>lche di« ersten m die Folgen Die glanzlose, heit der Haut der Schminke, Dr. Clasen hochverdienter icklich auf diese ist, darf eins einen nicht zu und Schönheit bedeckten Theile rutbefchaffenheit mch die Hände -onnenlicht, vor werden. Des» Handschuh einen welche bekannt- legen. Ebenso an Sprödigkeit zg Abends beim >zuziehen. Diese und Durchseuch« ichts unter dem siutstrom durch« e Schweißmenge mssrauen tragen häuslichen Arbei« man nur billigen -aut zu erhalten, »erden, wenn sie strebt, ihre volle in und wenn ihr ritig naturgemäß nchen: Rufe, n- Jensen zu unseren Phantasie aber immer mmer ebenso geistvoll -llerlaufbahn, beweist augenblicklich in der ags-Anstalt in Stillt» t> Hest 35 Pfg.) Er Hansestadt selbst zur amungvoller Schilder» Ichichtlich interessanter fesseln von der ersten bibliothek", in welcher aphieseines SchöpserS, ; gehört, was Jensen c in das Wesen des t, die Aufmerksamkeit hrgang der „Deutsche» egonnen. Die beiden der Römer und „Du Ausgeber der „Gegen» Geisteslebens sich °c- her Zeit lebhaft zum c „Mosaik" auch N->» t, hat nicht nur an geistigem Inhalt sehr Kietzm. 18b 3 Nr. 8 ----cr-G..----<5^--------2^>---xS-i--w Antephaltringsblatt zriin Gietzensv Anzeigev (Gsnepal-Anzeigev) ÄWWKMWWWM M Donnerstag, den 19. Januar. Dämon Gold. Original - Roman von W. Höffer. (Fortsetzung). Dann sahen die beiden Herren nach den Böten und gingen schließlich bis zum Dornausr Gebiet, das, obgleich unbewohnt, doch der Gefahr am ehesten ausgesetzt schien. Hier standen mehr als hundert Männer in Arbeit; es herrschte eine fieber« hafte Thätigkeit, die jede Pause, jede Unterhaltung ausschloß. Ein eigenthümliches, nie vorhergesehenes, ja schauerliches Bild. Grobe, lang herabhängende Matten waren an der Windseite befestigt und hinter ihnen brannten Fackeln mit rothem, blutfarbenem Licht, Funken umherstreuend, lang gebogen vom Sturm wie Schlangen, schwarz überwallt von dichten Rauchwolken, lebenden Wesen gleich, die gegen das Toben in den Lüften ankämpften, hundertfach zu Boden geworfen wurden und sich immer wieder aufrichteten, bald Riesen, bald Zwerge, im flammenden Feuermantel, mit schwarzen Kappen und Kronen von wirbelnden Funken. Schweigend und rastlos arbeiteten im wechselnden Licht die Männer. Etliche fuhren aus einem entfernten, durch eine Landzunge geschützten Dünengrunde den Sand zum Bau herbei, aber nicht gemächlich in langer Reihe, wie sonst die schwere Arbeit geschieht, sondern laufend, hastig, wie der Mensch dem nahenden Verhängniß ein theures Gut abringt. Andere schaufelten, daß die Geräthe im Tact durch die Lust flogen, den herbeigekarrten Sand zum Damm, während hinter ihnen die Letzten dürre Zweige tief hineintrieben und miteinander verflochten. Neuer feuchter Sand fiel wie ein Schleier über das Gewebe; eine Thätigkeit wie in einem Ameisenhaufen herrschte überall. Hans Adam deutete auf das weitgehende Feld, für dessen Schutz der Damm errichtet wurde. „Junge Tannen," sagte er. „Der Verlust wäre zu ertragen, nicht wahr?' „Der? — Ja- Bis Weihnachten fristen die Stämme ihr Dasein und dann könnte ich sie schlimmsten Falles verkaufen, aber die Kosten für den Wall? Seit sechs Monaten lasse ich daran arbeiten, so daß bis zum November Alles fertig gewesen wäre. Nun kommt der Sturm schon im Anfang des Septembers — das bedeutet wieder einen Verlust von Tausenden." „Wieder, Erich?" Der Andere wandte