Nirtephaltnngsblatt znin GLetzenev Anzergev (Gsneval-Anzeigev) Nr. 111 1803 -^T- Donnerstag, den 21. September. Das Erbe. Preisgekrönte Erzählung von R. Blankenburg. (Fortsetzung.) „Aber sehen Sie denn nicht," rief der Pastor lebhaft bewegt, „daß es das Einzige ist, was Ihnen Ruhe und Frieden bringen kann." „Mir?" fragte sie im Tone dumpfer Verzweiflung. „Was liegt daran? Lasien Sie mich doch leiden, ich habe es verdient, aber —" sie sprach jetzt so leise, daß dem Pastor nur dann und wann ein Wort verständlich wurde: „Nein, ich darf es nicht, — ich kann nicht fort, — ich muß meine Augen auf ihn haben. Er wird nichts wagen, wenn er weiß, daß ich in der Nähe bin und ihn täglich sehen kann, er ist nicht so ganz ihm überlassen. O Gott, wenn er arm wäre, wenn nicht an seinem Tode das Erbe hinge, wie wollte ich für ihn arbeiten, aber — nein, nein, ich kann es nicht." Der letzte Ausruf war laut gewesen, aber dann brach sie plötzlich ab und ein scheuer, angsterfüllter Blick glitt durch das Zimmer, wie ihn der Pastor schon einmal bemerkt hatte. Er erfüllte ihn mit ungewisser Besorgniß und diese sprach aus seiner Stimme, als er sagte: „Es muß noch etwas sein, Frau Hagen, was im Zusammenhang mit Ihrer Schuld Ihre Seele mit schauderndem Bangen erfüllt. Können Sie Ihr Herz gegen mich erleichtern, so will ich Ihnen gern mit Rath und That beistehen, so weit ich es vermag." Aber sie verneinte das hastig. „Ich muß meine Last allein tragen," sagte sie ausstehend und jetzt ganz klar und gefaßt sprechend, „es ist nur Einer, der mir helfen kann, aber ich hab's nicht verdient, daß ich ihn darum anflehe. Bitten Sie Gott für mich, Herr Pastor, und — bitten Sie ihn, daß er Die in Schutz nehme, welche in Gefahr und Versuchung stehen." Gebeugten Hauptes und langsam schreitend kehrte sie nach Crumbach zurück, wo das einsame Haus sie erwartete. Sie wußte, daß Erich diese Nacht auf der See bleiben würde, so war sie denn ganz allein. In großer Seelenangst ging sie im Zimmer hin und her, es wollte ihr scheinen, als ob erst jetzt Alles für sie verloren fei. Immer hatte ihr noch die Hoff, nung vorgeschwebt, daß sie in irgend einer Weise Erich Ersatz würde bieten können; in Grashagen, indem sie den Schein in Händen hielt, der ihr die bei dem Bankhaus in Hamburg deponirten Gelder bescheinigte, hier in Crumbach — sie wußte kaum, was sie hier noch erwartet hatte, aber erst, als sie Pastor Helfer gesprochen hatte, fühlte sie, wie nackt und bloß sie vor Erich stehen würde, wenn es je an den Tag kommen sollte, was sie ihm angethan hatte I Wie konnte sie jetzt seine Ver« gebung erflehen, wie konnte sie ein Bekenntniß wagen? Und Eringl Es fiel ihr plötzlich ein, wie bleich und matt er am vorhergegangenen Tage ausgesehen hatte, und die seltsame Aeußerung des Pastors trat vor ihre Seele. Woher mochte es kommen, daß man den Jungen nicht für kräftig und gesund hielt. Sollte ihre Schuld sich an ihm strafen, sollte wirklich eine geheime Krankheit an dem Mark seines Lebens zehren? „Nein, nein," rief sie laut, „es kann nicht sein, so wird mich. Gott nicht Heimsuchen, es wäre hart, es wäre grausam!" Sie sank auf einen Stuhl und faltete die Hände. Sie wollte beten, sie wollte flehen, aber kein Wort drang über ihre Lippen, es war, als ob die Angst ihre Seele zusammenpresse. Und dann stieg er wieder in ihrer Seele empor, der furchtbare, der entsetzliche Verdacht, und sie mußte den Gedanken fortspinnen, sie mochte wollen oder nicht, sie mußte berechnen, was der Tod des Kindes dem Vater für Vortheile bringen würde. An