riutime", eine ,e im Noggen- en, soll nach iuglirg einer >rr zur Arbeit nde Kind des e — auf den — legte die ck; der harte er eine Fra« , welche weg- j ist folgendes nz mit Wasser iffen, dann mit uer gefetzt und nimmt man sie )ie es kommt, Hierauf thut rzu wenn noth- 1 die Quantität jen- Man kann n kochen lasten, »sachten ist, daß decken, wenn in ibe auf Semmel ch. Wer einige der Weife thun, streit, mit dazu — nothwendig Weiße von der Izieher: „Sehen ie geholfen." — ich hab' ihm die wei Stunden da, ch noch nie 'was ld): „Da werden i vor, Schulze?" lst denn?" — ,,Q n und mein Vater al zu!" iann muß sich auf ahn ziehen lasten, czhaften Operation !" rau ihn eben mit Sötte« Namen zur räulein, Sie machen ne: „Sie sind eben Gießen. Nr. 41 1893. AntevhnlLungSbLatt jum Gishenev Anzeiger* (Genepnl-Anzeigev) SWMMMW (Fortsetzung). .. Steindorf ließ sie nicht mehr frei. Schmeichelnd zog er dre Widerstrebende auf die Bank zurück und glitt auf seine Kniee meder, sie mit den süßesten Tönen der Liebe anstehend, dre furchtbaren zehn Jahre aus ihrem Leben zu tilgen und dort wieder anzuknüpfen, wovon diese Bank so stumm und doch so beredt erzählen mußte. "0, Geliebte, stoße mich nicht von Dir," schloß er im Tone tiefsten und wahrsten Schmerzes. „Laste mich nicht tröst, los hinausziehen, nachdem der Tod mir Alles geraubt. Lotta kniet neben mir und bittet für ihren unglücklichen Vater. - Glaube an meine Liebe, Theuerste, welche den Weg wieder zuruckgefunden hat zu ihrem ursprünglichen Heim." , ,, Asgard war so völlig verwirrt und betäubt daß sie halb ohnmächtig sich ihrem Geschick ergab und von Schwäche ubernmnnt, Lotta im Sterbehemd mit der Wunde an der Stirn zu sehen vermeinte. Sie hörte, wie von einem peinlichen Traum umfangen, die Versicherung seiner Liebe und Dankbar, leit, duldete mit jenem seltsam körperlichen Schmerz im Herzen seine Küste und erhob sich endlich mechanisch, um sich von ihm ins Haus zurückgeleiten zu lassen- Ob und was sie ihm geantwortet, das wußte sie nicht zu sagen, konnte sich dessen auch niemals wieder erinnern, nur so mel empfand sie, daß ihre Leute sie scheu und besorgt anblick- & J n ? manr.Ee eines Verbrechens beschuldige, und daß Mamsell Evers sich mit der weißen Schürze über die Augen fuhr, als ob sie über sie weine. — F°rten drucken lassen und unsere Verlobung b/kannt machen?» fragte Steindorf, als sie in ihrem Wohn- "E seiner Seite erst zum rechten Bewußtsein dessen gelangte, was Men geschehen war. Erschreckt blickte sie ihn an. nX~~ bkuht Ihre Lotta ein Jahr im Grabe? I J mir »och Zeit, ich fühle mich so schwach, Recht^daM " Un6 ®elbe verurtheilen und sie hätte ein ist grausam, Geliebte, und nur die Liebe »et* zu bieten, ja, sie würde Dir sagen, laß ihn "^t von Tllr, den armen einsamen Vater, sondern schließe sofort das Band, welches ihm eineHeimath und ein liebendes tzerz gibt." r: ^ein, nein, nicht so bald schon," wehrte sie angstvoll ab, „sei barmherzig, Julius, gönne mir Zeit, gesund zu werden." Tante Hannas Geheimniß Original-Roman von E. v. Linden- „Weshalb sollen wir noch warten, mein Lieb ?" schmeichelte er, den Arm um sie schlingend, mit zärtlicher Stimme. „Jeder Tag nutzlosen Harrens und Bangens beraubt unser Glück. Sind wir nicht Beide frei und unabhängig? — Brauchen wir uns dem Urtheil der Welt zu beugen? — O, gib mir das öffentliche Recht, Dein natürlicher Beschützer und Berather zu sein. Nicht wahr, Du willst es, ich darf laut mein Glück ver- künden, o, sage es, daß es Dein Wille ist!" Weshalb sollte sie sich noch länger gegen das Unabänderliche sträuben? Zischelte die Verleumdung nicht längst schon