Nr. 102 1893 Ä' »O WDM Donnerstag, den 31. August. Das Erbe. Preisgekrönte Erzählung von R. Blankenburg. (Fortsetzung.) II. Ein eigentümlich rothflammendes Licht erleuchtete die Fenflrr des Häuschens auf dem Höwt, als die drei Männer v0.m Strande heraufstiegen, nachdem sie das Fahrzeug so weit wie möglich auf das Ufer gezogen hatten, aus Furcht, daß die heranstürmenden Wellen es wieder mit sich in das Wasser ziehen möchten, wo es dann ohne die leitende Hand sicher an den Steinen zerschellt sein würde- Langsam nur kamen sie auf dem unsicheren Weg vorwärts, der Fischer, die Richtung anweisend, voran, der Fremde ihm folgend und der Pastor den Zug beschließend. Sie sprachen nicht miteinander und hatten auch bisher nur die nothwendigsten Worte gewechselt, welche das Brausen und Rauschen rings um sie her nur für das Ohr des Nächststehenden verständlich machte. Ebensowenig hatte noch einer von ihnen das Antlitz des Erretteten gesehen. Es war von dem großen Hut, aus welchem wahre Wafferrinnen herabträusten, fast verborgen. Auch aus der Seemannrkleidung, welche die breite, große Gestalt umschloß, ergossen sich kleine Strome und liefen zur Erde hernieder. Als sie den Rand der Klippe erreichten, dehnte und streckte der Mann die gewaltigen, lugendkräftigen Glieder, faßte mit der einen Hand diejenige des Fischers, hielt die andere dem Pastor entgegen und drückte dann die beiden herzhaft und so kräftig, daß der Pastor die Lippen zusammenbeißen mußte. Es war jetzt dunkler geworden, wenn auch der Abend noch nicht hereingesunken war. Der Donner hatte aufgehört, zu rollen und der Wind fing an, nach- zulaffen, aber das Meer trieb ungestüm wie vorhin seine brausenden Fluthen zum Strande. Das Leuchten der Blitze war müder geworden, aber die Bäche der Wolken hatten nicht aufgehört, zu strömen. Der Fremde ging den Andern jetzt voran, dorthin, wo das Licht ihm zu winken schien und, als sei er e n längst Bekannter, suchte er die Eingangsthür des Hauses nicht auf der dem Meer zugekehrten Seite, sondern schritt um befand ^tUm ba^tn' roo "ach dem Lande zu führend, sich Einen Augenblick blieb der Fremde in dem kleinen Flur stehen, dessen Hintere Wand sich zur Küche erweiterte, während im Vordergrund die Treppe nach dem oben gelegenen Zimmer führte, aus dessen Fenster, nach der Bestimmung des alten Besitzers, jede Nacht ein freundliches Licht schimmern sollte, um den auf der See befindlichen Fischern den rechten Weg zu zeigen. Auch die andern Männer hatten jetzt das Obdach des Hauses erreicht und der Fischer war's, der die Thür zum Wohngemach öffnete und dann zurücktrat, um dem Pastor den Vortritt zu überlassen. Ihm folgten die Andern in die freundliche Stube, die ihnen heute ganz besondere Annehmlichkeiten zu bieten schien, wenn sie auch einfach und schlicht, freilich in etwas vornehmerem Stil, als in den gewöhnlichen Fischer- Häusern, eingerichtet war. In dem Kamin, welchen der viel« gereiste Mann sich nach englischer Art hatte bauen lassen, brannte ein schnell entfachtes Feuer in röthlicher Gluth und an diesem stand, von den Lichtstrahlen übergossen, die Tochter des Hauses. Sie hatte den dunkeln durchnäßten Alltagsanzua abgelegt und war jetzt in dem Sonntagskleids, dem mit Streifen von lebhafter Farbe durchzogenen Rock und dem schwarzen Jäckchen, das ihre schlanke und doch kräftige Gestalt dicht umschloß. Das volle, blonde