wird mit i Feuer geigerührt. cd mit den« it 250 Gr. ich gegossen mit i/i Liter rufen lassen, Zucker kocht en. werden und leistet, wird rt Fläschchen Mt. Eine auf folgende rsgelesen, im sfeemühle zeit kochendem ils geschmack« Da dieser eitet werden, t Theil Milch Milch. Dar auf Vs Liter »gSwerthr t und unter« nt Phosphor« ßtocent Mag« ist von der sammeln und s Weiberl, r kreuzdumme« «eutige Unfall Neffe: „Ich löge." are sind heule tt: „Möglich! „Ach Gott, lan sich nur a lei' wie' hell' ie kleine §lse: ier Beine und „Das kann ich „der Storch. ne?" - Else- »wer machen I it. Nnterchaltrrngsblatt Gietzenev Anzeigen (Genevcrl-Anzergev) 1893. Nr. 69 ixS—W- ■2xe> WWWtzM Donnerstag, den 15. Juni. —.................. ........ ......... Verschlungene Pfade. Roman von Max Hochberg. (Fortsetzung). Die rosenrothe Ampel ergoß eine traumhaft weiche Beleuchtung durch das elegante, stilvolle Schlafgemach. Betthimmel, Vorhänge, Sessel, Teppich, Alles zeigte mattrothe Rosenbouquets auf lichtblauem Grunde. Die beiden der Länge nach in's Zimmer hineinstehenden Betten wiesen zurückgeschlagene Decken, sie waren unberührt. Auf dem Seitentischchen hob die Alabasteruhr leisen Schlages vier Mal aus. Bei diesem Geräusch richtete sich das junge Weib im cremefarbenen, mit rothem Atlas bordirten Schlafrock aus dem Fauteuil auf. „Empörend!" rief sie. „Er wollte den Herren nur ein Stückchen das Geleit geben, nun ist es vier Uhr Morgens und er ist noch nicht da!" Eben rasselten Schlüssel draußen. Man hörte es ganz deutlich durch die Stille des frühen Wintermorgens, wie der Hausschlüssel auf dem Metall entlang schleifte und Nicht gleich in's Schloß gelangte. „Ich werde mich in's Boudoir zurückziehen," überlegte Erna, „er soll das Schlafgemach leer finden. Eine Scene darf ich ihm jetzt doch nicht machen; sonst gibt es Lärm." Sie zog sich in das anstoßende Cabinet zurück und horchte. Die Schritte ihres Mannes wandten sich nach der entgegengesetzten Zimmerreihe. Er kam nicht einmal! Vielleicht wollte er ihren Schlaf nicht stören? — Sie lachte bitter bei dem Gedanken. Als ob ihm so viel zarte Rücksicht zuzutrauen war. — Wer weiß, wo sie noch gewesen und in welchem Zustand er sich befand. Sie wartete lauschend noch eine Weile; aber nichts regte sich. Dann zündete sie das vor dem Spiegel stehende Licht an, sah dabei ihr Bild im Glase und hob unwillkürlich den Leuchter höher. „Wie ich aussehe," murmelte sie, „wie übermüdet und abgespannt! Wenn mir Jemand das voravsgesagt hätte, die wenigen Wochen meiner Ehe würden mich um eben soviel Jahre älter machen!" Sie kniff im Aerger die Lippen zusammen. Mit vorgehaltener Hand den Schein des Lichtes dämpfend, durchschritt sie darauf, zuweilen horchend flehen bleibend, die Zimmerflucht bis zum Arbeitszimmer ihres Mannes. Die Thür desselben stand offen und das laute Schnarchen, das von dorther drang, verrieth zur Genüge, der Spätgekommene sei sofort in festen Schlaf gesunken. Ernas Hand, die die Flamme verdeckte, gab seitwärts ein wenig Raum. Ein verächtliches Lächeln zog die Mundwinkel der jungen Frau herab, während sie Umschau hielt. Der abgeworfene Mantel ihres Mannes lag an der Erde, die Mütze gleichfalls. Er hatte sich auf das Sopha geworfen mit vollem Anzug und