rlnt«vh«ltu»gsblatt jimt (Siebener Anzeigev (Gensval-Anzeig«^ Wt. 106 1894. M> KOK EZH 44 Dienstag, den 11. September > In den Fesseln der Schuld. Criminal-Novelle von C. Sturm. (Fortsetzung.) ,... Pohlmann war einige Augenblicke ganz betroffen von den bitteren Vorwürfen, die aus Hilleffens Worten klangen, sagte aber dann est: „Ein großer Verlust ist wohl vorhanden, aber auch noch ein ganz bedeutendes Vermögen und der Credit der Central'Commerzbank steht auch noch felsenfest, zumal wenn ein so berühmter Fmanzmann wie Sie, Herr Hilleffen, zweiter Director wird. Wir verstehen uns doch auch bezüglich der uns obliegenden Aufgabe?" »Wir können uns wenigstens verständigen?" erwiderte Hilleffen kalt lächelnd, „denn wie ich schon jetzt die ganzen Verhältnisse der Central-Commerzbank übersehe, so ist es nur möglich, durch besonders kühne Speculationen die enormen Verluste wieder auszugleichen." »Dies ist schon richtig, aber dennoch würde ich verlangen muffen, daß die Speculationen nicht gar zu waghalsig unter, nommen werden dürfen," erklärte Pohlmann. x "Wenn wir aber nichts Ordentliches wagen, können wir auch nichts Großes gewinnen," bemerkte darauf Hilleffen bitter, „und ich kann mir in meiner neuen Stellung als zweiter Director der Central-Commerzbank die Hände" nicht binden a,m allerwenigsten unter diesen delicaten Umständen. Ich will da lieber auf den mir angetragenen Directorposten gleich heute noch verzichten." „Das dürfen Sie nicht, das können Sie jetzt auch nicht mehr! entgegnete Pohlmann jetzt mit merkwürdiger Festigkeit. ... c "Warum soll ich das nicht mehr können, nicht mehr dürfen?" fuhr jetzt Hilleffen beinahe zornig auf. ,., »Aun, Sie haben doch das Engagement angenommen, lieber Herr," fuhr Pohlmann ruhig fort, „und können doch dasselbe nicht im Handherumdrehen wieder aufheben-wollen. Sie sind auch der rechte Mann für uns und kennen auch bereits so viel von den Verhältnissen der Bank, daß Sie schon gewissermaßen au« Ehrgefühl nicht zurücktreten dürfen." „Reden Sie mir in dieser Lage, in welche Sie mich ge- bracht haben, Herr Director, so viel von Ehrgefühl wie Sie wollen, ich muß dabei doch auch meine Vernunft gebrauchen und bin Ihnen keinen blinden Gehorsam schuldig." --Wer verlangt von Ihnen blinden Gehorsam, lieber Hilleffen!" rief Pohlmann erstaunt. „Nun, verehrter Herr Director, Sie haben mich erst al« rweiten Direetor der Central-Commerzbank unter glänzenden i Bedingungen engagirt. Zehn Minuten später erfahre ich aber, daß die Bank sich gar nicht in den guten Verhältnissen befin- det, wie man annehmen konnte. Und da soll ich mich nun fugen, al« wäre e« mein Verhängniß, meine Person, meine Arbeit, meine Ehre und mein Vermögen für die Bank zu opfern, denn wer bürgt für da« Gelingen unserer Speculationen, und wie soll das Wagniß endigen, wenn zu den vorhandenen Verlusten neue große Verluste hinzukommen? Und schließlich soll nicht einmal mir, dem man erst da« Vertrauen schenkt, daß er glücklich zu speculiren verstände, gehörige Voll- macht gegeben werden. Wollen oder können Sie mir nicht auf der Stelle versichern, Herr Direetor, daß die Einleitung und Durchführung aller Speculationsgeschäfte einschließlich der Be- theiligung an der Gründung neuer Actien-Gesellschaften meine alleinige Sache in der Leitung der Bank sein soll, so muß ich unter allen Umständen auf die Annahme de« Directorpostens verzichten." „Sie dürfen, Sie werden