huldvollen Aus« e Schleppe zeigte kerei, welche auch Sine Rivisre von ntendiadem erhob den vierundzwan- erhalten): „Euer t nit in a Geld« wollen Sie denn ;erin: „No mein! imenbetteln, Herr ?anb gekommen; der i Wald und Feld ist ich nach den schützen- tem Gezänk die Bro- n hingcstrcut werden, if den Straßen; wer beim warmen Ösen, id Ohren zn erfrieren. | eine schönsten Blüthen ’ behaglich durchwärm- feemaschine ihre ein- ; ie friedliche Behaglich- i wch eine gute Seetüre, i itgel, aber es ist nicht m Familienvater die Illein darin, etwas zu iedenstellt. Zu solchem ; edcr Familie ein gern Roman von E. Leit;, : geistvolle Verfasserin ans den verschieden- ■ s zugefallen ist, ihre . en Fortsetzungen vor- den, anziehenden Ber- ■; seit einiger Zeit unter amilienblatt sowohl in nnbar ein sehr erfreu- n Vögel! d Feld, hzieht. r Fink, ien: z, h bergen. tadt, natt Plätzchen cbrett; zchen, Fett. schon, ieder, in Lieder! Louis Rolofs. Gießen. Nntevhaltttngsblatt zrrnr Gieszenev Anzeigev (Genevnl-Anzergev) ISS 3. Nr. 12 f 4? ■ MWM W^W 8 PMPM $ h—- KWEÄiMWtz - - \w» BSWiSss «WW^M Samstag, den 28. Januar. Dämon Gold. Original - Roman von W. Höffer. (Fortsetzung). Hans Adam griff in die Brusttasche. »Das brachte er mir, Cilli. Sieh' nur, zwei kleine, einander ganz ähnliche Käfer im Bernstein. Natürlich zum Schmuck für Dich be- stimmt." ,, . Ruth sah von der Gesellschafterin zu ihrem Schwager und von diesem wieder zu dem jungen Mädchen- War das Vorgehen der Beiden eine Verabredung? Cäcilie hatte nichts bemerkt, sie freute sich des zu erwar- tenden Schmuckes und die Stunde verging, ohne irgend eine Erläuterung gebracht zu haben. Nur in einem unbewachten Augenblick fragte Ruth mit bebendem Tone ihren Schwager, wer der Kläger sei. „Doch nicht Liffauer?" Er lächelte sorglos. „Eine Kleinigkeit, Kmd, ein Nichts. Ich regulire die Sache schon morgen in aller Frühe." „War es Liffauer?" beharrte sie. „Freilich. Aber vergiß die ganze Geschichte und sorge, daß Cilli kein Wort erfährt. Fräulein Malten wird ihr nichts mittheilen." , In Ruths sanften Augen flammte em Zornesblitz. „Frau- lein Malten ist--aber gleichviel, Hans, vertraust Du dieser Persönlichkeit noch immer?" „Weshalb denn nicht, Schwesterchen?" „O, Hans," sagte voll innerer Empörung das Mge Mädchen, „bist Du wirklich so ganz blind oder willst Du es nur scheinen?" „Mein Himmel, was ist nun dos wieder? In welcher Beziehung sürchtest Du für mein Augenlicht, Kleine?" Ruth schüttelte den Kopf. „Beobachte diese — Fräulein Malten," antwortete sie. „Verfolge ihr ganzes Treiben, sieh die Blicke, mit denen sie jede Deiner Bewegungen begleitet, den jähen Farbenwechsel, sobald Du nur erscheinst, und dann ziehe Deine Schlüffe selbst." _ Hans Adam lachte, er tätschelte nach ferner Gewohnheit den Kopf de» jungen Mädchens und ging fort, ohne etwas hinzugefügt zu haben. Dem Lakaien gab er noch den Befehl, früh um sieben Uhr den kleinen Wagen vorfahren zu laffen, und dann schlief er ruhig während der ganzen Nacht. Es war noch nicht vollkommen hell, als er am nächsten Morgen, im Bibliothekzimmer stehend, feinen Kaffee trank, «ährend unten vor dem Portal die Pferde ungeduldig mit den Füßen scharrten. Je früher er heute zur Stadt kam, um so eher erhielt er ja die täglich eintreffende Depesche aus Frank- furt; sein Herz schlug schneller und stärker, sobald er an diese Nachrichten nur dachte- „Sehr schlecht!" hieß es schon [eit einer Woche — konnte nicht an jedem neuen Morgen der Draht auch eine andere, heiß ersehnte Botschaft bringen: „Alles