Wer die Zimmer« bemerken, daß sein rden ihm bald 17, >rund ist folgender: Wände, sowie die Je mehr sie die ie trockene Luft die r noch allein findet, e Ausdünstung der am die Verdunstung so wird durch die Värmebedürfniß ge- der beste Freund, d, denn in der eroberen Gegenstände t. In der warmen ebenrbedürfniß, den wird langsamer und t mürrische Stimm« z, alle Verrichtungen das betrübende Bild diejenigen, die ihrem Grad zu erwärmen, tel. Weithin ist die fermehl, wie es aus cungsmittel nur für verwendbar. Dies oit ein guter Appetit Löffeln des dicken, : zu bekommen. Als ; allein ein leicht versuch äußerst wohl- Obertaffe Hafermehl et, mit dem nöthigen und aufgefW, eine e für sechs Personen ke sehr zu empfehlen. nntagsjäger: „Heut tzen Morgen habe ich ; wirst Du vielleicht as hast Du mit dem Natürlich vernascht!" >er Onkel, dafür habe borge niemals meine ahrfcheinltch nicht zu« t nicht schwer zu er« icher zu behalten, als t aus dem Manöver ige, sollst Du für alle illst Du denn zunächst „Ich bitte vor Allem 1893 Nr. 13 Unterhattnnssblatt JMm Gi«tzrn«r Anzeigrv (<5eneral«2tit$eiger) WEW SÄ» Dienstag, den 31. Januar. Dämon Gold. Originsl - Roman von W. Höffer. Als später Ruth mit blaffem Gesicht und heimlichem,, ruhigen Blicken zu Cäcilie kam, da fieberte diese so stark, daß das junge Mädchen es für besser hielt, ihr Alles zu sagen- „Hans will Geld auftreiben, das ist der Grund seiner Reise. „Und mit Dir hat er darüber gesprochen, Ruth? „Keine Silbe, aber — der Gerichtsvollzieher war wieder fiiclr Cäciliens heiße Hände umklammerten die ihrer Schwester. „Und wenn er keine Mittel erlangt, Ruth, was dann? „Gott verhüte es, CM." „Das ist keine Antwort. Denkst Du, Hans käme-nut leeren Händen hierher zurück? Denkst Du, er könnte den Schimpf überleben?" E!" Und Ruth hielt sich an der Lehne des Sophas; ihr schwindelte. rammst Du auf einen derartigen Gedanken?" ',Jch weiß, was ich weiß, Ruth. Wir haben über diesen Fall erst kürzlich mit einander gesprochen." „Dann hast Du seine Worte mißverstanden. Hans, der leichtlebige Hans, wie sollte er —" „Sprich es nur aus, Ruth, sprich es nur aus. Vielleicht sehen wir ihn nie im Leben wieder." Ruth öffnete das Fenster. Es war ihr, als muffe sie er« sticken. „Du hast Fieber, Cilli. Schlafe, schlafe, das wird Dir gut thun." , ,. . Ein trauriges Lächeln umspielte die Lippen der jungen Frau. „In dieser Nacht, Ruth? Das glaubst Du ja selbst nicht." , , , , „ . „Thorheit! Thorheitl Ist es Nicht, als ob man irrsinnig geworden sei? Hans sitzt vielleicht in diesem Augenblicke im Kreise-früherer Kameraden und Freunde bei der Flasche, er hat möglicherweise schon jetzt Jemand gefunden, der ihm das Geld vorstreckt — und wir sollten uns hier den schrecklichsten Befürchtungen hingeben? — Es ist Dein leidender Zustand, der Dich so schwarz sehen läßt, meine arme CM — weiter Aber während sie sprach, pochte ihr Herz mit Hammer« schlügen. Sie horchte fortwährend, als könne jeder Augenblick eine Hiobspost bringen- ,, ,, Die Schwestern blieben in dieser Nacht beieinander; keine dachte daran, sich niederzulegen, aber gesprochen wurde wenig. Um Mitternacht kam noch ein Bahnzug, der möglicherweise den Schloßherrn zurückbringen konnte — dann mußte er etwa um ein Uhr nach Hause kommen. Sie horchten beide, Cäcilie uttb Ruth, sie ersannen diese und jene Eventualität, während bleiern langsam die Stunden schlichen, ohne den Ersehnten mit sich zu (Fortsetzung). Adele blieb die Antwort schuldig und so folgte ein länge« res Schweigen, das erst unterbrochen wurde, als der Baron gegen Abend den Wagen wieder vorfahren ließ und sich ohne Abschied aus bem Schlöffe entfernte. Der Lakai brachte für die Baronin ein verschlossenes Billet und als Cäcilie mit beben« den Fingern dasselbe entfaltete, da war sie außer Stande zu lesen, sich aufrecht zu erhalten. Mit geschloffenen Augen in die Polster zurücksinkend, hob sie matt die Hand: „Bitte, hebe Ndele I" Die Gesellschafterin hatte schon das Blatt erfaßt, sie war bald blaß, bald roth geworden und beugte sich jetzt so über ihre Gebieterin, daß sie selbst im Schatten blieb. „Gnädige Frau, Sie erschrecken rnichl Wie ist Ihnen denn? Mein Gott, ich war doch nicht so unglücklich, Sie zu beleidigen?" v Cäcilie preßte dar Taschentuch gegen die Lippen. ,,Ge« wiß nicht, Adele. Bitte, lesen Sie doch nut." Die Stimme des jungen Mädchens mochte jetzt einige Festigkeit erlangt haben; Adele trat zum Fenster und las die wenigen, in dem Briefe stehenden Worte: „Liebe CM! Ich bin genöthigt, sofort abzureisen, nur nach der Hauptstadt und nur bis längstens morgen Mittag, dann alle Erklärungen. Geschäftssachen, sonst nichts- Dein Hans." Cäcilie hatte sich aufgerichtet, sie hielt die Hände fest verschlungen. „Und weiter steht nichts da, Adele?" „Keine Silbe, gnädige Frau." „Geben Sie mir den Brief." Auch ihre Blicke überflogen die wenigen Zeilen und dann sank die Hand mit dem knisternden Blatte herab in den Schooß. „Begreifen Sie das, Adele?" , Die Gesellschafterin schüttete ein Pulver in den Löffel, mischte es mit Wasser und bot das Medicament ihrer kranken Gebieterin. „Sie sollten sich nicht so heftig aufregen, gnädige Frau — Ihre Augen glänzen schon wieder so unnatürlich! — Was ist denn auch Besonderes, wenn der Herr Baron einmal verreist? Vielleicht der Bernsteingruben wegen." Cäcilie schüttelte den Kopf. „Etwas geht vor," beharrte sie- i Gießen. ^etr Wolfram, wie viel Geld mag mein Schwager dem fr „Horch' - schon Mitternacht. Jetzt kommt wieder ein Zug." bringen. Nun dämmerte der Morgen, es schlug sechs — l wieder mußte jetzt ein Zug einlaufen. 1 Längstens morgen Mittag, hatte Hans Adam geschrieben; er konnte also auch jetzt schon kommen. ..Ruth ließ seine Zimmer heizen und in der Bibliothek ein will nur lieber den Wagen zum Bahnhof schicken," meinte sie. ’ Cäcilie antwortete nicht direct. „Ich sah mich diese Nacht Sarge liegen, sagte sie halblaut. „Ihr Alle wäret fröhlich, am meisten Hans, den ich bezeugen hörte, daß er nun Sor9en m/hr habe. Es schien, als sei über Moldt eine neue Sonne aufgegangen." Das junge Mädchen schüttelte den Kopf. „Da siehst Du, wie viel Werth bte Träume haben, CM." J fein Traum, ich schlief nicht wirklich. Eine „ Unddann eine Stunde später: „O Ruth, wenn das arme Herz stlllstehen könnte! — Es thut so weh, so weh!" „Sei ruhig, sei ruhig, Cilli. Wolfram hilft uns." , Ms die trostlos lange Nacht vergangen war, früh um zehn Uhr, ließ Ruth den Wagen vorfahren, um sich nach Dornau zu begeben. Hoch vom blauen Herbsthimmel schien die Sonne wie helles Gold; hier und da blühte noch verspäteter Mohn und an allen Dornengebüschen hingen die schwarzblauen Schlehen. Es war ein schöner, frischer Octobertag, kühl, aber unendlich angenehm und kräftigend. Ruth lehnte im überdachten Fond der Chaise, sie hielt die Augen geschlossen und die Hände im Schooß gefaltet. Es war