Stiefeln, wie er gekommen war. Sie wollte noch einen Schritt näher Herangehen, da stieß ihr Fuß an einen auf dem Boden liegenden Gegenstand. Sie trat zurück und ließ den Lichtschein darauf fallen. Es war ein elegantes Notizbuch mit gold- aufgepreßtem, von Arabesken umschweiftem Namen, welches sie sich nicht erinnerte, bei Hans gesehen zu haben. Sie bückte sich und hob es auf. „Heinz von Götz," besagte die Aufschrist. Erna wollte, der ersten Regung solgend, das Buch auf den Platz zurücklegen, wo sie es gefunden, doch die Neugier machte sich geltend und zögernd wandte sie den Deckel um. In demselben Augenblicke machte der Schlafende eine Bewegung. Erna erschrak, ihr Hauch hatte blitzschnell das Licht gelöscht. Das Buch glitt in ihre Tasche. — Klopfenden Herzens erreichte sie ihr Zimmer. Im sterbenden Licht der Flamme war es ihr vorgekommen, als erhebe sich der auf dem Sopha Ruhende. Vielleicht hatte er sich ermuntert und wollte fein Bett aufsuchen? — Sie wartete ein paar Minuten, und da Alles im Hause still blieb, zündete sie das Licht wieder an, ging zur Thür und schob den Riegel vor, um gegen eine Ueber- raschung gesichert zu sein. Sie zog sich den Sessel zum Toilettentisch und begann, halb aus Neugier, halb aus Langeweile, des Lieutenants Notizbuch zu durchblättern; Schlaf hätte sie doch bei ihrer Erregung nicht gefunden. Sie schlug Seite für Seite um. Nichts als Gedichte! Aber was war das? — „Sonett an Asta." Das konnte nur ihrer Schwester gelten I Sie besann sich- Wo hatte sie denn ihre Augen gehabt, daß sie die ganze Zeit her nicht die auffällige Annäherung des kleinen Lieutenants bemerkt hatte. Mit stiller Wuth las Erna die Ergüsse schwärmerischer erster Liebe, in denen Asta mit tausend Schmeichelworten benannt war- Ein Gedicht reihte sich an das andere- Es war sonnenklar: Asta wurde geliebt und erhörte offenbar die Liebe des jungen Offiziers, hätte sonst dagestanden: Du wagst beit Händedruck kaum zu erwidern, Doch heiße Rothe flammt auf Deinen Wangen, Die stumme Antwort gibt den Liebesliedern. Erna nagte im Grimm an der Lippe. Sollte die Kleine haben, was ihr versagt geblieben, eine heiße, anbetende, beglückende Liebe? Nein, tausendmal nein! Das mußte verhindert werden. Sie blätterte weiter und übersprang ein paar Seiten; das letztgeschriebene Gedicht datirte vom gestrigen Abend und trug die verfängliche Aufschrift: Bekenntniß. (Am Malten- schen Buffet geschrieben.) - 274 - Satanische Bosheit spiegelte sich in Ernas Zügen, während sie die fünf vierzeiligen Verse überflog. Sie erinnerte sich, wie merkwürdig still die sonst so vorlaute kleine Schwester gestern gewesen. Und Herr von Götz hatte zur selben Zeit dies tolle frivole Gedicht gemacht. Sie hatten sich also entzweit! Das konnte aber nur der Fall sein, wenn sie vorher einig gewesen. Und die schlaue Kleine hatte sich nichts merken laffen. Der grauende Morgen sah Erna vergnügt. Das mokante, überlegene Lächeln, das ihrem Gesicht ein so unangenehm characteristisches Gepräge gab, spielte um ihre Lippen. Die Jungfer mußte ihr den Cacao in ihr Boudoir bringen. Sie leide nach dem gestrigen Trubel an nervösem Kopfweh und bitte, ihr Fehlen am Frühstückstifch zu entschuldigen, ließ sie ihrem Mann sagen. Dann schickte sie