vorbei!" Es war doch möglich. Und Leopold Aßmann sollte eine halbe Million hinterlaffen. Hinter dem Schloßherrn öffnete sich geräuschlos eine Thür, und auf der Schwelle stand Fräulein Malten. Im Dämmerlicht des Morgen» war sie erschreckend blaß, ihre Augen lagen tief in den Höhlen. .... £ „ Adele sprach nicht, aber sie erhob die krampfhaft gefalte. ten Hände und fah in Hans Adams erstauntes Gesicht, ohne irgend eine Silbe hervorzubringen. „Fräulein Malten," sagte er endlich. „Sie erschrecken mich: ist irgend etwas Schlimme» geschehen?" Sie schüttelte den Kopf, ein nervöses Zittern ging durch ihren ganzen Körper- „Nichts! Nicht»! Ich bitte nur eine Frage stellen zu dürfen." „Mir? — Dazu gehört doch wahrhaftig keine besondere Srlaubniß, mein Fräulein! Bitte, sprechen Sie ganz ohne Scheu." Sie sah ihm unverwandt in's Auge. „Darf ein Mensch dem andern aus ehrlicher Absicht, Seele zu Seele, sagen, was er denkt, Herr Baron? Der Mensch zum Menschen, ohne Rücksicht auf das äußerliche Beiwerk der Standesunterschiede?" Hans Adam nickte. „Was mich anbetrifft, ja, mein Fräu» lein. Immer und in jeder Beziehung." „Das ist ganz — ganz gewiß?" „Ja." ,',Dann sagen Sie mir, um welche Summe — o, Verzeihung, Herr Baron! Verzeihung!" Hans Adam drehte den Schnurrbart. „Jetzt kommt ein Sparkaffenbuch zum Vorschein," sagte er- „Diese kleine Adele hat Schätze gesammelt." Die Gesellschafterin schüttelte den Kopf- „Ach, e» ist so wenig, so wenig, wenn ich nur wüßte —" „Sie brauchen gar nichts zu wissen, Adele. Ich danke Ihnen ganz so herzlich, als hätte mich Ihre schöne kleine Hand vor dem Abgrund bewahrt; aber annehmen werde ich da» Opfer auf keinen Fall, besonder» da —" „O, Herr Baron, es ist kein Opfer! Ich habe em Erb« theil von tausend Thalern - was soll mir da» Geld? Bitte, bitte, wenn e» ausreichen könnte, um die augenblickliche Sorge zu bannen." , Aber er ließ sich zu Nichts bewegen. — 46 — „Es ist gar keine Sorge vorhanden, Adele. Tausend Dank für Ihre Treue." Dann wollte er sich ihr nähern, aber sie flüchtete in den Hintergrund des Zimmers. „Um der Güte Gottes willen, mißverstehen Sie mich nicht so schrecklich, Herr Baron." Er sandte ihr eine Kußhand. „Wir sprechen uns weiter, Adele. Beunruhigen Sie sich durchaus nicht. Adieu, adieu!" Sie stand am Fenster und sah pochenden Herzens dem Wagen nach, dann breitete sie mit leidenschaftlicher Geberde beide Arme aus. Erst als die Equipage hinter einer Biegung des Weges verschwunden war, schauerte sie, wie plötzlich aus einem seelischen Traum erwachend, zusammen und glitt vorsichtig über die dichten Teppiche, um ihr eigenes Zimmer zu erreichen. Als Hans Adam zum Telegraphenbureau kam, war die gewohnte Depesche aus Frankfurt schon angelangt. „Schlecht, sehr schlecht." So lautete der Bescheid schon seit Wochen. Der ihn gab, war ein vertrauter Freund und von dem Stand der Dinge vollkommen unterrichtet. Hans Adam biß sich auf die Lippen. Er hatte sich in den Gedanken, daß der Kranke jetzt gestorben sein müsse, mit gewohnter optimistischer Auffassung schon derartig hineingelebt, daß es ihm fast wie eine Enttäuschung erschien, als nur das gewohnte: „Sehr schlecht!" ihm entgegensah. Und dann trat ihm das Blut heiß in's Gesicht. Er hoffte sehnlich auf den Tod eines Menschen, der ihn nie beleidigt hatte, ja, den er kaum kannte. Mißmuthig warf er sich wieder in die Polster des Wagens. „Zum Herrn Commerzienrath Ltssauer." Aber dieser Herr war im Augenblick verreist. Die Botschaft fiel wie ein Stein auf das Herz des Barons. Verreist.? — Gerade