*1 lcinirter eil fein er;: Zeit werden alcinirte m Dro- «an auf i Fäuste as man io lange :S Lösch« Unter es Salz eßt als« rderliche gen und rm wird ld einem ihm ver« anderes gesiebte */4 Theil ;r steifen me Abon« iin Vater diese am nie, und von einer ließ seine irwechselte der Beste sorg- oerden die l in den euschrecken Sie ihnen sanft mit Mer hat rth: „Ein rctor einer um neuen Mädchen: )chen: „D, ias meinst i,000 Mk." ;r werth!" n, bin ich s ist hübsch i nehmen I" De?" - siaub und aetnst De? Im Strome des Lebens Roman von Jenny Piorkowska. Wir gingen weiter die Bilderreihe durch, aber ich er« klärte den jungen Menschen doch für den schönsten. „Das Porträt meines Bruders Theobald ist doch noch schöner?" „O nein," erwiderte ich kopfschüttelnd, „schöner und poe« tischer vielleicht, das ist möglich, aber nicht annähernd so edel und geistessprühend. Betrachten Sie dieses Feuer in den Augen _ und dieses Lächeln, aus dem eine solche Innigkeit und dabei doch die größte Entschloffenheit spricht." „Ein ehrlicher, ausrichtiger Bursche war er allerdings." „O, ich bin überzeugt, er war mehr als das 1" rief ich; „es spricht ein Muth aus seinen Zügen, den sicher nichts hat beugen können." „Aber wie, wenn sich eine Eishand auf seine Jugend gelegt hätte, wenn ein grausamer Schlag mit einem Male all' sein Vertrauen, all' seine Hoffnungen vernichtet hätte; wenn Kummer, Schimpf und Krankheit, Alles vereint, auf ihn eingestürmt wären und all' seinen Muth gebrochen hätten?" „Das kann ich mir kaum denken," sprach ich kopfschüttelnd, „wenn er gelebt und ich ihn gekannt hätte, er wäre sicher mein Ideal eines Mannes geworden!" „Gefällt das Bild Ihnen wirklich so? — So nehmen Sie es, ich gebe es Ihnen gern." Ich war stumm vor Erstaunen und so beglückt über das Geschenk, daß ich glaube, ich vergaß ganz, dem Geber dafür zu danken. Ich trat an's Fenster, um es mir genauer bei vollem Lichte zu betrachten, während Rodegg in einen Stuhl sank, den Kopf in die Hand stützte und lange Zeit in dieser Stellung so regungslos verharrte, daß ich glaubte, er schliefe; doch als ich mich leise aus dem Zimmer schleichen wollte, hob er den Kopf und fragte: „Wohin so eilends?" „In mein Zimmer." „Wollen Sie nicht noch ein wenig bei mir bleiben? — Ich habe so heftiges Kopfweh, daß ich es Ihnen Dank wüßte, wenn Sie mir noch eine Weile Gesellschaft leisteten." Ich blieb und las ihm noch lange aus meiner Lieblings« lectüre „Tasso" vor. Dann aber eilte ich in mein Zimmer. Auf dem Corridor kam Frau Altener mir entgegen und voller Freude zeigte ich ihr meinen neu erworbenen Schatz. „Wie kommt Herr Rodegg dazu, Ihnen sein Bild zu schenken?" gab sie mir steif zur Antwort. Da erst fiel es mir wie Schuppen von den Augen und die Scham trieb mir das heiße Blut in's Gesicht, als ich daran dachte, was ich Alles über das Bild zu ihm gesagt hatte. — O, wie thöricht, wie blind war ich gewesen! Wie ich es mir jetzt betrachtete, konnte ich nicht begreifen, wie ich es nur auch eine Secunde für das Porträt eine» Andern (Fortsetzung.) Eines Tages wanderte ich allein durch den alten Rittersaal, voll Interesse die lange Reihe von Rodeggs Ahnen betrachtend. — Das war