AntevhaltungsblatK Min ^Kenev Anzei§^ (Geneval-Anzeigev) 'v, MWG Dienstsg, de« 13. November. Mit einem tiefen Seufzer löst sie sich aus den sie um- Mmgenden Armen. Vorwärts I Es muß fein 1 Da fällt ihr «lick auf den Fürsten. Alles Blut drängt ihr zum Herzen. Der Fürst nähert sich langsam seiner Gemahlin. Mit einer tiefen Verbeugung reicht er ihr den Arm. Lächelnd blickt sie zu ihm empor — wie trägt sie Sorge, daß Jeder dieses Lächeln bemerkt I - r " ' I stch plötzlich etwas verschoben haben. Sie bedarf beider Hände, um es in Ordnung zu bringen. Als sie an dem Wagen angelangt sind, will er ihr beim Einsteiqen behilflich fein. Wieder lächelt sie — es stehen Diener ganz in der Nähe — lächelt höflich kühl, während ihre Lippen, nur ihm verständlich, murmeln: „Berühren Sie mich nicht!" Er zuckt zusammen und tritt lächelnd einen Schritt zurück. Fast hat es den Anschein, als habe sie ihm einen Scherz oder ein Liebeswort zugeflüstsrt. _ ^®e£erQ[ er in heiterem^Tone, „die Fürstin wünscht Ihre Hilfe." M Lächelnd sieht er zu, .wie der alte Offizier Lola in den Wagen hilft, wie er ihr zum Abschied die Hand küßt und darauf militärisch salutirt. Dann nimmt er schweigend neben ihr Platz. Hochrufe ertönen. Ein Schauer von Reiskörnern überrieselt das Paar. Der eins der beiden seidenen Brautschuhe fliegt hoch in die Luft — und nachdem so dem alten Brauch Genüge geschehen, kracht die Wagenthür zu. Der Wagen rollt davon- ..." Die Wolken haben sich verdichtet; einige Regentropfen fallen bereits hernieder. So fährt das junge Ehepaar hinaus in die Welt, der Fürst und die stolze Schönheit — der Abenteurer und die getäuschte, bedauernswerthe Frau. Beide schweigen- In Lola tobt ein Zorn, wie sie ihn noch nie empfunden. Convulsivisch krampft sie die Hände zusammen. O, hätte sie eine Peitsche, um diesen Menschen wie einen Hund zu züchtigen! Der Mann an ihrer Seite blickt mit finster gerunzelten Brauen zum Fenster hinaus. Roch nicht ein einziges Mal hat er gewagt, seine Augen auf dem Weibe neben ihm ruhen zu lassen. So geht es lautlos weiter. Schon erreicht der Wagen London Bridge, die Station, von welcher ihr Zug abfährt. Roch einmal streckt der Fürst feine Hand aus, um seiner Gattin aus dem Wagen zu helfen. Und wieder sagt sie kalt, verächtlich: „Rühren Sie mich nicht an! Ich sagte es schon einmal!" „So wissen Sie Alles?" „Ja." (Fortsetzung.) . ®JS bat Lola sich musterhaft beherrscht. Nur der Gedanke, den Abenteurer, der sich ihr Gatte nennt, wiederzusehen, flößt ihr Grauen ein ... . Wie im Traum fühlt sie die zärtlichen Umarmungen ihrer Freundinnen, die dankbaren Handküsse der Dienerinnen — in ihrem Kopf hat nur der einzige Gedanke Platz: „Werde ich ihm, dem Betrüger, ruhig entgegentreten können?" _ -»Der Wagen ist da. Der Fürst erwartet die Frau Fürstin!" meldet ein Diener. ^Vorwärts, meine Gnädigste! Die Hochzeitsreise beginnt!" reu rn,Jen in jovialem Ton gesprochenen Worten tritt General Leigh auf Lola zu. Noch einmal umarmen sie die Freundinnen. f,r "3$ muß den letzten Kuß haben!» ruft Frau March schluchzend. „Ich! Sie ist ja mein eigen Fleisch und Blut, Der alte Haudegen lächelt. Er begreift den Stolz der Mutter. »Jeder Zoll eine Fürstin!" murmelt er mit einem bewundernden Blick auf die königliche Gestalt, auf die bleichen, vornehm