denselben e vorher einsblase m bleibt, und des« ns halbe ebenfalls Zucker, besonders i irdenen gemäßig- md dann iis circa fen nicht i werden Zöchendem und fest t dichtem rbunden. hen wer« entfernt, atz oder und auf besonders ter fort- st es sich mn etwa r Kruste Scheiben Vorrath emahren, s weniger mn oben« isgesteint, eschnitten if Tassen i Nelken, dies lau« : schüttelt ingekocht, rschlossen. Kirschen, ,em circa r Wärme ine halbe gibt (eo. m guten eihnachts« deßwegen zeigend): :afct." — ir meines eut war, leute erst sein, um 1894. Nr. 69. Samstag, dm 16. Juni. -Anzeiger) mit unaussprechlichem Glücksgefühl den Morgenimbiß genoffen, schaute der Hexenrichter Caspari mißmuthig in das von Eis- rauch verschleierte Horloffthal. Die Magd kam und brachte den Morgentrank. „Wo ist der Kanzleidiener?" herrschte der Gestrenge die Dienerin an. „Hat sich noch nicht blicken lassen, gestrenger Herr Com« missarius, kann es auch nicht." „Nicht? Was hindert ihn?" „Das Schloß ist noch abgesperrt, Niemand kann herein, oder heraus." „Geh' hin zur Wache, der Feldweibel soll sofort hierher kommen; es ist gut, daß er scharfe Controls und gute Wache hielt." Die Magd eilte weg, Caspari setzte sich zum Frühstück. Kaum hatte er einige Bissen genossen, als die Magd wieder, an allen Gliedern zitternd und mit bleichen, verstörten Mienen hereinstürzte. „Herr, kommet hinab, im Wachthause sieht es greulich aus!" stieß die Person hervor. „Die Männer liegen die Kreuz und Quer im Wachtzimmer; drei Unholde flattern darin herum, so groß wie Raben, und — und — da schlug ich die Thüre zu — und — eilte davon." Der Commiffarius stürzte nach dem Wachthause. Vor« sichtig schaute er zuerst durch das Fenster. Was die Person erzählte, bestätigte sich, sogar das Umherflattern von unheimlichen Thieren. Der Richter ergriff einen Pflasterstein und zertrümmerte das Wachtfenster; in dem Wachtraume regte sich nichts. Plötzlich surrte eine große Fledermaus durch die entstandene Oeffnung, stieg in die Luft und fiel über die Schloß« mauer in den Wallgraben hinab. Caspari wich scheu zurück. Ein zweites und drittes Flatterthier folgte. Eiskalt rieselte es dem Hexenrichter über den Rücken. Aberglaube und Feigheit verließen ihn nie. „ „Der Kerkermeister muß den Gefangenen Wasser und Brod bringen, er soll untersuchen, was in dem Wachthause vorgtng, in die Höhle wage ich mich nicht." Die Wohnung des Kerkermeisters war verschlossen. Caspari rief sein Dienstpersonal zusammen. Alle herrschaftlichen Diener, Kutscher und Lakaien, in einem Worte: die ganze Hofhaltung war mit der fürstlichen Familie nach Homburg übergezogen; dies der Grund, weshalb so wenige Personen im Schlosse anwesend und weshalb der Commissarius die Wachen verdreifachen ließ. — Das Klopfen, Rütteln und Rufen an der Kerkermeisterswohnung blieb erfolglos. Dem Richter, dem es vorhin eisig kalt geworden, als er die Flatterthiere in die Lüfte steigen sah, wurde es jetzt glühend heiß. (Forkfetzung.) Als der junge Tag graute, standen Bardenstein und Sibille an der Pforte der Ronneburg. Die Zugbrücke war aufgezogen. Das Weib des Pförtners schaute neugierig durch das Guckloch am Thor. „Wer seid Ihr und was wollt Ihr?" rief das Weib. „Wir kommen aus dem Hessischen und suchen Schutz und Unterschlupf bei Euch, es soll Euer Schade nicht sein," rief Bardenstein, wobei er ein großes Silberstück zeigte. Die Alte zog sich zurück und trieb