W y fc^s&sseämtefcfsK. MNM? MiWWH^MMMKM^Z ^Z 4 -^eJ^xJr^$5- -z".- ' JJLUÜ ^jwpfcjW ijE7'.-sMKNtzxÄAM gffiSlg '"■" ß^MMKÄ^ '". ' 7^ «I,ff.f^ ist denn glaube, ng der cer und las für ammerln t neuen l: dieser Korridor, rr (ent» nenn ich Zimmer i Unter« mir ein er kleine ,erne für a Sohn r haben ir lasten Sie sich s: „Nu, ?! . . . iserablen nächst ja Wuths« Müller: r lauter Bücher c eins." zerathen Der Rosenhof Novelle von C. Western. „Was ich darüber gedacht habe, will ich Dir sagen: Sieh, Loni, es ist jetzt die beste Reisezeit, es sind viele Fremde in der Gegend, die Führer brauchen. Die werden gut bezahlt. In der Gegend kenn ich mich aus, wie in meinen Taschen, klettern kann ich auch, also will ich Fremdensührer werden. Verdien' ein gut Stück'l Geld, und — die Zeit geht mit hin." „So ist's Recht!" sagte Loni. „Die Mutter ruft, leb' wohl!" Das junge Mädchen fiel ihm um den Hals, dann war fie verschwunden. Als Joseph den schweren Koffer leicht wie eine Feder aus der Kammer trug, da kam auch Frau Elisabeth und rief ihm tröstend zu: „Joseph, wir sehen Dich wieder. Hoff' auf Gott!" Er konnte ihr zum Abschiede nur winken, dann verließ er den Rosenhof. Der Rosenbauer ging aber in dieser Stunde wirr umher; er machte sich Vorwürfe und wollte es sich doch nicht gestehen, daß er unrecht gehandelt. In der nächsten Zeit kam der Stadelbauer öfter in den Rosenhof und saß flüsternd bei dem Rosenbauer im heimlichen Gespräche. Dann erschien er eines Tages wieder mit einem großen Blumenstrauß und im Sonntagsstaat und hielt in aller Form um Sonte Hand für seinen Sohn Peter an. Frau Elisabeth sagte gar nichts. Martin Straffer sagte ja, Loni aber setzte der Werbung ein so lautes und festes Nein entgegen, daß der Stadelbauer nach fünf Minuten mit einem vor Wuth kirschrothen Gesicht wieder aus dem Rosenhofe ging. „Hochmüth'ges Geschöpf," schrie er dabei, „Du sollst wohl noch demüthtg werden! Paß nur auf!" Am Nachmittage des selbigen Tages saß Martin Strasser unter der riesigen Hainbuche und schmauchte vor seinem Hofe aus der Meerschaumpfeife mit Silberbeschlag. Frau Elisabeth hatte auf der Bank hinter dem Tische mit einem Nähzeuge Platz genommen, Loni aber arbeitete unter Thränen in Küche, Keller und Stube. _ t , Da kam Jakob Pfilzer, der Oberjäger, des Wegs daher auf den Rosenhof zu. Der Bauer guckte weg auf die Quelle, die vom Eingang des Hofes links aus dem Felsen sprudelte, und der Stolz des Gutes war. Der Jäger kam aber trotzdem direct auf den Rosenhof zu und rief: „Grüß Gott, Rosen« bauer I" „Müßt' nicht, was Ihr hier zu schaffen hättet," bemerkte der Rosenbauer ablehnend. „Und doch ist's so. Ist's erlaubt, näher zu treten?" „Wenn's fein muß?" „So kommt herein " (Fortsetzung.) „Es ist besser, Joseph, daß Du es nicht gethan hast, ich brauchte es Dir dann auch nicht abzuschlagen," erwiderte der Rosenbauer kaltblütig. „Das hättest Du gekonnt?" frug Joseph mit Entsetzen im Antlitz. „Wie heut'! G'rad deßhalb mußt Du fort. Die Leute hänseln mich bereits, daß ich meine Tochter einem Knechte an den Hals werfe, und das kann ich, der reiche Rosenbauer, nicht dulden!" „Und um der Leute elendes Gerede willen willst Du uns unglücklich machen?" frug Joseph wie beschwörend. „Ich muß!" sagte der Bauer stöhnend. „Du mußt nicht, wenn Du nicht willst. Vor vierzehn Tagen hättest Du anders mit mir gesproch'n, aber