den Blick. „Die schlechte Ernte", setzte er mit unsicherer Stimme hinzu. Hans Adam seufzte, über sein schönes Gesicht flog ein augenblicklicher Schatten. „Wüßtest Du, welche Sorgen auf meinen Schultern lasten, Erich! — Federleicht müßten mir zebn- oder zwanzigtausend Thaler erscheinen. Freue Dich, Du sitzest im sicheren Wohlstand, aber ich —" , r t Und dann brach er ab, als sei schon zu viel gesagt worden. „Ich will nach Hause, Erich, es ist möglich, daß Willi- bald heute Abend noch kommt. Gute Nacht! Du solltest Dir die Sache nicht so sehr zu Herzen nehmen." Der Gutsbesitzer blieb stumm; die Aufregung drohte chn zu ersticken. Wäre es nicht seine Pflicht gewesen, dem bedrängten Jugendfreunde Alles zu sagen, ihm das Geld auf den Tlsch ^Er"konnte sich damit eine längere Frist erkaufen, konnte Zeit gewinnen und aufathmen. Wer mag denn wissen, was späterhin geschieht, wie sich die Dinge in Zukunst gestalten? Aber das Opfer war schwer, beinahe unmöglich. Es bedeutete nicht mehr und nicht weniger als eine ganze Existenz. Von einem Tage zum andern wurde es hinausgeschoben. „Du", sagte Hans Adam, als er das blasse Gesicht und die zusammengepreßten Lippen seines Jugendfreundes sah. „Du, wenn der alte Aßmann in Frankfurt wirklich eine halbe Million hinterläßt, dann ist mir nicht allein ausgiebig geholfen, sondern ich kann Dir auch eine beliebige Summe leihen — zinsfrei natürlich! — bis Du sparsamer . Kerl Alles wieder eingeholt hast. Laß nur den Kopf nicht gleich hängen, hörst Du?" Und mit einem nochmaligen „Gute Rächt!" sprang erden Weg links hinauf durch die Tannenschongng und von da zur Fahrstraße. Wie betäubt sah ihm Erich nach. „Hans Adam! Höre mich, Hans Adam!" Aber der Sturm verschlang deu Laut. Hatte da« Ge- ständniß wirklich aus Erich's Lippen gelegen, so war es jetzt wieder zurückgedrängt in's Herz, tiefer vielleicht als zuvor. Von der Seite her näherte sich Peter, der biedere Rosse- lenker, seinem Gebieter. „Herr, sehen Sir doch einmal." Ja der vorsichtig geöffneten Hand blitzte ein Goldstück, eine wirkliche und wahrhaftige Doppelkrone; Peter schmunzelte vergnüglich, aber er sah auch wieder aus wie Jemand, dem es nicht recht geheuer ist, der sich bereit hält, zu jeder Stunde Fersengeld zu geben. „Ist das richtiges, wirkliches Gold, Herr?" Erich nahm die Münze und legte diefelbe dann nach kurzer Prüfung wieder in die Hand des Kutschers zurück. „Natürlich ist das eine vollwichtige Doppelkryne, Peter. Hast Du das Ding hier im Sande gefunden?" Der Bursche pfiff durch die Zähne. „Weit gefehlt, Herr. Die Dame hat mir's geschenkt Sie wissen, die wir neulich aus dem Schlamme zogen. Sie ist hier." — 30 „Arau Bürklin? — Sie sollte hier an dieser Stelle sein?" „Gewiß. Da unten am Wasser schnuppert sie herum. Auf Dornauer Gebiet ist ste ja überhaupt den ganzen lieben Tag zu finden, bald auf dem Gaul, bald zu Fuß oder im Boot. Sie fischt auch, Herr." Erich lachte. „So laß' sie doch fischen, Peter. Dre Ostsee ist groß." „Ach, was das betrifft, so verursacht sie keinen Schaden — an ihre Angel kommt nie ein Fisch. Die Thiere sind in dieser Beziehung klüger als wir Menschen, Herr; sie gehen dem Spuck aus dem Wege." „Was sagst Du da, Peter? Dem Spuck?" Der Kutscher besah das Goldstück, zuckte die Achseln und lächelte verlegen. . „Die Leute sagen, ste sei eine Hexe", preßte er endlich hervor. _ „Die Frau