jetzt, nun es sich um einen Wechselprotest handelte. — Ja, wenn es eine gewöhnliche Klage gewesen wäre, dergleichen läßt sich Monate lang hinausziehen, aber ein Wechsel? Hans Adam fuhr zu allen Denen, die er als Helfer in derartigen Nöthen kannte, aber was er erreichte, war nur ein mehr oder weniger ironisches Achselzucken. Die Spatzen pfiffen von allen Dächern, daß Schloß Moldt binnen Kurzem in andere Hände übergehen werde, es wollte daher Keiner einen Verlust riskiren. Selbst das Angebot von dreißig Procent wurde nicht angenommen. Zuletzt entschloß sich der Baron zum Allerschwersten, er wollte den Pferdehändler aufsuchen und mit diesem eine Vereinbarung treffen, überhaupt von dem Zusammenhang der Dinge ein wenig erfahren. Mußte nicht Mardochai, der Mann mit dem Fuchsgesicht, für den völligen Betrag dem Commerzienrath zunächst haften? Und wann wohl Lissauer den Wechsel an sich gebracht hatte? Schade! Gestern Abend in der Aufregung des Augenblicks war ihm das Datum entgangen. Aber Mardochai würde ja das Alles genau wissen. In den Geschäftsräumen dieses Mannes begegneten ihm fremde Gesichter. Ein Achselzucken beantwortete alle seine Fragen. Schon vor Monaten war Mardochai unter Zurück- laffung bedeutender Schulden flüchtig geworden. „Hatte denn der Herr Baron von dieser Geschichte niemals etwas gehört?" Hans Adam durchschaute jetzt Alles. Lissauer hatte den Wechsel für ein Spottgeld an sich gebracht, um diesen zu verwenden, wenn nach seinen Berechnungen der richtige Augenblick gekommen war. Ein förmlicher Feldzug, eine Belagerung, die Gott weiß welches Ende nehmen konnte. Der, Letzte, den Hans Adam an diesem Tage besuchte, war Willibald. Der junge Bankdirector saß in seinem Bureau und arbeitete mit der langen Pfeife im Munde; er sah aus, wie die gute Stunde selbst. Vor ihm in einem Glas mit Wasser stand auf dem Pult eine Rose, die so sehr ihre Be- stimmung als Liebesbotin zur Schau trug, daneben ein Rahmen mit Miezes Porträt, -über das bei dem Eintritt des Baroru schleunig eine Zeitung geworfen wurde. Willibald streckte beide Hände aus. „Gut, daß Du kommst, Hans. In einer halben Stunde schließe ich das Bureau und wir gehen zusammen in meine Wohnung. Es soll ein bedeutendes Fest gefeiert werden." Der Baron lächelte trotz seiner Unruhe. „Ein Fest?" wiederholte er. „Was ist denn los bei Euch?" „Das will ich Dir sagen, alter Junge. Im Garten stehen drei Fruchtbäume, wie Du weißt, auch hat die Hinterwand des Hauses ein Weinspalier — da wollen wir nun heute ernten. Mieze hat schon einen Kuchen gebacken und Manra von unfern eigenen Johannisbeeren einen sehr annehmbaren Liqueur fabri- zirt. Da wollen wir denn bei festlichem Schmaus den Keller mit Aepfeln und Birnen anfüllen; ich sage Dir, die beiden Frauen sind vor Vergnügen ganz närrisch." Der Baron unterdrückte einen Seufzer. „Wie die Kinder!" sagte er, ohne ein Gefühl des Neides ganz aus seinem Herzen verbannen zu können. „Leider ist mir's vollständig unmöglich, Dich zu begleiten." „Aber weshalb denn, Hans?" „Ich bin nicht in der Stimmung, Feste zu feiern. Mich drückt ein Aerger, der erst gehoben werden muß." „Ein Aerger?" wiederholte WMbald. „Darf man fragen, worin derselbe besteht?" „Ich muß bis übermorgen sechstausend Thaler zur Stelle schaffen und weiß nicht, woher ich sie nehmen soll." Willibald erschrak. „Eine so große Summe!" stammelte er. „Eine Bagatelle, eln Nichts. Aber im Augenblicke kann auch das Fehlen des einzelnen Groschens eine Verlegenheit schaffen." Es entstand eine drückende Pause. Auch