itt von Bul- Tagblatt" fieber Prinzessin on Bulgarien, menen Wunder- aus grau »lila unem Sammet, iner Chemisette der sehr dünn, den reizendsten eine Erfindung amigen Gewebe nur ganz glatt ■ wer war. Nach ist aus grauem m Federn besetzt :, mit Einsätzen rlls aus gelbem t. Die Aermel X6 mit gelbem diese Toilette; i gelbem Atlas, Die zweite Sets licht Himmel- Taille griechisch Guipure. Als neu besetzt. Ein des Kleides und :oh mit mehreren >tte. Die „Gar- eben. Das Kleid ton mit Einsätzen Unterkleid aus uzender Einfach- tte, regenbM- Zwei Toiletten sir-Costüm aus n Streisen und Seidenmousseline. : i, reich drapirte ehr originell ist hr-Thee. Dar ergrünem Atlar, mehrere Perlen- ure Aermel aur n. Eine große Zeichnung. Das > am Ausschnitt. , Toilette zu erber vollkommen Der Devant ist ibeen in Rokoko- Sie füttern Ihre : „Ja, ich wstl ebein legtl" raterkassier (zu großartige Er- t, was uns dar stecht aus! rengtl“ — A-- — B.: „Nein! Nr. 47. TL W ISO 3 i q. '■ ; " Samstag, den 22. April. B Armgard, selber mit einer Ohnmacht ringend, nicht im Stande war, ihr zu Hilfe zu kommen, sondern, sich wankend an der Lehne des Sessels haltend, mit entsetztem Blick in den Garten hinausstarrte, wo in der That Julius Steindorf sich befand. Latte die Kranke gefiebert ober eine gräßliche Wahrheit ausgesprochen? — Das Letztere brängte sich ihr gewaltsam auf, ba Tante Hanna ihren Namen unb damit die Erinnerung wiedergefunden beim Anblick jenes Mannes, dem sie sich ver. l06t Eü!e tödtliche Angst überfiel fie, in ihrem Gehirn schien eine tobende Blutwelle wie ein Sturm zu brausen und zu rauschen, sie sah nur noch undeutlich, wie Steindorf mit einem Gartenarbeiter sprach und sank mit einem wilden Aufschrei bewußtlos nieder. , In diesem Augenblick trat die Wärterin, welche den Schrei draußen gehört, erschreckt ein. Ohne eine Ahnung dessen, was geschehen, klingelte sie um Hilfe, worauf die andere Wärterin herbei eilte, mit deren Beistand Tante Hanna «ft Bett geschafft und Armgard in den Lehnstuhl gehoben wurde. Dann riefen sie den Arzt, welcher der Wärterin einen Verweis wegen des eigenmächtigen Verlassens der ihrer Obhut anvertrauten Kranken ertheilte und Armgard durch belebende Mittel rasch wieder zum Bewußtsein brachte. , ,Bringen Sie der Dame ein Glas Wem!" befahl er sodann, sich an Tante Hannas Lager begebend,^wo die Sache, wie er sagte, schlimmer aussah, da er einen Schlaganfall 6e- fürchtete. Zum Glück bewahrheitete sich dieses nicht, auch Tante Hanna kam wieder ins Leben zurück und begann zu seinem Erstaunen sofort damit, ihre Augen unruhig umherwandern zu lassen, ihn dann mit einem seltsamen Ausdruck anzuschauen und die Frage an ihn zu richten, ob sie lange geschlafen habe? „Nein," versetzte der Arzt, „Sie waren ein wenig ohnmächtig geworden, Tante Hanna, Sie und Fräulein Holten, welche sich gerade bei Ihnen befand und auch noch recht schwach zu schein scheint- Vielleicht haben die Blumen einen zu starken Duft für Ihre Nerven." Die Kranke sah unruhig vor sich hin. r M habe geträumt," sprach sie leise, „sah den schrecklichen Mann mit der Maske und wußte auch seinen Namen. Nun ist Alles wieder dunkel in meinem Kopfe. „Ja, Tante Hanna, Sie haben sicherlich geträumt, beruhigte sie der Arzt, „und müssen letzt Wen" Die Wärterin mußte ihr ein Getränk mischen, das sie willig nahm und dann wie ein gehorsames Kind die Augen ^^Ärmgard Holten saß in dem hohen