rrafchend nit Rha- > g mit chgeseiht, rar Gar- ■oße und Deutsche chwö:ter. i Mutter Wer der als eine ht, geht as Gebet chze und s sieben - d S-r, -*s—w rtnt«vhalt»,»gsbl«tt jum Gi«tzen«r Anzeige» (Seneval-Anzeiger) 18 Donnerstag, dm 9. August. : „Mär- von , Dein Anzug Äche ist Meister träumte i, Herr II ____ : Lächer- nt X. )’ ich Fleck eben 'ne daß es ticken?" n Pub- „Wie Pause 8 war er die schön hier, seine M!1' gehört, en Sie „Nicht Das Gehemmiß der Droschke. Von F. Hume. (Schluß.) „Einige Jahre vergingen, ohne daß ich an sie erinnert wurde. Sie war für mich verschollen. Da erhielt ich einer Tages die Nachricht, daß mein Kind gestorben sei; kurze Zeit darauf wurde mir der Todtenschein Rosinas eingeschickt und zwar von einem Arzte, der mir mittheilte, daß er meine Frau während einer Epidemie behandelt habe. «Heute weiß ich, daß dieses Document gefälscht war, und zwar auf Rosinas eigene Veranlassung. Sie wollte, nachdem ihr Kind tobt war, gänzlich frei sein. „Damals war für mich die Sache abgethan. Ich suchte mich jeder Erinnerung daran zu entschlagen und stürzte mich zu diesem Zweck eifrig in das Geschäftsleben. Meine Unternehmungen gelangen und brachten mir reichlichen Gewinn. In jenen Tagen lernte ich ein deutsches Mädchen kennen, das mein Weib wurde, die Mutter meiner innigstgeliebten Tochter Margarethe. „Es begannen für mich glückliche Zeiten, ich hatte den Frieden gefunden nach dem Rausche der Leidenschaften — ein theures Weib, voller Liebe und Anmuth, ein heiterer Heim, wo ich Rast fand nach den Mühen des Tages. Und als hätte das Schicksal gut an mir machen wollen, was es an mir gefehlt, strömte mir nun das Glück in vollem Maße zu. Von Tag zu Tag wuchs mein Vermögen. Große Unternehmungen veranlaßten uns dann nach einigen Jahren, nach Australien auszuwandern — und wir reisten ab, in der stolzen Hoffnung, hier ein Kapital zu erwerben, das unsere Tochter Margarethe zu einer der reichsten Erbinnen des Festlandes, wohin wir uns zurückziehen wollten, machen sollte. Alles gelang mir. Vor mehreren Jahren siedelten wir uns in Wien an in der Absicht, von unseren Weltreisen auszuruhen. Meine geliebte Frau konnte sich leider nicht lange des Behagens erfreuen, in welchem wir lebten. Sie starb im vorigen Jahre. „Kurz nach ihrem Tode geschah es, daß in meiner Villa ein verwahrlost aussehendes Weib erschien, das mich dringend zu sprechen wünschte. Da sie sich durchaus nicht abweisen ließ, führte man sie in mein Zimmer. Zu meinem größten Schrecken erkannte ich in ihr die Mutter Rosinas. Sie verlangte von mir ihre Tochter, warf mir vor, ich hätte sie der einzigen Stütze beraubt in ihren alten Tagen u- s. w. Es war mir klar, daß sie Geld wollte. Ich gab es ihr reichlich, froh, ihres Schweigen« sicher zu fein; in meiner jetzigen Lebensstellung konnte es mir nur Unannehmlichkeiten bereiten, wenn man jener dunklen Geschichte nachgeforscht hätte. Hatte ich doch Rücksicht zu nehmen auf meine Tochter Margarethe! „Ein Jahr verging. Unter den jungen Männern, welche sich um Margarethe beworben, befand sich Herr Desider Jvanyi. Ich merkte bald, daß seine Neigung von meiner Tochter ernstlich erwidert werde — und ich freute mich darüber. Herr Jvanyi war ein Mann, der mir in jeder Beziehung gefiel, und ich dachte, die Verbindung zu beschleunigen. Da traten aber Ereignisse ein, welche mich tief