u der Kaiser!, »prinz folgende rbe ich an der und für Ihre e Summe von Vorsteherin des en, die Binde ;rden als liebe Ihr Herr, der d auf sein Re« [ er an diesem kann!" im Verlage von :nenben groß an- r zur allgemeinen n Gebieten der Lieferungen 5—9 h billigen Preise r den Gesammt- icht weniger als eredtes Zeugniß. Heck, Direktor lhalten die Fort- e von Dr. Ludwig Leser in der Er- wenn er diese d die niedrigsten gestellt und der ch für den Laien schlichter, leicht- ngen die Wunder enreichthuin und tniffen. Von den machst die Klasse e Angaben über Zucht der Bade- und ihren Anne merkwürdigen -töcke von gleich- )ern eine Thier- stimmte Aufgabe Sternthieren sind n Empfindlichkeit gleich bei ihnen von denen eine fahren nämlich, indem sie ihre t lernen wir zu- ren verschiedenen ift, der man sich en Vorwurf des ächte der Natur Schöpfungssagen lbbildungen; an d- und Himmelsoer Weltliteratur behandelnde Ab. e Indiens, durch chen und inter- vorherqeqanaene : von M. Rey- t der Auffassung ichen Standpunkt ad die Geschichte ampfes zwischen Zeitabschnitt be- - Gesammtwerk, ümlich zu machen wir sehen, rasch äeise (noch nicht . ediegenster Aus- ernehmens noth- i. Nr. 16 'H—--*---(T-E..-----------T---iS";---•*—$<5—h.----gr-J Nnt«rhalt«ngsblatt (Sieben««* Anz«ig«e (®eneraMln$dgetr) kMDAlW Dienstag, den 7. Februar. Dämon Gold. Original - Roman von W. Höffer. (Fortsetzung). Der Baron schrieb an den Notar, welcher das Testament aufgesetzt hatte, aber es kam keine Antwort, statt dessen jedoch nach einer endlos langen Woche ein Brief aus Dornau. Erich zeigte an, daß er als Ruths Vormund zur Testamentseröffnung nach Frankfurt berufen sei und daß man es ihm anheim gebe, seine Mündel mitzubringen oder nicht. Ob also Fräulein Aß- mann die Reise zu unternehmen wünsche? Ruth kam mit glänzenden Auaen in das Zimmer ihres Schwagers. „Geld, Hans Adami Geld! — Freue Dich, Du kannst nun den Commerzienrath Liflauer aus dem Umkreis unserer Blicke für immer verbannen." Aber der Baron schien bei diesen hoffnungsvollen Worten seiner jungen Schwägerin eher erschreckt als erfreut. „Was sagst Du da, Ruth? ' Sie zeigte ihm den Brief. „Uebermorzen wird des Onkels Testament eröffnet, Hans, also müssen doch wohl —" ,, ttnb dann erschrak auch sie. „Hans, müßtest denn Du nicht mit dabei sein?" Sie waren Beide sehr blaß, als sie sich so ansahen. Erst nach längerer Pause fragte der Baron: „Sind für mich keine Briefe da, Ruth?" Sie schüttelte den Kopf, ihr stockte fast der Athem. „Rein, Hans." Und als er dann das Zimmer verlassen wollte, hielt sie rhn auf. „Hans, ob Dir das Geld gehört oder mir, ist es nicht gleichviel?" „In Deinem Herzen," nickte er. „Aber ob auch sonst — das weiß ich nicht." Es war früh am Vormittag, das Amtsgericht des Städt« chens also noch geöffnet; der Baron ließ ein Pferd satteln und ritt fort, um an Ort und Stelle Näheres zu erfahren. Ein stechender Schmerz hatte sich in seinen Schläfen festgesetzt, er fangene iöaS ro*e Lust, mit der ganzen Welt Händel anzu- In der Kanzlei des Amtsgerichtes erfuhr er, daß die Re« qmsition aus Frankfurt nur den Gutsbesitzer von Dornau be« ^"uen hatte; ihm selbst war keine Vorladung zugegangen. At>er gleichviel, er wollte doch mit eigenen Sinnen das Alles erfahren, wollte, wenn es sein mußte, einen Protest er« eben und die Sache bis zum Aeußersten treiben. Jedenfalls alt es, sogleich nach Frankfurt abzureisen. Auf dem Wege vom Amtsgericht zum Hotel begegnete ihm Willibald. Sein Anblick fiel wie ein Stein auf Hans Adams Herz. Auch das noch! „Gut, daß ich Dich treffe," sagte mit