;r vollzogenen ei Nacht und- , von welchen I zogenen Stu- tn, daß mein — Student: :tt wird I" mn aber die infach — sie t." e in das Bad bald, damit r nachschicken dürfen wir i, aber beim opf werfen!" thshaus ver- Antevbaltnngsblatt 311m Gietzenev Anzeigee (Geneval-Anzrigev) Steas» 'At?. ... ■•&5süel Samstag, den 7. Juli. wei Monaten werden beim >at, kann sie 'ie umgehend rhuber." Herr Saffer, in nur neu- wieder hier »der Dunkelbrennen. Die t angezündet „Sie spielen : „Entschul- Cello spielen, Hst Du, Max, 0 bist, werde «gezogen bist, 'zum Verthei- iunmehr bald als Köchin zu Geschworenen in Theilhaber >r: „Wieso? Kaufmann I" innahmen und ich eine halbe gebracht, und as ist ja nur nz voll wäre, Die Hexe von Bingenheim. Von Gg. Schäfer. (Schluß.) Am selbigen Tage waren Bardenstein und Stbille in dem Städtlein Nidda angekommen, hatten ihre Geschäfte besorgt und gingen nach dem Mittageflen über Geiß-Nidda den Berg hinan nach Bingenheim. Wie vor zwei Jahren leuchtete die Septembersonne über die schöne Gegend und ihre Herzen öffneten sich, als Beide immer nach allen Seiten Umschau hielten und sich an das erinnerten, was sie vor genau zwei Jahren gedacht und gefühlt hatten. „Wir mußten Vieles durchmachen, mein trautes Weibchen," sprach Bardenstein, indem er auf die reizende junge Frau blickte, welche elastischen Schrittes an seiner Seite wanderte. „Aber haben wir nicht auch Schönes erreicht! Ein Hochgefühl ist es mir, frei und stolz vor den Commiffarius hintreten zu können, denn Niemand kann mir eine Uebelthat vorwerfen. Gott gebe, daß der Mann von seinem Hexenwahne bekehrt werden möchte." Sibille nickte und eilte flüchtigen Fußes vorwärts. „Hier ist die Stelle, wo ich stürzte," rief sie, „und hier die Buche, auf deren Wurzel ich mich hilflos niederlaffen mußte. Es war der seligste Augenblick meines Lebens, als Du mich in Deine Arme nahmst und mir sagtest, daß Du mich lieb hättest." Bardenstein ließ sich auf den Sitz nieder, zog sein schönes Weib an seine Seite und küßte es innig. Ein Schuß krachte, nur wenige hundert Schritte entfernt, im Forste. Das Paar sprang auf. „Sollte Jagd in diesen Gehegen sein!" sprach Bardenstein; „laß uns weiter gehen, daß wir aus dem Bereiche kommen." Zwei Männer stürzten aus dem Gebüsche; der Ausdruck des größten Schreckens zeigte sich in ihren Gesichtern. „Herr! Herr! Ihr seid es, der Rentmeister," riefen sie durcheinander; „zweihundert Schritte von hier liegt der Hexen- richter Caspari, er hat sich eine Kugel durch den Kopf gejagt." „Gott fei seiner armen Seele gnädig!" sprach Sibille; „der Unglückliche dauert mich herzlich." „Das ist ein schöner Zug von Dir," antwortete Barden- stein, „daß Du stets gerne verzeihest. Bleibe hier, ich will sehen, was zu machen ist." Bardenstein eilte nach der Stelle, wo der Unglückliche lag; die Arbeiter folgten. Ein gräßlicher Anblick bot sich dar. Der Schuß war, da das Abdrücken der rostigen Pistole schwierig sein mochte und einen Ruck verursachte, über die linke Kinnlade, die Wange, das Auge und die Stirne gegangen, ohne tödtltch zu wirken. Die ganze linke Seite des Gesichtes war zerfetzt und verbrannt, Caspari lebte noch und erduldete die grauenhaftesten Schmerzen. „Schafft Waffer herbei, Ihr Leute, daß wir die Wunde kühlen und auswaschen können," befahl Bardenstein. Leise war Sibille nachgeschlichen, sie hatte den Befehl ihres Mannes vernommen und brach rasch die breiten Blätter des Wegerichs, deffen Saft Wunden heilt und