Ankerhaltungsblatt z»»n Siebener Anzeige» (Seneral-Anzeiger) -^NZLMWWZM äs?>!jp!'-la-!L’fc ^WSMHNMlÄMWNk ^ÄTMMraWAM l > A-fcifeffar L ■.SBSR* Dienstag, den 18. September. (Fortsetzung.) Der gute und arglose Professor ahnte nicht, welche schänd, liche Jntrigue bereits gegen ihn und seine reine und edle Liebe zu Carola in Vorbereitung war, als er an diesem Abend nach Hause ging, wenn ihm auch das plötzliche Zusammenschrecken des Directors Pohlmann vor seinem Blicke sehr räthselhaft vorkam. Der Bankdirector spielte inzwischen die Rolle, welche er sich durch die verhängnißvolle Zusage an seinen College« Hillessen selbst auferlegt hatte. Auf die wiederholten Fragen seiner Frau, ob er sich ernstlich krank fühle und ob es nicht besser sei, daß noch an diesem Abend nach dem Arzt geschickt werde, erklärte Pohlmann, daß ibm kein Arzt helfen könne, daß sein Leiden viel mehr ein seelisches als ein körperliches sei und daß er durch die Verhältnisse in ein furchtbares Dilemma gedrängt worden sei. Er könne eine Entscheidung treffen,, wie er wolle, so würde es doch immer böse Folgen haben. Diese seltsamen und Besorgniß erregenden Mittheilungen der Gatten weckten natürlich in hohem Grade Frau Pohl- manns Theilnahme und Wißbegier und sie begehrte Ausschluß über den Zwiespalt und die Sorge, die sich ihres Manner Gemüth bemächtigt hatte. Eine Zeit lang starrte der auf dem Sopha seines Schlafzimmers sitzende Bankdirector vor sich hin und brachte kein im ^er Lippen, es schien, als ob er ihm Mühe koste, em Geständniß zu machen und einen Entschluß zu fassen, dann raffte er sich aber seufzend auf und sagte zu seiner Frau: »Da Du mir von allen Menschen am nächsten auf dieser Welt stehst, liebe Minna, so muß ich Dir auch zuerst sagen, welche Hwere Sorge mich bedrückt und welches Unhsil uns droht. Die Central-Commerzbank befindet sich infolge großer Verluste, die wir vor längerer Zeit erlitten, in einer schweren Krisis. Verschärft wurde die Krisis noch durch den Tod Rustans und sehr schwer war es, einen geeigneten Ersatzmann für Rustan unter diesen Umständen zu finden, denn es galt vor allen Dingen, die Verluste der Bank zu verdecken, das Ansehen und den großen Credit derselben zu wahren, und einen tüchtigen Finanzmann zu gewinnen, der mit mir energische Versuche zu machen bereit war, um die Bank zu retien. In dieser Hin- M ist mir nun viel gelungen, ich habe, nicht ohne Mühe und Wagniß, in Herrn Hillessen einen äußerst tüchtigen und ge- ! In den Fesseln der Schuld Criminal-Novelle von C. Sturm. wandten Mitarbeiter gefunden, und die Verhältnisse der Bank haben sich bereits wesentlich gebessert. Aber denke Dir dar Unglück, welches mir bevorsteht. Hillessen hat mir heute er- klärt, daß seine Liebe zu unserer Tochter Carola so mächtig in ihm sei, daß sie ihm die Seelenruhe raube, und daß er unbedingt nicht ertragen könne, daß Carola den Professor Galen heirathe. Auch müsse er unbedingt seinen Posten als zweiter Director der Central-Commerzbank niederlegen, wenn seine Werbung um Carola kein Gehör finde, denn in diesem Zustande sei er ganz unfähig, von früh bis Abends für die Bank so zu arbeiten, zu sorgen und zu wetten und zu wagen, wie es nöthig sei. Auch fühle er gar keine Verpflichtung in sich, unter diesen Verhältnissen seine Arbeit, seine Capitalien und seinen großen Ruf als Finanzmann für die Rettung der Bank einzusetzen, und Lust und Neigung habe er erst recht nicht mehr dazu. Dies würde sich aber mit einem Schlage ändern, wenn er unser Schwiegersohn werden und Carola zur Frau bekommen könnte. Dann wäre sein Herz und Gemüth befriedigt, dann athmete er glücklich auf und unser und sein