heute! Na, ich hab' ja den dummen Streich gethan und Dich abgeschoffen. Es war aber Zufall, nicht Absicht!" Der Bauer wurde roth und erwiderte: „Glaub' nicht, daß es darum ist, Joseph 1 Ich hab'« schon vorher gesagt." „Kannst Du Dein Wort nicht ändern, Bauer?" fragte Joseph flehend." „Nein, Joseph, ich hab's geschworen beim Blut Gottes. Eher mag der Brunnen im Felsen vor dem Hofthor versiegen, ehe ich mein Wort zurücknehm'!" „Leb' wohl, Bauer 1" sagte jetzt Joseph kurz und stolz. „Nimm Dein' Lohn und geh' in Frieden!" rief ihm dieser nach. „Das thue ich, mag es Dich nicht gereuen. Leb' wohl!" Joseph schritt nach seiner Kammer, um seine Sachen zusammen zu suchen. Frau Elisabeth und Loni waren nirgends zu sehen. Die Thränen perlten dem treuen Burschen aus den Augen in den Koffer hinein, in dem er seine Sachen packte. Da fühlte er plötzlich zwei weiche Arme um seinen Hals und eine zitternde weibliche Stimme flüsterte: „Joseph, Joseph, ich bleib' Dir treu; glaub's, ich nehm' halt keinen anderen Mann. Hoff' das Beste, des Vaters Sinn kann sich noch ändern!" „Loni," erwiderte Joseph weich, „Du bist mein Alles, ich seh' Dich wohl noch zuweilen heimlich. Du hast Recht, Gott wird's noch wohl machen!" Sie hatten sich aus den Koffer gesetzt und Loni fragte: „Was willst Du nun anfangen?" r, gießt nit dem tmuS. Messer sen und !endicker ratform t1, über« >. Ein etwas ind das errührt. eicht die fser ans bringen. - H •+ (T-E.J <5^———Sz© iS—£ --S'S—' H1 Nnterchaltungsblatt zrnn Gietzenev Anzeigen (Geneval-Anzeiger) Samstag, den 10. Februar. «'M—iiiiihiihmi II] i i irrw -I I ihiiiimy—P» n i Nr. 17. isöT — 66 - sie doch dem Joseph nicht! Nein, nun erst recht nicht! Die Ehr' hat auch ihre Rechte!" Er ging gedankenvoll über den Hof in den Stall, in welchem sechs wohlgepflegte Pferde standen. Kaum öffnete er aber die Thür, so schoß eine dunkle, zerlumpte Gestalt aus einer Ecke empor und fuhr auf das offene Fenster der gegen« überliegenden Wand zu. Zuspringen und den Strolch packen, war sür Martin Straffer das Werk eines Augenblicks. Voll Zorn schüttelte er jetzt den Kerl, riß ihn auf den Hof an dar Tageslicht und erkannte in ihm einen der Zigeuner, die sich feit dem Maischießen in der Gegend herumgetrieben hatten. „Strolch, was hast Du hier zu schaffen? — Gesteh'-, was hast Du mit den Gäulen gemacht?" Der Zigeuner war eine kleine, schmächtige Gestalt, die den Riesenkräften des breitschultrigen Rosenbauers nicht zum zehnten Theile gewachsen war. Er wand sich unter den würgenden Griffen seines Gegners und sprudelte endlich die Worte heraus: „Gigo ist ein ehrlicher Zigeuner, haben nix gestohlen, haben nix gemacht, wollen nur schlafen im Schatten!" „Du Satan, da hättest Du in den Wald gehen können!" „Gigo will nicht kommen wieder in Hof, laß Gigo gehen zu Leuten seinigen!" zeterte der Zigeuner. „Ja, wenn Du Deine Lection hast, Spitzbub'! —Huber, meine Peitsche!" erklärte der Rosendauer kaltblütig. Huber war der neue Knecht, der auf dem Hofe schaffte. „Laß Gigo gehen, schimpfir ihn nicht, hat er doch Blut von Königen in den Adern; nicht schlagen, nicht schlagen!" flehte der Zigeuner. „Lügensack I Von Königen hättest Du Blut in den Adern? — Du meinst wohl den Kartenkönig, Du Strolch! Du sollst mein Vieh nicht stehlen!" „Gigo sein unschuldig, mach' ihn, nicht verachten unter Volk seinigem, daß sie aurstoßen