deffen Blätter Kühlung bringen; sie war eine gelehrige Schülerin der alten Beilstein gewesen und verstand dis Eigenschaften der Heilkräuter wohl anzuwenden. „Bleib' weg, mein Kind!" rief Bardenstein dem jungen Weibe zu, „der Anblick ist zu gräßlich." „Es gilt ein menschlich Werk verrichten, lieber Mann," war die Antwort; „ich habe viele Wunden verbinden helfen und bin nie schwach dabei geworden, laff' mich Dir helfen." „So komme her zum Samariterwerke, Du tapferes Weib, wollen sehen, was wir vermögen." Die Arbeiter brachten Waffer in den Hüten. Sibille nahm ihr Tuch, wusch die entsetzlichen Wunden aus und zerquetschte die Wegerichblätter, um deren Saft zu kühlenden Aufschlägen zu benutzen. Der Verwundete regte sich, hob die Hand empor und öffnete das unbeschädigte Auge. „Sibille!" stöhnte der Verwundete, deffen Brust sich con- vulsivisch hob und senkte. . „Ihr kennt mich, Herr!" sprach die innge Frau, indem sie fortwährend die schrecklichen Wunden kühlte. Bardenstein und die Arbeiter schafften Waffer herbei. „Wir müffen den Verwundeten von hier wegtragen," befahl Sibille. „Hunderte und Tausende von Ameisen haben sich herbeigezogen; fastet an, Ihr Männer." ...... Sibille nahm das Haupt des Verwundeten sanft in die Hände; die Männer faßten an und trugen den Verwundeten näher an die Wafferquelle heran. Die__alte--Böllstein--hat - prophe- zeiht, - daß - mich--die--Würmer - - bei - - lebendigem--Leibe--fressen - - muß- t-n__" brachte der Unglückliche mühsam und stoßweise hervor Haltet--die--Ameisen--ab!" Er wurde' wieder ohnmächtig. Nach einer Weile öffnete er das aesunde Auge, faßte die weiche Hand Sibillens und drückte sie fest an seine stürmisch arbeitende Brust. Sprachlos stand Bardenstein und sah dem Unglücklichen voll tiefsten Mitleids in das Angesicht. Caspari streckte die Hand nach Bardenstein aus; dieser kniete auf die anders Seite 310 Offenbarung Joh. Kap. 21 83. 4: Ein tiefer Seufzer entrang sich der Brust des Sterben« den; der Todesengel neigte die Fackel, Caspari hatte aus» gerungen. An der Sterbestelle ließ der Landgraf eine Gruft Herstellen und die Leiche beisetzen. Später wurde ein steinernes Kreuz auf dem Grabe errichtet, darauf standen die Worte: „Gott wird abwifchen alle Thränen von ihren Augen Und der Tod wird nicht mehr fein, Noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerzen wird mehr fein; Denn das Erste ist vergangen." Noch einmal sah der Unglückliche um sich, faltete die Hände und betete laut die Worte des 51. Psalms: „Gott sei — mir — gnädig — nach — Deiner — Güte — und — tilge — meine — Sünden — nach — Deiner — großen — Barmherzigkeit. — Verwirf — mich - nicht — von — Deinem — Angesichte — und — nimm - Demen - heiligen — Geist — nicht — von — mir." des Unglücklichen und legte seine Hand auf diejenige seiner Frau; Caspari faltete die Hände über die des Ehepaare«: „Sibille--ist--meine--feit-- zwanzig--Jahren--verloren--geglaubte — Tochter!" stieß der Verwundete mühsam hervor. Barmherziger Gott! Jesus, mein Heiland!" riefen die I Mehr als hundert Jahre stand das Kreuz; dann zerfiel Knieenden aus einem Munde. Mit übermenschlicher Anstreng« I es. Jetzt ist nur noch eine dunkle Sage vorhanden, daß vor ung zog der Verwundete ein Packet Papiere aus der Brust« I einigen Jahrhunderten an dieser Stells ein tragischer Fall vor« tasche seines Rockes, reichte es der jungen Frau, deutete aus I gekommen sei. sie und Bardenstein und fiel wieder in eine tiefe Ohnmacht. I