AnrerchaLtttngshlatt $um Gietzenev Anzeigen sGenepal-AnZSTgevZ 1894. M.120. DE' E •" !2^Sti;p: OWV Vlliiyv ■ ft ^9— .:< MKHMMWLMMLKOH^WMUHM WH^WWMA^^M Samstag, den 13. Oktober. Im Strome des Lebens. Roman von Jenny Piorkomska. (Schluß.) XIII. Der Zufluchtsort, den ich mir erwählt hatte, war nicht weit. In Pontinus Haus fand ich Schutz und liebevolle Aufnahme. Sie fragten nach nichts, was ich ihnen nicht aus freien Stücken erzählte; sie vertrauten mir und refpectirten meinen Kummer. Als Tante Aurelie nach längerer Zeit meinen Aufenthaltsort ausgekundschaftet hatte, schrieb sie in geradezu beleidigenden Worten an Herrn Pontinus; sie verbat sich in diesem Briefe für immer meine Rückkehr und sagte sich vollständig von mir los. Nach fast einem Jahre hörte ich zufällig, sie sei mit ihren Töchtern nach dem Süden gegangen, Martha habe einen jungen Italiener geheirathet, Josephine sei noch unvermählt. Vetter Hugo war bald nach ihrer Rückkehr von Schloß Rodegg nach England abgereist, um sich für immer dort niederzulasien. Und ich? Als ich, nachdem ich mich von meinem schweren Kummer ein wenig erholt hatte, meinen Wirthen eines Tages sagte, daß ich ihnen nun nicht länger zur Last fallen wollte, erklärten sie mir, das würde, das könne ich ihnen doch nicht an- thun; sie wüßten gar nicht, wie sie wieder ohne mich leben sollten und wenn ich ihnen nicht bitter weh thun wollte, dürfte ich nie wieder davon reden, sie verlassen zu wollen. Was hätte ich unter den obwaltenden Umständen mehr wünschen können, als die Liebe, die Obhut zweier so guter, edler Menschen zu genießen? — Ich machte mich so nützlich, als ich vermochte — und blieb. — Gegen Rodegg erfüllte ich mein Versprechen und theilte ihm, sobald er auf der Fahrt nach Amerika war, mit, daß ich bei seinen Freunden eine sichere Zufluchtsstätte gefunden hätte. Rach längerer Zeit kam die Antwort; ein kurzer, freundlicher Brief, doch klang es so eigentümlich und gezwungen zwischen den Zeilen hindurch, daß ich den Brief mit dem Ge- sühl bei Seite legte, daß sich auch dieser, mein einstiger Freund, von mir abgewendet hatte. Hin und wieder traf an Herrn Pontinus ein Brief von ihm ein, der dann stets auch einen Gruß für mich enthielt. „So allein und in Gedanken?" sagte Fräulein Pontinus eines Tages, zu mir in's Zimmer tretend, als ich, den Kopf in die Hand gestützt, düster in die helllodernde Kaminflamme blickte. „Ich habe eine Neuigkeit, die auch Sie interefsiren wird!" „So?" entgegnete ich gleichgiltig. „Ja; Rodegg kehrt nächste Woche aus Amerika zurück und wird nun wirklich noch Ihre Cousine Josephine heirathen. O, ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie mich das ärgert I Wahrhaftig, ich gönne ihr diesen Mann nicht! Hätten Sie nur an jenem Abend, als Sie Alle bei uns waren, die Gelegenheit, die ich Ihnen in dem kleinen Boudoir gab, wahrgenommen, sie hätte ihn nie bekommen." Ich zuckte lächelnd die Achseln, im Stillen aber empfand ich einen bitteren Schmerz in der Erinnerung an jene unglückseligen Tage. * • Rodegg kehrte also zurück, um jedenfalls seine Besitzung nicht wieder auf längere Zeit zu verlasien; da war meines Bleibens nun auch nicht mehr. Ich hätte nicht vermocht, ihn vielleicht täglich zu