sein Vater, den erkannte ich auf den ersten Blick nach Lisettes Beschreibung an dem lang cherab- wallenden Bart und den lebhaften dunklen Augen; das Bild zu seiner Rechten war sicher sein ältester Sohn Theobald, der so jung gestorben war. Wie schade um sein junge» Leben und sein schönes, edles Gesicht 1 — Wenn sein Bruder Arthur nur halb so schön wäre, wie stolz wäre ich, in traulichem tete-ä-tete mit ihm bei Tische zu sitzen! Ich ging weiter. Da hing das Bild seiner Mutter, ein edles, etwas melancholisches Gesicht; der nächste Platz war leer, doch sah man noch, daß da auch einst ein Bild gehangen hatte — gewiß das Porträt der schönen Marianne, das jetzt oben in dem verschlossenen Zimmer gegen die Mauer lehnt, dachte ich. — Unter diesem leeren Felde hing eine kleine Kreideskizze, die ich mit besonderem Interesse betrachtete. Sie stellte einen Knaben von ungefähr sechszehn Jahren mit schönen edlen Zügen dar; aus den dunklen Augen mit dem offenen Blick sprach die rechte, echte Freude am Leben, um den feingeformten Mund spielte ein frohes, glückliches Lächeln. Ich war so in den Anblick des Bildes vertieft, daß ich j Rodeggs Eintritt nicht eher bemerkte, als bis er dicht vor mir stand. „Ah, machen Sie Bekanntschaft mit meinen Vorfahren?" fragte er. Ich nickte. „Ist das auch einer Ihrer Vorfahren?" fragte ich, auf die Kreidezeichnung weisend. „Rein," entgegnete er lächelnd, „gerade kein Vorfahre, mehr ein verwandter Zeitgenosse." „Das Bild ist Ihnen sehr ähnlich." „Das wird mir öfter gesagt." „Die Gesichtsform und auch ein gewisses Etwas in den Augen ist sehr ähnlich," meinte ich, das Bild mit kritischem Blicke betrachtend, „nur der Gestchtsausdruck ist ein so ganz anderer." „Sie haben recht," versetzte er ernst, fast trübe; „aus diesem Gesicht spricht Hoffnung und Muth und ein unerschütter- iches Vertrauen auf seine Mitmenschen." Dienstag, den 2, Oktober. 468 hatte halten können. — D, ich hätte weinen können vor Aerger! Wie konnte ich ihm je wieder offen in'» Gesicht sehen? — Und sorgfältig verschloß ich da« Bild, damit selbst Lisette e« nicht zu sehen bekomme. — III. Eine« Tage« hatte ich meinen Trotzkopf durchgesetzt und war trotz Rodeggs wiederholter Mahnung, ich solle herein» kommen, die Abendluft thue mir nicht gut, stundenlang draußen geblieben, aber die Strafe folgte auf dem Fuße. Al» ich endlich zum Abendbrod mich meldete, sah Rodegg einen Moment auf, la» dann aber ruhig weiter, ohne jedwede Notiz von mir zu nehmen, — ich hatte die erst seit Kurzem erworbene Stellung al» Gesellschafterin schnell verwirkt und war in seinen Augen wieder zu dem eigensinnigen Kinde von vorher herabgesunken. Während de» Abendeffen» sprach er kein Wort mit mir, al» er aber auch dann, anstatt sich mit mir zu unterhalten, mir Briefe zu dictiren oder sich von mir vorlesen zu lassen, wieder nach seinem Buche griff und mir schweigend ein paar Zeitungen hinschob, da war er au» mit meiner Ruhe. Ich sprang auf und mit einem kurzen „Gute Nacht" sah ich zaghaft zu ihm hin. Er hatte da» Buch bei Seite gelegt und sah, den Kopf in die Hand gestützt, mit düsterem Blick in da» lustig flackernde Kaminfeuer —, genau so hatte er