Bürklin? Eine junge, auffallend schöne Dame? „Daß Dichl — Die findet der Herr schön? — Augen so schwarz wie ein blankgewichster Stiefel, und einen Mund voll eitel Spott und Bosheit! — Nein, da sind doch unsere Pastorstöchter andere Mädels, besonders die Jüngste! „Zum Anbeiben!" sagte der Fuchs, als er die Taube verschlang." Erich wandte sich ab. Hatte sich heute denn Alles verschworen, um ihn zu ärgern und den inneren Zwiespalt zu verstärken?" „Dummes Zeug!" antwortete er. „Frau Bürklm ist so wenig eine Hexe, wie Du ein Zauberer bist, mein guter Peter. Das Goldstück hat sie Dir als Trinkgeld geschenkt — sehr anständig, scheint mir." . Und den verblüfften Knecht sich selbst überlastend, gmg Erich zum Strande hinab. Er wollte sehen, ob Anna that- sächlich in diesem Sturme draußen sei, und noch dazu mit der Wunde an der Stirn. , In ziemlich geringer Entfernung von den Arbeitern standen am Ufer dicht zusammen drei alte Ulmen, die miteinander schon seit Jahrhunderten den drohenden Meeresstürmen Trotz geboten Haden mochten; auf Stämmen vom Umfang großer Wagenräder wiegten sich hohe Blattkronen, in denen jetzt der Wind seine rauschenden Melodien sang. Diese vereinte Widerstandskraft konnte er nicht brechen; nur dürre Zweige und halbverwelkte Blätter r»ß er aus dem Gefüge und streute sie weithin über Master und Land. Im Schutz der alten Stämme stand Anna- Em grauer, von oben bis unten fest geschlossener Mantel mit gleicher Kaputze verhüllte Kopf und Gestalt; um die Stirn schlang sich ein weißes Tuch, und die Füße steckten in derben Lederstiefeln. Unbeweglich sah ste hinaus in das Chaos über dem Meer. Noch stärker als am Strande von Moldt tobten hier die empörten Elemente. Von der tief in die Bucht einschneidenden Landzunge zurückgeworsen, stürzten sich die Fluthen donnernd und brausend auf das Ufer, weißen, schnell zerrinnenden Schaum zurücklassend, hier und da aber auch festere Gegenstände, los» gerissene Planken,. todte Schafe, noch mit dem Seil um den Hals, ganze Bäume und zersplitterte Einfriedigungen aus Holz. Ueberall gähnten Abgründe, thürmten sich Berge. Es zischte und knatterte in oen Lüften wie fernes Gewitter. Anna stand unbeweglich gleich einer Bildsäule. Als der Gutsbesitzer näher trat, schrak sie plötzlich auf. „Sie, Herr Wolfram? — Freilich, dies ist Dornauer Grund und Boden, — ich bin widerrechtlich eingedrungen." Er grüßte gelassen. „In wollte mich überzeugen, ob es in der That möglich sei, gnädige Frau. Was führt Sie an diesen — stark bedrohten Punkt?" „Ihr Kutscher hat also meine Gegenwart schon verrathen? — Nun, Herr Wolfram, ich beobachte eine Möve, das ist Alles." „Eine Möve?" wiederholte er. „Unmöglich!" „Doch!" beharrte sie. „Das Thier kommt gleich wieder. Geben Sie nur Acht." Und er blieb ne^en ihr in der geheimen Hoffnung, das Gespräch auf den Brief des Commerztenrathes bringen zu können. Ein unabweisbares Etwas sagte ihm, daß es nicht wohlgethan sei, ein derartiges Dokument in ihren Händen zu lassen- Es gibt Vorgefühle, Ahnungen, die sich gewaltsam aufdrängen; zu diesen gehörte auch der Gedanke an da» zerknitterte Blatt, welches Erich im Besitz gehabt und vielleicht voreilig weggegeben hatte. Frau Bürklin, die „Hexe", würde ja nicht zögern, von dem durch Zufall in ihre Hand gelangten Schriftstück den ausgiebigsten und wenn nöthig gewissenlosesten Gebrauch zu machen. „Da ist die