nicht zurücktreten!" sagte jetzt nochmals mit seltsamer Betonung der Director Pohlmann. „Wollen Sie mir die verlangte Freiheit in meinen Dispositionen als Ihr Mitdirector zusichern, nun gut, dann werde ich den Posten annehmen, sonst aber nicht," erklärte Hilleffen. „Diese Zusicherung bedauere ich Ihnen als verantwortlicher erster Direetor der Bank nicht geben zu können, aber trotzdem bitte ich, nicht auf Ihrem Rücktritt zu bestehen, denn Sie dürfen, nachdem Sie gewissermaßen schon in das wichtigste Geheimniß unserer Bank eingewe>ht wurden, nicht mehr zurücktreten." „Ohne Ihre Zusicherung, daß ich als Direetor freie Hand bekomme, lehne ich den Posten dennoch ab." Pohlmann wurde jetzt einen Augenblick roth vor Zorn und dann nahm sein Gesicht einen häßlichen, bösen Blick an, während er drohend sagte: „Wiffen Sie, Herr Hillessen, daß ich ein Mittel habe, Sie zu zwingen, mir nicht zu trotzen und Sie zu nöthigen, den Directorposten auch ohne diese übertriebene Bedingung anzunehmen?" Erstaunt, ja erschrocken beobachtete Hilleffen die drohende Geberde Pohlmann« und sagte dann scharf: „Wollen Sie etwa n meinem Hause Gewaltmittel ggen mich anwenden, Herr Director?" „Fällt mir nicht im Traume ein," rief Pohlmann häß- ich lachend, „aber ich will Ihnen gleich klaren Wein ein- chenken. Sie kennen Herrn Commerzienrath Polenz, der Mit- stieb de« Aufsichtrrathes der Landesbank ist. Herr Polenz chätzt nun Ihre finanziellen Talente sehr hoch, Herr Hilleffen, er schreibt Ihnen sogar die größte Begabung zu, wa« scharfer Urtheil, rasche Entschlüsse und schnelles Arbeiten anbetrifft, 422 aber er warnte mich trotzdem vor Ihrer Wahl zum zweiten Director unserer Bank. Nach dem Grunde der Warnung befragt, verweigerte der Commerzienrath Polenz zunächst jede nähere Auskunft, als ich aber vorgestern im Interests des Wohles unserer Bank in ihn drang und ihn beschwor, mir sein Bedenken offen zu sagen, da öffnete Herr Polenz ein geheimes Schubfach seines feuerfesten Geldschrankes und übergab mir diesen kleinen Schein." Während Pohlman» den Schein Herrn Hillessen vor die Augen hielt, zuckte derselbe wie von einem Dolchstoß in's Herz getroffen zusammen und stand zitternd da wie ein Verbrecher, der unerwartet sein Todesurtheil empfangen hat. „Ich habe mich nicht so gutgläubig auf bie Suche näch einem zweiten Director für unsere Central-Commerzbank gemacht, mein lieber Herr Hilleflen," sagte nun seinerseits Pohl- mann mit kühler Ueberlegenheit. „Sie werden wohl an meiner Klugheit und Vorsicht nicht mehr zweifeln und mich nicht wie einen Knaben, dem man nichts geben will, nach Hause schicken. Ich brauche Ihre Dienste, die gut belohnt werden sollen, für die Central-Commerzbank und frage Sie nunmehr nochmals: Wollen Sie den Posten als zweiter Director unserer Bank unter den Ihnen von mir bekannt gegebenen Bedingungen annehmen?" ,,JaI" erklärte jetzt Hilleflen aufathmend, denn die Annahme des Direetorpostens erschien ihm jetzt noch als einziger Ausweg aus der schlimmen Lage, in welche er in so seltsamer Weise von Pohlmann gebracht worden war. „Die Sache steht nunmehr für uns Beide gleich gut und gleich schlimm," bemerkte der Bankdirector. „Sie wissen mein Geheimniß, welches die Central-Commerzbank angeht, und ich kenne Ihr Geheimntß, welches stch auf Ihr früheres Verhält- niß zum Commerzienrath Polenz bezieht, also kann so leicht keines dieser Geheimnisse verrathen werden und dieses