allen Gliedern zitternd, erhob sie sich; wenn Erich hier wäre, sein Anblick würde ihr Trost geben und vielleicht, wenn er die verzehrende Angst ihrer Seele sähe, er möchte Mitleid haben, und wenn sie sprechen könnte — o nein, nein, wie konnte sie daran denken! Aber doch, wie sie sich nach ihm sehnte, wie tobt und leer war das Haus ohne ihn! Die ganze Nacht mußte noch vergehen und die bangen Stunden des kommenden Tages, wo er auf der See weilte, bei der gefahrvollen Arbeit, die ihm nicht zustand und zu der sie ihn getrieben hatte. Sie horchte angstvoll; fuhr nicht der Wind brausend daher, und hörte sie nicht das Rauschen der Wellen bis zu sich schallen? Sie verließ schnell das Haus, um sich Gewißheit zu verschaffen und blieb an der Thür stehen. Es war ein Jrrthum gewesen, was sie gesürchtet hatte; die Nacht war hell und klar, der Mond blickte freundlich hernieder und nur ein leichtes Lüftchen strich fächelnd durch die Blätter im Garten. Unwillkürlich falteten sich ihre Hände, als sie in den Gottesfrieden der Sommernacht hinausschaute. „Erbarme Dich, mein Herr, erbarme Dich," drängten sich die Worte halblaut von ihren Lippen. Sie wiederholte sie leise, nicht einmal, nein, viele Male, ehe sie in das einsame Haus zurückkehrte. Sie setzte nichts hinzu und sie nahm nichts davon. „Erbarme Dich, mein Herr, erbarme Dich." Die Nacht verging und der Morgen kam heran. Still und geschickt verrichtete die Mutter ihre Hausarbeit; sie sorgte für ein kräftiges Mittagessen, denn Erich würde müde und hungrig heimkommen. Dann wartete sie. Die Stunde, wo Ering herangesprungen zu kommen pflegte, verrann, Niemand — 442 -2 nahte sich der Thür. Er mochte sich verspätet haben, Mancher. I lei kann ja einen Knaben zurückhalten, sie stand am Fenster und lauschte gespannt hinaus. Die Sonne neigte sich dem Untergange zu und die Schatten wurden immer länger- Ob der Vater ihm verboten hatte, sie aufzusuchen, oder was konnte der Grund sein, daß er nicht kam? Und auch Erich war noch nicht zurückgekehrt l Aber — sie mußte nach Ering sehen, sie durste nicht auf Erich warten, und sie war im Begriff, sich nach Grashagen aufzumachen, als sie wieder inne hielt. Wie abgespannt und erschöpft mußte Erich sein, nachdem er zwei Tage und eine Nacht im Boot zugebracht hatte, durfte sie zu- geben, daß er nach Hause kam, die Thür verschloffen fand und sie, der er es anvertraut hatte, war nicht daheim? So trat sie in das Zimmer zurück zu neuem Harren und Warten, bis die Nacht niedersank, bis die Sterne wieder erblichen und ein junger Morgen die Welt mit seinem Licht begrüßte. XL Der Aufenthalt am Meer wird von den Aerzten als heil« kräftig angesehen, ganz besonders aber sollen Fahrten auf die See hinaus neue Lebensfrische in abgespannten, müden Men» fchen wecken, und wer Erich sah, als er von seinem Fischzug zurückkehrte, der ihn länger entfernt gehalten hatte, als er Anfangs meinte, weil eine ganze Flotille von Booten miteinander draußen war und sich nicht trennen wollte, der würde staunend über diese unerhörte Wirkung die Hände emporgehoben haben. Wo war das ernste, fchwermüthige Gesicht geblieben, das er bei der Ausfahrt gehabt hatte? Ein glückliches Licht strahlte aus den großen, dunklen Augen, und das frühere Lächeln, das in seinen Zügen jetzt so selten geworden war, umspielte seinen Mund, als er den Weg über die Dünen allein daherkam, denn die Gefährten waren mit den Fischereigeräthschaften schon vor längerer Zeit zum Dorf gegangen, während er noch am Strande verweilt hatte. Da sie nicht so sehr weit vom