Interesse wäre dasselbe. Was meinst Du nun zu dieser schweren Frage, Minna? Das Bleiben Hillessens als Director der Bank ist für mich und für die Central-Commerzbank soviel wie eine Lebensfrage, aber die Aufhebung der Verlobung Carolas mit dem Professor Galen droht ein Familienunglück zu werden." Statt einer Antwort hörte Pohlmann seine Frau nur heftig schluchzen, denn vor einen solchen Conflict gestellt, wußte Frau Pohlmann tatsächlich nicht, welcher Weg einzuschlagen sei. Auch galt ih^oas Glück der geliebten Tochter an der Seite des Professors Galen für viel zu wichtig, als daß sie den Gedanken hätte aussprechen mögen, daß Carolas Verlobung aufgehoben werden sollte. „Bitte, antworte, rathe mir doch!" begann aber Pohlmann ibald von Neuem. „Ich muß eine Entscheidung treffen und will Deine Ansicht über diese schwierige Frage hören." „Ich kann Dir nur sagen, daß ich es nicht über mein Mutterherz bringe," erklärte nun Frau Pohlmann unter Thränen, „zu Carola zu sagen: Du darfst den Professor Galen, den Du von ganzer Seele liebst und der bereits Dein Bräutigam ist, nicht heirathen, sondern Du mußt verzichten, weil es nöthig ist, daß Du auf den Wunsch Deines Vaters den Bankdirector Hillessen heirathest." „Ich bitte Dich dringend, in dieser Frage nicht nur mit Carolas Glück zu rechnen, sondern daran zu denken, daß unser Wohl und unsere Ehre im höchsten Grade dabei auf dem Spiele steht. Ich will Dich nicht in Einzelheiten einweihen, liebe Frau, aber das muß ich Dir rundweg erklären, daß, - 484 - falls Carola nicht bereit ist, ihr Herzensglück zu opfern, ich, | Bernhard, und versuche Dich r» beruhigen, Deins Nerven find !h. Bat« md »ein Nam, mit Schimpf «ad S4««be »nter- »,-KA ***.■ 4 ge^en wer • gekommen und bist Du so plötz- I Am andern Tage war ein großes Unheil über die Pohl- US in'sVerderben gegangen, ^Bernhard?" frug die gequälte I mann'sche Familie hereingebrochsn. Der Director Pohlmann Frau mit jammervoller Stimme und richtete ihre mit Entsetzen I war vor Aufregung, Sorgen und Gewiffensbiffen wirUrch m »rfüffton Annen auf den bisher so hoch geehrten Gatten. I ein schweres Fieber gefallen und Frau Pohlmann, welche den vermochte den vorwurfsvoll?«, fragenden Blick Gemüthszustand ihres Mannes Das Verhängniß ist über mein'geschäftliches Bemühen herein- I Carola zuzumuthen, daß sie dem gckiebteni und^verehrteniBräu- mitNusiansiLon vor .Fahr und Tag an- I tigam die versprochene Treue breche und als Opfer für die fing durch Börsenspiel und gewagte Speculationen die Ein- I Rettung des Vaters und der Familienehre des ungelieb^n BiSESSsES iS»«« MWNMMWWWU-M GWZMZW WstZMLDSS MZM--E 'Ä,?n Ä 3 Ä Ä« «nb ich b«f A Ubenb nie luste wieder allmählig auszugleichen. Messen ist auch nicht | u-tedersehenl bes edlen »ä FFFääSä ä F-auglMich I» mato, « wirb fie «uf bat«*” l«»en «l um I« ILfa* oose retten ÄtSÄSffi ,'fM“ ?ÄÄ ä nur noch L« Pohlmann. Sonde.« des Herzens bringen und statt aus Liebe aus Verstand hei- | und Erschließungen. mrufeffat so Äfft un«bSeÄ Sfir leid denn iS weiß wie sehr sie Profesior Galen, diesen I jetzt sogar mit erhobener Stimme, sodaß Galen förmlich zurück prächtigen Mann liebt, aber ein eiserner Zwang nöthigt mich, I taumelte und mit einem Jammer^nd Hohn zug^ ch «och feine »«.wo., oon feiner weinenden Frau, bis diese schließlich doch mehr und mehr von I ich da nicht um einige nähere Erklärungen bitten, wtthal SftÄifrK We, 8*t mürbe und We M«4e Wuns in untere« her»»«« Bqiehmg« es ihr möaliS iSisn, daß Carola vielleicht dem Vater, ja der I eingetreten Ist« , x «„.