und hatte ihren Namen mit, ihm in Verbindung gebracht? Konnte sie jetzt noch denselben anders reinigen, als durch eine Heirath mit dem Manne, welchen sie einst geliebt hatte? — Sie neigte deshalb müde und resignirt das Haupt und bat ihn leise, sie nun allein zu lassen. Steindorf küßte sie zärtlich, drückte ihre Hände an sein Herz und ging mit triumphirender Miene hinaus. Es hätte ihn vielleicht doch unangenehm berührt, wenn er gesehen, wie verzweiflungsvoll sie die Hände rang und wie starr und unheimlich ihre Augen auf die Thür sich richteten, als diese sich öffnete und Mamsell Evers eintrat. „Haben Sie Befehle für mich, Fräulein?" fragte die Alte, sich langsam dem Tisch nähernd. Armgard schüttelte den Kopf und öffnete die Lippen, brachte aber keinen Laut hervor. „Ach, lieber Himmel, wenn ich's mir nicht gedacht habe," rief die Mamsell in einem bei ihr ganz ungewöhnlich meiner, lidjen Tone, „nun sind Sie richtig wieder krank geworden und der letzte Betrug kann ärger werden als der erste." Armgard starrte sie mit weit geöffneten Augen, als sähe sie etwas Furchtbares, an und hauchte leise, mit sichtlicher An- strengung: „Welcher Betrug?" „Ach Gott, ich meine nur so, von wegen einem Rückfall. Kommen Sie nur rasch in'S Bett, liebes Fräulein, ich will die Medicin und auch den Doctor holen lassen. Er war vorhin erst hier." „Ja, ich fühle mich krank, gute Evers!" erwiderte Armgard noch immer sehr leise. „Nur Eins möchte ich noch sagen, daß ich — daß ich — mich — verlobt habe." Sie hatte bei diesen Worten ihr Gesicht abgewandt und bebte wie im Fieber. Dann suchte sie sich zu erheben, wobei die Mamsell sie schweigend unterstützte. Auch ihr schien der Schreck über diese Mittheilung in alle Glieder gefahren zu sein, da sie auffällig zitterte- Als sie ihre Herrin entkleidete, da diese schwach und willen, los wie ein Kind war und durchaus nicht den Eindruck einer glücklichen Braut machte, hielt sie sich als ihre alte Dienerin, — 182 - welche sie schon al» Kind gepflegt und geliebt hatte, für verpflichtet, sie zu fragen, ob Herr Steindorf, welcher doch jedenfalls der Verlobte sei, nach wie vor auch jetzt noch täglich nach Ebenheim kommen werde?" „Ich meinte, es dürste sich sür den Bräutigam de» Fräuleins doch nun nicht mehr schicken," setzte sie resolut hinzu. Armgard sah sie mit dem Ausdruck tiefer Müdigkeit und Rathlosigkeit an. „Ich weiß es nicht, gute Evers!" sagte sie matt. „Er wird es schon wisien. Erzürnt ihn nicht, denn ich —sie seufzte tief auf, — „ich kann Euch nicht beistehen." Plötzlich schlang sie beide Arme um den Hals der alten, tief erschütterten Mamsell und brach in ein unaufhaltsames Weinen aus. Die Alte hielt ganz still, aus ihren Augen rannen ebenfalls die Thränen, und sie dann wie ein Kind streichelnd und beruhigend, meinte sie, daß diese ganze Verlobungsgeschichte ihr wie ein Traum vorkomme, aus welchem sie vor der Hochzeit wohl wieder zur rechten Zeit erwachen werde. „Nein, nein," fuhr Armgard empor, „sage das nicht, gute Evers, es ist mein freier Wille, hörst Du? — Und nun will ich schlafen, meine Nerven sind noch so schwach, das ist Alles. Ich bin sehr glücklich, und — und —" Sie brach ab und strich sich über die Stirn, als müsse sie ihre Gedanken gewaltsam zusammenhalten. „Ach ja, das war's — wir werden bald Hochzeit machen, weißt Du, in aller Stille und dann eine Reise, — ich muß fort, andere Luft athmen, hier ersticke ich. Geh' jetzt, meine Liebe, laß den Doctor nur fortbleiben, ich will schlafen." Sie hatte sich niedergelegt und das Gesicht abgewendet, Mamsell Evers ging leise hinaus. Draußen ballte sie beide Hände