den Burschen mit einigen Zeilen für ihre Mama nach der Friedrichstraße und drückte ihr den Wunsch aus, Asta unbedingt zu Tisch bei sich sehen zu müssen; sie habe mit ihrem Mann eine kleine Verdrießlichkeit gehabt und die Gegenwart eines Dritten verhindere ein nochmaliges Daraufzurückkommen am besten. Es war keine leichte Aufgabe für Frau von Schönholz, Asta zum Ausgehen zu bewegen, aber schließlich brachte sie es durch Bitten und Ueberredung doch dahin, daß sich die Kleine, wenn auch schmollend und verdrossen, zu ihrer Schwester begab. Es ging heute sehr schweigsam zu beim Mahl. Einer war wortkarger als der Andere. Erna klagte über Kopfschmerzen, Hans sah übellaunig aus, sprach wenig und wandte sich dann meistens an Asta, die am liebsten den Mund nicht geöffnet hätte, so vollauf war sie von ihrem eigenen Leid in Anspruch genommen. Man trank gleich nach dem Dessert eine Schale Kaffee und Erna zog sich hierauf mit ihrem Besuch auf ihr Zimmer zurück. „Mach' Dir's bequem, Kleine," schmeichelte sie mit affec- tirtem Wohlwollen und strich ihr dabei glättend mit der Hand über's Haar- Sie schob ihr den Schaukelstuhl zu und placirte ihn geschickt derartig, daß die volle Helligkeit vom Fenster in der Schwester Gesicht fiel. Sie selber nahm auf der Causeuse Platz. Von da aus konnte sie Asta am bequemfien beobachten. „Nimm von dem Confect, Liebe," bat sie, „Du naschst ja gern ein wenig. Sieh' zu, ob Du etwas nach Deinem Geschmack findest. Die weißen länglichen Stücke haben Ananasfüllung. Bist Du auch noch so müde von gestern, wie ich?" Diese Müdigkeit hinderte sie jedoch nicht daran, eine lange heiße Philippika über die Schlechtigkeit der Männer loszulassen und Asta dringend an's Herz zu legen, sie solle um Himmelswillen nicht heirathen. Asta nickte, sich wiegend, geschlossenen Auges zu Allem, was ihre Schwester sagte; ab und zu gähnte sie leicht. Sie hörte kaum hin; sie grübelte immer noch und fand es nicht aus, weshalb der kleine Lieutenant sie durch absichtliches Ueber- sehen gekränkt habe. „Und glaube mir, sie sind Alle so, Alle, ohne Ausnahme," eiferte Erna. „Da heirathet man, das Herz voller Illusionen, und hinterdrein hat man die Enttäuschungen. Die Ehe folgt der Brautzeit, wie der Katzenjammer dem Rausch I Ich spreche nicht von meinem Manne allein; er ist nicht besser und nicht schlimmer, als die anderen. Aber nimm zum Beispiel einmal diesen Herrn von Götz! Scheint er nicht der reine Tugendspiegel? — Jeder hält ihn für ein Ideal von Ritterlichkeit und Zartgefühl, und er schreibt Dir Verse, — man sollte es nicht in ihm suchen —" Asta hatte im Schaukeln inne gehalten. Mit groß geöffneten Augen blickte sie auf die Schwester. „Verse macht er?" wiederholte sie lebhaft. Erna lächelte malitiös; die Kleine war auch zu dumm, sie konnte sich nicht ein Bischen verstellen. Roch hatte sie von Götz kein Gedicht erhalten, sie hätte sonst nicht so freudig erstaunt aufgeschaut; aber gleichgiltig war er ihr nicht, das ver- rieth Astas Erröthen und ihr lebhaftes Mienenspiel zur Genüge. „Verse," sprach sie, jede Silbe abwägend, „Verse, so unmoralisch wie möglich!" „Das ist nicht wahr!" rief Asta hitzig. Ihr ganze» Innere gerieth in Aufruhr. „Aber, Liebe, ich bitte Dich, weshalb so