ruhigen Züge. Unten in der Vorhalle haben sich die Gäste versammelt, um von der Fürstin Orlowsky Abschied zu nehmen; auf der einen Seite, dicht an der Ausgangsthür, steht die Dienerschaft. Noch einen Abschiedsgruß für sie - dann wirst sie sich zum letzten Mal der Mutter in die Arme, die sie fest an ihr Herz drückt. Sie schließt für einen Moment die Augen. Em unbezwingliches Verlangen überfällt sie, hier, an der treuen Mutterbrust, unter dem zärtlichen Blick der sorgenden Mutteraugen, sterben zu dürfen. Hatten diese treuen Augen S zuerst erspäht, daß der Fürst nicht das ist, was er scheint? Hatte die Mutter sie nicht wiederholt vor ihm gewarnt ? Lola. Roman frei nach dem Amerikanischen von Erich Friese«. Sie wendet sich kurz um und begibt sich auf den Perron. Einsam und unbemerkt fleht sie in einer Ecke — sie, die gefeierte und vielbeneidete Baronin Medfort! An dem Fürstentitel denkt sie gar nicht mehr. O, könnte sie erst diesen Be- dak *»• »»•*»* trüger verlassen! Könnte sie ihm seine ganze Erbärmlichkeit vaß Jeder dieses Lächeln bemerkt! — Aber sie nimmt nicht in s Gesicht schleudern! Was später werden, was sie mit ihrem ven dargebotenen Arm. An den Falten ihres Kleides muß ; Leben ferner anfangen soll — sie weiß es nicht. Sie denkt — 530 kaum darüber nach. Nur fort von ihm I .... Da sieht sie I Ein leichtes Zittern überfliegt die schlanke Gestalt. Baron Gerald den Perron betreten und nach flüchtigem Um» I „Wenn es sein muß — nun gut bann unten am schauen am andern Ende auf« und abgehen. Ein beruhigendes | Strand," erwidert fle jößctnb- »In einem geschloffenen Raum Gefühl zieht durch ihre Seele. Er wird sie in Folkestone er- | würde ich meinen, ersticken zu müssen in der Gegenwart dieser Watteeinro6efonberesel®oupee ist für ben „Fürsten und seine I Einen Augenblick lang hält Gerald die kleine bebende **.ÄTa?Äi Ich --l-si-Si-ich. >umSir* sie durch's Coupsefenster vor Abfahrt des Zuges sieht, ist I und verlasse Sie dann für wenige Minuten, um die beiden ItoÄÄSÄ», XffiÄ'SÄ WO Wta NM »«. 6» «ft* SÄ*1* b“6 * *6t S<“ ** ffelÄ” X m X5Ä VW ♦Willi« _ I » re «*“äsj*-*.«MMtM.-*-«-• Bi SS *1 Ms “8te y-Th1»« ' sraw a mSthrf er sick um Wort „daheim" - bei ihrer Mutter, die jetzt nach den Auf. kW-n.mm-d.mm« Sie Mich Nicht,- W er 6* N««LNchSLN SÄK SÄ'Ä «Ä Ä W-VMS kch"LL?£m£iuI---NW ÄS?- ’6 w a6u.a gTMfmnrt I bett Dust der Hpaeinthen einzulaugen. tota Wtt M sicher, io Inge sie Mm* W.« s» Da plötzlich - Iui-!ch«d- schriti« auf b«u: Snb. schicht, wenn sie zu sprech« beginnt, weiß nur Golt allein 1 | Wie aus einem Traum erwachend, blickt sie f schLÄLV'wSL SÄ6»' *Ä1S UTMÄÄ “ L?°^mit“oon w-,« ä LL-^x--«ld/ Mi. dem oer gerrenm ,ino, ourcy j Ausdruck höchster Empörung in den offenen Zügen. Xvtv Lola richtet ihre schlanke Gestalt zu ihrer vollen Höhe ' I auf. Mögen ihre Feinde kommen, sie ist gewappnetI LM-ihmet wie erlöst aus. Kl-pf-ub« S--M- W _ M Hi« st- in danI'- Antlid. d« M « * SL-X.