vor Schmerz und Zorn- Sie sollte ihr Fräulein nicht kennen? — O, eine Comödie konnte die arme Seele ihr nicht vormachen. Unglücklich war sie, ganz elend in ihrem Herzen, weil der Schurke, der falsche Abenteurer ihre Schwäche benutzt und sie überrumpelt, ihr das Jawort abgezwungen hatte. Sein Kind, diese kleine dressirte Comödiantin, hatte noch im Grabe ihm geholfen, das reiche Erbe an sich zu reißen. Und sie, die alte Evers, konnte nichts dabei thun, das Spinnennetz zu zerreißen und die giftige Kreuzspinne zu zertreten. Es war schrecklich, aber die alte treue Dienerin wünschte jetzt, daß ihre Herrin wieder erkranken möge, um hinter ärztlichem Befehl sich verschanzen und den verhaßten Bräutigam an der Schwelle des Krankenzimmers abfertigen zu können. e » • Die Operation der alten Tante Hanna war trotz mehrfacher Bedenken der anderen Aerzte, welche noch immer in der Mehrzahl gegen die Ansicht des Doctor Peters gestimmt hatten, endlich doch beschlossen und durch letzteren ausgeführt worden. Dieselbe war vollständig geglückt, die Diagnose des alten erfahrenen Arztes also für richtig befunden worden. Es hatte sich durch den Schlag, welche die Kopfwunde verursacht, eine Verletzung des großen Gehirns herausgestellt. Die Denk- und WillenS-Thätigkeit war gehemmt und wie die Störung eines electrischen Stromes jäh unterbrochen worden. Ein einziger Knochensplitter hatte dies bewirkt und genau den Sitz jener geheimnißvollen Gehirnthätigkeit getroffen. Die ganze Stadt nahm lebhaft Antheil an dem Erfolg der Operation, obgleich die Aerzte nach derselben noch durch- aus nicht für einen Erfolg oder gar für das Leben der Greisin sich verbürgen konnten. Einstweilen war sie im Krankenhause unter sorgsamster Pflege und beständiger ärztlicher Aufsicht am besten aufgehoben , _ Doctor Peters brachte die Nachricht hinaus nach Eden- Heim. Er war erschreckt über das Aussehen der Gutsherrin, welche durchaus nicht leidender als vorher sein wollte und seine Mittheilung über Tante Hanna mit stiller Freude vernahm. „Wird sie die alte Denkkraft wieder erlangen?" fragte sie mit sichtlicher Spannung. „Das ist freilich nicht mit Bestimmtheit zu beantworten, liebes Fräulein! — Ebensowenig die Frage, ob wir sie über- jaupt am Leben erhalten. Einstweilen jedoch hoffen wir es tark und wenn sich auch nicht sofort die Spuren eines geistigen Verständnisses zeigen, da wir das wunderbar geheimnißvolle lhrwerk in seinem geistigen Räderwerk wohl niemals ganz er- iründen werden und ein einziges Stiftchen, um bei dem Gleich- niß zu bleiben, vielleicht just fehlt oder verschoben worden ist, o halten wir doch die Hoffnung fest, die alte Tante Hanna wieder zu einem, wenn auch nur halbwegs menschenwürdigen Dasein zurückzuführen." Armgard seufzte und der freudige Schimmer in ihren Augen erlosch, war der alte Arzt sehr wohl bemerkte. „Ich werde Ihnen wieder etwas verschreiben, Fräulein Holten!" fuhr er nach einer Pause fort. „Sie sind kränker, als Sie glauben und mit der Genesung hat's leider Gottes auch wieder gute Wege. Was haben Sie denn um Alles in der Welt nur angestellt, um wieder so jämmerlich auszusehen und meiner ärztlichen Kunst ein Schnippchen zu schlagen?" Armgards bleiche Wangen rötheten sich leicht. Sie rang sichtlich mit einem Entschlüsse und sagte endlich in einem halb schamvollen, halb trotzigen Tone: „Ach, Doctor, schelten Sie nicht, ich habe mich verlobt." „So, so, nun, das war ja vorher zu sehen," erwiderte der Arzt mit einem Lächeln, welches sie mehr peinigte, als ein hartes Wort. „Na, ich gratulire, mein Fräulein! — Die Verlobungsanzeige wird übrigens Wenige