beklommenem Tone der Bankdireetor. „Ich würde sonst heute noch geschrieben haben." „Des Geldes wegen, Willibald?" „Ja, leider. Ende nächster Woche habe ich eine Revision der vermietheten Fächer zu erwarten. Hans, Du schaffst doch die Summe herbei?" „Natürlich. Der alte Aßmann ist gestorben und morgen gehe ich zur Testamentseröffnung nach Frankfurt." In Willibalds Gesicht kehrte die Farbe zurück. „Gott sei gepriesen!" rief er. „Ich habe schon während der letzten Nacht keinen Augenblick mehr geschlafen, aus Furcht, Du wür« dest das Geld nicht schaffen können." „Thorheit! Eine so geringe Summe." „Ja, das sagst Du wohl. Andere Leute nennen es ein Vermögen." Und dann bat er: „Geh' mit mir, Hans, es ist heute Miezes Geburtstag; sie möchte Dir gern so lange schon einmal einen selbstgebackenen Kuchen vorsetzen, Dir zeigen, wie glück« lich sie ist." Der Baron wandte den Blick. „Auf fünf Minuten," antwortete er. „Nur um Dich nicht zu verletzen, Willibald." Die Beiden gingen zu dem Häuschen unter den grünen Ranken und wurden von den Damen auf das Herzlichste empfangen- Durch Küche und Keller mußte Hans Adam wandern, durch den Garten und die Wirthschaftsgebäude, Alles wurde ihm gezeigt und bei Allem er selbst als der Schöpfer dieses blühenden Glückes gepriesen. Da stand sogar ein Stallgebäude — Willibald selbst hatte es gezimmert — und darin meckerte eine Ziege. Weiterhin bevölkerten Hühner ein großes Drahtgeflecht und wenn Frau Mieze vor demselben kniete, dann kamen die Thiere herbei, um aus ihrer Hand das Futter zu nehmen. So viel Glück, so viel Freude — überall gab es Anderes, noch Schöneres zu bewundern. Willibald hatte sogar einen Taubenschlag eingerichtet. Und dann zogen sie ihren Gast in die heimliche, lauschige Ecke, wo der geschnitzte alte Sessel stand. Hans Adam mußte Kuchen essen und Choeolade trinken; Frau Mieze strahlte vor Glück, ihn in ihrem Hause endlich bewirthen zu dürfen- „Wissen Sie, was ich oft lebhaft wünsche, Herr Baron?" „Nun, gnädige Frau? ' „Ich möchte Ihnen ein Opfer bringen dürfen, ein recht großes, schweres Opfer zum Dank für alles Glück, das wir aus Ihrer gütigen Hand erhielten." Auch Willibalds alte Mutter stimmte den Worten ihrer Schwiegertochter auf das Lebhafteste bei. „Ja, ja, Herr Baron, möchten wir doch in die Lage kommen, Ihnen unsere Erkenntlichkeit voll und ganz beweisen zu können." Hane Adam fühlte das schnellere Schlagen seines Herzens. „Nicht solche Worte," sagte er beinahe hastig. „Ich bin ein wenig abergläubisch, meine Damen, wer wird denn das Schicksal heraus fordern?" Und dann erhob er sich, um zu gehen. Es war ihm, al» habe sich vor seinen Blicken ein Gespenst erhoben, als müsse er fliehen, um sich von den Knochenhänden desselben nicht erreichen zu lassen. „Ein Opfer," dachte er immer wieder. „Ein Opfer." Weshalb war doch das unselige Wort gesprochen worden? Als der Baron nach Hause kam, begegnete ihm Ruth im Vorzimmer. Sicherlich nicht zufällig, wie er dachte. „Nun, Hans, keine Vorladung für Dich?" Er schüttelte stumm den Kopf und wollte an ihr vorübergehen, aber sie hielt ihn zurück. „Hans, ich habe mir das Alles so schön zurechtgelegt," flüsteite sie mit halber Stimme. „Ja, Dul" gab er zurück. „Aber —" „Da ist kein Aber. Sieh', wenn Cäcilie die Hälfte de» Geldes geerbt hätte, dann könnten Deine Gläubiger dasselbe mit Beschlag belegen, nicht wahr? So aber, nun es, wie man onnehmen kann, mir allein zugefallen ist, bleibt uns die freie Verfügung Ist das nicht viel besser?" „Schwerlich," versetzte er. Sie schien zu erschrecken. „Hans, Du hast doch