ist ohne Zweifel recht gut." Hilleflen nickte beifällig und frug dann leise: „Wie wird sich der Herr Commerzienrath Polenz zu mir stellen, wenn ich Director der Central-Commerzbank bin?" „Er wird Ihnen nicht das Geringste in den Weg legen, er wird Sie schonen und vor der Welt gewähren lassen wie bisher, nur habe ich ihm versprechen müssen, daß Sie keine eigentliche Disposition für die Bank haben dürfen, sondern daß ich mich nur Ihrer ausgezeichneten Rathschläge und Arbeiten für größere finanzielle Operationen bedienen soll. Selbstverständlich werde ich es Ihnen vor den übrigen Beamten der Bank nicht merken lassen, daß dies der Fall ist, auch will ich Ihnen gern die kleineren laufenden Disposttionen überlassen." Hilleflen nickte stumm und nicht die geringste freudige Erregung trat auf sein Gesicht. „Sie sind nun doch zufrieden und mit Allem einverstanden?" sagte Pohlmann noch, indem er den ominösen Schein wieder in seine Brieftasche steckte. „Jawohl, Herr Director l" erklärte Hilleflen nochmals und verneigte sich tief. „Wann soll ich meinen Posten antreten?" „Nächsten Montag, wenn ich bitten darf," entgegnete Pohlmann und reichte dem auf so seltsame Weise gewonnenen College» die Hand zum Abschiede. Hilleflen begleitete den davongehenden Bankdirector höflich bis an die Thür und kehrte dann hastig in sein Zimmer zurück. Wüthend ballte er dort die Fäuste und flüsterte drohend: „Jetzt haben Sie mich überlistet, Herr Pohlmann, und ich bin ein Sclave in Ihren Händen geworden durch den verwünschten Schein, den ich einst dem Commerzienrath Polenz ausstellen mußte, aber hüten Sie sich, Herr Dtrector, denn es kann noch der Tag kommen, wo ich mich rächen werde. Wehe ihm, wenn ich die Angaben, die er über das Vermögen der Bank mir anvertraute, nicht bestätigt finde." Erschöpft sank Hilleflen auf einen Sessel. Dieser Tag, der ihm so recht eine große Ehre und Freuds zu bringen schien, hatte auch eine schwere Last und eine verhängnißvolle Schuld auf seine Schultern gelegt. O, dieser böse, verderbenbringende Schein, den Pohlmann von Polenz erhalten hatte und dessen Kenntnib Lilleflen in Fesseln schlug. „Ein unheilvoller Anfang für den von mir ersehnten Directorposten," dachte der enttäuschte Mann, „aber Director der Central-Commerzbank bin ich doch und so lange ich mich mit Pohlmann gut stehe, werde ich auch fest auf diesem Posten sitzen. Schweigt also, ihr Gedanken der Rache, denn es gilt jetzt für mich vielmehr dauernd die Gunst Pohlmanns zu erwerben, ja, sein Schicksal mit dem meinigen zu verketten, damit er nie auf den Gedanken kommen kann, mich so zu behandeln wie den berühmten Mohr, der seine Schuldigkeit gethan. * * * Der nothwendige geschäftliche Verkehr zwischen dem Bankdirector Pohlmann und seinem neuen Mitdirector Hillessen entwickelte stch in den folgenden Wochen viel günstiger, als man nach den bösen Auseinandersetzungen der beiden Männer bei Hillessens Engagement annehmen konnte. Denn wenn auch der letztere im Grunde seines Herzens dem Director Pohlmann nicht wohl gesinnt war, so war er doch auch viel zu klug, um nicht Alles zu thun, um das Vertrauen oder doch wenigstens die geschäftliche Hochachtung Pohlmanns zu erwerben und dazu gaben die wirklich großen finanziellen Talente Hillessens viel Gelegenheit. Die meisten Rathschläge und Pläne desselben billigte Pohlmann und dem speculativen Kopfe Hillessens gelang es auch sehr bald, mehrere