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Malwine krabbelte in die Höhe, rutschte aber wieder aus, doch so, daß sie diesmal zum Sitzen kam. „Wenn Herr von Bardenstein noch hier wäre," sprach der Henker zu der Dasitzenden, „liefe ich schleunigst hin und holte ihn herbei, er versteht es meisterhaft, ausgerutschte Jüngferlein auf den Armen nach Hause zu tragen." „Ich befehle Ihm noch einmal, sein rohes Mundwerk zu halten!" rief Malwine in hellem Zorn. „Augenblicklich entferne Er sich aus meiner Nähe. Ich werde Anzeige bei dem obersten Herrn Justizcommiffarius machen, damit Ihm feine Nichtswürdigkeiten ausgetrieben werden." Meister Zacharias verbeugte sich in hanswurstmäßiger Weise und zog sich hinter den Strohwagen zurück, hinter dessen Räder er hervorlugte. „Muß doch sehen, wie das dicke Jungfräulein vom Eise kommt!" sprach der Wicht. Zum dritten Male erhob sich Malwine — und zum dritten Male rutschte sie auf dem spiegelglatten Eis« aus. Hilfesuchend schaute sie sich nach den Häusern in der Nähe um in der Hoffnung, eine Menschenseele zu erblicken. Aber Niemand zeigte sich. Die Fenster waren bis oben hin zugefroren, man konnte nicht hinein-, noch hinausschauen. Im Gasthaufe zum Darmstädter Hofe saß Heinz Rabenholt, der einzige Gast am Hellen Tage; in früheren Zeiten gingen die Leute am Hellen Tage nicht in die Wirthshäuser. Heinz ging auch nicht in's Wirthshaus, um etwas zu verzehren, sondern um Neuigkeiten aufzuschnappen und sich zu wärmen. Der Darmstädter Hof- wirth fchob stets gewaltige Buchenklötze in den großen Kachelofen und hatte immerwährend eine ungemein behagliche Wärme im Gastzimmer- Eine solche Wärme liebte Heinz, er drückte sich an den Ofen heran und schnaufte, pustete und stöhnte vor Behagen. Nun schaute der wohldurchwärmte Heinz an einer Ecke am Wirthsfenster, wo das Eis abgethaut war, hinaus auf die Straße und bemerkte gerade, wie Jungfrau Malwine den Henker zurücktrieb, gleichzeitig aber auch zum zweiten Male zum Sitzen kam. c p „Eigentlich müßte ich hinaus und der Jungfrau aus- helfen," sprach Heinz. „Aber da ist erstlich, daß ihr der Henker in zauberischer Weise ein Bein stellte, denn es ist bekannt, daß die Henker und Schinder mehr von Zauberei, schwarzer Kunst, Wahrsagen und Sterndeuten verstehen, al» die meisten Hexen. Mir würde er alsbald auch eins stellen, also bleibe ich davon. Zum zweiten hat mich diese dicke Mal- (Fortsetzung.) Malwine ging nach Hause; der Schnee knisterte unter ihren Schritten. Bon weitem hörte man das eigenthümliche Greinen von Fuhrwerk in dem kalten, festgefrorenen Schnee. Es waren zwei Wagen mit Stroh, die dem Henker geliefert wurden, um das Blutgerüste zu maskiren. Geschäftig kletterten die Henkersknechte auf den Wagen und dem Hochgerichte umher, stauten die Strohbunde in und um das Gerüste und bemühten sich, dem nach und nach entstehenden Haufen eine hübsche Form zu geben. Meister Zacharias stampfte und trampelte fortwährend hin und her, weil ihm die grimmige Kälte kalte Füße verursachte. Nun fing es an, in ganz feinen Eisnadeln zu schneien, wie dies nur bei großer Kälte zu geschehen pflegt. „Preßt die Gebunde fest an- und aufeinander!" befahl der Henker. „Wenn es so fein hineinschneit, gibt es eine Masse von Stroh und Eis, die ein paar Monate hält. Bor Frühjahr kriegen wir doch keine Arbeit." Meister Zacharias sah Malwine von weitem kommen und richtete sein Trampeln und Stampfen so ein, daß die Jungfrau, wenn sie nicht umkehren wollte, dicht an ihm vorbei mußte. „Diese männerfreundliche, heirathstolle alte Jungfrau muß