nicht etwa Schulden bis zur Höhe einer halben Million?" Zum zweiten M le an diesem Tage gab es ihm einen Stich in's Herz. „Ruth, was denkst Du?" „Nun also!" lächelte sie. „Set doch froh, Hans!" „Kmd," sagte er, „Kind, Du vergißt die Hauptsache, Du bist unmündig, kannst über das Kapital noch nicht verfügen." Ein heißes Roth überflulhete das hübsche Gesicht des jungen Mädchens. „Noch anderthalb Jahre!" rief sie. „Aber Wolfram wird mit sich sprechen lassen." Der Baron zuckte die Achseln. „Wstß Cäcilie schon von seinem Briefe an Dich?" fragte er. „Noch kein Wort. Ist es nicht besser, ihr alle diese Unruhe so lange al» nur möglich zu ersparen?" „Gewiß, gewiß, ich wollte Dich gerade darum bitten. Sage ihr vorläufig gar nichts, Ruth." „Und Du willst nach Frankfurt?" forschte sie. Ec sah nach dem Fenster; in seinen Zügen arbeitete es heftig. „Muß ich nicht?" fragte er unschlüssigen Tones. „Ich finde, nein, Hans. Da» Testament enthält ohne Zweifel für Dch eine Beleidigung. Denkü Du nicht auch so?" „Ich will hin!" rief er plötzlich. „Ich muß mich an Ort und Stelle ü"erzeu^en, ob ein Protest möglich ist. Begleitest Du mich, Ruth?" Sie schüttelte den Kopf. „Wolfram ist zuverlässig, Han»." „Ohne Zweifel. Aber ich will doch den Dmgen ganz allein mit eigenen Augen auf den Grund sehen." Cäcilie erfuhr von den Einzelheiten Nichts; der Baron sagte ihr nur, daß ec in Frankfurt E-kundigunuen einziehen werde und dann reiste er ab. Während dieser Nachtfahrt durch da» Herbst iche Land aber schloß er doch kein Auge; in seinem Blut war ein Fiebern und Gähren, dem sich nicht gebieten ließ. Starr und unbeweglich sah er in die Dunkelheit hinaus. Auf dem Bahnhof in Frankfurt war e» Erich, der ihm ganz plötzlich entgegentrat und der einigermaßen überrascht schien, ihn hier zu sehen. „Du, Hans Aoam?" fragte er voll Erstaunen. Der Baron hatte den Jugendfreund minder herzlich als sonst wohl begrüßt. „Ah," rief er, „Du wußtest also schon, daß ich zur Testamentseröffnung nicht vorgeladen worden bin, Erich?" „Ja, das wußte ich." „So, so — nun, das Alle» wird sich ja finden. Begleitest Du mich?" Wolfram sah offenen Blickes in das erschreckend blasse Gesicht des Barons. „Weshalb sprichst Du in diesem feindseligen Tone, Hans?" Die Liopen des Andern bebten sichtbar. „Feindselig?" wiederholte er. „Unsinn, wie kommst Du daraus?" „Nun, wenn ich irrte, dann ist es ja um so besser. Laß uns doch vor allen Dingen nicht auch noch in persönliche Miß- Helligkeiten hineingerathen, Hans." „Da doch die geschäftlichen schon vollauf vorhanden sind, willst Du sagen. Aber wir wollen da klar sehen, ehe irgend ein Entschluß gefaßt wird." Ein und dieselbe Droschke brachte beide Herren zum Hotel, aber unterwegs wurde wenig gesprochen. Erich war sehr blaß, er sah aus wie Jemand, den ein schweres Leid betroffen hat. Im Vorzimmer des Gerichtes bot ihm Hans Adam plötzlich die Hand. „Du," raunte er, „kannst Du Dich ganz in meine Lage hinein versetzen? Mir ist der Boden, auf dem ich sicher zu stehen glaubte, jählings unter den Füßen weggezogen — und das Alles durch die Laune eines Kranken, durch Einflüsterungen dritter Personen. Sollteich dazu lächeln können?" Erich glitt langsam mit der Hand über die Stirn. „Du mußt kämpfen wie ein Mann, Hans- Andere sind nicht besser daran, als Du." Erst jetzt sah der Baron den ungewöhnlichen Ernst in den Zügen seines ^Jugendfreunde». „Ist Dir ein Unglück widerfahren?" fragte er. Ein Kopfschütteln war die Antwort. „Nein." „Aber Du denkst an jene zwölftausend Thaler, Erich, Du entbehrst da» Geld. War e» Dein