erschütterten. „Ottokar Wolski, der sich durch Londoner Empfehlungen Zutritt in mein Haus verschafft, brachte mir die niederschmetternde Nachricht, daß meine erste Frau, Rosina Mori, am Leben sei. ... Er war es, der mir erzählte, daß sie — nach dem Tode ihres Kindes — mit Hilfe eines ihr befreundeten Arztes den Todtenschein gefälscht habe. ... Sie habe die Absicht gehabt, sich wieder zu verheirathen und eine Störung von meiner Seite gefürchtet. Jndeß sei sie nachher keine neue Ehe eingegangen, sondern habe vorgezogen, beim Theater zu bleiben, wo sie als Soubrette unter dem Namen „Musette" gefeiert wurde. . . . Nun sei aber Rosina alt und gänzlich verarmt. Er habe sie von London nach Wien gebracht, gum die Geschichte ihrer Ehe mit mir zu Geld zu machen. Das gestand der Schurke ganz offen. „Ich fragte ihn um den Preis feines Schweigens. ’ „Er verlangte eine große Geldsumme für Rosina und für sich die Hand meiner Tochter Margarethe. Ich bot ihm auch dafür Geld und weigerte mich entschieden, auf feine Forderung einzugehen. Darauf drohte er mir mit Veröffentlichung. Ich vermochte diesen Gedanken nicht zu fassen. Da verfiel ich auf einen Ausweg. Ich wußte, daß Margarethe Desider Jvanyi liebte — und ich kannte meine Tochter- Ich war überzeugt, daß sie von ihm nicht ablassen werde. Ich sagte daher zu Wolski, er möchte mit meiner Tochter selbst sprechen. Was ich erwartet, das traf ein. Sie wies ihn kurz ab. Mir aber gestand sie, daß sie sich bereits mit Jvanyi verlobt habe, daß sie nicht leben könne ohne ihn. Darauf bot ich Wolski wiederum eine große Summe. Er lehnte sie ab und bestand auf seiner Forderung. Einen Tag vor Margarethens öffentlicher Verlobung kam er wieder zu mir, um mir den Trauschein vorzuweisen, aus dem hervorging, daß Rosina Mori meine rechtmäßige Gattin ist- Er sagte, er wolle mich noch einmal warnen, und machte wiederum seine Forderung geltend. In meiner Herzensangst beschwor ich ihn, mir Bedenkzeit zu geben, und er entschloß sich endlich, noch vierundzwanzig Stunden zu warten. I — 366 — „Am nächsten Tage hörte ich, daß er tobt, daß er einem I ich hier bin, wird er von einem Anderen bewacht, verlaffen geheimnißvollen Verbrechen zum Opfer gefallen sei. Sie sich darauf; er kann keinen Schritt machen, ohne daß ich „Mein erster Gedanke galt den Documenten. Ich sagte | es weiß." mir, daß jetzt Alles bekannt werden müsse ... man mußte „Wissen Sie also, ob er den Check auf 50,000 Gulden ja die Papiere bei ihm finden. r bereits eingelöst hat?" „Aber merkwürdiger Weise blieb Alles still. Ich wußte „Herr, diese Sache hat mich eigentlich erschreckt —" genau, daß Wolski die Documente bei sich gehabt. Zuletzt „Wieso?" kam ich zur Ueberzeugung, daß der Thäter sie an sich genommen „Die Summe ist sehr groß. Herr Gott, wenn ich das habe und früher oder später zu mir kommen werde ... ein I früher gewußt hätte." Bei diesen Worten sprang er vom neuer Dränger, ein neuer Störer meiner Ruhe ... Sessel auf und begann im Zimmer auf- und abzugehen. „Kurz darauf wurde Jvanyi verhaftet. Er ist glücklicher I „Also war er in der Bank?" Weise freigesprochen worden - er war unschuldig. Jetzt „Jawohl - leider I Gestern um drei Uhr Nachmittag- weiß ich es. Ich wurde wieder ruhiger. I war er dort „Vor drei Tagen sollte ich wieder an die Angelegenheit „Zum Kuckuck," rref der Advocat verdrießlich, „wenn man