an jenem Abend ausgesehen, al» er mir so unendlich leid that. „Gute Nacht," erwiderte er, — „aber es ist noch sehr zeitig," setzte er mit einem Blick auf die Uhr hinzu. „Ich bin jedoch sehr müde," entgegnete ich und schon war ich im Begriffe, da» Zimmer zu verlassen, al» mit einem Male Reue, Mitleid und bessere Vorsätze auf mich einstürmten, und wieder umkehrend und den sich dagegen empörenden Stolz gewaltsam bekämpfend, sprach ich mit bebender Stimme: „Wenn Sie mich auch wie ein Kind behandeln, so bin ich doch alt genug, um zu wissen, daß ich Unrecht gethan habe und nicht zu alt, um es auch einzugestehen. Ich hoffe, Sie verzeihen mir meine Unart." „Sie scheinen mit sich selbst schärfer zu Gericht zu gehen, al» die meisten Ihre» Alter«," gab er mit halbem Lächeln zur Antwort. Fest entschlossen, den feinen Sarkasmus, der aus seinen Worten klang, ruhig hinzunehmen, fragte ich: „Darf ich nun gehen?" „Nein, ich habe Ihnen noch viel zu sagen," antwortete er darauf in ganz verändertem Tone, indem er meine Hand ergriff, mich zu dem nebenstehenden Stuhle niederzog und, mich halb belustigt, halb gütig anschauend, fortfuhr: „Sie sind ein ganz eigenthümliches Kind, dem man ebenso wenig böse sein kann, al» man seiner überdrüssig wird. Sind Sie doch keine zwei Minuten dieselbe I" Obwohl ich den Kopf abwandte, konnte ich mich doch seinen Blicken nicht entziehen, da er meine Hand noch immer in der seinen hielt- „Wie der trügerische Sonnenschein im Monat April I" fuhr er lebhaft fort; „vor einer Minute waren Sie böse, dann wurden Sie freundlich, jetzt sind Sie ängstlich und Nächstens werden Sie in Thränen ausbrechen." Um eine Antwort verlegen, ließ ich schweigend den Kopf hängen. „Was soll ich aus Ihnen machen? Den ganzen Tag zeigen Sie solchen Tact, solche Sympathie, solche» Zartgefühl, daß es Einen wahrhaft rühren könnte. Vierundzwanzig Stunden später sind Sie so kindisch und eigensinnig, daß Sie damit die ganze gute Meinung, die man über Sie hät, wieder zerstören! — Wie? Nun wollen Sie gehen, nachdem wir uns kaum ausgesöhnt haben?" „Die Aussöhnung scheint mir sehr einseitig zu sein," erwiderte ich. „Wieso? — Haben Sie trotz meiner großen Güte gegen Sie über mich zu klagen?" „O nein!" rief ich halb spöttisch; „für ein kleines Kind könnte man nicht besser sorge«, al» Sie für mich sorgen, dafür freilich erwarten Sie, daß ich mich wie eine Dame benehmen soll! Sie lassen sich von mir erzählen, um über mich lachen zu können; Sie stellen meine Lebhaftigkeit und Geduld auf die härteste Probe und wenn ich Sie dann einmal durch eine kleine Unachtsamkeit ärgere, lassen Sie mich links liegen und wenden mir einen ganzen Abend den Rücken zu, als wäre ich nicht einmal ein Wort des Tadels werth. — Da habe ich doch natürlich über nichts zu klagen! — Gute Nacht!" „Halt! — Sie lassen mich ja gar nicht zu Worte kommen. Ich neckte Sie? — Ich lachte über Sie?" „So sagte ich." „Ah, ich sehe, es wird Zeit, Sie zu Ihrer Tante zu schicken; bleiben Sie noch länger hier, so werden Sie gründlich verzogen." . „Ich glaube, Sie haben Recht," erwiderte ich seufzend; „besser werde ich hier entschieden nicht." „Wenn wir uns nun in Zukunft