KKKWA >urg als und der ,ge gehaltenen ereins in Ber« tein über den hland im All- arzwalde auch ert sich, um ilde geschaut, ch ein eigenpolnisch und trotzdem ihm die Weisung man es bis i in Ciceros nd das Hoch- ,tb hinausge- unnen strömt Menge. Das . . . . Eine i nicht unter- rau eben erst eiße Rosen, in ien die Raute, en, Krain und n oder Kränze 18 „Schäppeli" ) in Norwegen, n Bayern und litter, bei den en Altenburger t aus kostbarer z bereits Heid- iter gegen ihn; , den christlichen Dämon Gold. Original - Roman von W. Höffer. Herz hinein, wahrhaftig. Aber Du kannst doch unmöglich be- haupten, daß ihr Tod unerwartet kam?" Ruth sah plötzlich auf. „Dieser Tod, Hans?" „Ach, Unsinn! Wer glaubt wohl an ein derartiges Märchen?" „Du siehst doch, daß Fräulein Malten —" „Alle Worte ohne Inhalt hervorsprudelt, ja. Ich sagte Dir schon bei einer früheren Gelegenheit, daß mir diese Persönlichkeit gar nichts gilt und dasselbe wiederhole ich auch heute. LaßMe ein wenig grollen, mich kümmert es nicht, und nebenbei --hast Du ihr auch thatsächlich eine sehr kühle Behandlung angedeihen lassen, das ist auf keinen Fall zu leugnen." Ruth nickte. „Gewiß, Hans. Die Person war mir von jeher zuwider wie eine Schlange, die sich am Wege zum Knäuel ringelt, um aufzuschnellen und zu beißen, wenn der Augenblick dafür gekommen scheint. Das empfand ich und daraus habe ich ihr nie ein Hehl gemacht." Der Baron lächelte. „Du mußt also zugeben, daß Fräulein Malten Dir gegenüber zur Liebe nicht verpflichtet ist, Ruth!" Seine Schwägerin trocknete ihre Thränen. „Soll sie hier im Hause bleiben, Haus?" „Natürlich nicht. Aber ich kann sie doch unmöglich in dieser Stunde durch einen Bedienten aus dem Hause weisen lassen." In Ruths Augen flammte ein plötzlicher Blitz'. „Gerade das habe ich erwartet!" rief sie im Tone unterdrückter Leidenschaft. „Vergißt Du ganz, welche tödtliche Beleidigung sie mir zugefügt hat?" Er wiegte heimlich lächelnd den Kopf. „Das fällt in sich zusammen, wenn die Aerzte ihren Jrrthum bekennen müssen, Ruth." „Das meinst Du? Dadurch wäre die Verleumdung, wäre der dreiste Angriff ungeschehen gemacht? Wenn man mir zutraut, ich könne wohl einen Mord vollbracht haben, kommt es dann noch darauf an, ob ein solcher vorliegt oder nicht?" „Das glaube ich doch, kleine Ruth. Es wird ein Wort gesprochen und verhallt gleich tausend anderen — man muß nicht Alles auf die Spitze treiben, muß gelegentlich weder sehen noch hören können." Ruth schauderte. Es war ihr, als fei in ihrem Innern eine Saite, die bisher einen vollen und reinen Klang gegeben, nun jählings zerrissen, als liege der Altar, an dem sie bisher gebetet, zerschlagen und zerschellt am Boden. Eiseskälte rieselte durch alle ihre Adern, sie hielt sich nur mit Mühe aufrecht. „Hans," sagte sie halblaut und traurig, „Hans, Du nimmst Aller — Alles auf die leichte Achsel." (Fortsetzung). Ein eigenthümliches Lächeln des Arztes war Alles, was dieser antwortete. „Ich kann leider nicht umhin, die Erlaub- niß zu weiterer Behandlung der Leiche vor der Hand zu verweigern," sagte er. „Das Zimmer muß verschlossen werden, und Niemand darf es betreten." „Aber, Herr Doctor!" rief in zornigem Tone der Baron „Sie vergessen, wo Sie sich befinden." Der Arzt nahm seinen Hut. „Keineswegs," versetzte er. „Aber die Gesetze haben für uns