aufgeregt?" spottete Erna. „Unnützes Echauffement ist ein überflüssiger Verbrauch von Kräften und macht vor der Zeit alt. Dich gehen ja die Gedichte gar nichts an! Rur der Curiosität halber will ich Dir eines davon mittheilen. Bei jedem Verse absetzend und ihr Gegenüber mit grausamer Bosheit musternd, las sie ihr des Lieutenants „Bekenntniß". Asta saß regungslos da, den Oberkörper weit vorgebeugt, mit beiden Händen die Lehnen des Stuhls fassend, als halte sie gewaltsam an sich, um nicht aufzufahren. Sie sah leichenblaß aus, aber aus ihren Augen sprach eine unheimliche Lebendigkeit; der bräunliche Schimmer war aus ihnen verschwunden, sie funkelten wie die Augen einer Katze, die zum Sprung bereit liegt. Ein Frösteln überrieselte Erna; sie hatte die Empfindung, die Kleine müsse sich im nächsten Augenblick raubthierartig auf sie stürzen. „Nun, was meinst Du zu diesem zarten Bekenntniß?" fragte sie, nachdem sie geendet. „Hans hat gesagt, Herr von Götz habe das Gedicht gemacht," erwiderte Asta tonlos. „Liebe Unschuld, hier, überführe Dich! Siehst Du den Namen auf dem Deckel?" Erna hob das Buch und hielt es ihr entgegen. „Ungläubiger Thomas, kennst Du nicht vielleicht feine Handschrift aus der Tanzordnung?" Sie fuhr doch nervös zusammen, als die Kleine nun mit einem Satz bei ihr stand und ihr das Buch aus der Hand riß. Ein kurzer Blick nach dem Namen auf dem Deckblatt, ein Laut wie ein ersticktes Schluchzen, und Asta wandte sich von der Schwester ab und starrte auf das verhaßte Gedicht. Erna trat zu ihr, legte zärtlich den Arm um ihre Schulter und flüsterte: „Ja, nicht wahr, eine vornehme Seele?-- Aber nun gib mir da« Buch zurück!" Sie griff hastig danach; denn es war ihr plötzlich die Furcht gekommen, die Schwester möchte die ihr gewidmeten Sonetten finden. Bei der Berührung mit Astas Hand schauderte sie. „Du hast reine Froschfinger, Kleine, man erschrickt, wenn man Dir zu nahe kommt!" Asta öffnete die Lippen zu einer Erwiderung, brachte aber keinen Laut hervor. Erna ging mit zufriedenem Lächeln zum Schreibtisch, das Notizbuch über Seite zu legen. Sie wußte, Asta würde nichts vor ihr voraus haben, sie würde dem kleinen Lieutenant das Gedicht nie verzeihen. — ♦ • ♦ Am Fuß der Riesentreppe des Dogenpalastes standen zwei Damen, die sich augenscheinlich nicht Rath wußten. Ein halbes Dutzend der herumlungernden Führer umdrängten sie und boten ihre Dienste für den Sitz des Dogen an. Im wirren Durcheinander klang schlechtes Deutsch, Französisch und Englisch; denn Fremde hatte man vor sich, von welcher Nation, hatten die auf ein paar Geldstücke speculirenden Geister noch nicht weg. Die größere, eine hochgewachsene Blondine mit etwas stumpfer Nase, üppigen Lippen und wundervollem Jncarnat, schüttelte ungeduldig den Kopf und machte Miene, den Rückzug anzutreten; ihre um Haupteslänge kleinere Gefährtin, welche weniger elegant, aber nicht minder auffallend gekleidet war, sprach eifrig auf sie los. Ihr Blick wies beredt auf den elegant gekleideten Herrn, der sich schnellen Schrittes ihnen näherte. Es war Paul Werner, der, ihre Verlegenheit wahrnehmend, ihnen zu Hülfe kam. „Wollen die Damen sich meiner Führung anvertrauen?" fragte er auf Englisch. Die Blondine lächelte freundlich. „Wir nehmen Ihr