Lehnstuhl und sah und Tante Hannas Geheimniß Original-Roman von E. v. Linden. (Fortsetzung). Die Aerzte hatten die Beobachtung gemacht, daß die frische Luft und der Anblick der Blumen in jeder Hinsicht belebend auf die Kranke einwirkten und sich deshalb veranlaßt gesehen, dieses Hellmittel bei dem anhaltend sonnigen Wetter in unbeschränktester Weise anzuwenden. Armgard trat mit freundlichem Kopfnicken gegen die Wärterin rasch zu Tante Hanna, die ihr langsam das bleiche Gesicht zuwandte unb sie forschend anbltckte- „Grüß' Gott, Tantchen," sagte sie, sich zu der kleinen Gestalt in dem hohen Lehnstuhl niederbeugend und ihre Stirn küssend, „hier ist's schön und stillbehaglich bei Ihnen." Die Greisin lächelte ihr zu und schien sich auf ihren Namen zu besinnen. „Bleiben Sie eine Weile, Fräulein?" fragte die Wärterin. „Ich habe etwas zu besorgen." „Gehen Sie nur, meine Siebe, Tante Hanna ist gut bet mir aufgehoben " Die Wärterin verließ das Zimmer. „Nun, Tantchen," fuhr Armgard, die Hand der Kranken zärtlich streichelnd, fort, „strengen Sie Ihre Gedanken an, wer bin ich?" Die Greisin tastete sich unruhig über die Stirn, blickte sie wiederholt an und sagte traurig: „Ich kenne das Gesicht, ja, ja, ach, Du bist die gute Arm-, nein, nun schiebt sich wieder etwas vor." „ „Doch, Tantchen, Sie sind auf dem rechten Wege, nur weiter. Sie sagten Arm—" „Es ist ja zu, Kind — die Namen sind mir verschlossen, — ich kenne ja auch den schrecklichen Mann, aber seinen Namen weiß ich nicht mehr." „Welchen schrecklichen Mann, Tante Hanna?" ftagte Armgard forschend. „Tante Hanna bin ich, — den Namen weiß ich, — aber den andern, — es war im Feuer, ich sah's ja deutlich. — Sieh', da, da," setzte sie plötzlich, sich mit unnatürlicher Kraft erhebend, fast kreischend hinzu, indem sie mit dem Zeigefinger der Rechten in den Garten hinausbeutete, „dort geht er, der schreckliche Mann mit der Maske, welcher mit dem Hammer mich traf, sieh' hin, Armgard Hotten, — es ist der Mensch, ro&r Dich verrieth, — Julius Steinborfl" Sie sank mit einem Seufzer ohnmächtig zurück, während 186 HU] Von der vorletzten Station her näherte sich ein Bauern» Gespann dem Gute Edenheim. Ein Herr saß neben dem Knecht, welcher ihn fuhr. Eine Viertelstunde von dem Herren- Hause entfernt ließ der Herr halten, gab dem Knechte ein Trinkgeld und schritt zu Fuß seinem Ziele zu, während der Wagen wieder nach Hause fuhr. Der Fremde ging auf Umwegen näher und fragte einen daherkommenden Arbeiter, ob die Herrschaft daheim sei. „Das Fräulein ist nach der Stadt." „Dann ist der Herr Steindorf vielleicht anwesend? „Nee, der war schon da, ist aber vor zwei oder drei Stunden auch nach der Stadt geritten." „Mit dem Fräulein?" hervor. Auch Armgard war noch bläffer geworden, ihr Gesicht glich einer Todtenmaske, während ein eisiger Schauer durch ihre Adern rieselte. » „Sie wollen meinen Wunsch nicht erfüllen?" fragte sie mit Anstrengung. „Fürchten Sie vielleicht einen rothen Strich?" „Verdammt sei dieses Wort," knirschte er, die Hand wie zum Schlage erhebend. Dann lachte er laut auf. „In diesem Hause scheint Ihr Verstand gelitten zu haben, meine Theuerste! erstaunt als unruhig. „Ich finde, daß der Kinnbart Sie ganz abscheulich entstellt," fuhr sie rasch, mit fester Stimme fort, „und bitte Sie, denselben mit dieser scharfen Scheere sofort wegzuschneiden." Steindorf, der eher auf alles Andere als auf ein solches