Möve!" sagte sie jetzt. „Sehen Sie, Herr Wolfram!" Eine große weiße Raubmöve stand zwischen zwei Wasser- bergen flügelschlagend in der Lust, sie äugte mit gesenktem Kopfe nach einer bestimmten Stelle, an der das hohe Dünen- gras jetzt von den Fluthen gänzlich überschwemmt war; ein schriller, durchdringender Schrei bebte aus ihrer Brust hervor, sie wurde von dem stürzenden Wellenberg fortgetragen und verschwand in dem Gischt, der sie verschlungen zu haben schien. „Armes Thier!" sagte mit den tiefsten Tönen ihrer wohlklingenden Stimme die schöne Frau. „Armes Thier! Da am Uferrand lag sein Nest mit den letzten halbflüggen Jungen - und nun ist es dahin, nicht mehr zu finden, ob auch die Augen spähen und spähen. Arme« Thier!" „Sind Sie so mitleidig, gnädige Frau? „Zuweilen — und trotzdem ich Cigarren rauche. Meinen Dank übrigens für die prompte Rücksendung jenes Briefes. Ihnen fehlte der Muth, das Blatt an feine rechtmäßige Eigen- thümerin zurückzugeben, nicht wahr? Sie wollten nicht gestehen, den Inhalt des „fremden Schriftstückes" doch in aller Stille gelesen zu haben?" „ Und dann, als er wortlos vor ihr stand, lachte sie über- cküthig. „Aergern Sie sich nicht, Herr Wolfram, es ist ganz gut so. Ich behalte das Blatt." „Da ist die Möve!" setzte sie rasch hinzu. „Jede Sturm- woge läßt das gequälte Geschöpf neu wieder hoffen und spähen — da, ich bin minder grausam als die unerbittliche Natur." Ihre Rechte griff in die Brusttafche des Mantels, eine Pistole kam zum Vorschein und der Schuß krachte. Getroffen stürzte das Thier in die Tiefe hinab. Zugleich wälzte sich eine gewaltige Welle, höher als alle vorigen, auf den Strand. Bis dicht an die Ulmen rauschte das schillernde Naß, ehe es zurückwich und in tausend Tropfen zerstäubte. Erich erschrak. „Kommen Sie, gnädige Frau," sagte er. „Die Gefahr wächst von Augenblick zu AugenbliA" Anna lachte. „Sie fürchten, mich aus dem Wasser ziehen zu müssen, nicht wahr? Ich werde so oft lästig." Ehe der Gutsbesitzer antworten konnte, näherte sich dem Platze, an dem Anna und er standen, eine Anzahl dunkler Gestalten, seine eigenen Knechte und Tagelöhner, die ihre Arbeit verlassen hatten und jetzt in ziemlich bedrohlicher Haltung vor- drangen. , „Mit Verlaub, Herr!" sagte der Großknecht vom Hofe. „Nun, Schulz, weshalb arbeitet Ihr nicht?" „Daran soll's nicht fehlen, Herr. Auf ein paar Minuten wird ja die Sache doch nimmer ankommen, denke ich." „Dann sprecht rasch, Leute. Ich höre." Der Mann ballte die Faust und nach ihm thaten es alle Uebrigen. „Hier ist eine Möve geschossen worden," rief Schulz. „Ja, ja, wir Alle sind Zeugen." Anna Bürklin kreuzte die Arme, ihr schöne», blasses Gesicht leuchtete in un verhülltem Hohn. „Eine Volkrjustiz," sagte sie. „Der Zertgerst spricht. Wohlan denn, Leute, ich habe die Möve erlegt." „Ach — die verdammte Hexe! Also auch Schußwaffen trägt sie bet sich. Heraus damit!" Und der Großknecht streckte gebieterisch den Arm au». „Geben Sie mir sogleich die Pistole, Madame!" „Und wenn ich mich dessen weigere?" „Dann nehmen wir ste mit Gewalt." „Schulz, Sie vergessen sich!" „Das ist nicht wahr, Herr! Wir schießen niemals die Möven, das wissen Sie. Die Thiers bringen uns Glück, wir — 81 — schützen und schonen ihre Nester, wir füttern sie im Winter — soll da so Eine, wie diese Frau hier, Eine, die ^Cigarren raucht und rudert und reitet, uns in