ihr wie ein Traum, diese Fahrt zu dem fremden Manne, dem sie so unendlich vertraute, von dessen bloßer Nähe sie schon Trost und Beruhigung erwartete. Sie fragte sich auch nicht, ob er diesen Schritt unpassend finden werde. Erich Wolfram war über inhaltlose Kleinigkeiten vollständig erhaben. Dann hielt der Wagen und ihr Vormund selbst kam aus dem Hause, um ihr den Schlag zu öffnen. „Sie, Fräulein Ruth?" rief er voll Ueberraschung. mochte ihn erschrecken. „Es ist doch nichts Böses geschehen?" fragte er unruhig, „Haben Sie eine Viertelstunde für mich übrig, Herr Wolfram? Smd Sie trotz der eigenen Trauer geneigt, eine andere Unglückliche anzuhören?" „ A führte.sie in das Besuchszimmer und klingelte der Haushälterin, bte zunächst einige kleine Erfrischungen bringen mußte. Sie wären unglücklich, Fräulein Aßmann? Was ist Ihnen geschehen?" » e.8,nbe~bie Farbe wechselte. „Ich banke A/". auf das Jnmgste, Fräulein Ruth. Was ich bin und habe, das steht zu Ihrer Verfügung; Sie sollen sich in mir niemals getauscht sehen. Und nun, bitte, sagen Sie mir Alles." - Ruch spielte mit einer verspäteten Rose, welche die alte ^aushälterm „Pastors Jüngste" gebracht und ihr mit heim» A^ Ricken und Winken neben das Weinglas gelegt hatte. Und dann erzählte sie ihm Alles. „Cilli fürchtet, daß sich Hans ein Leides gethan haben könnte," schloß sie ihren Bertcht. „Sie ist außer sich, wie von Sinnen." Wolfram lächelte ruhig. „Hans Adam?" sagte er. „Nein, Fraulein Aßmann, daran zu denken wäre überflüssig." Ruth fühlte, daß sie erröthete. Es lag in den Worten thres Vormundes ein Etwas, eine Geringschätzung, wie die Ueberzeugung, daß der leichtsinnige Hans Adam die Dinge nie» wals so tragisch nehmen werde; das empfand sie auch ohne etne dahin gehende ausdrückliche Bemerkung. Der ernste Mann vor rhr sah das Leben mit anderen Augen an als der Baron, dem die Welt mit Allem, was sie enthielt, nur geschaffen schien, um sich über jeden Verdruß und jedes Mißlingen bestmöglich hrnwegzutäuschen, die guten Stunden aber bis zur Neige zu yvTHvpvIl« „Cilli ist krank," sagte seufzend das junge Mädchen. „Ich fürchte für ihren Verstand, ja, für ihr Leben." Wolfram sah voll freundlichen Trostes in ihr Auge. „Wollen Sie, daß ich nach der Hauptstadt reise, Fräulein Nuty k Ruth senkte wie gebrochen den Kopf. „Es ist etwas An» deres, um das ich bitten möchte, Herr Wolfram! Etwas ganz Es schien, als greife eine ganz bestimmte Vorstellung bei ihm mehr und mehr Platz; seine Stimme klang kälter als vorher. „Möchten Sie, bitte, ganz offen sprechen, mein Fräulein I" In Ruths Augen traten große Thränen. „Seien Sie gütig gegen mich, Herr Wolfram. Unter allen Lebenden sind mrtrauen^könnte."^^ bem w rückhaltlos die Nacht herab, es wurde ringsumher erstarken, alles Leben zog sich vor der empfind» ;n «:a$i?ere ber Häuser zurück. Arme Cacilte! Ruth sah im Geiste ihr farbloses, zartes Gesicht, ihre gerungenen Hände Sollte für die Dulderin der Weg bis zum stmLeidensanttitz? *9 Sollte sie sterben mit'die» „Es wird noch Alles gut, Cilli," tröstete Ruth. tm ln9ter. btts ruckende Gesicht in ihre Hände. , I M»» u»d Winken mb-n"da- W-ingl-- 'g-l möglicherweise für uns eine Auskunft" ’ °”9t 38(18 ie&Ua£en ""ßte, das zerriß ihr das Herz. —i „öerr Wtd tltöf /Xlnfk /a» x... Stunde^hkr^ üieIIei^t $ Hans in einer halben Lb^?er Wagen kam leer zurück und ebenso erging es einer3@ter6enbTn.r W et®enen' 6äci[ie S«ch »Wir sehen ihn nicht