Rr. 80. - AntsphaltnngsbLatt zrnn Giehenev Anzeigen sGensral-Anzergev) Donnerstag, den 12. Juli. M r KWKchW» >ie lange Richter, abge« Kirsch, «erden, also das ilich gut; theilen." lacht pro bärmlich ist noch pielt — - Affen Ursache ,ß unter geheftet hrt sich : Stein, dadurch Leitern er aus): Diener): ich nich! sie denn r Zahn- ;ben Sie n . . . - emanden Töpfen leichte, tn man Gießen en auf ,d dann etwas n, von dritten i, wenn hierauf llt oder lß- „Hat ihn Niemand be« „Hab' ich Dich!" dachte erfreut der Detectiv. nt man instand >en soll, ang von f. Das n ist es jen. „Er ist es, er muß es sein." Laut sagte er: sucht?" seinem Aeußeren gehabt, eine Schramme oder so etwas Aehn« liches?" „Ja, jetzt erinnere ich mich. Er hat an der rechten Schläfe eine Narbe . . ." (Fortsetzung.) Herr Wolski ist nicht hier," sägte die Frau endlich zitternd. Sie war der Meinung, daß der Beamte gekommen sei, ihren Miether zu verhaften. „Das weiß ich, liebe Frau, daß er nicht hier ist . . „So?" unterbrach sie ihn lebhaft- „Sie wiffen also, wo er sich aufhält?" „Hm," brummte Adamek und richtete seinen Blick fest auf Frau Scheringer. „Er ist tobt," sagte er laut, „einem Verbrechen zum Opfer gefallen." Sie schrie auf. Dann erhob sie sich und ging beinahe schwankend zum Tisch, auf dem eine Flasche Wein stand. Sie goß ein Gläschen voll und leerte es hastig. „Entschuldigen Sie, die Schwäche hat mich überfallen — ich trinke sonst nie. — Wo ist dies geschehen?" „In einem Fiaker. — Ja, du lieber Himmel, lesen ,Sie denn keine Zeitungen?" „Nein, ich kümmere mich um das Geschwätz der Zeitungs- schreiber nicht." — Sie versank in Nachdenken. „Sie liest keine Zeitungen," dachte Adamek sehr zufrieden, „deshalb hat sie sich trotz allen Lärmes nicht gerührt." „Ich habe schon viel gelitten in meinem Leben," begann Frau Scheringer endlich mit schwacher Stimme. „Mein Mann war ein Taugenichts und ich kenne nur zu gut die Männer," setzte sie verächtlich hinzu, „aber daß solche Dinge möglich sind in der Welt, hätte ich mir nicht träumen laffen." „Was für Dinge?" fragte Adamek, sich einfältig stellend. «Daß Jemand so eine Unthat begehen kann." „Zum Beispiel wer?" fragte er und heftete dabei seinen strengen Blick auf die Zitternde. „Haben Sie gegen Jemand Verdacht?" «Ich weiß nicht, — ich weiß nicht sicher," stotterte die Frau. Nach einer Weile schien sie sich doch klar geworden zu sein über das, was sie sagen wollte. „Stellen Sie Fragen an mich; was ich weiß, sollen Sie erfahren," bat sie. „Wie sieht Herr Wolski aus?" „Er ist ein sehr eleganter Herr, groß, brünett und immer sehr sauber rasirt. Er spricht nicht gut deutsch und man hört es gleich, daß er ein Pole ..." .„Hm," brummte Adamek sarkastisch, „daran dürften wir ihn jetzt schwerlich erkennen; hat er nichts Auffallendes an Das Geheinmiß der Droschke Bon F. Hume. 1894. „Nur ein gewisser Morland — er selbst ist jeden Abend ausgegangen, um Freunde zu besuchen." „Wer sind seine Freunde?" „Das weiß ich nicht. Er war sehr stolz und hat mir nie gesagt, wohin er geht — übrigens," unterbrach sie sich, „wenn er es auch gesagt haben würde, es wäre sicherlich nicht wahr gewesen; die Männer lügen, das weiß ich aus Erfahrung. Einmal hat er mir erzählt, daß er ein reiches Mädchen hei- rathen werde, aber das erzählen alle jungen Männer, wenn sie Schulden machen wollen." „Also ein gewiffer Morland hat ihn besucht — wie sah dieser Mann aus?" „Ein hübscher Mensch. Und diese Manieren, welche der Herr hatte I — Aber mir gefallen