erinnert werden. Ein Freund Wolskis erschien bei mir — I ihm den Check honorirt hat, dann ist er über alle Berge.' Robert Morland. Er bot mir jene Documente zum Kaufe „Das nun nicht," entgegnete Kilian. „Er ist in Wien, an. Als Preis beanspruchte er 50,000 Gulden. Entsetzt, ganz bestimmt. Daraus schließe ich, daß ihm der Check nicht wie ich war, beschuldigte ich ihn des Verbrechens an seinem honorirt worden ist. Aber eine Anfrage bei der Bank Webers Freunde. Ohne sich aufzuregen, gestand er es zu, meines gäbe uns am besten die nöthigen Aufschlüsse. Schweigens sicher. Ich war fast besinnungslos vor Grauen. „Ganz richtig. Ich werde sofort telephoniren. Sollte ich einen Mörder entfliehen lassen, sollte ich dulden, daß „Run?" fragte der Detectiv gespannt, als Doctor Mark man es in die Welt hinausschrie, mein einzig geliebtes Kind vom Apparat zurückkehrte. sei unehelicher Geburt? Endlich siegte die Liebe zu meiner „Es ist so, wie Sie sagten. Er war gestern dort, wurde Tochter. Ihr sollte die Schmach erspart bleiben. Ich gab aber, da man unterdeß vom Ableben Webers gehört, für heute Morland einen Check auf den gewünschten Betrag und nahm | hinbestellt. Es ist halb fünf Uhr. Er muß eben dort fein, dagegen die Papiere in Empfang. Außerdem mußte Morland i „Und nun?" schwören, Oesterreich zu verlaffen ... I „Ich gab den Auftrag, ihn zu mir zu führen, als dem „Das ist es, was ich gestehen- wollte. Ich thue dies zu Testamentsvollstrecker. Und nun, meine Herren, er kann reden dem Zwecke, um endgiltig festzustellen, daß Herr Jvanyi voll» | Augenblick hier fein." rr kommen unschuldig gewesen an jenem grauenhaften Verbrechen I „Das heißt, wenn er dumm genug ist, in die Falle zu und zu verhindern, daß vielleicht noch ein Unschuldiger der j gehen," bemerkte der Arzt. That verdächtigt werde. Ich habe wenig Hoffnung, daß „O, das wird er gewiß," bekräftigte Kilian- „Für eine Robert Morland von einem irdischen Richter der verdienten | solche Summe wagt man Manches. Und dann — er kann za Strafe zugesührt werde. Seine Spur wird wohl längst ver- nicht wissen, daß wir Webers Bekenntniffe gelesen haben, schollen sein, ehe ein Auge diese Zeilen liest. Die Männer waren in gespannter Erwartung. Sie „Ich habe den Trauschein nicht zerstört, damit Niemand I sprachen nicht mehr mitemander. Sie horchten vielmehr auf- die Wahrheit dieser Mittheilungen bezweifeln könne." merksam auf jedes Geräusch, das vom Stiegenhause zu kommen I schien. XXXII. x „Still, da ist er," flüsterte der Advocat, feine Aufregung Die Stimme Doctor Marks zitterte, als er das Manu- kaum beherrschend, als vom Vorzimmer her Schritte hörbar script aus den Händen legte. Tiefe Stille herrschte im Zim- wurden. mer- Nach einer Weile begann der Advocat: „Also, das ist In diesem Augenblicke trat Robert Morland ein und zwar de« Räthselr Lösung." in Begleitung eines Mannes, der sich als Beamter jenes Bank- „Jch wußte, daß er es nicht gethan haben konnte," rief Hauses legitimirte, mit welchem der Advocat vorhin sich ver- Sltjt i ftänbißt* „Sie sehen, Herr Doctor," fiel ihm der Detectiv lächelnd „Das ist der Herr, welcher den großen Check präsentirt in's Wort, „ich habe Recht behalten." hat," stellte er Morland, welcher nach einigem Zögern aus „Ja - aber nun?" fragte der Advocat. Mark zugeschritten mar, vor. Nach einigen Dankerworten von „Werde ich