ein bischen geärgert werden," sprach der boshafte Henker, welcher es liebte, den Leuten einen Schabernack zu spielen. „Euer gehorsamster Diener und ehrerbietigen Gruß zuvor, wohledle Jungfrau!" sprach Meister Zacharias, indem er sich bis auf wenige Schritte an Malwinen heranzupürschen wußte. „Richt mein Diener!" rief Malwine, indem sie von einem heimlichen Schauder geschüttelt wurde. „Weg da von der Straße, hier hat Er nichts zu thun." Zacharias machte eine tiefe Verbeugung, verzog das Gesicht zu einer häßlichen Fratze, was er meisterhaft verstand, und schob sich über Seite. Malwine eilte, so schnell es ihre Körperfülle gestattete, an dem Henker vorüber. Zwanzig Schritte weiter war die Straße etwas lückenhaft; es. hatten fich kleine Eisflächen gebildet Darauf war ein wenig Schnee gefallen. Malwine schritt darüber hin, ohne die Gefahr zu ahnen, glitt ab und stürzte, einen heftigen Schrei ausstoßend, zu Boden. „Soll ich Euch aufhelfen, Jungfrau Malwine?" fragte der Henker. Die Hexe von Bingenheim Von Gg. Schäfer. in Thränen । und rief: 1er geliebt!" s, braunes dann aber luten ?" " schluchzte nein Vater. ! Taille - acter aus," >ch so gütig sprach mein ; Kleide ver« iner Brust, sie an sich, u gewinnen, einen zärt- feit längerer iller gehabt 1894. §--w—---+----6—---- ®----uzd-e.---•+•---»S—*e---- Anrerhaltnngsblatt jum Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger) Dienstag, den 3. Juli. f'f 30 r müse servi i anzu serve dem nach oder Herd dergl schlec Mell nelke da s kett des staub sind derb« luftd luftdi Gefä zubir dürfi die i Töp Hup' Abklein thun. zu st :lied- ; Zwei nach Freu empfi Freu Ort und als | Herz, temb über den Freu beffei bald! licher ich h rGött ordnete der Hof- und Leibmedicus, daß die landgräfliche Herr« chaft nach dem warm und geschützt liegenden Homburg über« ledeln und fleißig die Bäder gebrauchen solle. Da die Land« zräfin, welche am 24. April eines Töchterleins genesen — >es neunten Kindes — sich gesund und stark fühlte, zog die Herrschaft um den 12. Mai nach Homburg über. Der alte Seligmann saß immer noch im Gefängnifie und wartete auf die Entscheidung des Reichsgerichtes zu Speier. Vor seiner Abreise befahl der Landgraf, daß Seligmann un» verzüglich in Freiheit gesetzt werden müsse, wenn das Urthett des Reichskammergerichts günstig für den Beklagten lauten würde. Wenige Tage nach Abreise der Herrschaft traf das Urtheil aus Speier ein; es bestätigte das Bingenheimer Urtheil in allen Theilen, wie wir schon früher mitgetheilt haben. Selig« mann wurde am 17. Mai 1660 auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Run standen die Gefängnisse leer. Verbittert und ver« ärgert ging der Commissarius Caspari umher. Nichts konnte ihm recht gemacht werden, weder im Dienste noch in der Familie. Das Essen und Trinken schmeckte ihm nicht, die Arbeiten waren ihm eine Last und eine Plage. Geselligkeit war ihm ein Greuel. Ehemals kam er mit Hofprediger Meles und seiner Gattin öfter zusammen, als der Seelsorger aber wegen des Rentmeisters direct zu der Herrschaft fuhr und an höchster Stelle Einspruch erhob, haßte der Commissarius den Hofprediger und zog sich ganz von ihm zurück. Im Juni kam eine Cabinetsverfügung des Landgrafen, worin bestiinmt wurde, daß die Acht gegen den ehemaligen Rentmeister Bardenstein und seine Frau Sibille Margarethe, eine geborene König, aufgehoben sei. Die Nachricht erregte große, allgemeine Freude. Justine eilte, sobald es ihr möglich, nach der Ronneburg, um selbst die wichtige Mittheilung zu überbringen. Als das treffliche Mädchen die