sehen, mich ruhig mit ihm zu unterhalten — und nun vollends mit Josephine als Gattin an seiner Seite; nein, das vermochte ich nicht! Mit schwerem Herzen theilte ich meinen lieben Freunden meinen Entschluß mit; ruhig, aber fest wies ich alle ihre Vorstellungen, all' ihre Bitten und Flehen, warum ich sie nun so plötzlich verlasien wollte, zurück; ich sollte doch bleiben, sie wollten Alles, Alles thun; mich für immer an ihr Haus fesieln. Am liebsten hätte ich die Gegend noch vor Rodeggs Heimkehr verlasien, als ich meiner Freundin aber davon sprach, fühlte sie sich so tief gekränkt, daß es gar zu undankbar ge- schienen hätte, wenn ich ihrem Drängen nicht nachgegeben und versprochen hätte, noch vier Wochen zu bleiben. — Eines Abends ging ich langsamen Schrittes die Allee hinab nach dem kleinen Birkenwald; dort am Ende setzte ich mich nieder auf die Steinbank, die einen so schönen Blick auf den halb von tiefherabhängenden Weiden umgebenen Teich gewährt. Wie ruhig, wie beneidenswerth still war Alles ringsum. Ich hatte gehofft, auch mein Inneres werde seine einstige Ruhe wiederfinden — damit aber war es nun vorbei! Ich ging in eine neue Welt, von fremden Menschen umgeben, die mich nicht verstanden, nie verstehen würden. O Gott, was hatte ich denn gethan, daß ich so gestraft wurde? In dem Alter, wo jedes andere Mädchen in vollen Zügen die Freuden — 478 — In seinen Armen, mein heißerglühendes Geflcht an seine! Brust verbergend, hauchte ich die Antwort auf diese Fraae gestand ich meine Thorheit, meinen Stolz, meinen Betrug, die mir zwei schwere, kummervolle Jahre bereitet und mich so lange von ihm ferngehalten hatten. — dieserZWelt genießt, hatte ich bereits mit dem Leben abgeschlossen. Und als ich der freudlosen Zukunft, die meiner harrte, gedachte, füllten sich meine Augen mit Thränen. (Nachdruck verboten.) Die alte Kuckucksuhr schlug die elfte Abendstunde. - Knarrend war das kleine Thürchen im Gehäuse aufgesprun- gen, der kleine grüne Vogel spazierte heraus und machte bei Da plötzlich sah ich in der Ferne eine Gestalt auftauchen — sie kam näher — die Thränen schwanden, bang klopfte mein Herz, ein heftiges Zittern ergriff meine Gestalt. — Sah ich recht oder täuschten mich meine Sinne? — Nein, nein, das war sein Gang, das war seine schlanke Gestalt mit dem stolz erhobenen Kopf. — Bis er die Stelle erreicht hatte, wo ich saß, hatte ich Zeit, wenigstens äußerlich meine völlige Ruhe wiederzugewinnen. Ich reichte ihm die Hand und hieß ihn ruhig und freundlich in der Heimath willkommen. Er setzte sich zu mir, er fragte, wie es mir, seit wir uns nicht gesehen, ergangen sei, er erzählte mir von seiner Reise, seinen . ----- Erlebnissen während des letzten Jahres; er unterhielt sich lange I eine tiefe graciöse Verbeugung — beim elften mit mir, aber trotz all' meines Bemühens blieb unsere Unter- I ®9rct klappte mit lautem Schlage das Thürchen wieder zu Haltung steif und gezwungen. I “ni) .