Helmine, die Schwester des Verstorbenen, feine Frau und Männerrufe hallten durch den Forst. Landgraf W-thetm 1 mixt» g-nAtor »nh Kuweiter fanden. Sibille und Christoph, von der Jagd ^rückkchrend, trat gerben Bäu« Erden mit großer Liebe und Freundschaft von der men hervor und eilte, als er die Gruppe sah, fiAeuuigst herzu. V)-$en Familie- ausgenommen. Helmine, die Sanfte, „Bardenstein! Sein Weib! Cispari im Blute mit dem betrachtete die junge, fchöne Frau und Nichte stundenlang mit Tode ringend! Was ist geschehen? tief der Fürst mit bleichem I Entzücken. „Vom ersten Augenblick an» da ich Dich sah," Antlitz. I sprach Helmine, „fühlte ich, daß Du zu mir gehörtest." „Richtet---mich--auf, — — Kinder! bat I ^i sofprebigers trafen die Bardenstein schen Eheleute der Verwundete, indem er seine letzten Kräfte zusammenraffte. I m-t <*uR{ne zusammen. Das war eine herrliche Stunde! „Gnädiger — Herr — Landgraf, — es — gibt - weder " Meine Gedanken sind nicht Eure Gedanken und meine - Hexen - noch - Zauberer- Ihr - habt - recht - flnb nicht Eure Wege, spricht der Herr. Denn so viel behalten, - ich - habe - unschuldig - Blut - vergossen ber Himmel höher ist, als die Erde, sind meine Gedanken — von — dem — gräßlichen — Aberglauben — verblendet. I denn gure Gedanken und meine Wege höher, denn Eure Die — alte — Beilstein — war — ein — treffliches I e« ^irte der treffliche Hofprediger. Weib; - ihre - Tochter - hat - mein - unglücklicher Bardenstein dem Landgrafen seine Aufwarwng machte, — Werb — gepflegt — und — dieses — Kmd gerettet, j . . mi ro(e felb Ihr Beide, trotz Die — alte — Frau — würbe von mU *“f I dreifacher Bewachung, trotz Spürhunde und schweren Ketten da« — Blutgerüste - geschleppt, Märtyrerin aus den Thürmen entkommen? Mein Fürstenwort zum Pfände, X ~ ‘11 S.1- Ä 1 b«8 rnemnnb dämm «erben foU, »er ®«8) Hfl1 erwürftte.' — Das — ist — sie, — meine — vielbetrauerte, | Barbenstein schilberte die Entweichung, den Schlaftrunk tu der — Todesstunde —wiedergefundene — Tochter." I und das Einfangen der Fledermäuse aus s Genaueste. Eine aewaltiae Bewegung erfaßte die Zuhörer. Der Der Landgraf lachte laut, als er den ganzen Hergang 14iroei aro&tl"über ’S ÄX ZÄÄ öte Zangen rouren. geuerüift bereitete und die Thürme auseinander that, rief „Verbindet die Wunden! befahl der Mrst. „Mit oen | u beluüiat Die Landaräfin konnte sich nur schwer unl « dmSlauben gewchnen, es sei «es mit gan» gewMichen traget den Unglücklichen vorsichtig in s Schloß. I In meinem Lande werden keine Hexen und Zauberer Caspari hob die Hand, zum Zeichen, daß er sprechen , verfolgt!" sprach der Fürst noch oft - auch in späteren wolle. Die Anwesenden schritten dicht heran, kauerten nieder | wenn ev hörte, daß die schrecklichen Hexenverfolgungen und laufchten auf jedes Wort. I in anderen Ländern immer noch wütheten. „Ich - bitte - Alle - um - Verzeihung!" sprach @erne bätte ber Landgraf den trefflichen Bardenstein der Sterbende. „Lasset — keine — Hexen — mehr ver« i ro-eber in r^e Dienste genommen; der letztere dankte indessen folgen. — Die — besten — Menschen - werden — au« — ^er Entschiedenheit. Maser und seine Frau im Schlosse Rachsucht — verfolgt- — Rachsucht— hat — die gute I unb$orfe Bingenheim erlebt hatten, war so schrecklich, daß — alte — Beilstein — auf s — Schaffst gebracht. | .