gefährliche oder doch zweifelhafte Geschäfte zu Gunsten der Central-Commerzbank abzuwickeln. Der neue Director war ferner gegen seinen älteren Collegen zu dessen wachsendem Erstaunen auch von Tag zu Tag höflicher und zuvorkommender, so daß Pohlmann das in vieler Hinsicht berechtigte Mißtrauen gegen Hilleflen zwar nicht ganz verlor, aber doch nur noch in '.weit geringerem Maße hegte. Hilleflen war entschieden für die Leitung der Geschäfte der Central-Commerzbank sehr brauchbar, dies sah Pohlmann mit jedem Tag mehr ein, und da beide Männer darauf angewiesen waren, viel miteinander zu verkehren, so beschloß Pohlmann, auch in der vornehmen Gesellschaft zu zeigen, daß er mit Hilleflen sehr gut stehe, und führte denselben deshalb in sein Haus ein. Er gab zu diesem Zwecke ungefähr drei Wochen nach der Anstellung des neuen Directors der Central-Commerzbank ein kleines Familiendiner, zu welchem außer Hilleflen nur noch der Professor Galen geladen war. Der neue Bankdirector war wie der Professor noch unoerheirathet und deshalb machte auf ihn Carola Pohlmann, von der er nicht wußte, daß sie bereits mit Galen heimlich verlobt war, mit ihrer sanften Schönheit und anmuthigen Liebenswürdigkeit einen solchen tiefen Eindruck, daß er noch an demselben Tage, wo er als Gast im Pohlmann'schen Hause weilte, beschloß, stch um Carolas Hand zu bewerben. Dieses Heirathrproject paßte ja auch ganz vorzüglich in Hillessens Plan, sein Verhältniß zum . ersten Director der Central-Commerzbank so gut als möglich zu gestalten. Denn als Schwiegersohn Pohlmanns mußte Hilleflen dessen Vertrauen ganz und gar erwerben und auf diese Weise mußte auch der tiefe Argwohn, welchen der verdächtige und geheimntßvolle Schein, den der Commerzienrath Polenz dem Bankoirector Pohlmann zur Warnung vor Hillessen gegeben, zwischen den beiden Männern hervorgerufen hatte, zu einem lächerlichen Nichts herabsinken. Hillessen gab stch daher an diesem Tage die größte Mühe, die Zuneigung Carolas und auch die Gunst von deren Mutter und Bruder Ernst zu gewinnen, und er zeigte stch in einem solchen glänzenden Lichte als gewandter, geistvoller und liebenswürdiger Gesellschafter, daß er als College Pohlmanns gewiß die größten Aussichten auf Erfolg bei seiner Werbung um Carola bei deren Eltern gehabt haben würde, wenn diese nicht bereits im Stillen mit einem so angesehenen Manne, wie es Professor Galen war, verlobt gewesen wäre. Gegenüber den bald deutlich hervortretenden Werbungen ° Hillessens um Carola befand sich die Familie Pohlmann aber 423 I ÄttJATA«*? ’“b »* L»u'S--m fete «-»»MM, ,» fein, «betbie» formte und ,Vbem trau "-n z?ettt ' ** ' ' l,*"b MEWM-MZWUW S3S££s£S® s-MMWM-st ZMUUMkMHWMM MMSWMMZ MMßWDL'U -N'WZ-DZW WZMUMD WMM-LLX- WWMUUZ MMZWDZ WMMMSRMLM-B r txne Li^r6 ileberraschung oder gar ein Aergerniß wollte I Einen solchen Mann liebt und verebrt alle Welt und di? aüer Pohlmänn tn dieser delicaten Angelegenheit unter I Damen schwärmen förmlich für ibn und mit swoAt k.,nl1 «Öen UmRlnben «tmeiben, de-hald führte et, al» bie Tafel ist an« b?r seiBM UebenwartU Ä h«t» aufgehoben war, und die Herrschaften sich in die Salons I je kennen lernte Dabet ift 7hT h»! _!