Ansinnen gefaßt war, wurde bleich bis an die Lippen und trat dann mit einer drohenden Bewegung auf sie zu. „Das ist einfach Tyllheit, mein Fräulein I" stieß er heftig hörte Alles wie im Traum, bis der Arzt sich wieder zu ihr wandte. „Fühlen Sie sich gestärkt genug, mein Fräulein, das Zimmer zu verlassen?" fragte er, besorgt ihren Puls fühlend. „Herr Steindorf ist unten," meldete ein Mädchen, „er läßt anfragen, ob Fräulein Holten wieder wohl genug fei, mit ihm nach ihrem Haufe zurückzukehren." Armgard blickte den Arzt an. „Ich fühle mich noch zu schwach dazu," sagte sie, „möchte aber einige Worte mit Herrn Steindorf sprechen. Haben Sie vielleicht auf fünf Minuten ein Zimmer disponibel, Herr Doctor?" „Ich biete Ihnen das meinige an, gnädiges FräuleinI' versetzte der Arzt, achtungsvoll ihr seinen Arm reichend, welchen sie, sich rasch erhebend, ohne Zögern annahm und mit ihm das Krankenzimmer verließ. „Ich werde jetzt Herrn Steindorf, den ich vom Ansehen kenne, selbst benachrichtigen und hierher bringen," fetzte der gefällige Arzt, sich verbeugend, hinzu, indem er seine Zimmer- thür öffnete und sie mit einer höflichen Bewegung zum Eintreten einlud. Armgard raffte jetzt ihren ganzen Muth zusammen, um den Anblick des Entsetzlichen zu ertragen. Sie erwog bei sich, daß es strafbar sei, das Wort einer geistig Gestörten ohne Weiteres für Wahrheit zu halten und war entschlossen, sich jetzt die Gewißheit zu verschaffen um jeden Preis. Ein Plan war wie ein Blitzstrahl durch ihr Gehirn geschossen, und dann? — Wenn Tante Hanna wahr gesprochen, sollte sie ihn dem Richter überliefern? — Sie hatte keine Zeit mehr, sich diese furchtbare Frage zu beantworten, da im selben Augenblick geklopft wurde und Julius Steindorf eintrat. Armgard wollte sich entschlossen aufrichten, doch zitterten | ihre Kniee so heftig, daß sie sich wankend aufs Sopha niederlassen mußte. „Theuerste!" rief Steindorf, auf sie zueilend und sofort vor ihr auf die Kniee niedersinkend. „Ist es denn wahr, was jener Doctor mir gesagt? Kann es möglich sein, daß Deine Hand das Abscheuliche niedergeschrieben, was uns trennen und mich vernichten soll?" Diese theatralischen Worte beseitigten Armgards Furcht und Schwäche und erfüllten sie mit Widerwillen und Abscheu. „Stehen Sie auf, mein Herr!" sprach sie kalt. „Ich habe mit Ihnen nur wenige Worte zu reden." Ueberrascht erhob er sich, ein unruhiges Gefühl überkam ihn und stechend hefteten sich seine Augen auf ihr bleiches Antlitz, das in diesem Moment den früheren Ausdruck ruhiger Entschlossenheit und Würde wieder erhalten hatte- Sie senkte den Blick und bemerkte auf dem vor ihr stehenden Tisch eine spiegelblanke Scheere, welche einer daneben liegenden Verbandtasche entnommen zu sein schien. „Zuerst möchte ich Sie bitten," begann sie, die Scheere ergreifend, „mir einen krankhaften Wunsch, eine Laune oder Grille, wie Sie es nennen mögen, zu erfüllen." „Von Herzen gern, theuerste Armgard," erwiderte er mehr Steindorf hatte den Arzt benachrichtigt, daß Fräulein Holten seiner bedürfe und sich dann mit ernstem Antlitz und der gewohnten eleganten Haltung ohne Eile entfernt. Als er jedoch aus dem Bereich des Krankenhauses war, beschleunigte \ ec seine Schritte, um nach dem Holten'schen Hause zurückzu- gelangen, wo Stallung genug für sein Pferd sich befand. „Haben der Herr das Fräulein gefunden?" fragte bte alte Frau Lorenz, welche ihm mitgetheilt, wohin