ihn und werfen ihn mit Staub I Richt schlagen I" ' „Huber, die Peitsche! — Recht so! Und nun hörte man das Geschrei des Aermsten, auf welches Loni und Frau Elisabeth herbeieilten. „Martin, Martin, laß den Bengel laufen!" rief Frau Elisabeth, „laß ihn laufen oder übergieb ihn dem Gerichte. Was hat er gethan?" Der Rosenbauer ließ sich aber nicht stören, bläute den verdächtigen Burschen gründlich durch, dann ließ er ihn lor, worauf dieser mit Pfeiles Schnelle davon lief. Am Thore rief der Zigeuner dann noch dem Rosenbauer zu: „Gigo verflucht Dich, Hab und Gut Deinige» soll ver- brennen mit Feuer, Kinder Deinige sollen sterben, Du sollst schmachten nach einem Trank, und der klare Born hier soll versiegen!" Der Bauer hörte mit Grauen den Fluch des fliehenden Zigeuners, und er schien seine jähzornige Thal zu bereuen, zumal ihm auch seine Frau darüber Vorstellungen machte. Aber schließlich erklärte er kurz: „Ich nahm eben selbst mein Recht! Wozu erst nach Schulz und Richter senden; selbst der Mann ist das Richtige!" Frau Elisabeth seufzte nur und ging in das Haus. „Was ist denn aber heute nur los?" murmelte der Bauer. — War der Mann, der da jetzt zwischen den Tannen die Alm herabstieg, nicht der Ramsauer, der Viehknecht? Ja, er war es, und der brachte doch gewiß auch eine Hiobspost. t m , „He, was ist passirt, Ramsauer?" rief ihm der Rosenbauer zu. , , , „Die Sennerin Vroni liegt oben auf der Alm todtkrank, Bauer!" antwortete der Mann. „Auch das noch! Was fange ich an?" „Schicke doch Deine Loni; es ist ein geschicktes Mädchen in der Sennwirthschaft I" Der Bauer schlug sich vor den Kopf. „Gehe in die Küche, Ramsauer, erquicke Dich, und dann gehst Du hurtig zurück! Die Loni sende ich schon zum Nachmittag! Loni, Loni!" L, _ . Diese hörte mit großer innerer Befriedigung bie Worte Sie setzten sich auf die Bank. „Rosenbauer," begann der Jäger, „was ich mit Euch zu besprechen hab', braucht Keiner zu hören." „Redet nur, vor meinem Weib' hab' ich keine Geheimnisse." „Es ist aber doch halt besser, wir besprechen die Sache allein!" meinte der Forstbeamte. Frau Elisabeth ging, darauf in das Haus. „Nun, Herr Oberjäger, was ist Euer Begehr?" frug der Bauer. „Ihr habt mich neulich wegen meines guten Rathes tüchtig angeschnauzt." „Hm, hm," brummte der Rosenbauer und that, als wenn er den Jäger nicht verstände. e , „Ich weiß aber, was ich weiß: Ihr wildert doch in unserem Revier." Der Bauer lachte höhnisch. „Ihr mögt'», ich will'» nicht sehen!" bemerkte der Ober- jäger listig. „Sehr gnädig, und dafür verlangt Ihr? —" „Die Hand Eurer Tochter Loni. Meinen Schwiegervater werd' ich doch nicht zur Anzeige bringen." Der Rosenbauer stand auf und rief zornig: „Und Ihr, grüner Lümmel, wagt es, mir das auf meinem Grund und Boden so in das Gesicht zu sagen? Potz Tausend I Daß Euch das Donnerwetter — 1 Wollt Ihr hinaus aus meinem Hof, oder soll ich Euch mit Hunden hinaus hetzen?" Der Jäger hatte sich schon erhoben und sagte: „Ich geh, über für die Schänd' sollt Ihr mir büßen, verlaßt Euch d'rauf 1 Krieg ich Euch bei dem Pürschen, dann sei Euch Gott gnädig!" Der Jäger schritt darauf zum Hof hinaus. Kaum hatte sich der Jäger entfernt, so erschien Frau Elisabeth. Sie war weiß wie Schnee und fragte mit leiser, bebender Stimme: „Martin, ist'» wahr, daß Du wilderst?" Der Rosenbauer brummte etwa» in den Bart, dann ging