die Männer nicht, an denen nichts ist, als ein glattes Gesicht; mein Mann . . ." „Wo wohnt dieser Morland?" unterbrach Adamek den Redefluß der Frau, die wieder beginnen wollte, sich über die Fehler ihres Seligen zu verbreiten. „Das weiß ich nicht," sagte sie fast unwillig. „Sonst kam er fast jeden Tag — seit einer Woche ist auch er aus» geblieben." „So — hm — das ist merkwürdig. — Diesen Morland muß ich kennen lernen," dachte Adamek, den Namen notirend. — „Um welche Zeit kam er gewöhnlich?" „Gegen Abend." „Hat Herr Wolski sonst keine Besuche empfangen?" „Ja, ich errinnere mich, einmal. Das war vielleicht vor vierzehn Tagen. Ein eleganter Herr. Aber es schien kein angenehmer Besuch, denn sie stritten miteinander . . ." „Haben Sie gehorcht?" fragte Adamek gespannt. „Nein," rief die Frau entrüstet, „sie schrieen laut genug, daß ich sie hören konnte. Plötzlich stürzt der fremde Herr aus Wolskis Zimmer, roth vor Aufregung, und schreit: Wenn Sie sich mit mir nicht schlagen wollen, so werde ich Sie dazu zwingen; ich tractire Sie öffentlich mit der Peitsche — dann wagen Sie es noch, jenes Haus zu betreten. — Die Männer- sind ja alle Raufbolde, wenn sie nicht gerade feig sind, wie mein Mann." Adamek holte tief Athem und umklammerte den Arm der 3 Frau Scheringer- Md dann?" fragte er in höchster Erregung. „Dann rannte der fremde Herr davon und schlug die Thür hinter sich zu, daß da» ganze Hau» zitterte." „Und Wolski?" „Der lachte und sagte: Dieser Narrl" „Wie hieß der Fremde?" „Das weiß ich nicht- Er ist schlank und trägt einen blonden Schnurrbart." „Das ist mein Mann!" murmelte Adamek. „Was meinen Sie?" fragte Frau Scheringer neugierig. „Ich glaube," erwiderte er, während sein Gesicht einen unsäglich wichtigen Zug annahm, „ich glaube, daß eine Frau dahinter steckt. Im Uebrigen," setzte er, von einem neuen Gedanken ergriffen, hinzu, „müssen Sie mir gestatten, daß ich Sie am Abend wieder besuche." Nach diesen Worten entfernte er sich. V. Herr Wendelin Adamek hatte die Wohnung der Frau Scheringer verlassen, um in aller Ruhe was er in Erfahrung gebracht zu überlegen. Für ihn bestand kein Zweifel darüber, daß der zweite Besucher Wolskis mit dem Verbrechen in einem ganz bestimmten Zusammenhangs stehe. Daß eine Frau im Spiel sei, diesen Verdacht hatte er bereits ausgesprochen und Herr Wendelin Adamek war nicht gewohnt, sich über eine Sache zu äußern, wenn seine Vernunft ihm sagte, daß er sich hiedurch lächerlich machen könne. Es war demnach so. Er glaubte daran: Jemand hatte Wolski gedroht, daß er ihn öffentlich durchpeitschen werde, um ihn zum Zweikampfe zu zwingen, jedenfalls in der geheimen Absicht, einen unbequemen und hartnäckigen Nebenbuhler in ritterliche Weise aus dem Wege zu schaffen. Wolski hatte es aber offenbar verstanden, einem Duell auszuweichen — er hatte vielleicht durch einen gewissen Hochmuth dazu beigetragen, den Unbekannten zum Aeußersten zu treiben und seine Leidenschaft im höchsten Grade zu erregen. Wer dieser Unbekannte war, das hoffte Adamek durch jenen Morland zu erfahren, vor dem Wolski offenbar kein Geheimniß hatte, da er sonst seine häufigen Besuche nicht angenommen hätte. Und sollte auch Morland von dem Unbekannten nichts wissen, so mußte er doch wenigstens eine Ahnung haben von dem Mädchen, mit welchem der Pole angeblich sich verloben wollte; denn man kann von einem verliebten Menschen nicht annehmen, daß er seinem intimsten Freunde Gefühle verschweigen sollte, über die Jedermann gern und so oft wie