Haar war zurückgestrichen und am Hinterkopf in mächtigen Flechten ausgenommen, aber kleine, kurze Löckchen drangen hervor und fielen in anmuthiger Weise auf die weiße Stirn und in den Nacken. Ihre ernsten blauen Augen sahen den Ankommenden entgegen, forschend und auf- merksam, denn neugierig konnte man den ruhigen, gesammelten Bück nicht nennen, der schnell über den Vater und den Pastor hinwegglitt und dann auf dem Fremden hasten blieb. Dieser hatte beun Eintreten den großen Wetterhut entfernt, der sein Gesicht bisher verborgen hatte, und bot es jetzt den Augen Derjenigen dar, welche gespannt darauf blickte. Und er hatte keinen Grund, es scheu zu verbergen, dies offene, männliche Gesicht mit den klaren Zügen und der freien Stirn, welche von kurz gehaltenem, dunklem Haar beschattet war. Auch die Augen waren dunkel, groß und sprechend. Sie begegneten denen des Pastors mit ruhig ernstem Blick, winkten denen des Fischers mit freundlich bekanntem Gruß, suchten dann die des Mäd- chens wie in schalkhafter Frage. Der Pastor hatte, der Rich- tung folgend, die seinen ebenfalls auf Marie gewendet, die den Fremden noch immer unverwandt anschaute, als ob sie etwas in der Erinnerung suche, was sie noch nicht recht finden könne. Dann ging es plötzlich wie ein Leuchten über die sonst ruhigen Züge, ein dunkles Roth stieg in den Wangen empor, schnell schritt sie auf den ruhig Wartenden zu, und ihm beide Hände entgegenstreckend, rief sie im Tone freudigster Ueberraschung: „Willkommen daheim, willkommen, Erich HagenI" Er drückte sie herzhaft in den seinen, indem er heiter rief: „Also Du hast den alten Freund in mir wiedergefunden, kleine Marie Locke, wie er Dich auch sogleich erkannt hat, so groß und stattlich Du geworden bist, und Du bist die Erste, die ihm ein reundlich Wort zu seiner Heimkehr zuruft. Das wird er Dir nie vergessen, Mariechen!" — 406 Noch einmal schüttelte er ihre Hände, dann trat er zu dem Fischer, der in hellem Erstaunen der Begrüßungsscene zugesehen und sich bei der Plötzlichkeit der Ueberraschung mit keinem Wort betheiligt hatte, und, die Hand auf seine Schulter legend, sagte er bewegt: „Das war eine böse Fahrt, Vater Locke, schlimmer als in mancher Sturmnacht, welche ich draußen erlett habe. Ich danke meinem Herrgott, daß ich glücklich an Land bin und Euch, daß Ihr mir den letzten Beistand dazu geliehen habt." Einen Augenblick schien's, als wolle der Fischer sich auf eine paffende Antwort vorbereiten, dann kam dar gewöhnliche: „Ja, ja, das ist, wie'» kommen soll," von seinen Lippen und es war, als ob feine Beredsamkeit damit ihr Ende erreicht habe. Aber das unerwartete Ereigniß war doch so groß, daß es ihn zu weiteren Kundgebungen anspornte und so reichte er denn dem Angekommenen die Hand mit: „Grüß Gott, Erich Hagen, und ich 6tn'« nicht allein gewesen, da ist auch unser neuer Herr Pastor, den Du noch nicht kennst, und er hat mit Hand an Dein Boot gelegt, als ob er ein Schiffer wäre, wie unser Einr." Die dunkeln Augen des Fremden blickten auf den Pastor, der etwa» abseits stand; sie musterten die schlanke, mittelgroße Gestalt, die schmalen Hände und das blaffe Gelehrtenantlitz. Ein etwas ungläubiges Lächeln, als ob er die Worte des Fischers, die ihm das höchste Lob ertheilen sollten, das der Mann überhaupt auszusprechen vermochte, nicht so recht in Einklang mit dem vor ihm Stehenden bringen könne, glitt