solcher Nacht durch ihren Uebermuth ein Unglück zuziehen? Was hatte ihr die arme Möve zu Leide gethan?" „Ha, ha, ha!" lachte die schöne Frau, daß es beinahe schaurig durch das Heulen des Sturmes in die Nacht hinaus klang. „Ja, was hatte mir doch die arme Möve gethan, daß ich ihr die Schrotkörner in’s Herz sandte?" „Wir wollen gehen," warf Erich ein. „Kommen Sie, gnädige Frau!" Und dann setzte er in französischer Sprache hinzu: „Reizen Sie die Leute nicht, Madame! Der Aberglaube in Bezug auf die Möven ist allgemein verbreitet; es wäre unbesonnen, ihm entgegentreten zu wollen." „Und meine Pistole?" fragte sie grollend. „Sollen mir Ihre Knechte Gesetze vorschreiben dürfen, Herr Wolfram?" ' Er zuckte die Achseln. „Versuchen Sie Ihr Glück, gnä- dige Frau!" Mit einem schnellen, vom Zorn dictirten Ruck flog die Waffe plötzlich weit hinaus in das schäumende Meer. „Jetzt ist ja wohl der Weg frei, nicht wahr, Ihr Leute?" „Zum Fortgehen, ja. Schieben Sie auf Dornauer Grund und Boden keine Möve wieder, Madame; er möchte sonst für Sie nicht so leichten Kaufes abgehen, wie heute." Das Gesicht der schönen Frau war weiß vor Zorn; sie hielt mit der Linken die Kapuze zusammen und verabschiedete sich, flüchtig grüßend, von dem Gutsbesitzer. „Ich empfehle mich Ihnen, Herr Wolfram." „Darf ich nicht das Vergnügen haben, Sie.bis zu Ihrem Wagen zu begleiten, gnädige Frau?" „Ich danke. Almosen nehmen war nie meine Sache." Und dann ging sie durch den tobenden Sturm sicheren Schrittes davon. Der Großknecht sah ihr kopfschüttelnd nach. „Eme Hexe ist sie doch!" beharrte er. „Em Währwolf vielleicht, die kommen in allerlei Gestalten, sagt meine Großmutter, besonders aber als schöne junge Frauen — so eine hat sie in ihrer Jugend selbst gekannt. Die war mit fremden Soldaten in das Land gekommen und trieb Nachts auf der Haide ihr Zauberwesen. Später brach dann auch eine furchtbare Seuche aus — Menschen und Thiere starben wie die Fliegen im Herbst." „Seht Ihr wohl! Und etwas Anderes ist es auch mit dieser Frau nicht; so oft sie mir begegnet, wende ich den Kopf." Erich sah von Einem zum Anderen. „Wer jetzt nicht augenblicklich zu seiner Arbeit zurückkehrt, der ist morgen ent- laffen," sagte er in befehlendem Tone. „Ja, Herr, ja." Und alle Schaufeln wurden schleunigst in Bewegung gesetzt. Das Wasser stand jetzt schon unmittelbar vor den drei Ulmen. • * * Im Schlosse brannten während der ganzen Nacht die Lichter. In dem vollständig ausgeräumten Gartensaal waren Frauen und Kinder untergebracht, in einer Scheune die Männer. Seufzer und Klagen ertönten überall, bitterliches Weinen und das Flehen geängstigter Herzen. Jever neue Windstoß schreckte die Armen hastig empor. Vielleicht begruben ja jetzt die Wogen ihr Heim, den ganzen irdischen Besitz, Alles, was sie ihr eigen nannten. Und wenn es so war — wohin dann am nächsten Morgen mit den Kindern, den Kranken? Eine bange, furchtbare Frage. Immer noch kamen Nachzügler. Das Wasser stieg und stieg ; auch die Verwegensten wagten es nicht mehr, in den bedrohten Räumen zu bleiben; sie schlichen zitternd vor Furcht und Grauen den Berg hinauf und klopften an die gastliche Thür, die sich keinem Bittenden verschloß, Alle bis auf Eine — die alte Katharina. „Ich bleibe!" hatte sie gesagt. „Es ist um meinen Anton, er soll das Licht sehen." Für Jeden und Jede hatte Ruth ein freundliche- Wort des