ÄLXX» L"L Ä °°st «-milcht °.n *m '*Ä S«nd«Me"r sicht er var ihr uud reicht ihr ° s,Daa sit Ihr Wer«,- mit sie oer-chtlich. Den Rann, di- Hand ,um Aussteigen. Ohne -Inen Blick auf den I der sich chr Galle nennt, würdigt sie keines Blickes. *Ä”Ä-°b. Ä Ä-- ft — W * ÄÄÄÄ - I L-d R.wb°n hebt da« Haupt und steh, ihr i-st iu die „Um ihn zu bezahlen, nicht wahr?" „Vielleicht auch das; aber vor allen Dingen, Spiel ein Ende zu machen." Bitter lacht Lola auf. „Ein Ende zu machen!" wiederholt sie heftig. ein Ende machen?" i Augen. um dem I „Ja, es ist mein Werk — und es ist em gutes. Ein I Weib, das gleich einem Feuer blos zum Zeitvertreib die Herzen | der Männer versengt, muß unschädlich gemacht werden." „Wieso | Ihre Augen flammen im hellsten Zorn. | „Warum sandten Sie mir Nicht lieber einen vergift ten Er wallte Sie nur Ihrer Freiheit berauben und Sie Handschuh oder Brief? Wenn die Welt ohne mich um so demüthigen, aber niemals Sie an die Seite dieses Menschen | Vieles besser wäre - warum Mieten Sie mich nicht auf fesseln." | einmal?« Gerald ?l?ck? di? bleiche F?au an feiner Seite ernst an. I Die ^Wellen rauschen eintönig ^^'..^er Wud summt N-«m-k«L°LftNLm7Z"lft8o,a- L«L “ÄWt“ «Aw Nehmen Sie Ihre «Ww @aBer gab Ihnen das Recht, mich zu strafen?" fährt sie ^Wir kommen zu spät, gnädige Frau Fürstin!" ruft sie heftig fort- „Wer hat Sie zu meinem Richter gestellt? In« ,.rtni" ctxa» Sckiff aebt in einer Viertelstunde ab." I wiefern erheben Sie sich über andere Männer, daß Sie ^ ^'Wi? ble§en heute in Folkestone, Lisette," entgegnet I glauben, mich demüthigen zu müssen ? Aber Sie haben mich Lola und fährt als sie des Mädchens Antlitz jäh erbleichen I nicht gedemüthigt. Sie haben sich selbst nur erniedrigt, sieb? freundlich fort: „Geh' in das Bahnhofshotel und er« „Richt doch. Eine glänzende, giftige Schlange « warte mich dort. Ich werde bald Deiner Dienste bedürfen." I man und doch ist ein Schlangenbiß nicht halb so gefährlich, Lisette blickt ihre Herrin einen Augenblick aufmerksam I wie bas etn einer falschen, Metten Frau an Dann küßt sie ihr voller Ehrerbietung die Hand und | Mit einer heftigen Geberde hebt Gerald die Hand. Doch Säfct ben Perron Lola bedeutet ihm, Lord Ramdon ausreden zu lassen. ^Das Mädchen hat ein treues Auge," fagt Gerald, ,,be« darum habe ich recht gehandelt," fährt dieser ruh g halten Sie es bei sich, Lola! .... Und nun - wo wollen | fort, „nur, daß ich vielleicht einen anderen Weg hätte finden Sie Lord Rawdon und dem Orlowsky begegnen? Geschehen | können." muß es doch, darum am besten gleich." „Sie find verrückt. x Vol Jetz doch ern W „I- haft. „ Wi bittender ein Mar daß ich gelegenhe theils ar einmal e - Abe: weise bm ein Aber andere D loser Sei „Ri zornglüh. Ein tmrers- „S. „Sie vei baß ich Mel Diese W setzliche 2 Aber liel „Dl Hochmütk der ben ! „W „3d Zwecke e Ihnen zr werben u „Ni benken so Antlitz bl rühren, o Anderen, Boden ui kalt bleib ben Men Lola auf Gera „Di Leidenschr ftch gewc Todes!" angstvoll „Ru wie bei ; Hoch Faust bal Der L „Er daß ich 2 Doch in i wenn auc ring an i schäft, ih enthalten' Er haben ihr Lippen th beiden zit Mit lichkeit be - 531 Voll tiefster Empörung wendet Lola ihm den Rücken. Jetzt tritt der .Fürst" hervor. Sein Gesicht ist bleich, doch ernst und entschloffen. W „Ich verlange, daß man auch mich anhört!" ruft er leb» hast- „Mich, den Gatten dieser Dame." Wieder fährt Gerald heftig auf. Und wieder hält ein bittender Blick Lolas ihn zurück. „Ich gebe zu," fährt Jener fort, „daß ich ein Abenteurer, ein Mann ohne Grundsätze, ohne Moral bin. Ich gebe zu, daß ich diese — wie soll ich mich ausdrücken — diese An» gelegenheit gegen