^ußer dem steten, behaglichen Gang der alten Wanduhr „Sie wollen, wie ich soeben von meinem Freund Pon- j herrschte Ruhe im Halbdunkeln, wohlig eingerichteten Zimmer, tinus hörte- wieder fort von hier?" fing er endlich an. I Eine junge Frau stand am Fenster und schaute über den „Haben Sie aber auch bedacht, was Sie aufgeben, wenn Sie I weiten Hof, den strohgedeckte Wirthschaftsaebäude umrahmten Ihre Freunde, die es so gut mit Ihnen meinen, wieder ver- I Sie blickte hinauf zum Abendhimmel, über den sich ein glitzern- lassen, um allein gegen die Stürme und Gefahren, die Ihnen I der Sternenteppich breitete. Geheimnißvoll huschte von Zeit in der großen Welt nicht erspart bleiben werden, zu kämpfen?" I r» Zeit verhaltenes Leuchten eines fern in den Bergen ver- „Ich habe Alles bedacht, ich mache mir auch keine Jllu- I grollenden Wetters über den tiefdunklen Himmelsbogen. sionen über die Zukunft — aber mein Entschluß steht fest." I 3Kft • • •" „Dänn wäre es wohl auch vergebene Mühe, wenn ich I , Bettchen, aus dem der leise Ruf scholl und Ihnen noch weitere Vorstellungen machen wollte," entgegnete I beujt 1*$.. über den blonden Liebling: „Bist Du er, meine Hand erfassend, „Sie wissen, daß meine besten I §^di? Wünsche Sie begleiten." I »D, Ma, mir war so Angst, ich träumte so schwer und „Davon bin ich überzeugt," sprach ich. „Ach, könnte ich I mir ^tß!" Ihnen doch sagen ..." I Wie die Wangen des Knaben glühten I Und dieses heiße, Weiter kam ich nicht, die innere Aufregung erstickte meine I fast sprühende Feuer des Fiebers in den blauen, großen Stimme. I Augen, die ängstlich, wie hilfeflehend auf die junge Frau ge- „Sie wünschten, Sie könnten mir sagen, was ich schon I richtet waren. Es kam ihr selbst jetzt erst drückend heiß im weiß," sagte er, ohne meine Hand loszulaffen. „Sie möchten | Zimmer vor. Sie öffnete das Fenster; laue Abendluft quoll mir sagen, daß Sie mich bemitleiden, — daß es Ihnen leid I herein, ein leiser Windhauch trug stillen, würzigen Duft der thut, mir solchen Schmerz zu bereiten, und daß Sie hoffen, | Lindenblüthe in den Raum. K f°erbe auch über dieses letzte Lebewohl Hinwegkommen. — | Mit vollen Zügen athmete der Kleine die kühlende Lust O, sparen Sie sich Ihre Worte des Mitleids! — Ich hoffte, I ein, dann schien er ruhiger zu werden. „Wo ist Papa?" daß Zeit, Kummer und Ihre einsame Lage mich bei meiner I „Er kommt bald" berubiate iie bett @r/iitafnnf m Werbung unterstützen würden - ich kehrte zurück in die Hei- nur zur Sta^gefahren -M Da " * math, um ein letztes Mal zu versuchen, ob ich keine Hoffnung n „Lm!" r«m unket, weißt Du. . . hätte, Sie zu gewinnen, ob meine heiße, leidenschaftlicheLiebe I eLwieber. f° Otters Medicin, seufzie nicht wenigstens auf ein klein wenig Zuneigung von Ihnen I b ^, n r “ttb ”er8°9 schmollend das Mündchen, hoffen dürfe — aber nein! Der erste Blick aus Ihren Augen, j . ©ie wte ihn abzulenken von dieser trüben Erinnerung die ersten Worte von Ihren Lippen sagten mir genug; ich j ber verflossenen Stunden seiner schweren Nervenkrankheit, finde Sie kälter und fremder denn je! — Thörichtes Mäd- I doch die vielen Tausend glitzernden Sternchen am Him- chen," fuhr er in immer hastigerem, erregterem Tone fort, I met' mein süßer Fredi, die leuchten Papa auf seinem Heim- — »wie wenig wissen Sie, was Sie von sich stoßen! Wie I roe8e- t .. nutzlos, sich an eine leere Erinnerung zu klammern! Glauben I . - Die heißen Blauaugen richteten sich hinauf zurHimmelr- Sie mir, es würde den Tobten nicht