-x b|e Erinnerungen daran niemals auslöschen konnten. Auf Die - Papiere - beweisen, - daß - Sibille - meine — Ronneburg hatte der tüchtige Mann außerdem eine so an« Tochter — ist. — Uebet — Freundschaft — und — Liebe, | bme Stellung gefunden, daß er diese nicht mehr verlassen — grüßet — mein — Weib, — die — Kinder — und — | » v . Justine^zog später, nach dem Tode ihres Vaters, zu Schwester. — Hier — im — Walde — will — ich — be« 1 { $ Sie lebten sehr glücklich zusammen und starben alt graben — sein. — Meine — heißgeliebte — Tochter mein I unb hvchbetagt, von Vielen vermißt und beklagt. - theurer - Sohn, - könnt - Ihr - mir verzeihen? | ^^liche Hofprediger Meles fegnete 26 Jahre später, Sibille küßte den Sterbenden auf die Stirne. Barden« | ^a^dem kurz vorher seine viel«ehr« und tugendsame Gattin ge« stein drückte ihm herzlich die Hand; beide stützten ihn, indem I ^m Jahre 1686 das Zeitliche. Ihr Gedächtniß blieb sie die Arme um seinen Rücken schlangen- | -m Segen. Die rachsüchtige Malwine nahm ein jämmerliches Ende; sie starb an einem Rückenmarksleiden, das jahrelang währte. Dem frommen Hofprediger bekannte sie ihre Schuld, für welche sie schwer büßte. „ Daß die liebe, gute Landgräfin Sophie Eleonore Anno 1663, den 7. October, also drei Jahre nach den zuletzt geschilderten Ereignissen, in dem jugendlichen Alter von 29 Jahren starb, wurde bereits angedeutet. Achtzehn Jahre später, am 27. August 1681, Nachmittags zwischen 4 und 5 Uhr, starb Landgraf Wilhelm Christoph im Alter von 57 Jahren, nachdem er die Landgrafschaft Hesiem Bingenheim 33 Jahre und 3 Monate regiert, in dieser Zeit ’ viel Gutes gewirkt, Vieles zur Hebung des Wohlstandes ver 311 en )r sein; i zerfiel saß vor all vor» :au und n. Ihr Ürauern- rtlle und von der Sanfte, lang mit ch W . H Eheleute ade! ad meine a so viel Seb unten !NN Eure g machte, ibe, trotz n Ketten n Pfände, ch half!" chlaftrunk Hergang Teufel« selche bie W rief ar schwer oöhnlichen Zauberer r späteren ffolgungen iardenstein te inb essen n Schlosse cklich, baß aten. Auf ine so an« c verlassen Later«, zu tarben alt jte später, Gattin ge- finiß blieb che« Ende; ag währte, für welche aore Anno zuletzt ge- 29 Jahren achmittag« »ristoph im aft Hessen- dieser Zeit lande« ver Bewohner geschaffen hatte. Sein Andenken lebt heute noch im Gedächtnisse der Einwohner fort. Nach dem Tode de« Landgrafen, der seine acht Söhne vor sich in die Gruft sinken sah, erlosch die von ihm gestiftete Linie Heffen-Homburg-Bingenheim wieder. Die Fuldische Mark oder da« Amt Bingenheim fiel an Hessen-Darmstadt zurück und huldigte am 3- September 1681 diesem Hause, bei welchem e« verblieben ist bi« auf den heutigen Tag. E« ist ein schönes Stücklein Erde, reich und fruchtbar an Getreide, Futter, Obst und Holz. Die Bewohner lieben ihr Fürstenhaus und die Fürsten haben ein warmes Herz für ihre Unterthanen. Gott schütze und segne Fürst und Volk! — G-insinniitziges. Kennzeichen von Naturbutter und Margarine. Die Naturbutter hat, wenn sie braun gebrannt wird, einen eigenthümlichen, aromatischen Geruch, welcher der Margarine fehlt. Streicht man Naturbutter auf einen Streifen unbeschriebenen Briefpapier« und zündet diesen an, so entwickelt sich dieser duftende aromatische Geruch. Wird ein gleicher Streifen mit Margarine bestrichen und angezündet, so spürt man von diesem Gerüche nicht«, es riecht vielmehr brandig nach Talg. Dieser brandige, talgige Geruch entwickelt sich auch, wenn die Naturbutter mit Margarine verfälscht ist. ♦ * e Gelee von schwarzen Johannisbeeren. Die gewaschenen, verlesenen, abgestreiften Beeren gibt man nebst etwa ein Fünftel