t sind nach fügen Platz, n getrocknet »der bilden nächste Jahr en chirkt fol- itt 2 Pfund , Mit diefer e August bis zwei Wochen. - kleinere ein Hausfrauen Säfte müßten, auf IPfund weiteres Ein» e fo lange im ehr bedeutende t hat. Unterste von schöner lSfcheiden wer- -10 Minuten ehme 20 kleine die Aepsel zu irkzeug nur bis dann dar an- >ünne Scheiben, dann mit den : der Mitte der ^siebtem Zucker, kt ist, fo wische en müßen wohl lan schneidet sie it alle» Faferiv, über mit gutem n. Hierauf legt >cht man Zucker, : darüber, sollte m chn noch ein- i/2 Kilogramm ucker. So ein- Sollten beim er weich erschei- ,nger kochen und i verbindet man m neuen Sprüh' dzwanzigste, nicht )onnerwetter, da ett feiern!" idend, klagt dem mit den Worten: , s fündentheuerl ? xs ist wirklich ein ymnasien drängt, ächt jeder Troddel en Bezirk- ISO 3. --h—Sxs r- <5^ i.E-'S +• $-£)■—w-----* Nntevhaltungsblatt Gretzenev Anzeigev (Geneval-Anzeigev) Dienstag, den 12. September. ■■■ ■ IflpfeSÄ Das Erbe. Preisgekrönte Erzählung von R. Blankenburg. (Fortsetzung.) Eine Todtenstille entstand, als der Vorlesende geendigt hatte und das Schriftstück zusammenfaltete, aber nur für wenige Augenblicke, bann war Hertha aufgesprungen und auf Erich zugeeilt. Seine Hand ergreifend, zog sie ihn aus der Fensternische hervor in die Mitte der Stube. „Ich nehme nicht an, was meines Vaters Güte mir bestimmt," rief sie in fliegenden Worten, „ich lege es in meines Bruders Hand." Ihr Mann war heftig, mit zornigen Mienen, aufgesprungen, aber sie beachtete es nicht, athemlos fuhr sie fort: „Es ist ein furchtbarer Jrrthum geschehen, Mutter, Malte! Ein Jrr- thum oder noch Schlimmeres, durch den des Vaters Testament ausgefallen ist, wie wir es gehört haben. Er glaubte Erich der großen Sünde schuldig und entzog ihm fein Erbe, aber noch auf seinem Sterbebett hat er die Wahrheit erfahren und ihm mit feinem letzten Athemzug feine Liebe geschenkt. Wie könnte ich nehmen, was solcher Irrung seinen Ursprung verdankt! Ich weise es zurück, ich übergebe es Dir, mein einziger Bruder, und —" Sie kam nicht weiter, mit eisernem Griff umspannten die Finger ihres Mannes ihr Handgelenk. „Schweig', Hertha!" herrschte er sie an. „Welches Recht hast Du, zurückzuweisen? Weißt Du nicht, daß es einer Frau nicht zusteht, ohne ihres Mannes Erlaubniß über sein und ihr Eigenthu» zu verfügen?" „Ich weiß nicht, was Du meinst, Malte," tief sie bestürzt, indem sie versuchte, ihre Hand frei zu machen. „Die Mutter hat mir doch versichert und Du hast zugestimmt, als ich Dich fragte —" Er unterbrach sie, höhnisch auflachend. „Daß ich ein Narr gewesen wäre, Dir damals zu widersprechen! Aber jetzt — was denkst Du, daß die Gütergemeinschaft bedeutet,, die wir mit einander ausgemacht haben? Glaubst Du, ich' ließe mich gleich Dir von den Worten des Menschen blenden, den des Vaters letzter Wille als Dieb gebrandmarkt hat?" Mit rauher Gewalt löste sie ihre Hand von Erichs Arm, den sie krampfhaft umfaßt hielt und, sie mit sich fortziehend, führte er die wie gebrochen Dahinschwankende zu dem nächsten Stuhl. Dort neben ihr stehen bleibend, hielt er seine schwere Hand auf ihre Schulter gelegt, als ob er die unglückliche Frau unter die Macht seines harten Willens beugen wolle. Erich hatte bisher schweigend gestanden. Jetzt richtete er sich zu seiner vollen Höhe auf und, den flammenden Blick Über die Anwesenden gleiten laffend, sagte er mit lauter klarer Stimme: „Die Anordnungen des Testaments sind ungerecht. Mit schändlicher List und bodenloser Verworfenheit hat man gewagt, die unbesonnene Handlungsweise eines Jünglings zu benutzen, um meinen Vater zu betrügen und mich um mein Erbe zu