Willkommens, einen warmen Trunk, einen Platz, an dem die Bedrängten aufathmen und neue Hoffnung schöpfen konnten. Sie hatte die Alten seit ihrer Kindheit gekannt, sie war die Gespielin der Jüngeren gewesen, Alle liebten sie und flüchteten sich zu ihr in jeder Roth des Lebens. Pastors Ruth war ein Engel, darüber gab es im ganzen Dorfe nur eine Stimme. In dieser Schreckensnacht ging sie leise waltend ab und zu; auch Cäcilie war einen Augenblick unten bei den Frauen im Saal gewesen und hatte ihre Gäste freundlichst begrübt, aber doch nicht lange, und als sie ging, sahen ihr mitleidige Blicke von allen Seiten nach. Arme Cilli! — Höchstens noch ein paar Jährchen wird sie's treiben. Auch Hans Adam wachte. „Es könnte Hilfe nöthig werden," meinte er. „Die Springfluth ist es, was ich fürchte." Ruth seufzte. „Für das Predigerhaus?'' fragte sie. „Für Alles," gab er zur Antwort. „Auch für Erichs halbfertigen Damm- Er sah heute Abend aus wie Jemand, der am Rande des Verderbens steht — so viel, dachte ich, könnte ihm der geringe Verlust nicht ausmachen." „Horch!" rief Ruth. „Was war das?" Beide hielten den Athem an. Dann kam das Geräusch wieder, sturmgetragen vom Meere herüber. „Die Kirchenglocken! — O mein Gott, nun steht das Wasser vor der Thür des Predigerhauses." Der Baron sah nach der Uhr- „Die Fluth kann eingetreten sein," sagte er heimlich seufzend. „Ich will hinabgehen." „Aber doch nicht allein, Hans?" „Es werden mich schon elliche Männer begleiten. Für Pastors brauchst Du nicht das Geringste zu fürchten, Kind; diese Mauern trotzen dem Sturme." Ruth antwortete nicht, aber als er fortging, sah sie ihm sorgenvoll nach. Welch' eine entsetzliche Nacht! Die junge Frau des Predigers war ihre liebste Freundin; das Kind hatte sie selbst aus der Taufe gehoben. Und nun saßen diese Leute, zum Tode geängstigt, auf dem dunklen Boden, den das Geflügel mit ihnen theilen mußte. Unaufhörlich tönten die Glocken; „helft! helft!" riefen diese hastigen, einander überstürzenden Klänge. Auch nach Dornau flogen die Gedanken des jungen Mädchens. Armer Erich! Nun stand er vielleicht ganz allein auf dem Schauplatze der Verwüstung, sah die Erträgnisse seines eisernen Fleißes zerschellt und zersplittert auf den hochgehenden Wogen treiben und Niemand war bei ihm, um ihn zu trösten, ihm ein gutes Wort zu geben. Wie im Traum ging Ruth von einer Stelle zur anderen. Es war ihr im Herzen so weh, als sei aller Sonnenschein für immer unter mächtig dunklen Wolken begraben und als werde die dichte Finsterniß nimmer wieder weichen. Während dessen ging Hans Adam über den Schloßhof. Er hatte den Regenrock von oben bis unten fest zugeknöpft und den Hut tief in's Gesicht gedrückt. Mit gesenktem Kopfe eilte er, so schnell es anging, vorwärts. Ein leichtes Geräusch ließ ihn aufblicken. Huschte da nicht ein weibliches Wesen den Berg hinab? Aber das war ja unmöglich. Ein Schatten mußte ihn getäuscht haben. „Wer ist da?" rief er. Keine Antwort. Und dann wurden |feine Gedanken jählings abgezogen Ein dumpfes Donnern und Krachen, ein Zerschellen und Brechen vom Dorfe her übertönte jeden anderen Laut; dann, als sich das Geräusch verzogen hatte, waren die Kirchenglocken verstummt. Man hörte nichts mehr. „Der Thurm ist gefallen," dachte Hans Adam und es durchschauerte ihn eisig kalt- „Wie traurig — der liebe, alte Thurm!" Vier oder fünf Männer schlossen