kränken. — O, nie hätte I be(Je- * was sind denn das eigentlich, die Sterne?" ich gedacht, daß ich jemals so mich demüthigen, so bitten I frQ9te er bann plötzlich mit so altkluger Miene, wie er sie könnte! Aber versuchen Sie nur, mich zu lieben; schenken Sie I manchmal anzunehmen pflegte. mir Ihr Vertrauen, Ihre Achtung, und ich nehme es auf I stehst Du, das sind die Augen der braven Kinder, mich, Ihnen noch Liebe einzuflößen. Ist es denn nichts, so | b‘e ber »ebe Gott als Engelein zu sich gerufen hat," sagte sie. geliebt zu werden, wie ich Sie geliebt habe? Die erste, letzte | »Ma, war ich denn immer recht brav?" lallte der kleine und einzige Liebe eines Mannes zu fein, der unter so Vielen I Kerl, schon wieder in fieberischer Erregung — dann sank der wählen könnte. Denken Sie nur an ..." I heiße Kopf schwer in die Kissen. Ein Beben flog durch des Durfte ich den Worten, die ich hörte, trauen? Hielt kein | mngen Weibes Körper, als sie sachte die Fensterflügel schloß. Traum mich umfangen? War es wirklich eines Menschen, I Vier Tage sind vergangen, da» kleine Bettchen ist leer, war es wirklich seine Stimme, die so zu mir sprach? I Die junge Frau steht, an ihren Gatten geschmiegt, wieder am „Ehe Sie weiter reden, lassen Sie mich Ihnen Eines I Inster, die Abendluft streicht lau herein, leiser, süßer Duft sagen, was meine Lippen bisher Niemandem verrathen haben; I . , Lindenblüthe bringt auf des Windes leichten Schwingen der Himmel vergebe mir, wenn es eine Sünde ist — aber I Ammer. Das Heer der Sterne flirrt und flimmert am ich habe nie da geliebt, wo Sie glauben. Ich täuschte ihn I dunklen Himmel, eine Sternschnuppe huscht über das tiefblaue und täuschte Sie; aber ich bin bitter dafür bestraft worden I . ™ und erblaßt im unendlichen Raum — und da das und habe es bitter, sehr bitter bereut. Zwischen mir und ihm I , eib nut1 hinaufbltckt, da« seinen Liebling verlor, bricht stand eine andere Liebe, die längst in meinem Herzen lebte, I mh,e,‘n ^utes Klagen aus ihrer Brust. Zwei Augensterne, bevor ich ihn kennen lernte — eine Liebe, die heute noch so | bie l?re8 blonden Knaben, waren ja erloschen für immer. I ott.B..«.* — 479 — GsnreninNtziges Wanderung im Noaeksöera. i Nach der zweiten Nachtruhe in Eichelsachsen ging er wieder _____ a ü zu Fuß bis Eichelsdorf. Von letzterem Orte fuhr Einsender Al« am 10 (SotitPwhor «ihn» m hu , 11. . I ?er Bahn über Nidda, Gießen wieder' nach Haus. — Der ÄX”*" ""b -- w--,h. b.6 m°»ch°°° Zeilen die Sehnsucht, wieder einmal eine Wanderung nach dem ' '' ' ' „W. V. lieben Vogelsberg, seiner früheren Heimath, zu unternehmen. Mit dem Stab in der Hand, aber ohne Sträußel am Hut, pilgerte er, ein 70jähriger Greis, am vorigen Mittwoch von Butzbach über Münzenberg, Wohnbach, Berstadt, Salzhausen nach Nidda. Von da aus benutzte er die Secundärbahn durch I Wie bringt man das Moos im Rasen weg *? das schöne Niddathal nach Schotten, wo er kurz nach 7 Uhr Von großem Werthe für Rasenflächen sind Kalkdüngungen; Abends wohlbehalten anlangte. Von dem Besitzer des Gast- ganz besonders sind sie aber da angebracht, wo es sich um die Hofes zum „Hessischen Hause" freundlich ausgenommen, beschloß Vertilgung von Moos handelt. Den ersten Rang unter