bringen. Wer den Diebstahl begangen hat, deffen man mich bezichtigte? Welche Hand kann es sein, als die, welche jetzt ausgestreckt ist, mein Recht zu nehmen und mein Gut zu rauben ? Seht ihn an," rief er heftig, indem er sich schnell zu Malte wandte, „auf dem Antlitz des Mannes dort steht das „Schuldig" geschrieben in Buchstaben, die keine Macht auf Erden auslöschen kann. Und dort," er schwieg, aber feine Hand wies auf die Frau, welche auf dem Sopha saß und versuchte, den Kopf trotzig in die Höhe zu heben, während doch ein Schauer durch ihre Glieder schlich und ihre Zähne hörbar aufeinander schlagen machte. Mit steigender Erbitterung fuhr Erich fort, indem er feine großen, dunkeln Augen fest auf sie gerichtet hielt: „Ich fordere Rechenschaft von Dir, die meines Vaters Weib war und mir Mutter fein sollte, und die sein Ohr mit erlogenen Berichten vergiftet hat! Du weißt meine Unschuld bester, als irgend ein Mensch auf Erden, denn Deiner Tochter Hand, die Du dem Unwürdigen zum Opfer gäbest, ist Dir nicht zu werth gewesen, um Deine Schuld zu verbergen und sein Schweigen zu erkaufen. So wahr ein Gott im Himmel lebt, der Herzen und Nieren prüft und recht richtet, ich will nicht ruhen, bis ich Euere Schande ans Licht gebracht habe, bis Ihr zu meinen Füßen um Barmherzigkeit fleht und Euere Missethat vor aller Welt Augen offenbar geworden ist." Wie gebannt hatten die Augen Aller an Erich gehaftet, der groß und gewaltig dastand, bebend vor heftiger Entrüstung und heiligem Eifer. Aus dem Antlitz des Notars malte sich Bestürzung, in dem Maltes war trotzige Abwehr zu lesen, während der Ausdruck der Mutter die scheue, fast abergläubische Furcht wiederspiegelte, welche ihr Herz bangend durchzog. Als Erich geendigt hatte, wehte es wie ein kalter Schauer durch die Stube. Pastor Helfer war zu ihm getreten und hatte die Hand auf seinen Arm gelegt, als ob er ihn bitten wolle, feine Selbstbeherrschung zu wahren, und Erich war der Mahnung eingedenk, denn er biß die Zähne zusammen, daß ihnen kein weiteres Wort entschlüpfen konnte. Einige Minuten herrschte Todtenstille, dann hatte Malte sich gesammelt. Indem er mit ausgestrecktem Finger zur Thür hinwies, sagte er mit heiserer Stimme: „Fort von hier, hinweg aus meinem Hause!" Erich wandte den Blick voll auf ihn. „Ich gehe," sagte er jetzt ganz gelassen, „ich weiche Dir, aber ich werde zurück- 426 8 sagte wenn warn verge roth führe rechti auf i und ' stand, Auge doch I und t der i denket welc selbe malj Leib Höm zu r wem sagte seinen Welt sie [oi Herz er sck Hatte Er kl sagte: wortei bückte einmal reicher schmü« zu der ihre den ft faßten blieb i zwische 2 ein En Nacht der $ treuesi hatte e und fü eine N, Es wa vorher, entgas eigentli druck e empfint erkannt hast lebhc und nicht gebrc Dors „abe: und kehren in mein Recht und in mein Erbe, und Deine Stätte wird Dich dann nicht Wiedersehen." Er wandte sich, um das Zimmer zu verlassen, aber ehe er die Schwelle erreicht hatte, war Hertha aufgesprungen und ihm nachgeeilt. „Erich, nimm mich mit Dir, mich und meinen Knaben, laß mich nicht hier zurück, mir grant vor ihm!" Schaudernd schmiegte sie sich an ihn, ^.ad er schlang seinen Arm um die bebende Frau. Er war stehen geblieben, und seine Augen suchten, Rath fordernd, erst das Antlitz des Pastors, dann das des Notars. Aber schon war Malte neben seiner Frau. Hochroth vor Wuth, keuchte er mit zischender Stimme hervor: „Der Knabe bleibt, ich fordere das Recht des Vaters. Hier der Rechtsanwalt wirb mir bestätigen, daß er meinem Willen unter than ist." Athemlos wartete Hertha auf den Ausspruch des Rechtsanwalts, der langsam und wie widerwillig seine Stimme