möglich spricht. Und dann war es leicht zu erforschen, ob und wer ein Interesse daran haben konnte, Wolski vom Schauplatze der Ereignisse verschwinden zu machen. Aber freilich, wie klug die Sache von Herrn Adamek com- binirt war, sie förderte ihn nicht im Geringsten, so lange er mit Morland nicht gesprochen hatte. Der aber war, seitdem die Unthat geschehen, in Wolskis Wohnung nicht mehr erschienen. Dieser Umstand beunruhigte Herrn Adamek außerordentlich. Er eilte, wie von einer Ahnung getrieben, in die Liechten- steinstraße 121 zurück und wurde dort von Frau Scheringer in das Zimmer geführt, da« Wolski bewohnt hatte. Dasselbe war luxuriös eingerichtet, allerdings mit einer unfeinen Eleganz — aber immerhin ganz angemessen für einen Mann, der sich nur wenige Stunden während des Tages in seiner Wohnung aufzuhalten gewohnt war. „Ich verstehe mich darauf," sagte Frau Scheringer, während sie die große schöne Hängelampe anzündete, zufriedenen Tones, „wenn man seine Zimmer gut vermiethen will, muß man sie elegant möbliren." Herr Adamek ging, ohne auf die Reden der Wittwe zu achten, ruhelos im Zimmer auf und ab. Er hatte die Hände in die Taschen gesteckt und eine mürrische Miene angenommen. Sein scharfes Auge prüfte Alles, was ihn umgab — zumeist die Bttder an den Wänden, welche Pferde darstellten oder bekannte Jockey», Scensn und Skizzen vom Turf und auch Theaterdamen im Costüm ihrer verschiedenen Rollen. „Ein Lebemann," murmelte Adamek, „der mag manchen sonderbaren Freund gehabt haben." Frau Scheringer ergriff die Gelegenheit zu einer Stand- rede gegen die Schlechtigkeit der Männer, wurde aber bald von dem Geklingel der electrischen Thürglocke unterbrochen. „Das ist vielleicht Herr Morland," meinte sie, „ich selbst habe des Abends keine Gäste — ein armes, verlassenes Weib wie ich bin — ja, ja —" seufzte sie, setzte aber int Hinaus- gehen hinzu: „Wenn es Morland ist, führe ich ihn herein.» „Wenn es Morland ist," wiederholte Adamek, „bann ist da» Glück mir sehr günstig — dann ist es auch unzweifelhaft, daß meine Combination sich als richtig erweisen wird. Wollen sehen." Er nahm wieder eine sreundlichere Miene an und blieb lauschend in der Nähe der Thüre stehen. Draußen fragte eine Männerstimme, ob Wolski zu Hause sei. „Nein," sagte die Frau, „aber es ist ein Herr da, der ihn besuchen wollte. Beliebt es nicht, einzutreten?" „Einen Augenblick ja," antwortete die fremde Stimme, nicht gerade freundlich. Unmittelbar darauf erschien Frau Scheringer, nach ihr ein Mann von schlanker Gestalt, blondem Haar und ebensolchem Schnurrbart. Er war modern gekleidet und in seiner Haltung von jener gemachten Nachlässigkeit, welche bürgerlichen Stutzern als der vollkommenste Chic erscheint. „Wo ist Wolski?" fragte er, warf sich in einen Lehnstuhl und nahm so wenig Notiz von der Anwesenheit des Detectiv, als wenn dieser ein Möbelstück wäre, das an feinem altgewohnten Platze steht. „Haben Sie ihn nicht gesehen?" gab dieser zurück. Herr Morland starrte den Frager eine Zeit lang in einer Weise an, als sei er im Zweifel, ob er überhaupt antworten solle. Endlich lehnte er sich in den Sessel zurück, zog langsam den Handschuh von einer Hand und sagte dann gähnend: „Nein, ich war einige Tage verreist und bin eben zurückgekommen. Ich habe ihn also seit einer Woche nicht gesehen. — Warum fragen Sie?" Der Detectiv antwortete nicht, sondern sah dem jungen Manne unablässig in's Gesicht. «Ich hoffe," näselte Morland mit einem Lächeln, das man für verbindlich