Himbeeren in einen irdenen Topf (Kachel), stellt diesen in eine Casierolle mit kaltem Wasser, bringt letzteres zum Kochen und kocht auf diese Weise die Beeren langsam zwei bis dreieinhalb Stunden und gibt sie dann, ohne die Beeren irgend zu pressen, durch ein Tuch oder ein seines Haarsieb. Auf ein Kilo Saft rechnet man 3/< Kilo Zucker- In Stücke zerschlagen, taucht man den Zucker in kaltes Wasser, bringt ihn zum Kochen, gibt den Saft dazu und kocht ihn unter fleißigem Abschäumen so lange, bis ein Tropfen, auf eine Untertasse gethan, rasch erstarrt und nicht mehr auseinander fließt- Bei rothen oder weißen Johannisbeeren verfährt man ebenso, doch nimmt man zu einem Kilo Früchten ein Kilo Zucker. Das Gelee wird so heiß als möglich in die Gläser gefüllt, diese, ganz erkaltet, vorschriftsmäßig Überbunden oder verklebt. • * ♦ Kirsch-Limonade. Aus frischen Kirschen läßt sich eine sehr angenehm schmeckende Limonade bereiten, indem man 1 Kilogramm schöne Sauerkirschen von Stielen und Kernen befreit, in eine Terrine thut, mit einem Holzlöffel noch gehörig zerdrückt und mit 2 bis 3 Liter kochendem Wasser übergießt. Einen Theil der Kerne schlägt man auf, legt sie mit in die Terrine, deckt dieselbe fest zu und läßt Alle« 1 bi« 3 Stunden ziehen, worauf man die Flüssigkeit filtrirt, mit 10 Gramm geläutertem Zucker-Syrup oder mit einer beliebigen Menge gestoßenem Zucker vermischt und an einem kühlen Ort erkalten läßt. Der Wohlgeschmack dieser Limonade wird noch bedeutend vermehrt durch Hinzufügen von etwas Rum oder Arak. ♦ * • Elfenbein wiederherzustellen. Gegenstände aus Elfenbein werden, wenn vergilbt, wieder gebleicht, wenn man sie zwei Tage in eine sehr verdünnte Lösung schwefliger Säure legt. • Um das Ausbleichen unächten Strick- und Stickgarnes zu vermeiden, legt man schwarzes, rothes und blaues Garn immer 24 Stunden in scharfen Essig, trocknet dasselbe, ohne e« in Wasser nachzuwaschen, dann hält sich die Farbe prachtvoll; es wird diese kleine Mühe reichlich belohnt. Gegen Eierverschleppung der Enten. Man befühle jeden Morgen die Enten und behalte diejenigen, welche ein Ei bei sich haben, im Stalle. Futter reiche man ihnen, wenn sie nicht länger al« einen Tag legereife Eier Herumtragen, gar nicht, nur Trinkwasser. Sobald die Enten gelegt haben, gebe man ihnen die Freiheit und gutes Futter; bcs merken sich die Thiere recht bald und werden nach kurzer Zeit sich an das Legen im Stalle gewöhnen. Die Wäsche aus englische Art zu zeichnen. Man nimmt ein Quentchen Zinnober und ein Quentchen Eisenvitriol. Beides stößt man zu Pnlver, vermischt es und reibt es zusammen auf einem Reibsteine, gleich einer anderen Oel- farbe, recht fein ab. Mit dieser Farbe wird die Wäsche mittelst eines kleinen Pinsels gezeichnet; man läßt es trocknen, und die Farbe frißt sich fo ein, daß sie durch kein Waschen herauszubringen ist. Um schwarze Schleier aufzufrischen, verfährt man folgendermaßen: In schwarzem Kaffee ober auch in Thee wird etwas Gummiarabicum aufgelöst, der Schleier hiermit ganz durchgefeuchtet, dann glatt auf ein reines Leinentuch aurgebreitet, ein zweites solches barübergelegt. Wenn dann der Schleier etwas abgetrocknet, aber doch noch ein wenig feucht ist, bügelt man ihn kräftig, zwischen den beiden erwähnten Leinentüchern liegend. ♦ * * Gutes Mittel, um Goldrahmen aufzubewahren. Wenn an Goldrahmen da« Holz zum Vorschein kommt, bestreicht man dasselbe, soll es mattgold fein, mit gelber Farbe, läßt diese etwas