Willibalds Gesicht war sehr ernst geworden. „Besäße ich doch das Geld," sagte er endlich. „Mit tausend Freuden wollte ich es Dir vorstrecken." „Das weiß ich ja, alter Junge. Aber solltest Du es mir nicht aus den Mitteln der Bank bewilligen können? Auf kurze Zeit, vielleicht nur auf einige Tage, oder im äußersten Falle auf wenige Wochen." Willibald sah auf. „Ohne Bürgen?" fragte er. „Das allerdings. Aber'ich denke, Schloß Moldt —" Ein Kopsschütteln des Anderen unterbrach den angefangenen Satz. „Es ist ganz unmöglich, Hans, ich sage Dir, ganz unmöglich. Aus eigener Machtvollkommenheit kann ich überhaupt keinem Menschen gegen Depot ein Conto eröffnen, sondern muß bei der Hauptgeschäftsstelle anfragen, und dann be- rathen alle drei Directoren miteinander." „Verwünscht! — Solche Sicherheitscommissäre!" „Kannst Du denn aber keinen Bürgen auftreiben, Hans? Ist da nicht zum Beispiel Erich Wolfram, ein langjähriger Freund, der Dir helfen würde?" Ein heißes Roth trat in das Gesicht des Barons. „Der nicht!" sagte er hastig. „Nein, der nicht!" „Aber laffen wir die ganze Sache, Willibald," fügte er dann hinzu- „Es ist ja beinahe lächerlich, dieser geringen Summe wegen so viele Worte zu verlieren. Ich bin einer der reichsten Leute in der Provinz und laufe von Pontius zu Pilatus, um sechstausend Thaler zu erlangen, Alles nur, weil ein elender Halsabschneider nicht ganz kurze Zeit mehr warten will." „Du hast also Einnahmen in Aussicht, Hans!" „Natürlich. Hunderttausende auch ohne die Erbschaft aus Frankfurt. Da sollte doch das Wetter dreinschlagen, wenn nicht irgendwoher die paar Kröten herbeigeschaft werden könnten." „Hätte ich doch Vermögen! Könnte ich Dir helfen, Hans 1" „Laß es gut sein, Willibald. Ich fahre morgen in die Hauptstadt; da ist man weniger engherzig als an kleinen Orten." „Bist Du beleidigt, Hans?" „Wie sollte ich denn?" lachte der Baron. „Sage Deinen Damen meine besten Empfehlungen, hörst Du?" Der Bankdirector hielt ihn am Arm fest. „Bist Du verklagt, Hans?" flüsterte er, als fei von einem todtwürdigen Verbrechen die Rede. „Nein, ich will es nicht hoffen, Dein Name wäre für immer beschimpft!" — 47 — on. „Sage Deinen Du?" est. „Bist Du ver- >inem todttvürdigrn nicht hoffen, Dein i Bureau und soll ein bedeu« „Ein Fest?" ; Garten stehen >ie Hinterwand in heute ernten, na von unser« Liqueur fabri- aus den Keller >ir, die beiden „Wie die Kin- anz aus seinem ir's vollständig U feiern. Mich aß." „Darf man Haler zur Stelle soll." 1" stammelte er. llugenblicke kann ine Verlegenheit Willibalds Gc- Jetzt lachte Hans Adam in seiner gewohnten Weise. „Du I unkluger Willibald," sagte er- „Das war kostbar. Beschimpft durch eine Klage! Nun, du lieber Gott, dann hätten die Großen des Reiches schwere Lasten zu tragen- Gewiß bin ich verklagt, und die Sache betrifft sogar einen Wechsel." „So daß übermorgen —" „Wenn ich das Geld nicht herbeischaffe, der Coneurs per« fect wird, ja. Aber natürlich treibe ich es auf." „Wo?" forschte der Director. Hans Adam zuckte die Achseln. „Noch weiß ich es nicht. Adieu, Willibald." „ _ _ . „Und Du bist so ruhig, Hans, Du geräthst nicht außer Fassung bei einem so furchtbaren Gedanken?" „Was sollte es mir helfen? Ueberdies möchte tch auch meiner armen Frau gern die Unruhe dieser Tage möglichst ersparen, daher suche ich für mich selbst kaltes Blut zu behalten." , , Er wandte sich zur Thüre, aber Willrbald eilte ihm nach. „Ich kann Dir vielleicht indtrect nützen, Hans. Mag Dein Gläubiger sechs Proeent Verzugszinsen berechnen und um dieses