erhob: „Der Knabe darf der Obhut des Vaters nicht entzogen werden, und auch Sie, junge Frau, haben zu bedenken, ob Sie gut thun, gegen den Befehl Ihres Mannes sein Haus zu verlassen." Ein leichtes Lächeln glitt über Maltes Gesicht, als er Hertha änblickte. Es war, als ob es aussprechen solle, wie wenig ihm im Grunde an der Frau liege, zwischen deren zarter, gewissenhafter Natur und seiner rohen, verschlagenen kein Zug von Uebereinstimmung bestand. Sie mußte seine Meinung richtig verstehen, denn ihre bleiche Wange färbte sich plötzlich mit glühendem Roth. Sie schlang noch einmal ihre Arme um Erich. „Ich kann meinen Knaben nicht verlassen," flüsterte sie gebrochen, und verbarg das Gesicht in den Händen. Einmal noch suchten Erichs Augen das Antlitz der Mutter; ob sie bemerkte, daß er ihr das Wohl der geliebten Schwester ans Herz legen wollte? Es war, als ob der Schreck über die Wendung der Dinge ihr die Zunge gefesselt hielt, denn starr und steif saß sie auf ihrem Platze, und nur die angstvolle Spannung, die in ihren Zügen zu lesen war, zeigte ihre innere Theilnahme an Dem, was um sie vorging. Wenige Minuten und Erich Hagen hatte sein Vaterhaus verlassen und war in die sinkende Nacht hinausgeschritten. VII. In einer Vertiefung zwischen den Reihen der Dünen, welche den Strand begleiten, befindet sich ein vom Walde rings umgebener, freier Platz, den ein niedriger Zaun um- schließt, welcher aus gegeneinander gesteckten, rohen Holzstäben besteht. Eine schmale Pforte, deren eiserne Krampe nur mit einem Pflock befestigt wird, wenn man sich überhaupt die Mühe siebt, führt auf den Friedhof der Schiffbrüchigen, der, zum.arößeren Theil von Gras und Strandhafer überwuchert, einen vernachlässigten Eindruck macht. Jemand, den sein Weg hier vorüber führt, würde kaum die flachen Rasenhügel als Gräber erkennen, die dort die fernste Ecke des kleinen Raumes bedecken, wenn nicht der eine von ihnen, offenbar der zuletzt aufgeworfene, in einfacher Weise gepflegt und mit einem Holzkreuze versehen wäre. Er deckte die Leiche eines Mannes, die in einer stürmischen Nacht von den Wellen an den Strand geführt worden war, nicht weit von der Stelle, wo das Häuschen des Fischers Locke auf dem Höwt stand. Der alte Mann hatte den Verunglückten, das Haupt auf dem Arme ruhend, still wie ein im Schlaf ruhendes Kind, am Morgen gefunden. Da Niemand den Mann kannte, dessen fremdländifche Tracht ihn als Ausländer kennzeichnete, so hatte man ihn zu dem Friedhof der Schiffbrüchigen getragen und dort in die Erde ucbcttct» 1 Die Männer hatten ein stilles Vaterunser für seine Seele gesprochen, ehe sie wieder an ihre Arbeit gingen, und der arme Fremde war vergessen gewesen. Aber nicht ganz. Euch, welcher Hand angelegt hatte, ihn zu bestatten, hatte sich dem Verlassenen als Freund gezeigt, indem er ihm das Kreuz errichtete mit der Inschrift: „Aus der Tiefs rufe id), Herr, zu Dir!" und wenn er Abends von feiner Arbeit heimkehrte oder am Sonntag einen Gang durch die Wälder machte, so zog es ihn oftmals zu dem einsamen Grabe zwischen den Dünen. Ein eigener Friede und eine tiefe Ruhe walteten an diesem stillen Orte, die seiner vom Widerstreit der Gedanken und Empfindungen gequälten Seele wohl thaten. „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu Dir!" das Wort war dem geprüften Manne Bekenntniß und Wahrheit geworden, wenn er hier allein stand; denn noch niemals hatte er einen Menschen an der Ruhestätte des Fremdlings gefunden, und so war es ihm nie in den Sinn gekommen, daß auch andere Füße, als die feinen, hier gestanden haben mochten, und daß eine freundliche Hand die halbvertrocknete Blume auf den Hügel gelegt haben