über seine Züge hin, dann wiederholte er seinen Dank, den der Pastor mit freundlicher Beglückwünschung zu seiner Errettung aus großer Gefahr beantwortete. „Ja, wahrhaftig, ich glaubte fast, ich müßte im Angesicht der Heimath noch Waffer schlucken," sagte er ernst, „ich halt' es schon aufgegeben, auf Crumbach zu halten. Ich konnte vor Regen und Wellen keine Spur vom Lande sehen und wollte mich schon dem Waffer überläffen, deffen Rauschen in mein Ohr tönte wie Grabgeläut. Da mit einem Male taucht es vor mir auf wie ein Licht. „Das ist des Steuermanns Haus auf dem Höwt," sprach mir'» im Herzen. Ich faßte neuen Muth, denn nun mußt' ich, wo ich war und wie ich herankommen mußte, das Steuer gehorchte mir noch und — Euer Licht hat mein Leben gerettet, Vater Locke." Der Fischer schüttelte den Kopf. „Ja," meinte er bedächtig, „das soll wohl so sein und es ist, wie'» kommen soll, aber das Licht hat gar nicht oben gebrannt. Ich will nur jetzt hinaufgehen und es anstecken," und schwerfälligen Schrittes verließ er das Zimmer und erstieg die Stufen der Treppe. Erich Hagens Gesicht trug einen befremdenden Ausdruck. „Ich glaubte es so sicher zu erkennen," meinte er zweifelnd, „ich kann mich kaum geirrt haben, oder hat Gott mir ein St. Elmsfeuer angezündet, wie wir'» in den Tropen kennen, um mich zu führen, Herr Pastor?" Aber der Pastor schüttelte den Kopf. „Gott hat den heimgekehrten Wanderer geleitet ohne Zweifel und ihm sei der Dank dafür, aber eines St. Elmsfeuers hat er sich nicht dazu bedient. Ich denke, die kluge Vorsicht und die schnelle Hand des jungen Mädchens, deffen alten Freund Sie sich vorhin nannten, sind sein Werkzeug gewesen." Erich wandte sich schnell zu Marie. „Du, Marie, aber warum machst Du ein Geheimniß daraus? Und warum läßt Du den alten Mann sich nach Oben bemühen, wenn das Licht schon brennt?" Sie lachte, aber etwas gezwungen. „Ja, siehst Du, Erich, ich hatte es ausgelöscht, während er mit Herrn Pastor zum Strande ging. Du mußt nämlich wiffen, seit Karl und Wilhelm tobt sind —" „Meine beiden guten Kameraden," rief er in schmerzlichem Ton. „Und ich hoffte, die alte Freundschaft zu erneuern, nun ich nach Hause komme." „Es sind im Herbst fünf Jahre," berichtete Marie, „daß sie auf der See geblieben sind. Aber sie wurden an den Strand geworfen jenseits de« Dorfes und liegen auf dem Kirchhof in Willnick begraben. Seitdem hat sich's nun Vater in den Kopf gesetzt, daß er mich von Allem fernhalten will, was mit dem Meere in Zusammenhang steht. Am liebsten wär' er auch im Dorf geblieben, aber das Boot war mit den Brüdern verloren gegangen, und wir mußten Gott danken, daß der Pathe mir dies Haus hinterließ mit dem Land, da« dazu gehört- Run hab' ich'« hier oben immer vor Augen, und er ist in einer Angst, daß ich'« nicht lieb gewinnen soll, und da« ist nun doch geschehen, wo es Dich uns zurückgebracht hat, Erich," und sie blickte mit leuchtenden Augen in sein schönes, männliches Gesicht. Man hörte den alten Mann jetzt die Treppe hinabkommen, und das Mädchen setzte etwas befangen hinzu: „Du brauchst dem Vater ja nichts davon zu sagen, wenn'« ja auch freilich kein Unrecht ist, daß ich das Licht angesteckt hatte, um Dir zu helfen, Erich. Wie es aber nur der Herr Pastor errathen haben mag?" Er lächelte nur, ohne zu sprechen; es war nicht schwer gewesen, die Antwort auf Erichs Frage in ihren aufrichtigen