halten konnte, „Sie werden mich bei nächster Gelegenheit wiedererkennen, Verehrtester. Im Uebrigen, mit wem habe ich das Ver—gnü—gen?" Er betonte jede Silbe dieses letzten Wortes und blickte Adamek streng an. Dieser stellte sich unter die Lampe. „Mein Name ist Adamek und ich bin Detectiv." „Ah, es freut mich," erwiderte Morland und sah kühl an ihm auf und nieder. — „Was hat Herr Wolski angestellt? Ein kleines Abenteuer, he? Ich kenne feine Schwächen." Adamek schüttelte den Kopf. „Wissen Sie, wo Herr Wolski zu finden ist?" frägte er vorsichtig. „Gewiß nicht, Verehrtester," erwiderte Morland leichthin und lachte. „Er dürfte nicht weit von hier fein, da er mir nicht erzählt hat, daß er eine Reife vorhabe. — Was er auch gethan haben mag, es wird mich nicht überraschen, denn er war immer ein Mensch, dem nichts Menschliches fremd war — und —" „Er zahlte pünktlich," warf Frau Scheringer ein- „Ein beneidenswerther Ruf," fuhr Morland belustigt fort, „und noch dazu einer, den ich leider nicht besttzen werde. Aber warum diese Fragen nach Wolski? Was geht denn eigentlich mit ihm vor?" „Er ist tobt," sagte Adamek schnell. Die ganze Gleichgiltigkeit Morlands war verschwunden. Er sprang aus. „Todt?" wiederholte er. — „Was sagen Sie?" „Ich sage, daß Ottokar Wolski in einem Fiaker ermordet worden ist." - Zis rtb blieb Genreinnütziges. vunden. Mordet as man nächster en, mit e Silbe rtgte er eichthin er mir er auch denn er nd war belustigt i werde, it denn nd auch manchen Stand« er bald ochen. ich selbst es Weib Hinausherein." oann ist iifelhaft, Wollen Der Aal gehört, wie Dr. Bayer! erforscht hat, zu den furchtbarsten Feinden der künstlichen Fischzucht Bayer! setzte gesunde Forellenbrut in einem vollkommen geschloffenen Teiche aus, allein ein zweisömmeriger, ca. ein halb Pfund schwerer Aal fand den Weg über die thaufrische Wiese, und ihm fielen etwa tausend von diesen Edelfischen zum Opfer. Den Eingang in den Aufzuchtteich fand der Aal durch den Ablaßgraben. stski zu da, der Stimme, >ach ihr d eben« it seiner lerlichen n Lehn« »eit des i seinem ck. in einer tworten angsam ähnend: zurückgesehen. ; jungen arne ist rh kühl gestellt? t." Morland starrte den Detectiv an und fuhr sich mit der Hand über die Stirne. „Entschuldigen Sie — ich bin ganz außer mir," murmelte er und setzte sich wieder. „Wolski ermordet? Er war frisch und gesund, als ich ihn vor zehn Tagen verließ." „Haben Sie denn keine Zeitungen gelesen?" fragte Adarnek, „Seit zehn Tagen nicht, ich war tief unten in Ungarn und erst heute bei meiner Rückkehr hörte ich von dem seltsamen Mord. Meine Quartierfrau lieferte mir einen ausführlichen Bericht darüber, aber ich hatte keine Ahnung, daß der Ermordete Wolski sei. Ich wollte ihn eben besuchen, wie wir es besprochen hatten?' Und ganz faffungslos bedeckte er das Gesicht mit den Händen. Dann aber rief er schmerzerfüllt : „Sagen Sie mir Alles, was Sie darüber wiffen — Alles I" Er stützte seine Ellenbogen auf den Tisch und vergrub abermals das Gesicht in die Hände, während der Detectiv erzählte. Als dieser zu Ende war, schaute Herr Morland traurig auf. „Wenn ich in Wien gewesen wäre, hätte das nicht geschehen können; wir waren immer beisammen." „Sie kannten ihn sehr gut?" fragte der Detectiv höflich. „Wir waren wie Brüder. Ich leistete ihm sogar wenige Stunden vor seinem Tode Gesellschaft." Frau Scheringer schrie auf und bedeckte ihr Gesicht mit der Schürze. Herr Adarnek aber blieb unbeweglich, obgleich ihn die letzte Bemerkung sehr