Nnterchattrrirgsblatt jum Gi-tzenev Anzeigev (Gsnsval-Anzeigep) 1894. Samstag, den 17. Februar. Der Rosenhos. Novelle von C. Western. (Fortsetzung.) VII. Durch die Straßen der Städte, Vom Jammer gefolget, Schreitet das Unglück, — Lauernd umschleicht es Die Häuser der Menschen, Heute an dieser Pforte pocht es. Morgen an jener, Aber noch Keinen hat es verschont. Die unerwünschte Schmerzliche Botschaft, Früher oder später Bestellt es an jeder Schwelle, wo ein Lebendiger wohnt. Schiller. Joseph kehrte mit Mr. Shellock, der unter seiner Führung verschiedene Ausflüge gemacht, zurück nach Schwengau, da derselbe noch Schloß Hoch-Schwengau in Augenschein nehmen wollte. An der Oese aber mußten sie eine Weile Halt machen, da der Engländer erklärte, daß er sehr ermüdet sei. Er legte sich an dem Hang zum Ruhen nieder und Joseph leistete ihm Gesellschaft. Während dieser sich noch gegen den Schlaf wehrte, vernahm er plötzlich Geflüster dicht unter sich. Er hörte deutlich die Worte: „Rosenbauer Rache nehmen, Haus anzünden," aber die Stimme kannte er nicht. Rasch sprang Joseph auf und ging dem Schalle der Stimme nach. Er fand den Eingang zu einer Höhle, aus der die Stimme hervordrang. Die Höhle zu betreten, konnte jedoch Joseph nicht wagen, da er sich dann einem Ueberfalle ausgesetzt hättte. Inzwischen war es still in der Höhle geworden. Joseph überlegte, was in dieser heikeln Sache zu thun sei. Sollte er Mr. Shellock, der mit Revolvern versehen war, wecken, um vielleicht mit diesem vereint in die Höhle einzudringen? Was nützte dies aber, wenn die Höhle einen andern Ausgang hattte? Außerdem war jetzt Alles still. Jedenfalls sollte Mr. Shellock Alles wissen. Als nun dieser erwachte, theilte ihm Joseph die Beobachtung mit, worauf jener phlegmatisch bemerkte: „Schreibe Sie eine kleine Brief an der grobe Bauer, daß er sich hütet I" Den Rath fand Joseph gut. Mr. Shellock lieferte den Stift und ein Blatt aus seinem Notizbuche und Joseph schrieb die Meldung an den Rosenbauer darauf. Als sie nun bei ihrem Eintritt in Schwengau des Rosenbauers Gaisbuben trafen, händigte Joseph demselben den Zettel mit den Worten ein: „Gleich läufst Du zu Deinem Herrn und bringst ihm diesen Zettel; es hängt viel davon ab!" Der Bube betheuerte Eifer und Schnelligkeit und lief davon. Der Rosenbauer aber lachte, als er das Zettelchen las und sagte kopfschüttelnd: „Schon wieder etwas von Joseph! Es wird Niemand wagen, mir etwas Böses zuzufügen!" Dennoch schärfte er dann allen seinen Leuten die größte Wachsamkeit ein, ging auch selbst Abends spät noch in seinem Hofe von Raum zu Raum. So entdeckte man wirklich eines Abends einen Brand im Pferdestall und die Knechte schwuren darauf, daß sie den dunkelhäutigen Schuft, den Zigeuner, um den Hof hätten schleichen sehen- Der Bauer fluchte weidlich auf die ganze Bande dieser Landstreicher und empfahl nun seinem Gesinde die allergrößte Vorsicht- Es war einige Tage später, als ganz Schwengau zusammen- lief, um die fürstlichen Equipagen mit den in scharlachrothe Röcke gekleideten Vorreitern und den hinten ausstehenden Leibjägern zu sehen. Die drei Wagen