Alle gleiche Geltung. In zwei Stunden bin ich mit dem Herrn Physikus wieder hier." „Und das kann mir nicht erspart bleiben?" rief Hans Adam. „Unmöglich." Nach diesem letzten Worte wurde weiter nichts gesprochen. Der Baron nahm, nachdem Alle hinausgegangen waren, den Schlüssel des Zimmers, an sich und der Arzt fuhr sofort zur Stadt zurück. Auf dem Corridor berührte Ruth den Arm ihres Schwagers. „Hans, glaubst Du von mir, daß ich — ich —" Er fuhr mit der Hand durch das Haar, eine Bewegung, die ihm bei großen Aufregungen zur Gewohnheit geworden war. „Das wird sich ja aufklären," sagte er. „Er ist Unsinn, nur daran zu denken. Weshalb solltest Du es qethan haben?" Sie schizttelte den Kopf. „Das frage ich Dich nicht, Hans. Aber könntest Du mich einer solchen Abscheulichkeit fähig halten?" „Thorheit. Die Malten und Du, Ihr hattet eine Aversion gegeneinander, daher spricht sie jetzt Worte, von denen ihre eigene Ueberzeugung nichts weiß. Man darf ja dergleichen nicht auf die Goldwaage legen." «Aber, Hans, Du —" Er öffnete die Thür des Bibliothekzimmers und ließ sie eintreten. „Die Dienstboten brauchen doch von unserer Unterhaltung nichts zu hören, Ruth." Das junge Mädchen ließ sich schwer in einen Sessel fallen. „Du sprichst so ruhig, Hans," sagte sie bitterlich weinend, „so ganz gelassen, sals ob nicht ein entsetzliches Unglück geschehen wäre. Ich verstehe Dich nicht." Er ging langsam auf und ab. „Gott weiß, wie tief mich Cäciliens Verlust erschüttert," seufzte er, „bis in'« innerste Erzherzog rothbärtige issen, theils Lchaar der i Ende des rg auf, der heranwälzt. I, öS kommt Trompetendes tausend- r — und . . Am Brautzug Heu Hochköstlichen d Brocat, befolge, in i Wagen mit polenlandes. die Fürsten Nr. 19 r .. 181? 3. wJ V ... > - t_z(3—— *■ G'-2 1S-? •+ $x5)—H" Unterchaltrrirgsblash 311m Grshenev AmzeigsV (Gsnsval-Anzeiger) Dienstag- den 14. Februar. — 74 * Das Zimmer, welches sie bewohnte, lag am Ende de» Corridors. Ruth schlüpfte aus der Thür und lauschte. t u Sie ging nun kurz entschloflen quer über den Flur und geräuschlos in das Garderobenzimmer hinein. Es hmter sich zu verschließen, hätte Verdacht erregen können und so blieb denn die Thür offen. Hierher würde ohnehin sicherlich Niemand ungerufen kommen. Ruth öffnete die Thür zum Sterbezimmer, schlüpfte durch die Vorhänge und stand nun dicht neben Cäciliens Bett. In ihre Seele kam nicht allein keine Spur einer thörichten oder abergläubischen Scheu, sondern sie wandte sich zunächst zu der Todten und legte weinend ihren Kopf aus die Brust derselben. „Cilli, meine liebe, liebe Cilli - Dich sollte ich gemordet Ein Strom von Thräne« erleichterte das gequälte Herz; Ruth fühlte sich von allen Kräften verlaffen, daß es ihr eme Anstrengung war, sich aufrecht W halten u«b,. des Zimmers vorzunehmen. Vor ihren Blicken drehten sich die Verzierungen der Tapete im Kreise, unter ihren Füßen schwankte der Boden; es war, als werde die Ohnmacht von vorhin nochmals zurückkehren. - „„ Ruth hielt sich an jedem ergreifbaren Gegenstände, um nicht zu fallen; bunte Farben erschienen vor ihren Blicken, sie war halb bewußtlos- , , , . Dann entsann sie sich des Tisches, aus dem tnt anstoßenden Zimmer eine Flasche mit irgend einer stärkenden Essenz zu stehen pflegte. Mühsam gelangte sie dahin und zog den Kork ^^ÖleAanb