Anerbieten mit Dank an," erwiderte sie in fließendem Deutsch. „Nach Ihrem Englisch halte ich Sie für einen Deutschen- Habe ich Recht?" Paul nannte Namen und Vaterstadt- Sie schien angenehm überrascht und stellte sich ihm als Mrs. Etti Webster vor. Die kleinere, schwarzbraune und ungefähr sechs bis acht Jahre ältere Dame war ihr Gesellschaftsfräulein. „Sie müssen wissen", sprach Mrs. Webster, „mit einem - 275 - E. GL Gemeinnütziges. den hat, . Will man recht große Erdbeeren für die Tafel oderzuAusstMngszwecken ziehen, so entferne man den größten Theil der Blüthen und lasse reden Stock nur 5—6 Früchte entwickeln. _ Zwiebelfaft als Leim. Das beste Klebemittel für Etiquetten auf Metallgegenstände ist Zwiebelsaft, schreibt der ''d^actische Landwirth". Wenn, was häufig vorkommt, ein Zinkgegenstand mit einer Marke, Zettel u. s. w. aus Papier versehen werden soll, wäscht man znerst den Gegenstand mit einer Losung von Waschsoda ab und streicht dann den Zwiebel» saft darauf. Das Papier wird dann aufgedrückt, und nach dem Trocknen ist es unmöglich, dieses von dem Metallgegen» stand loszumachen. * s ♦ Ein gutes Mundwasser. Aus folgenden Bestand- theilen läßt sich ein recht erfrischendes Mundwasser Herstellen: Man mischt 10 Gramm Weingeist, in welchen 1/i Gramm Salicylsäure getröpfelt worden ist, mit fünf Tropfen Pfeffer» münzöl, 40 Gramm Orangenblüthenwasser und 40 Gramm destillirtem Wasser. Diese Flüssigkeit gießt man nach starkem Umschütteln durch feines Fließpapier in eine Glasflasche und verschließt dann letztere fest. Will man dieses Mundwasser zum Zahnbürsten gebrauchen, so feuchtet man die Bürste mit dem Wasser etwas an. Beabsichtigt man jedoch, sich nur den Mund auszuspülen, so muß die Flüssigkeit durch zwei Theile Wasser verdünnt werden. Die einzelnen Ingredienzen liefert jeder Droguenhändler, Herrn aus Ihrer Vaterstadt bin ich sehr befreundet; Sie werden ihn sicher kennen, Oberst Ludwig von Strehlen?" Paul bejahte es lächelnd. „Man mag reisen, wohin man will," sagte er, „man ist international verbunden, ist unter Bekannten seiner Bekannten!" „Wir lernten uns in Rom kennen," erläuterte die Blondine, „und verbrachten den Sommer mit noch einigen befreundeten Familien zusammen im Gebirge. Ich verdanke mein Deutsch zum großen Thell dem Verkehr mit ihm. Er gedachte zum Christfest in Venedig einzutreffen und bis dahin seine Angelegenheiten geordnet zu haben." „Zum Christfest gewiß nicht," entgegnete Paul, „vielleicht zum Februar. Man schrieb mir, er würde voraussichtlich als Ziel seiner Hochzeitsreise Italien wählen." „Seiner Hochzeitsreise?" wiederholte die Blondine mit eigenthümlich gezogenem Ton. „Was sagte ich, Ettie?" t Ein verweisender Blick der blauen Augen traf die zu lebhafte Gefährtin. „Colonel Strehlen galt nicht für verlobt unter unseren Bekannten, daher Harriets Erstaunen," entschuldigte sie die Gesellschafterin. „Er verlobte sich erst im November," erklärte Paul, „mit einem Fräulein von Malten." waren zu der Zeit weiter gereist und kamen außer Fühlung, sonst hätten wir die Anzeige erhalten." Man betrat den Saal des großen Rathes. _ Werner war froh, abbrechen und sich weitere Mitthetlungen über die Braut des Colonel Strehlen ersparen zu können. Er nannte ihnen