voll besternter Herren in Ctvilanzügen und Uniform hielten zuerst vor dem Pfarrhause, fuhren dann langsam durch das Dorf und machten schließlich vor dem niedrigen Ropp'schen Häuschen Halt. Prinz Adalbert, der im vordersten Wagen saß, stieg mit Hilfe des schnellen Leibjägers, welcher vor mehreren Wochen Joseph durch seine Gelehrsamkeit den tiefsten Respect abge- nöthigt, aus und schritt auf die Hütte zu. Nur ein Herr im grauen Paletot und hohen Cylinder, des Prinzen Intendant, trat mit in die Hütte ein. Joseph war eben draußen hinter dem Häuschen im Walde und bemerkte von der Ankunft des Prinzen nichts. Mutter Anna fielen die Arme vor Schrecken am Leibe herunter, als die beiden vornehmen Herren in ihr Häuschen traten- Dennoch nöthigte sie die Gäste, in das saubere Stübchen einzutreten, knixte tief und fragte: „Womit kann ich den gnädigen Herren dienen? — Soll ich vielleicht meinen Sohn, den Joseph, rufen?" „Das ist nicht nöthig, liebe Frau," nahm hier der Prinz das Wort, „ich wollte nur heute die Mutter des wackeren Joseph Ropp sehen. Ich bin der Prinz Adalbert, von dem Ihnen Ihr Sohn wohl erzählt haben wird!" „Ach, diese Ehre, gnädigster Prinz!" sagte die alte Frau und machte wieder einen tiefen Knix. „Ich will gern Ihrem Sohn zu seinem Glücke verhelfen! Da nun der Rosenbauer seine Tochter nur einem Bauern 78 E^sündigst Dich an Gott I" sagte dann seine fromme Frau; „unser Herrgott wird uns doch nicht mehr auflegen^ als wir tragen können. ®ib Acht, Mann, er legt Dir noch Schwereres auf, damit Du ihn erkennen lernst I" , Dann brummte der Rosenbauer in den Bart und grng an seine Arbeit. Mehrere Tage seit dem Brande des Rosenhofes war« verflossen- Großen Schmerz über den Verlust Tonis empfände» noch der Rosenbauer, besten Frau und Loni, und kein» v», ihnen ahnte, auf welche seltsame Weise Toni aus den Hände» der Zigeuner errettet werden sollte- Denn merkwürdigerwerst sollte Mr. Shellock die Ursache der Entdeckung des geraubt« Knaben werden. t Wie schon mehrere Male, machte der Engländer auch M wieder Ausflüge in die Gegend des Küchel und schien bobet die Kost des dortigen Wirthshauses ganz exquisit zu finde»- Joseph mußte natürlich den Engländer auf seinen Ausflügen begleiten. £, , , Müde waren Beide eines Abends in das Wirthshaus zu« „Küchel" gekommen. Mr. Shellock redete gewöhnlich, tei» Wort, wenn er nicht mit Joseph ganz allein war, so daß Die Jäger, die heute im Küchel vollzählig versammelt waren uns es hoch hergehen ließen, auf den für halb verrückt gehalten seltsamen Engländer wenig Acht gaben, während sie sich Wj* eifrig unterhielten. Mr. Shellock verspeiste mit gutem Appem sein Abendbrod, rauchte darauf feine Cigarre und las da seine englische Zeitung, die ihm stets nachgeschickt ward, bekümmerte sich in der That wenig um die Herren Jäger, zuletzt bis auf zwei schwer bezecht fortstolperten- (Fortsetzung folgt.) Aber schon in der nächsten Nacht kam ein neues Unglück in der Gestalt des tückischen Zigeuners Gigo über den Rosenhof. Leise hatte der Zigeuner sich bei der allmälig nachgelaste- nen Wachsamkeit des Gesindes bis an die Scheune des