Cäciliens Schreibtisch, das Ruhebett, aus dem sie fast immer zu liegen pflegte, ein Schrank mit ihren^ Lieb- lingsbüchern — neue brennende Thränen verdunkelten die Augen des jungen Mädchens. । S^seM sich bannen Schreibtisch und legte das Gesicht in beide Hände- Weinen, bitterlich weinen, das schien Alles, was an Glück und Freude vom Leben noch übrig geblieben war- Dann schlug die Thurmuhr und Ruth fuhr auf. In einer halben Stunde mußten die Aerzte hier sein. Sie raffte ihre schwindenden Kräfte gewaltsam zusammen und suchte überall nach der verschwundenen Pulverschachtel. Sollte Cäcilie dieselbe in den Papierkorb geworfen haben? Die bebenden Finger durchwühlten den Inhalt- Was war das? Ein ganz frischer Briefbogen, halb zerknittert — Und Ruth faltete das Blatt auseinander. Es trug das Datum des gestrigen Tages, und zwar von Cäuliens Handschrift, aber außerdem nur zwei ganz erhaltene Worte: I SOlcinc licbß A—" Hier war offenbar die Feder aus einer todesmatten, zitternden Hand gefallen, die schwarze, brs zum Raube des Papieres gehende Spur bewies es deutlich genug; Cacrlie hatte wahrscheinlich ein neues genommen und das unbrauchbar gewordene in den Papierkorb geworfen- Ruth fühlte, wie ihr alles Blut zum Herzen strömte, wie sie dre Aufregung dieser Minute kaum zu ertragen vermochte. Also nicht ihren nächsten Angehörigen galten die letzten irdischen Gedanken der Verstorbenen, sondern jener Anderen, Fremden, die Ruth so sehr verabscheute, die sie für.treulos und hinterlistig hielt. Eine bittere, schmerzvolle Entdeckung Ob wirklich ein zweites Schreiben begonnen und vollendet worden war?' Das ließ sich schwer ermitteln. Ruth öffnete den Schreibtisch, deffen Schlüffel gegen alle Gewohnheiten im Schlöffe steckte. Hier war, wie es schien aufgeräumt; eine Kassette mit Briefbogen und Umschlägen lag offen vor den Blicken der jungen Mädchens. Das Billetpapier hatte Ruth persönlich vor Kurzem in der Stadt gekauft, es trug Cäciliens Monogramm und lenkte , durch diesen Umstand die ziellos schweifenden Gedanken de» : jungen Mädchens plötzlich auf sich. . . , Die Enveloppe war gestern geöffnet worden; das sah man. Es mußte fich nun ausweisen, ob mehr als nur ein Brief- neben!" Bei diesem Gedanken schien Nacht und Finsterniß das ganze Leben zu umhüllen. Ruth setzte sich in die dunkelste Ecke des Zimmers und lehnte den Kops gegen die Wand; sie schauerte vor Frost. Alles, Alles dahin! Und dann flogen die Gedanken zu der Tobten. Fremde Augen würden durch ihre Blicke die Leiche entweihen, fremde Hände sie berühren. Es kamen vielleicht Gerichtspersonen, um das Zimmer zu durchspähen. Ach, wenn die Pulverschachtel gesunden wurde! Jetzt klopfte das Herz des jungen Mädchens doch schneller. Sollte sie selbst noch einmal gründliche Umschau halten? Zwar trug Hans Adam den Schlüffel des Sterbezimmers in der Tasche und er hatte sein Wort gegeben, Niemand hinem- zulaffen, aber da war ja außerdem noch ein Nebeneingang, eine Tapetenthür, die in da» Garderobenzimmer führte und gewöhnlich durch einen Vorhang verhüllt wurde — von dort aus konnte man unbemerkt zu der Leiche gelangen- Ruth horchte. Auf dem Corridor schien sich Niemand zu befinden. Gewiß flüsterten die Dienstboten miteinander über da» entsetzliche Ereigniß dieses Morgens; man stand in Gruppen zusammen und