, aber Rosen itter vermag Märchen die alleren! Vorliebe das ! noch wahren die frierend elenden Erd« ich, tiefsinnig, lung von der eten Forscher ch dem Leser >ie Bedeutung n und weinte mußte allein „Komme um lume, die über Glücke zeigen; Das waren und ging mit olfe, der ver« Ohr gekrochen der Verfolgung rettet, schenkten n guten Rath, sine Höhle, der 16. Aber dar ihm herschwebte : bösen Fee, in» ante er dieselbe ben; durch dar vielen hundert ) den Rath der kappe als N" Lohn ausschlW or einem Heere Männchen retten die ein Drache te das silberne i den Berg ein» nahte ihm der ne blaue Blume die Seele deiner «, bis du glück« Jüngling aber lern und ward Mutter und der t, versinnlicht in rgling herschwebt und zu reichem Mutter: „Aber Franzosen küsien : verbeten?" " nzösisch!" (zum Rekruten): t! Gehirn mar« chen. sich): „Die Kar« — Jacob: »Iw ile’t 'n Sack vull Dienstag, den 11. April. --h—Szs--*•----ff'-E.,--------=^e)---13-?--i—rxS—H.----- Nttt-vhaltungsblatt znin Gietzensv Anzeigen (Gsneval-Anzeig-p) 1893. Nr. 42 tzMWWMB N.MWM WM 'UlA- 7Z-> ■- X- II (TE-T- Tante Hannas Geheimniß. . Original-Roman von E. v. Linden. (Fortsetzung). „Du närrische Alte," fuhr Armgard, mit einer tiefen Bewegung kämpfend, leise fort, „kannst Du denn überhaupt fern von Ebenheim und Deiner verhätschelten Armgard leben?" „Nein, ach nein," weinte die Mamsell, „ich würde bald genug daran sterben. Fürchte ja auch nur, daß mein Herzblatt nicht so glücklich wird, wie ich'S wünsche und wie sie es ver- dient. Mag der junge Herr mich behandeln, wie er will, es soll mir gleich sein, wenn er nur seine Frau recht lieb haben wird." „Das wird er ganz bestimmt und mir zu Liebe wird er auch Dich gut behandeln, Evers I" „Nun, dann bin ich zufrieden, wenn nur Sie ganz glücklich sind, meine liebe, liebe Herrin!" „Steh' auf, Evers, und fetze Dich hier dicht her zu mir. — So, Du bist die Einzige, der ich vertrauen kann, ich muß mit Dir plaudern, wenn mir's im Gehirn nicht wirr werden soll. Sieh', Liebe, der arme Steindorf ist im Grunde schlimm behandelt worden, man hat ihn seines Erbes beraubt —" „Nein, Fräulein, das ist nicht so —" „Schon gut, Evers, unterbrich mich nicht, ich weiß, was Du sagen willst, die Sache an und für sich bleibt doch dieselbe. Wenn sein Vater vernünftig gewesen wäre, dann hätte er ihn hier behalten und das schöne Gut wäre nicht so verschleudert worden. Es war nicht recht von meinem Vater, daß er dieses zugelaffen, er mußte einschreiten, es war seine Pflicht, als Freund und Nachbar, und weil er solche» versäumt, ist jene Pflicht auf mich übergegangen." Die Wirthschafterin sah sie hier so erstaunt und verstäub- nißlos an, daß Armgard einen Augenblick verstummte. „Nun freilich," fuhr sie dann langsam fort, „kann man bei Leuten Deines Schlages, liebe Evers, ein so feines Gefühl für Ehre und Pflicht nicht erwarten, aber ich besitze dasselbe in einem besonders peinlich ausgebildeten Grade, weshalb ich nach reiflicher Ueberlegung den besten Ausweg in einer Verbindung gewählt, die unsere Eltern ja vordem schon bestimmt hatten." „Ja," sprach Evers ruhig, „und nun wischen Sie Alles, was dazwischen liegt, wie mit einem Schwamme weg." „Ganz recht, mit dem Schwamme der Vergessenheit," bestätigte Armgard, wehmüthig lächelnd. „Das wäre also der eine Grund meiner Verlobung, gute Evers I — Der zweite und nicht der geringste ist das schreckliche Schicksal, welches den armen Steindorf durch den Tod seines letzten und einzigen Kindes so jäh getroffen. — Es hat mich tiefer bewegt, als die Welt es geahnt, da er die Kleine meinem Schutze übergeben und ich es war, welche gegen Deinen Einspruch, gute Evers, die verhängnißvolle Spazierfahrt mit derselben unternahm." „Aber Sie hätten ja auch selber dabei verunglücken können, mein liebes Fräulein!" wandte die Mamsell kopfschüttelnd ein. „Allerdings, doch kann diese Möglichkeit meine Schuld nicht verringern," fuhr Armgard seufzend fort, „es war auch mein Verhängniß, da ohne diesen grauenhaften Zufall —" Sie brach ab und wandte die Augen seitwärts, weil sie die alte Evers nicht noch tiefer in ihr von Angst, Scham, Zweifeln und Unwillen gemartertes Herz blicken lassen mochte. „Steindorf ist durch meine Schuld ein einsamer, verlassener Mann geworden," setzte sie nach einer Weile mühsam hinzu, „deshalb, liebe Evers, bin ich verpflichtet, ihm durch meine Hand einen Ersatz zu geben —" „Auch durch Ihr Herz?" unterbrach die Alte sie ernst. „Ja, Du neugierige Person, auch durch mein Herz, weil ihm das gehört hat, so lange ich denken kann. Und nun geh', Evers, sprich mir aber nicht wieder davon, mich zu verlassen. Ich bin müde und will versuchen, einzuschlafen." Die Mamsell ging, im Innen! überzeugt, daß ihr Herzblatt sich um einiger wunderlicher Grillen halber für ihr ganzes Leben unglücklich mache. — Wenn doch die Tante Hanna gesund wäre und ihr noch bei Zeiten den Kopf wieder zurecht setzen könnte! — Armgard öffnete das Briefchen des Bräutigams und las: „Theuerste! Man will mich nicht zu Dir lassen und ich bin ganz kopflos vor Sehnsucht nach Dir. Hast Du befohlen, mich abzuweisen? — Ich kann und mag es nicht glauben, daß Du auf's Neue krank geworden bist, daß wieder fremde Menschen sich zwischen uns drängen, unsere Herzen von einander entfernen wollen. Morgen Vormittag bin ich wieder hier und flehe Dich an, mir Deinen Anblick zu gönnen. Sei nicht grausam gegen den Verlassenen, der nichts auf Erden mehr fürchtet, als Dich zu verlieren. O, wärest Du erst mein, ganz mein, um mit mir hinauszufliegen in die weite, weite Welt, wo Neid und Mißgunst uns nichts mehr anhaben können. Werde gesund, o, werde gesund, Geliebte, für Deinen Julius." Ein seltsames Gefühl durchzog beim Lesen dieser Zeilen ihr Herz. So hatte noch niemals ein Mann zu ihr geredet, und sie hätte kein Weib und jener Mann nicht der Traum ihrer ersten Jugend sein müssen, wenn dieser glühende Erguß sie nicht berauscht haben würde wie starker Wein. Sie las — 166 —- die Zeilen noch einmal und verbarg dieselben dann, als ob ihr Besitz ein Verbrechen für sie sei. War dieses berauschende Gefühl, das ihre Pulse rascher schlagen, ihr Blut wie ein Feuerstrom zum Herzen jagen ließ, wirklich jene Liebe, von welcher sie damals geträumt hatte? Sie barg das erglühende Antlitz in die Kisien und weinte dann plötzlich im heißen Schmerze, daß ihr die stolze Energie, das Selbstbewußtsein und die Kraft der muthig errungenen Herzensruhe durch die Macht der Umstände und ihre körperliche wie seelische Schwäche so unheilvoll abhanden gekommen waren, daß sie sich dem Verhängniß unrettbar überliefert hatte- Liebte sie diesen Mann, der eine unheimliche Macht über sie gewonnen, wirklich noch immer? — Sie wußte sich selber keine Antwort darauf zu geben, da sie abwechselnd von unbezwinglichem Widerwillen und von Sehnsucht erfüllt, sich von ihm abgestoßen und wieder zu ihm hingezogen fühlte. Es war die Gewalt der sinnlichen Schönheit, vor welcher Tante Hanna sie in ihrer Liebes» und Lebensgeschichte so eindringlich gewarnt hatte. Reinhardt schüttelte den Kopf und schrieb etwas nieder, was er dem Beamten, der wieder zu ihm trat, hinreichte. Dieser las: „Die hatte er mit seinem tobten Kinde schon gleich an der Angel- Wohl bekomm's ihr! — Ich würde ihr's gönnen, wenn er nicht zwischen Mund und Kinn zu interessant wäre. Wo ist denn Herr Julius? Bei ihr in Ebenheim?" Der Commissar lachte. „Das würde sich jetzt nicht mehr schicken," sagte er in einem humoristischen Tone, „Herr Julius ist auf Reisen gegangen, wohin, das weiß kein Mensch, wir aber werden's herausspüren. Soll ich Ihren Freund Marbach grüßen, es geht bergab mit ihm, wie ich höre." „Jener macht Hochzeit und er sollte sterben?" schrieb Reinhardt mit zitternder Hand. „Das kann Gott nicht zu» lassen." „Rein, das hoffe ich auch, halten Sie sich nur ruhig, damit Sie wieder gesund werden. Der alten Hanna geht's auch schon besser. Sie wissen doch, daß sie operirt worden ist?" Der Maler nickte. „Hoffe viel von ihrem zurückkehrenden Erinnerungsvermögen," fuhr der Commissar fort, „es geht natürlich langsam damit, doch stellt sich schon, je weiter die Heilung fort« schreitet, eine erfreuliche Zunahme des erwachenden Verständnisses ein, just wie bei ganz kleinen Kindern. Vielleicht rettet Doctor Peters auch Ihre Sehkraft, Herr Reinhardt!" Dieser schüttelte traurig lächelnd den Kopf, wenn man ein solches Verzerren der einen Gesichtshälfte ein Lächeln nennen konnte, und der Commissar empfahl sich. Er kehrte eiligst anstatt nach dem Polizeigebäude nach seiner Wohnung zurück, wo er sofort nach einem Herrn Wolfius sandte, welcher auch nach wenigen Minuten erschien. Dieser Mann machte den Eindruck eines Handwerkers, sowohl in seiner Haltung und seinen Manieren, wie in der Kleidung, Alles war schlicht und einfach, aber höchst sauber an ihm. „Haben Sie eine Spur, Wolfius?" fragte der Commissar halblaut. „Mister Prien ist und bleibt eine mystische Person, Herr Commissar!" versetzte der Gefragte ebenso leise. „Möchte Sie wohl um einen unbestimmten Urlaub bitten." „Wollte es gerade vorschlagen, mein Lieber, und Ihnen mittheilen, daß der zweite Manschettenknopf des werthen Herrn in der Gegend des Thatortes gefunden ist. Er hat offenbar Unglück mit dem Verlieren oder muß lächerlich sorglos sein." „Vielleicht kopflos," bemerkte Wolfius, „der Boden ist ihm jedenfalls zu heiß gewesen und mit schlimmen Gedanken sich tragend, hatte er nicht Acht auf den Knopf, der wohl einen schlechten Verschluß gehabt." „Ein Gentleman trägt nicht zwei verschiedene Manschettenknöpfe, mein Bester," erwiderte der Commissar kopfschüttelnd, „es müßte denn vielleicht der Fall sein, daß er mehrere Garnituren davon besessen. Doch gleichviel, der Knopf ist gefunden und zwar von den beiden Opfern des letzten Attentats, ich werde denselben mir schicken lassen. Und nun noch eine überraschende Entdeckung, welche unser Polier Schulze gemacht hat. Herr Wolfius horchte auf und runzelte die Stirn- „Schulze ist ein Schwätzer und man kann auf seine Aussagen nicht viel geben," sagte er achselzuckend. „Die Sache kommt mir allerdings auch ein wenig romantisch vor, sie betrifft nämlich den heimgekehrten Herrn Julius Steindorf, welcher nach Schulzes Behauptung den bewußten rothen Strich besitzen soll." „Weiß denn der Schwätzer von der Bedeutung dieses Kennzeichens, Herr Commissar?" „Gott bewahre, er hat doch die beiden Herren, Marbach und Reinhardt, oben im Gebirge getroffen, wobei er diesen Umstand gesprächsweise erwähnt haben soll. Da ich nun in der That ein wenig zweifelhaft darüber bin, ob die ganze Erzählung nicht vielleicht eine Halucination des Malers ist, hervorgerufen durch das abscheuliche Attentat und dessen Folgen, so möchte ich Ihnen anheimgeben, den Polier selber mal vorsichtig darüber auszuforschen." Wieder waren vierzehn Tage verflossen. Armgard Holten hatte sich von ihrem Rückfall erholt, während Leonhard Marbach sich noch immer unter dem Dache des Försterhauses befand, der Maler Reinhardt dagegen nach feiner Wohnung in der Stadt gebracht worden war. Letzterer war allerdings nach ärztlichem Ausspruch außer Gefahr, aber noch lange nicht hergestellt. Die Schulterwunde heilte gut, mit dem Gesicht aber stand es noch schlecht genug, da er große Schmerzen zu ertragen, nicht zu sprechen vermochte und außerdem die furchtbare Gewißheit hatte, das rechte Auge zu verlieren. Dieses entsetzliche Geschick erregte ihn bis zur Wuth und er ruhte nicht, bis er es bei Doctor Peters durchgesetzt, mit dem Crimtnal-Commissar jetzt, wenn auch schriftlich, da ihm jedes Wort schreckliche Schmerzen verursachte, reden zu dürfen. „Der Doctor hielt mich für verrückt und hat mich mit seiner Weigerung, Sie zu mir zu bescheiden, auch halb dazu gemacht," schrieb Reinhardt, als der Commissar neben ihm saß. „Lesen Sie dies gefälligst" Er überreichte ihm einen zusammengefalteten Bogen, den der Beamte dann rasch entfaltete und überflog. „Sie haben dies selber geschrieben, Herr Reinhardt?" Der Maler nickte. „Der zweite Manschettenknopf ist hiernach also auch ge- funden worden," fuhr der Commissar, die Seetüre fortsetzend, überrascht auf, „und zwar an dem Aufstieg zur Bergeshöhe. Und — was zum Henker haben Sie hier geschrieben?" Er sah den Maler erschreckt und mißtrauisch an. Hatte der Doctor recht gehabt mit seiner Behauptung, daß jenes abscheuliche Attentat fein logisches Denken verwirrt und ihn mit einer fixen Idee erfüllt haben müsse? — Reinhardt schrieb mit einer ungeduldigen Bewegung: „Ich habe die nackte Wahrbeit erzählt, nehmen Sie den Polier Schulze darüber in's Verhör." Der Commissar nickte nachdenklich und faltete den Bogen zusammen. „Ich darf ihn doch behalten?" Natürlich durfte er das. „Haben Sie den zweiten Knopf, Herr Reinhardt?" „Der muß sich in Marbachs Taschen finden," schrieb der Maler. „Packen Sie den Halunken, Herr Commissar — der Mann mit dem rothen Strich hat auch uns beide, meinen Freund und mich, so zugerichtet." „Wir packen ihn ganz bestimmt, lieber Herr Remhardt!" beruhigte der Commissar den Aufgeregten. „Ich werde ihm einige Spürer auf die Ferse setzen." Er reichte ihm die Hand, wünschte ihm gute Besserung und schritt nach der Thür. „Apropos," wandte er sich hier gleichgültig zu dem Maler, „hat der Doctor Ihnen von der Verlobung des Herrn Steindorf mit Fräulein Holten zu Edenheim erzählt?" 187 vas nieder, rreichte. Kinde schon würde ihr's l interessant Ebenheim?" sagte er in f Reisen ge- er werden'« grüßen, es >n?" schrieb itt nicht zurr ruhig, da- i geht's auch worden ist?" Erinnerung«- atürlich lang- geilung fort* Den Verstäub- ielleicht rettet ardtl" f, wenn man ijicheln nennen igebäude nach gerrn Wolfiu« ;ien. 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Er öffnete seinen Schreibtisch und überreichte ihm einige Banknoten, welche Wolfiu« unbesehen in seine Brieftasche legte. „Sind Sie über Ihre Reiseroute schon im Klaren?" fuhr der Commiffar fort. „Dann hätte ich den Musje schon beim Kragen," versetzte der Detectiv achselzuckend. „Sie kennen mich, Herr Commiffar, und wisien, daß ich nicht unnöthig Geld ausgebe, hier aber —" „Schon gut, lieber Wolfius, Sie haben mein ganzes Vertrauen, unterrichten Sie mich von Zeit zu Zeit über Ihren Aufenthalt, es könnte sich hier etwas ereignen, was Ihre Weiterreise unnöthig machen würde." „Soll prompt geschehen, Herr Commiffar!" Wolfius ging. Er sah sehr finster aus, als er die Straße wieder betrat und murmelte eine Verwünschung in den Bart, welche den Polier Schulze betraf, der soeben vergnügt pfeifend um eine Ecke bog. „Sieh' da, Schulze, wenn man den Wolf nennt, kommt er gerennt. Komm', alter Freund, haben uns lange nicht gesehen, wollen ein Gläschen mit einander trinken." „Ra, bett Wolf könntest Du schon eher vorstellen, mein Junge," meinte der Polier, ihn verschmitzt anblinzelnd, „hast denn wirklich an mich gedacht?" „Versteht sich, bist doch bei dem Attentat im Gebirge ein Hauptheld gewesen." „Ein schöner Held, der mit einem blauen Auge davon gekommen ist. Habt Ihr denn noch immer keine Ahnung von dem Attentäter?" „Still," gebot der Detectiv mit einer so herrischen Geberde, daß Schulze erschreckt zurückfuhr. „Du bist ein unver- befferlicher Schwätzer, aber Gnade Dir Gott, wenn Du jemals von mir sprichst." „Bist ja ein wahrer Wärwolf," grollte der Polier, „will mein Bier lieber allein trinken. Bin ein ehrlicher Kerl, dem die Polizei nichts anhaben kann. Gott befohlen, Herr Wolfius I" „Dummes Zeug, komm' mit, ich bin heut' verdammt schlechter Laune und muß mich ein halbes Stündchen unterhalten. Ra, altes Haus, nimm's nicht übel." Wolfius hatte bei diesen Worten seinen Arm ergriffen und ihn halb gewaltsam fortgezogen. „Laß' man, ich geh' schon freiwillig, hält' bald wieder ein Verbrechen geschwatzt. Sage lieber gar nichts mehr in Deiner hohen Gegenwart." Sie gingen schweigend durch die Straße. Wolfius ärgerte sich, einen Fehler begangen und den Freund sozusagen mund- todt gemacht zu haben. Er dachte darüber nach, ihn wieder vollständig zu versöhnen. „Herr Marbach wird wohl darauf gehen," begann er nach einer Weile, „thut mir leid um den armen jungen Mann." Polier Schulze stieß einen grunzenden Ton aus. „Wir können auch einmal hier beim Robbing einkehren," setzte Wolfius hinzu, „eine Flasche Wein mit einem kleinen Imbiß wirst Du nicht verschmähen, Alter, und da ich in einer Stunde abreise —" „Ach, Du willst reifen? — Ra, denn man zu," sagte Schulze, seinen Groll bei der Aussicht auf den Wein vergeffend, „wenn ich man fein genug für Robbing bin —" „Unsinn, nur immer rein in's Vergnügen," rief der Detectiv, „wir haben Moses und die Propheten in der Tasche, das genügt." Robbing war ein respektabler Weinkeller für Kaufleute, Studenten und den sonstigen wohlsttuirten Mittelstand, wohin der Polier Schulze seinen Fuß nicht zu setzen gewagt hätte. So aber folgte er, wenn auch ziemlich schüchtern, seinem Freunde, deffen sicheres Auftreten er int Stillen bewunderte. Dieser führte ihn in ein kleines Separat-Cabinet und ließ so nobel auftischen, daß Schulze ganz gerührt wurde und ihm wiederholt die Hand drückte. Er stieß mit ihm an und wurde wieder gesprächig, worauf er sofort von seinem Lieblingsthema, dem Attentat, erzählte. „War denn Herr Steindorf nicht auch dabei?" fragte Wolfius. „Ich meine doch, feinen Namen dabei gehört zu haben." „I bewahre, der war nicht zugegen, den hatte ich am Pfingstmorgen früh, so um viere, schon dort oben getroffen und den beiden Herren davon erzählt." „Siehst Du, mein Junge, so entstehen Gerüchte aus halben Worten und Steuerungen," sagte Wolfius, lächelnd sein Glas erhebend. „Man erzählte mir, daß jener Steindorf ebenfalls von der Exploston getroffen und am Kinn verwundet worden sei. — Auf Dein Wohl!" setzte er hinzu, ihm sein Glas entgegenhaltend. Schulze stieß kräftig mit ihm an und leerte das feine mit einem verklärten Gesicht. Dann nickte er dem Freunde vergnügt zu- „Das ist spaßhaft, weißt Du, — diese Wunde am Kinn ist richtig, aber man blos ein Bischen alt, weil’« schon lange eine Narbe geworden ist." „Ach, was Du sagst, woher weißt denn Du das, alter Schwede?" Schulze erzählte ziemlich umständlich, woher er diese Wissenschaft habe, und lachte dann unbändig darüber. „Na, es kann dem Herrn am Ende nicht ganz lieb sein, in diese Geschichte mit hineingezogen zu werden," bemerkte Wolfius nach einer Welle, „könnte die Sache auch verdunkeln. Sprich lieber nicht weiter darüber, Schulze, mit dem Steindorf soll nicht zu spassen fein." „O, ich will mich hüten, mein Junge, weiß wohl, daß mit solchen Herren nicht gut Kirschen essen ist." „Zumal er nächstens die Herrin von Ebenheim heirathen und bei Marbachs Tode voraussichtlich auch wieder in den Besitz von Rotenhof kommen wird. Es wäre unklug, einen solchen Mann zu beleidigen." „Gewiß, gewiß, will mir nicht den Mund damit verbrennen." Wolfius sah nach seiner Uhr. „Es wird leider Zeit für mich, muß noch erst nach Hause und dann im Sturmschritt nach dem Bahnhofe." Er winkte dem Kellner, zahlte und verließ mit dem ani- wirten Polier das Local, um sich auf der Straße sofort mit einem Händedruck von ihm zu trennen. Unterwegs traf er den ihm bekannten Landbriefträger. „Sie wissen wohl nicht, Herr Wolfius, ob Herr Marbach schon wieder in Rotenhof ist?" „Nein, mein Lieber, der liegt noch todtkrank oben im Försterhause." „Aber Herr Reinhardt, Sie wissen wohl, der Maler?" „Der ist wieder in seiner Wohnung hier in der Stadt." „Daß Dich, nun haben sie mir die Briefe für ihn richtig wieder mitgegeben," knurrte der alte Briefträger, „es ist doch die Möglichkeit! Muß auch ein Packet für ihn mitschleppen. Will man lieber gleich nach der Post zurück." „Wollen Sie's mir anvertrauen? Ich muß gleich nach dem Bahnhofe und komme am Hause des Malers vorbei." Der Briefträger griff in seine Umhängetasche und zog ein Päckchen zusammengebundener Briefe hervor. „Nee, das ist für Ebenheim," brummte er, nachdenklich vor sich hin blickend, „will doch lieber selbst zu Herrn Rein- Hardt gehen," setzte er dann seufzend hinzu, „es iS mir freilich aus der Kehr, aber doch immer noch näher als nach der Post. Nehmen Sie's nicht übel, Herr Wolfius, es könnt' mir eine Nase und das eine gehörige einbringen." „Haben ganz recht," sagte Wolfius beistimmend, „die Pfltchi geht über Alles, mein lieber Herr Fischer!" . Er schritt eiligst weiter, während auch der Brresträger seinen Weg rasch fortsetzte. — Das Gesicht des Detectivs hatte sich merkwürdig erhellt. Er war ein findiger Kopf, aber auch seine Augen waren sehr scharf und findig, und diese hatten mit einem Blick eine sehr wichtige Entdeckung gemacht. (Fortsetzung folgt.) = 188 - GsMernnützrges. DcmiWUi/ Schöne gärtnerische oder landschaftliche Anlagen verhelfen zum Zuzug wohlhabender Leute. Die wohlhabenden und reichen Leute ziehen mit Vorliebe in Städte mit schönen gärtnerischen Anlagen; Beispiele hierzu liefern Braunschweig, Bremen, Coblenz, Düffeldorf, Hamburg, Würzburg und andere Städte mehr. Die städtischen Verwaltungen handeln daher klug, wenn sie für gute und schöne Anlagen reichlich sorgen. # , Rutz als Düngemittel. Hat man sehr hellen Boden, so würde es von großem Vortheile sein, wenn man denselben mit Ruß düngen oder damit dünn bestreuen würde. Abgesehen aber von der düngenden Kraft, färbt der Ruß auch den Boden schwarz, wodurch er dazu beiträgt, daß die Sonnenstrahlen die noch im Frühlinge an sich kalte Erdoberfläche sehr schnell erwärmen, den Samen zum Keimen und die Saat zur kräftigen Bestockung bringen. Besonders wirkt der Ruß nach dieser Richtung außerordentlich günstig auf faure Wiesen, namentlich wenn dieselben kalt und feucht sind. Im Winter hat man überall Zeit, beim Reinigen der Oefen und Rauchfänge den Ruß zu sammeln. ♦ Frühe Gurken. Wer möchte nicht so zeitig wie möglich, ja die früheste Gurke essen! Um es zu ermöglichen, wende ich folgendes bewährte Mittel an. Sofern die Gurkenpflanze die ersten Blüthenbündel zeigt und dieselben die Größe von Kleeblüthenköpfen erlangt haben, so steche man mit der Spitze eines Federmessers unter Vermeidung von Verletzungen der äußeren Blüthchen die inneren aus und lasse am Rande 3 bis 6 Blüthchen stehen. Diese wandeln sich rapid in Gurken um und erhalte ich für jede der 3 oder 6 Gurken bis eine Mark und darüber. Hätte ich aber die inneren Gurkenblüthen stehen gelassen, so hätte ich vielleicht die doppelte Zahl Gurken, aber schwächere, welche in der eigentlichen Gurkenzeit oft nicht alle zusammen eine Mark einbringen. ♦ * ♦ Feiner Kartoffelsalat. Die in der Schale gekochten Salatkartoffeln zieht man ab, schneidet sie in Scheiben, bestreut sie mit Salz und Pfeffer und übergießt sie mit einer Tasse kräftiger kochender Fleischbrühe. Dann bereitet man die Sauce- Man rührt Oel mit zwei rohen Eigelb dick, fügt Essig, Citronen- sast, 1 geriebene Zwiebel, 2 harte durchgeriebene Eidotter, etwas gehackte Petersilie und Zucker hinzu und vermißt mit dieser wohlschmeckenden Sauce die Kartoffelscheiben. Diese Zubereitungsweise ist sehr beliebt und auch ganz vorzüglich. ♦ » ♦ Frieden im Hause. Frieden im Hause zu haben, ist wohl der erste Wunsch eines jeden Menschen. Um ihn zu erhalten, halte man an solgenden zehn Geboten fest: 1) Sei stets nachgiebig und nachsichtig. 2) Begrüße Deine Hausmit- bewohner stets freundlich, meide aber so viel als möglich näheren Verkehr. 3) Lasse Dir nie vom Dienstmädchen über die Verhältniffe der Mitbewohner etwas erzählen. 4) Halte nie dieselbe Waschfrau, Näherin, Flickerin rc. 5) Miethe nie ein Mädchen, das schon bei einer Herrschaft im gleichen Hause gedient hat. 6) Borge nie etwas, muß es aber geschehen, so gib es so rasch als möglich wieder zurück. 7) Hast Du au der Treppe etwas verschüttet oder ausgegoffen, so sorge schnellstens für Reinigung. 8) Nimm stets Rücksicht auf die nebenan und in den höheren und unteren Etagen wohnenden Nachbarn und vermeide jeden überflüssigen Lärm. 9) Hörst Du einen Wortwechsel, so schließe sofort die Fenster und entferne Dich, um nichts zu verstehen. 10) Bilde Dir nie ein, daß Deine Kinder artiger sind, als die Deiner Mitbewohner. Nicht allzu schwer. Sie: „Weißt Du, Mann, war ich mir heute wünsche?" — Er: „Ein neues Kleid." - Sie: „Wahrhaftig! Du hast meinen Gedanken errathen!" - Er: „Na, als ob das so schwer wäre, — bei den paar Gedanken, die Du hast!" * , • Entrüstung. Arbeiter (der vom Gerüst herunterge- fallen ist und vorläufig mit frischem Wasser erquickt wird): „Herrgott, wie hoch muß ma' denn Mer 'runterfliegen, dir ma' amal a' Glas Wein kriegt?!" ♦ ♦ Folgerung. Herr: „Was würdest Du glauben, wenn ich Dir ein Markstück gebe?" — Stiefelputzer: „Daß er falsch ist!" Kühne Selbstvertheidigung. Richter: „Sie wer« den beschuldigt, den Kläger auf dem letzten Kirchweihfeste derart mißhandelt zu haben, daß er eine achttägige Berufsstörung erlitt und überdies den Verlust der Zähne zu beklagen hat; was haben Sie darauf zu sagen?"— Angeklagter: „Daß er HM z'Haus bleib'n foll'n, wenn er kein'» Spaß versteht." Bewegung. Freund: „Wie kannst Du Dich von Deiner Frau so behandeln lassen! Ich sah beim Eintreten, wie sie Dir eine Ohrfeige gab." - Mann: „Lieber Freund, der Doctor hat ihr kräftige Bewegung verordnet, und da kann ich ihr es doch nicht übel nehmen, wenn sie sich bewegt." Alterthümliches. Händler (in einem Bauernhause): „Haben Sie vielleicht antiken Hausrath oder so etwas? - Bauer: „Na — an dicken Hausrath habe mer g'rad nit, aber an dicken G'moandrath — dös hab'« mer fcho, können sm nit brauch'»?" # # Was die Liebe nicht ist. Toni: „Warum markst denn des Abends net mehr auf mich, Jacob, daß wir zufamm bislefchwätze könne?"-Jacob: „Ja schau, Tonerl, bei solcher Kält kann i halt nit a ganze Stund vorm Haus steh n unv auf Dich warten!" —Toni: „Geh, fchäm Dich was, die Lieb müßt Dir doch das Herz warm halten." — Jacob: „Das Herz hält sie mir auch warm, aber en Fußsack kann t halt doch tut draus mache." , * Nicht unberechtigt. Gigerl: „Ich möchte einige Kragen kaufen; achtunddreißig Centimeter." - Verkäuferin: „Weite? — Gigerl: „Nein, Höhe." * * Abkühlung. „So oft ich zu Haufe bin, höre ich Sie! Sie singen wohl sehr gerne?!" — Dame: „Leidenschaftlich! — Herr: „Dann würde ich es aber doch lernen!" Ein ängstliches Gemüth. „Ich fürcht' mich immer in's Bett zu gehen, denn ich hab ordentlich Angst, es könnt mir am End' vom Arbeiten träumen. Studenten-Lieb. O Nadelwald, wie bist du schön In deinem grünen Kleid! Dein Harzgeruch erfüllt die Luft Balsamisch, weit und breit. Ich weiß, warum ich Liebe stets Zu dir im Busen trug — Wir haben Beide wenig Moos Und Beide Pech genug! Nedaction: A, Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.