AnLerchaltungsblatt 311m Gietzenee AnzeLgeße (Gen-pol-Anzerg-V) 1894. Donnerstag, den 13. September. In den Fesseln der Schuld. Criminal-Novelle von C. Sturm. (Fortsetzung.) Hillesien schien jetzt seine trübe Stimmung überwunden zu haben, denn er zeigte wieder eine heitere Miene und sprach mit Bewunderung von den Schönheiten des Gartens, durch welchen er an Pohlmanns Seite schritt. Bald standen die beiden Herren vor dem Pavillon, in welchem jedoch nur Frau Pohlmann weilte und die Ankommenden einlud, Platz zu nehmen. „Hier trinken wir doch Kaffee," bemerkte Pohlmann zu seiner Frau, und als dieselbe zustimmend nickte, sagte er: „Nun, so wollen wir Professor Galen, Ernst und Carola auch herbei- rufen." „Dort drüben an demLSpringbrunnen stehen sieJ alle drei," entgegnete Frau Pohlmann. „Bitte, nehmen Sie doch im Pavillon Platz, Herr Messen," sagte dann die Dame des Hauses, während der Hausherr davon eilte, um seine Kinder und Professor Galen herbeizuholen. „Hier ist es wie im Paradiese, gnädige Frau," bemerkte Hillessen, als er neben Frau Pohlmann auf deren wiederholte Aufforderung in dem reizend auf einem kleinen Hügel in dem großen Garten gelegenen Pavillion Platz nahm. „Wenn man doch auch ein so schönes Heim besitzen könnte!" „Nun, das können Sie sich doch schaffen, Herr Hillessen!" entgegnete Frau Pohlmann. „Einem Mann in Ihrer Stellung und bei Ihren Talenten kann es doch wahrhaftig nicht schwer fallen, sich ein schönes Heim zu gründen." „Ein feines Haus und einen hübschen Garten dazu könnte ich mir allerdings jeden Tag kaufen, aber das ist noch lange kein glückliches Heim," sagte Hillesien, „dies kann nur eine Frau und zwar nur eine geliebte Frau schaffen, und eine solche werde ich schwerlich finden." Erstaunt über dieses offene und schwermüthige Geständ- niß blickte Frau Pohlmann auf Hillesien« blasses Gesicht. — „Warum sollten Sie keine geliebte Frau finden?" bemerkte sie mit halblauter Stimme. „Wer Liebe ernstlich und aufrichtig sucht, der wird auch Liebe finden." „Ich will das nicht bestreiten, aber ich muß offen gestehen, daß ich, bisher nur den Geschäften lebend, noch nicht dazu gekommen bin, nach Liebe zu suchen, und da ist sie denn selbst wie der Dieb in der Nacht über mich gekommen, urplötzlich, mächtig und unwiderstehlich, aber auch zugleich gänzlich hoffnungslos." „Dies ist sehr, sehr zu beklagen," erwiderte Frau Pohlmann, „aber trotz der bittersten Enttäuschung würde ich an Ihrer Stelle doch nicht alle Hoffnung aufgeben, Herr Hillesien, denn es wird uns im Leben, wenn auch ost nach langem Warten, doch oft noch ein heißer Wunsch erfüllt." „Diese Ihre Worte sind für mich allerdings ein unendlicher Trost," sprach jetzt Hillessen mit eigenthümlicher Betonung und während seine Augen stärkeren Glanz erhielten, „und ich wage es auszusprechen, was mich quält und was mein Herz mit Wonne und Weh erfüllt, gnädige Frau. Ich liebe unendlich Ihre Tochter, Fräulein Carola, und wäre glücklich, wenn ich sie besitzen könnte." Erschreckt über dieses neue, plötzliche Geständniß Hillessen» erhob sich Frau Pohlmann von ihrem Stuhle, und den Gast erstaunt anblickend, sagte sie, ihre Erregung kaum beherrschend: „Herr Hillesien, Ihr Antrag ist eine Ehre für uns, muß aber mit Bedauern abgelehnt werden, denn unsere Tochter gilt bereits als heimlich mit Profesior Galen verlobt. Entschuldigen Sie mich gütigst jetzt einige Augenblicke, ich will dem Diener sagen, daß er den Kaffee bringt." Verblüfft und verlegen saß Hillesien jetzt allein in dem Pavillon. Er schlug sich mit den Händen