den Pförtner aus dem Lager, damit er zusehe, was zu machen sei. Der beschaute sich das Paar und gedieh zu dem Entschlüsse, es einzulassen. Die Knechte kamen herbei und lösten die Ketten der Brücke, daß sie rauschend herniederging. Bardenstein und Sibille überschritten die Brücke, welche alsbald wieder aufgezogen wurde. „Seid bedankt, Pförtner," sprach der Rentmeister; „hier ist ein Reichsthaler und da Ihr Knechte hälfet, bekommt Jeder einige Albus " Die Beschenkten zogen sich vergnügt zurück. „Wollt Ihr für eine warme Morgensuppe sorgen?" fragte Bardenstein die Alte. „Ei ja, für so ein stattlich Paar ist mir keine Arbeit zu viel," schmunzelte die Thorwächterin und eilte nach der Küche: „Gerettet I" jubelten die Glücklichen. „Wie wird es Justinen ergehen?" sprach Sibille, indem sie den Hals des Geliebten umklammerte. „Der Lenker der Menschenschicksale wird sie segnen für das, was sie an uns that," war die Antwort.-- Justine saß noch einige Zeit neben dem Ofen; dann erhob sie sich und versuchte zu schlafen, aber es war ihr unmöglich. „Was Denen da unten Ruhe brachte," sagte sie, „kann auch mir frommen. Der Hexenrichter wird keinen Verdacht auf uns werfen, wenn er uns betäubt findet." — Sie nahm einige Tropfen, zuvor beseitigte sie das Fläschchen. Nach wenigen Minuten fühlte sie die Wirkung des Trankes und fiel in schwere Betäubung. Zwölftes Kapitel. Zu derselben Stunde, da Bardenstsin und Sibille oder wie sie sich jetzt nannten: Gerhardt und Margarethe, von den gewcütigen Mauern der uneinnehmbaren Ronneburg geschützt, Die Hexe von Bingenheim Von Gg. Schäfer. Mit Hülfe von Axt und Stemmeisen sprengte er die morsche Thüre der kleinen Wohnung. „Geht hinauf, weckt den Kerkermeister und seine buckelige Tochter, sie sollen sofort vor mir erscheinen," rief der Hoch» mögende. Widerwillig gehorchten die Mägde. Nach einigen Minuten kamen sie zurück und berichteten mit bleichen Gesichtern: „Der Kerkermeister und seine Tochter liegen halbtodt in ihren Betten; sie athmen noch, aber das Wecken und Rütteln hat nichts geholfen." „Das geht nicht mit rechten Dingen zu!" knurrte der Hexenrichter. „Hab' ich's Euch nicht schon vorhin gesagt, gestrenger Herr!" fiel die erste Dienstmagd ein. „Die greulichen Unthiere in der Wachtstube haben das ganze Schloß verhext, wie könnten sonst die wachsamsten Menschen todtähnlich und erstarrt umher liegen." „Nehme Jede eine Waffe und laßt uns zu den Thürmen gehen," befahl der Richter, dem es immer unheimlicher wurde. Ein beklemmender Anblick bot sich den Herankommenden dar. Wächter und Spürhund lagen vor der Thurmthüre, ohne ein Lebenszeichen von sich zu geben. Scheu wichen die Muthigen zurück. Am großen südlichen Thurme zeigte sich dasselbe Bild. Unterdesien war es auf der Wache lebendig geworden. Die scharfe Winterluft drang durch das zertrümmerte Fenster und weckte zuerst den Feldweibel. Mühsam arbeitete er sich empor, die Glieder waren ihm wie zerschlagen; er empfand eine solche Schwere im Körper, daß er kaum einen Fuß vor den anderen heben konnte. „Auf, Ihr verdammten Holzböcke!" schrie er. „Löst die Posten ab, Gefreiter; es scheint, wir haben verschlafen." Mit der Säbelscheide schlug er derb auf die Schläfer los. Einer nach dem Anderen kam zum Bewußtsein. Carpari hörte das Fluchen und Schreien im Wachthause. Sein Muth, der vorher auf den Nullpunkt gesunken, kehrte zurück, als er merkte, daß die