er, ohne feiner Frau Rede und Antwort zu stehen, in'» Haus- Seine Frau folgte ihm niedergeschlagen nach. IV. Du warst mir ein gar trauter, lieber Geselle, komm, du schöner Tag, Zieh' noch einmal an mir vorüber, Daß ich mich deiner freuen mag. Lenau. Der Rosenbauer war augenscheinlich in schlechter Laune, trotz de» prachtvollen Junimorgens, der über der schönen Landschaft lachte. Er brummte fortwährend über dieses und jenes, so daß ihm Alle scheu auswichen. Jetzt bekam er Loni zu Gesichte und sofort rief er: „Loni 1" „Was wünschst Du, Vater?" entgegnete diese und trat näher. Wie sah das arme Mädel vergrämt aus! Ihre Wangen waren welk und blaß, ihr ganze» Aussehen krankhaft. Der Rosenbauer sah sie voll Mitleid an und sagte: «Loni, wenn Du den Peter Rößler, de» Stadelbauers Sohn, nicht magst, so brauchst Du ihn nicht zu nehmen; zwingen will ich Dich nicht!" „Dank' Dir Vater; Du weißt, ich lieb' halt nur Einen!" flüsterte das junge Mädchen. r _ L , „Den ich Dir nicht geben kann, das mußt Du doch ein« sehen, Loni! Die Erbin vom Rosenhof und ein Knecht, die passen halt nicht zusammen!" Sie seufzte und ging. „Loni!" rief der Vater nochmal». Sie kehrte gehorsam um- , , „Du siehst den Joseph heimlich; ich will'» nicht!" sagte der Bauer befehlend. „Denk daran 1 De» Vaters Segen baut den Kindern Häuser!" , , ,, . „Ich will'» versuchen, Vater, ob ich e» aushalte, ihn nie mehr sehen zu können I" Nun ließ er sie gehen. Dabei brummte er in sich: „Es ist ein gute» Mädel, das weiß Gott! Aber geben kann ich — 67 Die Eine Kleinstadt in Amerika- Wen Worte t, auf Frau rrichte. te den in los, nbauer ll ver« u sollst 1er soll henden ereuen, machte, i mein bst der ich eine Rosen- rtkrank, d dann i Nach- Der weitgereiste L. v. E. erzählt über die kleinen Städte im fernen Westen, speciell über Louisville in Alabama, recht Interessantes: Unser L . . . gehört nicht zu jenen Eintagsfliegen, die, durch irgend eine Speculation hervorgerufen, zuweilen gänzlich wieder vom Erdboden verschwinden; es wurde schon vor 10 Jahren gegründet und ist die Hauptstadt des County und in Folge dessen Sitz der Behörden. Optimisten geben die Einwohnerzahl auf 15C0 an, minder optimistisch Dreinschauende auf 1000; über die Hälfte der Bevölkerung ist deutscher Abkunft. Trotz des entschieden vorherrschenden Deutsch- thums herrscht aber großer Unterschied zwischen unserem amerikanischen und einem deutschen Landstädtchen. Ersteres bietet viel mehr. Wir haben in unserem Nest drei Doctoren und i. Bauer- ie Alm ll, in sie er : aus legen» acken, Voll n dar ie sich en. steh'r, t, die t zum : den ch die m nix ttenl" nen!" gehen zuber, hasste. Blut gen !" dein? »sollst unter in mit » Bleibst Du lange oben?" frug Joseph. „Eine Woche gewiß!" „Komm doch eine Weile in unsere Stube, Loni!" bat Joseph. „Ich darf nicht, Joseph, der Vater hat es verboten I" „Er sieht es nicht, Loni!" „Aber sein Fluch träfe mich, erführ er es 1" „Ungerechte Flüche hört Gott nicht, Loni!" schallte da plötzlich die Stimme von Josephs Mutter dazwischen. , Komm ruhig herein, meine Tochter; seit dem Tag, wo sie - meinen Mann tobt vom Walde heimbrachten, hab' ich solchen Kummer nicht gehabt, wie jetzt über meinen Joseph, und daß Dein Vater ihn vom Rosenhof getrieben hat!" „Ach, ich bedauere es am meisten, Mutter Anna," schluchzte Loni, „mir ist ja darüber oft zum Sterben