mußte, über die feine Augen achtlos hinsahen. Es war der Abend des Tages, an welchem man vor einem Jahre den Verunglückten gefunden hatte. Erich war früher als sonst mit seinen Genossen vom Fischfang zurückgekehrt und den Weg zum Dorfe hinaufgestiegen. Aber er trennte sich von ihnen, ehe sie die Höhe erreicht hatten. Es war ihm heute von den Männern eine Nachricht gebracht worden, welche fein Herz auf das Heftigste bewegte, und er sehnte sich nach Einsamkeit und Ruhe, sie in sich aufnehmen und verarbeiten zu können. Als er so dahinschritt, folgtem ihm die Blicke der Anderen, und der Steilere von ihnen begann: „Du hättest es ihm nicht sagen sollen, Karl, nicht so gerade heraus, mein’ ich —" aber der Jüngere antwortete schnell: „Und wozu sollt’ ich es verstecken, Vater? Er hat doch ein Recht darauf, daß er weiß, wie’s in Grashagen zugeht." „Da hast Du wohl keine falsche Meinung darin," war die bedächtige Entgegnung, „aber es geht ihm nah', und es ist am Ende nichts Neues. Man hat schon immer gesagt, wie es da aussieht, seit die Hertha tobt ist." , „Und ich sage, Vater, es ist kein Recht im Himmel und auf Erden, wenn Erich zusehen muß, wie Malte ihm sein Erbe herunter bringt, und er soll nun noch erleben, daß der schlechte Mensch dem Mädchen nachstellt, das ihm lieb und werth ist. Sie meinen, der Alte sieht Malte nicht ungern kommen, aber ich kann’s nicht glauben, und das Eine weiß ich, wenn ich Erich wäre, so —" „Und ich will Dir nur rathen, daß Du Deinen Mund halten mußt, wenn Du nicht in Ungelegenheiten kommen willst/ unterbrach ihn der Vater, indem er ihm einen nicht mißzu- verstehenden Wink gab, denn Marie Locke kam den Weg vom Dorf daher und ging wenige Schritte von ihnen in den Wald hinein. Der Jüngere sah ihr mit offenem Munde nach. „Jst’s nicht beinah’, als ob die Beiden —" fing er an, aber der Aeltere schüttelte den Kopf, und stumm schritten sie ihres Weges weiter. t Marie Locke verfolgte unterdessen den Pfad, den Erich vor wenigen Minuten eingeschlagen hatte. Hier und da stehen- bleibend, um eine Blume dem Strauße zuzufügen, den sie in der Hand trug, bis er zu einem beträchtlichen Umfang angewachsen war, schritt sie durch den Frühlingsabend dem Wald- friedhof zu. Als sie an die Pforte gelangt war, blieb sie stehen, ordnete noch einmal die Tannenreiser, die seinen Hintergrund bildeten und ging dann langsam auf das Grab zu. Sie war dabei des Mannes nicht gewahr geworden, der nahe bei dem Kreuze stand, denn die Dämmerung fing schon an hereinzubrechen. Erst als sie die Ruhestätte in einfacher Weise geschmückt hatte, bemerkte sie ihn, aber sie fuhr nicht zusammen. Sie streckte ihm vertrauend die Hand entgegen, indem sie sagte: „Ich hab' den ganzen Tag daran denken müssen, wie Vater ihn im vorigen Jahre fand, und wie Ihr ihn hier begraben habt. Vielleicht hat er Frau und Kind daheim gelassen, die gern sein Grab besuchen möchten, und die uns danken würden, daß wir ihn nicht vergessen haben/ Sie stand neben ihm in ihrem einfachen Kleide, aber schlank unv hochgewachsen, eine hervorragende Erscheinung, und blickte ihm mit den klaren, offenen Augen voll ins Gesicht. Er antwortete in leisem, schwermuthvollem Tone: „Das ist freundlich gedacht, Marie, und ein Schiffer wie ich muß Dir’« Dank wissen. Wer sagt mir, wo meine Gebeine einmal ruhen werden, unv ob eine liebe Hand mir eine Blume auf das Grab legen wird # l Sie sah plötzlich nieder, und er fühlte, daß die Hand, zwischen bett ie walteten an der Gedanken n. „Aus der dem geprüften wenn er hier Menschen an o war es ihm Füße, als die titte freundliche I gelegt haben Es war der em Jahre den c als sonst mit und den Weg ich von