Zügen zu lesen. Bald darauf saßen der Pastor, der sich seines naffen Ueberrocks entledigt hatte, der Fremde, in den viel zu kurzen und engen Sonntagskleidern seines Wirthes, und der Fischer in der wollenen Jacke, die nur in Nothfällen als anständiges Bekleidungsstück anzusehen ist, um den eichenen Tisch mitten im Zimmer. Vor Jedem stand ein Glas des heißen Getränk«, das den durchkälteten Männern das Blut wieder warm durch die Adern treiben sollte. Marie hatte auf einem niedrigen Stuhl am Kamin Platz genommen und lauschte von dort den Berichten, welche Erich von seinen Erlebniffen gab, von den blauen Fluthen des indischen Oceans, die er durchschifft, wie von den EiSblöcken des Polarmeeres. „Aber nirgends ist'« wie in der Heimath, Vater Locke. Die Sehnsucht nach Deutschland hat mir im Herzen geseffen all' die langen Jahre, und zuletzt ist mir'« so bange geworden, daß ich'» nicht mehr überwinden konnte." Er schwieg einen Augenblick und strich mit der Hand über da» dunkle, kurzgeschnittene Haar, während ein leichtes Lächeln über sein Gesicht flog, dann setzte er hinzu: „Ich nahm in New«York Dienste auf einem englischen Schiff; in Dover fand ich eins, das nach Hamburg ging, von dort ging'« mit der Bahn und zuletzt, ja, Vater Locke, Ihr werdet mich schelten, aber ich konnte nicht länger warten mit der Ueber- fahrt, ich nahm ein Boot und nun — seht Ihr, da bin ich daheim, hier in Crumbach! Und das ist aus dem Wort geworden, das ich mir selbst gegeben hatte, daß ich nie mehr nach Hause zurückkehren wollte, so lange in Grashagen — Ihr wißt ja, was ich meine, und warum ich damals in Nacht und Nebel mein Elternhaus verließ —" Eine dunkle Wolke überzog die offene Stirn des Seemanns, er blickte finster vor sich nieder- Ja, sie wußten, was er meinte, sie verstanden ihn Alle und noch anders, als er es glaubte. Auf das Gesicht des Pastors war ein fast harter Zug getreten, als er den vor ihm Sitzenden mit forschendem Blick betrachtete, der alte Fischer nickte mit dem Kopfe und wiegte ihst dann wie in sorgenvollem Sinn hin und her, und Marie wandte sich ab und schaute in da» Feuer, deffen letzte ersterbende Gluthen ihr ernste» Antlitz mit einem rothen Schein übergoffen. III. Sieben Jahre waren vergangen, seitdem Erich Hagen die Heimath, welche er nie vergeflen konnte, und da» Elternhaus verlassen hatte, seitdem jene Veränderung in seinem Schicksal sich vollzogen hatte, die er selbst heraufführte. Damals lebte die Mutter Maries noch und sie wohnten zusammen in Dorf Crumbach mit dem Vater und beiden Brüdern, die aus der Kinderzeit her die liebsten Kameraden Erichs waren- Halbe Tage lang war er schon als Knabe, wenn er in den Ferien daheim war, mit ihnen auf der See zusammen gefahren. Keiner war so waghalsig und kühn, wenn es galt, Wind und Wetter Trotz zu bieten, und den überlegenen Willen des gottgegebenen Geistes auf die blinde Gewalt der Natur zur An« wendung zu bringen. „Es ist ein Jammer, daß Du kein Schiffer werden sollst," meinte der alte Fischer, wenn er von SS 407 ~ (Fortsetzung folgt.) GeZn-innntzig-s. Gedämpfte Birnen. Man schäle solche, welche den großen Backbirnen angehören, und sobald man eine geschält hat, wirft man sie in Wasser, um die Farbe zu erhalten; man schichtet sie sehr dicht in einen Dämpftopf, bedeckt sie blo» mit Wasser, setzt Hutzucker nach Geschmack zu, etwas Citronenschale, einige