Soldaten noch am Leben waren. Mit seiner Axt donnerte er gegen die Fensterbekleidung und schrie hinein: „Nichtswürdige Bande! Pflichtvergeffene Söldlinge! Heraus an'S Tageslicht!" Mit schlotternden Knieen erschienen die Helden. „Was habt Ihr während der ganzen Nacht getrieben, feiges Gesindel!" schrie der Commiffarius, deffn eigene Feigheit sich in Wuth verwandelte. Es ersolgte keine Antwort. „Bier Mann treten an, um die Wachen an den Thürmen abzulösen, die ich bereits revidirt habe. Zwei Mann bringen den Kerkermeister hierher. Ich halte sofort Gericht und muß hören, was Ihr in der Nacht geschafft habt." Entsetzt wichen die Soldaten zurück, als sie die Bluthunde und ihre Kameraden vor den Thurmthüren fanden; sie wurden in das Wachtlocal gebracht. Inzwischen langte auch der Kerkermeister an. Die Soldaten berichteten: Wir konnten ihn nur schwer zur Besinnung bringen. Das Schlüffelbund lag unter seinem Kopfkiffen. Justine, die buckelige Tochter, liegt wie tobt in ihrem Bette. Unter dem Schutze der Wachmannschaft visitirte der Hexenrichter die Thürme. Spurlos waren die Gefangenen verschwunden; nirgends konnte die Anwendung von Gewalt entdeckt werden. „Das können keine Menschen geschafft haben; Hexen, Zauberer und Teufel wirkten zusammen, um solch' ein Werk zu verrichten," stieß Caspari hervor. „Wir waren sehr vergnügt bei dem Weine," berichtete der Feldweibel, „tranken die Gesundheit des Durchleuchtigen Herrn sehr mäßig und besetzten die Posten. Das war um zehn Uhr und das Faß noch halb voll. Also war unser Trinken bescheiden und mäßig. Das Fäßchen steht oben in der Wachtstube und ist ganz ausgetrocknet. Wie kann das bei einem noch halb vollen Fasse geschehen! Trunken können wir von dem Wenigen nicht worden sein, da drei Mann des Faffes Inhalt hätten zu bezwingen vermögen. Die Hälfte vertheilte sich auf dreizehn. Ist nicht anders zu schließen, als daß der böse Feind hier im Spiele gewesen." Der Kerkermeister berichtete: „Um zehn Uhr wurde das Faß abgeholt; ich hörte die Hammerschläge von der Wachtstube her, als der Hahn eingeschlagen wurde. Darauf ging ich zur Ruhe, bevor ich das Schlüffelbund unter'm Kopfkiffen verbarg. Keinen Laut vernahm ich in der Nacht- Meine Tochter schläft noch einen tiefen Schlaf." Der Gefreite sagte aus: „Kaum ein halber Schoppen des guten Weines kam auf mein Theil. Er erwärmte mich. Ich führte die Posten vor die Thürme und kettete die Hunde fest. Darnach legte ich mich auf die Pritsche, um erst jetzt wieder zu erwachen. Nach Mitternacht deuchte mir, als öffne sich die Wachtstubenthüre und eine häßliche Gestalt gleich einer eckigen Kugel würfe etwas herein, konnte aber nichts unterscheiden." Die Soldaten logen, was sie vermochten; besonders stimmten sie darin überein, daß sie nur wenig Wein bekommen und durchaus nicht trunken oder unwiß geworden. Caspari mußte zugeben, daß dreizehn Krieger durch zwanzig Maß Wein nicht sinnlos betrunken werden konnten. Das Faß war richtig verspundet im Wachtlocale angekommen und voll bis obenan- Die wichtigste Aussage machte der Wächter am südlichen Thurme; die Wärme im Wachtzimmer, das Rütteln und Stoßen der Kameraden brachte den fast völlig Erstarrten wieder zur Besinnung. Caspari kam mit den Soldaten und dem Kerkermeister von den Thürmen zurück in's Wachthaus. Der Thurmwächter berichtete: „Eine Stunde lang war ich auf dem Posten, da vernahm ich ein sonderbar Sausen und