Bezahlung in die Hand genommen habe — theils aus Dankbarkeit gegen Lord Rawdon, theils aus Lust, einmal eine Hauptrolle in der Comödie des Lebens zu spielen. — Aber — und nun hören Sie, hören Sie gut zu! Ich weise das mir gebotene Geld zurück- Ich bin ein Spieler, ein Abenteurer, ein Betrüger — aber ich habe ein Herz wie andere Menschen und ich liebe diese Frau, liebe sie mit grenzen« loser Leidenschaft, liebe sie bis zum Wahnsinn!" „Nicht weiter! Sie beleidigen die Dame!" ruft Gerald zornglühend. Er kann sich nicht mehr beherrschen. Ein spöttisches Lächeln spielt um die Lippen des Aben« teurer». „So?" entgegnet er langsam und mit erhobener Stimme. „Sie vergessen, daß sie mein Weib, mein Eigenthum ist, und daß ich Anspruch an sie erheben kann." Mehrere Secunden lang stehen alle Drei sprachlos da. Diese Wendung der Sache ist zu unvorhergesehen. Eine entsetzliche Angst überfällt Lola. Sie kennt das Gesetz nicht. Aber lieber den Tod, als eine Ehe mit diesem Mann! „Das ist eine Unverschämtheit!" ruft Lord Rawdon. Hochmüthig blickt er in das schöne Gesicht des Abenteurers, der den Blick ruhig überlegen erwidert. „Wieso?" „Ich habe Sie bis zu einer bestimmten Zeit für meine Zwecke engagirt. Die Zeit ist abgelauftn; Sie haben die Ihnen zudietirte Rolle gespielt. Sie werden dafür bezahlt werden und sind entlassen." „Nicht doch, Lord Rawdon. Sie hätten die Folgen bedenken sollen. Konnte ich Tag für Tag in das himmlische Antlitz blicken, die süße Stimme hören, die weiche Hand berühren, ohne sie zu lieben? Soll ich stärker sein, als all' Ihr Anderen, Ihr Aristokraten? Ihr Beide wißt, daß Ihr den Boden anbetet, den das göttliche Weib betritt. Und ich sollte kalt bleiben? . . . Nein, sie ist meine Gattin vor Gott und den Menschen und sie gehört zu mir I" Lola zittert am ganzen Körper. Leise legt sie ihre Hand auf Geralds Arm und flüstert: „Schützen Sie mich!" „Sie ist mein Weib!" schreit der Andere in maßloser Leidenschaft. „Diese Dame steht unter meinem Schutz!" sagt Gerald, sich gewaltsam beherrschend. „Wer sie anrührt, ist des Todes!" Dann wendet er sich sanft zu Lola, die noch immer angstvoll seinen Arm umklammert. „Ruhig, Lola, ich schütze Sie! Sie sind bei mir so sicher, wie bei Ihrer Mutter." Hochaufgerichtet steht er da. Sein Auge flammt; seine Faust ballt sich. Der Abenteurer lacht laut auf. „Er ist wirklich merkwürdig! Niemand hat daran gedacht, daß ich Anspruch an mein Weib erheben könnte. Hahahaha! Doch in meinen Adern rollt das wilde Blut der Orlowsky», wenn auch mein Vater meiner schönen Mutter keinen Trauring an den Finger steckte- Ich fühle ihr Feuer, ihre Leidenschaft, ihre Kraft in mir. Wer will mir mein Weib vorenthalten?" Er macht einige Schritte auf Lola zu. Noch immer haben ihre flammenden Augen ihn keines Blickes, ihre stolzen Lippen ihn keines Wortes gewürdigt. Fester umschließen ihre beiden zitternden Hände Geralds Arm. Mit einem unbeschreiblichen Blick voll Liebe und Zärtlichkeit beugt er sich zu ihr nieder. „Niemand wird Ihnen etwas thun, ich schwöre ee Ihnen I" flüstert er innig. Dann wendet er sich zu Orlowsky. „Lassen Sie uns die Angelegenheit arrangiren," beginnt er in geschäftsmäßigem Tone. „Sie sehen selbst, die Dame würde sich eher das Leben nehmen — al» mit Ihnen sprechen." „So ist es!" ruft