ihnen, heute von den lche sein Herz lach Einsamkeit iten zu können, i der Anderen, st es ihm nicht l' ich —" aber St’ ich es ver- daß er weiß, g darin," war nah', und er immer gesagt, m Himmel und »alte ihm sein leben, daß der ihm lieb und e nicht ungern das Eine weiß i Deinen Mund kommen willst," in nicht mißzu- den Weg. vom ihnen in den im Munde nach, mg er an, aber hritten sie ihres Lfad, den Erich und da stehen» igen, den sie in t Umfang ange» enb dem Wald» blieb sie stehen, ten Hintergrund b zu- Sie war ;r nahe bei dem >n an hereinzu» acher Weise ge» nicht zusammen. >gen, indem sie !en müsien, wie Zhr ihn hier be» ind daheim ge» , und die uns n haben." Sie lber schlank und und blickte ihm . Er antwortete :eundlich gedacht, ’s Dank wissen- ien werden, und lab legen wird? daß die Hand, S9 427 S welche er in der seinen hielt, leise zuckte, als er, wie zu sich selber sprechend, fortfuhr: „Wenn die Wellen mein Boot damals nicht zu Lande geführt hätten, wenn’s nur mein todter Leib war, den sie an den Strand unter dem Crumbacher Höwt warfen, — mir ist, als wär' es mir lieb gewesen, hier zu ruhen, wo das Rauschen des Meeres herüber tönt, und wenn Du dann gekommen wärest —" Sie unterbrach ihn lebhaft. „Was hast Du, Erich? Du hast sonst nicht so geredet." Er seufzte nur tief, und sie fügte lebhaft hinzu: „Ich hätte Dich gekannt unter Tausenden heraus, und wenn alle Anderen sich dagegen gesetzt hätten, ich hätt' es nicht gelitten, daß sie Dich auf den Friedhof der Ausgestoßenen gebracht hätten. Mitten unter uns, dicht bei der Kirche im Dorf, hättest Du Dein Grab finden sollen, Erich." „Du hättest den Tobten geschützt, Marie," sagte er trübe, „aber Du kannst es nicht ändern, daß der Lebende einsam und verlassen unter seinen Genoffen sich fühlt." „Meinst Du nicht, daß es schon anders geworden ist," sagte sie fast zaghaft, „und daß es noch besser werden wird, wenn längere Zeit vergangen ist und sie Alle sehen —" „Besser?" rief er heftig, „wie sollte das zugehen? O, warum durfte ich nicht auf die See gehen? Dort hätte ich vergessen können, was mir hier jeder Tag mit dem Morgen- roth und dem Abendlicht zuruft, daß ich ein entehrtes Leben führen soll und muß. Und der Pastor spricht von der Ge» rechtigkeit Gottes und von der Hülfe, die er Dem schickt, der auf ihn harrt, während ich sehe, daß er mich vergessen hat und verstoßen, wie all' die Andern I" Er neigte den Kopf auf das Kreuz, neben welchem er stand, und ein tiefes Stöhnen hob die breite Brust. Einen Augenblick herrschte Stille, dann sprach Marie ernst: „Er ist doch Dein Freund geblieben im Himmel, Erich, das weiß ich, und auf Erden hast Du Freunde behalten. Da ist der Pastor, der zu Dir kommt, und manch’ Andere, die gut von Dir denken." „Auch Du, Marie?" fragte er mit gebrochener Stimme. Sie reichte ihm wieder die Hand. „Das weißt Du, Erich," sagte sie einfach. Er preßte sie in der seinen und beugte dann seinen dunkeln Kopf. Wo er nur die Sitten der vornehmen Welt erlernt hatte? Er führte sie an seine Lippen, ehe er sie losließ. Dann schien es, als ob er sprechen wolle, sein Herz noch von einer Last erleichtern, die es bedrückte, aber er schloß den Mund fest und senkte den Blick zur Erde. Hatte sie etwas Anderes erwartet, etwas Anderes erhofft? Es klang wie leise Enttäuschung aus ihrer Stimme, als sie sagte: „Es wird jetzt dunkel, und ich muß gehen." Er ant» wartete nicht und machte keine Miene, sie zurückzuhalten. So bückte sie sich denn über das einsame Grab und ordnete noch einmal an den Frühlingsblumen, die es wie mit dem trostreichen Versprechen der Auferstehung nach langem Winterschlaf schmückten, ehe sie Erich Lebewohl