Rosen- Hofes schleichen können und in der dunklen Mitternachtsstunde flammte es dort plötzlich mehrere Male hell auf. Kurze Zeit nachher fchrie man im ganzen Dorfe: „Feuer, Feuer! Der Rosenhof brennt I" Während alle Bewohner des Rosenhofes beherzt nach der Scheune zum Löschen eilten, Bauer und Bäuerin, Knechte und Mägde, schlich eine dunkle Gestalt in das Wohnhaus. Es war Gigo. — Tonis Kammer hatte er längst erspäht; ein Knebel war dem Knaben schnell in den Mund gesteckt, seine Hände und Füße gefesselt und dann wurde der Knabe von dem Zigeuner mit Blitzeseile fortgeschleppt. Hell auf flammten Ställe, Scheuer, zuletzt das schöne Wohnhaus des Rosenhofes, Strassers Stolz und Freude. Das Vieh hatte man mit Mühe vor den Flammen gerettet, auch die schwere Eichentruhe mit dem Gelde des Rosenbauern. Da schrie der schwer heimgesuchte Mann plötzlich überlaut auf: „Mein Sohn, mein Toni!" — und stürmte wie ei» Rufender durch Feuer und Flammen in das Haus. Beherzte Männer folgten, fanden den Knaben aber nicht. Doch war das Bett, darin er gelegen, noch warm. Erleichtert eilten Alle hinaus in dem guten Glauben, der Knabe fei wohl draußen bei der Mutter. Al» er aber auch hier nicht gefunden ward, I da rief der Bauer, bald vor Wuth brüllend, bald vor Schnurz weinend, aus: „Toni, Toni, mein Kind!» Aber nur die Berge antworteten als Echo dem Rose«- bauer, als wollten sie ihn in feinem großen Unglück äffen. - Toni, des Rosenbauers Sohn, aber war und blieb verschwunden. Endlich berichtete der Dorfwächter, daß er gleich nach Ent- I stehung des Brandes einen in den Wald eilenden Zigeuner bemerkt habe, der eine Last getragen; er habe ihn aber nicht anhalten können. Nun war es ja klar, wo der Knabe ge- I blieben! Der Bauer erinnerte sich der harten Züchtigung Gigo» und - brach vor Angst, Zorn und Schmerz ohnmächtig zu- fammen. Als der arme Mann wieder zum Bewußtsein kam, war bereits Joseph mit den Nachbarn auf der Suche nach dem Knaben, aber keine Spur von demselben war zu finden. Vrv- I geblich war es, daß der Rosenbauer eine Belohnung von fünf- I hundert Gulden für die Wiederbringung des Kindes aussetzte I und daß die Landespolizei sich der Sache energisch annahm. | Niemand entdeckte den Aufenthalt des Kindes. Der Dornbauer machte ungeschickt genug eine trese Ver- I beugung und ging dann mit dem Intendanten fort. Der Prinz I aber gebot Mutter Anna tiefstes Schweigen, besonders gegen Joseph, über die Angelegenheit, nahm Abschied und stieg dann I in den Wagen, in welchem die beiden Herren des dritten Ge- fährt- mit Platz nahmen und mit dem Prinzen nach Hohen- I Schwengau fuhren, während der Intendant und der Dorn- I bauer in dem zweiten Wagen nach Fissen ablenkten. Joseph ahnte natürlich nichts von dem hochwichtigen Er- eigniß. Als er aus dem Walde zurückkehrte und in das Häuschen trat, sah man von fern nur noch die Staubwolken, welche die Wagen aufwirbelten. , . Am andern Tage kam aus Fissen em Verwalter nach dem Dornhofe und übernahm ganz in der Stille dre Leitung desselben; das Gesinde blieb, denn der neue Herr, versicherte der Verwalter, sei gut; dagegen ward dem