Morland sofort verhaften." Seiten des Advocaten entfernte sich der Beamte. „Wenn es sein muß! Aber das arme Mädchen!" Doctor Morland hatte sich auf dem ihm angebotenen Platz nieder. Mark blickte Kilian in eigenthümlicher Weise an, so, als wollte gelaffen. Er saß dem Advocaten gegenüber mit dem Rücken er diesen bewegen, das auszusprechen, was er selbst dachte. zur Thüre. Diese Gelegenheit benutzte der m aller Gemäq- „Ich bedaure die junge Dame herzlich," meinte höflich lichkeit auf- und abgehende Detectiv, um den Schlüssel im der Detectiv, „aber Sie werden zugeben, daß man einen Ver» Schlosse umzudrehen und zu sich zu stecken. brecher seiner verdienten Strafe zuführen muß." z I „Sie haben mir eine Mittheilung zu machen, sagte der „Gewiß," sagte Jvanyi mit Bestimmtheit, — „er muß | Advocat in ruhigem Tone. sofort verhaftet werden." I „Jawohl — aber Ihnen allem." „Aber wenn er Alles gesteht, wird die ganze Stadt so- „Ach, diese Herren sind gute Freunde. Sie können un« fort die Geschichte dieser geheimen Ehe kennen," wandte Mark I genirt sprechen." mißmuthig ein. Robert Morland blickte unruhig umher. „Set es — auch um diesen Preis!" antwortete Jvanyi. | „Ich wünsche aber durchaus keine Zeugen meiner unter« „Ich kenne meine Braut. Auch ihr wird es lieber sein, wenn redung mit Ihnen," fuhr er auf. ~ „ die ganze Sache ein Ende hat. Verhaften Sie Morland und „Ich gestatte mir sogar, Ihnen die Herren vorzustellen, lassen Sie dem Gesetz seinen Lauf." fuhr der Advocat gelassen fort. „Es wird wohl nicht zu verhindern sein," meinte seufzend j „Herr Doctor Friedrich, Herr Kilian, Herr Desto der Arzt, „aber es ist sehr hart, dem Fräulein Weber das I Jvanyi —" anzuthun." „Jvanyi," rief Morland entsetzt, indem er aMprang „Nun — Sie haben Recht, meine Herren, Morland muß | „Ich — ich--ha, was ist das? schrie er wild- verhaftet werden," sagte Doctor Mark. „Aber auf welche Art hatte Wolki's Ueberzieher, der auf emem Seessel lag, erkanm. soll dies geschehen? Ist er noch in Wien?" „Das ist der Nock, den Sie am 27. Mai getragen Haben, „Za," ries Kilian erfreut. „Ich habe ihn feit den letzten Robert Morland," sagte Kilian langsam, „in jener Stunve, zwei Monaten nicht aus dem Auge gelassen — und während ’ in welcher Sie Ottogar Wolski-- »erlassen daß ich Gulden _____// ich das er vom en. hmittags enn man erge." n Wien, >eck nicht 1 Webers or Mark :t, wurde für heute >rt fein." als dem rnn jeden Falle zu Für eine r kann ja aben." ng. Sie nehr auf» n kommen lufregung te hörbar und zwar res Bank- ; sich ver- präsentirt »gern auf orten von ltz nieder- m Rücken : Gemäch- itiiffel im sagte der innen un- er Unter- -zustellen," : Desider rufsprangwild. Er , erkannt. ien haben, c Stunde, - 367 — Gsineinnütziges A £ ■ ■ Einkommen, welcher sie, einmal auf die rechte Bahn gebracht, zum Wohle ihrer Mitmenschen verwendete. Margarethe Weber genas nur langsam von ihrer schweren Krankheit. Als ihre Wangen sich aber wieder zu röthen an- fingen, kehrte der Lebensmuth, die Lebensfreudigkeit wieder zurück in ihr Herz. Dazu trug die Liebe ihres Bräutigams nicht wenig bei, diese Liebe, welche sich bewährt hatte in den Stürmen des Lebens, die geläutert war durch das Unglück. Nach seiner Hochzeit verließ das junge Paar Wien für immer. Auf den Jvanyi'schen Gütern in Ungarn, die so lange in fremden Händen und vernachlässigt