ganzes verfügbares Kapital?' „Ja. Das heißt, es war immer Dein Geld, natürlich. Aber —" „Du hieltest es für Dein Eigenthum. Erich, was gäbe ich darum, wenn das Geheimniß nie enthüllt worden wäre! Dir ist Alles geraubt und hat mir nichts, auch gar nichts genützt." „Weil Du — aber lassen wir doch das, Hans. Geschehen ist geschehen und — ich ringe mich schon wieder empor." In diesem Augenblicke erklang eine Glocke, und Erich mußte dem Namensruf Folge leisten. Als sich der Baron dem Gerichte gegenüber legitimtrt hatte, erhielt er die Erlaubniß, den nun folgenden Verhandlungen beizuwohnen. Es war außer den Amtspersonen nur noch der Notar zugegen, sonst Niemand; Hans Adam sah e» mit einem einzigen Blick. Das Blut hämmerte in den Schläfen des Baron», er dachte an Ruths Worte: „Da» Testament muß doch ssür Dich eine Beleidigung enthalten." Fast wünschte er in diesem Augenblick, nicht nach Frankfurt gereist zu sein. Dann erfolgte die Verlesung de» ersten, dem Baron schon bekannten Testaments und danach die des Codicills. Es war sehr kurz; die darin enthaltenen Bestimmungen schienen sich auf ein Minimum zu beschränken. „Nachdem ich mich leider überzeugen mußte," hieß e», „daß der Ehemann meiner Nichte Cäcilie in leichtsinniger Weise Schulden macht und daß seine Verpflichtungen dar vorhandene Vermögen bedeutend übersteigen, kann ich mich nicht entschließen, mein Geld seinen Händen anzuvertrauen; vielmehr ernenne ich meine Nichte Ruth zur Universalerbin des gssammten Nachlasses, jedoch mit der Verpflichtung, ihre Schwester, so lange diese lebt, vor Mangel und Entbehrungen zu schützen. Da» Vermögen soll keineswegs meine jüngere Nichte der älteren gegenüber bevorzugen, sondern soll nur der Verfügung des Herrn Baron von Moldt ein- für allemal entzogen werden." Eine peinliche Stille folgte diesen Worten. Der Notar sah bald zu einem, bald zu dem anderen der beiden Herren hinüber. Weshalb war doch der Edelmann so unklug gewesen hierher zu kommen? Hans Adam versuchte zweimal, verständlich zu sprechen, ehe es ihm gelang, au» der trockenen Kehle - einen Laut her- - 68 - :nb blaffe em feind» mmst Du ffer. Laß iche Miß» nben sind, ehe irgend zum Hotel, sehr blaß, roffett hat. dam Plötz» h ganz in uf dem ich weggezogen durch Em» rt können?" >tirn. „Du nicht besser rnst in den lück wider- Erich, Du 6 Kapital?1 ), natürlich. i, war gäbe irden wäre! gar nichts Hans. Ge« eder empor." und Erich : Baron dem ,e Erlaubniß, h der Notar it einem ein« , Barons, er doch für Dich siesem Augen- r Baron schon Ls. ES war i schienen sich Bte," hieß es, leichtsinniger Achtungen das kann ich mich mzuvertrauen; Universalerbin pflichrung, ihre nd Entbehrun- lerwegS meins n, sondern ioll lloldt ein- für i. Der Notar beiden Herren unklug gewesen ch zu sprechens einen Laut her- vorzupreffen. Seine Augen glänzten unnatürlich in dem blassen Gesicht. „Eine Frage, meine Herren," sagte er dann, „bin ich gezwungen, den Inhalt dieses Testaments anzuerkennen?" Die Antwort war ein Ja. „Neffen und Nichten können keinen Einspruch erheben." „Ah — ich danke." Und er wandte sich mit kurzem Gruße zur Thüre, aber nur, um in den Corridoren des weitläufigen Gebäudes das Kommen des Notars zu erwarten; dann redete er diesen an, „Sie kennen mich, mein Herr?" „Ich habe die Ehre." „Gut. Sagen Sie mir, bitte, ob Sie es waren, der im Auftrage des jetzt verstorbenen Herrn Aßmann über meine Verhältnisse Erkundigungen einzog? Ich möchte das wissen." Der Notar zuckte die Achseln. „Die Sache ist Geschäft," antwortete er, „sie enthält für mich durchaus nichts