lieber Freund Paul! Indem ich nach überstandener Krankheit zu Deiner Verbindung mit Laura meine herzlichsten Glückwünsche bei- steure, bitte ich, die Vergangenheit zu vergessen und mir Eure Freundschaft bewahren zu wollen. Möget ihr Beide recht, recht glücklich werden, wie ihr es ja auch verdienet! Wir Menschen sind nur Bälle auf dem Billard des Schicksals; wie sie geschoben «erden, so lausen sie. Vergebt mir meine Heftigkeit in meinem Schmerze und bleibt gut Eurem Werther Helbig." Er adresstrte das Schreiben und gab es Gröhlmann zur Werther schüttelte nach der Seetüte des Briefes den Kopf und meinte: „Mir blüht kein Lebenslenz mehr, Reißner 1 Ja, wenn ich wie die Anderen wäre!" (Fortsetzung folgt.) Die Kücken wollen nur trockenes, festes Körnerfutter — unvergleichlich mit allem Anderen ist geschälte Hirse oder Bruchreis — und nur reines Wasser zum Trinken haben. Das Fehlerhafteste ist da» auf dem Lande so sehr beliebte Füttern von sauren Brodkrumen, wonach die armen Thierchen ost sterben. Mit einem Pfund Bruchreis, welches etwa 13 Pfg. kostet, füttert man eine kleine Schaar von neun Hühnchen die ganze erste Woche. * Um stets große Johannisbeeren zu erhalten, ist es eine Hauptsache, immer junge Pflanzen nachzuziehen, weil alte Sträucher kleinere Früchte liefern. Das Begießen mit Rindsblut ist von großem Einfluß, noch mehr die Veredelung großer Sorten, und wenn es mit Reisern der Sorte auf sich selbst ist, da jede Pfropfstelle oberhalb die Früchte vergrößert. Veredelte Johannisbeeren tragen auch mehr. ♦ Pstanzenkrankheit. Die gewöhnlichste Krankheit bei Zimmerpflanzen ist die Wurzelfäule. Sie entsteht hauptsächlich durch fehlerhaftes Begießen. Umpflanzen und Beschneiden der kranken Wurzel, regelmäßiges, vorsichtiges Begießen mit lauwarmem Wasser sind die Mittel dagegen. Die bekannten Blatt- und Schildläuse, die schwarze Fliege (ein kaum sichtbares schwarzes Pünktchen) und die rothe Spinne sind weitere Feinde. Man vertreibt sie am besten durch häufiges Abwaschen mit Seifen- oder Tabakswasser, oder mit reichlicher Bestreuung durch Jnsectenpulver. Man begieße die Hauspflanzen nur dann, wenn die Oberfläche der Erde in Töpfen trocken erscheint. Ein zu reichliches und häufiges Begießen ist ein Erzeuger der Wurzelfäule. Drei Mtten. Zertritt das Blümlein nicht mit hartem Fuß, Das dort den Rand des Wegs bescheiden ziert! Es bringt vom Frühling Dir den ersten Gruß, Wenn Dich Dein Weg an ihm vorüberführt. Es schaut Dich an mit holdem Unschuldsblick, Es fleht zu Dir sein Blumenangesicht: „Rur wenig Tage dauert ja mein Glück, Ob bitte, Mensch, zertritt, zertritt mich nicht!" Verscheuch' das Vöglein nicht, das dort am Hain Sein Nestlein baut mit Fleiß und emf'gen Müh'n. Es will ja auch sich seines Daseins freu’« Und seine junge Brut d’rin groß erzieh'«. Wohl strömt sein Lied frohlockend aus der Brust; Doch jeder Ton spricht flehend auch das Wort: „O gönne, Mensch, — gönn' mir die kurze Lust! Nur wenig Wochen noch, dann zieh' ich fort!" O störet nicht der Kindheit frohes Spiel! Laßt sie genießen doch die sel'ge Zeit! Der Kindheit gold'ne Tage sind nicht viel. Und ach! Der Ernst des Lebens liegt nicht weit- Ein jeder Jubelton aus Kindesmund Sei eine Bitte an uns allzumal: „O gönnt der Kindheit gern die frohe Stund'! Des Lebens Mai, er blüht ja nur einmal!" Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Thr. Pietsch) in Gießen.