wieder," hauchte sie. Ebenfalls!" beharrte Ruth. „Jedenfalls! Ich bin da» von überzeugt rote von meinem Dasein." „Aber im tiefsten Herzen war sie weit weniger ruhig, als «äußerlich wohl schien. Ohne ihre Schwester zu fragen, K'ckte sie einen Diener tn die Stadt und ließ sich bei dem Bankdirector erkundigen, ob der Baron von ihm gesehen wor» ^sicher Antwort kam Willibald selbst, und iunnpÄS erhöhte noch die heimliche Furcht des »^8 ist geschehen? Ich bin außer mir." •JSf ä1"1' Alles wußte, senkte er traurig den Kopf. "^"E tch aus meinem Blute Geld prägen lassen, ich gäbe ., Ruch antwortete nicht; ihr war, als halte eine Eisenfaust $re murr«; E^onnt und drohte, sie zu ersticken. Willibald versprach, in der Hauptstadt telegraphische Er» fttnhtgungen einznztehen und dann war Ruth wieder allein. mb[i»UtFbr>en^h^m9Yf.a9'h bie frü§e, Set6fibtii«merung sank herab; ^>nb1^2a bcer, Abend, aber ohne von dem Schloßherrn eine Ä liebenswürdige rücksichtsvolle Hans khh. fiA§frtb flft@finV9en nÄ[enbetUngewißheit; Ruth ent» letzte srch, so oft sie daran dachte. riches^9^^" roar nie vorher geschehen, nie auch nur Aehn- | ,, Und^näher und näher rückte die bange Frage: «Müßte Adam^u^ette??"' WeineS 9vllvll r ■ in * üuf dem Ruhebett, sie wanderte in fieberhafter Aufregung umher und blieb an keinem Orte länger als einige Minuten. Die Dienstboten flüsterten mit» einna”ber, Jelbfi bte Fischerfamilien in der Scheune hatten schon £22®« 3e n$e tj\9<$ört unb ^Uchen sich in die Küche, um so Mfttchtig^ etf^retL ärmet Herr! Sie liebten ihn Alle it wieder ein enn das arme oeh!" ft uns." oar, früh um h nach Vornan ien die Sonne späterer Mohn schwarzblauen ag, kühl, aber e, sie hielt die altet- Es war n Manne, dem tähe sie schon sich auch nicht, irich Wolfram >aben- selbst kam aus Waschung. ist doch nichts j übrig, Herr : geneigt, eine ) klingelte der Hungen bringen rann? Was ist i fürchtet, daß chloß sie ihren li n?" sagte er. ite überflüssig." in den Worten iitzung, wie die i die Dinge nie» ib sie auch ohne >er ernste Mann als der Baron, geschaffen schien, ngen bestmöglich is zur Neige zu ! Mädchen. „Ich V , in ihr Auge, reise, Fräulein is ist etwas Anim! Etwas ganz r Vorstellung bei :lang kälter als mein Fräulein!" en. „Seien Sie en Lebenden find ganz rückhaltlos elte. „Ich danke Was ich bin und ollen sich in mir t Sie mir Alles" , welche die alte d ihr mit heimlas gelegt hatte, is Herz. in Schwager dem — öl — Commerzienrath Liflauer und anderen Leuten schuldig sein? Gewiß ist es eine enorme Summe." Erich zuckte die Achseln. „Als Hans Adam das Gut antrat, war mehr als eine halbe Million Baarvermögen vorhanden — dies Geld hat er verbraucht und seitdem auf fürstlichem Fuße gelebt. Es werden ihm Tausende und Abertausende alljährlich gestohlen, ohne daß er es bemerkt; er leiht jedem Bedrängten, er schmiedet große Pläne und glaubt immer, das Gelingen schon in der Hand zu halten. Da ist alles Zureden umsonst." Ruth seufzte. „Sein Herz ist golden," sagte sie halblaut. „Für die, welche nicht genöthigt sind, alle Consequenzen seiner Thorheit an ihrem eigenen Schicksal zu tragen, vielleicht." „Werden Sie nicht bitter, Herr Wolfram, wir müssen zur Sache kommen. Ich hätte so gern von Ihnen ein gutes Wort." „Sicher! Sicher! — Aber Sie fragten, Fräulein Ruth, und ich mußte antworten- Im Ganzen mag Hans Adam doch wohl Verpflichtungen bis zur Höhe einer Viertelmillion mit sich herumschleppen — wenn