tauschte Bemerkungen, hämische oder mitleidige, je nachdem- Vielleicht hinderte auch die abergläubische Scheu vor dem Tode die Leute, ohne zwingende Nothwendigkeit an Cäciliens Thür vorüberzugehen. Keine Stimme, kein noch so leiser Schritt wurde gehört- Aber Adele? Wie war es mit ihr? Da» war das Wort, welches er nicht hören konnte, ohne I aufzubrausen. Auch jetzt stieg das Blut heiß in sein Gesicht, aber er bezwang sich gewaltsam und legte leicht die Hand aus den Kopf des jungen Mädchens. Ruth, es kommt doch in diesem Augenbltck emzig und allein"darauf an, daß wir uns nicht entzweien," sagte et nut unverkennbarer Bedeutsamkeit des Tones- „Laß nichts zwischen uns treten, auch nicht das Bild dieses Fräuleins Malten- Ste verläßt das Haus und wir erinnern uns ihrer nie wieder- Eine unwillkürliche Bewegung des jungen Mädchens brachte ihren Kopf aus dem Bereich seiner Hand. Ruth fühlte etwas wie Erbitterung in sich aussteigen, etwas, deffen tiefften Grund sie selbst nicht begriff, das aber da war und seine Herrschaft aUSÜ&,3* habe kein Recht, Dich zu tadeln, Hans," sagte sie traurig. „Ach, wären doch die nächsten unseligen Stunden erst DOtiibct I,# Du brauchst ja an den Einzelnhetten derselben in keiner Weise theilznnehmen, Ruth. Lege Dich wieder hin und ruhe au»." , . ,,, Aber sie schüttelte nur den Kopf. „Ausruhen m solchem Augenblick! — Ja, wäre es im Grabe!" , , Und dann verließ sie die Bibliothek, obgleich fich der Baron alle mögliche Mühe gab, sie noch zurückzuhalten; ihr war das Herz zum Sterben schwer. Zwischen gestern und heute schien eine Kluft zu liegen, tief und unabsehbar, durch nichts in der Welt wieder auszufüllen. Ein trostloses Gefühl beherrschte die Seele des jungen Mädchens, jenes Etwas, das die Dinge rings umher gleich me die obschwebenden Verhältniffe leer und tobt erscheinen läßt. Da ist keine Furcht unb keine Hoffnung, kein Verlangen nach Diesem ober Jenem, selbst nicht nach bem Schlafe; es ist Alles erstorben, bahin. , ~ n , Ruth sah in ihrem Zimmer aus bem Fenster, ohne zu bemerken, was auf bem Schloßhofe geschah; ste versuchte es, an bestimmte Dinge zu beulen, aber immer wieber zerriß bet gaben. Nur Eins hastete in ihrer Erinnerung — Adele hatte sie indirect, aber in nicht mißzuverstehender Weise als Giftmischerin, als Mörberin ihrer Schwester bezeichnet, unb bas sogar vor ben Ohren des fremden Arztes. Sie rang die Hände wie außer sich. „Und Hans Avam konnte über dieses Wort spielend, mit einem Lächeln hinweg- - 75 - bogen, namentlich aber, ob auch ein Unischlag fehlte. Im letzteren Falle war ein Brief geschrieben worden. Ruth zählte in fliegender Hast. Achtundvierzig Blätter und neunundvierzig Umschläge — Cäcilie hatte der Gesellschafterin eine letzte, wahrscheinlich ihre Bitten und Anordnungen enthaltende schriftliche Mittheilung hinterlassen. Ruth sprang hastig auf. Ihr erster Gedanke war, den zerknitterten Briefbogen in Hans Adams Hände zu legen, aber schon im nächsten Augenblick ließ ste muthlos die Arme sinken. Er würde das Blatt zerreißen und lächelnd sagen: „Weshalb so viel Staub aufwirbeln? Man kommt nur in das Gerede der Leute, etwas, das ich verabscheue." Nein, ach nein, Hans Adam war nicht der Mann, um ihm ein so schwerwiegendes Beweismittel anzuvertrauen. Ruth faltete das Papier mit dem Monogramm und der