Wendeltreppe der Ronneburg hinaufstieg, hörte sie von ferne schon gewaltige, aber ungefügige Töne, welche eine Art Gesang vorstellen sollten. Er war der alte Burggraf, der diese herz- und ohrzerretßende Weise anstimmte. Der Alte hatte den kleinen Justus auf den Armen und lullte den Knaben mit diesen ungefügigen Tönen in den Schlaf. Der Kleine war bereits so an diese vervenerschütternde Musik gewöhnt, daß er nicht einschlief, wenn ihm nicht kräftig vorgesungen wurde. Justine öffnete den kleinen Saal, in welchem der singende Alte auf- und abschritt, und schlüpfte leise hinein. Der Burggraf, als er die liebe kleine Gestalt urplötzlich vor sich stehen sah, brach in ein so mächtiges Lachen, Rufen und Schelten aus, daß der Knabe, schon halb eingeschlafen, wieder aufwachte und aus Leibeskräften mitschrie. Darob stürzte nun Sibille herbei, welche ihrer Freude ebenfalls lebhaften Ausdruck gab und zuletzt erschien der Viceburggraf Bardenstein, dem es gerade so erging, wie den Uebrigen. Daß die guten Menschen glückliche Stunden zusammen verlebten, bedarf keiner Schilderung. Die Nachricht über die Beseitigung der Acht erregte hohe Befriedigung. Mit tiefer Trauer gedachte man der schmählich gemordeten alten Großmutter Beilstein und beklagte schmerzlich, daß es ihr — die sie so nahe der schirmenden Ronneburg gekommen war — nicht gelang, das rettende Asyl zu erreichen. Mehrere Tage vergingen den Freunden in Glück und Freude. „Du verdirbst mir den Jungen viel schlimmer als ich!" rief der alte Burggraf einmal, als Justine das Knäblein fein und geschickt ankleidete und Herumtrug. „Glaubst Du, der Bursche dürfe mir ein zarter Weiberknecht oder feiner Zierbengel werden?" L „Ihr geht ja auch gar weich und milde mit dem Bub- letn um," antwortete Justine, „sonst würde das zarte Wesen schreien vor Schmerz, nicht wahr? Ihr meint nur, weil Ihr so gewaltig singt und brüllt, wäre Euer Anfassen härttr.' „Das meine ich allerdings, Justine; denn wenn ich Dich so flink Herumfingern sehe, ist mir, als müsse sich dasBürsch- wine niemals leiden können und hat mir einen Tort angethan, wo sie vermochte. Zum dritten hat ihr die Schultheißin in meiner Gegenwart die Geschichte mit den verloren gegangenen sünsundzwanzig Thalern gesagt und das wird sie schon ausbeuten. Zum vierten, fünften, sechsten, siebenten ist es sehr gut, wenn sie sich etwas abkühlt und die Heirathshitze mäßigt, gleich einer brütelustigen Henne. Also bleibe ich weg, renne mich in keine Ungelegenheiten und überlasse es Malwinchen, vom Eise zu stelzen, wie es kann und mag." Jungfrau Malwine war inzwischen doch auf die Beine gekommen; sie hatte sich etwas vorwärts gearbeitet, wo kein Eis war und auf einer solchen Stelle gelang das Ausstehen. Ihre kritische Lage war auch aus anderen Häusern bemerkt worden, die Leute brachten aber aus ähnlichen Gründen keine Hülfe, wie sie sich Heinz der Postläufer ausgedacht hatte. Voller Gift und Galle eilte die Jungfrau nach Hause und schwur dem Henker Rache. Mehrere Tage war ihr der Appetit vergangen; er stellte sich aber dann um so kräftiger ein, so daß das Versäumte bald wieder nachgeholt war. „Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen," sprach Schirrmeister Hans Metz, als der Fall beim Abendschoppen besprochen wurde. „Die Liebeshitze bei Malwinchen soll so abgekühlt sein," bemerkte Mundkoch Philipp Arnold, der die dicke Jungfrau absolut nicht leiden konnte, „daß sie erklärt habe: sie wolle ihr Lebtag nicht heirathen, selbst wenn zehn Männer auf den Knieen um sie anhalten würden." „Zehn auf einmal wären zu viel," antwortete Hofbierbrauer Böring, „aber mit einem einzigen möchte ich es nicht wagen. Ich wette zehn gegen eins, daß sie einen nimmt, wenn er nur Halbwegs annehmbar ist." „Das ist auch die Ansicht der Durchlauchtigen Frau Land« gräfinl" bemerkte der Küchenschreiber Anton König.