den der Wanderer, dort zu übernachten. Nachdem er den knurren- kalkhaltigen Düngemitteln nimmt in diesem Falle die Holzasche den Magen gehörig befriedigt hatte, ließ er sich ein Zimmer I ein. Sie enthält alle diejenigen mineralischen Stoffe, welche anweisen und begab sich zur Ruhe. Das Bett, frisch mit die Pflanze zu ihrem Aufbau benöthigt. Neben größeren schneeweißer Leinwand überzogen, bot ein vortreffliches Nacht- Mengen Kali, Natron, Kalk, Kieselsäure, ist die Holzasche bis lager, so daß der müde Wanderer bald in Morpheus Armen zum fünften Theile ihres Gewichtes reich an phosphorsauren fest schlief bis zum kommenden Morgen. Ein guter Kaffee I Salzen. So vernichtet sie nicht nur das Moos, sondern trägt nach vorzüglicher Nachtruhe mundete vortrefflich. Nach Be- auch ungemein zum fröhlichen Gedeihen der Gräser bei. Man richtigung der Rechnung für Nachtlager und Verköstigung, verwendet auf den Quadratmeter etwa 250 Gramm, im Frühäußerst billig bei sehr freundlicher Behandlung seitens der noch jahr ausgestreut. Sollte Holzasche nicht zur Verfügung stehen, jungen Wirthsleute, ging es nun weiter nach dem hohen f° leisten verrottete Sägespäne oder alte Gerberlohe bei Ver- Hohenrodskopf zu. Der Himmel hatte sich bewölkt und es j tilgung des Mooses auf Rasenflächen auch gute Dienste, war empfindlich kalt bei östlicher Windrichtung. Doch konnte * * * man noch ziemlich weit sehen. Felder und Wiesen belebten Wie man Mauern an der Wetterseite schützt, sich nach und nach mit Landleuten, welche sich emsig mit Um durch Anschlägen des Regens feucht gewordene Mauer- Mähen des Grummetgrases und Heimholen von Roggen, wände auf der Wetterseite zu schützen, hat sich ein einfaches Gerste und Hafer beschäftigten. Ich begegnete mehreren I Mittel in der Praxis ungemein bewährt. Ueberstreicht man Wagen, vor welche sechs Kühe gespannt waren. Sämmtliches nämlich die Mauersteinwand in trockener Jahreszeit mit dünnem Vieh war ächt Vogelsberger Rasse und gut genährt. Eine I Seifenwasser von harter Seife, so füllen sich die feinen Poren Schafheerde bei Breungeshain erregte große Bewunderung. I der Steine damit an, und die rückständige harte Seife ver- Die Früchte im Felde haben allerdings durch vieles Regen- I stopft dieselben nach Verdunstung des Waffers. Die mit die- weiter Roth gelitten. Allein der wackere Schwabs (hier I tent Mittel zu erreichende Ersparniß gegen andere Schutzmittel Vogelsberger) furcht sich nett. Einsender hat mit vielen Land- ist außerordentlich groß. teilten über Malheur in der Ernte gesprochen, aber Niemand I * * * "Wir haben einen guten Viehstand und Nutzen der Holzkohle. Die Holzkohle ist ein gutes reichlich Futter für denselben," hörte man sagen, „und da desinficirendes Mittel. Infolge ihrer bedeutenden Porösstät wird die Scharte wiederausgewetzt." Was außerdem Freund- absorbirt und condensirt sie rasch übelriechende Luftarten. Ein llchkert, Genügsamkeit, Bescheidenheit und Gefälligkeit anlangt, Cubikzoll srtfche Kohle kann nahezu 100 Cubikzoll Ammoniak da ist der Vogelsberger Menschenschlag unübertrefflich. in Gasform absorbiren (einsaugen). Wird sie in mehreren Gegen 11 Ußr Mittags langte Schreiber dieses in I stachen Gefäßen auf dem Boden eines