überraschen, da sich Herr Julius Steindorf ja bereits als Herr und Gebieter hier während Ihrer Krankheit installirt hatte." „Es geschah auf meine Bitte, Herr Doctor!" sprach Arm- gard, sich jäh aufrichtend. c p , , Sie erröthete bei dieser Unwahrheit und sank wie ge- krochen an Geist und Körper zurück. „Schon gut, liebes Fräulein, geht mich wie auch die übrige Welt nichts an. Bin freilich ein alter Freund Ihres Hauses und darf mir schon ein Wörtchen herausnehmen, zumal auch als Ihr Arzt. Als solcher kann ich die seelischen Auf- regungen, in welche Ihr Verlobter Sie zu früh hineingezogen hat, durchaus nicht billigen, er hätte so große Eile nicht damit zu haben brauchen, kant nach Ihrer völligen Genesung immer noch früh genug. Soll ich Ihr Arzt noch weiter bleiben?" „O, Herr Doctor!" rief Armgard, ihm tiefbewegt bte Hand entgegenstreckend. „Gut, dann müssen Sie hübsch gehorsam sem und sich ganz ruhig verhalten, am liebsten wieder in's Bett mit einer Wache vor dem Schlafzimmer." Sie nickte mit einer Art Erleichterung. „Es ist selbstverständlich, daß Ihr Verlobter sich jetzt fern hält," fuhr Doctor Peters ruhig fort. „Möchte in Ihrem Interesse auch rathen, ihm bis zur Hochzeit, an welche bet Ihrem leidenden Zustande doch vorerst nicht zu denken ist, die Oberaufsicht wieder abzunehmen, vielleicht hat Herr Steindorf in dieser Hinsicht ainerikanische Begriffe, welche sür unsere Welt hier Anstoß erregen würden. Die Freundschaft, welche mich mit Ihren seligen Eltern verband, legt mir die doppelte Pflicht auf, Ihnen diesen Rath zu geben." „Ich danke Ihnen, lieber Doctor," versetzte Armgard leise, „feien Sie überzeugt, daß ich nach dieser Seite hin die Ehre meines Hauses aufrecht erhalten werde." „Gut, ich schicke Ihnen jetzt gleich Mamsell Evers, der ich meine Vorschriften ertheiten werde." Der Doctor ging und Armgard drückte sich, fieberhaft zu- sammenschauernd, in die Ecke des Sophas Alle möglichen Gedanken und Erinnerungen durchflogen ihr Gehirn und Mitten in diesen Wirrwarr hinein drang die Stimme der alten Tante Hanna, welche dicht neben ihr zu sitzen schien und ihr ihre Geschichte wieder erzählte — Lasse Dich nicht von der Schönheit umgarnen, sie ill nicht echt, sondern nur eine Maske. — ^er» kaufe Dich auch nicht, vergiß es nie, daß Du ein reiches Mädchen und deshalb eine begehrte Waare bist. — O, der schlaue Herr Julius kann Dein Geld gebrauchen, e» ist ihm drüben nicht geglückt und nun will er die Närrin mit dem vielen Gelbe heirathen, die reiche Erbin, welche zehn lange Jahre aus ihn gewartet hat. Sie ist nicht schön, diese Närrin, aber ver- 168 , wir es geistigen Sie rang einem halb schelten Sie " erwiderte gte, als ein - Die Verba sich Herr r hier wäh« sprach Arm« ank wie ge« ein und sich ett mit einer nicht damit isung immer bleiben?" eibeweat die i in ihren !te. , Fräulein nd kränker, der Gottes m Alles in auszusehen sich jetzt fern te in Ihrem an welche bei denken ist, die zerr Steindors ir unsere Welt ;, welche mich ganz er« n Gleich« rrden ist, e Hanna (Schluß.) Während hier mehr gewarnt wird, rächt die Pflanze in einer friesischen Sage auf eine höchst eigenthümliche, naturgeschichtlich intereffante Weise einen Frevel. Eine reiche Stavorenwittwe hatte einen Schiffer beauftragt, ihr das Beste als Ladung mitzubringen, was er finden könnte. Er lud schönes, polnisches Getreide ein, das damals gerade hoch im Preise stand, wurde aber lange durch Stürme zurückgehalten, so daß er erst zurückkam, als der Getreidepreis gefallen war. Erzürnt ließ die Wittwe die ganze Ladung in den See werfen. Da wuchs an dieser Stelle eine Sandbank vor