sagte- Er geleitete sie bis M dem Pförtchen, wo er stehen blieb und ihr nachblickte, bis ihre Gestalt zwischen den Bäumen verschwunden war, welche den schmalen Pfad von hier bis zu dem betretenen Wege einfaßten. Dann trat er auf die verlassene Stelle zurück und blieb dort stehen, das Haupt gesenkt und eine düstere Falte zwischen den dunkeln Augenbrauen. Mehr als zwei Jahre waren vergangen, seit Erich Hagen em Einwohner von Crumbach geworden war. Als er in jener Nacht aus dem Vaterhause vertrieben worden war, hatte ihn der Mann begleitet, der sich seit seiner Rückkehr als sein treuester Freund gezeigt hatte. Einen neuen Beweis davon hatte er gegeben, als er ihn aufforderte, zu ihm zu kommen und für’s Erste in seinem Hause einzukehren. Aber nur für eine Nacht hatte Erich diesen liebevollen Vorschlag angenommen. Es war ihm bei den mehrmaligen Besuchen, welche er in den vorhergegangenen Tagen im Pfarrhause gemacht hatte, nicht entgangen, daß das Benehmen der Pastorin, wenn sie es auch eigentlich nicht an Freundlichkeit fehlen ließ, doch nicht den Eindruck eines vollen, herzlichen Zutrauens machte. Mit seinem empfindlich reizbaren Ehrgefühl hatte er mehr empfunden als erkannt, daß der Glaube an seinck Unschuld bei ihr nur auf I den gebrechlichen Stützen der Achtung vor dem Urtheil ihres Mannes stand. So hatte er es denn mit Freuden begrüßt, daß er schon am Abend des folgenden Tages das weitere Verweilen im Pfarrhause dankend ablehnen konnte, weil es ihm gelungen war, sich eine eigene, einfache Zufluchtsstätte in Crumbach zu erwerben. Unter den mancherlei Bekannten, die ! sich in den Tagen vor der Beerdigung in Grashagen hatten sehen lassen, war auch die Wittwe des Fischers Retzin gewesen, die früher auf dem Hofe gedient und dort Erichs Kindermädchen gewesen war. Das war der Grund, weshalb er sich nicht von ihr wie vor den Anderen zurückgezogen hatte und so hatte er denn erfahren, was den Kummer ihres Lebens ausmachte, daß sich für das verschuldete Häuschen und den Antheil an dem Boot, das ihr verstorbener Mann mit einem Gefährten besessen, kein Käufer finden wollte, so daß sie da« durch verhindert war, der einzigen Tochter nachzuziehen, die seit einem Jahre in Sagard verheirathet war. In der schlaflosen Nacht, die Erich int Pfarrhaus verbrachte, war zuerst als flüchtiger Gedanke in ihm aufgestiegen, was sich nach und nach zu festem Entschluß entwickelt hatte. Er wollte in Grünt» bach bleiben und hier nach dem Verbleib jenes Geldes forschen, das, wie er nicht zweifeln konnte, dem Vater wirklich gefehlt haben mußte; er wollte seinen Namen gerechtfertigt sehen, in-, dem er dem Geheimniß auf die Spur kam, — selbst der Pastor konnte ihm das Recht dazu nicht in Abrede stellen, — und deshalb — das Uebtige brachte der folgende Tag zur Aus- führung. Es fehlte ihm nach den langen Jahren, wo er zur See gegangen war, nicht an Geldmitteln, er kaufte das Häuschen wie den Bootsantheil und schon der nächste Abend fand ihn in seinem neuen Besitzthum. Es wurde unter Aufsicht der sehr erfreuten Fischerfrau mit einfacher Ausstattung neu ein- gerichtet, und als diese dem Heimathsorte Lebewohl gesagt hatte, blieb Erich dort allein, nachdem eine Nachbarin sich erboten hatte, für seine wenigen Bedürfnisse Sorge zu tragen. In den ersten Monaten hatte eine große Unruhe sich seiner bemächtigt. Es war, als wolle er Alles erforschen, was während seiner langen Abwesenheit sich zugetragen hatte, er machte häufige Reisen, die ihn einen oder gar mehrere Tage entfernt hielten und deren Ziel er geheim hielt. Das Boot und seine Führung überließ er ganz seinem Mitbesitzer, indem er nicht einmal danach fragte, welchen