Handschrift ihrer Schwester zusammen und verbarg es in der Tasche, dann suchte ste bebend vor "Aufregung weiter nach der Pulverschachtel, ohne dieselbe finden zu können. In beiden Zimmern blieb klein Winkel undurchforscht, aber ganz ohne Erfolg. Von den verlorenen fünf Pulvern zeigte sich nichts. Schwerer und schwerer wurde noch das Herz des jungen Mädchens. Cäcilie hatte sich selbst den Tod gegeben und hatte die Spuren dieser unseligen Handlung sorgsam verwischt, vielleicht um den Ihrigen für immer die Kenntniß derselben zu entziehen. Noch einen letzten gramerfüllten Blick sandte Ruth durch das Gemach. Nichts! Nichts! Jede Mühe war vergebens. Und dann wandte sie sich zu der Tapetenthür, um ihr eigenes Zimmer wieder zu erreichen. Was war das? Der Drücker widerstand. Ruth strengte alle ihre Kräfte an, einmal, zum zweiten Male, aber ganz umsonst. Die Thür war verschlossen. Ein Strom von Hitze rann durch alle ihre Adern; ihre Gedanken begannen sich zu verwirren, angstvoll rüttelten die Hände am Thürdrücker. Da klang von der entgegengesetzten Seite her ein leises, kaum vernehmbares Lachen, das wie ein spitzes Messer in Ruths Herz zu dringen schien. Adele! — Sie war es. „Fräulein Malten!" rief außer sich das junge Mädchen- „Fräulein Malten, schließen Sie augenblicklich die Thür auf!" Dasselbe Lachen tönte von drüben, nur lauter, deutlicher, dann glitt ein leichter Fuß im Garderobenzimmer über den Teppich und die Thür zum Corridor wurde geöffnet und wieder geschloffen. Adele hatte sich an der Todesangst ihres Opfers geweidet und war dann leise davongeschlichen. Ruth versuchte es nicht, sie zmückzuhalten. Vielleicht ließe sich ja das Schloß gewaltsam öffnen. Sie probirte es mit einer Messerklinge, der einzigen ihr zu Gebote stehenden schwachen Waffe, aber umsonst. Der Schlüssel steckte — es ließ sich in dieser Weise gar nichts machen. Ruth fühlte, wie ihre Gedanken wanderten, sich verwirrten. Wohin ging denn das anstoßende Zimmer? Ach — es war eine Außenwand, die dasselbe abschloß, ganz ohne Thür — jetzt wußte sie es. Von daher konnte keine Hilfe kommen. Ruth klopfte auf den Fußboden- Die dichten Teppiche dämpften den Schall und überdies befand sich unter dem Zimmer der große Gesellschaftssaak, ein Raum also, der verschlossen gehalten wurde und in dem sich Niemand aufhielt. Auch hier war jede Mühe vergebens. Düs junge Mädchen öffnete einen Fensterflügel. Der Wind trieb ihr die Schneeflocken in vollem Strome entgegen. Eiseskälte fluthete herein und belebte für Secunden die Nerven der Erschreckten, auf das Aeußerste Geängstigten. „Hilfe! - Hilfe!" Aber wer sollte die Bitte um Erlösung hören, wer ging überhaupt bei dem wilden Schneetreiben hinaus in den Garten? „Hilfe! - Hilfe!" Der Ton verhallte ungehört. Die Dienstboten saßen sämmtlich in der erwärmten Küche bei einander und erzählten sich mit gedämpfter Stimme von ähnlichen Fällen, wie der oben geschehene. Sie hätten vielleicht den Hilferuf des jungen Mädchens, wenn derselbe zu ihnen gedrungen wäre, für die Stimme der ruhelosen Seele gehalten und sich voll abergläubischer Furcht noch enger zusammengedrängt; so aber hörten sie nichts, auch nicht, daß Ruth voll Verzweiflung gegen die Wände und den Fußboden schlug, nicht, daß sie laut und ängstlich den Baron bei seinem Namen rief. „Hans! — Hans!" Es