bedeutenden Gewinnes willen Frist geben, dann will ich mit meiner Stellung für Dich bürgen. Daß Mieze und ich nicht zweitaufend Thaler verbrauchen, kannst Du Dir ja denken." Hans Adam drückte ihm die Hand. „Ich danke Dir tausendmal, Willibald, Gott weiß es, ich bin erschüttert bis in's tiefste Herz, aber auch Dein Freundesopfer könnte mich nicht retten. Der Commerzienrath Liffauer verlangt vollständige und sofortige Zahlung." „Liffauer!" rief Willibald. „Lrffauer! Erst gestern wurde durch ihn ein hiesiges Haus zu Sturz gebracht. Auch die Bank erleidet einen Verlust." Der Baron zuckte die Achseln. „Das ist das Gewerbe dieser Leute," versetzte er. „Zunächst ist es darauf abgesehen, Moldt unter den Hammer zu bringen-" „Hilf, Himmel! Aber könntest Du denn nicht Holz verkaufen, Hans? Ist da keine Landstrecke, die sich zu Bauplätzen eignet?" Der Baron schüttelte den Kopf. „Schwerlich!" antwor» tete er, nur um nicht zu gestehen, daß Alles längst verpfändet war, Alles von Hypotheken und Verschreibungsurkunden er» drückt. „Jedenfalls brauchen solche Dinge Zeit und mir sitzt das Messer an der Kehle. Uebermorgen bin ich ruinirt" „O Gott, Hans, sage das nicht! Was meinst Du, soll ich einmal an Deiner Stelle mit Wolfram sprechen? Noch heute fahre ich nach Dornau." „Das thust Du nicht!" rief fast heftig der Baron. „Erich foll kein Wort erfahren. Ich weiß auch mit voller Sicherheit, daß er überhaupt nicht in der Lage ist, mir helfen zu können. Adieu! Adieu!" „ Nun ging der Baron wirklich, und nur als ihm Willibald nachrief: „Ich höre doch wieder von Dir?" — nickte und winkte er noch, ehe stch die Thür hinter ihm schloß. Jetzt mochte der Kutscher nach Moldt zurückfahren; es gab vor» läufig keinen Menschen mehr, mit dem sich über die Sache hätte sprechen lassen. Zu Hause empfingen unruhige Gesichter den Heimkehren- den. Ruth suchte in seinen Zügen zu lesen, ebenso Adele; die Baronin sprach sogar ihre Befürchtungen offen aus. „Etwas geht vor, Hans, Du täuschest mich nicht- Was ist es?" Er verstand es meisterhaft, mit dem gelaffensten Lächeln eine Unwahrheit zu sagen, aber Cäcilie glaubte diesmal seinen Versicherungen nicht. „Hat der Baron irgend etwas erzählt oder erfuhren Sie sonst, was hier getuschelt wird, liebe Adele ?" Frau. „Das ist Zufall," sagte sie hastig. , gegen Sie." (Fortsetzung folgt) endlich. „Mit II lltest Du es mir men? Auf kurze i äußersten Falle :agte er. >ß Moldt -" h den angefange- h fage Dir, ganz t kann ich über- No eröffnen, fönen, und dann be- niffäre!" «streiken, Hans? ein langjähriger es Barons. „Der Wald," fügte er i, dieser geringen n. Ich bin einer e von Pontius zu t, Alles nur, weil Zeit mehr warten Hans!" die Erbschaft aus reinschlagen, wenn st werden könnten." vir helfen, Hans I" hre morgen in die ig als an kleinen Eine Methode schmerzloser Operation ohne allgemeine Betäubung?) Bon Dr. Fr. Hauser. (Nachdruck verboten.) Wenn die moderne Chirurgie in dem letzten Halbjahrhundert zu Fortschritten gediehen ist, die unseren Vätern unmöglich schienen; wenn heute ein junger Chirurg von unbe- deutender Erfahrung sorglos Operationen ausführen darf, vor deren Schwere früher die weisesten und feinsten Heilkünstler entsetzt zurückgebebt wären, so dankt sie diesen Aufschwung ausschließlich zwei Erfindungen, der Erfindung der „allgemeinen Anästhesie", d. h. der Versetzung des ganzen Körpers in einen Zustand, in dem keine Empfindung, namentlich kein Schmerz, mehr zum Bewußtsein gelangt, und zweitens der Erfindung der Antisepsis, d. h. der Ausbildung