-- Meister Zacharias war mit seiner Arbeit fertig; die Strohgebunde saßen so um das Hochgericht herum, daß ste einen kegelförmigen Haufen bildeten. Commissarius Caspari, welcher acht Tage lang nicht ausgegangen, kam vom Schlosse her über den Rathhausplatz geschritten. An den Henker und seine Arbeit hatte er nicht mehr gedacht. „Haben wir unsere Sache nicht gut gemacht, gestrenger Herr?" fragte Meister Zacharias, welcher sich in ehrerbietiger Entfernung hielt, dem aber noch der Schelm wegen Malwin- chens Fall im Nacken saß. Caspari sah nach dem Strohhaufen, gab aber keine Antwort. „Seht nur, gestrenger Herr, wie sich das Ding gut ausnimmt," fuhr der Henker fort; „man meint, es wäre ein riesiger Ameisenhaufen und die Eisnadeln, welche darüber riefeln, wären die fleißigen Thierlein. Es ist etwas Schönes um einen großen Ameisenhaufen." Der Commissarius schüttelte sich, würdigte den Henker keines Blickes und ging eine andere Richtung, als es seine Absicht war. Tags darauf erschien der Büttel mit zwei Soldaten bei Meister Zacharias, um ihn wegen ungebührlichen Betragens gegen den Herrn Commissarius und Jungfrau Malwine auf acht Tage bei Wasser und Brod einzusperren. Als die acht Tage um waren, sah Meister Zacharias sehr schlotterig aus, denn acht Tage Wasser und Brod bei einer grimmigen Kälte verderben Laune und Humor in aller Wegen. Achtzehntes und letztes Kapitel. Langsam zog der Frühling des Jahres 1660 heran, wochenlang dauerte der Kampf in der Natur, bis endlich zu Anfang Mai die liebe Sonne über rauhen Wind und frostiges Wetter siegte. Viele Wochen hatte der Landgraf mit einer schweren Krankheit, die man heute mit Schleimfieber oder Typhus bezeichnen würde, zu kämpfen gehabt. Seine starke, gesunde Natur überwand die Krankheit, aber eine große Schwäche blieb zurück und ein Theil seines schönen Haupthaares fiel aus. Als es nun mild und lieblich in der Natur geworden, ver- lein in lauter Sonnenfäden, Dust und Nebelschleier auseinander thun. Und wenn Du nun gar mit Deiner sonderbaren Stimme zu singen anfängst, klingt das, als sänge die Amsel ihr Abend- lieb. Schade, daß Du mich nicht heirathen willst." „Wenn mein Vater des Dienstes satt ist im landgräflichen Schlosse zu Bingenheim," antwortete Justine, „komme ich hierher mit ihm, wir leben dann zusammen, so lange es Gott gefällt" Das Versprechen wurde mit Freuden auf- und angenommen. Zwei Jahre später starb der alte Kerkermeister. Justine zog nach der Ronneburg, verlebte hier noch viele Jahre mit den Freunden, drückte dem alten Burggrafen die Augen zu und empfing von der Bardenstein'schen Familie alle Liebe und Freundschaft, die sie selber bewiesen hatte. „Werdet Ihr nicht nach Bingenheim kommen, um den Ort noch einmal zu sehen, wo Ihr noch viele Freunde habt und so Schönes und Bitteres erleben mußtet?" fragte Justine, als sie sich verabschiedete. „Mitte September sind es zwei Jahre, daß sich unsere Herzen fanden," antwortete Bardenstein. „Ich habe im September in Nidda zu thun. Wir fahren dahin, gehen zu Fuß über den Hügel nach Bingenheim, besuchen die Stelle, wo Du den Fall thatest, gehen zu Hofpredigers und den übrigen Freunden und freuen uns, daß sich schließlich doch Alles noch besser gefügt hat, als wir zu hoffen wagten." Das gefiel Allen sehr wohl und mit der Hoffnung auf baldiges Wiedersehen schieden die Freunde. --- (Fortsetzung folgt.) Das Einmachen der Gemüse. Die zwölf allgemeinen Regeln beim Einmachen der Gemüse sind: 1. Nur zarte, frische, fleckenlose Gemüse können zu Con- servirungszwecken verwendet werden. 