« .Mia« ffi’mi. »urW6«un8 *J£J£3 ÄÄ "Mu"w»u ZLI «Lft« - 485 - jedenfalls mein Mann schreiben, sobald er dazu im Stande ist. Auf jeden Fall kann ich Ihnen aber nur nochmals ver« sichern, daß meine jetzt schwer leidende Tochter nicht gerade in Todesgefahr schwebt, daß aber ihr Gemüthszustand und auch andere Gründe es nicht gestatten, daß Sie Carola sehen und sprechen." Professor Galen drang jetzt nicht mehr darauf, weitere Aufklärungen zu erhalten, sondern stumm und mit bitterem Gram in seinem edel geformten Antlitz stand er vor der Frau Bankdirector, ein tiefer Seufzer, der das ganze Weh seines Herzens verrieth, entrang sich hierauf noch seiner Brust, dann machte er eine tiefe Verbeugung vor der Dame des Hauses und ging. Glücklicher Weise war der Character des Profeffors Galen derartig groß und stark angelegt, daß ihn diese entsetzliche Enttäuschung und dieses räthselhaste Aufheben seiner Verlobung mit dem so innig geliebten Mädchen nicht ganz und gar zu Boden schmetterte. Aber es war ein Schlag, der des Professors Gemüths« leben doch auf das Tiefste erschütterte, der seinen Glauben an Menschenliebe und Menschentreue wankend machte und seinen ideal angelegten Geist in die Fesseln des Zweifels und der Schwarzseherei schlug. „Ja, die Menschen sind doch vorzugsweise schlecht und falsch und gerade dann am gefährlichsten, wenn sie uns erst lieb und gut erscheinen," murmelte die Stimme des plötzlich und mächtig erwachten Pessimismus jetzt in der Brust des Mannes, der bis vor einer Stunde noch alle Pessimisten verachtet und verspottet hatte. „Ja, .fte haben mich Alle ver- lassen, die erst so bereit waren, mir das Liebste und Schönste auf der ganzen Welt, eine geliebte Frau und ein trautes Heim, zu verschaffen," dachte der in seiner Seele so tief ge- quälte Galen. „Und wo ist denn Ernst Pohlmann, mein lieber, treuer Freund, den ich schon besaß, ehe ich das unglückselige Haus seines Vaters betrat?" hätte Galen laut aufrufen mögen, als er nun draußen vor der Pohlmann'schen Villa stand und mit düsterem Blick das Gebäude und den dazu gehörigen Garten anfchaute, dessen Anblick sonst einen wahren Jubel in seinem Herzen zu entzünden pflegte. Es war inzwischen Nacht geworden und eiligen Schrittes verschwand der unglückliche Mann auf der in diesem Stadt- theile noch spärlich beleuchteten Straße. Aber eine zweite Ge- ftalt folgte ihm wie ein Schatten, leise und fast unsichtbar. Der Professor wählte seinen Weg nicht durch die auch des Abends noch sehr belebten Straßen der Hauptstadt, sondern ging durch das sogenannte Villen- und Gartenviertel, und gewandt und lauernd wie ein Raubthier schlich sich die Gestalt immer noch hinter ihm her. Aber ahnungslos und auch ganz der gewöhnlichen Tagessorgen entrückt, nur seinen unendlichen Schmerz im Herzen empfindend, eilte Galen dahin. Jetzt schritt er am Ufer des tiefen Flusses entlang und kein Mensch schien in der Nähe zu fein. Da umkreiste den Professor auf einmal die düstere, verdächtige Gestalt, er erhielt einen surcht- boren Stoß und stürzte mit einem jähen Aufschrei in den Nuß. Der Verbrecher floh und keine rettende Hand war in »er Nähe, man hörte nur, wie der Unglückliche mit den Wellen des Flusses kämpfte. Und eine Weile darauf wurde es wieder ganz still. * * ♦ Am darauffolgenden Tage veränderte sich Vieles in der Pvhlmann'schen Villa. Carola, der die Mutter die Krankheit und das verhängnißvolle Unglück des Vaters in einer geeigneten Stunde anvertraut hatte, raffte sich zu einem heroischen ©ntfäjluffe auf. Sie erklärte, daß ihr Zustand sich wesentlich gebessert habe und daß sie den Vater sprechen müsse. Frau Pohlmann, die edle und großmüthige Seele der ^dchier richtig beurtheilend, ahnte, wie dieselbe plante und ließ Carola gewähren. Ernst und