jener Methoden, welche den Ausschluß aller krankheitserregenden Keime (Mikroparastten) von der Wunde erstreben. Die erste Metvode machte den Arzt unabhängig von dem Schmerze des Patienten; keine Abwehrbewegung, kein Schmer- zensschrei hinderte mehr seine Hand oder trübte ihm die nöthige Seelenruhe. , _ L Die Erfindung der Antisepsis wieder erschloß der Chirurgie ungeahnte neue Gebiete. Eingriffe, die man heute ohne Scheu unternimmt, waren in der vorantiseptischen Zeit beinahe qualt- ficirter Mord. Eine Operation in der Bauchhöhle, im Gehirn, vor fünfzig Jahren fast undenkbar, sind heutzutage kaum so gefährlich, wie damals etwa eine Fingeramputation. Die complicirten und kostspieligen Operations- und Verbandmethoden. mit deren Veröffentlichung der geniale Lister die antiseptische Aera einleitete, haben — das Beffere ist der Feind des Guten — unendlich viel einfacheren und billigeren Methoden Platz machen müssen. Robert Kochs und seiner Schüler Forschungen haben die Alleinherrschaft des Carbols und Sublimat» erschüttert; man operirt heute nicht mehr antiseptisch (indem man sich bemüht, vorhandene Krankheitskeime während der Operation zu zerstören), sondern wo möglich aseptisch (indem man Mes, was mit der Wunde in Berührung kommen wird, vor der Operation von Keimen befreit, sterilisirt); und dies bewirkt man fast ausschließlich durch — fozusagen — ein uraltes Hausmittel, durch heißes Wasser und strömenden Wasserdampf. Diese Veränderung der Methode war eine Nolhwendig- keit geworden, denn Carbol, Sublimat und ihre Aehnlichen sind starkwirkende Gifte, die unter Umständen Arzt und Kranken schwer schädigen können. . Ganz aus demselben Grunde suchte man von Anfang an ein Ersatzmittel für das Chloroform. Auch dieser Stoff ist ein Gift, auch die Narkose nichts Anderes als eine vorübergehende Vergiftung. Vorübergehend — meistens! Aber nicht gar so selten ereigneten sich Todesfälle in der Narkose. So versuchte man es denn immer und immer wieder, an die Stelle der so gefährlichen allgemeinen die örtliche Anästhesie zu setzen. Es gelang in der That, ganz kleine Eingriffe, die nur einen oder wenige Schnitte in die Haut nöthig machten, durch Zerstäubung von Aether auf die Haut, also durch Erzeugung einer starken Abkühlung fast schmerzlos auszuführen. Aber bei größeren Operationen versagte dies Mittel begreiflicherweise ganz. Einen Schritt näher kam man dem Ziele, als vor einigen Jahren das Cocain in die ärztliche Praxis aufgenommen wurde, ein aus der füdamertkanifchen Coca-Pflanze hergestelltes fragte sie später die Gesellschafterin. „Kein Wort, gnädige Frau " „Hat Ihnen Ruth nichts mitgetheilt?" Ein gehässiger Zug erschien in den Mundwinkeln der Gesellschafterin. „Fräulein Ruth spricht mit mir nie ein Wort, Frau Baronin." Dunkle Gluth überflog das leidende Antlitz der jungen *) Obenstehende allgemein interessirende Abhandlung entnehmen wir dem soeben erschienenen ersten Hefte der Salon-Ausgabe der bannten illustrirten Familienzeitschrift „Zur Guten Stunde (Berün W57, Deutsches Verlagshaus Bong & Co.), deren Vorzüge - reicher , mte- ressanter Inhalt, prächtige, meist buntfarbige Illustration-^ und fabelhaft billiger Preis, - wir schon oft unfern Lesern zu schildern m der ..... ... , 8aqe waren. Wir können ein Abonnement auf diese tm besten Sinne Ruth hat nichts des Wortes populäre Zeitschrift, die eine wahrhaft unübertreffliche Quelle ' ' 1 ) I der Belehrung darstellt, aus's Wärmste empfehlen. - 48 - V-vinischtes Redaktion: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Ungesunde