• - ^itIe^n kin ein Nebenzimmer und theilte I Sohnes. Wie soll es da nur denkbar^ sein^daß^ meine Tochter diesem mit, daß Carola mit dem Profeffor Galen bereits so I in launischer Weise diese glänzende Partie aufgeben und ibre Mp^ynh^hi»« ?al flUt bte k^tr^uLbeneÄ' I ?ie6e einem anderen Manne schenken soll! Meine Tochter ist ichen Tod des Directors Rusians und die schuldige Theil» I überhaupt ein viel zu bescheidenes und braves Mädckpn nf& «0^6 an diesem Trauerfalle die Verzögerung der ofsiziellen I daß sie solchen geradezu verbrecherischen Launen verfallen Anzeige der bereits vor fünf Wochen stattgefundenen Verlob» | sollte. Ihr ist schon der Gedanke, dem Professor Galen un- ung Carolas und des Profesiors Galen verursacht habe. I treu zu werden, ein Verbrechen lassen Sie uffn „ls h Mittheilung regte das Gemüthsleben Hillesiens auf I von festem Charaeter den Entschluß, sich in das Unvermeidliche das Schwerste auf, und wie von einem schweren Schicksals» zu fügen und zu entsagen.« unvermewucye schlage getroffen, stand er bleich und düster vor Pohlman». Hilleffen- Antlitz sah aber bei dieser Aufforderung nicht Tüatsa^pS"° k "»«ich schon eme unabänderliche I so aus, als wolle er derselben zustimmen, sondern düster auf» ? f 9 b H'^sien, seine Aufregung kaum ver» blickend sagte er: „Gewähren Sie mir wenigstens die eine u t m ,, , I Bitte, Herr Pohlman«, und verschieben Sie die osficielle Ver» entgegnete Pohlmann fest und ruhig, und um I lobungsanzeige Ihrer Tochter mit dem Profeffor Galen" Tt“?“^'‘*^."5“ ,r„ "w.-f°-btt, nützen,- nnlrötteteÄ”t m‘smutblg. 6 ® Achter rst auch sehr glücklich verlobt, denn sie liebt I „Nun, ich bilde mir dann so lanae immer nodß ein bak ®on öerjcti und ebenso gehört ihr die ganze I ich eine schwache Hoffnung habe." ä m.« fn^SOrä ^alen. Noch Nie sah ich eine Verlobung, „Macht Sie kühlen Rechner dSnn die Liebe auch blind die aus so reiner, uneigennütziger Liebe geschloffen wurde wie I und närrisch?" frug jetzt Pohlmänn ironisch, aber wenn er -nbem w-a-nW gehofft hatte bami! eine ab«hl?nbe Wang bei ttoern wage«. Das verhüte Gott! I Hilleffen zu erzielen, so hatte er sich sehr getäuscht, denn dieser schmerzlichen Seufzer wandte sich I antwortete mit dem Tone der Ueberzeugung: „Mir scheint es eSfffi.m? 3ltmm^s und starrte in tiefster wenigstens, daß meine Liebe zu Fräulein Carola Pohlmänn ihn S m6 den schonen Garten hinaus, deffen Reize auf meinen kühlen Verstand geraubt hat, und da ich denselben als * Sl»lr^ekn3o bteÄenrbk Sun£ ?“8ü6ten- Ihr erster Mitarbeiter im Dienste der Central-Commerzbank b!n,Ä0M ^"elnd, blickte Pohlmänn auf ihn. I sehr nothwendig brauche, so wird wohl nichts weiter übrig mMGAe «r e?r0*i 196 dieser kühl berechnende Hilleffen I bleiben, als daß Sie mir die Hoffnung, Ihre Tochter dennoch Eklich ein so tief empfindendes Herz oder hat sich seiner nur freien zu können, nicht ganz rauben." $ tiatda« chöne, junge Mädchen bemäch» „Aber das ist ja eine ganz thörichte Hoffnung, mein Ä! nutzte gar nicht, was er in diesem seltsamen lieber Hilleffen!" rief Pohlmänn mit wachsendem Unmuthe. O öe I „Nun, so lassen Sie mir wenigstens diese und schieben ich bedauere unendlich, daß Ihr erster Sie die osficielle Verlobung Ihrer Tochter noch einige Monate gastlicher Besuch in meinem Hause Ihnen eine bittere Ent» 1 hinaus," sagte Hilleffen in flehendem Tone. - 424 - Geinsinirütziges Vermischtes Apfel- und Birnenmus. Ein sehr wohlschmeckendes Kompot können unsere Hausfrauen aus folgende Weise be* reiten: Man preßt Birnen aus, der Most wird frisch und iüß auf Vs seiner Menge in einem kupfernen Kessel eingekocht, abgeschäumt und abgekühlt. Hierzu kann man alle