blieb Alles stumm. Ruth eilte von einem Fenster zum anderen. Es war ja doch möglich, daß Jemand in den Garten kam- Dann sah sie durch das Schneetreiben einen schwarzen Punkt, der int schnellen Schritt heranrückte. Es war der Jagdwagen, mit dem die Aerzte aus oer Stadt hierher zurückkehrten. Ruth faltete die Hände; das Bewußtsein verließ sie. In eine zweite, noch tiefere Ohnmacht sinkend, fiel sie lautlos auf den Teppich. (Fortsetzung folgt) Km Hloman aus dem Leöen. Auf einer Ziegelei in der Nähe der Kreisstadt Arnswalde (Neumark) lebte vor wenigen Jahren ein Brennerei-Jnspektvr Namens Lanzino, Tyroler von Geburt. Er war durch einen unweit genannter Stadt ansässigen Landsmann für seine gut dotirte Stelle empfohlen worden und siedelte mit seiner Frau und seiner zwölfjährigen Tochter nach der neuen Heimath über- Sein Familienleben war kein glückliches. Die Ehe wurde gesetzlich getrennt und die Richter hatten die fernere Erziehung der Tochter dem Vater zugesprochen. Die Mutter kehrte nach den heimathlichen Bergen zurück, ohne dem zurückgebliebenen Kinde von ihrem jeweiligen Aufenthalte jemals Nachricht zu geben. An die Tochter, welche sich zu einem Mädchen von berückender Schönheit entwickelt hatte, traten plötzlich die schwersten Sorgen heran- Ein schweres Lungenleiden, welches der Vater in Ausübung seines Berufes sich zugezogen hatte, zwang ihn, seine Stellung aufzugeben. Die ihm vom bisherigen Prinzipale großmüthig gewährte Unterstützung reichte zu dem durch die Kosten der Krankheit vertheuerten Lebensunterhalte nicht aus. Die fleißige Tochter griff zur Nadel, um das Gleichgewicht im Haushaltsetat herzustellen ..... sie fertigte noch in später Nacht, wenn der Vater die Augen zum Schlummer geschlossen, Goldstickereien für ein großes Geschäftshaus. Aber die tückische Krankheit schritt unbarmherzig weiter und raffte jhr Opfer endlich dahin. Der Schmerz des jungen Mädchens war grenzenlos ... verwaist stand es in der weiten Welt, da es auch von der Mutter nie wieder etwas erfahren hatte. Das arme Kind sollte den Becher bitteren Geschickes bis auf den Grund leeren. An demselben Tage, an welchem der Vater zur ewigen Ruhe gebettet worden war, traf ein Brief aus fernem Lande ein. Derselbe kam aus einem Dorfe in den Bergen Tyrols und enthielt die flehentliche Bitte an den eben beerdigten Vater, die Tochter an das Sterbebett der Mutter zu senden, die ihr Kind noch einmal ün's Herz drücken wollte. Sofort packte Marie ihre Habseligkeiten, das wenige Hausgeräth unter Obhut einer Nachbarin zurücklassend. Am Kassenschalter des Bahnhofes von Arnswalde erkundigte sie sich nach der sie am schnellsten an's Ziel bringenden Route. Sie überschlug ihre schmale Kasse, zählte und zählte wieder deren Inhalt. Thränen entstürzten ihren Augen, als der Beamte erklärte, daß das Geld kaum für die halbe Reise reiche. Einige, mehr neugierige als theilnehmende Menschen umstanden die Betrübte. „Mein Fräulein.....ich selbst bin nicht in der Lage, Ihnen aus eigenen Mitteln, wie ich möchte, zu helfen," redete ein Herr sie an, „aber Sie tragen auf ihrem Haupte ein für Ihre augenblickliche Lage kleines Vermögen, welches Sie schnell aus jeder Verlegenheit bringt." Das Mädchen blickte gespannt auf den Sprechenden. 