trocknen und tupft mit Watte Goldstaub darauf, welcher in jeder Droguen-Handlung käuflich ist. Polirt gewefene Stellen bestreicht man mit flüssigem Gummiarabicum und überlegt sie mit Schaumgold, welche« man mit Watte fest darauf drückt. Da« Schaumgold bezieht man vom Buchbinder in kleinen Büchern. » ♦ ♦ Hübsche Ampelpflanzen kann man auf einfache Weise erlangen, wenn man sechs bis acht Samenkörner von wohlriechenden spanischen Wicken in einen Topf legt und die Pflanzen, wenn sie stark genug sind, in die Ampeln mit gutem leichten Boden versetzt. Die Oberfläche sollte dann mit grünem Moos bedeckt werden. Man kann diese Pflanzen lange in blühendem Zustande erhalten, wenn man ihnen zuweilen einen leichten Dungguß gibt und die verblühenden Blumen stets rechtzeitig entfernt. Spanische Wicken verdienen von den Blumenliebhabern als Topfpflanzen eine größere Beachtung, als sie bisher gefunden haben. In England werden sie in blühendem Zustande auch häufig als Marktpflanzen verkauft. * ♦ Kaltflecke aus Kleidern entfernt mau am leichtesten durch Abreiben mit einem mit Eisig getränkten Läppchen; nur muß man die Reinigung bald vornehmen, damit die Flecken nicht zu tief fressen- Vermischtes. Ein Schreckensrind. Papa: „Aber Karl, Du bist ja schrecklich faul in der Schule! Da war ich viel fleißiger." - Karl: „Na, laß nur gut sein, Papa, das werde ich meinen Kindern später auch einmal sagens O, diese Kinder. Tante (als ihr der kleine Neffe einen Blumenstrauß zum Bahnhof bringt): „Ei, ei, der prächtige Strauß, na, der mag was gekostet haben." — Kleiner Neffe: „Macht nichts, Tante, da kommt's dem Papa nicht mehr darauf an, wenn Du nur wirklich abreift."* Genau- Kaufmann: „Jacob, leg'« Ellenmaß au« der Sonne! Die Hitze dehnt die Körper au« I" u 312 - &er kleine Feinschmecker. Mutter: „Aber warum ißt Du denn nicht Deine Apfelsine, Karlchen?" — Karlchen: „Ich warte, bis mein Freund Gustav kommt; Apfelsinen schmecken weit besser, wenn ein anderer kleine Junge dabei zusieht". * * Mißgünstig. Fremder (bei einer Rauferei): „Warum wird denn der Hauptkrakehler nicht hinausgeworfen?" — Wirth: „Ja wissen S', der ist bei der Unfallversicherung! Wenn dem 'was g'fcheh'n thät, kriegt er fünf Mark pro Tag — und das vergönnen V ihm nicht!" * * * Vor Gericht. Richter: „• . . Run sehen Sie, was haben Sie denn von Ihren Lumpereien?! Jedesmal werden Sie erwischt!" — Angeklagter: „Bitte, Herr Gerichtshof, nur nicht ausschneiden I" * » Neues Wort. A.: „Kellner, mir ein Dutzend Austern und eine Flasche Sect!" — B.: „Mir ein Soolei und ein Glas Bier!" — A.: „Sparprotz I" ♦ * * Berechtigter Seufzer. Dame (alteJungfer): „Also Sie sind ein großer Freund des Angelsports?" — Herr: „Jawohl; nur ist das Angeln manchmal ermüdend, es dauert oft lange, ehe einer anbeißt." — Dame (seufzend): „O, das weiß ich selbst am besten!" * * Im Fleischerladen. Knabe: „Ein halbes Pfund Rindfleisch, aber recht zähes I" — Fleischer: „Zäh? Warum, mein Sohn?" — Knabe: „Ja, wenn es weich ist, dann ißt es der Vater allein!" Aoöert und Klotilde. (Eine Sage aus längstvergangener Zeit.) Am Waldesgehege, im Abendstrahl, Blickt Robert von stolzer Ruine In schweren Gedanken hernieder in's Thal, In's einsame, liebliche, grüne. Hell spiegelt auf wildem, hochwogendem Meer Der Mond sich im silbernen Glanze, Und feierlich lächelt das Sternenheer Herab aus dem Wolkentanze. Und wild, wie im Sturme erbrauset der See, So fühlet sein Herz er getrieben Von tiefem, von seltsam