Hause auf dem Höwt angelegt hatten, weil der Wind günstig dorthin stand, | so war es nur natürlich gewesen, daß Erich, nachdem er ihnen geholfen hatte, die Boote zu sichern und die Netze zum Trocknen auszuspannen, sich von ihnen verabschiedete, um einmal nach dem alten, kranken Freunde zu sehen, was er in letzter Zeit mehr unterlassen hatte, als eigentlich recht und gut war. So hatte er sich denn daran gemacht, die steile Klippe zu ersteigen, als ihm auf halbem Wege Marie entgegengekommen war. Sie schien in großer Erregung zu sein; ihr sonst so stilles, sanftes Gesicht war dunkel geröthet und um ihre Lippen zuckte es rote in verhaltenem Weinen. Sein plötzliches Erscheinen hatte sie erschreckt, im Begriff, ihm beim schnellen Herabsteigen auszu> weichen, hatte sie nicht genug auf den schmalen Pfad geachtet und war in's Straucheln gekommen. Nur für einen Augenblick, aber es war lange genug gewesen, -daß er sie in feinen Armen ausgefangen hatte, und dann — ja, wie es dann gekommen war? Ob er es zuerst ihr gesagt hatte oder sie ihm? Wenn Erich sich jetzt fragte, so wußte er es selbst nicht, aber das Eine war ihm sicher, sie waren miteinander verbunden für Zeit und Ewigkeit! Dort am Strande hatten sie auf seinem heraufgezogenen Boote gesessen, die Hände fest zusammengefügt, während ihre Herzen eins im andern aufgingen. „Mein Name, mein vor der Welt entehrter Name," hatte er geklagt und sie hatte erwidert: „Er ist mir der liebste und schönste auf Erden, und ich will ihn hoch halten, wie mein bestes Gut," und dann hatte sie hinzugefügt: „Du hast es nicht bemerkt, Du stolzer und doch bescheidener Mann, was ich längst weiß, daß die Leute mit Achtung zu ihm und seinem Träger aufblicken. Du hast die bösen Gerüchte niedergelebt." Und als er traurig fragte: „Und mein verlorenes Erbe?" da hatte sie die Arme um" feinen Hals geschlungen: „Geliebter, ich will Dich, Dich ganz allein, nicht Hab und Gut. Gottes Segen und Derne fleißigen Hände werden den Wolf von unserer Thür halten, was brauchen wir mehr?" „Und die Mutter?" fragte Erich mit leisem Zagen. Sie schwieg einen Augenblick und er fuhr fest fort: „Siehst Du, Marie, sie hat ja schlecht an mir gehandelt, aber — Du wirst mich auslachen, wenn ich sage, — ich hab's in diesen Tagen gesehen, wie ich's nie geglaubt hätte, baß sie mich doch lieb hat. Marie, ich kann'« kaum ertragen, wie sie mir in die Augen sieht, als wollte sie mich bitten, Erbarmen mit ihr zu haben, und wie ihre Lippen zucken, als möchte sie sprechen und könnte doch nicht- Und wenn sie mehr, viel mehr auf dem Herzen hätte, als ich jetzt weiß, ich könnte sie nicht verstoßen, da sie in Grashagen keine Heimath mehr hat." Marie seufzte ein wenig, ein klein wenig, ehe sie sagte: „Wenn Du ihr ein Sohn bist, Erich, so will ich mit Gottes Hilfe versuchen, ob ich ihr eine Tochter werden kann." Auch von Malte hatte sie gesprochen, daß er gestern wieder da gewesen war und daß der Vater ihr heute von Neuem seine Anträge mitgetheilt und vorgetragen habe, und dabei hatte ihm Marie gesagt — Erichs Gesicht, das im Andenken an die glückliche Stunde mit der Geliebten in ungewohnter Freude leuchtete, während er langsam dahinschritt, wurde plötzlich sehr ernst, war denn Ering krank, daß der Vater gesprochen hatte, als ob er der Besitzer von Grashagen sei? Der Gedanke beunruhigte ihn und er ging schneller dem Dorfe zu. Vor dem Eingang desselben kam ihm der Pastor entgegen und streckte ihm die Hand hin. „Ich komme aus Ihrem Hause und fand dort große Sorge Ihretwegen. Ihre Mutter wußte von