ganzen Gesinde bei Strafe sofortiger Entlassung das Versprechen abgenommen, über den Wechsel der Herrschaft bis zum 15. Juli des Jahres fchwei- gen zu wollen. Ganz ebenfo ward der Dornbauer, welcher in der Stadt blieb, verpflichtet. Die ersten Julitage waren herangekommen. Auf viele Frosttage im März, April und Mai war eine gewaltige Dürre im Juni gefolgt. Der Rosenbauer sah außer seiner schönen Saat auch die ganze Weinernte durch Nachtfröste und Dürre zu Grunde gerichtet. Das war ein trostloser Anbuck für den stolzen Mann. Da ward eines Tages noch ein Unglück an- gemeldet; der Brunnen vor dem Thore des Rosenhofes war versiegt I - Entsetzen ergriff bet dieser Hiobspost den sonst so festen Rosenbauer; laut wehklagte er, als er das Unglück mit den eigenen Augen sah, und unwillkürlich mußte er an seine eigenen Worte denken: „Eher wird der Brunnen versiegen, ehe ich meine Tochter einem Knechte gebe!» Die Bäuerin hatte jetzt ihrem Manne gegenüber viel zu trösten und zu dulden; wenn sie auch auf die große Eichentruhe voll Werthpapiere, Gold und Silber hinwies, Martin Strasser jammerte stets über feine verdorbene Ernte und feinen versiegten Felsenbrunnen und hielt sich als ganz besonders von geben will, was bleibt uns dann anders übrig, als für den Joseph einen Bauernhof zu kaufen?» [ J , O, diese Güte, Herr Prinz!" stammelte die alte Frau. „Wie"sollen wir Ihnen das danken!» , Der Prinz lächelte und sagte: „Ihr Sohn hat ernst mehr für mich gethan, als ich für ihn thun kann. Er hat mir in Feindesland mit eigener Gefahr das Leben gerettet und dafür werde ich dem wackeren Manne wohl auch eine Wohlthat erweisen dürfen! — Herr Intendant, ist Alles besorgt? „Jawohl, Königliche Hoheit!» erwiderte dieser. , „Dann laßt den Dornbauer rufen!" befahl der Prrnz. Der Intendant eilte sogleich hinaus, um dem Lerbzäger den Auftrag zu geben. Währenddem unterhielt sich der Prrnz mit Mutter Anna auf das Leutseligste. Fünf Minuten fpäter stand der Dornbauer, den Hut vor- legen in der Hand hin und her drehend, vor dem Prrnzen rn der kleinen Stube der Mutter Ropp. „Wie hoch schätzt Ihr Euren Hof mit Allem, was dazu gehört?" frug der Prinz den Dornbauer. „Auf dreißigtaufend Gulden, Herr ! entgegnete dieser. , „Wollt Ihr mir den Hof für diefe Summe verkaufen? Aut^dan/fahrt sogleich mit, meinem Intendanten nach Fissen und macht die Sache vor entern Notar ab, das Gew erhaltet Ihr dort ebenfalls sofort! Gehabt Euch wohl, Herr Intendant, vergessen Sie die besonderen Bedmgungen nicht, die in den Kaufvertrag ausgenommen werden sollen. 79 Der Diamant. K ro M F WM W AM WBV Diamant (Demant, griech. u. lat. Adamas; siehe Abbildungen), Mineral aus der Ordnung der Metalloide, cristallisiert tesseral, meist in Oktaedern, Rhombendodekaedern und Achtundvierzigslächnern, sinder sich häufig in krumwflächigen, oft mehr oder weniger der Kugelform genäherten Formen, lose oder einzeln eingewachsen, selten derb in feinkörnigen porösen, braunschwarzen l Aggregaten (Karbonat).