Gewürznelken und eine Theetasse voll Portwein. Man Birnen frisch zu erhalten. Man packt die Früchte ,.n, steinerne Töpfe oder Einmachgläser zwischen Lagen gewöhn» licher Baumwolle. Es dürfen jedoch nicht zu viel Schichten gemacht werden. Hierauf wird das Gefäß gut verschlossen und der Deckel am besten mit Flaschenpech luftdicht verkittet. In e»nem kühlen, frostfreien Raum aufbewahrt, halten sich so die Birnen bis zum Frühjahre. « et Ä" wie er es sollte, , «,m«ut ttkiv ruik *,ye«unt Vvtt Pvriwem. wcan o^ine.Schuld an den unleidltchen Verhältnissen des Hauses schließt nun den Deckel des Dämpftopfes und dämpft gelinde n cht auch ihn treffe, traten vor feine Seele, und mit den * 3 oder 4 Stunden. Sobald die Birnen gär sind, nimmt man gestimmt habe, um den Zorn der heftigen Frau nicht zu reizen, daß er sich abgewendet und das Wohngemach, in welchem die Unterredung stattfand, verlassen hatte. I beste» Vorsätzen, was an ihm sei, zu thun, damit es besser | werde, kam er zu den Seinen zurück. Aber schon der Ein» tritt in das Vaterhaus, die scharfe Stimme der Mutter, als sie fest, erstes, noch mangelhaftes Zeugniß tadelte, zerstörten seine Hoffnung, und die folgenden Tage brachten keine Besserung. Er halte sich noch me so als ein Fremder in der Heimath geDhlt, und er blieb es, so oft auch die Ferien wiederkehrten SS ®[tern, vorzulegen hatte, denn solcher Fahrt zurückkehrte, aber dann schüttelte Erich lachend den Kopf. „Grashagen ist mir lieber, viel lieber als das Meer," war feine Antwort, „seht Ihr, Vater Locke, wir Landleute ziehen und erhalten, was Gott geschaffen hat, der Fischer denkt immer nur daran, es zu seinem Nutzen zu zerstören." Dem asten Locke wollte diese Ansicht seines jungen Gastes nie recht einleuchten, aber er sah ihn doch gern bei liebe gehegt und gepflegt wird. Erich hatte schon im zweiten ans Herz legte, er wollte Landwirth sein unb hroK L-S Jahre bte Mutter verloren, und die Wirthschafterinnen, die seine Väter es vor ihm gewesen waren aus L S nach einander dem Vater bett Haushalt geführt hatten, meinten ihm von ihnen zukan? Das war ein Stachel der ihre Pflicht «W ,u haben. man fl- sü, Me Mr Mui,ei. Me d°ch nt». b-«°m ^nmendeit »Me 2 äußere OednMg sorgten. Daß sie dem l-bh-ften Knaben einen Erich nur sein gute« Recht «ertrat. So besnchle « eine 1-2 SMI gemühten. daß fie das Set, bei mntterlo en Kinde« durch wtMchoftliche Schute, genügte seiner MlitSrnflicht Vnd 2«. » >« «««Innen suchen fußen war Wen nie in ben Sinn bann, labet Butt- M„«Kb »S Z«ben“Sat ± gekommen. So war er ungebänbigt emporgewachsen. Der ihm nach Crumbach aerufen Es mr ni* « Knabe, dessen Seele für alles Gute empfänglich war, wurde daß der Anblick des stattlich heranaewachsenen^ünalin^^?"' ein trotziger Junge, dessen heißes Herz sich unbewußt und doch Herz des Vaters mllFrludeerfMeund btfi wFiimü f» Wrnet« noch der mütterlichen Liebe sehnte, ble er nii Schwester mfl inniger «Le ,n ihm mssLtt flam etilen gelann, hatte. Al« er dann fünf Jahr gewesen war, trat Male «erlangte desSatet jefet mitSnSXi^ Ä" b ein' dem Dorfe Crumbach lange Zeit stchtigung seines Befehles, daß dem Erben der Hofes bie iß™ 7d Wundern gegeben hatte - gebührende StellungLtngLrä^ fein Vater hatte sich wieder vsrheirathet. Das war zwar an äußerlich geschah, es trat dadurck k-in- k. verständiger Schritt, und Jeder, welcher Verhältstiß v?n Mutter und Söhnlein, un^ nur eine kur^ die Verhältnisse kannte, mußte das zugeben. Es war besser, I Zeit war ins Land gegangen als man in ffntmfinrf-. Anwesen statt der wechselnden Leiterinnen daß Unfriede und Streit mit'Erich in Grashagen^ e?ng"zogen eine Hausfrau bekam, aber daß der schon beehrte Mann, war. Und dann hörte man, daß ein wirklicher Qmift L»«" effen Geschlecht zu den alten Bauernfamilien gehörte, sich so I gebrochen war, und wenn auch von den Betbeiliaten nickt« ÄbeJe„lne * »ttWWerln, ein arme« übet ben Semd nutet bi? S« gebtung?n S 2 sÄ Mädchen, auf diese Stelle zu setzen, darüber konnte man sich I boten hatten gehört und ausgesprochen dasi es iick um bi- snftwben geben. Gegen ihre Tüchtigkeit zwar ließ I Frage be« Erbes gehandelt haue. Man glaubte es und nirfte w ± '2?weÄ £« Wt« S«nb mb «etftonbnl6«oa, es wat ja lange schon In? bekam"? Sache r?-k ^uge Person, die gewußt hat, wie I daß die Mutter Grarhagen für ihre Tochter beaebrte oh ps üßföffpti his fip ihn frt mott 11 ***** „ I PundenEtichen Zeiten immer vom Vatn auf'den äl- gelassen, bis sie ihn so wett hatte, war bte allgemeine Rede I testen Sohn übergegangen war. Nun war sie mit dem Nar. im Orte, und Einzelne fügten hinzu: „was wohl bet Junge I schlag hervorgetreten, daß Erich Anna Merten bie reiche Be« baju sagen mag? Ja, was er bazu sagte? Ob er im An« I sitzerin eines schönen Gutes in Friebricksfelbe' beiratben «nb I ^vstte, sie werde ihm eine Mutter fein ? Wie dem I auf das väterliche Besitzthum verzichten sollte, und Erich hatte ^in mochte, jedenfalls war sie zur Herrm von Gras« I fest und bestimmt erklärt, daß er niemals feine Reckte einem Tflop erwAfn'mnnm?HhInit b eQ?b"enr b” k,eine ^Jeren I Anderen abtreten werde, auch der Schwester nicht, so lieb und Tage. Nicht mit Milde und Liebe suchte sie das ungestüme, I werth sie ihm fei. Das batte die Manb noMvtMo m.c. Lärte^mallte e8 $U ^^innen, mit Schärfe und I zimmer beschäftigt gewesen war, und sie berichtete weiter wie ^bhorsam erzwingen, den er ihr schuldete I der Vater Erich in so zagender, fast schüchterner Weile ru. Und Niemand war, der sich des Knaben angenommen hätte; • kL nJL k.J .&u* der charakterschwache Vater, der viel ältere Mann, schätzte, so sehr er im Grunde seines Herzens den einzigen Sohn liebte, doch den ehelichen Frieden noch mehr und war der Herrschaft seiner Frau bald ergeben. So erwuchsen für Erich denn Dornen und Ruthen dem Boden, der nur sonnige Früchte tragen sollte, und der sie auch dem Mägdlein brachte, dessen glückliche Kinderzeit nur durch die Theilnahme mit dem Bruder getrübt wurde. Denn sie hielten zusammen, die Kinder eines Vaters, trotz der Verschiedenheit des Alters, von dem ersten Tage, wo Erich in die blauen Augen des Schwesterchens geblickt hatte. So war es, wenn er ihn Anfangs auch mit Freude begrüßt hatte, doch ein bitterer Tag für ihn, als er zum ersten Mal das Vaterhaus verlassen mußte. Die Dorf- schule in Crumbach,, meinte der größte und reichste Besitzer des Ortes, genüge nicht für die Bedürfnisse feines Sohnes, und da auch die Mutter keine Einwendungen dagegen erhob, so wurde er auf die höhere Lehranstalt der Stadt gebracht. Die Trennung von der Heimath wurde Erich schwerer, als er es für möglich gehalten hätte. Wie vermißte er das freie, ungebundene Leben, die Fahrten auf der See, die Schwester, wie sehnte er die Ferienzeit herbei, wo er Alles