interessirte. „Was haben Sie, Frau Scheringer?" rief Morland. „Erschrecken Sie nicht, ich habe ihn nicht umgebracht. Ich traf ihn am Donnerstag der vorigen Woche und reiste am Freitag um halb sieben Früh ab." „Um wie viel Uhr sahen Sie Herrn Wolski?" fragte der Detectiv, immer sehr liebenswürdig und ohne in den Ton eines Mannes zu fallen, der Jemand einem Verhör unterzieht. „Warten Sie —" Morland legte die Beine übereinander und sah nachdenklich zum Plafond empor, — „es war nach halb zehn Uhr. Ich war im Theater an der Wien gewesen und traf ihn auf dem Kohlmarkt. Wir gingen zusammen soupiren, dann in ein Restaurant, wo es lustige Gesellschaft gab und Champagner —" „Sie sind Alle schlecht — der Eine trinkt Bier — der Andere Champagner," flüsterte Frau Scheringer. „Ja," gab Adamek ruhig zurück, —. .„weiter." „Run, es wird mir schwer, es einzugestehen," fuhr Morland fort, lächelnd erst die Frau, dann den Detectiv anschauend, „aber in diesem Falle halte ich es für meine Pflicht, alle Rücksichten bei Seite zu setzen — ich gestehe, daß wir Beide schließlich ein wenig — hm--Im Uebrigen war Wolski wirklich unwohl —" „Daß Wolski nicht ganz bei sich gewesen, als er in den Fiaker stieg," unterbrach Adamek, „weiß ich schon. Also Sie waren berauscht?" „Das nicht," antwortete Morland ärgerlich, „ich war vollkommen bei Sinnen. Ich glaube, er verließ das Restaurant Freitag ungefähr um ein Uhr Morgens." „Und was thaten Sie?" „Ich blieb dort. Wolski hatte seinen Ueberrock vergessen, ich nahm ihn zu mir und wollte ihm nachgehen, um ihm denselben zu geben. Ich wußte aber nicht, nach welcher Seite er gegangen war und blieb, den Rock über die Lehne eines der vor dem Restaurant stehenden Stühle werfend, einen Moment stehen, rechts und links die Gasse hinabspähend. Da kam Jemand, nahm, ehe ich mich versah, den Rock und rannte davon. Ich rief nach einem Sicherheitswachmann, aber es ließ sich Niemand sehen. Schließlich meinten einige Freunde, daß Wolski den Verlust leicht verschmerzen könne, — ich solle keinen Lärm machen wegen eines Rockes. Ich ließ mich überreden und ging nach Hause. Gegen sechs Uhr reiste ich fort, und zwar nach Ungarn. Daher kommt es, daß ich nichts von dem Morde hörte, bis ich heute nach Wien zurückkehrte. — Das ist Alles." „Und Sie hatten nicht den Eindruck, daß Herr Wolski in jener Nacht beobachtet wurde?" '.Nein, durchaus nicht," entgegnete Morland mit Entschiedenheit, „er selbst schien sehr aufgeregt und trank viel — wie gesagt, er war nicht ganz wohl." „Warum hat er so viel getrunken?" Morland stand auf, nahm ein Album von einem Tisch« chen und schlug es auf; es enthielt zumeist Photographieen von Opernsängerinnen. Morland schlug die Seiten bedächtig um und erst, als er fast zu Ende war, ließ er es offen. Er schob es dann Adamek hin und wies auf ein Cabinetbild: „Darum — er--" „ war das Bild eines reizenden Mädchens in aller- liebster Toilette. Adamek betrachtete das Bild sehr aufmerksam. Dann sagte er ganz ruhig: „Ich sah die Dame gelegentlich eines Besuchs, es handelte sich damals um einen kleinen Diebstahl, der im Hause des bekannten Millionärs Weber be« gangen wurde- Und dies ist Fräulein Weber. Woher kannte Herr Wolski die junge Dame?" „Er war an ihren Vater empfohlen und dieser führte ihn in sein Haus ein." „So — so," gab Adamek langsam zur Antwort, „also Herr Wolski kannte den Millionär Weber; aber wie gelangte er in den Besitz dieser Photographie?" „Das Fräulein hat sie ihm vielleicht selbst gegeben ober