besserten und anstatt uns gegenseitig zu ärgern und zu necken, ein Freundschaft«- bündniß schlössen?" „Gern würde ich Ihnen zu gefallen Alles thun," versetzte ich, „aber ich wüßte nicht, wieso ich Ihnen nützlich sein könnte." „O, durch hunderterlei! — Sehen Sie, Kind, ich habe wenig Freude und wenig Glauben an die Menschen. Zu Ihnen aber habe ich Vertrauen. In Ihrer Hand liegt e», mir ein klein wenig Zutrauen zu der Menschheit zu bewahren. Sie mit Ihrer Heiterkeit und Jugendfrische können mir meine jetzigen Sorgen erleichtern, können mich traurige Erinnerungen zeitweise vergessen machen. Dafür verpflichte ich mich, Ihnen so viel als möglich Ihren Lebensweg zu ebnen, Ihnen mit Rath und That beizustehen, stets Ihr Interesse im Auge zu behalten und Ihnen eine gleiche Treue und Offenheit zu bewahren, wie ich von Ihnen erwarte. Sind Sie damit einverstanden?" Ich nickte. „Nun, so reichen Sie mir dis Hand. Von heute an also sind wir Freunde. Wir müssen aber irgend ein Erinnerungszeichen an das Bündniß haben, damit wir es im Laufe der Jahre nicht wieder vergessen." Er stand auf und holte aus feinem Schreibtisch ein Armband von ausländischen Münzen in feiner Fassung; das legte er mir um den Arm und fragte, ob ich es zur Erinnerung an unser Bündniß stets tragen wolle. Ich nickte. „Adieu denn, Freiheit!" sprach er, indem er in dem Schloß des Armbandes einen kleinen goldenen Schlüssel, den ich bis dahin nicht bemerkt hatte, drehte und herausnahm. „Wenn ich das Armband aber nun abnehmen will!" rief ich unwillkürlich, von einem unangenehmen Gefühl des Gefangenseins befangen. „Das geht nicht mehr; unser Bündniß ist unwiderruflich," entgegnete er kühl, indem er den goldenen Schlüssel an seiner Uhrkette zu befestigen versuchte, „bitte, helfen Sie mir, ich habe ja doch nur eine Hand. — Sie machen ja ein so ernster Gesicht, als fühlten Sie schon Reue?" fuhr er lächelnd fort. „Das hätten Sie sich früher überlegen sollen. Mit dem Armband um Ihre Hand brauche ich nicht mehr zu fürchten, Sie könnten Ihr Versprechen, mir Freundin sein zu wollen, vergessen. Sie sind gebunden — feierlich — unwiderruflich — für immer!" Als ich an jenem Abend mein Zimmer aufsuchte, schien der Mond so silberhell zu den Fenstern herein, daß ich da« Licht als überflüssig auslöschte, mich an'» Fenster setzte und noch lange, lange Zeit sinnend hinausschaute auf die im weichen Schatten liegenden Rasenplätze und den von hellen Mondstrahlen so schön beleuchteten klaren Bach. IV. „Fräulein," kam Lisette am nächsten Morgen ganz aufgeregt in mein Zimmer, „ich erzählte Ihnen doch schon öfter von dem jungen Manne, der es einst Fräulein Marianne an- gethan hatte — heute kann ich Ihnen ein Bild von ihm zeigen. - 45s - Beide begrüßten mich sehr herzlich, dann nahm Josephine neben Rodegg Platz und plauderte mit ihm, als wären sie alte Freunde. Nach einer halben Stunde saß ich so stumm und unbeachtet da, daß ich mich unwillkürlich fragte, ob man mich denn ganz vergessen habe. Kurze Zeit später hatte auch Rodegg sich verabschiedet und ich befand mich allein in fremdem Hause, unter fremden Menschen, für die ich in der ersten Stunde unserer Bekannt« schast noch