zu-Einn!" Dabei brach sie in ein heftiges Schluchzen aus, daß Mutter Anna genug zu thun hatte, den heftigen Ausbruch des Schmerzes bei dem Mädchen zu stillen. „Ja," begann Loni dann wieder, „nun soll ich Dich auch nicht mehr heimlich sehen und sprechen, das hat mir bet Vater bei seinem Fluch geboten. Was fangen wir nun an?" »Sei gehorsam, Loni," meinte darauf der gutmüthige Bursche, „wir denken desto mehr aneinander; vergessen werden wir uns in alle Ewigkeit nicht!" „Rein!" entgegnete sie. „Run will ich Dir noch ein Stücklein Wegs den Korb tragen und Dich begleiten. Es ist das letzte Mal! Habe zwar eine Bestellung, aber das Mütterle kann mich zurückruien, wenn sie kommen! — Hier, Mutter, da ist der Stutzen, er ist geladen. Weißt ja Bescheid damit,. schieß' ihn ab, wenn ich zurückkommen soll." „Adje, Loni!" sagte die alte Frau. „Adje, Mutter Anna!" erwiderte das junge Mädchen. Joseph und Loni gingen davon. „Ich soll nämlich heute," fuhr Joseph int Weitergehen fort, „einen Prinzen führen, denk' Dir, einen Prinzen, der in ausländischen Diensten General ist. Er ist jetzt auf Hoch- Schwengau, wo er halt herrlich beim König speist. Dann will die Gesellschaft nach Fissen und dabei eine Bergtour machen, wobei ich den Führer abgeben soll!" „Also einen Prinzen sollst Du führen? Da wirst Du wohl ordentlich stolz, Joseph!" „Ach, red' nicht so, Loni! Als Soldat hab' ich vor Belfort einen Kameraden gehabt, das heißt einen Herrn Offizier, der war auch ein Prinz, dem königlichen Haufe ganz nahe verwandt, der hat oft meine Hand gefaßt und gesagt: Unteroffizier Ropp, bleiben Sie an meiner Seite und sagen Sie mir Bescheid, wenn es eine Gefahr gibt, die ich nicht sehe." „Run steh' Eins diese schöne Geschichte. Und die hast Du mir nie erzählt?" schmollte Loni. „Es ist aber doch wahr!" betheuerte Joseph. 1 (Fortsetzung folgt.) des Vaters. Auf Wochen, vielleicht auf Monde konnte ja sie dann fort von Haus und Hof, wo Alles sie an Joseph gemahnte, den sie für immer verloren zu haben glaubte. Loni's Vater aber fuhr fort: „Mach' Dich bereit und geh' nach dem Essen gleich hinauf auf die Alm! Kennst ja Wege und Stege. Sorge gut für's Vieh. In wenigen Tagen komme ich selbst und sehe nach, wie es oben geht. Wegen Doktor und Apotheke für die kranke Vroni da schicke den Ramsauer herab, er ist stink und treu!" Loni nickte beifWg und sagte: „Du sollst zufrieden mit mir sein, Vater!" Mit diesen Worten verschwand sie im Hause. Der Bauer ging die halbe Treppe in fein „Rechenstüb'l", wie er’« nannte, hinauf, wo er sich aufhielt, wenn er allein sein wollte, feine Bücher führte, schrieb und rechnete. Nachdem er die Thür sorgfältig verschlossen, trat der Rosenbauer vor einen bkank polirten Schrank, schloß ihn mittels eines Schlüssels, den er in der Brusttasche trug, auf und zog dann aus einer Ecke einen nagelneuen prächtigen Stutzen hervor. „Es ist ein prächtiges Gewehr, und wie weich der Knall ist!" flüsterte der Rosenbauer. „Hm, Pfilzer, du einfältiger Grünrock, jetzt sollst du wohl vergeblich lauschen. Das letzte Mal, da war's freilich schlimm l Aber noch schlimmer war's doch dazumal, als sie mir auf dem Küchel auf dem Halse waren und ich mit dem Wagen die gewagte Fahrt den Berg hinunter machte. Puh! Die Pferde wurden wild und gingen durch. Wär' der Joseph nicht gekommen und hätte wie ein Riese die Pferde gepackt, da