so- genannten Mostbirnen verwenden; es eignen sich aber namentlich hierzu die herbsüßen Birnen, wie die Langstielerbirne, die Schneider- und Knaurbirne. Der Most wird nach genügendem Abkühlen durch ein nicht ganz neue» flanellenes Tuch geseiht. Während dieser Vorüch mg wird ein gleiches Quantum Aepfel in einem Keffel mit i ,r wenig Wasser durch- gekocht. Letztere werden vor dem K'chen sauber gereinigt, aber nicht geschält, noch zerschnitten. Nachdem die Aepfel weich gekocht sind, werden dieselben mit einem steifen Besen durch ein nicht zu weites Haarsieb gei. leben, um das Apfelfleisch von dem Kernhäuschen und Schaan zu befreien. Nun gibt man sowohl das Apfelmus, als auch den inzwischen ge- reinigten Birnensaft zusammen in einen Keffel urb läßt Beides unter fortwährendem Rühren kochen, bis die Masse in Klumpen an der Kell» haften bleibt und beim C.kalten die Dichtigkeit eines steifen Teiges hat. Auf 50 Kgr. Obst fetzt man V-t Ltr. Hollunderbeersaft zu, um dem Mus eine dunkle Farbe zu geben. Gewürznelken, Zimmt und etwas Citronenfchale verbessern den Geschmack. ♦ Einleger» der Birnen in Essig und Zucker. Das Einlegen in Essig mit Zugabe von Gewürznelken, Zimmet und Zucker erzeugt eineu sehr angenehmen Geschmack, es ga- rantirt eine lange Haltbarkeit und verdient darum die weiteste Verbreitung. Doch ist hierzu blos guter Wein- oder Obstesstg zu verwenden. Zum Einlegen in Essig eignen sich die oben angegebenen Sorten, überhaupt jede nicht zu große Birne mit möglichst hohem Aroma. Man schält möglichst guterhaltene, nicht überreife Früchte, halbirt sie, schneidet da» Kernhaus heraus, wäscht sie ab und kocht sie in Wasser mit Zucker, pro Kilogramm Birnen l/2 Kilogramm Zucker, so weich, daß sie sich mit dem Finger.zerdrücken lassen, bringt sie dann mittels eines Schaumlöffels auf ein Haarsieb und kocht in demselben Wasser das ganze gewünschte Quantum. Hierauf läßt man den Saft zu einem consistenteren Syrup einkochsn, gibt so viel guten Wein- oder Obstessig zu, als zur Bedeckung der Birnen erforderlich ist, und etwas ganze Gewürznelken und ganzen Zimmt, läßt Alles aufkochen und gießt es über dis in Einmachgläser geschicht-ten Birnen, um sie dann luftdicht zu verschließen. # ♦ Um Gewebe aller Art wasierdicht zu machen, tauche man sie in eine Lösung von essigsaurer Thonerde und lasse sie trocknen. Für Wollstoffe genügt diese Behandlung; Baumwollen- und Leinenstoffe erfordern eine Nachbehandlung in einem Seisenbade. Die auf diese Weise imprägnierten Stoffe sollen selbst nach wiedenholter Wäsche wasserdicht bleiben Und um den Quälgeist heute nur wieder los zu werden, sagte Pohlmann: „Nun gut, Carolas Verlobung mit Professor Galen soll erst in drei Monaten osficiell bekannt gemacht werden. Auf irgend welche andere Zugeständnisse lasse ich mich aber unter keinen Umständen ein. Bitte, merken Sie sich das, lieber Hillessen, denn ich habe keine Macht mehr über das Herz meiner Tochter, nachdem sie sich mit meiner Einwilligung einen Bräutigam gewählt hat. Und nun kommen Sie mit mir in den Garten, wo wir den Kaffee trinken wollen. Man wird uns schon lange vermißt haben." Pohlmann schob jetzt seinen Arm unter denjenigen Messens, zog diesen aus dem Zimmer und führte ihn in den Garten. (Fortsetzung folgt) und vor den mit Kautschuk und Firniß behandelten Geweben den Vorzug der Durchlässigkeit sür die Hautausdünstung besitzen. * , Um ältere, feingeschnitzte Artikel