wenig Sympathien empfand. Das mir bestimmte Zimmer hatte ein freundliches Aussehen und man sah nach dem Garten in's Grüne; es war in der zweiten Etage gelegen, neben dem Kinderzimmer, aus dem ich die kläglich jammernde Stimme meiner dritten Cousine, der Schnell, bevor Jemand kommt, damit ich es rasch wieder in das verschlossene Zimmer thun kann." Damit öffnete sie die Hand und reichte mir ein Medaillon Männerkopfe» einee interessanten brünetten jungen .... Ehrend ich mich noch in lauter Bewunderung erging, m trat ein. In meiner qLS h8 ?ebftS°rn haW in meine Tasche gleiten, um es Lisette bei erster Gelegenheit zurückzugeben; diese Gelegenheit sollte sich aber so bald nicht finden. Eine Stunde später machte ich mit Rodegg einen weiten Spazierritt, ohne sie wiedergesehen zu haben — ein herrlicher Ritt, auf dem Rodegg mir zum ersten Mals von sich und seiner Vergangenheit erzählte. Wenn er nur ebenso schön geendet hätte, aber wie schon so oft, wollte ich auch da meines Be« gleiters wohlgemeintem Rathe nicht folgen und mußte es bitter vmn Pkrde, zum Glück, ohne mir ernstlich Schaden zu thun, doch Schreck und Erschütterung benahmen mir für einige Zeit die Besinnung. Glücklicherweise befanden EfUNS dicht vor dem, Rodeggs Besitzung nächstgelegenen f „ .Als ich die Augen wieder aufschlug, lag ich in einem mir fremden Zimmer. Gegen den Kamin lehnte Pastor Lenndorf, dessen momentane Gäste wir waren; neben dem Sopha, auf das man mich gebettet hatte, standen Rodegg und ein Arzt Doctor Feudler, dessen süßliches Wesen mir vom ersten Augen- blickanso unangenehm war, daß ich die Hand, die meinen Puls fühlte, am liebsten heftig von mir abgeschüttelt hätte. Wäre es nach seinem Kopf gegangen, so hätten wir noch tagelang in dem Pfarrhaus bleiben müssen; mich aber trieb es so mächtig heim, daß Rodegg — auf meine eigene Gefahr, wie er lächelnd meinte — noch an demselben Abend mit mir I zurückfuhr; zwei unangenehme Erinnerungen aber brachte ich I von diesem Ausritt mit heim: den Gedanken an Doctor Feud- ler, der es für feine Pflicht hielt, sich auch ferner nach meinem Befinden zu erkundigen, und die Entdeckung, daß das Medaillon I mit dem Männerkopf aus meiner Tasche verschwunden war. I Weshalb — ich weiß es nicht - aber unwillkürlich lenkte | Mm Verdacht sich auf Doctor Feudler, der bei all' seiner I Liebenswürdigkeit nicht vermochte, einem Menschen offen und | gerade in's Gesicht zu sehen. O»wie glücklich war ich, als ich mich wieder in meinem I "eben Rodegg befand; aber ach, die Freude sollte sich bald I m bitteres Weh verwandeln! Daheim erwartete Rodegg ein I Brief von Tante Aurelie, worin dieselbe schrieb, daß sie an- Mge, sich ernstliche Sorge um mich zu machen, und wenn I Egg ihr nicht umgehend unsere baldige Ankunft melde, sehe ste sich genöthigt, zu Haus Alles im Stich zu lassen und selbst zu kommen, um mich zu holen. . ."ffas gedenken Sie zu thun?" fragte ich, als Rodegg mir beim Abendessen den Inhalt de, Briefes mittheilte. - »Ich habe bereits geschrieben, daß wir übermorgen früh I jetjn Uhr von hier abreisen werden." Ich biß mir auf die Lippen und schluckte krampfhaft die Thränen hinunter, aber umsonst - plötzlich gab meine Wtllens« traft nach und das Gesicht in den Händen verbergend, brach Ä t!n leidenschaftliche Thränen aus. Rodegg nahm meine Hände und wollte sie mir vom Gesicht wegziehen, doch plötzlich «eß er sie los und ging mehrmals mit hastigen Schritten durch Zimmer; dann setzte er sich neben mich nieder. 