Armgard sich wahrscheinlich begeben habe. „Ja, sie ist noch im Krankenhause," erwiderte er, „war unwohl geworden." Der alte Hausmeister mußte sem Pferd vorfuhren, während er eiligst ein Glas Wein trank, dann einen Blick auf seine Uhr warf und fortritt. „Der Herr Steindorf hat's za schrecklich eilig," meinte der Alte, „was mag denn passtrt sein?" „Unser armes Fräulein ist unwohl geworden, weshalb I ging sie auch nach dem Krankenhause? — Mußt Dich doch erkundigen, Vater!" ,r. , , „Ei, Du lieber Gott, da will ich ia gleich hingehen," ries der Alte erschrocken, „gib mir meine Mütze, Mütterchen!" Er ging nach dem Krankenhause, wo ihm die niederschmetternde Mittheilung wurde, daß Fräulein Holten gesähr- lich erkrankt und an eine Uebersiedelung nach ihrem Hause I oder gar nach Edenheim gar nicht zu denken sei. Während Steindorf sein Pferd zu einer so rasenden Eile anzutreiben suchte, daß die auf der Landstraße ihm begegnenden Leute entsetzt zur Seite wichen, als stürme der leibhaftige Gottseibeiuns an ihnen vorüber, brauste ein Bahnzug heran, welcher sein Verderben mit sich führte. Er ließ, um sich und dem schaumbedeckten Thiere einige Augenblicke Erholung zu gönnen, dasselbe in Schritt fallen, zog die Uhr und starrte erschreckt auf den Zeiger. „Der Zug muß bei der vorletzten Station sein, murmelte er mit einem tiefen Athemzug und horchte dann aufmerksam nach einem fernen Ton. Richtig, sein geschärftes Ohr ; vernahm das Klappern der Räder, jenen eigenthümlichen Klang, welcher bald lauter, bald leiser aus weitester Ferne sich schon bemerkbar macht. Der Zug fuhr der Stadt zu, hatte sonnt : die letzte Station bereits hinter sich. „Bah," murmelte Stein- dorf wieder, sich die Stirn trocknend, „der fährt nach der > Stadt und der Andere —" , Er versetzte dem Roß einen so heftigen Schlag, daß er einen Seitensprung machte und dann wie toll davon stürmte. Sie find kränker, als Sie selber es ahnen. Ich will den Arzt benachrichtigen." ,, L „Noch ein Wort!" gebot Armgard, sich erhebend. „Ich will Ihre Anklägerin nicht werden. Doch hüten Sie sich, Tante Hanna hat ihr Gedächtniß wieder erlangt und wird den Namen des Mörders und Diebes nennen, welcher in jener Gewitternacht sie mit einem Hammer niedergeschlagen hat. Ich will nicht fragen, wer den Mann und das Kind im Hohlwege erschossen und das Attentat im Gebirge — Sie brach ab und starrte ihn an, wie er mit erdfahlem, verzerrtem Gesicht beide Hände gegen sie ballte und sich der Thür zuwandte. Dann sah sie nichts mehr, da ihr Bewußtsein geschwunden war. * Itt den Arzt send. „Ich t Sie sich, »d wird den in jener Gern hat. Ich .m Hohlwege t erdfahlem, mb sich der ihr Bewußt- raß Fräulein l Antlitz und itnt. Als er beschleunigte mse zurückzu- । befand. ?" fragte die Armgard sich rte er, „war erführen, wähnen Blick auf eilig," meinte rden, weshalb tufct Dich doch hingehen," rief iutterchen!" ,m die nieder- Holten gefähr- ) ihrem Hause ei. o rasenden Eile hm begegnenden der leibhaftige Sahnzug heran, i Thiere einige Schritt sallen, rer. an sein," mur- chte dann aus- geschärftes Ohr SldH0r Ferne sich sch°" zu, hatte samt murmelte Stein- fährt nach der Schlag, daß e$ davon stürmte. ich ein Bauernsaß neben dem >on dem Herren- rem Knechte ein u, während der und fragte einen »aheim fei- anwesend?" zwei oder drei „Nee, ohne das Fräulein." Der Herr dankte und ging jetzt geradewegs auf das Herrenhaus