vor die Stirn und seufte: „Ich werde hier wegen diesem Mädchen völlig zum Narren. Solch' ein Unglück, daß mir der Profesior zuvorgekommen ist und daß ich mir deshalb lauter Abweisungen mit meiner Werbung hole, ist ganz unerhört. Und dies muß gerade mir passiren! Was nutzt mir nun der glänzende Directorposten und was hilft mir mein vieles Geld!" Zum ersten Male in seinem Leben sah Hillessen ein, daß Geld und Ehrenstellen das Glück der Menschen nicht allein zu begründen vermögen, sondern daß es noch ganz andere Mächte im Herzen und Gemüth gibt, welche die Erdensöhne glücklich oder unglücklich machen können. Das Schicksal hatte den verwegenen Streber und Glücksritter durch die Erfahrungen des heutigen Tages gewissermaßen vor einen Scheideweg gestellt, wo er seinen bisherigen Irrweg einsehen und den rechten Pfad wählen konnte, den schmalen Pfad der Selbstbeherrschung und der Entsagung, wenn uns Güter dieses Lebens versagt sind, aber Hillessen konnte auch verwegen auf der Bahn des Ehrgeizes und der Leidenschaften weiterschreiten und sein verlockendes Ziel mit allen Mitteln der List und Verschlagenheit zu erreichen suchen. Mit seinem klaren Geiste übersah er nicht den Wendepunkt, an den er nun wieder in seinem Leben gekommen war, aber es fehlte ihm die sittliche Kraft der Entsagung, und da — 426 . Hillessen gefällt mir nicht, sein ganzes Wesen berührt mich böser Menschen zu studiren, an meinem Argwohn gegen Hillesien festhalte. Trotz Strafgesetzbuch und Zuchthaus be- sitzen viele Menschen die Fähigkeit, unendlich viel Böses zu stiften und der Richter kann sie ost gar nicht einmal dafür strafen. Wie vermögen Ränkespiel, Verleumdung, Liebedienerei, Ausnutzung gewisser Zwangslagen und andere Dinge nicht Schaden und Unheil zu stiften, ohne daß man es rechtzeitig verhüten kann! Und dieser Hilleffen, an welchem ich mehr fatale Eigenschaften beobachtet zu haben glaube, als ich jetzt aurzusprechen für gut halte, könnte fehr wohl ein solcher gefährlicher Mensch sein. Wir wollen daher ganz besonders auf der Hut sein und uns förmlich gegen seine schlimmen Machen« schäften verbinden. Sehr gut wäre es auch, wenn mein Vater sobald al» möglich vor Messen gewarnt würde! Barmherziger Gott, wenn ich daran denke, in welcher hohen, verantwortungsvollen Stellung sich mein Vater als Leiter der Central- Commerzbank befindet und daß dieser Mann sein College, sein nächster Mitarbeiter und Vertrauter geworden ist, so schwindelt es mir vor dem Abgrunde, nach welchem wir uns hinbewegen können!" „Aber bester Ernst, Du siehst entschieden viel zu schwarz," entgegnete der Professor, „solche möglichen Gefahren sind ja noch lange keine wirklichen. Auch ist Dein Vater doch ein sehr kluger und energischer Mann, der sich gegen Ränke, die etwa Hilleffen schmieden sollte, zu schützen wissen wird. Auch hat Dein Vater als erster Beamter der Bank gegen Hilleffen doch gar keine Rücksichten zu nehmen und kann dessen Rücktritt von dem Directorposten veranlassen, wenn dies als wünfchens- er in seinem Streben so viel Erfolg gehabt hatte, war auch die Leidenschaft in ihm so mächtig, daß er sie nicht bändigen konnte, sondern vielmehr immer und immer wieder darüber nächdachte, wie er den heißesten Wunsch seines Herzens verwirklichen konnte. Diese Gedanken mußte HUessen allerdings jetzt zurückdrängen, denn eben kehrte die Familie Pohlmann mit dem Professor Galen in den Pavillon zurück und der Diener begann den Kaffee zu ferviren. Mit nicht zu verkennender Absichtlichkeit zogen Herr und Frau Pohlmann den Bankdireetor Hilleffen