einige der berühmtesten Dogen, deren Bildnisse dre Wände jenes Saales decken und machte die aufmerksam Lauschenden mit den großen Schöpfungen der italienischen Meister bekannt, mit welchen die einst so mächtige Republik zu ihrer Verherrlichung den Dogenpalast geschmückt. Beim Auseinandergehen gab ihm Mrs. Webster ihre Adresse m t der Bitte, sie aufzusuchen, sollte er einmal Zeit für sie erübrigen können. Paul versprach, von ihrer gütigen Erlaubniß Gebrauch zu machen, und es war ihm nicht blos eine höfliche Redensart damit. Die schöne Wittwe aus Chicago mit den wundervollen I "En, den großen Augen und dem etwas müden, gelangweilten Anstrich erregte sein Jntereffe. Er suchte die Damen nach einigen Tagen auf. Man unternahm einen Ausflug nach dem Lido und verabredete sich für den kommenden Tag zur Besichtigung des Palazzo Trevifan. Aus der zufällig gemachten Bekanntschaft entspann sich ein regelrechter Verkehr. Pauls Abende wurden ausschließlich MrS. Websters Eigenthum. Sie kannte bald alle seine Freunde und Bekannten nach seiner Schilderung. Rur in Bezug auf die Braut ihres Freundes S rehlen fand sie ihn sehr schweigsam. Stolze Erscheinung, edle Züge, schöner Teint, große blaue Augen und blonde Locken, diese Beschreibung des äußeren Menschen genügte ihr nicht; sie wollte mehr von ihr wiffen. Er zuckte die Achseln und bedauerte, sie zu wenig zu kennen, worauf Harriet scherzend einen MM»» öon ber mm am wenigsten spricht, erhält Run traf es sich kurz danach, däß Paul, im Eifer, den Ewmf eines Palastes zu zeigen, über dessen Stil man streitig Ä statt seines Taschenbuches jenes Futteral mit dem Bilde Georgs au» seiner Brusttasche langte. Mrs. Webster sehen, was es enthielt. Sie merkte, es war ihm peittli$, den Inhalt zu zeigen. Das reizte sie noch mehr. Die blauen Augen richteten sich vorwurfsvoll auf ihn. ''So Fs ein Geheimniß für mich? Und ich wähnte, wir seien Freunde! —" I Er zog das Portrait hervor und hielt es ihr hin, ohne ein erklärendes Wort hinzuzufügen. I „Erriet sprang neugierig hinzu und legte ihren schwarzen Krauskopf an Mrs. Websters Schulter, um es auch zu betrachten. Sre schien eigentlich weniger Gesellschafterin, sondern mehr Vormund und Freundin ihrer schönen Herrin zu sein. I (Fortsetzung folgt.) I kann die Welt kein Glück verleiht dem gleich, das sie entrafft, 1 Wenn im jungen Herzen schon verschlackt die Gluth der Leidenschaft. Auf der weichen Wange nicht allein vergeht das frische Roth, Auch des Herzens zarte Blüthe welkt, eh' die Zeit der Jugend tobt. Deren Kraft auf Trümmern morschen Glücks sich muthig noch ermannt. Sie treiben durch ein Meer von Schuld und Wollust fern vom Strand: Es irrt ihr sturmgepeitschter Kiel auf wildverlor'nem Pfad Und strebt umsonst zur Küste, der er nimmermehr sich naht. Und so wie Grabeskälte stumm und hart senkt sich's herab auf's Herz, Empfindungslos für fremdes Leid, träumt's kaum vom eig'nen Schmerz' Die Quelle milder Thränen hält ein starrer Frost umfaßt, Und glänzt's zuweilen auch im Äug' — es ist des Eises Glast. Ob auch die Lippe lacht und scherzt und Lust die Brust entfacht, Wenn nicht der Schlaf das Äug' mehr schließt in später Mitternacht, So ist's doch nur wie Epheu, das um morschen Thurm sich rankt, Von außen