zu, wo er eine Unterredung mit Mamsell Evers hatte. „Wenn Sie warten wollen," bemerkte sie schließlich, „so können Sie so lange in's Wohnzimmer treten, das Fräulein muß doch endlich zurückkommen." „Und dann wird Herr Steindorf sie jedenfalls heraus» begleiten —" „Na, das wird er sich wohl nicht nehmen lasten." „Dann werde ich mir erlauben, so lange in den Garten zu gehen," sagte der Fremde höflich. „Wie Sie wünschen, mein Herr! — Gehen Sie nur links um jene Ecke, dort finden Sie eine offene Pforte. Herr Stetn- dorf wird sicherlich mit hierherkommen," setzte sie hinzu, „er hat ja unser bestes Pferd genommen, das er wohl halb zu Tode gehetzt hat. Der Gärtner hat ihm vom Thurme aus nachgeschaut." Sie schwieg plötzlich und ärgerte sich, daß ihr der Groll so unvorsichtig die Zunge gelöst hatte. Der Fremde verzog keine Miene, er schlenderte langsam um die bezeichnete Ecke und betrat den schönen, in musterhafter Ordnung gehaltenen Garten, wo er den alten Gärtner noch beim Begießen fand. Mit freundlichem Gruße machte er die geistreiche Bemerkung, daß der Abend wundervoll sei. Der Gärtner nickte und sah ihn von der Seite an. „Ich erwarte Ihre Herrschaft," setzte der Fremde, stehen bleibend, hinzu. „So, so, ja, unser Fräulein bleibt lange aus, ist sonst nicht ihre Art." „Der Herr Bräutigam wird sie zurückhalten," meinte der Fremde lächelnd, „eine Verlobung ändert viele Gewohnheiten. Herr Steindorf wird doch mit zurückkommen, hoffe ich, da ich seinetwegen warte." „So, so, ja, er hatte es eilig, aber der Fuchs kann's aushalten, war übrigens nicht nöthig, die Peitsche so arg zu brauchen." „Na, Ihr wißt, alter Freund, die Sehnsucht nach der Braut —" „So, so, mag sein," fiel der Gärtner ihm in's Wort, „der Arbeits-Gaul, der den Herrn von der Station herbrachte, hatte es besser, weil der Herr keine Sporen trug, sind ihm hier erst angeschnallt worden. Aber der Fuchs that mir leid, — er ließ ihn bärenmäßig ausgreifen." „Gibt's hier im Garten nicht einen Platz, wo man einen freien Ausblick nach der Landstraße hat?" fragte der Fremde plötzlich. „Einen freien Ausblick, so, so, will den Herrn nach unferm Thurm führen, das Fräulein nennt ihn ihren Wartthurm. Da kann man weit hinaus in's Land schauen." Er schritt voran nach einer von dichten Bosquetts um» flebenen Anhöhe, worauf sich ein zierlicher Thurm gleich einer Sternwarte erhob. „Der Schlüssel steckt im Schloß, gehen der Herr nur die Wendeltreppe hinauf bis oben hin. Die kleine Stube ist verschlossen, betritt Niemand als das Fräulein —" „Und der Bräutigam," ergänzte der Fremde. „So, so, Herr Steindorf war noch nicht in der Thurmstube," antwortete der alte Gärtner mit einem unwilligen Blick. „Ich weiß das bestimmt." „Gut, gut, alter Freund, geht mich ja auch gar nichts an." Der Gärtner ging mit einem mürrischen: „So, so," der Fremde aber trat lächelnd in den Thurm und stieg mit leichten, raschen Schritten die steile Wendeltreppe hinauf. „Ah, vortrefflich," sagte er unwillkürlich, als er oben auf der Zinne stand und den Blick ungehindert umherschweifen ließ. Dann orientirte er sich rasch und schaute unverwandt in die Richtung hinaus, von welcher die Chaussee nach Moorkirch führte. Plötzlich zog er einen kleinen Feldstecher aus der Tasche, um schärfer hinzublicken. Ein schwarzer Punkt, welcher sich im verblassenden Abendlicht gleichsam am Horizont abhob, fesselte seine Aufmerksamkeit. Der Punkt wurde