Gewinn ihm seine Fahrten ab- geworfen hatten. Die Trennung von feiner Familie und von Grashagen war eine vollständige. Ob die Vorsichtsmaßregeln, die man dort getroffen hatte, wirklich so gut waren, wie die geflissentlich von Malte zur Schau getragene Unbesorgtheit zu sagen schien, wußte Niemand, ebenso wenig wie Jemand erfuhr, ob Erich von seinen Nachforschungen günstige Resultate erhoffen konnte und seinem Ziele näher kam. Nur Pastor Helfer wußte, wie auf Enttäuschung Hoffnung folgte und auf diese wieder Enttäuschung, wie manchmal Erichs Geduld sank, bis der Gedanke in feiner Seele Wurzel schlug, den Feinden das Feld zu räumen und wieder in die weite Welt zu ziehen, und wie dann eine Aussicht ihm winkte, die seinen gesunkenen Muth von neuem belebte. Aber dann plötzlich trat eine Veränderung ein, die man sich auf keine Weise zu erklären wußte und gerade zu einer Zeit, die Grashagen und was sich dort zutrug, von neuem In den Mund der Leute brachte. Wie kam es, daß Erich nach dem Tode seiner Schwester alles Forschen aufgab, wo er es doch doppelt eifrig hätte aufnehmen können, da ihn keine verwandtschaftlichen Rücksichten mehr vor dem äußersten Schritt hätten zurückzuhalten brauchen? Wie kam es, daß er jetzt anfing, mit feinem Bootsgenoffen zu arbeiten und sogar eine Annäherung an die Seinen zu versuchen? — ein unnützes Bemühen, denn sie wurde mit schroffer Ablehnung erwidert! Man fragte hin und her, aber man fand keine Erklärung, denn Niemand hätte sie geben können außer Erich selbst und Pastor Helfer, Niemand wußte außer ihnen, daß in dunkler Winternacht ein langsamer Schritt Erichs Hause genaht war, daß dann seine Schwester an seiner Brust gelegen und mit flehenden Augen zu ihm aufgeschaut hatte. (Fortsetzung folgt.) 428 Gemeinnütziges Anschreiben I" .. dur ch übermäßigen Holzreichthum. Trotzdem werden von einem solchen Fornckaum noch Früchte verlangt und man schimpft und klagt über die schlechte oder undankbare Sorte; oder man Sparsame Heizung. Kürzlich wurde der Vorschlag ' legt die Schuld dem Lieferanten des Baumes zur Last. Alles gemacht, die beim Herdfeuer verloren gehende Wärme für die dieses sind aber keine Grunde, daß der Baum keine Fruchte übrigen Räume der Wohnung nutzbar zu machen. Statt des bringt und das innere Laub gelb wird, infolgedessen ein jetzt üblichen Heißwafferbehälters soll zu diesem Zwecke ein kleiner Schlupfwinke sur allerhand Ungeziefer ist, sondern man hole Dampfkessel eingesetzt werden, der unter Niederdruck steht, also Säge und eine scharfe Scheere herbei und schneide alles lu gefahrlos arbeitet. Von diesem soll eine Rohrleitung den Dampf dicht stehende Holz an seinem Entstehungspunkte heraus und zu Blechcylindern führen, welche in jedem zu heizenden Raume streiche die großen Wunden mrt kaltflüsftgem Baumwachs zu; Ausstellung finden- Diese Culinder sollen im oberen Theile nur dann sind wir dem Baume behilflich, um seine Blatt« und mit mittelgroßen Kieselsteinen gefüllt, im unteren Theile ein Blüthenknospen gehörig ausbtlden zu können, um gute Fruchte Gesäß zum Sammeln des aus dem Dampf sich bildenden zu zeitigen. Jedoch achte man darauf, daß man nicht vielleicht Wassers enthalten, welches mittelst Hahn zeitweilig abgelassen einem arg verkommenen Formbaume in einemIahrealleüber. rocr' en kann. Die Steine werden angeblich in wenig Minuten flüssigen Zweige fortmmmt, da sonst zu vrel Wasserholz en. stark erhitzt und geben die Wärme noch 5-6 Stunden ab, stehen würde, sondern man vertheile diese so nothwendrge Arbeit wenn kein Dampf mehr zuströmt. Die verschiedenen Räume auf mehrere Jahre. Das Ausschneiden rst an und für sich können nacheinander