Singen um mich. Mir war, als ob mich Jemand sanft niederlege; deutlich hörte ich noch einige Glockenschläge. Plötzlich erschien eine kleine, dreieckige Gestalt, die hüpfte herum, streckte die Finger aus, der Thurm that sich auseinander, der Unhold verschwand und ich verlor gänzlich die Besinnung. Auch der Hund zu meinen Füßen rührete sich nicht. Vermeine ich also, daß die Gestalt des bösen Feindes Großmutter gewesen sein muffe, so greulich und erschrecklich sah sie aus." Es bestand kein Zweifel, daß der Gottseibeiuns die Gefangenen befreit habe. Die Fledermäuse hatte nicht blo» der Hexenrtchter selbst, sondern auch die Magd deutlich gesehen. Der Gefreite konnte als Zeuge dafür gelten, daß ein Unhold die Thiere, welche ohne Zweifel böse Geister waren, um Mitternacht in das Wachthaus gesetzt habe. Die Zugbrücke wurde niedergelassen und der Verkehr in's Schloß erlaubt. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht von dem Verschwinden der Gefangenen. Die Freude darüber war allgemein; nur Alwine und Malwine knirschten heimlich vor Wuth, als sie das Nähere erfuhren. Ein Hoch« genuß wäre es für Beide gewesen, den Rentmeister und seine „Dirne" brennen zu sehen. , , „Denke Dir, Malwinchen," sagte die große Alwme zu der kleinen, dicken Freundin, „neulich hat der Herr Hosprediger aus alten Chroniken und Urkunden herausgebracht, daß diese Beilsteins aus einem vornehmen Geschlechte Derer von Bilstein abstammen sollen. Im Vogelsberge gäbe es einen hohen Berg, der hieße Bilstein; dort hätten die Voreltern ihre Stammburg gehabt." „Die alte Beilstein hatte immer etwas Absonderliches an sich und auch ihre Töchter," erwiderte Malwine. „So ein gewisser Stolz guckte überall herfür; ist ja gut, daß das Gezüchte nunmehro von dannen floh." Um Mittag erwachte Justine aus ihrer Betäubung- „Der Deihenker mag wiffen," sprach der Alte zur Tochter, „wie der Rentmeister und sein Schatz entkamen-' „Was sagt Ihr, Vater!" rief Justine mit gut gespieltem Erstaunen. „Na ja! Hast die Wundermähr verschlafen und verduselt. Heute Nacht war Alles verdreht und verhext, die Menschen und die Hunde, da ist das Paar glücklich entkommen." „Warum hat man ihnen aber nicht nachgeschickt und sie wieder eingeholt?" t - „Einfältige Dunzel! Wohin denn? Der Eine sagt, sie aß der de das htstube id) zur rrbarg. Lochter >en des wieder sich die eckigen eiben." stimm« en und mußte n nicht ig ver« >an. idlichen Stoßen der zur cmeister tg war fett und nieder« plötzlich streckte Unhold uch der ch also, en sein )ie Ge« los der zesehen. Unhold Mitter« hr in's ; Nach« Freude lirschten t Hoch« ib seine öttte zu Prediger aß diese Bilstein n Berg, mmburg iches an So ein das Ge« ng- r Toch« vieltem erduselt. llenschen u und sie sagt, sie — 275 — seien nach Nord, der Andere nach Süd, Ost oder West ent« flohen. Um Mitternacht müssen sie ausgeriffen sein; neun Stunden später hat man die Flucht entdeckt. Glaubst Du, die Zwei blieben gemächlich in Leidhecken oder Echzell sitzen, bis der Büttel käme, um sie wieder einzuthürmen?" „Gott sei Dank, Vater, daß sie glücklich davon kamen, sie waren immer gut gegen uns." „Mein' ich auch, aber daß Du mir Dein Mundwerk darüber hältst. Wissen möcht' ich nur, wie Mensch und Thier in der Nacht so dumm und stumm und taub und lahm ge« worden, daß ich's noch in den Knochen spür'! Möchte schier glauben, daß etwas int Weine gewesen, so ein stark