gewesen, fanden sie den Frieden und die Arbeit, die sie vergessen ließ der Leids der vergangenen Tage. — Wie kann man bei Heranwachsenden Kindern entscheiden, ob sie zu VM oder zu wenig essen? Ein Kind, das zu viel ißt, wird, wenn es feine Berdauungskrast bewahrt, sein Körpergewicht auf eine gewisse Höhe bringen, und wenn dieses Stadium erreicht ist und es zu viel ißt, oen Appetit verlieren, b. h. das Körpergewicht wird einige Zeit constant bleiben und dann abnehmen. Kinder werden meist durch das Borurtheil der Mutter — denn eine Mutter opfert ja lieber ihr Kind, als ein Borurtheil! — zuviel gefüttert, es entstehen Verdauungsbeschwerden, Magenermattung, Verstopfung, Scrophulose, Blutarmuth, die Kinder bleiben trotz des vielen Essens mager und kraftlos. Kinder werden, um sie zu beruhigen, häufig gefüttert, wodurch der sogenannte Scheinhunger entsteht, bei dem die Kinder aus Langeweile essen, auch sie zeigen obige Krankheitserscheinungen. Kein Vielesser wird geboren, sondern nur erzogen; man fülle nie den Magen an, sondern lege den Löffel weg, wenn es am besten schmeckt. — Wenn der Magen nicht ganz gefüllt ist, kann er sich am besten zusammenziehen, wenn er zum Platzen angefüllt ist, ist er erweitert, ohne sich contrahiren zu können. ♦ * ♦ Eine interessante Zimmerzierde. Man nehme eine größere rothe Rübe mit Blätterkronen, schneide sie oberhalb der Wurzel durch und höhle den oberen Theil so weit aus, daß eine Hyrcinthenzwiebel mit etwas Moos darin Platz findet. Ehe man die Zwiebel einsetzt, wird das Moos angefeuchtet und auch nachher stets feucht erhalten. Die rothe Rübe wird mit dem Haupte nach unten und die Hyacinthen- zwiebel nach oben, ähnlich einer Ampel, mit einer passenden Schnur zuerst in einem kälteren, später im wärmeren Zimmer am Fenster aufgehängt. Die Hyacinthe wächst wie in einem Glase, aber auch die Blätter der rothen Rübe krümmen sich nach oben zu und wachsen mit. Es ist reizend, das intensive Blauroih, vermischt mit dem frischen Grün der sich entwickelnden Hyacinthenblätter, zu betrachten, bis endlich sich die Hyacinthe voll in ihrem Blüthenschmucke zeigt. Künstlerische Verwendung von Seidenresten- Die Verwendung von kleinen Seidenresten, welche- nach bestimmtem Muster über Pappe gespannt und mit Ueberwendlingstichen zusammengenäht werden, ist unter dem Namen „Seidenmosaik" hinlänglich bekannt; viel effectvoller ist e», wenn man aus den seidenen Läppchen allerlei Figuren: Blumen, Palmen, Arabesken und dergleichen ausschneidet, sie auf einen Untergrund von schwarzer Seide, Atlas, Sammt oder Plüsch aufheftet und mit bunter Seide aufnäht. Man kann dazu gleichzeitig alle Reste von Stickseide, Chenille, Goldfedern u. s. w. verwenden. Reste von leichter Seide müssen mit Organdins oder Mull unterlegt werden, ehe man sie aufheftet, bei schwerer Seide ist dies un- nöthig. Man kann in dieser Art Sophakiffen, Stuhlbezüge oder auch Fenster- und Chaiselongue-Decken Herstellen. Zu ersteren ist ein Fond von Sammt oder Plüsch, zu letzteren Seide oder Satin merveilleux mehr anzurathen. Zum Zusammenstellen namentlich der größeren Stücke, wie Decken, ge- „Zum Teufel" kreischte Morland auf und stürzte an die Thür, an derer Klinke er zu rütteln begann. Die Männer ließen ihn gewähren, der Detektiv hatte in- deß für alle Fälle feinen Revolver zum Vorschein gebracht, und rief Morland zu: „Geben Sie sich keine Mühe, Robert Morland. Erschweren Sie sich Ihre Lage nicht. Die Thatsachen sprechen zu klar gegen Sie." Der Angeklagte wandte ihm sein Gesicht zu, aus dem alles Blut gewischn war. Dann aber, von einem plötzlichen Gedanken belebt, griff er in die Tasche, und ehe ihn Jemand darin hindern konnte, stieß er sich das Messer in die Brust und fiel zu Boden. Doctor Friedrich sprang ihm bei und brachte es nach einigen Minuter dahin, daß der Unglückliche die Augen aufschlug, und zu sprechen begann. . „Es ist gut so," sagte er, „daß es zu Ende geht. Ich habe zu viel gelitten seit damals--" „Also gestehen Sie, Ottogar Wolski getödtet zu haben?" fragte Kllian. „Ich gestehe es — ich bin kein Feigling. Ich habe es gethan. Wolski war selbst Schuld daran. Er zeigte mir damals den Trauschein und erzählte mir, welchen Werth dieser habe. Er war berauscht. Schwer berauscht. In mir entstanden wunderliche Gedanken. Wäre ich im Besitze dieses Papiers — alle Roth hätte ein Ende, dachte ich. Dann hat er das Restaurant verlassen, und ich zog seinen vergessenen Ueberzieher an und folgte ihm. Bei der Votivkirche blieb er stehen. Bald darauf kam Herr Jvanyi, der aber bald wieder ging — an mir, der im Schatten stand, vorüber. — Jetzt lief ich hin uud half Wolski in den Wagen. Er hielt mich für Jvanyi — und ich — nun fand ich es für vortheilhaft, ihn bei diesem Glauben zu lassen. Aber ich beschwöre es, ich hatte damals nicht die Absicht, Wolski zu töten, ich wollte ihm nur die Dokumente entreißen. Aber er wehrte sich verzweifelt. Da plitzte mir der Gedanke durch den Kopf, daß sich in der Tasche von Wolski's Ueberzieher, den ich an hatte, Chloroform befinde. Ich riß das Fläschen heraus und goß seinen Inhalt auf Wolski'» Taschentuch . . . Noch einmal versuchte ich, mich der Papiere zu bemächtigen. Da begann er zu schreien — und ich, sinnlos vor Gier — steckte ihm das Tuch in den Mund.----Darauf trat Ruhe ein. Ich nahm die Papiere--. In der Liechtensteinstraße stieg ich aus und nahm einen anderen Fiaker, der gegen die Stavt fuhr. So kam ich in die Heugasse. Dort stieg ich aus, legte deu Rock ab und nahm ihn über den Arm. Ich ging gegen die Stadt zurück, in die Anlagen, warf den Rock in ein Gebüsch des städtischen Reservegartens. Dann ging ich nach Hause. „Noch einmal schwöre ich es, Ich hielt Wolski für bewußtlos — — erst aus den Zeitungen erfuhr ich seinen Er hielt inne und schloß die Augen. Eine tiefe Schwäche war über ihn gekommen. Jvanyi entfernte sich, um einen Wagen zu besorgen. Dann wurde der Verwundete hinabgetragen und in's Landesgericht geführt. Einige Stunden nach seinem Verhör, in welchem er mit dem Ausdruck einer tiefen Reue alle seine Mittheilungen wiederholte, schied er aus dem Leben. XXXIII. Die Zeitungen brachten die sensationelle Nachricht vom Tode Robert Morlands, des Urhebers jenes geheimnisvollen Verbrechens vom 27. Mai. Die wahren Beweggründe dieses Mordes sind nie besannt geworden, da Alle, die sie kannten, das tiefste Stillschweigen darüber bewahren. Man nahm an, daß die Veranlassung ein Streit zwischen Wolski und Morland gewesen. Desider Jvanyi kam nach reiflicher Ueberlegung mit Doctor Mark überein, daß der „rothen Sali" das Geheimmiß ihrer Eltern nicht entdeckt werde, zumal diese Entdeckung ganz zwecklos gewesen wäre, da Weber seine Tochter Margarethe ausdrücklich