größer und größer, er näherte sich also, doch vermochte er noch nicht zu unterscheiden, was es eigentlich war, ein Wagen oder ein Reiter. Jetzt veränderte der große bewegliche Punkt feine Richtung, er bog links ab- „Ah," murmelte der Mann auf dem Thurm, „es ist ein Reiter, der soeben über einen Graben setzte, um einen Richt- weq über's Feld einzuschlagen. Er kommt hierher, allein, desto besser, kein Zweifel mehr, — er ist's! — Der Fuchs ist hin, ein Teufelskerl von Reiter I" Mit dieser halblauten Anerkennung schob der Fremde ge- müthlich seinen Feldstecher zusammen, steckte ihn in die Tasche und stieg mit der größten Seelenruhe die steile Treppe hinab. Er traf den alten Gärtner nicht mehr, weil derselbe in Zweifel gerathen war und bei Mamsell Evers sich über den Fremden informirt hatte, was den Letzteren durchaus nicht anzufechten schien. „Erlauben Sie, daß ich mich jetzt in's Wohnzimmer begebe?" fragte der Fremde die Mamsell unter vier Augen. „Glaube, daß Herr Steindorf gleich ankommt nnb zwar ganz allein auf bem Fuchs, ben er allem Anschein nach zu schanben geritten hat. Wollen Sie mir im Interesse Ihres Fräuleins eine Gefälligkeit erzeigen, Mamsell?" Sie nickte mit einem forschenben Blick in sein Gesicht. „Dann sagen Sie Herrn Steindorf nichts von meiner Anwesenheit. Er wird doch jedenfalls in jenes Zimmer kommen? Wonicht, geben Sie mir sofort einen Wink, wollen Sie?" „Ja, mein Herr! — Ich will Ihnen vertrauen, weil ich hoffe, daß Sie uns diesen Bräutigam vom Halse schaffen." „Vielleicht, meine Gute, Compagnieschaft mache ich sicherlich nicht mit ihm. Aber jetzt rasch, ich sah ihn bereits in der Ferne, ein Versteck ist dort wohl nicht sür mich?" „Werde Sie schon placiren, kommen Sie nur mit mir." (Fortsetzung folgt.) Jogelleid. Von Karl Huth. —— (Nachdruck verboten.) Im großen Kampfe ums Dasein ist es dem kleinen Vogel heutzutage auch schwerer geworden, sich durchzuschlagen, als sonst! Wir sollten dies allerdings kaum glauben, wenn wir den lieblichen Frühlingsboten von einem kaum mit frischem Grün geschmückten hohen Aste herunter sein fröhliches Lied verkünden hören, und doch ist's gerade die Frühlingszeit, welche unferm kleinen Lieblinge nicht besonders gewogen scheint — hat sie in ihrem jungen Haushalte doch auch nur wenig zu bieten! Der rauhe Winter, jener rücksichtslose Geselle, der Alles vernichtet und zerstört, was die arbeitsamen Sommergäste auf- gebaut und eingerichtet haben — er hat auch diesmal nichts beieinander gelassen. Im Herbste — es war ja schon spät — hatte das trauliche Finkenpaar vor dem Hause Alles so wohlgeordnet verlassen, und wie sieht es heute aus mit dem damals so behaglichen Heim im Kastanienbaume?! Nichts ist mehr vorhanden — und der Vater Fink, der offenbar zwischen seinen fröhlichen Lockrufen eine gewisse innere Unruhe schlecht zu verbergen versteht, hat es sehr bald auch erfahren müssen, daß die alte Wohnung vom Sturme verschlagen worden und er ernstlich daran denken muß, sich nach einer ganz neuen Unterkunft um» zusehen. Doch er sollte auch eigentlich gar nicht nach dem alten Neste suchen. Jedem Vogel ist es anbefohlen, alljährlich ein neues Haus zu gründen — denn er bringt ja nicht selten auch ein neues Frauchen mit — weil ihm seine verflossene entweder untreu geworden, ober auf der zurückgelegten großen Reise vom Süden her gestorben ist. Keine Fra» bezieht gern die Wohnung ihrer Vorgängerin 188 - Druck und Verlag der Brühl'schen Drucker-ei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Redaction: A. Scheyda. X* «**, ta Mm 8*N- «i« ■>«« s« l *« ”*W1, I 3Ä.