ein« oder ausgeschaltet werden. Die Ein« sehr leicht, wenn man nur darauf Rücksicht nimmt, daß sich richtung soll leicht und billig herzustellen sein. Falls sie sich jeder Leitast des Formbaumes frei fortentwickeln kann und auch bewährt, wird man jedenfalls bei ihrer Benutzung viel Staub nicht durch fern Übermäßiges und Schmutz in den Wohnungen vermeiden und außerdem viel und Licht fortnimmt. Ebenso darf aber auch nicht das Frucht. Heizmaterial sparen. Holz sich gegenseitig berühren, sondern es muß von allen Gerten ® • * überall Raum gewinnen können, um die Fruchtaugen natur« geweicht, nach Abgießen des Wassers mit Wein tüchtig zerschlagen ------------ und mit dem zu schönenden Wein gut gemischt. Auf den Hecto- liter braucht man 200 bis 400 Gramm. Daß der Wein vor DcvmifcbtCS« und nach dem Schönen abzulassen ist, versteht sich von selbst. 1 Die spanische Erde kostet etwa 70 Pfg. das Kilogramm. Wenn ein Obst, oder Traubenwein zähe, schleimig ist, so bringe man In der Sommerfrische.St ift’ 1 Pfund Rosinen in eine Zweiltterflasche, fülle letztere zu vier« | necht ja schon! — „Riecht schon? Na, schauen S, da ist § fünftel mit Wasser, lasse dieselbe stehen, bis starke Gährung höchste Zeit, daß s gessen.rmrd. * S1Kt“ * ”b ’* Me EU"- dcm» -u -tw° 10 Sta s4bne a„,Mt rito: Ne „m„ Iu * • diesen Mann heirathest, wirst Du später noch betteln gehen!" B-i R°,-n werben bie milden Triebe - ft»*;* b« * met” * unterhalb der Veredelung weggeschnitten; die Triebe oberhalb zu gut . . . da wird er gehe * derselben bleiben bis zum Frühling stehen. Variante. „Nun, wie sst Ihnen das Bad bekommen?" — „Gut. Das Moor hat seine Schuldigkeit gethan ... ich Chrysanth-mumsteckling-pflanzen wir indrelzöllige geben!" Töpfe mit hornspandurchmischter Erde und stellen sie neben I ♦ e • die Veilchen. Belohnung. Unteroffizier: „Weil heute Morjen Aller ♦ so jut jeklappt hat, wollen wir jetzt die Freiübungen mit der Das Faulen der Früchte am Baume tritt häufig $ront der Wurstfabrik machen!" bei sehr großfrüchtigen Aepfelsorten, z. B. Kaiser Alexander, • , • „ dadurch auf, daß an den nach unten hängenden Früchten sich Färb en spiel. „Ich sagte einst einem Mädchen, sie in deren weiter Stielhöhle Wasser sammelt, welches langsam roetbe einen Bräutigam bekommen, und sie erröthete. Erröthen in die Frucht eindringt, gegen welches Nebel wir kein Vor- @ie „icht, mein Fräulein, wenn sie nicht heirathen wollen, so beugungsmittel haben. Tritt dagegen, wie das gar nicht selten bekommen Sie keinen Bräutigam. Nun erblaßte sie. Sie be- vorkommt, die Fäulniß am Baume in Gärten rc. auf, wo der fam keinen Bräutigam und ergraute später." Baum mit seinen Wurzeln in eine Dünger-, Kloakengrube oder • e • Abzugsgraben hineingegangen ist, oder wo man Aas bei den Bedenkliche Liebesbetheuerung. „Wie rasend ich Bäumen eingegraben hat, so hilft die Ableitung der Wurzeln Sie liebe, reizende Helene, das ist gar nicht zu glauben!" - von den Krankheitserregern. Aber auch bei alten, sehr ver- „Ich glaub's auch gar nicht, Herr von Gimperl." wahrlosten, lange nicht beschnittenen Bäumen, wo auch wohl * e • noch Nahrungsarmuth im Boden vorhanden ist, zeigt sich das Auf dem Schießstand. Hauptmann (zu einem Ein« Faulen der Früchte am Baume bet einzelnen Sorten. Hier jährigen): „Einjähriger Müller, Sie zielen viel zu lange! Hilst gehöriges Ausputzen und Auslichten der Baumkronen, so- Was sind Sie im Civilstande?" — Einjähriger Müller: „Kauf' wie Zufuhr von guter Nahrung durch Düngung. mann, Herr Hauptmann!" — Hauptmann: „Na, glauben Sie * * I mtr Hinht Kis hv»i TOnttAtf. Ziel haben! Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chi. Pietsch) in Gießen.