zu seiner Erbin bestimmt hatte. Man sicherte ihr ein reichliches 368 - hört natürlich feiner Geschmack und eine geübte Hand. Decken werden, nachdem die Arbeit vollendet ist, mit einer leichten Wattirung versehen. ♦ ♦ * Sonnenblumensamen als Hühnerfutter. In England, wo die Geflügelzucht und das Ausstellungswesen in ganz anderer Weise in Blüthe steht als bei uns, hat man die Erfahrung gemacht, daß der Samen der Sonnenblumen nicht nur für die Eierproduction ein ausgezeichnetes Futter ist, sondern daß sie namentlich der Erzeugung eines glänzenden Gefieders günstig sind, weshalb er namentlich für Ausstellungszwecke bei den Geflügelzüchtern eine wichtige Rolle spielt. ♦ * ♦ Zur Verbesserung der Erde für Topfpflanzen wird, auf vielfache Empfehlungen, ein Vermischen derselben mit Torfmull benutzt. Die vielen guten Eigenschaften des Torfmulls kaffen denselben auch als ein vorzügliches Material erscheinen und werden auch recht gute Erfolge damit erzielt. Nur neigt der Torfmull sehr gern zur Säuerung. Um diesem Nebel vorzubeugen, muß der ToHnull vorher compostirt und mit etwas Kalkstaub vermischt werden. Auch wo das Gartenland, wie es häufig geschieht, mit dem Fäcaltorf aus dem Hause gedüngt wird, ist eine öftere Kalkdüngung nöthig, weil sich sonst mit der Zeit viele schädlichen Bodensäuren bilden, welche dem Wachsthum hinderlich sind, vom Kalk aber verbunden werden- * * * Schwarzseidene Kleidungsstücke, Tücher, Kra° batten re. zu reinigen. Zuerst wird der Stoff mit einem trockenen, wollenen Lappen gut abgewischt, und nöthigenfalls vorsichtig ausgeklopft, um den Staub zu entfernen. Dann wird der Gegenstand auf einem Tisch ausgebreitet und [mit heißem Kaffee, der durch Seihen von allem Satz befreit ist, mittels eines Schwammes sorgfältig auf der rechten Seite abgerieben. Der Stoff wird dann etwas getrocknet und auf der verkehrten Seite gebügelt. Wo das Letztere nicht möglich ist, muß beim Bügeln ein Tuch aufgelegt werden. Der Kaffee nimmt alle Flecken und Unreinlichkeiten weg und stellt den natürlichen Glanz der Seide wieder her, wie dies keine andere Flüssigkeit thut- Die Seide scheint in der That durch das Verfahren dicker zu werden und diese Wirkung ist dauernd. Wer dasselbe einmal versucht hat, wird nie ein anderes an- wenden. ♦ ♦ ♦ Die Schale der Eier zu reinigen. Es sieht überaus appetitlich und einladend aus, wenn die gekochten Eier auf dem Theetifch schneeweiß und sauber sind. Viele Hausfrauen mühen sich vergebens ab, sie von Flecken zu reinigen und doch ist es unendlich einfach. Man wischt die Eier nur mit einem Läppchen ab, das man zuvor mit Essig befeuchtet hat. Sofort ist die Schale vollständig sauber und fleckenlos. Hat man gerade abgeriebene, ausgepreßte Citronen liegen, für die man keine Verwendung mehr hat, so kann man die Eier etwas mit denselben abreiben und sofort sind sie ebenfalls rein und schneeweiß. UGrasflecken zu beseitigen. Wäscht man die Grasflecken mit Seife aus, besonders in Weißzeug, so bleibt stets ein schmutzig aussehender Flecken zurück. Sehr einfach und gut vertilgt man sie durch kochendes Waffer. Auch kann man sie gelinde schwefeln und dann wieder waschen. * ♦ * Schmutzige Korke reinigt man am einfachsten mittels übermangansaueren Kaliums. Man verfährt in der Weise, daß man, nachdem die gar zu sehr eingeschmutzten oder mit Lack überzogenen Korke