sehr bleich trat daher eine halbe Stunde später Carola vor das Krankenbett des Vaters, der mit heftig klopfendem Herzen der Tochter die Hand reichte. „Du bist sehr krank und sehr unglücklich, Papa," -sagte das bleiche Mädchen mit einer auffallenden Energie in ihrer Stimme, „aber wenn es in meiner Macht liegt, Dich wieder gesund und zufrieden zu machen und ein drohendes Verderben von Dir und uns fern zu halten, so soll es geschehen. Ich habe in letzter Nacht mit Gottes Hilfe überwinden gelernt und will mich in Alles das fügen, was Du für gut und notb- wendig hältst." Schluchzend sank sie dann dem Vater in die Arme und derselbe sagte von Rührung übermannt: „Unaussprechlichen Dank, Du gutes Mädchen! Es ist das größte Opfer, welches Du bringen kannst, ich weiß es wohl. Aber Du edle Seele willst auch Deinen Vater nicht elend und unsere Familie nicht an den Pranger gestellt sehen. Nie, nie werde ich vergess n. was Du für uns gethan hast." „Es ist gut, Papa, ich werde mein Loos tragen, wie es so manche Frau gethan hat und noch thun wird. Ich werde Herrn Hillessen, den ungeliebten Mann, auf Dein Geheiß hei- rathen, aber um Zweierlei muß ich bitten, erstens muß es Herrn Hillessen gesagt werden, daß ich ihn nicht aus Liebe heirathen kann, und daß es noch feine Aufgabe wäre, meine Zuneigung und Hochachtung zu gewinnen und daß ferner vor Ablauf eines vollen Jahres unsere Hochzeit nicht sein darf und daß unsere Verlobung demnach auch erst in einem halben Jahre bekannt zu geben ist." „Diese Wünsche sind Dir gewährt und Herr Hillessen wird auch nichts dagegen einzuwenden haben, da er ein viel zu kluger und gebildeter Mann ist, um nicht zu wissen, daß unter den ihm bekannt gewordenen Umständen von einer sofortigen Verlobung und baldigen Hochzeit keine Rede sein kann." „Ich danke Dir für diese Zusage," flüsterte Carola leise und verließ am Arme der inzwischen in das Krankenzimmer eingetretenen Mutter den leidenden Vater. Dieser fühlte sich in seinem kranken Gemüthsleben durch die Erklärung der Tochter wie umgewandelt, denn eine Centner- last von Sorge und Angst, Unruhe und Qual wälzte sich dadurch von seiner Brust. Erleichtert aihmete der Bankdirector auf und sein Zustand besserte sich von Minute zu Minute. Er klingelte dem Diener und ließ sich von demselben ein Glas Wein bringen, welches er mit Behagen trank und sich dadurch noch weiter gestärkt fühlte. Dann kam auch der Arzt und fand den Zustand des Herrn Bankdirectors wesentlich gebessert und dieser selbst meinte, daß ein kleiner Spaziergang in den Garten ihm wohl am schnellsten zur vollständigen Genesung verhelfen würde. Der Arzt hatte diesem Wunsche nichts entgegenzusetzen, wenn der Patient sich schon kräftig genug zu einem Gange in's Freie fühlte. Da dies der Fall war, fo kleidete sich Pohlmann mit Hilfe des Dieners rasch an, denn er lechzte nach frischer Luft und nach vollständiger Genesung und begab sich in den Garten. Dort traf er eine halbe Stunde später auch nochmals den Arzt, der ihm erklärte, daß in Carolas Zustand allerdings auch eine bedeutende Besserung eingetreten fei, daß aber das Fräulein noch einige Tage Schonung bedürfe und dann wegen ihrer sehr reizbaren Nerven ihr ein Kuraufenthalt im südlichen warmen Theil der Schweiz oder in Oberitalien anzurathen sei. Pohlmann stimmte diesem Vorschläge des Arztes bei und meinte, daß Carola vielleicht schon in acht bis zehn Tagen mit der Mutter in die Schweiz oder nach Oberitalien reifen könne- „Das gute Mädchen ist auch hauptsächlich aus Aufregung über meine plötzliche Erkrankung selbst krank geworden," fügte Pohlmann heuchlerisch hinzu, um dem Arzte gegenüber die wahre