in ein Gespräch über die Aufführung einer neuen Oper, und da auch der Professor Galen und der Referendar Ernst Pohlmann, sowie Carola sich lebhaft an dieser Unterhaltung betheiligten, so war auch Hillessen die Möglichkeit abgeschnitten, seinen leidenschaftlichen Liebesgedanken weiteren Ausdruck zu geben und fehr erleichtert athmeten die Eltern der jungen Dame auf, als sich eine halbe Stunde später Hillessen verabschiedete, ohne nochmals auf das heikle Thema zurückgekommen zu fein. Inzwischen setzten Professor Galen, Carola und Ernst ihre Unterhaltung im Pavillon des Gartens fort und kamen dabei naturgemäß auch auf den neuen College» des Vaters zu sprechen. „Bitte, lieber Freund," sagte Ernst Pohlmann während dieses Gespräches mit sehr ernstem Tone zu Galen, „sage mir jetzt ohne jede gesellschaftlichen Rücksichten einmal, welchen Eindruck Herr Hilleffen auf Dich gemacht hat?" Professor Galen antwortete nicht gleich, sondern blickte den Frager verwundert an. „Wir sind ja unter uns," begann er dann halblaut, „und da kann ich mein Urtheil genau so aussprechen, wie ich es in meinem Denken und Empfinden für richtig halte. Herr Director Pohlmann im Garten, bis fich dann auch Professor I ♦ * Galen herzlich verabschiedete. z „Ich begleite Dich ein Stück," bemerkte Ernst, als der | Am andern Tage quälte die leidenschaftliche Liebe zu Professor gehen wollte, und wenige Minuten später schritten I Carola den Bankdirector Hillessen derartig, daß er Nachmittags, die beiden Freunde nebeneinander auf der Straße, ein leise I als er mit Pohlmann allein in deflen Privatcomptoir in der geflüstertes Gespräch führend. Bank war, noch einen Versuch machte, um Carola» Vater „Mich beunruhigt Dein Urtheil über Hillessen außerordent-! günstig sür seine Werbung zu stimmen. Aber mit diesem lich," sagte Ernst zu Galen, „denn ich habe selbst ein großes \ neuen Versuche machte Hillessen eine sehr böse Erfahrung, denn Mißtrauen gegen diesen Mann und werde ganz von dem Ge- | Pohlmann wies ihn jetzt ganz schroff ab und bemerkte nocy danken beherrscht, daß er großes Unheil in unser Haus bringen I dazu, daß es eine Anmaßung sei, um eine junge Dame zu kann." werben, die bereits verlobt sei und nicht daran denke, ihr Ver« „Da gehst Du in Deinen Befürchtungen wohl zu weit, | löbniß zu lösen. Und als Hillessen in seiner zähen Art immer lieber Ernst," entgegnete Professor Galen, „denn Menschen | noch seine Werbung zu beschönigen suchte, so rief ihm Poy^ mit gefährlichen Eigenschaften brauchen ja nicht nothwendiger \ mann schließlich zornig zu: „Denken Sie doch gefälligst auq Weise auch uns gefährlich zu werden. Was haben wir über- | daran, daß Sie mir als Schwiegersohn durch den Schein, den Haupt viel mit ihm zu schaffen? Dein Vater wird ihn zu- Sie dem Commerzienrath Polenz ausstellen mußten, sehr schiecht weilen allerdings einladen müssen, aber dabei kann uns doch I empfohlen wurden und daß ich schon aus diesem Grunde aus Hillessen nicht geradezu gefährlich werden?" die Ehre verzichten müßte, Ihre Werbung annehmen zu können, „Du urtheilst bezüglich schlimmer Eigenschaften eines auch wenn meine Tochter nicht bereits im Stillen veriovi Menschen doch wohl zu sehr nach Deinem edlen und idealen z wäre." , ... Herzen," antwortete der Referendar dem Professor, „und Du | Wie vom Schlage getroffen, wich Messen vor dieser i^r wirst daher gestatten, daß ich als Jurist, der in mancher Ge- I klärung zurück und er erbleichte, aber sich dann plötzlich aus richtsverhandlung schon Gelegenheit gehabt hat, die Natur - raffend, sagte