von Holz wieder aufzupolierer», mischt man V2 Liter Leinöl, Vs Liter englische Ale, das Weiße eines Eies, 32 Gramm französischen Sprit und 32 Gramm Ammoniakspiritus zusammen und schüttelt diese Mischung vor dem Gebrauche durcheinander. Ein wenig davon wird dann auf ein Bündelchen weicher Leinwand getröpfelt und eine Minute lang der betreffende Artikel damit überstrichen und mit einem Seidenlappen aufpoliert. Diese Politurflüsstgkeit hält sich lange Zeit, wenn sie gut verkorkt ist. Sie läßt sich nicht bloß an Tischlerar- beiten, sondern auch an Artikeln von Papiermache verwenden. * • Kalbsgulyas nach flämischer Methode. In einer Kasserole röstet man 100 Gramm würfelig geschnittenen Speck mit einer ebenso geschnittenen Zwiebel und etwas Wurzelwerk und fügt alsdann ein ha'des Pfund in beliebige Stücke geschnittenes Kalbfleisch hinzu, gibt, wenn es ein wenig gebraten hat, drei Löffel Wasser und 10 Gramm Liebigs Fleischextract bei, verrührt Alles tüchtig, salzt und pfeffert mit Paprika und läßt da» Fleisch weich dünsten. Hierauf fügt man Vie Liter Rahm hinzu, läßt da» Ganze noch 5 Min. kochen und richtet e» in einer Schüssel mit Kartoffeln an. Bestrafte Unhöflichkeit. Ein Herr zu einer Dame: „Wissen Sie, mein Fräulein, welcher Unterschied zwischen Ihnen und einem Spiegel ist? Der Spiegel reflectiert, ohne zu sprechen; Sie aber sprechen, ohne zu reflectieren." — Die Dame zu dem Herrn: „Kennen Sie auch den Unterschied zwischen Ihnen und einem Spiegel? Der Spiegel ist geschliffen, Sie aber sind ungeschliffen." ♦ Ein liebenswürdiger Vorschlag. Verehrer: „Ver- mag ich irgend etwa» zu thun, um Ihnen meine Liebe gegen allen Zweifel zu beweisen?" — Die Verehrte: „O ja. Hei- rathen Sie meine Schwester I Sie ist älter, al» ich, und die Mama sagt, daß ich unter keinen Umständen eher heirathen darf, als bi» meine Schwester versorgt ist." Redactivn: ti. Sch-,da. — Druck und Vertag brr Brühl schm Druckerei (Fr. Thr. Pietsch) in Gießen, AbwartenI Ich habe sagen hören, Fräulein Emma, ; daß ein Kuß ohne Liebe schmeckt wie ein Ei ohne Salz." — | _ „Ich weiß nicht. Davon kann ich nicht mitreden. Ich s hab' in meinem ganzen Leben noch"--„Na, na Fräulein ; Emma!" — „. . . kein Et ohne Salz gegessen!" ♦ , ♦ Sinnig. „Steh' mal an, hat der Reffe Student auch ' an meinen Geburtstag gedacht? Das ist ja rührend! Und i ein Geschenk? Was mag das sein?" — „Steh', Tantchen: 100 Postanweisungen, 100 Wechselformulare, 100 Briefumschläge für Einschreibsendungen unb* 100 sür Geldbriese I" Zu viel versprochen. Förster: „Kommen Sie zu unserer Hasenjagd, Herr Doctor?" — Sonntagsjäger: „Ich werde nicht verfehlen." —.„Förster: „Na, na!" Gutgemeint. Amtsrichter (zu einem alten Mann, s der bisher unbescholten, jetzt bestraft wird): „Sie brauchen • deshalb nicht zu verzweifeln, ein paar Tage Arrest sind doch nicht das Aergste. Als Student habe ich auch eine Woche sitzen müssen und es hat mir nichts geschadet." Angeklagter: „So, so! Das ist mir vollend eine recht saubere Anstalt, wo man sich von so Leuten mrurtheilen lassen muß." r»nt In Hw haben, di mit Bew welchen e beiden He Pohlmam nehmen. „Hie seiner Fra so wollen rufen." „Do drei," ent „Bit Hillessen," Hausherr herbeizuhc „Hie Hillessen, Aufforder großen G doch auch „Nu, entgegnete und bei I fallen, sich „Ein ich mir a! kein glückl Frau und werde ich Ersta niß blickte „Warum mit halb!- sucht, der stehen, da! dazu gekor selbst wie