Schlaf« mittel." „Könnt' schon sein, Vater; dann muß es der Commiffarius selbst hineinpracticirt haben." „Ei ja doch, welche Dummheit Du da sprichst. Und dann hast Du und die Hunde doch keinen Wein getrunken, wäret aber doch alle Drei stumm und dumm und unwiß. Gelogen haben indeß die Knechte, na! und das nicht übel. Hätten nur zuweilen einen Schluck genommen, während sie das Faß auf einen Sitz ratzebutz austranken. Hätte es auch gethan, das Zeug war teufelmäßig gut. Zuletzt, als nichts mehr laufen wollte, habe der Feldweibel sich auf die Pritsche gelegt und den Spund des Fäßleins über den Mund gehalten, daß er das letzte Tröpflein finge." — Mit fieberhafter Ungeduld wartete Justine auf den Einbruch der Dunkelheit, dann eilte sie zur alten Beilstein. Dicht aneinander gedrängt, sprachen sie sich in die Ohren- „Gräuliche Dinge schwirren in der Leute Mäuler umher," sprach die Alte. „Sage mir, sind die Zwei glücklich geborgen?" „Sicherer als wir, verlaßt Euch darauf, in einigen Wochen oder früher erhalten wir Nachricht und jetzt, um diese Stunde, sind sie getraut und vor Gott und Menschen ein christlich Ehepaar. Nun sagt mir, was sprechen die Leute? Ich darf draußen nicht fragen, damit ich mich nicht »erschnappe." „Der Feldweibel sprengt aus: Er und der Gefreite hätten mit ansehen müssen, wie drei große, rabenartige Fledermäuse zuerst die Mannschaft, dann Beide selbst betäubt, stumm und sprachlos gemacht; darauf sei des Teufels Großmutter mit einem großen, wallenden Federhute, thalergroßen glühenden Augen und krallenarttgen Händen vor den Thürmen erschienen; hätten sich auseinander gethan, des Rentmeisters Handschellen seien wie Sammthandschuhe herabgeglitten und er also frei geworden. Ein Gleiches sei bei Sibille vorgegangen. Habe darauf des Teufels Großmutter ihren Mantel ausgebreitet, sei wie ein abgerundetes Dreieck gewest; die Beiden darauf ge* setzet und mit ihnen durch die Luft, als in einer Teufelskutschen davon gefahren und glücklich entkommen." Justine lachte, daß ihr die Thränen in die Augen schossen; gerade weil sie das Lachen unterdrücken wollte und sollte, gab es ihr kräftigere Stöße. Sie erzählte der Alten die bewerkstelligte Flucht auf das Umständlichste und bewies ihr, daß Alles in durchaus natürlicher Weife vor sich ging. „Der blutgierige Hexenrichter glaubt Alles haarklein, was die Soldaten ihm vorlogen oder was ihre Phantasie ihnen eingab," bemerkte die Alte. „Laßt ihn nur; ich sage Euch: er ist in seiner Juristerei ganz wohl erfahren, doch sonst der größte abergläubische Dummkopf int ganzen Lande. Jetzt haben wir hoffentlich Ruhe vor ihm." „Nein, liebes Kind, das haben wir nicht. Er soll zu dem Kanzleirathe Holthäuser geäußert haben: Meine Ansicht, in der Beundegasse sei der eigentliche Herd der Hexerei, hat sich glänzend bestätigt. Dieser Rentmeister ist durch seine Buhle verzaubert worden; Beide fuhren in Feuerlust durch gewaltige Thürme und über das Land hin, ohne daß die geringste Fußtapfe der Flüchtlinge bemerkbar ist. Solch' greuliche Hexerei kam fast nirgends vor; es ist Pflicht, die letzte Spur auszutilgen, ehe es zu späte wird. Damit meint er mich." „Glaubet das nicht, Großmutter. Ihr habt keine rothen Augen, keine grauen Haare, seht nicht schief in die Welt, seid nicht krumm und buckelig, doch für Sure 75 Jahre noch rüstig, frisch und gesund. Die Leute sind Euch nicht gehässig noch aussätzig, wer soll