ausgelesen sind, die der Reinigung zu unterwerfenden in einen Topf thut, sie mit einer Lösung von 20 bis 25 g Kaliumpermanganat übergießt, hierauf mit einem mit Steinen beschwerten Deckel bedeckt und nun soviel Waffer darauf gießt, daß es die Korke bedeckt. So läßt man dieselbe 1 bis 2^Tage stehen, gießt darnach das Waffer ab, I spült die Korks ab und thut sie wiederum in den Topf. Jetzt werden sie mit etwa 500 g Salzsäure und nochmals Waffer bis zum Ueberstehen begoffen und ebenfalls einige Tage beiseite gesetzt. Hiernach werden sie gründlich abgespült, mit reinem Wasser noch etwa einen Tag.hingestellt und schließlich getrocknet. Futzteppich. MarGellt eine sehr geschmackvolle, warme Fußdecke her, indem man 12 keilförmige Tuchtheile schneidet. Diese Theile werden mit farbiger Seide nach einem ausgezeichneten Muster bestickt und dann aneinander genadelt, auf die Näthe aber setzt man kleine, runde Tuchfleckchen, die mit Festonstichen eingefaßt sind. In die Mitte dieser Arbeit befestigt man ein Stück weißen oder schwarzen Schafpelz. Das Ganze wird rückwärts mit lichtem Wollstoff gefüttert. Eine sehr hübsche Farbenzusammenstellung zu dieser Fußdecke ist, wenn man abwechselnd einen Theil rehbraun, den zweiten dunkelbraun und den dritten blaugrau zusammenfügt. Die kleinen Kreise wechseln auch in diesen Farben. Vermischtes. „Fritz, was machst Du?" — „Ich fange Mäuse." — „Wie viele hast Du denn schon?" — „Wenn ich diese habe und dann noch eine, so habe ich zwei." * * • Kindermund. „Mama, wer war zuerst auf der Welt?" „Der liebe Gott." „Der liebe Gott? Das glaube ich doch nicht," „Warum denn nicht, mein Herzblatt?ll „Zu allererst müssen doch die Störche dagewesen sein, die haben den lieben Gott gebracht." * • * Einleuchtend. Frau: „Am allermeisten ärgert's mich, daß mein Mann im Schlaf spricht I" — Nachbarin: „Geh' zu — das ist doch nicht so arg!" — Frau: „So — wenn das nicht so arg ist! Wie willst Du ihm denn da wider« sqrechen?!" * ♦ Alte Gewohnheit. „Sehen Sie mal, wie der alte Mann da immer im Zick- Zack über die Straße geht; betrunken ist er doch nicht?" — „Gott bewahre, die alte Gewohnheit: der Mann war fünfundzwanzig Jahre Nachtwächter und da hat er immer die Studenten nach Haus gebracht!" ♦ ♦ Wie die Alten sungen rc. rc. Moritz (von der Aushebung zurückkehrend, zu seinem Vater): „Denk' Dir, Ta- teleben, sie haben mer acceptirt!" * ♦ ♦ Arzt: „Sie müssen sich einige Tage des Weines und Biers, sowie aller aufregenden Getränke enthalten und dürfen nur Wasser trinken!" — Patient: „Aber, Herr Doctor, gerade das Wasser regt mich am meisten auf, wenn ich's trinken ♦ ♦ ♦ Im Gedränge. Herr (der beim Verlassen des Theaters, in welchem ein schlechtes Lustspiel zum ersten Male ausgeführt wurde, in ein großes Gedränge geräth und von allen Seiten gestoßen und getreten wird): „Aber, meine Herrschaften, ich bin ja gar nicht der Autor!"-- • • Vor Gericht. „Sie heißen?" — „Anna Beisele!" — „Religion?" - „Protestantisch!" - „Beruf?" - „Putzmacherin!" — „Nun noch eine heikle Frage--1" — „£), da irren Sie sich aber! Nur 22 Jahre!"-- ♦ ♦ Preiswürdig. Sonntagsjäger: „ .. Was, fünf Mark fordern Sie für diesen Hasen?" — Wildprethändler: „Aber sehen sie sich doch nur diesen wunderbaren Schuß an!"-- Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schcn Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.