dem Hafen empor und auf der Sandbank zeigte sich ein Korn, das aber taub war und keine Frucht brachte. Die Sandbank wuchs und wuchs und sperrte allmählich den Hafen derart, daß er zu Grunde ging. Diese Sage ist deßhalb auch so wichtig, weil sie unwillkürlich ein weit verbreitetes Gras, das sogenannte Sandrohr, von den Leuten auch taubes Korn oder Dünenhelm genannt, weil es die Düne beschützt vor der Wirkung der Fluth, in nahe Beziehung zum Roggen bringt, also gewissermaßen die Verwandtschaft dieser Pflanzen auf eine ganz eigenthüm« Armgard leise, - hin die Ehre ell Evers, der ), fieberhaft zu« Alle möglichen irn und mitten er alten Tante nd ihr ihre Ge« n der Schönheit starke. - Ver« in reiches Mäd« . O, der schlaue ist ihm drüben mit dem vielen lange Jahre aus irrin, aber ver» auch die rd Ihres :n, zumal hen Au?« Meine Botschaft von Ihnen erreichte es nur mit Mühe, ihn zu veranlassen, sich zu entfernen." Armgard sah auf den Brief und dann auf die alte Wirth« schafterin. Ihr Stolz bäumte sich bei den Worten derselben auf und fühlte die Erniedrigung, welche für sie in der Respect« losigkeit lag, mit welcher man ihres Verlobten erwähnte. Durfte sie das dulden, da sie doch einmal den verhängnißvollen Schritt gethan und es kein „Zurück" mehr für sie geben konnte? Und war sie es ihm nicht schuldig, unbeirrt bei ihm auszuharren, nachdem ihm das Liebste entriffen war und alle Welt sich urplötzlich veranlaßt sah, Steine auf ihn zu werfen? War er nicht, seines Erbes beraubt, ein unglücklicher Mann, zu welchem sie allein kraft der Vergangenheit gehörte? Sie richtete sich mühsam auf und sagte in einem so scharfen Tone, wie Mamsell Evers ihn nie von ihr vernommen: „Sie scheinen ganz zu vergessen, daß Sie von meinem Verlobten sprechen, Evers, ich dulde einen solchen Ton nicht und ersuche Sie, der übrigen Dienerschaft es einzuprägen, daß man in Herrn Steindorf den künftigen Gebieter zu ehren hat- Wem das nicht zusagt, der möge sich bei Zeiten nach einem anderen Dienst umsehen." Das ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig und Mamsell Evers war auch eine Weile ganz sprachlos. Wenn Armgard so redete, dann mußte sie den Verlobten ja wirklich lieben, zumal sie die alte treue Dienerin zum ersten Male wie eine Fremde, wie jede andere beliebige Magd behandelte. Nun gut, das durste sie sich nicht jetzt schon gefallen lassen, da ihres Bleibens in Ebenheim nach der Hochzeit doch nicht länger sein konnte. „Da ist es wohl besser, daß ich gleich heute meinen Bündel schnüre, Fräulein 1' sagte sie mit einer Stimme, als sei ihr die Kehle zugeschnürt. „Herr Steindorf, das fühle ich, kann mich nicht leiden und würde mir nachher doch gleich den Laufpaß geben. Da ist es besser, ich gehe freiwMg." Armgard antwortete nicht, fondern wandte ihr Gesicht nach der anderen Seite. „Ich darf Ihnen wohl gleich Adieu sagen, Fräulein!" fuhr die Mamsell zögernd fort. Langsam wandte sich Jene ihr zu. „Kannst Du's über Dein Herz bringen, Evers, dann geh'!" Mehr sagte sie nicht, aber es war übergenug für die alte, treue Seele, die schluchzend auf die Kniee sank und Armgards Hand mit ihren Thränen benetzte- (Fortsetzung folgt.) Die Wanze in der WoMssage und im Wotksrnärchen Von Dr. W. Wcillus. goldet, und das genügt. Der liebe schöne Papa konnte drüben stolze Ladys heirathen, aber er liebte nun einmal nur die gute Tante Armgard, die so reich und eine gutmüthige Närrin war. Entsetzt fuhr Armgard empor und starrte wild um sich. Hatte nicht erst Tante Hanna gesprochen und zuletzt gar die tobte Sotto ? „O, mein Gott, behüte mich vor Wahnsinn!" flüsterte sie angstvoll. „Errette