er in zischelndem Tone: „Aber als Mitarveiier, werth erscheinen sollte." „Diese Umstände gewähren mir aber noch lange keine Beruhigung vor diesem Manne, denn schon die Thatsache, daß er der Mitarbeiter meines Vaters geworden ist, beweist, daß er einen enormen Einfluß auszuüben vermag und daß mein trotz seiner großen gesellschaftlichen Gewandtheit und Liebens- I Vater wahrscheinlich schon zum Theil im Banne dieses Einwürdigkeit sehr unsympathisch. Er mag ja ein großes Finanz- I flusses steht." . , genie sein und Euer Vater mag Ursache haben, große Stücke | „Darüber wage ich kein Urtheil auszusprechen, erklärte auf seinen neuen College« zu halten, auf mich macht er aber | Galen, „aber die Befürchtungen hege ich lange nicht in dem den Eindruck wie eine in glänzenden Farben strahlende Schlange, I Maße wie Du. Beruhige Dich also und im Uebrigen wollen die verlockend und anziehend erscheint, aber im richtigen Augen- j wir schon auf der Hut vor Hillessen sein. blicke ihr Opfer packt und erwürgt. Hillessen kommt mir vor j Darauf verabschiedeten sich die beiden Freunde und Pro- wie ein Mensch, dem zur Erreichung seiner Zwecke jedes Mittel \ fessor Galen stieg in eine Droschke, um nach seiner Wohnung recht ist, wenn er nur dabei seinen Vortheil ersieht." | zu fahren. Er war seltsam, die Begegnung mit Hillessen hatte Der junge Referendar Ernst Pohlmann war bei diesem | auch Galens heitere Gemüthsruhe gestört, denn wenn er auch vernichtenden Urtheil des Freundes über den neuen Collegen I viel ruhiger als Ernst Pohlmann üoer den neuen Bankdirector des Vaters leichenblaß geworden, und mit leise zitternden | urtheilte, so kam ihm derselbe doch auch so unheimlich und Lippen sagte er: „Es ist dieses derselbe Eindruck, welchen \ rätselhaft in seinem ganzen Wesen vor, daß er im Stillen Hillessen auch auf mich macht. Doch brechen wir jetzt das | dem Freude Recht gab und beschloß, demselben möglichst bet- Thema ab, denn dort kommt der Vater." I zustehen, um von Hillessen etwa dem Hause Pohlmann drohen- Die jungen Leute verweilten dann noch einige Zeit mit I des Unheil abwenden zu helfen. - 427 — SWWMSLSKs NMMKS M--Sr:°: fahrenden Schiffe und Sie werden entweder mit mir glücklich I ^ne«?ur^ul^un® her beiden Depot- in^den Hafen gelangen oder ohne mich schweb« NLch^ «»r einige Bücher Erregung verzeihe ich diese seltsamen Worte," be- ®en£n vorgefallen wäre, brachte Hilleffen die merkte Pohlmann mit großer Selbstbeherrschung. „Bedenken I M Minuten später seinem College« Pohlmann in's Sie doch, daß die Angelegenheit, um welche wir hier streiten, I unb !a£te ^uhig, daß jener sie in seinem Comptoir gar nicht zu den Geschäften der Bank, die allein uns zusammen- W Uegen lassen. führten, gehört! Hier bei unseren Berufsarbeiten verstehen wir I Drei Tage darauf führte aber Messen einen furchtbaren un>?n m men unb war schon nahe daran, Ihnen mein I Schlag gegen den Director Pohlmann aus. Er erschien in vollstes Vertrauen trotz der mir gewordenen Warnung zu I bejJen Privatcomptoir, als die Beamten in den daneben befind- schenken, wenn Sie mich nicht mit einer ganz anderen An- I “$en Bureaus schon fortgegangen waren und sagte zu Pohl- gelegenheit gequält hätten. Dieselbe ist nun aber hoffentlich I wann: „Verehrter College! Sie haben mich, sowie vor allen zwischen uns für immer abgethan und Sie widmen der Bank I Dingen die Actionäre der Bank und wahrscheinlich auch eine auch ferner Ihre ganze Arbeit, ohne den Gedanken zu haben, | ^zahl Gläubiger und Depotinhaber betrogen. Wollen Sie wein Schwiegersohn werden zu wollen. Es wird dann auch es eingestehen oder soll ich es Ihnen beweisen?" feine iWÄLUn:8 kEeherr." Noch suchte der Director Pohlmann seine Fassung zu be- nnh verdrießlich in sein Privatcomptoir zurück I haupten und frug scheinbar ganz ruhig: „Sind Sie bei Sinnen, ^b uchte durch angespannte Arbeit seinen Schmerz zu über- Herr Hillessen, mir eine solch Beschuldigung in's GE zu winden. Aber nicht lange dauerte es, so loderte die Leiden- schleudern?" w 8 8 54 ".