'Ae machen mir die Trennung ja nur noch schwerer, wenn Sie so bitterlich weinen," sprach er in unendlich weichem £ "®ie werden Ihren Kummer schnell vergessen und sich m Ihrem neuen Heim bald ebenso glücklich fühlen wie hier; S!? T wir wird es ohne meine liebe kleine Freundin *e^r ^nsam sein — während Sie in vier Wochen kaum no* an mich und an mein Hiersein denken werden." „Warum behandeln Sie mich immer wie ein Kind, wie "n unvernünftiges Spielzeug?" rief ich mit vor Zorn funkeln- ?3ch bin dessen so müde, daß ich Sie darum konnte! | SlefÄft« W<±. ,0 « I« ml» I fam denn Nicht ein Kind," sprach er dann in lang. I & 50tteJ "wuß ich denn Ihre Gefühls und »»ÄÄnbS sK,»” a“6M 6«, i6n ""b «. | »Habe ich nicht Recht?" fuhr er fort. Mäbrsnb I in der einen Minute für eine vernünftige "junge Dame Ä?Aroe1rb-tt W in der nächsten Minute von I wir ab und schmollen und weinen wie ein Kind." Zu jeder anderen Zeit hätten seine Worte von Neuem emen ganzen Sturm leidenschaftlichen Zorns in mir wach? I gerufen, jetzt aber beseelte mich nur ein Gedanke. $ | „Ach, behalten Sie mich hier I" bat ich. , Ich will ia ! SS? H?b drav, will Ihnen nützlich sein, nur i wich nicht fort in die kalte, fremde Welt! Ver- I Sie es nur, flehte ich, „ich will so liebenswürdig j 'ein' daß Sie sich nicht über mich zu beklagen haben!" 9 unmöglich, Kind," erwiderte er ernst, den Kopf schüttelnd; „jetzt müssen wir uns dem Wunsche Ihrer Tante S aber wenn Sie wollen, sollen Sie mich bald einmal 5 roie Schloß Rodegg sich zur Sommer- &> ”®eSe“6 ' “ ®erbe"@ie --mmm, „Bis dahin werden Sie mich vergessen haben I" „Glauben Sie?" entgegnete er lächelnd. V. wandte ich meinem lieben Rodegg den Rücken mit rothverwemten Augen und ach, mit schwerem Das schwerste aber — die Begrüßung meiner Ver- wandten — stand mir noch bevor. Es war schon dunkel, als wir vor dem Hause vorfuhren und von dem uns öffnenden Diener in ein elegantes, luxuriös ausgestattetes Zimmer geführt wurden. Eine Dame, die ich ! sofort als Tante Aurelie erkannte, kam uns entgegen und be- grüßte meinen Begleiter in liebenswürdigster Weife. „Wo haben Sie das Kind?" fragte sie darauf, als ich mich «och eine Minute hinter Rodegg ihren Blicken entzog. „Hier," versetzte er lächelnd, indem er ein wenig zur Seite trat. 0 9 „Wie? Du bist meine Nichte?" rief Tante Aurelie be- troffen, indem ste meine beiden Hände ergriff und mir einen leichten Kuß auf die Stirn drückte. „Das ist das Kind, von dem Sie mir so viel schrieben? Das Kind, das Sie unter Ihren Schutz genommen haben?" wandte sie sich darauf zu Rodegg, indem sie ihn forschend ansah. „Es scheint allerdings, als wären unsere Ansichten über den Begriff „Kind" sehr verschieden." Da« Eintreten meiner beiden Cousinen machte dieser für mich wenig angenehmen Unterhaltung schnell ein Ende. — Josephine, die ältere, war eine schöne, schlanke