der Heimkehr Ihrer Gefährten und konnte sich nicht vorstellen, was Sie —" Er hielt inne. War es nur das Licht der Sonne, das Erichs Wangen roth färbte, als er jetzt zaudernd sagte : „Wir legten nicht weit vom Höwt an, und —" ja, dann hielt er ebensalls inne. Der Pastor wunderte sich nicht. Er war ein guter Menschenkenner, er wußte jetzt, woran er war. „Darf ich in Ihrer Rede sortfahren?" sagte er mit freundlichem Scherz: „Und ich traf Marie Locke, ich sagte ihr, wie lieb ich sie habe, und nun komme ich als glücklicher Bräutigam nach Hause zurück." Dann setzte er, Erichs Hand kräftig schüttelnd, ernst hinzu: „Gottes Segen wird einem Bunde nicht fehlen, der im Aufblick zu ihm geschloffen wird. Ich freue mich von ganzem Herzen, Erich Hagen, daß die Sonne seiner Gnade über Ihnen aufgeht. Aber nun sagen Sie mir, sind Ihre Gedanken zu sehr von Ihrem neuen Glück in Anspruch genommen oder haben Sie noch für andere Menschen übrig? Ich hatte Wichtiges mit Ihnen zu sprechen und darf Sie Ihrer Mutter nicht zu lange fernhalten. Was haben Sie ihr angethan, Erich, daß sie sich in Sorge um Sie verzehren möchte und daß Ihr Wohl ihr am Herzen liegt mehr als das eigene?" „Ich kann es nicht sagen," begann Erich, aber der Pastor unterbrach ihn. „So will ich es aussprechen," sagte er lebhaft. „Die unverdiente Liebe, die sie bet Ihnen gefunden hat, hat ihr Herz erschüttert und sie zum Bewußtsein ihrer Schuld gebracht, zuerst Gott dem Herrn, dann Ihnen gegenüber. Sie sehnt sich nach seiner Vergebung und nach der Ihren. Das ist Ihr Werk, Erich, und wollte Gott, ich könnte mehr von den Wirkungen solcher Liebe in meiner Gemeinde sehen." „Ich habe nichts gethan," sagte Erich wie beschämt, „es i ist Gottes Gnade." „Sie haben Recht, vollkommen Recht," war die Antwort des Pastors. „Sie wußten nicht, daß Sie etwas thaten und das gerade war die Größe Ihres Thuns. Aber Erichs mein Freund, mein lieber Freund, jetzt kommt etwas, das Sie mit vollem Bewußtsein thun sollen, Sie müssen Ihrer Mutter die j Aussprache erleichtern, Sie müssen die Ängst von ihrer Seele nehmen, die sie zu Boden drückt. Sie war vorgestern bei mir Utlb „Hat sie Ihnen Alles gesagt?" fragte Erich schnell. Der Pastor schüttelte den Kopf. „Ja und nein," antwortete er. «Sie kam, um mich zu fragen, ob sich das Testament Ihres Vaters auf irgend eine Weife annulliren lasse, | was ich natürlich in Abrede stellte- Dabei hob sie bisweilen i den Schleier, der das Geheimniß ihrer Seele verbirgt, danm ! erschrocken über das, was sie mich sehen ließ, zog sie ihn noch dichter davor. Eins weiß ich, ihre Schuld erscheint ihr groß, so groß, daß sie fürchtet, ein Bekenntniß würde Sie veran- lassen, ihr den Schutz Ihres Hauses zu entziehen. Das ant- warte stehen sind ( bar S wort Urlhe armer daß il festhie jetzt il fern t Sinne segnet drückt, 2 schritt, Töne zuerst der W dem 2 sie ein denen hielt, Schürz zu ihr war ni Kind, schon r gedankt Kind a rechnen ihn hie Ji dann, „Es ist mit den Vater s Hand zt der Stu und es mich's Mutter, „es wä daß sie ob er n um mei bin ich ich krieg Wie ich er fchlas Schmerz an, daß Herrn g möchte, bischen, rechte, u er hätte und die einmal z war, al ist er he Weilchen zurückkon hab' ich gesetzt ui steht un von der Sie - 443 cs Geineinnütziges . _ Berwerthung kranker Kartoffeln. Kranke Kar« toffeln sind bekanntlich zu Speisezwecken unbrauchbar; für Fütterungszwecke sind sie nur so lange geeignet, als sie sich in nicht zu weit vorgeschrittener Trockenfäule befinden. Wenn die mit der Naßfäule aufgetretene faulige und