^ Er ist sehr spröde, auf dem Bruch muschelig, nach den Flächen des'Oktaeders ausgezeichnet spaltbar, vom spez. Gewicht 3,50"" 3/53 seiner großen Härte (lO)nurdemkristal- sierten Bor vergleichbar. Er fist farblos "und wasserhell, doch kommen auch graue, gelbe, braune, schwarze, rothe, grüne,°blaue Steine vor,-,« meist ist die Färbung in- deß hell, große Diamanten mit intensiverer Farbe sind selten, über die die Färbung hervorbringende Substanz ist nichts (bekannt. Der D. bricht das Licht sehr stark, und der Winkel der Totalreflexion ist deshalb sehr klein, dazu besitzt er ein großes Farbenzerstreuungsvermögen und diesen Eigen- schafterffverdankt er sein „Feuer" und Farbenspiel, welches indes erst bei passendem Schliff zu voller Geltung gelangt. D. ist in allen Lösungsmitteln unlöslich und sehr widerstandsfähig gegen chemische Agenzien,- er erträgt in sauer- ftofffreien Gasen sehr hohe Temperatur, ohne sich zu Luft seinen Wasserstoff verlor und endlich den Kohlenstoff kristallisiert abschied. In ähnlicher Weise entsteht Schwefel aus Schwefelwasserstoff Vielleicht entstand D. durch Reduction von Kohlensäuresalzen, am ivahr- fcheinlichsten bei Ausscheidung von Kohlenstoff aus geschmolzenem Eisen bei sehr hohem Druck. Für diese letztere Entstehung spricht vielleicht das Vorkommen von D. im Meteoreisen von Arizona. DasProb- lem, Diamanten künstlich darzustellen , hat die Chemikerseitlanger Zeit angelegentlich beschäftigt^ doch scheiterten alle Bemühungen daran, daß bis jetzt kein Lösungsmittel für Kohlenstoff aufgefunden werden konnte. Erst 1880 gelang es Hannah in Glasgow, auf die Weise zum Ziel zu gelangen, daß er Kohlenwasserstoffe mit Magnesium in Gegenwart einer stabilen Stickstoffverbindung unter sehr hohe« Druck erhitzte. Der hierbei sich auS- scheidende Kohlenstoff nimmt die verändern, wandelt sich aber schließlich in Graphit um und verbrennt, bei Zutritt der Luft erhitzt, zu Kohlensäure. C«. also aus Kohlenstoff (wie Graphit und Holzkohle) und hinterläßt nur eine geringe Menge unverbrennlicher Substanz. Viele Diamanten enthalten Einschlüsfe, Rutil, Titaneisen, Eisenglanz und andere Eisenerze, Klinochlor Topas (?), dendritische Formen, Schuppen und Splitter und in diesen nach dem Verbrennen des Diamanten ein feines, braunes und schwarzes Netzwerk mit sechsseitigen Maschen. Entstanden ist der D. vielleicht auf nassem Wege aus organischer Substanz, vielleicht aus einem Kohlenwasserstoff, welcherlei langsamer Verwesung an der Die grössten Diamanten. , .. Fig. 1. Grossmogul, 270 Karat. - Fig. 2 und 11. Regent oder Pitt, im franzö^isehen^^ Form des Dia- — Fig. 3 und 5. Florentiner, im Schatz des österreichischen Kaisers, 133/s K. Fig. u • manten an. und die Südens, aus Brasilien, in Privatbesitz, 125 K. - Fig. 6. Sancy, un Besitz de i russuehOTXaisM, 5^/» K. Manien an, unv vir Fig. 7. Grüner Diamant, im Grünen Gewölbe zu Dresden, 40 K. - Fig. 8. Kohinui, im englischeno erhaltenen krUMM- schatz, alte Form, 280 K.; Fig. 10. neue Form, mO^K-Jig. 9. Blauer Diamant, von Hope Amster stylen Oktaeder Lü stimmen in allen Eigenschaften mit den natürlichen Diamanten Er'besteht überein. Aus mit" Kohlenstoff gesättigtem Eisen soll nach ---- ') Moissan D. crystallissicren, wenn man das