^^bmpor und es rührten sich in ihm böse Hillessen lachte höhnisch und erwiderte: „Ich bin noch Anschläge, um vielleicht durch List und Drohungen dennoch sein I bei vollem Verstände, Herr College, aber ob Sie es waren 2m!! Es gab für Hillessen nur eine Möglichkeit, als Sie der Bank bte e cotoffaten$eriSto ttÄ boTS um des Directors Pohlmann Willen zu beugen und dieselbe ich nicht zu entscheiden." 8 ? »be« ?^ung und Geschäftsführung der „Sprechen Sie sich deutlicher aus!« rief jetzt in großer Central.Commerzbank Geheimnisse zu entdecken, welche Pohl- Erregung Pohlmann, welcher noch immer nicht ganz daran mann zu ve^ergen vielleicht die größte Ursache hatte. I glauben mochte, daß der verschlagene Hilleffen Alles entdeckt Dieser Gedanke beherrschte bald Hillessen derartig, daß er | haben sollte. " )$on an den folgenden Tagen die Zeit, wo der Director Pohl- | „Nun, ich werbe mich deutlicher aussprechen,« antwortete wann zuweilen nicht in den Bureaus der Bank anwesend war, I dieser mit dämonischem Lächeln. „Am Reservefonds unserer S verschiedenen Büchern, Kaffen und De- Bank fehlt circa eine Million, die Sie künstlich fortwährend pots nach Geheimmssen und Vertuschungen zu suchen. durch Verkauf von Wechseln der Bank zu verdecken suchen. Wochen vergingen, ohne daß es der heimlichen | Wollen Sie es nicht zugestehen, so werde ich es mit Hilfe Maulwurssarbeit Hillessen« gelang, irgend welche nennens- | eines vereidigten Bücherrevisors beweisen.« werthen Unregelmäßigkeiten, mit denen er Pohlmann hätte Pohlmann wurde leichenblaß bei dieser sott, "daß °diesmr" einÄechenkmstMckchen s?um1inm Fehl-' i^schneidendem To^.^^J^hZ?aber anderes Vermögen der Bank zu verschleiern. Ebenso war | Ihrer Geheimnisse entdeckt Herr Pohlmann " fubr der ^°"??effen bemerkt worden, daß Pohlmann über zwei Depot- ltcheMann fo zwei D^ schränke nie die Schlüssel aus der Hand gab und diese sonst hüteten sind leer. W°lle?Sie'Sfaae^ wer He 5DeÄ an «WJt gerade auffällige Gewohnheit bei dem ersten Beamten I sich genommen und versilbert bat? Oder alauben Ki- das einer Bank erweckte in Verbindung mit der Entdeckung der ich es ruhigblZSwerbe’ blfi Ste £ eTbem ®e£Ä?I«nAeIIs^iIIeffe?8hf8l^ro0§n be,rarti8, b?6 ^Ischen Angaben über das Vermögen der Ban? zum zwetten £„2 Geheimnisse noch näher auf die Spur zu kommen be- Director der Bank gemacht haben? ' * 8 E war, wochte esauch die größte Geduld und Mühe kosten. I „Haben Sie ein Einsehen, haben Sie Erbarmen lieber Nach drei Wochen hatte Hilleffen herausgefunden, daß I Herr Hillessen," stöhnte jetzt Pohlmann i<ö babe weiter Pohlmann in regelmäßigen Zwischenräumen durch den Ver- als Unglück in ber Seituna der Bmk aebabt und Ä« m ! mtrh«?ewCCe«e? b£ bie vicht richtig ge- I persönlich nicht ein Pfennig unterschlagen worden. Hätte ich Mark vermebrt?