Ursache von Carolas Erkrankung zu verdecken, die nur ein Seelenleiden infolge der entsetzlichen Zumuthung, mit dem heiß und innig.geliebten Professor Galen zu brechen, war. Doch der Rath des Arztes stimmte ja ganz vortrefflich mit Pohlmanns Plane, Carola durch eine große Reife auf andere Gedanken zu bringen und das Bild des Profeffors Galen in ihrem Herzen erblassen zu machen. Ebenso paßte das Reiseproiect ganz ausgezeichnet zu Carolas dringendem Wunsche, erst nach einem Jchre in eine Verheirathung mit Hilleffen willigen zu wollen. So verzogen sich denn wieder die finsteren Wolken, die ein schweres Unheil auf Pohlmanns Haupt zu entladen drohten und er wurde in seinem Gemüthe wieder ruhiger. (Fortsetzung folgt.) GeinernnNtziges. Gute Berwerthrmg unreifer Aepfel. Für Obst» gartenbesttzer ist es oft sehr ärgerlich, wenn eine große Menge Aepfel unreif abfallen. Es sei daher darauf aufmerksam gemacht, daß bei der Zubereitung des sehr beliebten und sehr haltbaren Apfelgelees gerade die bei der Apfelgeleebereitung unreifen Aepfel eine weit größere Ausbeute geben als reife, das Fallobst läßt sich also auf diese Weise sehr gut verwerthen. Man wäscht die Aepfel gut, schneidet sie in 3 bis 4 Stücke, entfernt namentlich die wurmstichigen und faulen Stellen, schält sie aber nicht, weil gerade die Schale sehr viel zur Geleebildung beiträgt. Hierauf werden sie weich gekocht (etwa 2 Stunden) und dann 3 bis 4 Tage stehen gelasien. Man thut diese Masse dann in ein reines Leinentuch, welches man über einem größeren Gefäß aufhängt. Zunächst wird der Saft durch das eigene Gewicht herüusgepreßt, später kann man durch einiges Drücken nachhelfen. Der aufgefangene Saft wird durch langsames Kochen allmälig eingedickt, bis er ziemlich fest geworden ist, etwa wie Fleifchextract. Zucker kann man dabei je nach Geschmack zusetzen; sonstige Gewürze sind ziemlich überflüssig und vermindern nur den reinen aromatischen Geschmack. Man erhält etwa von 20 Liter Aepfel ein Liter feines Gelee. Dasselbe läßt sich im Haushalt, zu Brod, zu Mehlspeisen, sehr gut verwenden. ♦ ♦ ♦ Obstesstg für Haushaltungen. In einen großen steinernen Topf oder in ein Fäßchen wirst man die Abfälle des Obstes, sowie das Fallobst, worauf man kochendes Wasser soviel übergießt, daß es gerade darüber steht. Die nächsten Abfälle und das nächste Fallobst fügt man hinzu und gießt mehr Wasser auf, bis der Topf gefüllt ist. Bei warmem Wetter setzt man ihn, sorgfältig mit einem Tuche bedeckt, in die Sonne, bet kaltem Wetter in die Nähe eines Ofens oder Herdes. Weitere Zusätze sind nicht nothwendig. In 6 bis 8 Wochen ist das Wasser zu einem vortrefflichen, bernsteinfarbigen Essig geworden. ♦ * • Zur Kartoffelernte. Kaum werden die Blätter der Kartoffelbestände welk und gelb, so beginnen schon einzelne Landleute, die Knollen einzuernten. Sie wollen eben mit der Feldarbeit so rasch wie möglich fertig werden und diese Arbeit verrichten, wenn die Tage noch länger sind und keine starken Nachtfröste erwartet werden. Bei den frühen Kartoffelsorten mag die Frühaufnahme recht sein, aber nicht bei den späteren; | denn die Kartoffel, welche keine frühe Bestellung lieben, müssen Zeit zum Wachsen haben, um genügend und reichlich Knollen zu bilden. Bei einer zu kurzen Lebensdauer haben sie wohl Knollen gebildet, aber dieselben haben nicht den gehörigen Grad der Reife, sind wässerig, schwammig, die Zellhaut ist weich und sie sind gegen Fäulnißeinflüsse nicht genügend widerstandsfähig. Die Knollen haben, wenn ste in Mieten oder Kellern untergebracht werden, roeber ihren vollen Werth noch die genügende Haltbarkeit. Sie gehen zu leicht in Fäulniß über, oder