jauchige Zersetzung und Schimmelbildung sich zeigt, so werden sie vom Vieh ver« schmäht und wirken, wenn dennoch gefressen, geradezu schädlich und gefährlich. Es ist daher zweckmäßig, gleich nach der Ernte alle bereits naßfaulen Kartoffeln fortzuwerfen, dagegen die noch brauchbaren einzusäuren, soweit sie nicht schnell verfüttert wer« den können. Vor der Einsäuerung werden die Kartoffeln gedämpft, in Ermangelung eines Dämpfapparates gekocht. Im Großbetriebe benutzt man zur Einsäuerung cementirte wasser« dichte Gruben, im Kleinbetriebe ausgebrannte Petroleum« oder m ,. , . , , . । Oelfäfler. In Boden mit feststehenden Wänden, z. B. Thon« Sie hatte ihren Bericht ungehindert abgelegt, zetzt hielt I oder Lehmboden, können die Gruben ohne Weiteres eingeschnitten In unterdrücktem Grimm ballte sie die Hand zur Faust, «8 ansichtig wurde, wandte sie sich an ihn. „Es ist wegen des Jungen, daß ich gekommen bin. Das fing mit dem Magen an, und daß er nicht Appetit hatte, und sein Vater sagt, das kommt davon, daß wir ihm in der Küche aller« Hand zustecken und das soll nicht sein. So hat er ihn nur in der Stube bei sich essen lassen, aber es hat ihm nicht geschmeckt und es ist schlimmer geworden und gestern sah er so aus, daß mich s erbarmen that, wenn ich ihn ansah. „Das hat keine Mutter, die nach ihm sieht," hab' ich zu dem Herrn gesagt, „es wär besser, wenn ich die Großmutter einmal holen könnte, daß sie sich des Jungen annimmt." Da sieht er mich an, als ob er nuch gleich todtschlagen möchte, und sagt, ich soll mich um meine Sachen kümmern oder mich vom Hof scheeren. Das bin ich nicht gewohnt und: „Ich kann ja gehen," sag' ich, aber iZ krieg s nicht fertig um die Wirtschaft und um den Jungen. Wie ich heut früh zu ihm komme, da liegt er still, als wollt' er schlafen, aber nach dem Essen, da würd' es so arg mit den Schmerzen, daß er laut geschrieen hat. Der Krampf trat ihn an, daß ihm ordentlich die Zähne schüttelten. Da bin ich zum Herrn gegangen und hab' ihn gebeten, daß der Doctor kommen möchte. Aber er macht ein böses Gesicht und sagt, um ein bischen Leibschmerzen den Doctor bezahlen, das wäre ihm das rechte, und er müßt' auch nicht, wie er Herkommen sollte, denn er hätte nöthig in Vierentz zu thun und brauchte seine Pferde und die andern wären alle auf dem Felde. Er ist dann noch einmal zu Ering gegangen, aber nicht nahe an sein Bett, es war, als ob er's sich nicht getraute. Und fort und vom Hof ist er heruntergefahren, als ob der Böse hinter ihm wäre. Ein Werlchen hab' ich mich ruhig verhalten, daß er nicht etwa noch zurückkommen könnte, wenn ihm der Sinn danach stände, dann hab ich mir die Mine aus dem Garten gerufen und zu Ering i gesetzt und bin zu Euch gekommen. Und nun wißt Ihr, wie's steht und könnt bestimmen, was werden soll, nach dem Euch von der Sache deucht." sie erschöpft von der Anstrengung des ungewöhnten Sprechend S?"C r e von einem zum andern ihrer Zuhörer. Einen herrschte tiefe Stille, während sich die Augen von ? e,r r* m °^nntn Sauger, stummer Frage trafen. Dann ^w/gte stch die erstere langsam der Thür zu, langsam, denn ihre Füße waren schwer und zitterten unter ihr, als wollten lie ben Dienst versagen. Aber ehe sie die Schwelle erreichte, k^kE^ich auf sie zu und umschlang sie mit starkem Arm. nicht gehens Mutter," sagte er, „ich würde es nie« | hi als erlauben. sich von ihm los zu machen, während sie heftig nef: „Halte mich nicht zurück, Erich, ich muß ich muß ihn retten." Aber er ließ sie nicht los. ' ’ * I , . "kind wie wollt Ihr das in Grashagen zu