ÄÄ*-IS 5 * ^Doch^ wsr weiß — wir thun dem armen Finkmvater vielleicht Unrecht, und er dachte garnicht daran, die Trümmer seiner alten Wohnung wieder auszurichten, und wirklich, er wollte dies auch nicht I Nur nach dem so sehr rar gewordenen Baumaterial hatte er spähende Blicke ausgesendet, denn nirgends findet er zur Genüge alle dis feinen, zarten Hälmchen und Härchen, die die Auspolsterung seiner diesjährigen Sommer. Residenz erfordert. Im letzten Herbste waren ste an allen Ecken und Enden herumgeflogen, aber der unbarmherzige Wmter 6atte»"lS8to”w — -"f bede? Das find unverkennbar die fleißbezeugenden Reste der zwölfstündigen Arbeitszeit einer Näherin! Garn, Wolle und kleine Stoffreste! Welch entzückender Fund für unseren Finken vater! Wie ein Blutvergießer stürzt er sich vondem haus. Koben Baume herunter aus die kleine Hecke im Garten, und stolz wie ein Aar, der im Emporsteigen dem bestohlenen Opfer seiner^ List noch einen höhnischen Scheideblick zuwirft, ver- schwindet er wieder in dem Gipfel des erwählten Baumriesen. ” $ort erwartet W die lteb«°e «lie <*• scheinltch schon etwas gezankt haben mag, daß es so gar nicht recht vorwärts gehen wolle mit dem neuen Hausbaue. Auch sie hat sich schon redlich Mühe gegeben, geeignete Gegenstände rusammemufinden — aber mit noch wemger Gluck als der Ehe^mahl—trotzdem hat sie sich das Recht des Raisonmrens vorbeMen. einige Tage in Sorge und Kummer werter - ohne daß der lustige Fink aber daran dächte, Jetne gute Laune darüber zu verlieren, wir merken das an seinem hell- Wvmu rnu« uw sein kleines Finkenköpfchen wohl beschäf. tigen? Sollte es vielleicht schon an die Eier decken, die nicht mebr lanae auf sich warten lasten können! Mag e» dahin bleiben. ’ Faktisch ist — es waren keine drei Wochen vergangen — da hörten wir im Finkenneste schon lustig pip- sen, und die kleine Familie war angekommen. Da gibt'» natürlich wieder neue Sorgen für die guten Eltern! Die Spatzen, jene gemeinen Straßenräuber, drangen bereits überall vor, um für ihre de» nötbiaen großen Vorrath hsrbnzuschaffrn. Wie schwer wurde es da unseim allerdings in höherer Etage domrzflirten aber trotzdem weit edleren Finkenpaare, auch noch genügend und Trank zu erobern für die Nimmersatten, ewig nach Futter schreLn Finkenkind/r. Der Finkenvater hatte stch die Krone des Baumes allerdings zu eigen gemacht. da oben wenigstens keinen Anderen. Durch diese« emrgische Austreten imponirte er auch Manchem unter dem Vogelgesindel und man ließ ihm auch ost etwas übrig, weil es nur nach Finkengeschmack war. Im Jahre zuvor war es ihm ,a viel fchlechttr ergangen und Amseln hatten ihm das schöne Nistmaterial, welches er mehrmals mit der treuen Gattrn um SÄmJaeW« - immer wieder we^mmn^ um es für eigene Zwecke zu verwenden. So kam er erst tm Juni dazu, das Zimmermannsbäumchen aufzustecken und die armm Kinder hatten viel von der Sommerhitze zu leiden- Deshalb hat er diesmal früher angefangen, wenn auch der Jeden Morgen in aller Frühe läßt er feinen gefälligen Gesang erschallen und da ihm aller Pessimismus ein Greue ist fo^baut er seine Pläne auf die Zuversicht, daß auch morgen wieder ein fleißiges Menschenkind die Ueberreste seiner ThaUg. keit den Winden anvertrauen möchte, und