2. Um die Gemüse gut zu conserviren, ist große Reinlichkeit seitens der ausführenden Personen, wie auch Sauberkeit des Raumes erforderlich. In Eingemachtes darf kein Mehlstaub, keine Brodkrume u.f. w. fallen, denn solche Gegenstände sind Gehrungserreger; die eingemachten Gemüse würden verderben. 3. In keinem Topfe, in welchem Fett enthalten war, dürfen Conserven gekocht oder eingemacht werden, denn durch die Hitze (bis 80 Grad Reaum.), welche das Fett aus den Töpfen zieht, erhalten die Gemüse einen schlechten Geschmack. Kupferne, messingene und emaillirte Geschirre eignen sich zum Abkochen der Gemüse am besten. 4. Beim Einkochen der Gemüse darf die Luft über dem Herde und Kessel nicht durch Fetteinkochen, Kaffeerösten und dergleichen verunreinigt werden, da das Gemüse sonst diesen schlechten Geruch annehmen würde. 5. Sollten beim Einmachen von Blumenkohl, Senfgurken, Melonen und Kürbissen, die helles Fleisch besitzen, Gewürznelken verwendet werden, so sind die Köpfchen auszubrechen, da solche an hellen Früchten schwarze Flecken verursachen. 6. Beim Einmachen ist nur guter Wein- oder Bieressig anzuwenden. 7. Da eine Hauptbedingung der Haltbarkeit der Conserven in dem Abhalten der Luft, sowie aller Lebewesen von dem Eingemachten besteht, so sind Töpfe, Gläser, Fässer rc. nach dem Einmachen und Erkalten sofort zuzubinden, zuzuschlagen oder zu verlöthen. 8. Zu Dunstgemüsen sind nur Gläser und Büchsen mit luftdichtem Verschluß zu nehmen. 9. Werden die Gemüse nicht in Büchsen conservirt, die luftdichten Verschluß haben oder zugelöthet sind, so sind die Gefäße entweder mit Schweinsblase oder Pergamentpapier zu- zubinden. 10. Vor dem Gebrauch müssen alle Einmachegeräthe sorg- sälttg gespült und an der Lust getrocknet werden. Man kann die Geräthe auch etwas schwefeln. 11. Beim in Dunst kochen ist die Anwendung von Büchsen, die nur so viel enthalten, als eine Familie zum Mittagtische auf einmal braucht, größeren Büchsen vorzuziehen. 12. Werden Gläser verwendet, so müssen sie luftdicht verschlossen werden, auch sollten sie möglichst alle gleich weit sein und nur einen wenig verengten Hals besitzen. Der Glasdeckel wird so fest in den Gummiring auf dem Glase eingeschraubt, daß keine Luft eindringen kann. Sollten nur Gläser ohne Deckel vorhanden sein, so müssen die porenfreien Korke vor dem Gebrauch in heißem Wasser gebrüht und abgetrocknet, derart auf die Gläser gesetzt werden, daß die untere Seite die Conserven berührt, die Oberfläche des Korkes aber noch 1 Centim. vom Glasrande entfernt ist. Diesen leeren Raum oberhalb des Korkes gießt man mit flüssigem Gips, Paraffin, Talg oder Lack aus, damit keine Luft eintreten kann. GeineinnÄtzig-s. Um Motten zn vertilgen, gieße man warmen Essig auf einen heißen Stein oder auf ein Bügeleisen und lasse den Dampf an den Wänden der Zimmer, durch die Betten, Kleider und Möbel, in denen sich Motten befinden, ziehen. Dieser Dampf ist denselben so sehr zuwider, daß sie gleich von demselben getödtet werden. Man kann durch öfteres Räuchern mit diesem Essigdampfe auch die Zimmer, in denen sich bisher keine Motten befanden, vor denselben auf immer schützen. Aus Betten vertreibt man die Motten mit gepulverten Koloquinten, welche unter die Bettfedern gestreut werden. * * * Eine lange und