mich vor meinen eigenen Gedanken." Dann horchte sie plötzlich auf. Draußen im Corridor erklang es wie ein Wortwechsel. Sie konnte jetzt deutlich die Stimmen unterscheiden — es war der Doctor und Steindors. Gewiß verlangte der letztere in seiner gebieterischen Weise, zu ihr gelassen zu werden, wogegen der Arzt kalt und energisch proteflirte. Sie erhob sich geräuschlos, trotz ihrer Schwäche wie von einer Feder emporgeschnellt, und begab sich in das daranstoßende Cabinet, von wo sie ungesehen und ungehört ihr Schlafzimmer erreichte. Mit bebender Hand den Riegel vorschiebend, da die Mamsell durch ihr Ankleidecabinet zu ihr gelangen konnte, schwankte sie nach ihrem Bett und sank halb ohnmächtig darauf nieder. Sie fühlte sich hier wie geborgen und dankte im Innern dem alten Doctor, der sie mit seinem lauten Protest rechtzeitig gewarnt hatte. Als in diesem Augenblick die Mamsell Evers athemlos durch die Thür des Cabinets eintrat, sah sie, daß diese bei ihrem Anblick wie erlöst aufaihmete- „Wer lärmt so ungebührlich im Corridor?" fragte sie matt. „Herr Steindorf behauptet, Sie wären nicht krank, liebes Fräulein, der Doctor wolle Sie nur dazu machen." „Geh' und sage, daß ich sehr leidend und nicht im Stande sei, ihn zu empfangen," flüsterte Armgard mühsam. Mamsell Evers ließ sich das nicht zweimal sagen. Sie ging wieder denselben Weg zurück nach dem Corridor und sah den Doctor dort mit sehr finsterem Gesicht allein stehen. „Ist er fort?" fragte sie ihn leise. Der alte Herr lachte grimmig in sich hinein und deutete hohnvoll auf die Thür des Wohnzimmers. „Der läßt sich nicht abfpeifen und zeigt ihr jetzt schon, wer Herr im Hause ist. — Thörichtes Frauenzimmer!" Doctor Peter» ging nach diesen halblaut gesprochenen Worten rasch fort, während Mamsell Evers die Lippen energisch zusammenpreßte und dann ahne Zögern jene Thüre öffnete. Mit unwilligem Erstaunen sah sie, daß Steindorf das Schreib- Cabinet ihrer Herrin geöffnet halte und ohne Weiteres bis zum zweiten Zimmer vorgedrungen war. Sie ging ihm nach und richtete ihre Botschaft unerschrocken aus. Steindorf blickte sie stirnrunzelnd an. „Hat meine Braut, Ihre Gebieterin, Ihnen dies persönlich auf getragen?" fragte er kurz. „Ich würde den Befehl sonst nicht ausgerichtet haben," lautete die Antwort. „Das Fräulein ist sehr leidend und hat sich zu Bett begeben müssen." Er schritt in'S Cabinet zurück und warf einige Zeilen in französischer Sprache auf ein Blatt Papier, das er in ein Couvert schob und mit der Aufschrift versah- „Geben Sie dies dem gnädigen Fräulein!" befahl er, auf das Briefchen deutend. Ohne Gruß schritt er sodann hinaus und Mamsell Evers hörte, wie er das Haus verließ- „Gott gnade uns Allen, wenn der die Gewalt hier erst hat," seufzte die Alte kummervoll, indem sie mechanisch die elegante Handschrift ansah und dann mit dem Brief zu ihrer Herrin sich begab. „Der Doctor hatte einen langen Disput mit dem jungen Herrn gehabt," sagte sie, den Brief übergebend, „er setzte doch seinen Willen durch." „Wer? Der Doctor?" „Gott bewahre, nicht er, fondern der künftige Herr von Ebenheim, dessen Brief ich dem Fräulein gebracht und der schon durch alle Zimmer drang, um Sie zu sehen und zu sprechen. - 164 - Redaktion: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. den fei» Der Volksmund erzählt auch. Christus sei dereinst bei der Kreuzigung mit Ruthen gegeißelt worden, die vom Weiden, bäume genommen wären; und aus Trauer hierüber senke dieser Baum von da ab seine Zweige gegen die Erde- Wie schon im Anfang gesagt, verflicht sich in der Sage die uralte Ueberlieferung mit der Religion, bei