ergreifendem Weh' Ob seinem vergeblichen Lieben- — Still schlummert Klotilde in seinem Arm, Süß träumend am liebenden Herzen; Er hält sie umfangen so lieb und so warm, Vergiffet die düsteren Schmerzen. Und stürmisch das Blut durch die Adern ihm rollt, Richt ahnend den nahenden Kummer, Beugt er sich hernieder zur Jungfrau hold, Erweckt sie aus lieblichem Schlummer. — Doch weh'! in den himmlischen Nektar mischt Die Welt oft so früh schon die Gifte, Es dunkelt, — der freundliche Stern erlischt, — Die Klage, sie bebt durch die Lüfte! Und fester und fester umfängt er sie, mit Der innigsten Liebe im Bunde, — Als plötzlich das zürnende Schicksal tritt Zu ihm in der glücklichsten Stunde. — »Laß ab von der Lieb', laß fahren die Maid/' Beginnt nun der Vater im Grimme, „Du drückest in's Herz Dir das eigene Leid Und hörst nicht die mahnende Stimme." — „„Laß, Vater, Dein Hoffen, Dein Mahnen laß sein, Laß rinnen die Thränen, laß rinnen, Nicht lassen kann ich von der Liebe mein, Und könnte ich Welten gewinnen! Die Liebe ist frei, sie kennt keinen Zwang, Das eigene Herz nur kann richten; Kein Sterblicher ändert den mächtigen Drang, Er mahnt mich zu theueren Pflichten-"" „Doch läßt Du zur selbigen Stunde nicht Das säumende Herz Dir bewegen, Dann trifft Dich mein zürnendes Strafgericht Und nimmer dann wird Dir mein Segen." — „„Und bannst Du mich grausam in ewige Nacht, Vermag auch kein Mensch mich zu retten, Der Engel der Liebe mir freundlich lacht, Magst Du auch auf Dornen mich betten!"" D'rob zürnet der Vater, - in's Burgverließ Zu bannen ihn, herrscht er mit Strenge, Worinnen verstummen in Finsterniß Des Lebens freundliche Klänge. Dort büße dann, Robert, in finsterem Raum, Wo Leiden und Schrecken nur hausen, Dort schleiche Dein Leben gleich schwerem Traum, Dort büße den Frevel mit Grausen! — So sitzt er, von Trauer deu Blick umwebt, In ewigem Hoffen und Harren;-- Da, plötzlich das Auge er staunend erhebt, Die Riegel des Thurmes laut knarren!-- »O Himmel! was seh' ich? ist's Wahrheit? ist's Traum? Wer naht mir zur Mitternachtsstunde?!-- Ha! Schwester? - ich fasse die Seligkeit kaum! Du bist es? - Du? Adelgunde?" - Und leise reicht sie ihm die rettende Hand, Das Auge von Trauer umwoben; „„Klotilde weilt nicht mehr im irdischen Land, Sie weilt bei den Seligen droben. Der nagende Kummer ob Deinem Loos Zerstörte ihr Ruhe und Frieden, Das Leiden der Seele, es war zu groß, Sie ist aus dem Leben geschieden."" — Es zögert die wagende Schwester nicht lang, Das Herz nur von Kühnheit durchdrungen, Führt sie ihn hinab den verborgenen Gang, — Das Heldenwerk war ihr gelungen! Und schmerzenvoll eilt er zur Todtengruft, Ihn jagen Verzweiflung und Schrecken; Den theueren Namen ohn' Ende er ruft, Als wollt' er vom Tod sie erwecken! — So kämpfet er lang' in dem heißen Schmerz; Er kann sich nicht trennen vom Grabe, Es birgt ihm ein liebes, verblichenes Herz, Es birgt ihm die edelste Habe! — Und trauernd baut er sich ein Hüttchen auf, Mit Thränen die Gruft zu begießen, Da möcht' er den tragischen Lebenslauf In ewigem Harme beschließen. Th. Loos. Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schm Druckerei (Fr. Lhr. Pietsch) in Gießen. Nr An schmoll ihrem ihr roh Bräuti U den an Gesprö Zärtlili sehr la die Mi dem pr T roeite, mit d« troptsä gedecktk welche teten, zu erze trotzden artige Marga tung Oi das Sii zogen ■ erschien Erbthei ihres 3 S ergriffe daran । B Umstän Geheim dis Uni Roller nur so eine sol sider I W