Zimmerwärrne. Wer die Zimmer« wärme über 15 Grad erhöht, wird bald bemerken, daß sein Wärmebedürsniß sich stets steigert und werden ihm bald 17, ja 20 Grad nicht mehr genügen. Der Grund ist folgender : Bei andauernd starkem Heizen trocknen die Wände, sowie bte im Zimmer befindlichen Gegenstände aus. Je mehr sie die Feuchtigkeit verlieren, um so mehr saugt die trockene Lust bte Feuchtigkeit ba auf, wo sie bieselbe fast nur noch allein findet, nämlich beim Menschen. Die unmetkliche Ausdünstung der Haut und der Lunge wird gesteigert. Da nun die Verdunstung von Feuchtigkeit uns viel Wärme entzieht, fo wird durch bte steigert: bei Ofen erscheint uns bann als ber beste Freund, ist aber in Wirklichkeit unser ärgster Feinb, benn in ber er« höhten Zimmerwärme bunsten auch alle anberen Gegenstände mehr aus und bis Luft wirb verschlechtert. In ber warmen Luft athmen wir unser nothwenbigstes Lebensbebürfniß, ben Sauerstoff, weniger ein, ber Stoffwechsel wirb langsamer und geringer, ber Appetit minbert sich, es tritt mürrische Stimmung ein, ber Schlaf wirb kurz unb unruhig, alle Verrichtungen laffen zu wünschen übrig. Da haben wir ba» betrubenbe Bud ber meisten Menschen im Winter. Nur Diejenigen, bie threm Ofen niemals gestatten, bie Luft über 15 Grab zu erwärmen, stnb biesem Leiben nicht unterlegen. Hafermehl als Nahrungsmittel. Weithin tst bte Ansicht verbreitet, Hafer ober vielmehr Hafermehl, wie e» auf dem Lande hergestellt wird, sei als Nahrungsmittel nur für die schwere Arbeit verrichtenden Klassen verwendbar. Dies trifft allerdings beim Haferbrei zu, da schon ein guter Appetit dazu gehört, um nicht nach ein paar Löffeln des dicken, schwarzen Breies ein Gefühl von Sattheit zu bekommen. Als Suppe zubereitet, gibt das Hafermehl nicht allein ein leicht verdauliches und sehr nahrhaftes, sondern auch äußerst wohlschmeckendes und feines Gericht- Eine Obertasse Hafermehl wird in einem Stückchen Butter gelb geröstet, mit dem nöthtgen Wasser, ungefähr zwei Liter, abgelöscht und aufgesW, eme Stunde tüchtig gekocht, gibt es eine Suppe für sechs Personen und ist besonders für Schwache, Magenkranke sehr zu empfehlen. Seltsame Vermuthung. Sonntagsjäger: „Heut geh' ich aber nicht auf die Jagd; den ganzen Morgen habe ich schon Unglück gehabt!" - Frau: „Da wirst Du vielleicht grab' was treffen!" Der wird gut. Onkel: „Nun, was hast Du mit dem Groschen gemacht, den ich Dir schenkte? Natürlich vernascht! — Der achtjährige Emil: „Bewahre, lieber Onkel, dafür habe Präparat, da», in concentrirten Lösungen auf Schleimhäute gebracht, dieselben vollständig unempfindlich macht. Das Mittel fand besonders 'in der Augenheilkunde sowie bei Operationen in Nase und Kehlkopf ausgedehnte Anwendung. Es gestattet beifpielsweise, große Geschwülste au» dem Kehlkopfe ohne Belästigung des Patienten zu entfernen. Das Mittel wirkt durch Lähmung der Nervenendigungen in den damit bestri-benen Schleimhäuten, die durch ihre zarte Bedeckung Arzneistoffe leicht aufnehmen. Die unvergleichlich derbere Haut aber nimmt durch ihre dicke Horndecke kein Mittel auf, und so kam man auf den Gedanken, das Cocain unter die Haut zu spritzen. Die Methode hatte aber zwei schwere Fehler- Erstens einmal war sie unzuverlässig: sie wirkte nicht immer gleich energisch und dann war bei Anwendung so starker Concentra- vull uvtlvyv.a — , ... . „ ttonen der Cocainlösung sehr schnell, schon mit einer kleinen gesteigerte Ofenwärme allmälig auch das Wärmebedürsniß ge Spritze (ein Cubikcentimeter), die Giftdosis des