wäre ich wohl tobt im Straßengraben liegen geblieben- Ach, der Joseph I O, wär' er doch ein Bauer und meines Gleichen, weiß (Sott, er sollte die Loni haben; aber so I Und er kommt auch nicht und fragt nochmals an! Er ist viel zu stolz! Na meinetwegen I — Heute Abend muß ich es besonders schlau anfangen. Der Grüne lauert, das ist gewiß. Jetzt fahre ich bis Fissen, da merkt man gar nichts, dann stelle ich die Rappen, die Blitzthiere, mit dem Wägelchen ins Gehölz. Dann geh ich von da über den Kegel. Als ich gestern spürte, — haha, ohne Büchse, wenn sie mich etwa witterten — da hatte ich gleich seinen Wechsel! Muß ein kapitaler Kerl sein, der Hirsch! Na, warte Bursche, bis heute Abend! Der Mond steht auch nicht allzu hoch!" Der Rosenbauer stellte den Stutzen wieder in den Schrank und schloß ihn sorgfältig ab. Dann stieg er die halbe Treppe wieder hinab ins Wohnzimmer hinunter. Das Mittagbrod war dort eben aufgetragen. Frau Elisabeth sprach das Tischgebet, wie es seit hundert Jahren im Rosenhof Sitte gewesen und man nahm lautlos das Mahl ein. Der Bauer gab dann einige Aufträge für die Knechte, dann wünschte er „gesegnete Mahlzeit" und ging in die Kammer, um einen langen Schlaf zu thun. Gegen Nachmittag hieß er die Rappen anschirren und bemerkte gegen seine Frau, daß er in die Stadt müsse. Im Wagenkasten aber steckte schon Jagdtasche, Stutzen und Pulver nebst Blei. Nicht vergeblich hatte Pfilzer, der Oberjäger, voll Hasses schon tagelang den Rosenhof umlauert. Als er aus dem Gebüsch heraus den Wagen des Rosenbauern vorfahren sah, murmelte er: „Aha, alter Fuchs, für uns bist Du noch nicht schlau genug I" Der Jäger rannte dann eiligst zurück ins Gehölz. • ♦ Es war gleich nach Mittag, als Loni, einen Korb auf dem Rücken, Schwengau verließ, um auf die Alm zu gehen. Ihr Weg führte dabei am Ropp'fchen Häuschen vorüber. Schon von weitem sah sie Joseph auf dem Stein vor der Thür sitzen, als warte er auf Jemand. Als er nahende Tritte hörte, sprang er auf und die Freude röthete fein Gesicht, wie er unerwartet Loni vor sich sah. „Grüß Gott, liebe Loni, wo willst Du hin?" frug er freundlich. „Auf die Alm will ich. Die Sennerin Vroni ist krank geworden; da hat der Vater mich geschickt!" 68 —- einige Kurpfuscher, ein halb Dutzend Advokaten, zwei Banken, eine deutsche und eine englische, die mit ungefähr fünfjähriger Pause abwechselnd bankerott machen, und zwei Zeitungen, eben« falls eine deutsche und eine englische, deren Redücteure natürlich Todfeinde sind und die, wenn der Federkrieg einmal ihrem Haß nicht mehr genügt, das edle Faustrecht ausüben, das hier noch hoch in Achtung steht. Nicht weniger als sieben geistliche Herren von verschiedenen Confessionen und Secten sorgen für das Wohl der Seelen- Das kirchliche Leben ist ein sehr reges, obgleich Kirchen und Pastoren ausschließlich durch freiwillige Beiträge von Ge- meindemitgliedern, allerdings zuweilen kümmerlich genug, erhalten werden. In den Schulen werden Knaben und Mädchen zusammen unterrichtet, meist von Lehrerinnen, die recht guten, practischen Unterricht ertheilen; besonderer Werth wird auf's Rechnen gelegt. Nach Absolvirung der Volksschulen steht den jungen Leuten beiderlei Geschlechts noch eine Hochschule mit dreijährigem Cursus zur Verfügung; hier wird sogar Buchführung gelehrt. Alle öffentlichen Schulen ertheilen den Unterricht