Gemaches aufgestellt, Breungeshain an. Bei Herrn Gastwirth Appel wurde ge- I f° reinigt sie die verdorbene Luft, 'indem sie die üblen Gerüche rastet. Eine gute Flasche Bier, ein kernhastes Stück Bauern- an sich zieht. Riechendes Fleisch kann wieder rein gemacht brod und ein Stück Wurst diente als Frühstück, alles zusam- I werden, wenn man es mit Kohlen bedeckt. Die Holzkohle men kostete 40 Pfg. Nach einer Stunde Rast galt es, den I bildet ein unvergleichliches Verbandsmittel für bösartige Wun- letzten Höhenzug zu ersteigen, um das Haus des Vogelsberger I den und Geschwüre, indem sie oft tobte« Fleisch in uuglaub- Höhenclubs zu erreichen. Da hieß es aber gestiegen und lich kurzer Zeit verzehrt. In Fällen von sogenanntem wilden immer langsam voran. Um halb 1 Uhr wurde das Ziel er- I Fleisch ist sie unschätzbar. Sie läßt keinen üblen Geruch aufreicht. Dicht am Walde steht das Clubhaus. Der geräumige I kommen, greift kein Metall, kein Gewebe, keine Farbe an; Saal war bei der herrschenden kühlen Witterung hübsch er- I ste, ist ein einfaches, sicheres und ganz unschädliches Des- wärmt. Mehrere Damen und Herren waren schon vor mir I inficirungsmittel. Auf Brandwunden gelegt, stillt sie den angelangt. Ein guter Kaffee verscheuchte alle Müdigkeit. An I Schmerz augenblicklich und beschleunigt die Heilung ungemein. Eiern, Schinken und gutem Brod war kein Mangel. Ein Ein Theelöffel voll Kohlenpulver, in einem Glase Wasser ge- gutes Fernrohr stand jedem Gast zur unentgeltlichen Verfüg- uommen, mildert oft nervöses Kopfweh, das vom Magen aus- ung. Da der Himmel etwas bedeckt war, so konnte man nicht I geht. Sie ist eines der besten Mittel gegen Blähungssehr weit sehen, das war schade. Das Fremdenbuch aber öeschwerden, wenn der Leib von Gasen aufgetrieben ist. Sie leistete hinlänglich Ersatz. Die drolligsten Bemerkungen in I wirkt oft günstig bei Verstopfungen, Sodbrennen und Magen- demselben reizten zum Lachen. | krampf. Punkt 3 Uhr Nachmittags trat Einsender dieser Zeilen I * * * den Rückweg an. Er ging wieder zurück nach Breungeshain | Fleckenwasser gegen Rostflecken in Wäsche, und von da ab über Busenborn, Eschenrod und Wingershausen I Man mischt in einem Glase ein Theil Znckersäure (Kleesäure), nach Eichelsachsen. Dieses enge Thal mit feinen prächtigen I ein Theil Citrouensäure, ein Theil Salz und acht Theile Wiesen und steilen bewaldeten Höhen seitwärts und das krystall- I reines Wasser. Mit einigen Tropfen von der hieraus erhal- helle, plätschernde Gewässer in der Thalsohle, Alles ist zum I tenen Lösung überstreicht man den Flecken, hält diesen dann Entzücken schön. Rechnet man dazu die vortrefflich erhaltenen | an ein mit heißem Wasser gefülltes und dadurch erhitztes Kreisstraßen von Ort zu Ort, so muß man unwillkürlich aus- | zinnernes Gefäß, worauf der Flecken alsbald verschwindet, rufen: „Was willst Du in die Ferne schweifen, sieh', das I Die betreffende Stelle wäscht man dann mit Seifeuwasier nach. Schöne ist so nahl" In Eichelsachsen wurde das zweite I * * * Nachtquartier genommen. Ueberall die freundlichste Aufnahme; I Feuerfester Kitt. Feuerfester Kitt, welcher (hart von Uebervortheilung für Speisen und Getränke ist keine Rede. I geworden) der