Stande I brilWN? fragte er schnell. „Was denkt Ihr zu thun, wenn Malte zuruckkommt - nein, Mutter, ich setze Euch nicht einer Behandlung aus, wie Malte sie Euch zu Theil werden lassen wurde, wenn er Euch bei Ering träfe." I bie Hände aus den seinen und ein flammender i dkuk traf ihn. „Ist er Dir auch im Wege?" fragte sie rauh und hart. Er wurde sehr blaß und antwortete nicht, indem er sich von chr wandte. „Vergib mir, Erich, vergib wir," Weste, „rch wußte nicht, was ich sprach! Ich weiß, daß ich Dir Unrecht that, aber, o Gott, erbarme Dich meiner!" Er kehrte ihr sein Antlitz wieder zu, aber der Blick seiner Augen war zurückweisend und kalt, während er in klarer, be« stimmter Weise seine Anordnungen gab. „Kathrine, der Herr Pastor ist zum Strande hinabgegangen, sehen Sie, daß Sie ihn emholen und bitten Sie ihn, hierher zu kommen. Erzählen Sie ihm Alles, wie Sie es vorhin gethan haben und richten Sie sich genau nach seinen Anordnungen, denn er versteht mit Krankön umzugehen. Ihr, Mutter," - sie hatte sich gesammelt und blickte forschend, mit angsterfüllten Zügen in sein Gesicht — „laßt ein Bett Herrichten und —" Sie unterbrach ihn: „Erich, was willst Du thun?" und sie faßte seine Hand. Nur Güte und mildes Erbarmen sprach aus den dunkeln Augen. die sie voll ansahen. „Ich bringe ihn Euch, Mutter, Ihr sollt Euren Liebling, so Gott will, bei mir gesund pflegen " „Gott segne Dich, Erich," rief sie tief bewegt, als sie seine Hand an die Lippen zog. „Mutter!" das Wort klang wie erschrocken, aber sie be« achtete es nicht, ein neuer Gedanke hatte sie hingenommen. „Wenn Malte Dir begegnen sollte," sagte sie noch einmal, in die alte Angst zurückfallend, „wenn er's Dir weigert?" Aber ihr Vertrauen wuchs zu ungeahnter Zuversicht, als Erich seine mächtige Gestalt voll auflichtete. „Ich denke, ich werde mit ihm fertig werden," sagte er nur. (Fortsetzung folgt.) wortete sie mir auf meine Bitte, sie möge Ihnen Alles ge« stehen, und dann ließ sie mich ahnen — sagen Sie, Erich, sind Sie auch der Meinung, daß Ihrem Schwager das denk« bar Böseste zuzutrauen fei? ' „Ich kenne ihn nicht genau genug, um eine sichere Ant« wort geben zu können," meinte Erich ernst, „ich fürchte, mein Urtheil möchte nicht unparteiisch ausfallen; aber das meiner armen Schwester war nicht zu seinen Gunsten. Sie wissen, daß ihre Bitte, mich Erings anzunehmen, mich in Crumbach festhielt und heute danke ich Gott dafür. Wenn ich auch erst jetzt ihren Wunsch werde erfüllen können, wo Ering nicht mehr fern von mir gehalten wird, so hat er mir doch in anderem Sinne Segen gebracht, großen, überwältigenden Segen." „Für den ich mit Ihnen von Herzen dankbar bin," entgegnete der Pastor, indem er ihm zum Abschied die Hand drückte. Als Erich in sein Haus getreten war und durch den Flur schritt, trafen statt der Stille, die er zu finden gewohnt war, Töne einer heftig erregten Frauenstimme an sein Ohr, die ihm zuerst ganz fremd erscheinen wollte. Er öffnete hastig die Thür der Wohnstube und blieb erstaunt auf der Schwelle stehen. An dem Tisch in der Mitte lehnte die Mutter so schwer, als ob sie eines Halles bedürfe, während sie die starren Augen, aus denen Entsetzen und Angst sprachen, auf die Kathrine geheftet hielt, die erste Magd des Grashagener Hofes, welche, die Schurze mit unruhigen Händen hin und her ziehend, lebhaft zu ihr sprach. 