Euch als Hexe anklagen?" „Bist ein gewaltig klug und gescheidt Mädchen, Justine," antwortete die Alte erleichtert. „In Deinem Heinen Körper wohnt ein heller Verstand, ein kluger Sinn, ein gutes Herz, ein feines Gemüth. Könntest eine treffliche Hausfrau werden, wenn —" „Nun ja, wenn! Das ist es eben, wenn! Nicht einmal die Brosamen, die von anderer Leute Tische fallen--- Doch nein, ich darf nicht klagen, Großmutter. Es muß eine Seligkeit sein, für Diejenigen arbeiten, wirken und sterben zu können, die man liebt. Eins versprecht Ihr mir noch: Lehret mich den Schlaftrunk bereiten. Ist das schwer?" „Nein, mein Kind; die Pflanzen wachsen in der Nähe. Vorsichtig und mäßig angewandt, sind es krampfstillende, be- ruhigende Mittel. Stark gebraucht, erzeugen sie sicheren Tod. Du sollst die Heilkräuter kennen lernen, sobald die Frühlingssonne sie wieder wachsen läßt."-- (Fortsetzung folgt.) Der Bienen-Vetter. Eine Heide - Novelle von C. Crome-Schwiening. (Fortsetzung.) Aber nun, nach geendeter Angst, gewann die Neugier die Oberhand. „Wer war's?" lief die Frage von Mund zu Mund. Endlich kam die überraschende Antwort. „Der Horst« seidener!" „Der Menschenscheue!" Mariechen hatte, zitternd an die Seite ihrer Mutter geschmiegt, dem Ausgange des Rettungswerkes bang gelauscht. Jetzt schlug der Name „Der Horstfeldener!" an ihr Ohr. Was sie bei dem herrischen Befehl vorhin geahnt, nun war es Wirklichkeit. „Vettischer Hinrik!" rief sie so laut, daß die Mama ganz erschrocken rief: „Aber Kind!" Und nun perlten heiße Thränen aus ihren Augen. Die Frau Oberamtmännin war darob ganz entsetzt und rief nach Fritz Ger- ding, der noch im Gewühl der Leute steckte. Rasche Hände nahmen das Kind, um es von üblen Folgen des jähen kalten Bades zu befreien. Auch dem Retter, der raschen Schrittes triefend daher kam, boten sich die Hände hie und da, aber er schüttelte sie rauh ab: „Laßt mich, Leute!" So strebte er über die Brücke der Dube'schen Wirth« schäft zu, um zu seinem schon angespannten Gefährt zu kommen. „Hinrik!" Der Ruf bannte doch seinen Fuß. Zögernd sah er zur Seite. Unbekümmert um all die Leute eilte Marie zu ihm heran. Aber in derselben Eile folgte ihr Fritz Gerding, und sein aussteigendes heißes Gefühl gewaltsam unterdrückend, sagte Hinrik schroff: „Bleib weg da — ich mache Dich naß!" Das junge Mädchen blieb stehen. Sie sah nicht, daß er in wilder Qual die Hand auf's Herz preßte. Sie sah nur, wie er, triefend wie er war, sich auf seinen Wagen schwang, die Pferdedecke um sich warf und dann auf sein Pferd lospeitschte. Sie hörte nur, wie ein Arbeiter hinter ihr in seinem Platt sagte: „Hei is verrückt, hei kann ja den Tod davon hebben!" Dann nahmen sie ihre Mama und Fritz Gerding wieder in Beschlag. „Aber, Marie!" rief die alte Dame mißmuthtg. „Du machst ja eine Scene!" Sie hätte vielleicht noch mehr ge« sagt, aber Fritz schnitt ihr das Wort ab. „Also war er's wirklich, unser „Bienen-Vetter?"