Erscheinung ‘ wit feinen, regelmäßigen Zügen, dunkelblauen Augen und leicht gewelltem dichten, schwarzen Haar. Die um zwei Jahre jüngere Schwester Martha machte mit ihrer kurzen, gedrungenen Gestalt und ihrem lebhaften Wesen noch den Eindruck eines Backfisches. W 460 armen kleinen Else, oft stundenlang hörte. Es war ein kleines, zartes Wesen, das offenbar leidend und infolge deffen oft eigensinnig und unliebenswürdig war, aber auch von ihrer Mutter und den älteren Schwestern in oft empörender Weife behandelt und bei Seite geschoben wurde. Da war es freilich kein Wunder, daß die kleine Else mich bald so in ihr Herz geschloffen hatte und zu keinem Menschen lieber kam, als zu mir, und Anna, ihre Wärterin, mürrisch meinte, ich verwöhnte das Kind so, daß e» immer eigensinniger würde. (Fortsetzung folgt.) Gemeinnütziges. Um Aepfel lange aufzubewahren, reinige man sie sorgfältig und reibe sie mit einem sauberen Leinen« tuche ab. Hierauf werden sie schichtenweise in gemahlenen Gyps verpackt, so daß keiner den andern berührt. Mit der Blüthe werden sie nach unten gelegt. Auf diese Weise vermag man die Aepfel auf fast unbegrenzte Zeit im frischen Zustand zu erhalten, wenn man sie dann in einem trockenen Keller aufbewahrt oder in einer srostfreien Kammer; denn der Gyps schließt die Luft vollständig ab und hindert somit allen schädlichen Einfluß. * ♦ * Die beste Pflanzzeit der Himbeeren in leichtem Boden ist im Herbst, in schwerer, feuchter Erde dagegen im Frühjahr. Auf sandigem, leichtem Boden haben sich die Chili« und Falstaff-Himbeeren am besten bewährt. Zu trockenener Boden, der nicht bewässert werden kann, eignet sich nicht für Htmbeeranlagen, weil den Pflanzen in heißen Sommern die nöthige Feuchtigkeit fehlt, um die Früchte vollkommen ausbilden zu können. Die Beeren vertrocknen dann in solchen Jahren in unreifem Zustande, auch wachsen die Stauden in genannter Bodenart nur dürftig. O * • Girr elektrisch wirkender Fliegenfänger ist das Neueste, was ein erfindungsreicher Franzose ersonnen und zur Ausführung gebracht hat. Die Fliegen brauchen sich nur auf einer Fläche des Apparats niederzulaffen, worauf ein electrifcher Schlag ihrem Leben ein Ziel setzt und dieselben die schräge Fläche herunter in ein Sammelgefäß fallen. Jedenfalls dürfte die electrifche Falle die wirksamste sein und nicht den unangenehmen Anblick gewähren, wie die Leimruthen oder gläsernen Fliegenfänger. * ♦ * Ein gutes Mittel zur Eutfernung von Kaffeeflecken, das selbst den zartesten Farben nicht schadet, ist das Bestreichen des Fleckes mit unparfümirtem Glycerin. Nach dem Aufstreichen des letzteren wäscht man die Stelle in lauwarmem Wasser aus und plättet sie dann auf der linken Seite. » * ♦ Das Rohrgeflecht bei Stühlen wird wieder straff und fest, wenn man den Stuhl stürzt, das Rohrgeflecht mit ganz heißem Wasser mittels eines Schwammes recht gründlich abwäscht, so daß sich das Rohrgeflecht tüchtig mit Wasser ansaugen kann. Hierauf stellt man die Stühle in die freie Lust oder in Zugluft und läßt sie trocknen. * • * Schmuckgegeustäude von Bernstein reinigt man am schönsten mit einem in Weingeist getauchten Wolllappen. * ♦ ♦ Echte