Lola leidenschaftlich. Ihre Augen sind beständig auf Gerald gerichtet, der in dieser Zeit der Prüfung ihre einzige Hoffnung ist. „Ich werde niemals zu ihm sprechen, ihn niemals ansehen. Der Staub zu meinen Füßen gilt mir mehr, als er. Lord Rawdon ist mein Feind; ihm begegne ich in offenem Kampfe. Der Mann, den er für Geld gedungen, um mich zu betrügen — dieser Mann enftirt für mich nicht." „Ihr sollt zusammenhalten in guten und in bösen Zeiten, in Krankheit und in Trübsal, bis daß der Tod Euch scheidet!" höhnt Orlowsky. „Ein heiliger Schwur, vor Gott und den Menschen abgelegt!" „Sie machen sich einfach lächerlich, wenn Sie hierauf fußen wollen," ruft Gerald ärgerlich. „Das Ganze ist nur eine Geschäftsangelegenheit. Zum Ueberfluß bemerke ich noch, daß eine unter falschem Namen geschlossene Ehe ungiltig ist." . „Mag sein! Doch die meinige nicht. Ich heirathete unter dem Namen, den ich stets geführt!" „Und der Fürstentitel?" „Was geht es mich an, wenn die dumme Welt ihn mir zulegt? Im Kirchenbuchs stehe ich einfach als „Alexander Orlowsky". ... Ja, meine Herren, ich habe mich vorgesehen. Jedes Gericht wird mir Recht geben." Lola steht unbeweglich da. Ihr vorher so stolzes Antlitz verliert mehr und mehr feine Energie- Starr blicken die großen Augen auf Gerald. Was wird er sagen? „Sie sind ein Unverschämter!" hört sie die kräftige Stimme empört ausrufen. „Sie wußten, welchen Pact Sie eingingen und daß er mit dem Tage der Hochzeit endete." „Das war Lord N wdons Wunsch, doch nicht der meine. Wenigstens jetzt nicht mehr. Wer eine Frau wie diese da aufgibt, müßte verrückt sein." „Von Aufgeben ist keine Rede," entgegnet Gerald abweisend. „Man kann nichts aufgeben, was man nicht besitzt." Alexander Orlowsky lächelt ein wenig. „Wir werden sehen. Das Gericht soll entscheiden. Ich werde den Fall durch die Gerichtshöfe von ganz Europa ziehen und überall gewinnen." Lola spricht kein Wort mehr. Ihre ganze Seele liegt in ihren Augen und diese hängen angsterfüllt an Geralds Lippen. „Seien Sie vernünftig," beginnt dieser wieder, sich gewaltsam beherrschend. „Wozu wollen Sie versuchen, die Dame zu zwingen? Es wäre doch unnütz. Stellen Sie eine Forderung I Was begehren Sie für Ihre Verzichtleistung?" „Nichts. Ich fordere nur mein Weib. Und selbst angenommen, Sie entführten sie mir, so würde der Eclat nur um so größer fein. Wahrlich — ein pikanter Gesprächsstoff für die Londoner Clubs und Salons! ... Die stolze Schönheit, der alle Cavaliere den Hof machten, die keinen Edelmann in ganz England ihrer Hand für würdig hielt — die Gattin eines russischen Abenteurers. Doch dieser Spieler, Betrüger, Vagabond — was Sie wollen — hat den einen Vortheil vor allen Vornehmen Englands: er besitzt das schönste Weib der Welt und er liebt sein Weib. Voller Interesse wird diese Welt tagaus taget« die Zeitungen nach der Fortsetzung des pikanten Processes durchstöbern und sich das Resultat höhnisch lächelnd ans der Straße, in den Boudoir», auf den Rennplätzen zuflüstern. „Sie heirathete nur den Fürstentitel und ben Reichthum, nicht den Mann," wird man spötteln, „ihr geschieht recht!" Lola zuckt bei den schonungslosen Worten zusammen- Gerald fühlt, wie ihre Hände eiskalt werden. „Soll ich ihn niederschießen, Lola?" flüstert er hastig. „Nein, um