Hitze von kochendem Waffer wie auch der aussühren, mußte der Herr Lieutenant doch nicht allzusehr von dem guten Gedächtniß seines Fritz überzeugt sein und deshalb erfolgte in jedem Quartier immer wieder dieselbe Mahnung: „Daß Sie mir nicht vergessen, die Handtücher mitzunehmen." — Das Manöver war vorbei und man rückte in die Garnison ein. Natürlich «ar, als Beide wieder zu Hause waren, die erste Frage: „Haben Sie auch nicht die Handtücher vergessen?" worauf Fritz ein Packet herbeischleppte und demselben mit sichtlicher Befriedigung, aber zum großen Erstaunen des Herrn Lieutenant — einunddreißig Handtücher entnahm. — Fritz hatte eben den Befehl falsch verstanden und überall, wo sie im Quartier waren, die Handtücher mitgenommen. * • • * Bekanntmachungen. Das Durchgehen ist nur meinen Gästen gestattet- K. B., Braueretbesitzer. Wer über diese Wiese geht, erhält fünf Mark zur Strafe. Der Besitzer. Der Graswuchs auf den Grundwissen wird hiermit genehmigt. Der Ortrvorstand. qu Ehren des Geburtstages Sr. Durchlaucht des regierenden Fürsten erscheint heute die hiesige Garnison nur im Helm auf der Straße. Die Militärbehörde. Die Besitzer von Hunden, welche keinen Maulkorb tragen, werden unnachsichtlich eingefangen und binnen drei Tagen ge- töbtct- Die Polizeiverwaltung. Elf Kleiderschränke für Mannschaften von Kiefernholz fudjt Die Garnisonverwaltung. Wie man Krebse züchtet. Der Förster B. ist ein sehr großer Freund von gekochten Krebsen. Seitdem in Deutschland fast in allen Gewässern dieselben ausgeflorben, war auch der Bach in der Nähe seines Wohnhauses krebsleer. Der Förster entschloß sich, denselben von Neuem zu besetzen und kaufte 1 Schock theuere Krebse hierzu. Kaum waren dieselben einige Tage ausgesetzt, da kam freudestrahlend zu ihm ein Junge und rief schon von Weitem: „Herr Förschter, Herr Förschter! im Bach sinn widder Krebse, 59 Hamm mer schon gegessen." Tableau! * , ♦ Ein unglückliches Weib. Sie: „Paul, das thut weh! Ich weiß es ja, ich seh' es ja, daß Du mich nicht mehr liebst!" — Er: „Aber liebe FraU, soll ich Dir denn noch öfter meine Liebe schwören?" - Sie (schluchzend): „Nein, nein, ich glaub' es nicht! Eine Frau mit einem so alten Hut kannst Du ja gar nicht lieben!"-- Aus der Schule. Ein Knabe wird von seinem Klassenlehrer zum Nector der Schule nach einem Teüurium geschickt. Der Schüler richtet nun den Auftrag, wörtlich hier niederge- schrieben, so aus: „Der Herr Cantor möchte das Delirium haben." „ , . Das richtigeMittel. Photograph: „So jetzt machen Sie ein recht freundliches Gesicht!" — Student: „Sehr gern, aber pumpen Sie mir vorher zwanzig Mark!" Ausgeplaudert. Chef (zum neuen Lehrling): „Hat Dir der Buchhalter schon gesagt, was Du Nachmittags zu thun hast?" — „Ja; ich soll ihn wecken, wenn ich Sie kommen sehe!" * * Aus einem Liebesbrief. ... als Erkennungszeichen werde ich am Sonntag hellblondes Haar tragen. Redaction: A. Scheyda. - Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Eichen. Vor Gericht. Präsident: „Haben Sie etwas anzu- | führen, was zur Linderung Ihrer Strafe beitragen könnte i | - Angeklagter: „Ach ja, Herr Präsident, laffen Sie mr Fritz, daß Sie mir nicht vergessen, die Handtücher mitzunehmen!" so lautete die