den Deutschen ist die Verbindung des Christlichen mit den Bolksgeschichten besonders auffällig. Auch dabei spielen Pflanzen vielfach eine Rolle. Im Saalfeldschen glaubte man seit langen Zeiten an kleine Wesen, die im Moos Hausen und sich in Moos kleiden, die Moosleute oder auch Moosweibchen. Sie werden Nachts von dem wilden Jäger verfolgt und dürfen sich ungestört nur ausruhen auf Baumstämmen, in welche drei Kreuze eingehauen sind. Darum sollen Holzhauer hierum von erscheinenden Moos- weibchen gebeten worden sein- Ein Bauer, der vorwitziger Weise durch Jagdgeschrei dem wilden Jäger mitjagen helfen wollte, fand am andern Morgen das Viertel eines Moosweib, leins als Jagdbeute an der Stallthür aufgehängt- Er durste ja nichts davon anrühren, um nicht schweres Unglück zu haben. Als gefährlich und verhext gelten in manchen Sagen ge. wisse Pflanzen, einzelne derselben haben nur unter besonderen Umständen eine unheimliche Kraft. Bekannt ist es, daß im Kloster zu Corvei an der Weser einige hundert Jahre lang eine Lilie aus einem Kranze, der im Chor hing, jedem Bruder in seinem Stuhle erschienen sein soll, welcher drei Tage danach sterben mußte. Durch den Frevel eines jungen Ordensbruders, dem so der Tod verkündigt wurde und der die Lilie in den Stuhl eines älteren Genossen brachte, soll die Erscheinung ver. scheucht worden sein, der Frevler aber wäre, erzählen die Chroniken, plötzlich gestorben, während der erschreckte Alte wieder genas. Zwei recht gewöhnliche Pflanzen aus der Familie der Lippenblümler, der gemeine Dosten (origanum vulgare) und der gemeine Andorn (marrubium vulgare), in der Sage genannt Dosten und Darant, gelten als echte Hexenkräuter, aber als wohlthätige gegen Verführung und Festhalten durch Rixen und Gespenster. Das Gebiet der eigentlichen Volkssage grenzt nahe an kleine Geschichten und Redensarten, wenn noch heute in aller Munde sind. Mancherlei abergläubige Gebräuche, an die man nicht mehr glauben soll und will und an die doch manch kind. lich Gemüth noch glaubt, sind bei uns gang und gäbe und werden auch wohl nie schwinden, trotz aller Civilisation, eben weil sie reizend sind. Deck Ausfinden eines vierblätterigen Kleeblattes legt man so gern die Bedeutung von Glück bei, das verliebte Mädchen freut sich innig, wenn das letzte Blätt. chen am zerpflückten Maßliebchen antwortet: „er liebt mich!' Die Bedeutung der Blumen hat förmlich zu einer Sprache, der Blumensprache, geführt, die als verliebte Spielerei betrieben wird. Ungleich höheren Werth haben die Blumen aber in den Märchen. Hierbei brauche ich an Dornenrörchen nur zu er« und ihn führte. . Auf den Rath des Fuchses diente er einer bösen Fee, tu* dem er deren goldgehörnte Kuh weidete- Konnte er dieselbe nicht auf der Weide halten, so mußte er sterben; durch dar Haar des Wolfes erlangte er die Hülfe von vielen hundert Wölfen, welche die Kühe nicht fortließen, durch den Rath der Fuchses erlangte er eine unsichtbar machende Kappe als w von der bösen Fee, indem er allen anderen Lohn aussM- Durch die Kappe gelang ihm die Rettung vor einem Heere von Kröten, die ihn bedrohten, al» er jene» Männchen retten wollte. Endlich befreite er drei Jungfrauen, die ein Drache in einem Berge verzaubert hielt. Er hauchte das silberne Haar an, ein Heer von Zwergen half ihm in den Berg em« dringen und den Drachen besiegen. Jetzt erst nahte ihm der Lohn für alle seine Handlungen. Da sah er die blaue Blume zum letzten Male, sie sprach zu ihm: „Ich bin die Seele deiner Mutter, die dich begleitet hat in allen Gefahren, bis du glücklich wurdest!" Damit verschwand sie, der Jüngling aber