Persön» liches, also sage ich Ihnen ganz unumwunden, daß ich den Auftrag ausführte — ja." „Ich danke Ihnen. Und wer gab die betreffende Aus- kunft?" „Auch das dürfen Sie wissen- Ich wandte mich zunächst an einen College», der in Ihrer Gegend lebt und dieser verwies mich an Jemand, von dem genaue, eingehende Nachrichten zu erlangen sein müßten." „Erich Wolfram, nicht wahr?" „Nein. Ihr Hauptgläubiger, Herr Baron, der Commer- zienrath Liffauer. Er bewies mir klar und bündig, daß Ihre Verhältnisse zerrüttet sind." „Ach — der Schuft. Sollten Sie sich nicht sagen können, welche Zwecke dieser saubere Herr verfolgt?" Der Notar lächelte gelassen. „Vermuthlich will er Schloß Moldt so billig als nur irgend möglich in seinen Besitz bringen. Das ist unschwer zu errathen." „Sehen Sie wohl. Er hatte also nichts Eiligeres zu thun, als mir die Aussicht auf baares Vermögen vollständig abzuschneiden. O, der Schuft, der Elende! Hätte ich ihn zwischen meinen Fäusten — er käme nicht lebendig heraus." Ter Notar grüßte zum Abschied, zog seine Handschuhe an und ging ruhigen Schrittes davon- „Geschäft, Herr Baron. Heutzutage ist Alles Geschäft." (Fortsetzung folgt) Kungernde Schulkinder?) Von Richard Fischer. (Nachdruck verboten.) Von allen Kennern der socialen Verhältnisse in den Ar- beiterkreisen wird darauf hingewiesen, von welcher Bedeutung eine vernünftige wirthschaftliche Erziehung der Arbeiterfrau ist. Fleiß und Umsicht vermögen viel, auch bei geringem Einkommen, während Unlust und Unkenntniß bet der häuslichen Arbeit, der Bereitung des Mittagsmahls und der Haltung der Stuben dem Manne den Weg in das Wirthshaus vorschreiben. Eine große Bewegung ist daher zu Gunsten der Einführung des obligatorischen Haushaltungsunterrichts in die Volksschulen im Gange, und verschiedene Städte haben dieser Forderung bereits Rechnung getragen, während anderseits einsichtige und wohlhabende Fabrikbesitzer wenigstens für die bei ihnen arbeitenden Mädchen Unterrichtscurfe für Kochen, Nähen rc. eingerichtet haben. Unter einer mangelhaften wirthfchaftlichen Vorbildung der Arbeiterfrau hat aber nicht nur der Mann, sondern haben *) Mit Bewilligung der Verlagshandlung bringen wir diese be- herzigenswerthe Darstellung aus dein soeben erschienenen ersten Hefte der Salon-Ausgabe von „Zur Guten Stunde" (Berlin W57, Deutsches Verlagshaus Bong & Co.) zum Abdruck. Wir machen unsere Leser bei dieser Gelegenheit mit Vergnügen auf die ebenso schöne, als billige Familienzeitschrift — eine wahrhaft unerschöpfliche Quelle der Belehrung — aufinerksam. (Preis des Bierzehntagsheftes 40 Pfg., des Heftes der Salonausgabe 60 Pfg.) auch die Kinder zu leiden. Es kommt häufig genug vor, daß zur Arbeit unlustige Frauen, deren Männer weitab beschäftigt sind, so daß sie ihr Mittagessen in einer Wirthschaft einnehmen, weder für sich, noch für die aus der Schule heimkehrenden Kinder ein vernünftiges Mahl bereiten; die Faulheit und die Freude am Klatsche mit ähnlich gesinnten Nachbarinnen besiegen das Verlangen des Magens, der mit Kaffee, Brod und kaltem Ueberbleibsel ungenügend ernährt wird. Wo derartige häusliche Verhältnisse das Gedeihen der Kinder beeinträchtigen, dürfte von Seiten der Schule ein Druck auf die pflichtvergessene Mutter auszuüben fein und bei Erfolglosigkeit der Bemühungen sollte der weitere Versuch gemacht werden, den Geldwerth des dem Kinde zu liefernden warmen Essens von den Eltern einzuziehen. Denn das Kind soll nicht unter der Sorglosigkeit der Eltern leiden, aber anderseits muß man sich auch hüten, durch planlose Unterstützungsversuche