^ um nahezu eine Million I überhaupt geahnt, daß unsere Speculationen, zu denen übr§ ba6 äefe Summe an gens auch der verstorbene Director Rustan rieth, weil wir Rm^etl?be^attw ?er %en mu^ e‘ ,, I schon einige empfindliche Verluste bei der Beiheiliauna an tr rm$ ro e ln^mon7.ber ^ne finstere I Actien-Unternehmungen erlitten hatten, mit solchen Verlusten L" wachsen sieht aber noch hielt er die Zeit nicht für enden würden, so hätte ich lieber bereits vorsechsJahren Lmen, um mit seiner Entdeckung Pohlmann zu über- j als die Vermögensverhältnisse der Bank noch glänzende waren Mann wollte, letzt vom größten Argwohn I meinen Directorposten niedergelegt. Ich bitte Sie dringend angestachett, erst noch mehr gewinnende Geheimnisse entdecken die Angelegenheit nicht im schlimmsten Lichte zu leben die hÄ bk".^^?irector der Central-Commerzbank fo Bank kann noch viele Jahre weiter^"xistirm und wk e baß er ihn ganz in seine Hände bekam. | auch manche Gelegenheit haben, manches von den Verlusten Dazu wünschte Hillessen mit brennendem Verlangen ganz be- I wieder gut zu machen. Haben wir doch schm in den letzten 428 - Monaten keine schlechten Geschäfte gemacht. Wir werden leicht zu einer Verständigung gelangen, wenn Sie auf meine Vorschläge eingehend (Fortsetzung folgt.) G-M-rnnütziges. Das Schwefel« der Conserven-Gefätze. Ein neues Verfahren, um Früchte, Gemüse und dergl- besser zu conservieren, ist folgendes: Die zum Einlegen bestimmten Gefäße sind gut zu reinigen, auszuspülen und an der Sonne oder bei Ofenwärme inwendig gut zu trocknen. Alsdann wird etwas Schwefel geschmolzen und ein kleines Stück Leinwand in diesen getaucht. Die Leinwand befestigt man an einem Stückchen Draht, brennt sie an, steckt sie in das Gefäß und verschließt dieses sogleich. Nach einer halben Stunde wird der Draht herausgezogen und die einzulegenden Früchte resp. Gemüse können nun in die Gefäße kommen. Eine andere Weise des Schwefelns besteht darin, daß man den angebrannten Schwefel auf einen Teller bringt, und das zu schwefelnde Gefäß darüber deckt, so daß der Schwefeldunst in dasselbe einziehen kann. Dieses Verfahren läßt keinerlei Schwefel geschmack zurück. ♦ * ♦ Verwerthung der Preiselbeeren. Die sortirten und gewaschenen Beeren werden in ein flaches Gefäß gethan, zugedeckt und während einiger Zett bei 100 Grad Celsius so lange erwärmt, bis sich starke aromatische Dämpfe zu entwickeln beginnen und der Saft auszuscheiden anfängt. Hierauf werden die Beeren abgepreßt und der Saft filtrirt. Der so erhaltene Saft wird in Flaschen aufbewahrt und kann in solchem Zustande zur Darstellung von Limonaden, Gelee, und als Zusatz zum Thee verwendet werden. Gleiche Ge> wichtstheile Krümmelzucker und Beerensaft geben einen granat- rothen Zuckersaft, der namentlich zur Darstellung von Punsch und Glühwein Verwendnng finden kann. Die Dauerhaftigkeit des Beerensaftes wird erhöht, wenn man ihn abkocht, abschäumt und dann mit Zucker versetzt. Der eingekochte Beerensaft ist dunkelgranatroth und ziemlich stark aromatisch. Mit Gelatin und Albumin können aus demselben mancherlei andere Genußmittel hergestellt werden. * * ♦ Gesundheitssuppe. Einige Hände voll junger Sauerampfer, halb so viel wie Kerbelkraut, einige Häupter Kopfsalat und ein wenig Petersilie wird rein durchlesen, öfters gewaschen , dann mit dem Wiegemesser etwas geschnitten, doch nicht zu fein, und mit 140 Gramm frischer Butter eine halbe Stunde langsam gedämpft. Hierauf gießt man einige Liter gut kochende Kräuterbrühe darüber und läßt sie noch eine Weile sieden; die aufsteigende Butter wird abgenommen, die Suppe gehörig gesalzen und über kleine, in Butter geröstete Brodkrusten angegossen. * Wo mutz der Baurnpfahl stehen? Nach Süden, hinter ihm das Bäumchen, damit gerade in dieser Jahreszeit die Sonne beim schnellen Temperaturwechsel, bei