nicht noch mehr." Ruth schauderte. „Eine so furchtbare Summe, Herr Wolfram? — Aber das Gut hat auch einen großen Werth, nicht wahr?" „Freilich. Wenn Moldt unter den Hammer kommt, werden alle Gläubiger befriedigt — dann ist Hans Adam ein verlorener Mann. Sich mit der Wirklichkeit des Lebens, mit allen seinen Anforderungen und ewig erneuten offenen Fragen allein abfinden kann er nicht." Ruth senkte den Blick- „Ich weiß es, Herr Wolfram. Und nun muß Alles gesagt werden. Ich bitte Sie inständig, mir das Versprechen, welches ich Ihnen kürzlich gab, jetzt unter den veränderten Umständen erlassen zu wollen. Ich muß — muß den Commerzienrath Lissauer heirathen oder es ist Alles verloren." Erich hatte längst vorausgesehen, was nun folgen werde, er erschrak daher nicht; aber sein Entschluß schien vollkommen festzustehen. „Das ist unmöglich, Fräulein Aßmann," sagte er. Rath führte die Blume an ihre Lippen, sie rang nach Athem. „Lassen Sie sich erbitten, Herr Wolfram, sprechen Sie selbst mit dem Commerzienrath und schließen Sie einen förmlichen Handel, der diesem Herrn für alle Zukunft die Hände bindet. Lissauer ist unermeßlich reich, man sagt, daß er mehrere Millionen besitzt." „Die sämmtlich durch das edle Gewerbe des Wuchers zusammengebracht worden sind — ja. Daß hier und da ein Pistolenschuß das Gehirn eines Betrogenen zerschmetterte, daß Dieser oder Jener des würdigen Herrn Commerzienraths wegen in das Irrenhaus kam und seine ganze Familie dem Elend überlieferte, nun, daran zu denken ist der gute Mann nicht empfindsam genug!" „Aber das Alles kümmert doch mich nicht!" Ruth schrie es fast; sie schluchzte bitterlich. „Herr Wolfram, suchen Sie den Mann auf, unterhandeln Sie mit ihm, und wenn er einwilligt, Hans Adams Schulden ganz und gar zu tilgen, wenn er schriftlich verspricht, keinerlei eigene Forderungen mehr geltend zu machen, dann will ich ihn heirathen-" Erich erhob sich plötzlich, er trat zum Fenster und sah hinaus. „Und das sollte ich in die Wege leiten?" rief er mit erstickter Stimme. „Ich?" Das war im höchsten seelischen Affect hervorgestoßen; für den Augenblick schien die Selbstbeherrschung des sonst so ruhigen Mannes vollständig erschüttert. „Ich kann es nicht, Ruth," fügte er tiefathmend hinzu. „Unmöglich!" „Nehmen Sie mir nicht alle Hoffnung," bat hinter ihm die weiche, sympathische Mädchensttmme- „Es ist nur ein Wort, um das ich flehe." ,.O, wie sehr Sie sich täuschen, Fräulein Ruth! Es ist das Elend Ihrer ganzen Zukunft, es ist mehr als der Tod — ein Jammer, der Sie dem Irrsinn entgegenführen könnte." Er kehrte sich langsam wieder zu ihr. „Oder sollte ich mich täuschen?" setzte er hinzu- „Würden Sie es jemals lernen, an der Seite eines völlig gewissenlosen Menschen glücklich zu sein? Würden Sie Schätze besitzen wollen, die mit der Verzweiflung Anderer erkauft sind?" Ruth schauderte. „Wer spricht denn von mir? Wer denkt daran, was ich empfinden, würde? Lassen Sie mich die Meinigen retten, Herr Wolfram, das ist Alles, was ich zu erlangen wünsche." „Nein!' versetzte er beinahe rauh. „Nie, so lange ich es verhindern kann." (Fortsetzung folgt) Eine Methode schmerzloser Operation ohne allgemeine Betäubung. Bon Dr. Fr. Hauser. lSchluß.) Die Haut besteht im Wesentlichen aus zwei Schichten, der derben, sehr festen Lederhaut (Cutis) und dem sogenannten Unterhautfettgewebe, das ein lockeres Maschenwerk darstellt. In diesem Maschenwerk vertheilen sich