Eisen unter sehr- hohem Druck erkalten läßt. Der D. findet sich im District Bellarh in Ostindien in 80 Mdapkyr Fig. 1. Geologisches Profil der Kimberley-Mine. einem auf nassem Wege gebildeten pegmatitartigen Gestein inmitten von kristallinischen Gesteinen, welche als die ursprünglichen Lagerstätten zu betrachten sind. Die Diamantbrcceien, di» aus diesen Gesteinen entstanden sind, führen auch Quarz, Chaleedon, Korund, Epidot, Eisenerze re., bisweilen haben sie mehr sandsteinartigen Charakter. Am häufigsten findet sich der D. in Sanden, Gerollen und Schuttmassen der Flußbetten. In Indien liegen die Fundorte am Ostabfall des Dekhangebirges. Das Golkondaland, aus welchem die großen historischen Diamanten stammen, liefert heute nichts mehr, dagegen werden ausgebeutet die seeundären Lagerstätten von Cuddapah am Pennar, Banganbally, Sumphulpur am Goda- weri und besonders die der Pannagruppe bei Bandelkhand. Aehnlich ist das Vorkommen auf Borneo. In Brasilien findet sich D. im Jtakolumit (am Grammagoa), aber hier wohl ebensowenig auf primärer Lagerstätte wie in den Konglomeraten, Gerollen, Sanden und thonigen Massen, in denen er sonst überall in Brasilien auftritt. Olivinhaltige Gesteine scheinen die Muttergesteine zu sein. Begleiter des Diamanten sind hauptsächlich titanhaltige Mineralien, Quarz, Jaspis, Turmalin, Chrysoberyll, Eisenerze, viele Silikate, Gold, La- zulith, Psilomelan, Monazit, Dtterspat. Außer Minnas Geraes, der wichtigsten Fundstätte, findet sich D. auch in Sao Panlo, Goyaz, Matogrosso. In Westgriqualand in Südafrika liegt der diamantführende Boden auf der Karrooformation in kraterähnlichen Vertiefungen, die an die Maare der Eifel erinnern. Sie enthalten eine blaugraue Erde mit eckigen Bruchstücken verschiedener Gesteine. Vielleicht sind diese Vertiefungen als Krater und der „blue ground“ als Produet einer eiaen- thümllchen vul- kanischen Thä- tigkeit, welche der der Schlammvulkane analog ist, zu betrachten. Figur 1 zeigt die geologischen Verhältnisse der Diamantlagerstätte. Die Schichten, welche durch die vulkanische, jetzt mit blauem Grund angefüllte Spalte durch- brochen werden, sind von unten nach oben Blackshale 10 Karat. (Schluß folgt). Einfassen anderer Edelsteine. Die Figur 2 gibt das Gewicht der Steine von dargestellter Größe bei regelmäßigem Brillantschliff. 1 Karat. 2% Karat. 5 Karat. (schwarzer kohlenreicher Schiefer mit viel Eisenkiese m,, • tn welchen Gänge basaltischen Gesteins eindrinaen awS*' W«tl, ffltata,. Di- S.9«™gS™; ”Är' tft vollkommen horizontal. Die Kapdiamanten sind imÄ" ^nttt viel größer als die brasilischen und indische» ,,^ zeigen meist einen kaum merklichen Stich ins Gelbe h* kommen auch ganz weiße und bläuliche vor. Man o'eJZ fte letzt durch regelrechten Bergbau mit allen mafS Mitteln und sehr vollkommenen Waschvorrichtunge? Am Ural hat man Diamanten in den Goldseifen gefunden' ebenw w SSidorl« u„b R--I!idw-l-s. D-S V°rk-m!»