sich ihm an, lauter Freisassen von Molvt, die alle ihren gütigen Gebieter von Herzen liebten und für ihn durch das Feuer gegangen wären. (Fortsetzung folgt.) - 32 Gemeinnützigem Um Fleisch recht schnell weich zu kochen, gieße man einfach, sobald dasselbe im starken Kochen befindlich ist, auf drei Pfund Fleisch etwa zwei Eßlöffel Kornbranntwein dazu. Dieses Mittel bewährt sich namentlich bei zähem Wildpret (allem Auerhuhn u. dergl.), mit welchem die Hausfrau gewöhnlich viel Aerger hat und doch keinen wohlschmeckenden Braten erzielt. ♦ * * Satinkleider. Dunklen Satin stärkt man mit dünnem Leimwaffer — man löst gewöhnlichen Tischlerleim in Waffer auf und verdünnt ihn nach Bedarf; das Leimwaffer muß so kräftig sein, daß, wenn man die hineingehaltenen Hände gegen einander reibt, von dem Klebestoff etwas fühlt. Hellen Satin stärkt man mit Gelatinewasser und plättet ihn halbfeucht. Eine Unze Gelatine und ein Quart Waffer erhitzt man bis zum Lösen- * * * Das sogenannte harte Wasser enthält viel Kalksalze, die sich beim Kochen in dem Keffel ansetzen. Man lege eine oder zwei Muschelschalen in den Kessel. Der Kalk setzt sich an die Schalen, welche nach Bedarf erneuert werden müssen. Sandtörtchen. V» Pfund gestoßener Zucker, ‘/4 Psd. Butter, ‘/i Pfund Mehl und ein Ei werden tüchtig durcheinander gemengt, klein fingerdick ausgewalkt, mit einem runden Glas ausgestochen und auf ein Blech gelegt. Alsdann bei mäßiger Hitze im Rohre gebacken. * ♦ Baumwollstrudel. Mit V2 Pfund Mehl, etwas lauwarmer Milch und Hefe wird ein Dämpfchen gemacht und dieses an einen warmen Ort gestellt. Ist es gegangen, so rührt man zwei Taffen lauwarme Milch und drei Eier daran, ebenso zwei Löffel Hefe, schlägt Alles gut ab, walkt den Teig auf einem mit Mehl bestreuten Nudelbrette mefferrückendick aus, schneide fingerbreite Streifen, streiche sie mit zerlassener Butter, thue Weinbeeren und Rosinen darauf, wickle die Streifen zusammen, bestreiche sie mit Butter an beiden Seiten, stelle sie an einen warmen Ort und lasse sie gehen. Alsdann nimmt man eine Bratpfanne oder Kasseroll, gibt Milch mit eiwas Schmalz hinein, läßt es heiß werden, gibt den Strudel hinein, backe ihn schön im Rohre und gebe ihn mit Zucker zu Tische. ♦ • Hamburger Kuchen. 250 Gramm Butter werden schaumig gerieben, 125 Gramm Zucker, sieben Eier, 60 Gr. aufgelöste Hefe, die abgeriebene Schale einer Citrone, etwas gestoßene Muskatblüthe, 60 Gramm kleingeschnittenes Citronat und 1 Kilogr. Mehl hinzugefügt, der Teig in eine flache gebutterte Form gefüllt, zum Aufgehen hingestellt, mit gehackten Mandeln bestreut und bei mäßiger Hitze gebacken. • * Schöne Gartenwege bekommst Du durch Sägespäne, grobe und feine, erstere für größere, breitere Wege, letztere für kleinere, schmale. Zu Anfang schüttet man die Sägespäne beider Sorten etwa vier Zoll dick und streut in jedem Frühjahr nach Bedarf frische auf. Alle vier bis fünf Jahre muß die alte Schicht fortgefchafft und durch eine neue ersetzt werden. Unkraut kommt in solchen Wegen nicht auf, selbst nicht die sonst gegen fast alle Maßregeln Widerstands- sähige Quecke. * Behandlung des Goldlack Der Goldlack verlangt im Winter nur ganz mäßige Wärme und es ist daher besser, wenn die Pflanzen in einem weniger warmen Zimmer stehen und erst im Januar oder Februar in das jetzige temperirte Zimmer gestellt werden, doch ist selbiges an milden