wiederfinden sollte! — 408 sie aus dem Dämpftopf, seihet die Flüssigkeit des letzteren über dieselben und servirt sie, nachdem sie kalt geworden sind. * * * Gurken binnen acht Tagen sauer zu machen. Glatte, grüne Gurken werden gewaschen, gebürstet und abge- trocknet; dann mit einer Gabel mehrmals durchstochen, in einen tiefen Topf gelegt und mit Salz bestreut. Auf 30 Stück Gurken rechnet man einige Hände Salz. Die Gurken werden mit hartem kochendem Waffer übergossen, so daß sie ganz be< deckt sind. So läßt man sie abkühlen, legt sie dann schichtweise mit Dill, saurem Kirschlaub, Weinreben und einigen Stückchen Brod in einen Steintopf, gießt das Brühwasser darauf und läßt sie in der Wärme aufgähren. Auf oder neben einem Bratofen, oder recht in der Sonne stehen sie gut. Nach acht Tagen sind sie zu benutzen und von vortrefflichem Geschmack; man hebt sie dann im Keller auf. Natürlich halten sie nicht so lange, als andere saure Gurken. * * « Spargel. In Frankreich macht man die Spargelbeete auf folgende Art: Das Beet wird 3 bis 5 Fuß tief ausgegraben und die gute Erde, welche beim Herausgraben allein gelegt wird, muß gesiebt werden, damit auch nicht ein Steinchen von der Größe einer Wallnuß darin bleibt- Die Materialien zu dem Beete werden dann in folgende Proportionen und Ordnung gelegt: 18 Zoll gewöhnlicher Mist (Kuh- oder Pferdemist), 8 Zoll Rasen, 6 Zoll Mist wie zuvor, 6 Zoll gesiebte Erde, 8 Zoll Rasen, 6 Zoll sehr verfaulter Mist, 8 Zoll von der besten gesiebten Erde. Die letzte Lage Erde muß mit der letzten Lage verfaulten Mistes gut gemischt werden. Dieses Verfahren ist mit der Abänderung, daß man das Beet noch tiefer ausgrub und thetlweise auch mit Baumästen aussüllte, in City Washington angewandt worden und hat sich durch den reichen Ertrag und die außerordentliche Größe des Spargels (von P/2 bis 2 Zoll im Durchmesser) reichlich bezahlt. ♦ ♦ e Wie kann man einem feuchten Keller abhelfen, damit man Obst re. darin aufbewahren kann? Die Entfeuchtung eine« zu feuchten Kellers kann, wenn Drainage und andere Mittel nicht durchführbar oder ungenügend sind, durch Anwendung von Chlorkalktum erzielt werden. Dieses Mittel hat die Eigenschaft, sehr viel Feuchtigkeit aus der Luft zu entnehmen, das Doppelte feines eigenen Gewichtes, und dabei flüssig zu werden. Das erwähnte Salz wird auf ein breites Blech oder Brett gebracht, das mit einem Rande versehen und, damit die Flüssigkeit abfließen kann, etwas schief gestellt wird. Man kann diese in einem Gefäße aufgefangene Flüssigkeit verdampfen und erhält so das feste Chlorkalkium "wieder, welches man dann von Neuem gebrauchen kann. Je nachMaßgabe der Größe und Feuchtigkeit des Kellers erfordert dieses Abhtlfemittel eine Menge von 6—18 Kilogramm de» Salzes, welches nicht theuer und, wie gesagt, zu wiederholten Malen verwendbar ist. e * e Wen« Oleander nicht blühen wolle«, obwohl sie Blüthenknospen genug angesetzt haben, dann fehlt'» entweder am Standort: zu schattig, zu wenig Sonne, oder an der Nahrung: zu wenig Düngung. Also in die Sonne, so lange e» sich jetzt noch thut, und mit aufgelöstem Kuhdung oder mit Hornspänen düngen. Auch Gießen mit warmem Waffer hat sich erprobt. • • • Gegen die Wanzenplage gibt e» wohl kaum ein beffere» Mittel als Alaun. Man bestreiche die Wände, worin die Wanzen nisten, mit einer kochenden Alaunlösung und sie kehren nie wieder