-- Jetzt reut's mich, daß ich ihn neulich einen Bauern nannte. Das war ein Heldenstück, wahrhaftig!" Die ungeschminkte, feurige Bewunderung, die in den Worten des Referendars lag, berührte Marie so wohlthuend, daß sie ihrem Cousin dankbar die Hand reichte. Dieser drückte einen feurigen Kuß darauf, was die Frau Oberamtmännin so besänftigte, daß sie ihren Neffen einlud, die wartende Kalefche mit zu besteigen und ste noch auf ein paar Augenblicke nach der Domäne zu begleiten, um dem Oberamtmann von dem Vorgefallenen zu erzählen, eine Einladung, die Fritz Gerding mit lebhafter Freude annahm. „Der Tausend!" rief der Oberamtmann, als die kleine Gesellschaft angekommen war und Fritz seine Erzählung geendet hatte. „Habe ich's Euch nicht immer gesagt, hinter dem „Menschenscheuen" da in der Haide stecke ein ganz anderer Kerl? Ich weiß, was ich thue! Morgen Nachmittag fahre ich zu ihm hinaus und drücke dem Jungen die Hand. Habe so noch ein Geschäft mit ihm zu besprechen!" „Nimm mich mit!" sagte Mariechen ruhig. „Was, Mädel, ist's Dein Ernst? Zum Bienen-Vetter willst Du?" Ehe das junge Mädchen antworten konnte, warf der Referendar ein: „Ich kenne den Vetter ja officiell auch noch gar nicht. Er hat sich heute so schneidig benommen, daß ich es als Pflicht fühle, ihm meine Aufwartung zu machen. Kann ich Euch begleiten, Onkel?" „Natürlich!" rief der gute Oberamtmann seelenvergnügt. „Siehst Du, Alte, nun kannst Du Deine Thätigkeit als Gardedame morgen gleich fortsetzen. Denn nun mußt Du auch mit. Nein, keine Widerrede. Punkt drei Uhr geht's los. Punktum, streu Sand drauf!" IV. Auf Horstfelden war am folgenden Morgen alles seinen gewohnten Gang gegangen. Als am Abend spät Hinrik in den Hof einfuhr und barsch von der alten Trude trockene Kleider verlangte, hatte sie beim Anblick seiner nassen Kleidung laut aufgeschrien. Aber er hatte seinen Befehl noch barscher wiederholt und heißen Thee verlangt, den ste ihm mit zitternden Händen, so schnell es eben ging, bereitete. Auf ihre Frage, was denn pafsirt fei, erhielt sie nur ein werthloses Brummen als' Antwort, und so ging denn die Alte mit einer Vorstellung von allem möglichen Malheur ihres Herrn zur Ruhe, die ihr die Ruhe eben fast völlig raubte. Der Vormittag hatte feine gewohnten Pflichten. Hinrik war in früher Morgenstunde, frisch wie ein Fisch, schon zur Imkerei in die Haide gegangen, hatte seinem Großknecht die nöthigen Anweisungen für den Tag gegeben und war Mittags müde und abgespannt heimgekehrt, ohne dem einfachen aber schmackhaften Essen, das die alte Trude heute wie immer zur rechten Zeit fertig hielt, besondere Ehre anzuthun. Als er dann aber wieder die paar Schritte hinüberging ins Gartenhaus, da brummte die ehrliche Alte verdrossen hinter ihm drein: „Es geht zu Ende mit ihm! Solch' Leben hält ja kein ehrlicher Christenmensch aus! Wenn doch nur der liebe Herrgott ein Einsehen haben und jemand schicken wollte, der ihn ordentlich aufrüttelte!" Der Wunsch der Alten sollte sich eher, als ste dachte, aber nicht so, wie ste hoffte, erfüllen. £3 Vier Uhr war's, der Kaffee stand längst schon in Hinriks Stube, aber der saß noch im Gartenhaus und dort durfte Trude ihn nicht stören. Da alarmirte Peitschenknall den ganzen Hof. Die Kalesche des Oberamtmanns kam herein- gefahren, und die uns bekannten Personen präsentirten sich der schier entgeisterten Trude in voller Lebensgröße. Gäste auf Horstfelden und noch dazu die gnädige Frau Oberamtmann und das gnädige Fräulein, ja, das war ja feit Mens hen- gedenken fast nicht dagewesen. „Nun, wo steckt denn unser wackerer Hinrik!" rief der joviale alte Herr. „Wieder hei seinen Bienen, oder ist er daheim!" (Fortsetzung folgt.) GenreinnÄtziges. Kirschenmarmelade. Vom Stein befreite, fchöne reife Früchte legt man schichtenweise, mit feinem Zucker überstreut, in einen emaillirten Steinguttopf oder auch in eine