eine Gleichgültigkeit der Eltern hinsichtlich der ihnen obliegenden Pflichten herbeizuführen. Leider gibt es aber tausende von Fällen, wo nicht die Sorglosigkeit oder Gleichgültigkeit, sondern die Roth das Fehlen des Mittagsmahles bewirkten. Es braucht nicht einmal direktes Elend, etwa hervorgerufen durch Arbeitslosigkeit oder Krankheit, zu sein, was die Kinder zum Hungern verur- theilt, sondern schon die Thatsache, daß die Mutter gezwungen ist, außer dem Hause, in der Fabrik, zu arbeiten, um die Familie zu erhalten, genügt meist zur Beseitigung der warmen Mittagskost. Noch schlimmer freilich gestaltet sich das Loos der Kinder, wenn der Verdienst aufhört, Krankheit in die Familie einzieht und das nackte Elend aus jedem Winkel der leeren Stube hervorgrinst. Es kann uns erspart bleiben, diese Bilder der Noth weiter auszumalen; das Leben führt wohl Jedem den einen oder den anderen Fall vor Augen. * Hungernde Schulkinder: an dieser Thatsache ist nicht zu zweifeln. Aus welchen Gründen auch immer sie hervorgerufen sein mag, der Menschenfreund wird es nicht über's Herz bringen können, einem Nolhstande gleichgültig gegenüber zu stehen, der in den Reihen der Kinder, der kleinen, unmündigen, schuldlosen Geschöpfe herrscht. Die Mittel zur Abhülfe sind zudem so einfach, daß es nur der Bereitstellung der erforderlichen Geldbeträge bedarf, damit ein Zustand aufhöre, der unmenschlich genannt werden muß. In England hat man zuerst der Frage der Ernährung der Schulkinder Aufmerksamkeit gewidmet. Schon 1866 wurde ein Verein gegründet, der sich die Aufgabe stellte, den Kindern ein Essen zum Pennypreise zu verabreichen, das etwa das Dreifache werth war. Diese Institution beruht auf einem sehr richtigen Gedanken; die Form des Almosens ist vermieden, wenigstens für diejenigen Eltern, die den einen Penny zahlen können, während durch Freitafelfonds und Schulmahlzeitenfonds die Kinder gänzlich unbemittelter Eltern bedacht werden. In London bestehen gegenwärtig unter Leitung eines Central- Comilvs 23 Local-Comitss, die sich der Einrichtung der Penny« bittere widmen. Wie nothwendig ihr Eingreifen ist, beweist eine von dem Parlamentsmitgliede Eyre veranstaltete Enquete, deren Resultate erschreckend genannt werden müssen: in zwanzig Schulen mit beiläufig 20,000 Schulkindern haben 30 pCt. wahrscheinlich täglich Fleischnahrung, 30 pCt. aber nur zeitweise in der Woche, 20 pCt. haben nur Gemüse und Brod« Nahrung, 30 pCt. haben auch diese nicht im genügenden Ausmaße und 7 pCt. hungern! Die Folge der schlechten Ernährung ist, daß 7,3 pCt. körperlich so herabgekommen sind, daß sie lernunfähig sind, 21,7 pCt. sind theilweise lernunfähig. Als im Parlament der Fall zur Sprache gebracht wurde, daß ein Schulkind 24 Stunden lang hungern müsse, erklärte der Vicepräsident des Schulamtes, daß ihm diese Thatsache leider bekannt sei, der Fall sei bedauerlicher Weise nicht vereinzelt, es kommen viele solcher Fälle vor! Die Fürsorge für die Kinder, wie sie sich in der Begründung der Feriencolonien äußerte, trieb auch vor einigen Jahren die Menschenfreunde in Deutschland und Oesterreich dazu, sich über den Stand der Ernährung der Schulkinder zu vergewissern. - 64 - Aber wie ein Schrei des Entsetzens drang es doch durch alle deutschen Gaue, als die Wiener Zahlen bekannt wurden, die ein großes Elend darlegten. In einem Aufrufe, welchen der damalige Bürgermeister der Stadt Wien, Dr. Uhi, in den Wiener Blättern erließ, hieß es, daß von den 90,000 Schulkindern mehr als 2500 der genügenden Nahrung entbehren und wegen der Armuth