Gotteswillen, nein- Nur zu Ende!" (Fortsetzung folgt.) I Nr. 134 Anre Roma Einig, beherrschen Dann sagt schlag. W lassen, ste i aurzusprech „Ihr Orlow „Ja, leuchtenden meinen letzt Sie Alles, kleinen Sur Tiefes verschiedener „Sie s Gerald," sa Wenn Geld er hergeben. „Kein । Orlowsky h bittert ihn c von Ihnen, vor wenig zu ehren un weiter, als r . Mit gr von, der wäl dagestanden. „Was „Sind Sie z Finster „Hätte gehabt, ich h Aber er soll Leidenschaft f liefern. Wm ,, „Es wi Ws- „Dar Gericht kann wände voraus Redaction: A. Sch-yda. - Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Boshaft. Kritiker: „Wie, Fräulein, Ste wollen hei- rathen. — Schauspielerin: „Soll ich noch länger der Menge dienen, dleser falschen Schlange!" — Kritiker: „Aha, Sie meinen wohl, weil ste zischt!" 9 ' - Vereinsacht. Zimmervermietherin: „Es wird Ihnen allerdings beschwerlich sein, immer die vier Treppen zu steigen. — Student: „O, das hat nichts zu sagen. Wenn ich nach Hause „komme, bleibe ich immer schon auf der ersten Treppe • »vßvl»» , Mittel, Hülsenfrüchte zu kochen, daß sie! Einfachste Abhilfe. „Ach, lieber Herr Nachbar leicht zu verdauen sind, besteht darin, daß man die Früchte können Sie denn das Vierhändigspielen Ihrer Töchter einige Tage vor dem Kochen mit so viel Wasser übergießt, I nicht ein wenig einschränkend" — „Wissen Sie was beiratben bis diese den damit bedeckt sind. Nach einiger Zeit fangen sie Sie eine - dann hat'- gleich ein Ende"" ' ’ ’ nn zu keimen; sobald die Keime 1 bis 3 Linien weit hervor« I * * treten, was nach etwa 2 Tagen der Fall ist, kocht man die I Der nptftpfip« „ Erbsen oder Linsen rc. auf die gewöhnliche Art. Die Hülsen I Herr Steinl-- ^me ^um Uhrmacher): I»t°n b-b-i m bi« Ob-«- d-r toÄ Mass-Md I-»ne" tMiS? S rome U?1 *5 - I.W ---dm. Dadurch da« «-im-a -in"L« L । “ 36” Geimeinnütziges. | Stärkemehls in Zucker übergeht, so läßt sich der angenehme —- Ieschmack der also behandelten Hülsenfrüchte sowie ihre leichte Petroleumlampen und Petroleumkocher schnell ! er au i er äre,L * * und leicht zu reinigen. Als einfaches Mittel zur schnellen I t ,, ow m r, und gründlichen Reinigung der Lampen wird trockene Holz- . «fb mit??1 m \ ?etL n-r£e8 2Baffer' asche empfohlen, mit welcher man Brenner und Glasbecken I Weizenmehl wird mit io Gramm auf« von innen und außen, ganz ohne Wasser, mit weichem Papier I $u einem Mus gerührt, welches gut zuge- einreibt. Das Becken wird spiegelklar und darf nur noch mit I einen warmen Ort gestellt wird. In einer Stunde einem trockenen Tuche nachgewischt werden. Besonders KüLen- I 66 "ufgegangen und _ wieder gefallen sein. Man knete lampen und Petroleumkocher lassen sich auf diese Weise schnell I ftLhSVntt hS e|?? roirfe es no^ eine Viertel- vollftstän'aig säubern, da die Asche alles Petroleum aufsauat. I k>urch, obgleich es fast kein Mehl mehr annimmt, Zieht man zu der Arbeit ein Paar alte Handschuhs an, so ! 2 »S n roifb* 3Ktln lege ben Teig in eine Form bleiben die Hände ganz rein, weil das Putzen ohne Anwendung I ^^ Ä8'-be an einen warmen Ort mit einem sauberen irgend einer Feuchtigkeit geschisht- Dieses Putzen mit Asche I zugedeckt. Ist der Ofen so herß, daß Mehl darauf gelb ist dem vielfach gebräuchlichen Auskochen mit Seife und Soda I § verbrennt, so schiebe man das Brod hinein bei weitem vorzuziehen, da letzteres Verfahren nicht nur viel ! % 8, blS 3U roe^er, 3*? °°sselbe schön umständlicher ist, sondern mit der Zeit auch die Trennung I ?.