raschem Auf- und Zufrieren nicht an den Baum gelangt, sondern durch den Pfahl abgehalten wird. Denn nur die von der Sonne beschienenen Stamm- und Asttriebe erfrieren, die anderen nicht. * * » ♦ Magermilch. Alle Ansichten der Sachverständigen stimmen darin überein, daß die Magermilch ein höchst werth- volles einflußreiches Nahrungsmittel, dessen Marktpreis um das fünf- und sechsfache niedriger ist, als sein Nährwerth. Das Eiweiß in der Magermilch wird etwa nur mit dem fünften Theil von dem bezahlt, was Eiweiß in Form von Rindfleisch kostet. Die Magermilch gehört jedenfalls zu den preiswürdigsten Nahrungsmitteln und kann deshalb mit Recht den besten Volksnahrungsmitteln zugezählt werden. Es ist demnach sehr zu beklagen, daß noch immer auf Unkenntniß beruhende Vorurtheile, insbesondere den Arbeiterstand von dem täglichen Genuß der Magermilch abhalten. Vermischtes. Traurige Erfahrung. Kaufmann: „Sie haben sich um die Stells als Hausknecht beworben, wie steht es denn mit Ihren Militärverhältnissen?" — Hausknecht (zögernd): „Ja, von den ganzen is mich blos die Kathi treu geblieben!" * • ♦ Mißverständnis Richter: „Sie waren schon einmal wegen Milchfälschung angeklagt?" — Bauersfrau: „Ja." — Richter: „Wie viel haben Sie denn damals bekommen?" — Bauersfrau: „Bekommen hab' ich gar nichts; ich mußt' noch sechzig Mark dazu zahlen!" » $ # Zw ei Ansichten. Optimist (eine Raupe betrachtend): „Schau' nur, wie bequem es so ein Thier hat. Diese vielen Füße!" — Pessimist: „Ich danke — und dann diese Masse Hühneraugen!" * ♦ * Vorgebeugt. Hausknecht: „Sie möchten mir rasch irgend ein beruhigendes Mittel geben I" — Apotheker: „Was ist denn passiert?" — „Roch nichts; aber unser Herr will nachher dem Fremden die Rechnung geben!" • * * Unangenehme Unterbrechung. Sonntagsjäger: „Denken Sie sich nur, ich verfolge den angeschossenen Hafen, da klettert er auf einen Baum —" Förster: „Und schreit Miau!" ♦ * * Das böse Gewissen. Gast (nachdem er gegessen hat): „Sagen Sie mal, heißt dies Wtrthshaus nicht auch zum „Roß"? — Wirth: „Hm — hat Ihnen der Sauerbraten vielleicht nicht geschmeckt, Herr?" ♦ ♦ Ein fjindiger Wirth. Wirth (zu seinem Nachbar, dessen Katze ihn durch Besuche belästigt): „Wissen Sie Herr Nachbar, wenn Ihre Katz nochmal in mein Haus kommt — am nächsten Tag steht sie auf der Speisekarte!" ♦ * Verschnappt. Wirth: „Weshalb kosten denn eigentlich bei Ihnen die süßen Weine mehr als die herben?" — Reisender : „Na, glauben Sie vielleicht, wir bekommen den Zucker geschenkt?" ♦ ♦ • Tigerjagd. Ein Engländer, der lange in Indien geweilt und dort der Tigerjagd obgelegen, wurde gefragt, ob das die richtige Weidmannslust sei. „Es ist ein ganz angenehmer Sport," erwiderte dieser, „so lange als Sie den Tiger jagen, jagt der aber Sie, so hat es seine Schattenseiten." ♦ ♦ Wie man Hasen fängt. Wer Hasen kriegen will, ohne den Balg durch Schrotkörner zu beschädigen, muß folgendermaßen zu Werke gehen: Er schießt dicht vor dem Hasen, wenn er gerade ein Männchen macht, in den Sand. Freund Langohr wischt sich ganz verwundernd den Sand aus den Augen, während dessen hat man bequem Zeit, sich ihm zu nähern, ihn an den Löffeln zu packen uud in die Jagdtasche zu stecken. ♦ ♦ ♦ Zerstreut. Dienstmädchen: „Herr Professor, Herr Professor, es ist ein Einbrecher im Haus I" — Professor (in eine Arbeit vertieft): „Er soll wiederkommen; jetzt habe ich keine Zeit!" — Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schcn Druckerei (Fr. Lhr. Pietsch) in Gießen. 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