heirathete die Jüngste der geretteten Schwestern und warb glücklich und reich! . i Wie schön wird hier der Glaube an die Mutter und der Segen, den auch die ärmste Mutter geben kann, versinnlicht in der zarten Blume, welche überall vor dem Jüngling herschwebt und ihm hilft zu guten Thaten des Mitleids und zu reichem Lohne! __________ den Zauber zu durchbrechen. Nehme man dem Märchen die Rosen und die Dornen — wie sehr würde es verlieren! Das Märchen verkörpert in der Pflanze mit Vorliebe das Geheimnißvolle wie das Innige; und Völker, welche noch wahren Trost im Märchen suchen, wie die Zeltzigeuner, die stierend und nothleidend im Winter in Siebenbürgen in elenden Erd« höhlen Hausen, ste erzählen sich noch heute Märchen, tiefsinnig, rührend und erhebend. Ein solches ist die Erzählung von der blauen Blume der Mutterliebe, von einem neueren Forscher uns mitgetheilt, mit dessen kurzer Wiedergabe ich dem Leser noch zum Schluffe einen besonderen Einblick in die Bedeutung der Pflanze für das Volksgemüth zu geben hoffe. , Ein armes altes Mütterchen lag im Sterben und meinte bitterlich über ihren Sohn, den sie zurücklasien mußte allein ohne eine Seele, die es gut mit ihm meinte. „Komme um Mitternacht zu meinem Grabe und pflücke die Blume, die über mir wachsen wird, sie soll dir den Weg zum Glücke zeigen; das ist Alles, was ich dir hinterlaffen kann." Das waren ihrs letzten Worte. Der Sohn holte die Blume und ging mit ihr in die Welt- Mitleidig half er einem Wolfe, der verwundet, und einem Fuchse, dem eine Wespe ins Ohr gekrochen war, auch errettete er ein kleines Männchen vor der Versolgung einer bösen Fee in Krötengestalt. Alle, die er errettet, schenkten ihm etwas, der Wolf ein Haar, der Fuchs einen guten Rath, das Männlein führte ihn zu feinem König in eine Höhle, der ihm ein Haar aus feinem silbernem Barte gab. Aber dar Glück fand er nirgends, obwohl die Blume vor ihm herschwebte Vermischtes. Mangelhafte Sprachkenntniß- Mutter: „Aber Käthe, Du hast Dich ja von dem jungen Franzosen küssen lassen! Warum hast Du Dir'» denn nicht verbeten? - Tochter: „Aber Mama, ich,kann ja nicht französisch!" Kasernenhofblüthe. Unterosfizier (zum Rekruten)- „He, Müller, etwas vernünftiger d’reinschauen! Gehirn markieren!" * , Fortkommen. Lehrer*(am Stammtisch): „Die Kartoffel kommen auf jedem Boden fort —." — Jacob: Keller aber aach; gestern erst Han se mir roie'r ’n Sack vuu gestohl’n." liche Art erklärt Jene» Gras (anmdo atenaria L.) ist 1 innern; die Dornenhecke schließt die Verzauberte ab, aber Wen überall an den Küsten Europas gemein, kommt bisweilen auch blühen zwischen den Dornen und ein herzhafter Mter vermag auf^dem^Lande sonst vor/z.B. bei Berlin, Wittenberg, Mägde. 1 - 90^ bem Wrdiett bie bürg, Dresden, es erscheint durch seinen hohen, steifen Halm und ährenförmige Rispe dem Roggen entfernt ähnlich, wenn es sich auch m Vielem unterfcheidet, namentlich durch die nicht verwendbaren Samenkörner, daher „taubes Korn". Solche Erklärungen stehen in der Sage nicht vereinzelt da- Die auch bei uns in Gärten nicht selten angepflanzte Cirbelpinie (pinus cembra), ein bis 20 Meter hoher Baum, mit Nadeln, ähnlich denen unserer Kiefer, doch größer und zu fünf oder vier zusammenstehend, wächst wild in den höheren Alpenthälern an feuchten Stellen und trägt die eßbaren Cirbel- nüsse. Nach den Brüdern Grimm erklärt die Einwohnerschaft jener Gegend allgemein die Seltenheit derselben damit, daß dereinst die Knechte und Mägde ihre Zeit damit vertrödelt, die Früchte abzuwerfen und zu effen und daß deßhalb der Baum von den Besitzenden, der „Meisterschaft", erwünscht wor.