„? ^anÄage es nun in eine feuchte Serviette des Brenners vom Becken zur Folge hat. Diese scharfe Natron« Unb (affe eS baritl "bkuhlen. lauge löst nämlich die Alaunverkittung, welche jene beiden | • Theile verbindet, auf. Uebrigens bemerken wir, daß dieser I m . Tyeegebäck. Man nimmt 375 Gramm ungesalzene letztere Umstand, trotz Sodareinigung, erst dann eintrttt, wenn f““er- rührt dieselbe zu Sahne und mischt nach und nach die Einkittung mittels Bleiglätte und Glyzerin stattgefunden I 5, Gramm Mehl, 375 Gramm Zucker, etwas Zimmt, hat. Diese Einkittung ist weitaus die dauerhafteste und durch I ?*? Schale einer Citrone, 7 ganz hartgekochte Eigelb, welche aus practischte im Gebrauch. i fetn gerieben werden, und zwei rohe Eigelb dazu. Nachdem * , * I alles gut geknetet ist, werden Kränzchen davon geformt. Diese Schutz für Schuhkeder im Winter. Die ab« I ro™ dann in Eiweiß und grob gestoßenem Zucker umge« wechselnde Nässe und Kälte des Winter sind die größten Feinde I roe”bet, iu Zwischenräumen auf ein Blech gesetzt und goldgelb der Schuhe, deren Leder bei Thauwetter und nachfolgendem gebacken. Froste oft geradezu zerbricht. Es ist daher wichtig für Jeder« I ““------- mann, wirksame Mittel zu kennen, um das Schuhleder im I M . Winter zu schützen. Da die Wirkung angepriesener Leder« ZUVItttfobteS« fette eine zweifelhafte ist, so sei erwähnt, daß Ricinusöl ------ und Glycerin die besten Schutzmittel für Schuhleder im Berliner Blau qahS #. . bsSSSä leicht wieder ausschwitzt. Eine bessere Wirkung erkält mau I t • wenn man Glycerin mit dem vierfachen Gewicht einer Masse i ? Unteroffizier (zum Einjährigen, vermischt, die durch Mischung von Rindrtalg und warmen I .wo$ einen Fuß vorsetzt) : Fischthran erhalten wird. Jedenfalls empfiehlt sich aber das I b b m Sie im Glieds, oder wollen Sie Einreiben der Schuhe bei besonders ungünstigem Wetter mit I e roa $er gtati8 äum Afrika-Reisenden ausbilden?" Ricinusöl oder Glycerin täglich zu wiederholen. Ledersachen aller Art, wie Schulsachen, Leder« Polster, Musikmappen, auch schwarze Schuhe und Stiefel rc können aufgefrischt werden, indem man sie hier und da mit einem in Milch getauchten Lappen abreibt. Auf diese Weise > m , kann man die Sachen lange in gutem Zustande erhalten. m f „ Vsgelev?u &•, Ein Geschworener wurde beim e ♦ * Zerlassen des Gerrchtssaales gefragt, wie der Prozeß ver« Honigernie und Honigpreise. Auf -dem Honig« ^ufen sei. — „Einstimmig freigesprochen," war seine Antwort, markte kann sich in den nächsten Wochen eine bedeutende J°ie habenSie gestimmt?" fragte Jemand witzig. Preissteigerung vollziehen. Denn wie die aus den verschiedensten 7 "T1, . 8 °^f ich nicht sagen, die Abstimmung ist ja ge« . Gegenden Deutschlands eingehenden Berichte erkennen lassen I $e m' antwortete der Gewissenhafte. ist die diesjährige Honigernte weit unter mittel geblieben' * - * Auch in anderen Ländern, besonders Fränkreich, Rußland und Italien, werden lebhafte Klagen über die schlechte Honig« ernte laut. Es steht demnach mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten, daß die Honigpreise im Frühjahr wesentlich an« ziehen werden.