selbst große Flüssigkeitsmassen sehr schnell, indem sie nach allen Seiten fast ohne Widerstand abfließen. (Man kann z. B- bei Cholerakranken in wenigen Minuten ganze Liter Salzlösung auf diesem Wege einlaufen lassen.) Wenn man nun früher in dieses lockere Gewebe die Cocainlösung einspritzte, so traf man erstens nur sehr unsicher die Nervenendigungen, die fast ausschließlich in der Lederhaut eingebettet sind, und konnte zweitens nur ausnahmsweise den hohen Flüsstgkeitsdruck erzielen, der das Gewebe blutleer und die Nervenendigungen unempfindlich macht. Dr. Schleich machte also auf Grund dieser Erwägungen dieJnjectionen nicht mehr sub cut an, sondern intra ctan; er spritzt nicht mehr in das lockere Unterhautgewebe, sondern in die derbe Cutis. Eine Operation nach dieser Methode gestaltet sich nun folgendermaßen: Um dem empfindlichen, vor dem Messer selbst bei größter Stork scheuen Kranken jeden, auch den leisesten Schmerz zu ersparen, wird ein Aetherstrahl auf die Stelle der Haut gelenkt, wo der Einschnitt beginnen soll. Sobald eine weiße Verfärbung der Haut unter dem verdampfenden Aether anzeigt, daß hier kein Schmerz mehr empfunden wird, wird eine feine Hohlnadel an einer sogenannten Pravaz'schen Spritze, die die schwache Lösung enthält, parallel zur Oberfläche in die Lederhaut eingestochen und ein langsamer Druck auf den Spritzenstempel ausgeübt. Die Flüssigkeit dringt in die sehr engen Räume zwischen den Zellen der Cutis ein, bläht die ganze Stelle auf, die nun als schneeweiße „Quaddel" hervortritt, schneeweiß, weil das Blut aus ihr verdrängt ist. Diese Quaddel ist absolut unempfindlich. Man geht jetzt in der Richtung, die der Hauptschnitt haben soll, innerhalb der Grenzen des weißen Bezirkes auf'S Neue mit der Hohlnadel ein, bildet eine neue Quaddel, die also mit der ersten zusammenhängt, und geht so weiter vor, bis die ganze Hautfläche, die das Messer spalten soll, unempfindlich gemacht ist. Man k mn dann sofort durchschneiden, ohne daß der Kranke einen Schmerz sühlt. Ganz ebenso geht man weiter in die unter der Haut belegenen Organe vor, in Muskeln, Knochen, Eingeweide, - nur daß man dort viel weniger von der Flüssigkeit gebraucht. Denn diese Theile sind zum Theil sehr viel weniger, zum Theil gar nicht empfindlich. Die Methode hat ihre Probe in Hunderten von Fällen glänzend bestanden: nicht nur alle Maßnahmen der „kleinen Chirurgie", sondern auch der größten und „glänzendsten" Operationen sind unter der Zeugenschaft zahlreicher Aerzte gelungen. Ganz zu verbannen wird das Chloroform nie sein: es gibt im Körper Stellen, wo die Localanästheste technisch nicht auSgesührt werden kann. Aber die Narkosen von langer Dauer — und die Gefahr der Narkose wächst mit ihrer Dauer — sind sicher überall zu vermeiden. Von geradezu unermeßlichem Werth aber ist die Methode sür alle solche Kranke, die sich einem chirurgischen Eingriff - 52 - unterziehen müssen, für die aber aus besonderen Gründen das Chloroform eine erhöhte Gefahr darstellt. Herzkranke, alte Leute mit stark verkalkten Blutgefäßen, Kranke mit sogenannter Blutleere, Reconvalescenten von schweren Jnfectionskrankheiten, Menschen, die erst vor kurzer Zeit eine Chloroformnarkose durch» gemacht haben, Kropfleidende, diphtheritiskranke Kinder, Schwind» süchtige u. s. w. dürfen von Rechtswegen überhaupt nicht chloro- formirt werden. Sie mußten bisher kleinere Eingriffe ohne Narkose aushalten und bei größeren