-„ L L earolrna ist bedeutungslos. JCOrö= Die Aufsuchung der Diamanten (Diamantwäscherei) ist nne sehr kostspielige Arbeit. Die Kleinheit der allerme sten Diamanten macht in Verbindung mit der Seltenheit das A - waschen und sorgfältige Durchsuchen einer Menge Erde notb- wendlg. Indien wäscht man die diamantführende Erde ®anb unb ^on wegzuspülen, dann bringt man den Rückstand, welcher hauptsächlich aus kleinen Kieselsteinen und Eisensteinen besteht, auf eine festgestampfte Tenne, läßt ibn trocknen und schließlich die darin befindlichen Diamanten durch nackte Arbeiter unter schärfster Aufsicht aussuchen. Im Altertum wurden die Diamanten in ihrer natürlichen Form, jedoch mit künstlich polierten Flächen gefaßt und Sp'tzsteine genannt- seitdem aber Ludwig von Berquen 1456 die Kunst entdeckte, sie auf rotierenden Scheiben mit ihrem eigenen Pulver (Diamantbord, Boort) zu schleifen ihnen künstliche Flächen zu geben, durch welche ihre optischen Eigenschaften erst zu voller Geltung gelangen, sind die Dia- munten erst recht im Wert gestiegen. Man schleift sie haupt- sachlich zu Brillanten und Rosetten und benutzt die größeren für sich als Schmucksteine, die kleinsten zum Karmesieren, Fig. 2, GsineiirnÄtziges« „ Wege und Ernährung des Geflügels. Fast alle Kuchenreste, wie Fleisch- und Gemüse-Abfälle, Brodkrume und gekochte Kartoffel, möglichst verkleinert und mit Kleie, Getreideschrot oder Mehl gemischt, sind als Hühnerfutter verwend« bar. Auch die Abfallproducte der Molkerei lassen sich mit Vortheil als solches verwerthen. ♦ ♦ Anstrich für feuchte Souterrainräume. Gegen feuchte und moderig gewordene Mauern benutzt man in neuester Zeit folgenden Anstrich mit Erfolg: 93 Thetle gepulverten Backstein und 7 Theile Bleiglätte werden mit einer genügenden Menge Leinöl verrührt. Beide Theile sind getrennt zu pul« verifiren, dann zusammen zu mischen und mit dem Leinöl in eine Art Teig zu verarbeiten. Die auf die Wände gebrachte Masse erhärtet nach 3-4 Tagen und läßt dann keine Feuchtigkeit mehr hindurchtreten. Kartoffel in der Buttersauce. Schäle große Kar- toffel und schneide runde Scheiben in eine Buttersauce und dämpfe sie weich; ist es halb fertig, thut man fein gewiegte Petersilie daran und etwas Muskat, Pfeffer und Salz. Vermischtes. Unnöthige Besorgniß. Michel (der sich mit seinem Weibe photographiren läßt): „Du, Alte, jetzt duck' Di' nur recht klein z'samm', damit er uns als a. Ganzer einibringt!" EinGrobian. Dame* „Ach, das Militär übte von leger einen Reiz auf mich aus I Schon als kleines Mädchen sah ich gerne den militärischen Schießübungen zu!" — Herr: „Ja, war denn das Schießpulver damals schon erfunden?" Gut parirt. Weinwirth: „Ihre Nase oxydirt ja ordentlich, Herr Süffle I" — Gast: „Kein Wunder, wenn Sie einen solchen Sauerstoff vorsetzen!" * * Aufrichtig. Gerichtspräsident: „Zeuge, sind Sie nicht derselbe Schulze, der vor vier Jahren bei dem Bankier Silbermann die viertausend Mark gestohlen hat?" — Zeuge: „Bebaute sehr, nein!" ♦ ♦ Aus Ueberzeugung.* „Müller, Sie sind ja schon wieder betrunken; können Sie sich denn gar nicht beherrschen?" — „Beherrschen? - Nee, ick bin Anarchist!" Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. rr Int zu Wo Ohr Höri eine „S, Sch und nich troj ■ernt kein dan sein Hai Ru! zur Wo den die erst