1 „Es ist ein Jammer und ein Elend, wie er daliegt, und I war noch vor ein paar Tagen ein gesundes und vergnügtes Krnd. Vorgestern fing er an zu klagen, und gestern war er schon recht krank, doch unser Herr, der trägt sich mit Freiers, gedanken und es mag ihm wohl ganz recht sein, wenn das I Kmd aus dem Wege kommt- Aber da hat er mit mir zu rechnen und das wollt' ich ihm in die Augen sagen, wenn ich rhn hier hätte." I — 444 —. Nr. Un werden und bedürfen keiner Mauerung. Dahinein werden die gahren Kartoffeln schichtweise geschüttet und heiß festgestampst; je besser sie dabei zerkleinert werden, um so fester halten und l lagern sie sich. Etwas Vieh- oder Kochsalz — etwa 200 Gramm , auf den Metercentner — kann zwischen die einzelnen Schichten gestreut werden. Obenauf kommt eine Lage Häcksel. Die Gruben werden dann dachförmig mit Erde und Laub gedeckt, damit kein Frostschaden entsteht. Auch die Fäßer können eingegraben werden; sreistehend muffen sie natürlich in einem kühlen, srost- freien Raume aufbewahrt werden. Allerdings ist mit dem Entsäuern ein bedeutender Sübstanzverlust verbunden; aber die eingesäuerte Maffe hält sich lange Zeit und liefert für Schweine und Rinder, sowohl sür Milch- als für Mastvieh, ein sehr bekömmliches, gut wirkendes Futter, welcher ohne diese leicht aus- führbare Confervirung verloren gegangen sein würde. Einen sehr zweckmäßig eingerichteten Kartoffel-Dämpfapparat hat kürzlich eine westfälische Meierei-Genoflenschaft eingerichtet. Er besteht aus einem gemauerten, gut cementirten Bassin, aus welchem das beim Dämpfen frei werdende Waffer unten ab- fließt. Nachdem die Kartoffeln eingeschüttet sind, wird der Behälter mit einem Deckel verschloßen und der Hahn eines Dampfrohres geöffnet, aus welchem der in der Meierei aus- gebrauchte Dampf noch kostenlos treffliche Verwerthung findet. Die trockenen, gahren Kartoffeln werden dann unten aus- geschaufelt. Zur technischen Bearbeitung sind kranke Kartoffeln in der Spiritus- und Stärkefabrikation ebenfalls noch brauchbar, wenn die Raß- oder die Trockenfäule nicht zu weit vorgeschritten ist; denn die Zerstörung erstreckt sich ansänglich vorwiegend nur auf die Rohfaser der Zellwandungen und greift erst allmählich, unter Mitwirkung von Hefepilzen und Batterien, die Stärke der Kartoffel an, welche dann blasig, grau und fließend wird, welchem Uebelstande allerdings durch Anwendung von Schwefelsäure und doppelt-schwefligsaurem Kalk in gewißer Weise abgeholfen werden kann. Zur Pflanzung der Obstbäume. Baumgruben müßen jetzt schon ausgeworsen und einstweilen offen liegen gelaßen werden. Für hochstämmige Aepfel-, Birn- und Kirsch- bäume mache man in sehr gutem Boden die Löcher 1,20 Meter weit, 1,80 Meter tief, in mittelgutem 2 Meter weit und 1,50 Meter tief. Es ist auch gut, wenn man die schlechte Erde wegführt und dieselbe durch gute ersetzt. Bei niederstämmigen Obstbäumen können die Pflanzgruben 60Centimeter tief und ebenso breit sein. Die Entfernung der Gruben von einander soll betragen: bei Kernobstbäumen und Kirschen durchschnittlich 10 Meter, bei Weichseln, Pflaumen (Zwetschgen) 5 bis 6 Meter. In das zur Verfügung stehende Land wird man nun nicht beliebige Sorten pflanzen, sondern man wird die sofort vorzunehmende Bestellung von Obstbaumen nach den Bodenverhältntffen einrichten. Der Apfelbaum verlangt freie Lage mit nicht zu leichtem, etwas tiefgründigen, mäßig feuchten und fruchtbaren Boden; der Birnbaum freien, sonnigen Stand in leichtem, tiefgründigen Boden, doch darf der Untergrund nicht zu naß und kalt sein; der Kirschbaum erträgt rauhe und hohe Lagen und begnügt sich mit einem schlechteren, lockeren und sandigen Voden; der Pflaumen- und Zwetschgenbaum gedeiht auf mäßig feuchtem Mittelboden