unentgeltlich. Religionsunterricht fehlt gänzlich; deshalb senden viele Eltern ihre Kinder in die confessionellen Pfarrschulen, die von den betreffenden Gemeinden gehalten werden. Auf einem Hügel über der Stadt thront das stattliche Court- House (Rathhaus), in welchem die Behörden ihre Bureaux haben, hier wird auch Gericht gehalten; über die Rechtspflege habe ich aber gute Gründe, zu schweigen. Ueber dem Courthouse hat das Haupt der Polizei, der Sheriff, eine schöne Dienstwohnung; dicht dahinter liegt das Gefängniß, ein modernes Mustergebäude, welches die Freude der Stadtväter bildet, die es jedem Fremden zeigen. Dieses neue Gefängniß hatte sich allerdings auch dringend notwendig gemacht, denn der letzte Uebertreter des Gesetzes im alten Arrestlocal war nicht blos ausgebrochen, sondern hatte auch noch den eisernen Ofen und das Thürschloß mitgehen heißen. Das Vereinsleben blüht hier ebenso wie im lieben alten Vaterlande, die Vorliebe dafür legt der Deutsche niemals ab, wenn er sich auch sonst noch so sehr verändert und neuen Verhältnissen anpaßt. Gesangverein, Turnverein, Dramatischer Verein, Kegelclub — wir haben Alles, Alles, natürlich auch Logen für ernstere Bestrebungen, wie Freimaurer, Old Fellows, Druiden re. Die Anlage unseres Städtchens ist, wie bei allen amerikanischen Ortschaften, eine vollkommen regelmäßige; die breiten, kerzengeraden Straßen laufen parallel und werden von ebensolchen senkrecht geschnitten. Alle, selbst die Hauptstraßen, sind ungepflastert, aber mit breitem hölzernem, erhöhtem Trottoir versehen; dieses birgt für den Uneingeweihten bei Dunkelheiten manche Gefahr in sich, da an weniger besuchten Stellen häufig ein Brett morsch ist oder gänzlich fehlt, wobei man ohne besonderen Aufwand von Ungeschicklichkeit die Beine brechen kann. Der Fahrdamm ist bei nassem Wetter unpassirbar infolge meterhohen Schmutzes. Chausseen gibt es überhaupt nicht in Amerika, doch macht sich der Mangel hier nicht so fühlbar, wie man denken sollte. Erstens rechnet man auf mindestens drei Monate Schlittenbahn im Winter, die alle Unebenheiten der Wege ausgleicht und den Transport von schweren Ladungen ermöglicht, und zweitens gibt es hier keine Ortschaft, die nicht zugleich Eisenbahnstation ist. Das Dampfroß ist Bahnbrecher der Cultur und der Schienenweg der erste, der die Wildniß durchschneidet. Die Eisenbahnunternehmer bekommen vom Staat breite Länderstrecken in der Umgebung der projectirten Bahnstrecke geschenkt, die dann parzellirt und an die neuen Ansiedler verkauft werden; je näher an der Bahn sie sind, um so theurer sind sie selbstverständlich auch. An den Punkten, wo der Zug hält, entstehen die Städte. Unser Bahnhof ist wie die meisten anderen von der größten Schmucklosigkeit. Bei den Uebergängen über die Geleise gibt es keine Barrieren und der Schienenweg wird ganz ungenirt von Fußgängern benutzt, ebenso ist es gestattet, aus dem Zuge ein- und auszusteigen, während er im Fahren begriffen ist. Der Amerikaner ist ein freier Mann und der Staat hindert ihn nicht, sich zum Krüppel fahren zu lassen, wenn er dazu Lust verspürt. Trotzdem unser Städtchen rings von Urwald umgeben ist gibt es weder Baum noch Strauch auf den Straßen und in den Gemüsegärten der entlegenen Gehöfte. Dennoch macht der Ort keinen unfreundlichen Eindruck. Alle Häuser sind, bis auf wenige stolze backsteinerne