Operationen zitterte der Arzt vor der Gefahr, die ihm allein aus der Narkose erwuchs. Schmerz und Gefahr stnd ihnen jetzt zu ersparen. „Das Wohl des Kranken ist das höchste Gesetz", sahis aegroti suprema lex, ist der alte Wahrspruch der Medicin. Darum wird auch, wenn erst die Ueberzeugung von der Vor- trefflichkeit der neuen Methode langsam, wie alles Gute, aber auch sicher, wie alles Gute, eine allgemeine geworden sein wird, der ärztliche Stand die Mühe nicht scheuen, die Technik derselben zu erlernen. Denn erlernt muß sie werden, so einfach sie ist. Welcher Arzt sie aber beherrscht, wird ihrer sroh werden. Nicht für den Arzt ist sie nothwendig, der in der Stadt Assistenten, Wartepersonal in jedem Augenblicke zur Hand hat, aber für den Landarzt, der, vielleicht auf Meilen im Umkreise der einzige seines Standes, „von menschlicher Hilfe" so weit, bisher in dringlichen Fällen zugleich Operateur und Chloroformator sein mußte, stets „mit einem Fuße im Gefängniß". Ihm wird es in neunundneunzig Fällen von hundert in Zukunft erspart bleiben, zu wählen, ob er seinen Kranken durch die Narkose in Gefahr des Todes und sich selbst in Gefahr der strafrechtlichen Verfolgung bringen, oder ob er brutal darauf los operiren soll, ohne Rücksicht auf die Schmer« zen des Leidenden. Hier ist ein Großes gefunden! GEeinnNtziges. Zeichen unschädlicher Gummiwaaren. Es kommt nicht selten vor, daß Kinder beim Spielen mit Sachen aus Gummi dieselben in den Mund nehmen und dann schließlich gewiße Erkrankungssymptome aufweisen. Die letzteren zeigen sich auch häufig bei Kindern, welche noch aus der Flasche trinken. In beiden Fällen hat alsdann der Gummistoff irgendwelche schädliche Substanz in sich, und es ist daher gut, wenn man weiß, ob Gummiwaaren gesundbeitsnachthellig stnd oder nicht. Unschädliche Gummiwaaren weisen folgende Kennzeichen auf: Erstens schwimmen fie im Wasser, zweitens erweisen sie sich als sehr elastisch, drittens sind sie von weicher Beschaffenheit. Schwarze Sauz» und Warzenhütchen können ebenfalls als der Gesundheit nicht nachtheilig erachtet werden; schwarze Gummipuppen dagegen, falls sie in der Masse gefärbt sind, sinken im Wasser unter, was darauf hindeutet, daß sie Bleioxyd enthalten. Auch alle grauen Gummisachen müßen als verhältnißmäßig schädlich bezeichnet werden, weil sie Zinkoxyd enthalten. Vorsichtige Eltern sollten daher ihren Kindern keine Spielsachen aus grauem Gummi geben- » * * Fruchtsuppe. Man nehme irgend eine frische Frucht und lasse sie so lange im Waffer kochen, bis sie ganz weich geworden ist. Dann lasse man die ganze Masse durch ein Sieb laufen und stelle sie wieder auf das Feuer Jetzt thue man etwas Gewürz, wie Nelken, Stangenzimmt und einige Scheiben Citronen dazu, und Zucker nach Geschmack Hat das Gewürz einige Zeit mit der Masse gekocht, so nehme man es wieder heraus und verdicke die Suppe mit Stärkemehl. Es muß selbstredend so viel Wasser zur Frucht gethan werden, bis das Ganze die Form einer sämigen Suppe annimmt. Vevinischtes. Die Bekehrung der Junggesellen. Am Abend des 21. Januar fand in Wien der bereits einmal angekün- digte, aber infolge zu schwacher Betheiligung unterbliebene Vortrag des Fräuleins Hedwig Georges „über die Bekehrung der Junggesellen" statt. Es hatte sich, wie die „N. Fr. Pr." schreibt, ein zwar nicht zahlreiches, aber äußerst distinguirtes Publikum, bestehend aus mehreren Mädchen, die in Begleitung ihrer Mütter