Cocains er« - - - • * r* reicht, so daß man von vornherein auf die Anwendung der „localen Anästhesie" bei größeren Operationen verzichten mußte- Beide geschilderten Fehler hat die Consequenz eines der jüngeren Berliner Chirurgen zu beseitigen gewußt und eine Methode der „localen Anästhesie" geschaffen, die thatsäch« lich berufen erscheint, in Zukunft die Anwendung des gefähr« lichen Chloroforms und anderer allgemein anästhesirender Stoffe auf ein Mindestmaß zu beschränken- Ausgehend von der in neuester Zeit gemachten Erfahrung, daß es viele Stoffe gibt, welche die paradoxe Eigenschaft haben, unter die Haut gespritzt, zwar heftige Schmerzen zu er« | regen, aber gleichzeitig die betroffene Stelle unempfindlich zu machen, bie sogenannten „Anaesthetica dolorosa“ (schmerz« erregenbe Schmerzstiller), suchte vr. Karl Ludwig Sch l e i ch die Wirkungsweise de» Cocains, wenn es unter die Haut gespritzt wird (subcutan injicirt), zu erforschen und fand folgende bemerkenswerthe Thatsachen: Die fchmerzhindernde Wirkung der bisher geübten Cocain« Einspritzungen unter die Haut beruht auf absolut anderen Ursachen al» diejenige auf Schleimhäute- Handelt es sich hier nur um chemische Emflüsse, indem das in den Stoffwechsel aufgenommene Cocain von der Blut- und Lymphbahn aus in die Nervenendigungen einbringt unb sie lähmt, so handelt es sich bei ber Einspritzung zum großen Theil um mechanische Einflüsse unb zwar um Einflüsse des Drucks unb der Temperatur. Jnbem die — kalte — Flüssigkeit unter dem sehr hohen Drucke bes Spritzenstempels in bie Gewebe gepreßt wirb, weicht bas Blut unb bie Lymphe nach Orten geringeren Druckes aus: bas Gewebe wirb blutleer. Aber bie Gewebssäfte ernähren bie Nervenendigungen, deren Nahrungszufuhr hört auf, und fast momentan unterbricht sich auch ihre Function- Daß es sich wirklich um rein mechanische, nicht um chemische, specifisch dem Cocain zukommende Wirkungen handelt, konnte Dr. Schleich damit beweisen, daß er dieselben Erscheinungen bei Einspritzung beliebiger anderer Flüssigkeiten nachwies. Thoin- und Coffein-, Zucker- unb Salzlösungen ber verschiebensten Concentration, ja selbst bas absolut reine, bestillirte Wasser erzeugten in ber Haut ganz gleichmäßig vollkommene Unempfinblichkeit. Hierin lag ohne Weiteres bie Möglichkeit, ben zweiten jener derben Fehler auszuschalten. Man konnte jetzt statt bes giftigen Cocain einen ungiftigen Stoff wählen ober ba» Cocain in einer Verbünmmg, bie es ungefährlich machte. Bei ber Durchp obung ber verschiedensten Substanzen hat sich denn schließlich doch aus Gründen, deren Aufzählung zu weit führen dürfte, bas Cocain als ba» zweckmäßigste Drittel erwiesen- Aber wenn es früher in einer Lösung von fünf bis zehn auf hunbert anqewenbet würbe, so erreicht man jetzt absolut sichere Wirkung schon mit einer Lösung von eins auf fünftaufenb bis zehntausenb, also mit einer 250 bis lOOOmal schwächeren Lösung Auch bett anderen, obenerwähnten Uebelstanb wußte Dr. Schleich auszuschalten. (Schluß folgt.) Gsm Stt-nntzige». ich mich rasiren lassen!" ♦ Vom Bücherleihen. „Ich verborge niemals meine Bücher!" - „Man gibt sie Ihnen wahrscheinlich nicht zurück?" — „Sehr richtig. Unb bas ist nicht schwer zu erklären. Denn es ist viel leichter, bie Bücher zu behalten, alt bas, was barin steht." ♦ Erfrischung. Mutter (zu ihrem aus betn Manöver heimkehrenben Sohn): „Nun, mein Junge, sollst Du für aue Strapazen entschädigt werden; was willst Du denn zunächst für eine Erfrischung haben?" — Sohn: „Ich bitte vor Allem um Jnsectenpulver I"