Ausnahmen auf der Hauptstraße, aus Holz erbaut und gut angestrichen. Blockhäuser sind selten in der Stadt, die meisten sind aus Fachwerk, ein- oder höchstens zweistöckig, viele in anmuthigem Queen-Anne-Styl und rings von der offenen Veranda umgeben. Aus der Entfernung ge. sehen, machen all' die kleinen Häuschen den Eindruck eben aus der Schachtel genommener und hübsch ordentlich mit regelmäßigen Zwischenräumen aufgestellten Häuschen einer Spielschachtel. Beinahe jedes Haus steht in einem kleinen Gärtchen; nur die Hauptstraße — Front-Street — macht einen durch- aus städtischen Eindruck, hier steht Haus an Haus und in denselben reiht sich Laden an Laden. Man begreift nicht, wie in einem so kleinen Orte so viele Geschäfte vorhanden sein können, aber die Gegend 20 Meilen im Umkreis ist schon stark besiedelt und Hunderte von Farmern kommen an Markttagen zur Stadt und machen ihre Einkäufe. Weit verbreitet ist in Deutschland die Annahme, daß dar Leben in Amerika theurer sei. Theuer sind hier nur die großen Städte und zwar hauptsächlich durch den unverhältniß- mäßig hohen Preis der Wohnungen. Fleisch und Mehl, also Hauptnahrungsmittel, kosten nur halb so viel wie in Deutschland. Auch Möbel sind bedeutend billiger hier, vorausgesetzt, daß man sich mit Fabrikwaare begnügt; ebenso Schuhwerk. Sowie man aber etwas auf Bestellung machen läßt, ist es allerdings unverhältnißmäßig theuer. Auch fertige Kleidung ist nicht theurer als in Deutschland, nur weniger haltbar. Alle baumwollenen Maaren sind hier besser und billiger. Wenn die große Anzahl blühender Geschäfte in einem so kleinen Ort erfreulich ist, so läßt sich dies von der unglaublichen Menge Saloons (Kneipen) nicht sagen. Es gibt deren nicht weniger denn 18 und alle machen gute Geschäfte. Mehrere Fabriken arbeiten mit den neuesten Maschinen in Tag-und Nachtschichten; aber brauchbare Handwerker, wie einen guten Tischler, einen Blechner, Flickschuster, Glaser gibt es nicht. Es wird nur Fabrikwaare gekauft und wenn ein Stück verbesserungsbedürftig ist und man kann es nicht selbst wieder Herstellen, so muß man es eben wegwerfen. Es wird viel Geld verdient und viel Geld ausgegeben. Wir führen hier ein frisches Leben, weniger eingeengt durch Vorurtheile — auf eigenen Füßen stehend und Niemandem Rücksicht schuldend, aber — die Heimath ist's doch nicht I Aus der Lyrik eines Octrsi-Jahlers. Ich schnitt' es gern in alle Rinden ein, Ich grüb' es gern in jeden Pflasterstein, Ich möcht' es sä'n in jedes Beet der Schur, Daß Keiner bliebe, der es nicht erfuhr. In jeder Straße Gießens möcht' ich's johlen: Warum muß man den Zettel selber holen? Ich möcht' mir ziehen einen jungen Staar, Bis daß er spräch' die Worte rein und klar, Die Mancher schon im Stillen sich gesagt, Der wegen „Hinterziehung" ward verklagt. Dann säug' er laut, daß Alle es erkennen: Warum muß man zum Steueramte rennen? Den Redactionen möcht' ich's hauchen ein, Es säuseln auch in jeglichem Verein; O, leuchtet' es aus jedem Zeitungsblatt, Was Usus ist in mancher andern Stadt Und uns erlösen kann von diesen Qualen: Ich möcht' den Octroi gleich dem Fuhrknecht zahlen! X. Redaktion: A. Scheyda, —- Druck und Verlag der Brühl'schm Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. n Ar, wol Um mit hin! Na das Pri schr geil ein Lor hab Go bis sch' Jä Be der Fel ein aus He Be sin ich nie me