76 - »,Eine vornehme Dame im benachbarten Stargard," fuhr jener fort, „deren goldblondes, prächtiges Haar in Folge einer überstandenen Krankheit an Fülle verloren hat und den Ihrigen entspricht, hat mich beauftragt, zwei Zöpfe für sie anzufertigen, sobald ich das paffende Material, welches äußerst schwer zu erlangen ist, gefunden. Sie besitzen es ... ich biete 300 Mark für Ihr Haar, welches nach Verlauf eines Jahres wieder in alter Pracht prangen wird." Ein Schrei des Entzückens war die Antwort. In der nahen Wohnung eines Bahnbeamten fiel die goldblonde Haarpracht unter der Scheers eines fixen Friseurs, welcher die empfangene Waare prompt bezahlte. Diese Scene war nicht unbemerkt geblieben. Wenige Minuten vor Abgang des Zuges trat wieder ein Herr an das unter der Frisur a la Titus nicht weniger schöne Kind, es in fremd accentuirtem Deutsch ansprechend. „Ich habe Ihre Geschichte gehört, mein Fräulein .... und erkannt, weffen das Herz einer Tyrolerin fähig ist O, gestatten Sie mir Sie recht bald wiederzusehen." Er griff die Hand der Widerstrebenden und führte sie ehrerbietig an die Lippen .... Acht Tage später stand die schöne Marie in den Tyroler .Sergen am Grabe der eben in die kühle Erde gebetteten Mutter. Ms sie den Friedhof verließ, blickte sie schmerzerfüllt in die sinkende, die Bergspitzen vergoldende Sonne. „Der Glanz meines Lebens ist entschwunden — gleich der untergehenden Sonne," sprach sie schmerzerfüllt zu dem sie geleitenden Pfarrer. Ein hinter ihr schreitender, hochgewachfener Mann hatte die Worte gehört- „Könnte mein Herz, meine Liebe Ihnen den verlorenen Glanz der Seele wiedergeben — ich wäre der Glücklichste der Erdensöhne." Die Leidtragende erröthete tief. Der Fremde von dem kleinen Bahnhofe in der Mark Brandenburg hatte Wort gehalten. Er ist einer der um Warschau begüterten polnischen Aristokraten und bereits der Bräutigam des jungen Mädchens. GeimernnntzLges. Gartenkresse. Im Winter, wo grüner Salat selten ist, kann man sich durch unsere Gartenkresse sehr leicht einen schmackhaften Salat schaffen und sei es nur, um sie als erfrischende Beigabe zu Kartoffelsalat zu benutzen. Die Anzucht kann in geheizten Zimmern oder sonstigen warmen Räumen stattfinden, aber nur in leichten flachen Holzkästen, flachen Töpfen, Untersätzen oder Tellern. Bei der Mistbeetcultur hat man es bei solchen flachen Gefäßen beim Ernten der Kresse viel bequemer, als wenn selbige in's Mistbeet selbst gesäet würde, denn man kann das mit Kresse besäete Gefäß heraus- nehmen und in die Küche tragen, braucht die Kresse nicht im Mistbeets abzuschneiden und so das Mistbeet bei Kälte weniger lang offen zu halten. Die zu verwendende Erde soll vor Allem leicht und nahrhaft sein, in schwerer Erde wächst die Kresse zu langsam. Composterde, zur Hälfte mit Sand vermischt, ist die zweckmäßigste Erdmischung; im Uebrigen ist aber die Gartenkresse mit jeder Erdart zufrieden, begnügt sich auch schon mit Sand, läßt sich sogar auf anzefeuchteter Leinwand oder Wolle zur Salatgewinnung für den Winter cultiviren, wird dann natürlich nicht so kräftig, Äs wenn sie in die Erde gesät wird. Wenn in kalten Nächten zu befürchten ist, daß die den Fenstern nahestehenden Pflanzen von der Kälte beschädigt werden, so wird ein über jede Pflanze gedeckter Bogen Papier dies verhindern. Ein anderes Mittel besteht darin, Schalen oder Taffen mit Wasser