zurück. * * * Firniß und schwerhaftende Lackfarben entfernt man durch Waschen mit Petroleum, Spiritus, Terpentinöl oder Salmiakgeist. Vermischtes. Wie die verschiedenen Gelehrten LiebeS- erklärnngen machen. Der Mediciner: „Gestatten Sie mir Ihren Puls, mein Fräulein. Er macht zwanzig Schläge mehr in der Minute, als normal. Genau so wie der meine. Ich darf also annehmen, daß Sie mich wieder lieben?" — Der Jurist: „Ich liebe Sie, Aurelie, und nun ermahne ich Sie, ebenfalls ein umfaffendes Geständniß abzulegen." — Der Mathematiker: „Voraussetzung ist, daß Sie mich lieben. Behauptung ist, daß ich Sie auch liebe. Beweis: Wenn von zwei Personen eine die andere liebt, so lieben sie sich gegenseitig. Nach der Voraussetzung lieben Sie mich, ich liebe Sie ebenfalls, folglich lieben wir uns gegenseitig. — Der Chemiker: „Erlauben Sie mir, gnädiges Fräulein, mit Ihnen eine so innige Verbindung einzugehen, daß eine Analyse unmöglich ist." — Der Philosoph: „Lange habe ich an dem wirklichen Vorhandensein der Welt gezweifelt, aber jetzt, nachdem ich weiß, daß Sie meine ganze Welt sind, zweifle ich nicht mehr." — Der Electriker: „O, Georgine, wenn ich Sie sehe, bin ich wie electrisirt. Lasten Sie den electrischen Funken der Liebe von mir auch zu Ihnen überspringen." — Der National- öconom: „Ich habe berechnet, mein Fräulein, daß sich in unserer Stadt durchschnittlich dreißig Paare in der Woche verheirathen. In dieser Woche sind es nur neunundzwanzig — wollen wir das dreißigste sein?" — Der Botaniker: „Mein Fräulein, wollen Sie sich nicht fürs ganze Leben an mir emporranken?" Leicht zu verwechseln. Herr: „Was ist denn das für ein Geschrei von der Villa herüber?" — Gärtner (aufhorchend): „Genau kann ich's nicht unterscheiden; aber entweder hat'» gnädige Fräulein Singstunde oder es ist wieder ein Marder in den Hühnerstall gekommen." ♦ • ♦ Stadtfräulein. „Sich' nur, Papa, wie unschuldig diese Kühe aussehen! Man begreift gar nicht, woher die gefälschte Milch kommt I" ♦ * ♦ Lahme Entschuldigung. Mutter (entrüstet): „I dächt', Du hätt'st ka Ursach', zu pfeifen, wann'» uns schlecht geht un der Onkel krank isl" — Sohn: „I pfeift jo eh an Trauermarsch!" • • • Fataler Nachsatz. Angehender Tonkünstler: „Nun, mein verehrter Herr Professor, wie haben Ihnen meine Com- Positionen gefallen?" — Kritiker: „Was soll ich dazu sagen? Ich denke, man wird sie vielleicht noch spielen, wenn Mozart, Haydn, Mendelssohn und Meyerbeer längst vergessen sind!" — Tonkünstler: „Wirklich?" — Kritiker: „Gewiß, aber — vorher nicht!" * ♦ • Weibliche Eitelkeit. Wenn Fräulein Amanda, die auf etwa» großem Fuße lebt, in einem Hotel übernachtet, bürstet sie ihre Stiefeletten selbst ab. Dem Hausknecht hat sie ein Paar eigens zu diesem Zwecke mitgeführte, viel kleinere Exemplare vor die Thür gestellt. ♦ * ♦ Umschrieben. „Ist es wahr, daß Sie gesagt haben, der Schlankele hier habe Ihnen Ihren Geldbeutel gestohlen?" — „Das habe ich nicht gesagt, Herr Richter. Ich habe blos behauptet, daß, wenn der Schlankele mir meinen Geldbeutel nicht hätte suchen helfen, ich ihn dann wieder gefunden hätte." • ♦ ♦ Reservirtes Compliment. Mutter (von vier ältlichen Töchtern): „Nun, Herr Rittmeister, wie finden Sie meine Töchter?" — Rittmeister: „O . . . 0 . . . meine Gnädigste, eine immer jünger, als die andere!" Redaction: A. Schey-da. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.