immer frisch und grün, doch innen welk, erkrankt. O könnt' ich fühlen noch und sein, wie ich gefühlt und war, Und weinen, wie ich einst geweint um manches alte Jahr — Wie selbst der bitt're Wüstenquell dem Wand'rer Labung gönnt, So wär' mir jede Thräne süß, wenn ich noch weinen könnt'. An Bord S. S. Westernland, 23. Mai 1893. Strophen für Musik. Nach dem Englischen des Lord Byron. _ A Die Düngrmg des Spargels. Man gibt Spargelfetdern, fobald man mit bettt Stechen aufgehört 50 Gramm Chilisalpeter pro Quadratmeter und bringt diese Düngung nut Hilfe der Hake in den Boden. Vier Wochen später kann man nochmals 30 bis 40 Gramm Salpeter pro Quadratmeter geben. F - 276 Schmutzige Strohmatten werden sauber, wenn man eine Handvoll Kochsalz in warmem Wasser auflöst, eine scharfe Bürste hineintaucht und die Strohmatten gehörig mit dem Salzwaffer abbürstet. Sie werden weiß und schön. • Um Fußböden Weitz zu scheuern, nehme man nicht Seife, sondern einen Theil ungelöschten Kalk und drei Theile Sand. In diese Mischung wird die Putzbürste getaucht. Diese Art, zu reinigen, stellt sich billiger, als die mit Seife, nimmt allen Schmutz fort, tödtet vorhandene Jnsecten und macht rein weiß, doch muß mit klarem Wasser nachgespült werden- Alle Kleidungsstückevom Kopf bis zur Zehe, welche einen Körpertheil übermäßig drücken — zu feste Halsbinden und Krägen, Strumpfbänder, Corfett, Leibgurte, Schuhe — und welche dadurch besonders die Blutbewegung hindern, sind der Gesundheit nachtheilig. Leibgurte sind überhaupt zu meiden und durch elastische Beinkleidhalter zu ersetzen. * ♦ Lederschwärze. Eine gute Lederschwärze wird nach der „Leipziger Färberzeitung" hergestellt durch Lösen von 500 Gramm schwefelsaurem Eisen und 15 Gramm Weinsäure in einem Liter Wasser einerseits und durch Abkochen von 750 Gramm Blauholz mit 8 Liter Wasser auf 500 Gramm und Zusatz von 100 Gramm Traubenzucker andererseits. Beide Lösungen werden gemischt. Kräftigere Schwärze erlangt man, wenn man der Blauholzabkochung noch 12 Gramm Anilinblau, schwarz zusetzt. Man entfettet das Leder mit verdünntem Ammoniak (1:25) und trägt die Schwärze mittels einer Bürste auf. # # ♦ Sauere Nieren aus süddeutsche Art. In 70 Gramm Butter röstet man zwei Eßlöffel voll Mehl braun, thut eine feingehackte Zwiebel nebst mehreren in dünne Scheibchen geschnittenen Kalbs- oder Hammelrnieren hinzu, läßt beides ziemlich weich dünsten, gießt Liter kräftige Fleischbrühe und etwas Essig an, würzt die Sauce mit Salz und Pfeffer und läßt sie unter öfterem Umrühren vollends weichkochen. Oder: man schwitzt die Zwiebel und die Nierenscheibchen zuerst in Butter weich, thut Pfeffer und Salz hinzu, stäubt einen Löffel Mehl darüber und verkocht dann das Ganze mit Fleischbrühe und Essig. * , ♦ Dunkle Kleidung. Ein englischer Arzt sagt in dieser Beziehung: Es ist nicht allgemein bekannt, daß ein Mann, welcher in Krankenzimmern schwarze oder dunkle Kleider trägt, empfänglicher für ansteckende Krankheiten ist, als derjenige, welcher mit helleren Stoffen bekleidet ist, weil die feinen Theile, welche von den kranken Körpern ausströmen, viel leichter von dunklen als von Hellen Stoffen aufgesaugt werden. Dies läßt sich erproben; so wenn man ein Helles und dunkles Gewand fünf