eindringliche Mahnung, die der Herr Lieutenant X- an seinen Burschen richtete, als Beide sich anschickten, in's Manöver auszurucken Mama hatte dem Herrn Lieutenant anempfohlen, doch ia eigene ää äs »Vr S« «' Ä‘ auTtf»« 1 M -in & Meta Bette bringe»!" stärksten Glühhitze widersteht, fertigt man aus vier bis fünf Theilen getrocknetem und gepulvertem Lehm, zwei Theilen feinen rostfreien Eisenfeilspänen, einem Theil Braunstein, einem halben Theil Kochsalz und einem halben Theil Borax. Alks dieses wird recht innig mit einander vermischt, dann mit Wasser zu einem dicken Brei angerührt und dieser Kitt, da er rasch verhärtet, schnell verbraucht. # , Perlmutter. Man reinigt die Sachen mit einer Mischung von weißem Thon und Wasser- Seife zerstört den Glanz. # , « ^wetschen-Röster. Man entfernt die Kerne aus schönen reifen Zwetschen und kocht sie mit Waffer. etwas Mucker und ein Stückchen Zimmt, bis sie recht weich sind und der Saft dicklich ist, servirt sie so oder passirt sie und läßt sie noch etwas verkochen. Als Beigabe zu Schmarn, Knödeln u- dgl. e , Vöklinassalat. Gastwirthe und Gutsbesitzer, die im Winter öfter ganze Kistchen Pöklinge einkaufen, klagen zuweilen, daß sich dieselben nicht lange genug frisch erhalten. Diesem Uebelstande ist dadurch abzuhelfen, daß man noch rechtzeitig aus den übrigbleibenden Pöklingen einen Salat bereitet. Die aefchälten Pöklinge werden klar gewiegt und dann gekochtes Fleisch, Gurken, Zwiebel, Essig und andere Gewürze hinzufügt. Der wohlschmeckende, Salat ,hält noch mehrere Tage. Kümmelkuchen zumFühstück. Von einem Mund Mehl wird mit etwas lauer Milch ein Teig gemacht- Wenn er aeaanaen ist, thut man 1 Ei, 64 Gramm Butter, etwas Salz^eine Hand voll Kümmel und soviel Milch dazu, als das Mehl annimmt, daß es ein fester Teig wird. Diesen verarbeitet man dann so lange auf dem Nadelbrett, bis der Kümmel anfängt wieder herauszufallen. Dann wird der Teig in eine hohe Form gegeben; nachdem er aufgegangen, wird er im Rohr gebacken., # Kürbisbrei mit Reis bereitet man indem man die geschälten, von Kernen und Fasern befreiten Kürbisstücke 3/ Stunde in Wasser weichkocht, dann auf einem siebe ab laufen läßt und den Brei mit in Milch dick ausgequelltem Reis vermischt. Alsdann fügt man gut gereinigte KoMthen und etwas geriebene Muskatnuß hinzu und läßt das Ganze mit ÄW» S°„ Md einem «"-»»»-4 .Mm» verkochen. Beim Anrichten bestreut man den Brer mit Zucker und Zimmt. # * Fischsuppe. Einen abgekochten Fisch kleinster Gattung man in kleine Stücke und wirst dieselben m üne aus 3/< Liier Wasser, 5 Gramm Liebigs Fleischextract und 10 Gramm getrockneter Julienne hergestellte Suppe, die vorher eine halbe Stunde gekocht hat. Dann säuert man diese Suppe mit Citronensaft, Essig oder auch s^erm Wein, salzt und pfessert sie und gibt sie mit gerosteten Brodschnitten zu Tisch. ------------- Vermischtes. M. 121 Ante Rom, „Zw< achtzehn. Triumphe Lola vor dem nachlässig „Wer Lola." „Mai que fcmir Die ! „Ich ebenso wer Lola . „Sie Dank - ! mag dama lanAveilig „Du Pfarrhause Lola Ernst: „I werde. Fi mache ich i „Gew weiß nicht, nachlässig den Ausdy diesen perl und Ander Die q „Dein bin, was I junge Gesck „In t erzogen wo , «Ich lorene Zeit, groß, schör Mann, Sb