er hat ben Photographen veranlaßt, ihm eine Copie herzustellen. Wolski war wahnsinnig verliebt in das Mädchen. Er hatte aber einen Nebenbuhler — einen begünstigten — er heißt Jvanyi." Adamek hätte aufschreien können. Aber er nahm sich zusammen und fragte ruhig weiter: „So. Kennen Sie diesen Jvanyi?" „Nein," erwiderte Morland kühl, „Wolkis Freunde waren nicht die meinen. Wolski war reich und hatte allerhand Empfehlungen — ich bin nur ein armer Teufel, der sehen muß, wie er sich durchschlägt . . ." „Aber Sie kennen Jvanyi vom Sehen?" „O ja, das wohl, er soll int Ganzen etwas Aehnlichkeit mit mir haben; er ist groß, blond, spricht ein wenig langsam und ist im Ganzen eine angenehme Erscheinung, — aber," sich zu Frau Scheringer wendend, „Sie müssen ihn ja gesehen haben. War er nicht vor einigen Wochen hier?" „Ah, das war Herr Joany," rief Frau Scheringer sehr erstaunt, „es ist wahr, dieser Herr sah Ihnen ähnlich-- und die Dame, um die sie sich zankten, war Fräulein Weber?" „Sehr wahrscheinlich," erwiderte Morland und erhob sich. „Nun, ich gehe. Hier ist meine Karte; ich werde mich freuen, wenn ich Ihnen in irgend einer Weise beistehen kann. Wolski war mein bester Freund ich werde Alles thun, was in meinen Kräften steht, um bei der Entdeckung seines Mörders behilflich zu sein." „Diese Entdeckung wird leicht zu machen fein," meinte Adamek lächelnd. „Haben Sie einen Verdacht?" „Ja." „Wen? — Sie denken doch nicht an Jvanyi?! Herr Wendelin Adamek zog die Augenbrauen in die Höhe und zuckte geheimnißvoll die Achseln. Er war mit dem Ergebniß dieses Tages außerordentlich zufrieden und — nicht minder mit sich selbst. (Fortsetzung folgt.) u s 320 SS Außer den jungen Forellen beseitigte dieser Schädlung noch zahllose Wafferinsecten, ohne daß er eine Gewichtszunahme aufwies. Manche Arten von Wafferinsecten, z. B. Flohkrebse, waren gänzlich ausgerottet. Demnach sind Aale als gefährliche Räuber von allen Brutanstalten fernzuhalten, da sie mit Vorliebe trotz aller Hindernisse das ergiebige Jagdgebiet immer wieder Heimsuchen. Höchstens in Karpfenteichen sind sie in geringer Zahl zu dulden. ♦ Kaninchenbraten auf Wildart. Man legt den Rücken eines Kaninchens drei Tage lang in eine Flüssigkeit von einem halben Liter Essig, einem halben Liter Waffer, vier gehackten großen Zwiebeln, einen Theelöffel voll gefloßene Wachholderbeeren, Pfeffer, vier Lorbeerblättern und Thymian- Sodann spickt man den Rücken wie beim Hasen und belegt ihn mit Speckscheiben. Nachdem man etwas Salz aufgestreut, legt man den Braten in die Pfanne. In einer Stunde ist der Braten weich und erscheint dunkelgelb, und man gießt dann eine halbe Taffe saure Sahne oder Milch an die Butter- Sauce, welcher man einen Löffel Mostrich zugesetzt hat, und läßt sie noch 10 Minuten braten. Der Sauce wird noch etwas Kartoffelmehl zugesetzt. Teltower Rübchen. Man schwitzt etwas feingestoßenen Zucker bräunlich, gibt unter fortwährendem Schwenken des Cafferolles die sauber geschälten und gewaschenen Rübchen in den Zucker hinein und läßt sie damit gut vermengen; dann gießt man gute Bouillon dazu und wenn nöthig etwas Salz und läßt dann die Rübchen zugedeckt über nicht zu starkem Feuer weich dämpfen, was in 20 bis 30 Minuten geschehen sein sollte. * * ♦ Zur Gänsemast. Man gebe den Gänsen zuerst Rüben und gelbe Wurzeln, später Hafer; daneben bereite man ihnen eine Raufe mit Heu, aus der sie beliebig pflücken können. Gutes Wiesen- oder Kleeheu ist am geeignetsten. Reben der Raufe muß ein Trog