erschienen waren, und einigen Junggesellen, „ die wahrscheinlich das Bedürfniß nach Bekehrung sühlten, eingefunden. Fräulein Georges bat einleitend um Nachsicht für ihren Vortrag, welcher die brennende Tagesfrage des Junggesellen- Clubs und seines Pendants, des Jungfrauen-Clubs, zum Motive habe. Die Junggesellen, sagt die Vortragende, sind nicht principielle Gegner des Heirathens. Nicht Furcht vor dem Pantoffel, nicht Scheu vor Arbeit halten sie hiervon ab; aber eine liebende Gattin, kleine schuldlose Kinder hungern und darben zu sehen, kann der stärkste Mann nicht, der Herz hat. Es ist mehr die liebevolle Sorge des gemüthvollen Mannes, die ihn veranlaßt, dem Junggesellenclub beizutreten, ohne daß er einen Eid leiste, ihm treu zu bleiben Es liege in der Hand der Damen, die Junggesellen zur Fahnenflucht aus ihrem Club zu bewegen, und zwar durch Gründung eines Damenclubs, wonach den Herren Gelegenheit geboten werden solle, ein echtes und rechtes Familienleben kennen zu lernen. Die Damen müssen zur Ueberzeugung gelangen, daß nicht blos Putz und Tand das Leben ausfüllen, sie müssen Kraft und Muth besitzen, zu schaffen, theilzunehmen an den Interessen des Mannes und ihm helfen, die Last des Lebens zu tragen. Die Damen sollen echte deutsche Hausmütterchen werden. Der zu gründende Jungfrauenclub werde wohlthätigen Zwecken dienen. Zweimal wöchentlich sollen Zusammenkünfte stattfinden, einmal mit Ausschluß der Herren. An diesen Abenden sollen Berathungen gepflogen, für arme Kinder geschneidert, genäht und gestrickt werden. Herren können nur auf Empfehlung eingeführt werden. Die Damen sollen sich einfach, sauber gekleidet, mit weißen Schürzchen einfinden. Auf den Tischen summt der Theekessel; Kellner werden nicht zugelassen. Die Herren dürfen nur zwei Glas Bier trinken, für jedes „Ueberbier" müssen sie zehn Kreuzer Strafe zahlen. Es soll kein Klatschabend und kein Klatschkränzchen werden. Dem Zauber, meint Fräulein Georges, wird Niemand widerstehen, es sei denn ein ausgemachter Brummbär. — Die Vortragende, welche aus Deutschland stammt und mit leichtem norddeutschen Accent spricht, schildert in ausführlicher Weise die Vortheile der Ehe und hält es als die größte Glückseligkeit für einen Vater, ein halbes Dutzend kleiner Poiaunen-Engel um sich herumtollen zu sehen. Es sei eine Pflicht für den Staat, in seinem eigenen Interesse ein Gesetz zu erlassen, wonach jeder Junggeselle in einem bestimmten Alter heirathen müsse. Wenn Keiner heirathen würde, dann müßte ja die Weltgeschichte aufhören. „Treten Sie ein in die heiligen Hallen des Jungfrauen-Clubs," apostrophirte Fräulein Georges die noch anwesenden Junggesellen, „und erwärmen Sie sich an dem traulichen Familienbilde!" — Schließlich sprach die Vortragende die Hoffnung aus, daß ihre Joeen auf fruchtbaren Boden gefallen und die gestrengen Richter nicht unbefriedigt von dannen gehen werden. (Beifall.) Was er sich wünscht. Ein Bauer sitzt in einer Wirthschaft und studirt die Anzeigen einer Zeitung. Plötzlich springt er auf und sagt zu einem neben ihm sitzenden Gasten „Dunnerwiär, so 'n Veh deih ick mi auk wünsken!" Dabei zeigte er auf ein Inserat folgenden Wortlautes: „Eine Kuh, welche jeden Tag kalben kann, ist zu verkaufen u. s. w." — „Un wenn se dat bloß alle twee Dage könn, dann wör immer noch en gurt Geschäft dormet to maken," meinte unser Mann vom Lande. Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.