ihrer Eltern oft nur mit trockenem Brode ihren Hunger stillen können. Die Zeitungen brachten damals — es sind jetzt etwa fünf Jahre her — aus den Berichten der Schulleiter selbst folgende Einzelheiten: 119 Schulkinder erhielten überhaupt kein Mittags« mahl, 324 erhielten öfter kein Mittagsmahl, 585 hatten im Allgemeinen Nahrungsmangel, 266 hatten Mittags nur ein Stück Brod, 184 hatten kein warmes Mittagsmahl und 900 hatten Mittags blos Brod und Kaffee oder Gemüse. Die Privat-Mildthätigkeit Wiens nahm sich dieses Noth- standes in energischer Weise an und ein HülfSverein wurde gebildet. Dieser „Centralverein zur Beköstigung armer Schulkinder" beschloß, in jenen Wiener Bezirken, in welchen durch die bestehenden Volksküchen die Ausspeisung armer Schulkinder stattfinden könne, drei Mal wöchentlich Fleisch, Gemüse, Brod, ein Mal Milch oder Mehlspeise und Brod an die Kinder zu verabreichen. Was seine segensreiche Thätigkeit betrifft, so wurden im Jahre 1887/88: 2600, 1888/89: 2881, 1889/90: 2869 und 1890/91: 2926 arme Schulkinder auf Vereinskosten verpflegt. Die Kosten pro Jahr betrugen etwa 25,000 fl. Daß die vorhandenen Mittel leider nicht ausreichten, um eine Beköstigung aller bedürftigen Kinder vorzunehmen, darf nicht verschwiegen werden. Man schätzte die Zahl der im Winter mehr oder weniger nothleidenden Wiener Kinder auf mehr als 10,000. Angesichts dieser Thatsache wird die Bitte gerechtfertigt sein, daß ein Jeder nach seinen Kräften, wie zum Fonds für die Feriencolonien, auch zu dem Fonds für die Ernährung hungernder Schulkinder beisteuern möge- Des Wetteren muß der Wunsch ausgesprochen werden, daß in jeder Commune Erhebungen angestellt werden, ob und in welchem Umfange ein Nothstand unter den Schulkindern herrsche. Es dürften da vielfach bis jetzt verborgene Uebelstände zu Tage treten, deren Beseitigung im allgemeinen Interesse zu fordern ist. Denn nicht blos das Menschlichkeitsgefühl, sondern auch das öffentliche Interesse ist an der Lösung der Frage betheiligt. Ein hungerndes, kraftloses Schulkind hat keinen Nutzen von dem Unterricht, und man kann das drastische, aber nur zu wahre Wort aussprechen, daß das Geld für Schulen hinausgeworfen ist, wenn die Schulkinder hungern- Ob aus communalen oder privaten Mitteln die Hülfe geleistet wird, ist für die ganze Frage ohne Belang. Daß eine gänzliche oder theilweife Bereitstellung öffentlicher Mittel für diesen Zweck gerechtfertigt ist, beweist obiger Satz: gegenüber dm viel höheren Kosten für die Erhaltung der Schule selbst können die verhältnißmäßig geringfügigen Summen für das Mittagessen der hungernden Kinder nicht das Gleichgewicht des communalen Budgets stören. Aber es empfiehlt sich jedenfalls, auch die Privatwohlthätigkeit zu einer Betheiligung auf diesem Gebiete zu veranlassen. Ein Mißbrauch und eine demoralisirende Wirkung auf die Kinder ist ausgeschlossen, wenn das bei Besprechung der Londoner Verhältnisse erwähnte Grundprincip festgehalten wird, daß eine geringfügige Bezahlung überall da gefordert wird, wo die Verhältnisse der Eltern es gestatten- Diese Wohlthat, zu einem geringeren als dem Selbstkostenpreise ein gutes Essen zu erhalten, müßte jedem Kinde offen stehen, da hier stets das Gedeihen des Kindes in erster Linie, die Gefahr, daß sorglose oder habgierige, aber nicht bedürftige Eltern von dieser Einrichtung Gebrauch machen könnten, in zweiter Linie stehen muß. Durch Vertheilung von Freitischen in umfassendster und liberal« ftr Weise, aber doch auf Grund vorhandener Bedürftigkeit wäre dann den wirklich Armen zu helfen. Nur