geeignete Porzellanschüffel und stellt ste sorgfältig zugedeckt ungefähr 24 Stunden lang an einen möglichst kühlen Ort, an dem sie nicht in Gährung übergehen. Auf 1 Kilogramm ausgesteinte Früchte rechnet man 3/< Kilogr. Zucker. Das Kochen der eingezuckerten Früchte geschieht am vortheilhaftesten in einem Kupfer- oder Messingkeffel auf recht lebhaftem Feuer, wobei man mit einem sauberen Holzlöffel fleißig umrührt, auf dem Kesselboden die Form einer 8 beschreibend. Nach 15 Minuten läßt sich der heiße Brei durch ein Haarsieb durchschlagen. Ihre volle Steife erhält die Marmelade erst, wenn sie erkaltet ist; sie zu würzen, ist nicht zweckmäßig. Kirsche» in Honig. *Saure oder halbsaure Kirschen werden mehrmals mit einer Nadel bis auf den Stein durchstochen, hierauf nebst wenig Nelken und Zimmt in Gläser, die man gut und fest verkorken kann, gelegt und mit reinem gekochtem und etwas abgekühltem Honig knapp bedeckt. Die Gläser sind fest zu verschließen und die Früchte, bis sich der Honig gut vertheilt hat, durcheinander zu schütteln; mit der Zeit werden sie immer besser. * ♦ ♦ Zit getrockneten Kirschen dienen reife, gesunde Früchte jeder Art, welche, um den Saftverlust zu verhüten, zuerst mit den Stielen getrocknet werden; später können diese entfernt werden. Man bringt die Kirschen auf Hürden, die Stiele nach oben, oder auf Platten, Teller rc. Trocknet man auf Blech, so belegt man dieses zuvor mit starkem, unbedruck- tem Papier oder Pappe. Sind die Früchte fertig gedörrt, so bewahrt man sie in luftig gehängten Säckchen auf. * * Kirschwein Um Kirschwein aus Honig und Kirschen herzustellen, nimmt man ein Faß beliebiger Größe, schütte er halbvoll reifer schwarzer Kirschen ohne Stengel, gieße darauf drei Theile Wasser, worin ein Theil Honig aufgelöst wurde, und stelle das Faß in ein warmes Zimmer, das Spundloch nur mit einem reinen Läppchen überdeckt. In einigen Tagen beginnt die Gährung, worauf dann der Spundpfropfen leicht eingesetzt wird; so läßt man das Faß 14 Tage stehen und legt es dann in den Keller. Nach einem halben Jahre zieht man diesen Wein auf Flaschen oder auch auf ein anderes Faß. Der gebliebene Rückstand wird durch einen Aufguß guten Mets zu einem vorzüglichen Getränk. Jn's Dorf ist ein neuer Pfarrer gekommen, ein sehr wohlbeleibter Herr. In den Bergen trifft er die ersten Tage, vom Steigen keuchend und schweißtriefend, mit einer Bauersfrau zusammen. Die fragt ihn zutraulich: „Guten Tag, sans eppet der neue Herr Pfarrer?" — „Ja, liebe Frau." — „Nehmen's halt net übel," sagt sie darauf treuherzig, „daß mer so viel Berge hab'n!" * * Ein Lehrer der Mittelschule in Nordhausen erhielt kürzlich von dem Vater eines seiner Schüler ein Schreiben, welches wörtlich lautet wie folgt: „Bitte, Herr........ nehmen Sie meinen Jungen nur recht scharf vor und schonen Sie den Stock nicht. Zu Gegendiensten gern bereit. Ergebenst —" (folgt der Namen des betr. Vaters). ♦ ♦ Kindermund. Mama (nachdem sie den kleinen Oskar gezüchtigt): „Weißt Du nicht, daß der große Salomo gesagt hat: Wer sein Kind lieb hat, der züchtigt es!" — Der kleine Oskar: „Wie er ein kleiner Junge war, wird er das wohl nicht gesagt haben!" Ironisch. „Herr Professor, ich schreibe jetzt einen famosen Roman — der wird verwickelt, sage ich Ihnen!" — „Als Packpapier?" sa 276 Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schm Druckerei (Fr. Thr. Pietsch) in Gießen.