mit reinem Waffer stehen. Es wird dann ein Vergnügen fein, zu sehen, wie die Gänse das Heu emsig herausholen und Waffer dazu trinken. Wohlsein und Mast wird durch diese Fütterungsart um ein Bedeutendes gefördert. ♦ Zur Bereitung des Birnenweines ist gewöhnlich eine Vermischung von Birnen mit Aepfeln erforderlich. Das ist bei der Silibirne (auch Süli- oder Seilebirne) überflüssig. Oft muß der aus dieser Birnsorte hergestellte Wein noch mit Waffer vermischt werden. • Blumen frisch zu erhalten. Will man sich Abends mit Blumen schmücken, so schütte man durchfeuchteten Sand auf einen Teller und lege die abgeschnittenen Blumen darauf. Alsdann stellt man den Teller sammt den Blumen in einen Schrank oder Schublade, d. h. an einen Ort, wo weder Luft, noch Licht zutreten kann. ♦ Um Haarbürsten zu waschen, bediene man sich nicht der Seife, sondern nehme etwas Soda, löse dieselbe in etwas warmem Waffer auf, lege die Bürste mit den Borsten nach unten hinein, so daß das Waffer nur die letzteren bedeckt. Sie werden sehr bald weiß und rein werden. Man läßt sie dann in freier Luft mit abwärts gekehrten Borsten trocknen. » * * Linoleumteppiche erhalten sich sehr gut, wenn man sie täglich mit kaltem reinen Waffer abwäscht und alle 14 Tage bis 3 Wochen mit dem in jedem größeren Linoleumgeschäft käuflichen Linoleumwachs einreibt. Zu diesem Zweck wird das Wachs mäßig erwärmt und dann mittels eines Bäuschchens auf das Linoleum aufgetragen. Dabei darf es aber nicht in dicken Strichen, fondern muß ganz sparsam eingerieben werden. Lahnthalsagen Von Ludwig Eichler. 2. Burg Holeufels. Inmitten weiter, prächtiger Forsten, Auf reich zerklüftetem Gestein, Wo Bussarde und Falken horsten, Ein Fels ragt in das Land hinein. Hier zeiget sich den freien Blicken Ein reizend Stück Nassauer Laud, Auf dem das Auge mit Entzücken Ergötzet ruhet unverwaudt. Romantisch aus entschwundnen Tagen Schaut von des Felsens hoher Wart', Schon durch Jahrhunderte getragen, Burg Holeufels zur Gegenwart. Und unten, tief zu Berges Füßen Ein frischer Quell dem Stein entspringt, Der uns nach herzlichem Begrüßen Die Sage von dem Schlosse singt. — Es stritten Limburgs mächt'ge Grafen Einst gegen dieses Schlosses Herrn! Doch dieser hielt mit seinem Braven Die Feinde lang den Mauern fern. Es gab ein blutig heißes Ringen, Die Luft erscholl vom Schwertgcklirr, Und todcsmuthig vorwärts dringen Die Stürmer in dem Kampfgewirr. Man sah die trotzig kühnen Recken Mit lvuchtig starker Eisenfaust Biel tapfre Ritter niederstrecken, Bon Lanzenspitzen wirr umsaust. Das^urgthor schon zum nächsten Ziele Hat ausersehn der grimme Feind; Man wankend bald im grausen Spiele Sich oben überwnnden meint. Ein Ritter da zum Mauerrande Entschlossen eilt in wilder Hast, Wo auf dem schmalen „Bienenstände" Ein fleißig Völkchen seine Rast. Sie zu Alliierten sich ersehen, Wie's ihm ein guter Geist eingab, Die Bienenkörbe von den Höhen Er schlendert auf den Feind hinab. Nun drangen wild in dichten Schwärmen Die Bienen auf die Stürmer ein; Dort gabs ein Fluchen, Wüthen, Lärmen, Von oben sah man lustig drein. Am Panzer schwer die kleinste Fuge, Die Eingang bot dem selt'nen Heer, Ward diesen Recken nun zum Fluche, Da half nicht Lanze, Schild, noch Speer. Den Kühnsten unter Limburgs Mannen War dieser Feind zu ungewohnt, Sie zogen eiligst drum von dannen; So blieb Schloß Holeufels verschont. Redaktion: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl Aschen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.