Perlen. Venetianische Seife wird in Milch gelöst, die Perlen werden darin ausgekocht und erst in Essig, dann in Wasser gut nachgespült. Da Essig die Perlen auflöst, so darf man sie nur ganz kurze Zeit darin lassen. Korallen reinigen. Echte Korallen legt man eine kurze Zeit in eine lauwarme Lösung von Soda. Dann bürstet man sorgfältig mit lauem Wasser und Seife ab und läßt sie, in Sägemeht vollständig darin versteckt, mehrere Stunden trocknen. Mattgewordene Korallen legt man eine Zeit lang in gewöhnliche Gartenerde. Vermischtes. Auf der Treibjagd. Sonntagsjäger (nachdem er ein halbes Dutzend Hasen gefehlt hat): „Der Teufel hole das Jagdvergnügen. Ich bin doch nur auf die Jagd gegangen, um mich zu amüstren; diese imfamen Hasen aber ärgern einem ja zu Todei" * * * Zarter Wink. Herr (auf dem Ball): „Ach, gnädiger Fräulein, Sie haben aber einen großen Fächer I" — Fräulein: „Ja, dahinter haben auch,Zw ei,Platz!" Feinfühlend. 31.: „Waren Sie in diesem Jahre wieder am Meer?" — B.: „Allerdings; aber nicht, wie sonst, an der Nordsee, sondern, weil wir Trauer haben, am Schw arz en Meerl" ♦ ♦ ♦ Baronin: „Ein Wort, lieber Doctor! Ich trinke nun schon acht ,Tage und bin mit der Wirkung des Brunnens im Ganzen recht zufrieden; nur stört mich das Eine, daß ich jedes Mal nach dem ersten Becher ein eigenthümliches, unangenehmes Gefühl im Magen bekomme." — Brunnenarzt: „So? Nun, wiffen's, Ihre Gnaden, da lassen'- halt den ersten Becher ganz weg und fangen's gleich mit dem zweiten an!" , , Gelöster Zweifel. Staps: „Schön ist das Mädchen, Geld hat sie auch, aber ob sie g'scheidt ist oder nicht, darüber bin ich noch im Unklaren. — Bissig: „Halt einmal um sie an, wenn sie Dich nimmt, kannst Du Dich ganz gewiß darauf verlassen, daß sie — sehr dumm ist." * * * Ein ebenso unbedeutender als eingebildeter Verse- macher von langer, hagerer Gestalt war zu einer Abendgesellschaft eingeladen. Als er vorgestellt wurde, rief plötzlich das Töchterchen des Hauses: „Aber, Papa, der Herr Doctor ist ja ganz großl Und Du hast doch vorhin der Mama gesagt, er wäre kein großer Dichter!" * . * Auf dem Perron. „Herr Conducteur, wo ist denn das Damencoupö?" — „Damencoups? Schon besetzt! Aber wissen Sie was, da ist noch ein leeres Coups, da steigen S' rein, schaun's zum Fenster 'raus — dann steigt gewiß Keiner ein." ♦ ♦ ♦ Web er boten. Zwei Knaben erzählten sich gegenseitig von den seltenen Vorzügen ihrer Väter. — „Da müßtest Du nur 'mal meinen Vater hören", sagte der Eine, „der hat aber eine Stimme; wenn er singt, dann bebt das ganze Haus." — „O, da» ist noch gar nichts", erwiderte der Andere; wenn mein Vater einmal loslegt mit seinem Baß, dann wackelt die zweite und dritte Hypothek, die herauf steht!" * • * Wie man seinen Namen vergessen kann. Assessor: „Warum haben Sie so lange gezögert, Ihren Namen zu nennen?" — Arrestant: „Er ist mir nicht gleich eingefallen." — Assessor: „Faule Fische! Seinen Namen nicht gleich zu wissen!" — Arrestant: „So? . .. Wenn man Sie vierzehn Jahre lang nur Nr. 79 ruft, dann können Sie auch vergessen haben, wie sie heißen." Redaktion: A. Schcyda. — Druck und Verlag der Brühl'schcn Druckerei (Fr. Lhr. Pietsch) in Giegm.