zwar, wie gewöhn lich, nach der Gartenseite. Nach der Straße hm ist s nämlich polizeilich verböte^ $$ mit 6er Morgensümde auch wieder verschiedene Fenster, die, nach den einzelnen Decorationsgegen- ständen zu urtheilen, welche kopfoerwickelte Dienstmädchen auf die Brüstungen legen, den sogenannten Schlafzimmern angehören müffen. Unverkennbar beweisen dies wenigstens einige krause Haarflöckchen, die den Fangzähnen Kammes entwischt, eben Anstalten machen, sich vom dritten Stock aus in sanften Bogenlinien dem schön gedeckten 3tübftü(^hj^^e ^uberoegeu den die lenzesfreudige Bewohnerin des Parterrestocks soeben im Garten etabliert hat. Beinahe wäre ein Unglück geschehen, doch noch zur rechten Zeit erspäht sie unser Fwkenvater und in kühnem raschen Tempo erwischt er die gefährlichen Ausreißerinnen noch gerade in der Höhe der Bel-Etage. B Auch die kleinen Vorlagen, deren nähere Bezeichnung ein Jeder unschwer errathen wird, sind diesen Morgen besonder- ausgiebig gewesen I Abgebrannte Streichhölzchen, Cigarren- asche — dazwischen auch ein hoffentlich nicht allzu schwer ver. mißter Knopf ist eben unangemeldet auf dem Frühstuckstische erschienen, besten zukünftige Gäste heute glücklicherweise etwas später aufgestanden zu sein scheinen- ... Doch wir haben keine Zeit, auf solche Langschläfer zr warten! Kehren wir wieder zu unserem Ftnkenpaare zuruck Bei diesem hat sich's unterdessen gewaltig geändert. Alles Brauchbare, was die verschiedenen Etagen unseres Wohnhauses ausgeworfen, findet sich hier oben im Finkmneste wieder ver- sammelt und - zu welchem Ideal der Gemuthlichkeit sind jene ungewüthlichen Gegenstände wieder vereinigt morden. Die Wohnung ist jetzt sehr bald fertig, denn das We b^ chen sitzt schon öfters längere Zeit im Neste; es dreht sich «n Vemnischtes. Neue Suppe. Gast (der im Restaurant eine Suppe mit nur einem Nockerl bekommt): „Aber Kellner, das iß \a die reinste Monockerl-Suppe!" * »erlanat. Tante: „Karl, Du besuchst mich stets nur, wenn Du Geld brauchst!" - Reffe: „Aber hebe Tante, öfter kann ich ja doch nicht kommen! Zweierlei Sorten. Gast: „Eine guteCigarr^ Herr Wirth!" — Wirth (zur Frau): „Anna, gib mal eine Cigarre Ms der Hinteren Kiste!" - Gast: „Herr Wirth, rauchen S vielleicht eine mit?" — Wirth: „Sehr gern - Anna, gib mal zwei aus der vorderen Kiste1" Auch ein Grund. Richter: „Warum schlugen Sie den Zeugen mit dem dicken Knittel auf den Kopf? " Angeklag ter: „Weil er schwerhörig ist und ich mcht wußte, wie ich mich sonst verständlich machen sollte." * Ein guter Rath. Vater- „Da schreibt mir der Junge, er will wieder auf Besuch kommen; so häufig, daß^pa* nicht." — Mutter: „Schick' ihm das Reisegeld, da bleibt er gewiß dort." e , Auch ein Beisallsgrund. Erster Zeaterbefuche^ „Ja, warum klatschen denn Sie gar so hitzig?' - Zweiter Theaterbesucher: „Ich will mir den Dichter anschauen, der de» Schund geschrieben hat." * , Aus eigener Erfahrung. Professor: „Können Si- mir aus der Klaffe der Kaltblütler noch eine andere Ga« nennen, welche eine solche staunenswerthe Vermehrungsfähigre besitzt?" — Candidat: „Die Gläubiger!" _________ $ Uir 2 2 hinauf blick d denken den 31 binbuni daß sie möglich fähig k zeugun, Gebiete ereigne: T und sie geheim: Busch», regen i D war, l Versteck sofort i jeder 2 Mägde: lobten darübe: dem M S erst hö! lich fei’ „< mein Z lassen, recht bi meine < „S Wolfim finden, mich ai kann, u höre be Eile!"