werden im Innern „gläsern" oder seifenartig. Infolgedessen lassen sie sich schlecht kochen, sind wenig stärkehaltig und haben als Nahrungsmittel nicht den genügenden Werth. Als Handelswaare sind sie ebenfalls nicht zu empfehlen, weil sie durch Fäule int Winter große Verluste zeigen. Je länger man die Kartoffeln (soweit natürlich die Witterung es gestattet) in der Erde läßt, desto rauher, trockener, also auch gesunder, mehliger und widerstandsfähiger gegen Fäulniß werden sie. * e ♦ Sind Goldlack und Winter-Levkoyen hübsch herangewachsen, so ist es Zeit, dieselben in Töpfe zu pflanzen. Zeigen sich bei letzteren lange dünne Knospen, so können wir auf einfache Blumen schließen, und diese werfen wir fort. Fünf Zoll weite Töpfe werden für die meisten Exemplare genügen, und ist bei den ballenlosen Levkoyen das vorherige Eintauchen der Wurzeln in Lehmbrei anzurathen. Tüchtiges Angießen und die Ausstellung im Schatten befördert schnell das Einwurzeln. Später stellen wir die Töpfe in die volle Sonne. * * * Das billigste Reinigungsmittel für Thüren, Fensterrahmen, Fensterbretter und alle sonstigen Oelfarben- anstriche ist Quillayarindenwasser. Man hat bei der Verwendung desselben gar keine Seife nöthig, was um so vortheilhafter ist, da Seife stets den Oelanstrich angreift. Man reibt die Gegenstände einfach mit einem Flanell-Läppchen ab, spült mit reinem Wasser nach und trocknet dann gut mit einem sauberen Tuche nach. Auf 7 bis 8 Liter Wasser nimmt man für 20 Pfennig Quillayrrinde, thut sie in das kalte Wasser und läßt sie 24 Stunden ziehen. Die durchgeseihte Rinde kann von sparsamen Hausfrauen bei geringem Zusatz von frischer Rinde sehr gut noch einmal gebraucht werden. Vermischtes. Auch eine Frühlingsbetrachtung. „Ach Gott, letzt geht die dumm' Zeit wieder an! Sobald man sich nur a bisle z' lang int Wirthshaus aushält, ischt's glei wieder helliachter Tag!" ♦ * ♦ Immer derselbe. Ein Täufling hat einen silbernen Becher als Pathengeschenk erhalten, welcher von den Taufgästen besichtigt wird. Der Onkel des Täuflings, Student, wird aufgefordert, den Becher zu taxiren. Nach kurzer Besichtigung desselben sagt er mit überraschender Bestimmtheit: „Ich taxire höchstens ein Zehntel Liter." Vorsichtige Frage. Vater Veilchenthal, dem ein neuer Sprößling bescheert ist, fragt seinen fünfjährigen Sohn: „Nu? Wie gefällt Der denn Dein Brüderchen?" — Der junge Beilchenthal: „Müssen wer den behalten oder is es blos e Muster?" * ♦ ♦ Erkannt: Arzt: „Woraus schließen Sie denn eigentlich, daß Ihre Frau krank sei?" - „Nun, mein Gott, seit drei Monaten hat sie jede Woche mindestens eine tiefe Ohnmacht!" — „Aber guter Freund, ich sehe sie ja auch schon ein Vierteljahr in einer und derselben Toilette!" * * » Erklärlicher Muth. A.: „Sie, ich hab' dem Kerl die größten Grobheiten gesagt, obwohl er zweimal so stark ist, als ich, hab' ich mich doch nicht genirt." — B.: „Und das hat er sich gefallen lassen?" — A.: „Nein! Aber wie er recht grob hat werden wollen, hab' ich da» Telephon eingehängt und bin weggegangen!"-- ♦ ♦ Wohlmotivirt- Kunstfreund: „ Auf Ihrem Schlachtenbild tst Alles so verschwommen; man kann gar nichts unterscheiden!" — Maler: „Die Schlacht ist eben auch noch unentschieden!" — Redaktion: A. Schehda. — Druck und Verlag der B'cühl'schm Druckerei (Fr. Lhr. Pietsch) in Gießen. Un A die Mi! gesürcht Hillesset nuglhm erkrank! digen (? 9 IM Herr P er sah seine C c MX freudig nett vo erkundig alten 3i reite ei ziemlich „S erfahret Ste, da Emission Ich bin geschäfte Papiere eine seh «3 nach eh „denn 3 wir tnü viel ver! Geschäft von der leihen tl für die lf „A giebiger tinischen nach den ganz frei