Minuten lang dem Tabakrauch aussetzt, wird man finden, daß das dunkle stärker nach Tabak riecht und den Geruch länger festhält als ein Heller Stoff. Im Zimmer, wo ansteckende Krankheiten herrschen, sollte man deßhalb keine schwarzen und dunklen Gewänder tragen- Vermischtes. Dante und seine Katze. Dante behauptete einst gegen seinen Freund Getto, daß die Kunst doch noch mächtiger fei als die Naturtriebe, und führte zum Beleg für diese Be- Häuptling seine Katze an, die er so abgerichtet habe, daß sie mit gänzlicher Ueberwindung ihrer natürlichen Furchtsamkeit in ihren Pfoten ein brennendes Licht halte, wenn er Abends lese. — „Das muß ich erst selbst sehen, ehe ich es glaube," meinte Getto. Es wurde denn nun ein Abend für die Be- weisführung bestimmt. Getto fand sich zur verabredeten Zeit mit einer verdeckten Schüssel ein. Dante fetzte sich, Getto nahm ihm gegenüber Platz und sah wirklich, wie die Katze geduldig ras Licht mit den Pfoten hielt. Plötzlich hob Getto den Deckel von der mitgebrachten Schüssel und ein paar Mäuse sprangen jeraus, die Katze ließ sofort das Licht fallen und sauste den Mäusen nach. „Die Natur hat gesiegt I" sprach Dante mit leichtem Lächeln. * , ♦ Durch die Blume. Herr (zu seinem Freunde, der ihm etwas auf dem Glavier vorspielt): „Du, sobald 'ne Pause kommt, thu' mir den Gefallen und halte sie ein paar Stunden lang 1" „Dito." D'r Hannes hat sich Geald gespoart, Geleabt stets treu ean billig, Ean woas he schafft, doas hat e Oart, Zoum Earwern woar heh willig, Ean wäi nachher sei Ahler kohm, Do wollt he schiene Doahe, Er nahm sein Krempil ean sein Krohm, Eas ean di Stoadt gezoahe. Etzt ean d'r Stoadt — do woarsch em Recht, Do leabt ’r ohne Soarje; Hat he ka Geald, ean gongs em schleacht, Do mußt d'r Kaufmann boarje. Kohm dann d'r Zinsdoag irscht eroh — Ean krog 'r wirrer Gelle, — Do fing 'r meat bezoahle oh, Nix haßt d'r mih — wäi Schelle. D'r Kaafmann hat em ahnst emol E Reachning zougescheckt, D'r Hannes, der eas dozumoal D's irschte maal erschreckt. Do stann d'r Kaffii-Sirregoat, D'r Kwetschehoing deneawe, — Doach weirer uf d'm Reachningsbloat Deals voll von „Ditos" weawe. D'r Hannes denkt, douh hoast doach nait Ach „Ditos" zou bezoahle! Jmsost m'r doach sei Doatte Mit; Dem will ich ebbes moale. Er rauft sei Fraah, di Life her — Meat ihre decke Dappe — Ean freckt se woas e „Dito" wer, Däi he nu sollt berappe. Di Life säht: Aich waas es näit, Gih dou zoum Kaafmann sealwer, Kan Fennig er fir „Dito" Mit, Der hält uns domm, wäi Kälwer. Ean wann er uns däi näit erläßt, Do gih m'r zou eam annern, ES eas joa groad aach näit d's best, Von ahm zoum annern wanncrn. Zoum Kaafmann nu d'r Hannes kohm, Ean mächt em Virhalt driwer, D'r Kaafmann dann di Reachning nahm, Eatzt lacht 'r laut do driwer. Ear legt d'm Hannes alles aus, Woas „Dito" häßt eam Loahre; D'r Hannes lacht sich aach noch aus, Er hat de Spoatt beim Schoare. Dann kohm er haam — in aaner Fraad Säht säi: Eas nochgeloasse, Woas „Ditos" sei, hoats he gesaht, Hoats ihn aach näit verdroasse? D'r Hannes brommt ean sich enean — M'r soah em etzt sei Wuth oh: — Ear Hot gesaht, doas domm mir wearn, En Schofskopp aich — dou „Dito". Hugo Bach-Friedberg. Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.