reiche Bohnenernte kann man dadurch erzielen, daß man auch nicht eine Schote hängen läßt, sondern alle wegpflückt. Wenn auch nur einige Schoten an einer Pflanze hängen bleiben, so läßt sie im Blühen nach, werden aber immer alle Schoten entfernt, so fährt die Pflanze fort, immer neue Blüthen zu treiben und Bohnen anzusetzen. Um das Reifwerden der Bohnen zu beschleunigen, reißt man die Stöcke, wenn die Schoten gehörig groß und mit Bohnen gefüllt sind, aus der Erde, läßt sie jedoch, an den Stäben befestigt, in ihrer bisherigen Stellung, die Wurzeln auf der Erde aufgesiellt, und setzt sie so der Luft und dem Sonnenschein aus. Nach acht Tagen fallen gewöhnlich die Blätter ab und die Bohnen reifen darnach schnell. Man erhält auf diesem Wege nicht allein mit Gewißheit reifen Samen, sondern die Bohnen eignen sich auch um drei bis vier Wochen früher zum Gemüse und sollen sogar delicater werden. Auch kann man das Terrain früher zur Umarbeitung und Bepflanzung benutzen. » * * Topfpflanzen von Blattläusen zu reinigen. Man legt die Pflanzen einfach während der Nacht in das Gras (auf den Rasen), so daß Blätter und Zweige den Boden berühren. Um dem Thau zu entgehen, kriechen die Blattläuse in den Rasen. Dieses so einfache Mittel soll sich selbst gegen Schildläuse bewährt haben. ♦ * ♦ Erdmaden. Das Erscheinen der kleinen millimeterlangen Erdmaden ist ein sicheres Zeichen, daß die Erde in den Töpfen versauert ist und einer Erneuerung bedarf. Man gebe den Pflanzen neue oder gut ausgewaschene alte Gefäße, auf deren Boden ein guter Wasserabzug aus Scherben hergestsllt wird. ♦ Zur Besänftigung streitsüchtiger Hähne wird gerathen, dem Störenfried die Beine so zu fesseln, daß er nur gehen, aber nicht laufen kann, was sich mittelst eines Wollfadens leicht ausführen läßt und den Streitsüchtigen in einigen Tagen artig macht. Ni 2 Ai Vermischtes Er ruft mit hochgeschwung'nem Arme: Ein Die Um Um Der Bing freut wäre heim, Sept pari reizte Casp fiel 1 alten Papi und v als e war Nach» nicht Kosten öffnen und Z durch Rind urplö Thiei Vieh letzte: Echo men getro Uhr L Wohl so la selbig hätte zuerst gibt 1 Hort der mächtigsten Geschlechter, jene Zeit hervorgebracht. 2ß:e schlingt sich heut' mit Ephenranken dein Gemäuer grau und alt, deines Kirchleins dunkle Zinnen Sage würdige Gestalt! Als einst Turenne, der Landverwttster, 1. Burg Greifenstein. Alt Greifenstein auf steilem Berge, Einst Schloß von -selt'ner Grüß' und Pracht, Eine bedeutende Ersparnitz will W. Hiller zu West-Cowes beim Brennen von Kerzen dadurch erzielen, daß er oben auf die Kerzen einen trichterförmigen Metallkörper aufsetzt, aus dessen mittlerer Oeffnung der Docht hervorragt. Dadurch wird die strahlende Wärme der Flamme von der Kerze abgehalten und findet ein unnütz Abschmelzen derselben nicht statt, sondern der Docht saugt eben nur so viel geschmolzen nes Brennmaterial auf, wie derselbe braucht, während die Kappe bei der Verbrennung von selbst mit nach unten sinkt. (Mit- getheilt vom Patent» und technischen Bureau von Richard Lüders in Görlitz) Rhabarber-Compot mit Zucker. Man schäle die Blattstiele des Rhabarber, schneide sie in schwache Scheiben, gebe sie in Conservenbüchsen, setze per Kilo Blattstiele circa 125 Gramm Zucker zu und koche die Büchsen ca. 15 Minuten im Dampf» oder .0 Minuten im Wasserbade, fülle sie nach — der Rhabarber setzt sich beim Kochen — und verschließe sie lustdicht in noch heißem Zustande. Erdäpfettrapferln als Fleischbeilage. Man kocht sieben runde größere Erdäpfel und passirt sie durch ein Sieb. Dann treibt man 70 Gramm