zwischen die Pflanzen zu vertheilen, wenn man das Eindringen des Frostes in das Zimmer fürchtet. Dc-s Wasser muß in den Gefäßen auf der Oberfläche erstarren, bevor die Pflanzen frieren, da das Wasser seine Wärme ab- geben muß, ehe es erstarrt, dadurch wird die die Pflanze umgebende Lust erwärmt- Hüte im Winter deine Zimmerpflanzen vor kalter Zugluft. Wenn die Fenster zum Putzen geöffnet, so laß die Topfpflanzen nicht unter'm offenen Fenster oder in seiner Nähe stehen- * * ♦ Zur Cultur der Kakteen. Wir machen alle Pflanzen- und Gartenfreunde auf die Cultur dieser anspruchslosen, in ihrer Entwickelung und oft sehr prachtvoll gefärbten reichen Blüthe bemerkenswerthen Pflanzengruppe aufmerksam. Ver« hältnißmäßig sehr wenig Anspruch machend an Standort und Pflege, genügsam nach jeder Richtung, zumeist auch leicht in der Vermehrung, sind die Kakteen vor Allem sehr verwendbare Pflanzen zur Ausschmückung und Bepflanzung von den verschiedenartigsten Felsenparthien und Gruppen. Auch zur Zimmer- cultur sind die Kakteen sehr geeignet und ist dieselbe ebenso dankbar wie auch lohnend. * * Das beste Düngemittel für Zimmerpflanzen und das am wenigsten lästige ist gewöhnlicher Ruß, längere Zeit mit Wasser angesetzt; derselbe kann den Zimmerpflanzen gehörig verdünnt ununterbrochen im Gießwasser gereicht werden. Von kräftiger Wirkung sind auch Hornspätte. Vermischtes. Ein zeitgemäßer Sohn. Alter Kaufmann (dem Sohn eines Geschäftsfreundes begegnend): „Wie geht es Ihnen, was machen die Geschäfte?" — Junger Lebemann (als Volontär in einem Kaufhaufe): „Na, ich warte noch so ein paar Jahre, bis mein Vater genug verdient hat — dann ziehe ich niich zurück I" Bei der Aushebung. Beitel Rosenblum stellt sich zum Militär, ist aber in großer Angst und Aufregung über die Ungewißheit, welcher Waffengattung er zugetheilt wird: ob Infanterie, ob Cavallerie. Als Beitel vor der Commission erscheint, wird er für nicht genügend reinlich befunden und vom Feldwebel in ein Zimmer geschoben, wo eine mit Wasser gefüllte Badewanne steht. Beim Anblick derselben ruft Beitel entsetzt aus: „Gott, so soll ich bei die Marine?" ♦ ♦ ♦ Aus der Schulstube. Lehrer: „Also der Hund ist nach Allem ein sehr kluges Thier — wer kann mir noch eins nennen?" (Ein Schüler meldet sich) „Nun, Hans?" — Schüler: „Der Kukuk." — Lehrer: „Der Kukuk? Wieso?" Schüler: „Nun, weil er seinen eigenen Namen weiß." Naive Antwort. Herr: „Ei, das ist ja ein wunder- liebes Kind, und wie groß wird die Marie! Die kann ja bald ihrer Mutter unter die Arme greifen." — Mädchen: „Ach, das darf ich nicht thun, bie. Mutter ist gar zu kitzlich!" Vom Kasernenhof. Unteroffizier: „Nur immer Ausdauer! Das Ei des Columbus ist auch nicht an einem Tage gelegt worden!" * * Ballgespräch. „Denken Sie sich, mein Fräulein, ich habe heute eine Menge Schneegänse gesehen." — „Kann man Schneegänse auch essen, Herr Lieutenant?" — „O ja, so lange sie jung sind." - „Aber die müssen doch schrecklich kalt sein!" Beharrlich. Junger Mann: „Darf ich um Ihre Hand anhalten, mein Fräulein?" — Junge Dame: „Bedauere, ich habe mich heute verlobt." — Junger Mann: „Also dann morgen." * * Nobel. Bettler: „Haben Sie Mitleid mit mir." - Herr: „Wenn Sie weiter nichts wollen, sehr gern." Stebactiou: A. Scheyda. - Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.