in ebenen, flachen Thälern oder niedrigen Anhöhen in den meisten Bodenarten, selbst Sandboden; der Aprikosen- und der Pfirsichbaum verlangen lockeren, warmen, mittelmäßigen, nicht zu feiten Boden in warmer und sehr geschützter Lage; der Walnuß- und Edel- kastanienbaum gedeihen überall auf mäßigen Anhöhen bei freiem Standorte. — Wer eine einträgliche Obstwirthschaft treiben will, der darf möglichst nur eine Sorte anbauen. Zeriheilen und Umpflanzen der Stauden- aewächse. Der September ist die günstigste Zeit zum Zer- theilen und Umpflanzen der meisten Staudengewächse, so auch Zwiebelgewächse, doch pflanzt man letztere gewöhnlich erst später. hatte t mächtic Bad n für da Brunn rückkeh sollen, verantr gesund, abgabe c HX die Mi einen s Niemai Entfalt so hört iS Herrn Dorfkr s fr gönnt i Mutter < IM sie nick „S sagt ho zukomn c HX gesagt/ neben und ge! E Neuem mein' i Hof, u: Sitze. Aber st c MX wird, Redaction: A. Scheyda. - Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Hat mau im Gemüsegarten nichts auf ein abgeerntetes Beet zu pflanzen, so grabe man es doch um, damit später Frost und Schnee in den Boden eindrtngen und ihn zersetzen können. * * Gutes Hühuerfutter sind Eicheln, welche im Herbst gesammelt, im Ofen gedörrt, zu Mehl gemahlen und dem übrigen Futter in kleineren Mengen bergemischt werden. Frischerhaltung abgeschnittener Mhrihem rweiae. Man stelle die Myrthenzweige bis über die Half e des Stammes in feuchten Sand, welcher im Keller stehen mutz, und begieße diesen von Zeit zu Zeit mit kaltem Waffer, so werden die darin eingepflanzten Myrthenzweige mehrere Wochen srisch bleiben. # , Oleander aus Wasser zu vermehren, ist eine alte Methode und wird selbst in Oleander - Spec alculturen anaewendet. Man steckt die unter einem Blattquirl glatt ab. ! geschnittenen Stecklinge in mit Waffer gefüllte Medicinflaschen Haben Sie genügend Wurzeln gemacht, so zerschlägt man die Flaschen und pflanzt die Stecklinge in einen Topf. Noch der Einpflanzung muß man tüchtig gießen, da sich die Waffer. wurzeln in Landwurzeln umwandeln müßen. Vermischtes. Vorbereitet. Hausknecht (zum Reisenden): „Zum Comptoir . . . eine Treppe, geradezu, links; gehen Sie nut, ich muß ja doch gleich Nachkommen^ Verschwendung. Prinzipal (zum Lehrling): „Maier, Se sind aus'm besten Weg, 'n Verschwender zu werden! M zu machen Se da 'n Doppelpunkt, wo n einfacher Punkt gl. nügt?" . . Zart ausgedrückt. Erster Vagabund: „Wohin gehst Du?" — Zweiter Vagabund: „Ich folge einer freundlichen Einladung des hohen Gerichtshofes!" » . • Einfaches Mittel. Kaufmann Meier: ,,Es ist schreck, lich wie man jetzt von Stellung suchenden CommiS überlaufen wird. Wie gelingt es Ihnen eigentlich, dies«: Leute immer, ra wieder los zu werden? — Kaufmann Muller. „Ich schm s immer zu Ihnen!" e . Logisch. Kind: „Mama*ist es wahr, daß die Menfchli I aus Staub gemacht sind?" - Mutter: „Jawohl, meinKmd. — Kind: „Dann sind die Neger aus Kohlenstaub gemach, nicht wahr?" e , Zu unbeständig. Bauer: „DasThermometer dataug! nix, das müß'n S' mir umtauschen." — Optiker: „Waru taugt es nichts?" — Bauer: „Heul'zeigt s so und am nächste Tag wieda anders!" * , Eingegangen. Commis (in derTheehandlung): bitte, hier ist ein Pfund Karavanen-Thee!" - Köchin- das aber wirklich echter Karavanen-Thee?' - «g „Gewiß! Hier liegt zufällig sogar noch ein Kametthaar darm. — Köchin: „Aber das ist ia von — Ihrem Schnurrvarl Sehr doppelsinnig." „Lieber Freund, heul' ist g Erste des Monats, leihe mir zwanzig Mark — am Env - I kommst Du sie wieder." _____