auf dieser Grundlage wird man eine dauernde, segensreich wirkende Institution schaffen können, deren socialistischer Beigeschmack wohl keinen Menschenfreund abschrecken dürfte. Bei vorübergehender Unterstützung, etwa zur Winterszeit, wäre sreilich das allgemeine Wohlthätigkeitsprincip, den Bedürftigen nach Maßgabe der Mittel zu geben, angebrachter. Denn einer solchen zeitweiligen Unterstützung werden, selbst wenn sie in orgamsir« ten Formen auftritt, nur selten so ausreichende Mittel zur Verfügung stehen, daß Hülfe in weitgehendstem Maße gewährt werden kann. Welchen Modus man aber auch vorziehen mag: die ständige Einrichtung der Gewährung von Mahlzeiten an arme Schulkinder — oder die zeitweilige Sättigung hungernder Schulkinder — das Gefühl der Theilnahme für die unglücklichen Geschöpfe, die in zartem Alter des Lebens Pein schon so schwer empfinden müssen, wird das treibende Moment der Hülfeleistung jsein. Welch' ein schneidender Hohn aus unsere Cultur und Gesittung liegt in den zwei Worten: „Hungernde Schulkinder!" Auf der einen Seite der Zwang, die Schule zu besuchen, auf der anderen die Ohnmacht, dem Körper genügende Nahrung zu bieten- Moralische und physische Verkommenheit, Verbrechen und Krankheit sind die Folgen solchen Elends. Jeder Versuch, demselben zu steuern, ist ein Schritt vorwärts zur Herbeiführung vernünftiger socialer Verhältnisse. Vermischtes. Die Hasenfalle. „Ihr seid beschuldigt, auf Eurem Felde einen Hasen todtgeschlagen zu haben!" — „Nee, Herr Amtmann, nee, des hab' ich nit gethan." — „Na, das ist ja nicht so schlimm mit so einem Hasen; 's wird halt ein kleiner Hase gewesen sein, so wie 'ne Katze etwa?" — „Nee, Herr Amtmann, nee, ich bin unschuldig." — „Oder noch kleiner — wie 'ne kleine Katze oder wie 'ne große Ratte?" — „Nee, Herr Amtmann!" — „Du mein Gott, es liegt so wenig an so einem kleinen Biest; 's wird halt ein ganz, ganz kleines Häschen gewesen sein, so wie 'ne Maus oder gar nur 'n Mäuschen, — na, Flachsbauer, wie 'n ganz, ganz kleines Mäuschen?" — „Nun ja, Herr Amtmann, so groß war'«, aber größer nit!" — „So, na dann müßt Ihr halt zwanzig Mark Strafe zahlen. Hase bleibt Hase." * ♦ * Spottvogel. Mann (zu einem Knaben): „Was macht Dein Vater, Fritzel?" — Fritz: „Er hat's Reißen in den Beenen" — Mann: „Was, und das sagst Du so freudig?" — Fritz: „Weil er mich nicht mehr drüber legen kann." * ♦ » Der passendste Hut. Geck: „Ich möchte — äh — einen Hut kaufen, aber — äh, äh — einen, der für meinen Kopf paßt!" — Huthändler: „Fritz, geben Sie 'mal einen Strohhut 'runter!" * t * Ach so! Vater (erfreut): „Drei Liter Petroleum hat mein Sohn vergangenen Monat verbraucht, das hätte ich gär nicht erwartet!" — Wirthin: „Na, das können Sie sich ja leicht ausrechnen, anderthalb Liter faßt die Lampe und zweimal hat er sie Rachts heruntergeschmissen!" ♦ * * Feine Kritik. A-: „Wie finden Sie die Reden unseres neuen Vorstehers?" - B.: „Der Redner hat leider drei Fehler: Erstens liest er seine Reden vor, zweitens liest er sie schlecht vor und drittens sind sie gar nicht werth, vorgelesen zu werden." * Geschäftsgeheimnis Lehrer: „Nun, Hans, weißt Du noch ein Thier, das auf der Weide ernährt wird?" - Hans schweigt. — „Nun, wovon macht Dein Vater Wurst?" — Hans: „Das darf ich nicht sagen, sonst haut er mich!" Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. N- Ul richtsg ganz t Groll 6 Stätte Alles Gefäß bett, e E uns gi ff T kalte L sagte e IC als Ve Du sei verweis um die E „Wenn Han» 1' nicht n c Freund Du ha „< Gläubi, Du bis neue L „6 „S Dir in, talrhätz als zwe