Butter ab, gibt zwei ganze Eier, drei Eßlöffel Rahm, etwas Petersilie und einen Eßlöffel Mehl hinein und die passirten Erdäpfel dazu, salzt nach Geschmack und sticht kleine, fingerdicke Krapferln oder formt kleine Knödel, bestreut dieselben mit fein gesiebten Bröseln und bäckt sie im heißen Fett. Sein Lager hielt bei Hermannstein, Ward ihm Befehl von seinem Hofe, Nirn auch zu nehmen Greifenstein. Ganz siegsgewiß mit seinen Schaaren Zog er nun vor den Burgkoloß, Wo ihn des Schloßherrn tapfre Mannen Empfingen mit heißem Geschoß. Turenne sah bald sein kühn Beginnen Erfolglos bei genauem Blick/ Unnehmbar ihm die Mauern schienen, Wo scheiterte sein Feldherruglück. Als dieses er nach Reims berichtet, Ward ihm die Weisung auch sofort', Von der Zerstörung abzusehen, Bald zu verlassen diesen Ort. Wie nun vernahm die frohe Kunde Graf Wilhelm, Herr auf Greifenstein, Lud er, vergessend feindlich Grollen, Turenne bei sich zu Gaste ein. Nach aufgehob'nem reichen Mahle Man durch das ganze Schloß hinschritt; Der Burgherr listig von dem Gaste Wünscht die Gewährung einer Bitt. „An jedem seines Schlosses Thore, Das sie durchwandelten allein, Möcht' er im Frieden mit ihm leeren Ein'n Becher voll vom besten Wein!" Allzeit beim schäumenden Pokale Sich jeder echte Held bewährt, Drum auch Turenne schnell ohn' Bedenken Des Grafen Bitte gern gewährt. Es waren ihrer zwanzig Thore, Dem stärksten Held ein hohes Ziel! Kaum waren sie zur Hälft' durchschritten, Dem Franzmann beuchten sie zu viel. Bald über'n Durst zu sehr getrunken Vom all zu guten Rebensaft, Fühlt er den Schwerpunkt merklich wanken Und schwinden seiner Füße Kraft. Welches Glückl sind am 3. März 1863 Lieutenant: „Wie, Comteffe, Sie geboren? O, Sie Glückskind!" — „O Greifenstein, du edles Haus! Ich dachte erst dich zu besiegen, Nun zieh' besiegt ich von dir aus!" Kalbfletschfuppe. Abfall vom Kalbfleisch (eircä 750 Gramm bis 1 Kilo) wird klein verhackt, mit geschnittenen Zwiebeln und Schmalz aus's Feuer gebracht und gut gelb gebraten, Mehl darüber gestreut, etwas mit anziehen lassen und Alles untereinander gerührt. Hierauf wird das so zubersitete Fleisch mit Wasser oder Brühe abgelöscht zwei Stunden zusammen gekocht und durchgeseiht. Diese Suppe ist außerordentlich kräftig und nahrhaft, besonders auch für Kranke zu empfehlen. * * ♦ Die Güte eines Spiegels kann man mittelst eines einfachen Verfahrens genau beurtheilen. Bekanntlich sieht man in dem einen Spiegel öfter anders aus, als in einem anderen. Man halte, wenn man einen Spiegel prüfen will, dicht an denselben lose ein weißes Taschentuch. Erscheint dieses im Bilde so weiß, wie in Wirklichkeit, so ist das Glas wasserhell; man wird aber häufig finden, daß das Taschentuch grünlich, röthlich, gelblich u- s. w. erscheint. Solche Gläser sind nicht gut. Die Prüfung von Glasscheiben auf Farbenton geschieht genau in derselben Weise, nur nicht durch Vor-, sondern durch Hinterhalten eines weißen Taschentuches. E 804 -> Ein Staubbad von Sand, Holzasche und Schwefel im I Hühnerhofe wird verhindern, daß das Gestügel von Läufen I geplagt wird. Die Hühnerhäuser sollen jedes Jahr einmal | mit Kalk weiß angestrichen werden. Wohlmeinend. Fuhrmann (nachdem er seinen halsstarrigen Ochsen durchgeprügelt hat): „Schau, wenn d' net gar so bockbeinig wärst — wir zwei könnten zusammen leben wie zwei Brüder I" Sie: „Glückskind? Wieso, Herr Lieutenant?" — Er: „An diesem Tage hat auch mich das Licht der Welt erblickt!" Von Ludwig Eichler. Siebaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Thr. Pietsch) in Gießen.