Wintertagen reichlich zu lüsten. Vermischtes. Die Sonntagsjäger. Von drei Sonntagsjägern erzählt die „Schwelmer Ztg." eine Historie, die den Vorzug hat, wahr zu sein. Diese jungen Nimrods waren vor einigen Tagen von den Pächtern einer benachbarten Jagd eingeladen worden und hatten auch das Glück, ein Häslein vor ihre Rohre zu bekommen; zwei der Sonntagsjäger knallten vorbei und der dritte, der eigentlich die besten Chancen hatte, da ihm das geängstigte Wild dicht vor den Lauf kam und ein Männchen machte, legte an, schoß aber nicht. Darob natürlich große Entrüstung bei den anderen Jägern und bittere Vorwürfe auf das Haupt des Sünders wegen des Nichtschießens, worauf sich der Unglückliche mit den Worten entschuldigte: „Ick tonn nich scheiten, denn dat Dhier käik mie so trü an (guckt mich so treu an), dat et mie im Herten weih doh (weh thut), bat« selbige dout te scheiten, ick hew fon weitet Hert!" Die Jagd war vollständig unergiebig, weshalb der Mann mit dem weichen Herzen ein Häslein beim Wildprethändler sich erwarb, das gemeinsam verspeist werden sollte. Die hocherfreute Gattin, die nicht genug die Schießkunst und Treffsicherheit ihres Gatten rühmen konnte, wurde aber arg enttäuscht, als beim Ausweiden des Hasen der Abschnitt einer Postpacketadresse, den der Wildprethändler, sei es mit Absicht oder aus Bosheit, dem Thiere beigefügt hatte, sichtbar wurde. * Selbstbewußt. Junge Frau: „Erst versprachst Du, mir Alles zu Liebe zu thun; jetzt rauchst Du wieder, trinkst, fluchst ..." — Mann: „Stimmt^ Alles Dir zu Liebel" Begründeter Stolz* Dienstmann: „Na, Aujust, wat siehst De denn heite so von oben 'rab? Haste bet jroßr Loo» jewonnen?" — Droschkenkutscher zweiter Klasse: „Nee bet nich. Aber ick bin heute bestraft worden mit drei Mart wegen — zu raschet Fahren." * Tiefe Trauer. Graf* „Gnädige Frau tanzen heute gar nicht." — Dame: „Erst nach Mitternacht, Herr Graf." — Graf: „Warum denn erst nach Mitternacht?" — Dame: „Weil heute der Todestag meines .Mannes ist." Schlagfertig. A.: „Wie alt Sie werden! Beim Bart kommt Ihnen schon der Esel heraus." — B.: „Bei Ihnen fühlt er sich so wohl, daß er darin bleibt." * Der leidende Theil. Gutsnachbar: „Wie geht's denn dem Grafen?" — Inspektor: „Ich danke, ganz wohl." — Gutsnachbar: „Nicht möglich! — Ich hörte, er sei von den Gläubigern so bedrängt worden, daß das Gut bald unter den Hammer gekommen wäre." — Jnspector: „Freilich, freilich die armen Gläubiger!" ♦ * * Zu kurzsichtig. Bei Eröffnung der Hühnerjagd erschoß ein kurzsichtiger Herr aus Versehen einen Hund. „Aber sagen Sie nur," fragt der Förster, „wie konnte Ihnen denn nur so etwas passiren?" — „Ganz natürlich," entgegnete Jener; „ich bin sehr kurzsichtig, habe bei dem Hund hmten das d nicht gesehen und ihn für ein Huhn gehalten!" (Au!) ♦ * Rathlos. Herr (zum Bedienten): „Geschwind, Hülfe schaffen, Johann, meine Frau liegt in Ohnmacht! Was besinnen Sie sich denn um Himmelswillen so lange?" — Bedienter: „Ich weiß nicht, soll ich zum Arzt oder Juwelier laufen?' * * Vorsichtig. Arzt: „Wo fehlt's?" — Bauer: „Zahnweh hab' i!" — Arzt: „Und deswegen laffen Sie mich eine Stunde weit herbeiholen? Fehlt Ihnen denn sonst nichts?" — Bauer: „Ja, schon — aber was verlangen S' denn, wenn ich Ihnen Alles sag'?" Redaetion: 91. Scheyda. — Druck und Verlag der Briihl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen