das Gleichniß it seiner Frau ir; da säet er Salat darauf. Beet und steckt, Söhnen darauf, zu dem Beete, dern Ehehälfte t für Unkraut, itt der Mann ist der Erfolg was der Vater r gepflanzt hat. ntagsruhe. sich wiederholt äußert hat, ist t Roman vor» unterbricht die t einem Sonn» der Vater. — „Warum denn agrruhe haben f," entgegnete m Puppen zu. - die Lauferei ölen und jedes n denn das?" ich'» in einem trinkt I" »3a, wissen ffen, in solche, 1/ >r Dorfschulze ank gewesen?" h hat in den i müssen!" ist das Muster i!" — Zweite mich auf den inen Personen» ,Ach, Sie sind beim Treiben um den Kopf „Zum Teufel, tter in einer ;t einem bösen t er den Sün- n bei meinen Herr Pfarrer neuen Dienst« nicht wohl — it!" - Resi: imb, ist Deine berhaupt blos NntsvhaltungSblatt $um Gietzenev Anzsigev Anzeigen) S Nr. 18 •Q/ir PW W W Samstag, den 11. Februar. Dämon Gold. Original - Roman von W. Höffer. (Fortsetzung). Nach wenigen Minuten erschien Ruth, noch rosig von der Kälte, mit glänzenden Augen und elastischen Schritten. Sie brachte ihrer Schwester ein Bouquet frischer Rosen und stellte diese in einem Wasserglas vor das Bett- „Nun, Cilli, wie fühlst Du Dich?" „Todesmatt," antwortete schaudernd die junge Frau. Ruth küßte sie zärtlich. „Das wird nun Alles anders und besser," sagte sie im tröstenden, zuversichtlichen Tone. „Denke an die große Summe, Cilli, an das Glück, jegliche Verpflichtung auf einmal tilgen zu können. Die Einnahmen von Moldt sind dann reich genug, um auf vornehmem Fuße zu leben; wir können uns einrichten, wie es uns beliebt - Hans Adam kann getrost Leute engagiren oder diese und jene Unternehmungen in's Leben rufen, wie das so seine Neigungen sind; er kann es und nichts hindert ihn daran." Cäcilie kehrte das Gesicht gegen die Wand. „Wenn ich nicht wäre," flüsterte sie kaum verständlich. „Wie meinst Du das?" fragte voll Erstaunen die jüngere Schwester. „Ach — als könntest Du mich nicht verstehen! Ich bin eine Kranke, eine Last — ich bringe das Unglück in alle Verhältnisse hinein!" „Thorheit, Cilli — wie kommst Du auf derartige Ver» muthungen? Ist es Fräulein Malten, die Dir solche Ideen zugeflüstert?" Die Baronin schüttelte den Kopf. „Diese arme Adele," sagte sie. „Du hegst einen förmlichen Haß gegen das Mäd« chen, dem ich eine so treue, aufopfernde Pflege verdanke. Das thut mtr ost weh, Ruth." „M es denn möglich, daß Du sie lieben solltest, Cilli? Gilt sie Deinem Herzen irgend etwas?" wirklich^vttsteht."^^^' abCle *ft bie G^ige, welche mich aus der Tasche die Apothekerschachtel. „Ich Fieber^* ^eUt ^u oer geben, Cilli — Du bist aufgeregt, hast , . dann, als keine Antwort kam, klingelte sie und gebot dem eintretenden Kammermädchen, frisches Wasser zu bringen. * » ^?.Ein mjt ber Caraffe zurückkam, sagte sie: »Fr u ein Malten läßt fragen, ob ihre Gesellschaft noch gewünscht werde?" „Heute Abend nicht mehr," antwortete Ruth. „Ich selbst bleibe bei der gnädigen Frau." Das Mädchen verschwand und Ruth setzte sich wieder an das Bett ihrer Schwester. „Morgen kommt Wolfram hierher," erzählte sie mit vergnügtem Tone. „Ich erhielt heute von ihm einen Brief, auffallend kurz und geschäftlich zwar, aber er meldete doch in den zwei Zeilen seinen Besuch. Da gilt es nun, ihn zu überreden, zu bearbeiten — Hans und ich haben schon einen ganzen Plan entworfen." Ein schwacher Seufzer trennte die Lippen der Baronin. „Du und Hans!" wiederholte sie. „Euch gehört die Zukunft." „Und Dir, Cilli. Besonders Dir, Du Arme, als Entschädigung für alles ausgestandene Leid." Cäcilie schloß die Augen. „Denkt freundlich an mich, wenn ich gestorben bin," sagte sie mit schwacher Stimme. „Es dauert nicht mehr lange, Ruth." Die Augen des jungen Mädchens füllten sich mit schweren Thränen. „Sprich nicht so, Cilli. Du wirst wieder genesen. Die Freude, die Herzensruhe sind allmächtig — und Du bist ja noch jung." Die Baronin antwortete nicht; erst nach einer Pause sagte sie: „Ich möchte nun schlafen, Ruth. Gott segne Dich, mein Liebling." Das junge Mädchen küßte ihr blasses, in Fieberkälte bebendes Gesicht. „Soll Adele hierher kommen — oder Hans?" Ein Kopfschütteln antwortete ihr. „Nein, nein, Niemand. Aber grüße den armen Hans und sage ihm, daß ich für sein Glück bete. Ich liebte ihn so innig, so unaussprechlich — schon seit Kindertagen — ihn allein unter den Lebenden — und ich habe ihm doch kein Glück gebracht." Ruth bekämpfte mit Mühe ein Schluchzen, das sich gewaltsam Bahn brechen wollte. „Ich mag Dich in solcher Stimmung nicht allein lassen, Cilli," sagte sie voll geheimer Unruhe. „Doch, doch, Ruth. Geh' jetzt, Kind. Ich bin unsäglich matt." „Und es soll Niemand mehr zu Dir kommen?" „Nein. Ich möchte nur schlafen — schlafen-" Ruth küßte die Kranke, sie glättete das Kopfkissen und erfaßte immer wieder die magere, eiskalte Hand. Es war ihr an diesem Abend, als könne sie das Zimmer unmöglich verlassen, als halte eine geheime Unruhe sie an dieser Stelle zurück. „Bist Du auch genügend zugedeckt, Cilli? Soll ich einen Pelz auf Deine Füße legen?" Eine kaum merkliche Bewegung des Kopfes schien die Frage zu verneinen. Vielleicht that das einschläfernde Mittel schon jetzt seine Schuldigkeit — Cäcilie schlummerte ein und war für den Augenblick allen Schmerzen und Selbstpeinigungen durch die Wohlthat der Natur gnädig entrückt. Auf den Zehenspitzen schlich sich Ruth zur Thür. Adele schloß in dieser Nacht kein Auge; die furchtbarste Aufregung bannte den Schlaf, verscheuchte jeden anderen Gedanken als nur den an das Geld, welches Ruth erhalten würde. Eine halbe Million, genug, um den Baron aus allen Verlegenheiten zu befreien, ihm alle Wege zu ebnen und die Thore des Erdenglücks zu erschließen. Mußte er nicht naturgemäß jedes Mittel anwenden, um sich die Gunst seiner jungen Schwägerin zu sichern? War er nicht ganz auf sie angewiesen? Ein Gedanke, bei dem sich das Herz der Gesellschafterin krampfhaft zusammenzog, der sie aufspringen und in einem Er- stlckungsanfall das Fenster aufreißen ließ. Die weißen Flocken wirbelten herein, der Wind löschte die Lampe und fuhr im heftigen Anprall gegen das heiße Gesicht des Mädchens; das Zimmer war jetzi vollständig dunkel. Adele schauderte, aber die Kälte that ihr doch wohl. Das halbverlofchene Feuer im Ofen flammte hoch auf, Funken flogen empor, Streiflichter fielen in die Finsterniß der entlegenen Ecken und Winkel. Leise schloß die Gesellschafterin den Fensterflügel und kroch tief unter ihre Decke. Gespenster schienen durch das Zimmer zu huschen. Gespenster kamen und gingen in ihrer aufgeregten, verstörten Seele. So lag sie bis gegen Morgen; dann kam wie immer der bleierne Schlaf äußerster Erschöpfung. Auf dem Schloßhofe wurde es lebendig, Thierstimmen erklangen, es rollten Wagen vorüber und endlich schlug eine Uhr. Adele schlief noch immer. Da klopfte Jemand an die Thür und als kein „Herein" erfolgte, wurde von draußen vorsichtig geöffnet. Die Kammerzofe der Baronin steckte den Kopf in die Tyür. „Fräulein Malten!" Adele drehte sich um, ohne ganz zu erwachen; sie murmelte etwas, das die Jungfer nicht verstand und das diese veranlaßte, näher zu treten und die Schulter der Schlafenden zu berühren. „Fräulein Malten!" Jetzt fuhr die Gesellschafterin auf. Mit wirren Blicken um sich sehend, strich sie das Haar aus der Stirn. „Was ist geschehen, Hanne? — Mein Gott, was ist geschehen?" Das Mädchen schüttelte ängstlich den Kopf. „Nichts, Fräulein, nichts, oder — ich weiß doch wenigstens nichts Genaues. Aber es ist mir so sonderbar — die gnädige Frau klingelt sonst immer um halb sieben — und heute —" „Wie viel ist denn die Uhr jetzt?" „Gleich halb acht." „Dann sehen Sie doch nach, Hanne." Das Mädchen schien mit Thränen zu kämpfen. „Ich habe mich in die Zimmer geschlichen," sagte sie, „über halb hinein; weiter wagte ich mich nicht. Die gnädige Frau lag mit dem Gesicht gegen die Wand gekehrt und — und —" „Nun, Hanne?" „Die rechte Hand sah so seltsam aus," flüsterte scheu das Mädchen. „Mehr als nur diese sah ich nicht." „Um Gottes willen!" Adele sprang auf, wie vom heftigsten Schreck erfaßt; die Jungfer half ihr, sich in aller Eile nothdürftig anzukleiden und dann ging Adele fliegenden Fußes in das Zimmer der Baronin. Es war in den Gängen noch dunkel, der Wind heulte um die Mauern und Flockengeriesel erfüllte die Luft ; hie und da sahen die ängstlichen Gesichter der Dienstboten aus dem Halbschatten hervor Im Schlafzimmer der Baronin brannte eine gegen das Bett hin grünverhüllte Lampe; auch jetzt, als Adele die Schwelle überschritt, regte sich nichts. „Sehen Sie die H>nd!" flüsierte angstvoll das Mädchen. „Noch liegt sie genau so wie vorhin." „Gnädige Frau!" ries mit gedämpfter Stimme die Gesellschafterin. Keine Antwort. Dann trat Adele an das Bett, jetzt erfüllt von einer Ahnung, die sich nicht mehr abweisen ließ. Sie erfaßte die herabgesunkene Hand — Eiseskälte drang ihr entgegen. Zweimal öffnete sie die Lippen, um zu sprechen — zweimal vergeblich. Es ging so nicht an. Sie wandte den Kopf und winkte mit gebieterischer Handbewegung dem Mädchen. „Die Lampe!" — Mehr als nur das brachte die trockene Kehle nicht hervor. Aber Hanne schlug, anstatt zu gehorchen, beide Hände vor das Gesicht und lief schreiend davon. „Er ist zu schrecklich, ich kann es nicht sehen." Adele hatte jetzt ihre gewohnte Ruhe wiedergefunden. Sie ergriff die Lampe, warf den grünen Schleier bei Seite und ließ den Lichtschein auf das Bett fallen. Mitten auf der Decke lag ein Brief, verschlossen und adrefstrt; die Blicke der Gesellschafterin hatten gedankenschnell die beiden einzigen als Ausschrift dienenden Worte gelesen — „An Adele" — dann verschwand das knisternde Blatt in ihrer Tasche und jetzt erst sah sie hinüber zu dem bleichen, stillen Antlitz tief in den Kiffen. Die Lampe klirrte leise, so zitterte die Hand, welche sie hielt. Er war seit Langem so durchsichtig weiß gewesen, dieses sanfte, liebliche Gesichtchen, aber dennoch — heute kam ein anderes, fremdes hinzu, ein Etwas, das die Seele der Gesellschafterin bis in ihre letzten Tiefen hinein erschauern ließ. — So kalt die Stirne, so unbeweglich der Arm — das war der Tod! Im Thürrahmen standen die Dienstboten. Flüsterworte gingen von Mund zu Mund; Weinen und bitterliches Schluchzen durchdrang die Stille- Adele setzte die Lampe auf den Tisch. „Wecken Sie den gnädigen Herrn," befahl sie. „Und Sie, Fischer, lasten Sie sogleich einen Knecht in die Stadt fahren, um den Arzt zu holen." „Lebt denn die gnädige Frau noch, Fräulein Malten?" „Thun Sie, was ich Ihnen sage." In diesem Augenblicke erschien Ruth auf der Schwelle des Schlafzimmers. Alle Domestiken wichen zurück, nur Adele schien sich straffer aufzurichten; sie behielt ihren Platz neben dem Bette und erwartete schweigend eine Anrede. „Was ist geschehen?" rief Ruth. „Um Gotteswillen, weshalb sehen mich alle diese Leute so traurig an?" Jetzt hatte sie das Bett erreicht. „Cilli! Cilli!" Und dann kam ihr die schreckliche Erkenntniß. Mit einem Weheschrei warf sie sich vor dem Lager auf ihre Kniee. — „Todt! Todt!" Unten raffelte der Jagdwagen in vollster Carriere über das Pflaster des Hofes; dann erklangen auf dem Corridor schnelle Schritte und Hans Adam betrat das Zimmer, offenbar aus das Heftigste erschreckt, selbst so blaß wie eine Leiche. „Ruth," sagte er, „Fräulein Malten — ist es denn wirklich wahr?" „O Hans! — Hans! — Sie ist tobt!" Der Baron schob mit sanftem Zwange seine Schwägerin zur Seite und beugte sich über die Leiche. „Licht! Licht!" Adele hielt die Lampe hoch empor. Es war in diesem Augenblick so still, daß man das Fallen einer Stecknadel gehört haben würde. Und dann mochte der Baron die schreckliche Gewißheit vollständig erlangt haben; wie gebrochen sank er in den Stuhl vor dem Bette. „Weiß denn Niemand, wann die Arme starb? 'War keine Hilfe zur Hand? — Ich bin wie vor den Kopf geschlagen." Jetzt sprach die Gesellschafterin zum ersten Mal, seit Ruth das Zimmer betreten hatte. „Ich kann Ihnen keinerlei Auskunft geben, gnädigster Herr. Fräulem Aßmann wird Alles auf das Genaueste wiffen." „Du, Ruth?" Aber das junge Mädchen antwortete nicht. Als sich Hans Adam erhob und zu ihr ging, da fand er eine Ohnmächtige- Die schweren blonden Flechten fielen aufgelöst über 71 - t von einer e erfaßte die gegen. )en — zwei- >te den Kopf Mädchen. e die trockene >e Hände vor tu schrecklich, edergefunden. er bei Seite schlossen und edankenschnell te gelesen — statt in ihrer eichen, stillen se, so zitterte mesen, dieses eute kam ein e der Gesell« nern ließ. — — das war Flüsterworte iches Schluchten Sie den -, lasten Sie den Arzt zu Malten?" Schwelle des nur Adele t Platz neben Gotteswillen, in?" MI" g. Mit einem ire Knies. — Karriere über dem Korridor ;mer, offenbar ne Leiche. es denn wirk« e Schwägerin var in diesem icknadel gehört che Gewißheit in den Stuhl > ? War keine f geschlagen." lal, seit Ruth in, gnädigster ueste wissen." ht. Als sich er eine Ohm aufgelöst über seine Hand, der Kopf lag wie leblos zurück. Ruth war ohne Bewußtsein- Der Baron und Adele trugen sie zum Sopha, man bürstete ihre Handflächen und rieb ihr die Stirn mit kölnischem Wasser; aber dennoch war sie nicht zur Besinnung zurückgekehrt, als nach einer Stunde der Arzt erschien und so nachdrückliche Wiederbelebungsmittel anwandte, daß wenigstens ein Zucken den Körper durchlief und dann langsam die Sinne aus dem schweren Schlaf erwachten. Alle Thüren wurden geschlossen. Der Mann der Wissenschaft ließ die Fenstervorhänge öffnen und die Lampe auslöschen; jetzt fiel der Helle Tagesschein auf das Bett und die stille Gestalt der Tobten. Ruth lag schluchzend auf dem Sopha, der Baron leistete dem Arzt die nöthigen Dienste, und in einiger Entfernung stand Adele. Sie war blaß wie ein Schatten; auf ihren Zügen lag ein harter, unversöhnlicher Ausdruck. Jetzt war für sie der Paß geschrieben, aber — so ganz allein der leidende Theil würde sie doch wohl nicht fein. Es gab doch noch Manches, das vorher zur Sprache kommen mußte- „Der Tod ist feit etwa neun Stunden eingetreten," sagte der Arzt- „Zwischen elf und zwölf Uhr Abends also. War die gnädige Frau um diese Zeit ganz allein?" „Ja." Ruth hatte das leise Wort gesprochen. „Etwa um halb elf Uhr war ich noch bei ihr. Meine arme Schwester wollte Niemand sehen." „War das immer so ihre Gewohnheit?" „Durchaus nicht," warf Adele ein. „Ich blieb an jedem Abend bei ihr, bis sie schlief; das können alle Dienstboten be- zeugen." „Gut. Weshalb geschah denn ein Gleiches nicht auch gestern?" „Weil Fräulein Aßmann einen entgegengesetzten Befehl gab. Aus welchem Grunde, das weiß ich nicht" Ruth erhob plötzlich den Ko-f vom Kissen. „Meine Schwester wollte durchaus allein bleiben- Genügt es nicht, das zu wissen?" Der Arzt zuckte die Achseln. „War die Verstorbene leidender als gewöhnlich?" fragte er. „Wann hatte sie zuletzt ein Pulver genommen? ' „Ich selbst gab es ihr kurz nach zehn Uhr." „Das ist unmöglich," schaltete Adele ein. „Es war kein Pulver mehr da. Der Diener sollte heute Morgen in die Apotheke geschickt werden." „Ich selbst bin dort gewesen," rief Ruth. „Darf ich die Pulver sehen?" bat der Arzt. Alles suchte, aber ganz vergeblich; es fand sich keine Spur einer Schachtel oder eines Papierstückchens. Die noch übrigen fünf Pulver waren verschwunden. Der Arzt schüttelte den Kops. „Das ist seltsam," sagte er. „Also Sie persönlich waren in der Apotheke, Fräulein Aßmann?" „Ja." „Und Sie haben der Kranken das Medicament gegeben?" Ruth stand auf, sie sah von Einem zum Andern. „Was bedeutet das Alles?" fragte sie mit fliegendem Äthern. „Ist es ein Verhör, dem man mich unterwirft?" „Es ist das nothwendige Mittel, um den Dingen auf den Grund zu sehen," antwortete der Arzt. „Die Frau Baronin schemt reines natürlichen Todes gestorben zu sein." .. „EA Schrei von den Lippen der Gesellschafterin unterbrach die Stille. „Ich dachte es!" ries Adele. „Sie, Fräulein Malten?" , „Ja, ich! Die Verstorbene liebte mich, sie vertraute mir jeden ihrer Gedanken. Weshalb bin ich ihr gestern Abend fern gehalten worden?" „Weil sie es selbst wünschte," rief Ruth. „O, mein stempeln!?"" ' &te8 ^schöpf möchte mich zur Giftmischerin „Dies Geschöpf!" wiederholte Adele. „Sie haben mich vom ersten Tage meines Hierseins an gehaßt, Fräulein Aß- mann, Sie suchten mir zu schaden, mich aus der Gunst der gnädigen Frau zu verdrängen, wo es Ihnen möglich war." Ruths sanfte Augen blitzten. „Und hätte ich Sie nie- mals gern gesehen, Fräulein Malten, hätte ich gesucht, Sie ans dem Hause zu entfernen, wären Sie deshalb auch schon berechtigt, mich für eine Mörderin zu halten? ' k. »Habeich bas gethan?" fragte mit spöttischem Achselzucken die Gesellschafterin. „Habe ich ein derartiges Wort gesprochen oder Sie selbst, Fräulein Aßmann?" Der Baron streckte den Arm aus. „Es ist hier für solche Auseinandersetzungen nicht der Ort," sagte er so ruhig, als es feine eigene gewaltige Aufregung zuließ. „Uebrigens wird stch M die ganze unselige Angelegenheit hoffentlich ausklären; daß der Herr Doctor in seiner Annahme irrte, halte ich für 9etölp-" - (Fortsetzung folgt) Kürstkiche Kochzeiten. Das „Reue Wiener Tagebl." erzählt: Fürstliche Hochzeiten bilven selbst in unserer, an rauschenden Festlichkeiten durchaus nicht armen Zeit ein Ereigniß, dem wochenlange Vorbereitungen gewidmet zu werden pflegen — doch was bedeuten sie allesammt gegen jene Aufregung und Sensation, die einer fürstlichen Höchst früherer Jahrhunderte vorausgingen! Wenn dazumal ein Prinz oder gar ein Thronfolger auf die „Freite" ging, so kam das einer Staatsaction von imposanter Ausdehnung gleich. Gesandten wurden nach den Höfen all' jener Potentaten ausgeschickt, welche heirathsfähige — oder wie es damals hieß: „vogtbare" — Töchter befassen, Erkundigungen über den Kha- ber ins Auge gefaßten Prinzessin wurden eingezogen. Bildnisse, Medaillons, Schattenrisse und dergleichen zu erlangen, raurbe keine Mühe gescheut und nicht zu den unwichtigen Agenden der Heirathsbotschaster gehörten die unter der Hand betriebenen Erkundigungen nach der Höhe der Mitgift. Ueber diesen langwierigen Geschäften vergingen, zumal wenn auf eine große Distanz operirt werden mußte, Monate und wieder Monate. Wenn alsdann alle die ausgesandten Vertrauensmänner eingerückt waren, unterzogen der Kanzler und die anderen Räihe das herbeigeschaffte Material einer genauen Prüfung, bei der auch die Bildnisse von einer hierfür ernannten Schönheitscommission mit einander verglichen wurden- Und schließlich war es nicht einmal immer der Bräuti- gam, der die Wahl traf, dieselbe hing vielmehr in den meisten Fallen von ganz anderen Factoren ab. Nun war der Entschluß, eine bestimmte Prinzessin zu heirathen, gefaßt, bas Hin und Her der Botschafter konnte von Neuem angehen. Es galt ja die Vorbereitungen zu treffen, den Heirathscontract anszu- setzen und bei diesem sich ja nicht übervortheilen zu lassen. So mancher Eimer Tinte und manches Ries Pergament ging drauf, bis endlich Alles zur beiderseitigen Zufriedenheit geordnet und auch der Heirathstermin festgesetzt war. . Aber meint man wohl, daß die große Angelegenheit fortab einen glatten unb ruhigen Verlauf nahm? Weit gefehlt, denn letzt hatte man wohl die Braut, aber leider vorerst blos auf bem Papier, sie mußte geholt werden und das versetzte wiederum ganze Länder, welche die Auserwählte auf ihrem Brautzüge SU queren Hatje, in nicht geringe Aufregung. Reisige Männer hatten für freie Passage zu sorgen, hin und wieder auch Räuberhorden, welche der Glanz des Auszuges mit magnetischer Kraft auM, zu verscheuchen. War ja doch zu jener Zeit sogar die deutsche Kaiserin Eleonore anläßlich eines solchen Hochzeitszuges überfallen worben. Ein getreues Bilb ebensowohl von den Reifestrapazen wie auch anderseits von dem Glanz einer fürstlichen Hochzeit im Mittelalter gibt der Brautzug der Jagellonentochter Jadwiga von Polen, welche sich im Jahre 1475 mit Jörg dem Reichen, dem Nabob des 15. Jahrhunderts, vermählte. Was die alten Chroniken von ihrer Fahrt aus dem Herzen des Sarmaten- lanbes nach Landshut, der damaligen Residenz der bayerischen Herzoge berichten, liest sich wie ein Kapital aus einer Odyssee- Es war auch eine solche. 72 - Im September 1475 machte sich die Braut, geleitet von den Segenswünschen ihrer Eltern, auf den Weg. Weder König Casimir von Polen, noch dessen Gemahlin Elisabeth, geb. Erzherzogin von Oesterreich, hätten die weite Reise, die heute kaum ganze 24 Stunden erfordert, wagen können. Herzog Georg der Reichs, der es sich zugeschworen hatte, daß sein Hochzeits- fest das glanzvollste werden sollte, das je auf deutscher Erde veranstaltet worden, harrte seiner Auserkorenen mit begreiflicher Ungeduld. Die Vermählung war für den October anberaumt, aber grundlos waren die Wege und Pässe, sogar stark verschneit. Hatten die Marschälle für die Reise blos zwei Wochen bestimmt, so mußten sie sich bald auf ebenso viel Monate gefaßt machen. Immer kleiner wurden die erzielten Tagemärsche; in den ersten Tagen legt man mit der schwer vergoldeten Karosse noch 4 bis 5 Meilen zurück, dann sinkt die Gefchwindigkeit rapid, weil die abgetriebenen Rosse der Begleitungskavallerie nicht mehr vorwärts können. Und der Winter stellt sich mit all seinen Unannehmlichkeiten ein. Die Räder der Brautkarosse müssen gegen Schlittenkufen umgetauscht werden. Man ist auf Umwege angewiesen, weil sich Wegelagerbanden gezeigt haben, und statt durch Böhmen zieht man durch die sächsischen Lande. Aber auch hier sieht man sich genöthigt, die Reiseroute bald aus jenem Grunde zu ändern, und so kommt man in Zickzacklinien durch vieler Herren Länder. Nur selten sind es landesherrliche Burgen, Schlösser oder Edelsitze, welche der kaum dem Kindesalter "entwachsenen Prinzessin als Nachtlager dienen; gewöhnlich steigt sie trotz aller Kouriere und Quartiermacher in einer schlechten Herberge oder Waldschänke ab. Und nicht weniger als sieben Mal muß das arme Mädchen sogar bivouakiren. Da werden große Feuer im Kreise angezündet und eine Garde von 60 Edelleuten bildet um das ambulante Nachtlager herum eine stählerne Wacht von Klingen und Spießen. Auch von Wölfen wird der Hochzeitszug angefallen. Mit der Verköstigung war es ebenso schlecht bestellt, wie mit der Unterkunft, und oft bildeten Schwarzbrot) und Wurst allein die Grundelemente der Mahlzeit. Nicht selten auch hatte die Prinzessin-Braut mit einigen Rüben oder einem Teller Linsen vorlieb nehmen müssen. Erst von Wittenberg an, wo Herzog Otto das Brautführeramt übernahm, wurde die Verpflegung besser. Immer kleiner wurde das Cortege der Jagellonentochter, immer dünner wurden die Fähnlein, denn Krankheit riß ein in der Belegmannschaft des Brautzuges und manch ein tapferer Krieger fand auf einem deutschen Friedhof seine letzte Ruhestätte. Inzwischen aber wurde im Bayerischen wacker zur Hochzeit des reichen Jörg gerüstet, deffen Gastfreundschaft und treffliche Küche weit über die deutschen Markungen hinaus berühmt waren. Es kamen angezogen Friedrich der Dritte, der die deutsche Kaiserkrone trug. Mathias Corvinius, der damals schon weltberühmte Ungarheld, Erzherzog Maximilian, der nachmalige Kaiser, der in der Geschichte als der „letzte Ritter" fortlebt; Sigmund von Tyrol, auch ein Krösus unter den Fürsten, von seinen Zeitgenoffen der „Münzreich" genannt, die Markgrafen von Brandenburg, Eberhard der „Rauschebart" von Württemberg, die Kirchenfürsten von München, Freising, Eichstädt und Salzburg und zahllose Grafen, Bannerherren und Edelleute aus allen Gauen von Nord- und Süddeutschland, französische Kavaliere, englische Lords, spanische Hidalgos, und auch als seltenster der Hochzeitsgäste, der moslemische Prinz Sezim, der Sohn des Osmanenkaisers Mohamed des Eroberers. Nicht weniger als 9000 Pferde der Hochzeitsgäste und der Gefolge standen an den Krippen zu Landshut und fraßen auf Regimentsunkosten. Ganze Flecken und Dörfer, ja ganze Kreise wurden ausgehungert und aller Lebensmittel entblößt, blos damit die Bewirthung in der Hauptstadt ermöglicht werde. Da endlich am 13. December 1475 wurde durch reitende Eilboten das Nahen des Brautzuges signalisirt und in den versammelten Schaaren begann es sich lebhaft zu regen. Nur Redaction: A. Scheyda. — Druck und ein bischen Geduld noch — drei Tage, nicht länger — und die Ersehnte wird Landshuter Gebiet betreten. .... Am 16. December verkündeten die Thürmer, daß der Brautzug in Sicht sei.. Der Kaiser, die königlichen und fürstlichen Hochzeitsgäste stiegen zu Pferde, angethan mit ihrem köstlichen Waffenschmuck, prunkend in eitel Gold, Silber und Brocat, und setzten sich, begleitet von einem unabsehbaren Gefolge, in Bewegung. Voran sprengte als Vorreiter der jugendliche Erzherzog Max mit dem Stutz von Pfauenfedern auf dem Silberhelm, ihm nach folgte an der Seite des Böhmerkönigs in bedächtigerem Trabe Kaiser Friedrich, dessen Sammetbaret ein juwelenbesetztes Krönlein schmückte, hierauf der Bräutigam, der rothbärtige Jörg, unb hinter diesem, theils auf arabischen Rossen, theils auf von Maulthieren getragenen Sänften, die Schaar der Kardinäle, Erzbischöfe und Bischöfe. Am anderen Ende des schneebedeckten Blachfeldes taucht der erwartete Zug auf, der sich, einer Riesenschlange vergleichbar, langsam heranwälzt. Es flattert von Helmbüschen, es blitzt von Waffen, es kommt näher Roßgewieher, Peitschengeknall, Paukenwirbel, Trompetengeschmetter — und dann das verworrene Rufen eines tausendstimmigen Menschenchors. Und mitten im Zuge erblickt man den goldenen Wagen mit den Krystallscheiben und darin sitzt die Rose des Polenlandcs. Entblößten Hauptes umstehen in weitem Kreise die Fürsten und Herren die Karoffe, und der Bräutigam nähert sich, um der Dame seiner Wahl, welche er bisher nur im Bilde geschaut, nun auch in's Auge zu sehen. Doch da ergiebt sich ein eigenartiger Zwischenfall. Die Braut versteht nur polnisch und etwas wenig Latein. Der Bräutigam aber ist, trotzdem ihm sein Vater nach der hohen Schule seiner Zeit die Weisung gesandt: „Studir' nur fleißig, daß es kracht und man es bis Münichen hören kunndel" nicht gar sehr sattelfest in Ciceros göttlicher Sprache . . . Da springt der hochwürdige Erzbischof von Salzburg als Dolmetsch ein und deutet die Grüße des Bräutigams und der Braut. . . . So sind sie nun endlich, endlich beisammen und das Hochzeitsfest nimmt seinen Anfang. Der Jubel wird hinausge- tragen auf Marktplatz und Straße, in den Brunnen strömt kostbarer Wein und gebratene Ochsen ergötzen die Menge. Das geht so wochenlang fort, just wie im Märchen.....Eine Hochzeitsreise wird aber von den Neuvermählten nicht unternommen, denn eine solche hat ja die liebliche Frau eben erst mit Ach und Weh glücklich überstanden. . . . Vermischtes. Der Brautkranz. In der dieser Tage gehaltenen Hauptversammlung des Allgemeinen deutschen Vereins in Berlin sprach Schriftsteller Dr. Wilhelm Angerstein über den Brautkranz. Den Brautkranz bilden in Deutschland im Allgemeinen bekanntlich Myrthenzweige (im Schwarzwalde auch Weißdornblüthen), in Frankreich und England Orangenblüthen, in Italien und in der französischen Schweiz weiße Rosen, in Spanien rothe Rosen und Nelken, in Litthauen die Raute, auf den griechischen Inseln Weinlaub, in Böhmen, Krain und Kärnten Rosmarin, in Heffen künstliche Blumen oder Kränze mit vielen Bändern, in der deutschen Schweiz das „Schäppeli" von künstlichen Blumen. Brautkronen sind üblich in Norwegen, Schweden und bei den Serben aus Silber, in Bayern und Schlesien aus Golddraht, Glassteinen und Flitter, bei den Finnen, bei den Wenden in der Lausitz und den Altenburger Bauern aus Papier, bei den Griechen in Athen aus kostbarer Filigranarbeit. Uebrigens war der Brautkranz bereits Heid- Nische Sitte und deshalb waren die Kirchenväter gegen ihn; erst im 4. Jahrhundert begann er sich auch bei den christlichen Trauungen einzubürgern. Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.