Zeitung steht " — „6ml solche Frauen err Prinzipal, rade um diese zipal: „Aber, mre Unwetter H nem Regiment Friedrichs des belobten Ad- richt zu setzen, ftitz sah den o?! — Nun, men Sie uns igen Dach der )t ?" — Herr eil das höhere II icken mich ja mit Absicht so vergeffen." en von Joseph ,mens haben wir berichtet. Seit so daß nunmehr steht. Auch der ie geistvolle Der. wieder bei ganz senswerthem und >nversatiouslexica 2 Halbseiten, be- Namen der tür- ncon am Rande ocabeln des alt-, den letzten Band h aussteht. Als des XI. Bandes ;e Sprache und — 65), Sachsen Salm, Salpeter- t. Gallen, St. off, Savoyen, kunst, Schelling, lein, Schmidt, Schultz, Schul- Sondershausen, >efel, Schwefel- Seise, Seminar, Sevilla, Shake- iürgen, Siebenaiven, Slawische lanten, Spanische ilyse, Specifisches Sprache, Staaten, cankheit), Steier- Steuern, Stock- Stuttgart. bilder beigegeben ders die Schisfs- ln, während die .em Zweifel, daß nzelnes vermissen lder Eigennamen rdlungsweise des >ie wir schon an it Spannung der B. II. NnLerhaltrnrgsblatt zrnn Gietzenev AnzeZgev (Genepal-Anzeigev) Nr. 15 1883 jr Samstag, den 4. Februar. Dämon Gold. Original - Roman von W. Höffer. (Fortsetzung). Und ganz mit diesem einschmeichelnden Gedanken beschäftigt, legte er den wohlbekannten Weg in kürzester Frist zurück und klopfte dann an das Fenster der Küche, neben weicher die Dienstmädchen schliefen. Man ließ ihn eintreten, und auf den Zehenspitzen schlich er zu dem Zimmer seiner Frau. Alle drei Damen waren zugegen; man hatte die Lampe verhüllt unb saß stumm beieinander, wenigstens was die beiden jungen Mädchen betraf. Cäcilie lag auf einem Ruhebette und sah aus wie eine Sterbende. Nur die großen dunklen Augen verriethen, daß sie überhaupt noch lebte. Hans Adam ließ die Portiöre des anstoßenden Zimmers geräuschlos herabfallen und klopfte dann an eine andere Thür, die ihm Adele öffnete. „Ach — der Herr Baron!" Es schien, als sei im ersten Augenblicke alle Sorge, alle Furcht vor der Zukunft gänzlich vergeffen, mit so stürmischem Jubel wurde Hans Adam empfangen. Mit einem Arm umfaßte er seine Frau, die andere Hand streckte er Ruth entgegen. „Ihr unklugen Geschöpfe!" rief er, „Ihr lieben Thörinnen!" Es war, als habe sein wohlbekanntes Lachen den Bann von allen Herzen genommen. „Scheltet mich!" setzte er hinzu, „straft mich, ich bin ein arger Sünder und gestehe das ein!" „Du hättest uns eine Nachricht schicken können!" sagte Ruth, während Cäcilie den Kopf an die Brust ihres Mannes lehnte und in halber Ohnmacht nur das Eine empfand, daß er wieder in ihrer Nähe war, daß sie seine Stimme hörte und seine Hand in der ihrigen fühlte. Adele hatte sich davon gestohlen; in ihrer geräuschlosen Weise war sie unbemerkt aus dem Zimmer geschlüpft. ' „Ich wollte gerade ein Telegramm aufgeben," vertheidigte sich der Baron, „aber da kamen mir mehrere Offiziere entgegen, Kameraden von früher, und so war denn kein Loskommen mehr. Ich wurde zum Casino mitgenommen, es gab meinetwegen eine brillante Festlichkeit — und so geschah die Sünde. Wer konnte aber auch denken, daß Ihr irgend welche Furcht empfinden oder gar die Nächte wachend verbringen würdet? Das ist mit Euch Frauen immer die alte Geschichte. Ihr überlegt nie." „Wer hat Dir das Alles erzählt?" fragte Ruth. „Willibald wollte Dir, um uns zu beruhigen, nachreisen." „Das hat er auch gethan." Und Hans Adam lachte wieder laut heraus. „Damit Ihr aber seht, daß meine Gedanken doch bei Euch waren," fuhr er dann fort, „so haltet jetzt die Hände her. Ich habe Euch etwas mitgebracht." Cäcilie lächelte glücklich; die Freude verlieh ihr im Augenblick neue trügerische Kräfte. „Mein Hansi!" flüsterte sie, mit Thränen kämpfend. „Gieb die Hand, Maus!" Er zog aus der Brusttasche einen flachen Carton hervor und nahm zwei ganz gleiche Armbänder aus den Seiden-Polstern. „Werthlose Dinger!" sagte er gleichsam entschuldigend, „ein modernes Spielzeug für schöne Hände." Gold und Perlen funkelten im Lampenlicht; Hans Adam küßte erst das eine, dann das andere Handgelenk. „Seid Ihr nun zufrieden, Kinder? Sind alle Eure Seufzer gestillt?" Und dann, als ihm die Schwestern ihren Dank aussprechen wollten, sah er plötzlich in alle Ecken des Zimmers. „Fräulein Malten ist fortgegangen; das paßt vortrefflich," setzte er hinzu. „Ich habe auch für sie eine Kleinigkeit mitgebracht, aber später sind mir Bedenken gekommen. Was meinst Du, Cilli, schenke ich ihr dies Medaillon oder lieber nicht?" „Hans!" rief Ruth. „Hans!" Cäcilie hatte ein schlichtes, goldenes Medaillon mit einem Vergißmeinnicht auf der Vorderseite aus ihres Mannes Hand genommen und mit zufriedenem Lächeln angesehen. „Das war hübsch von Dir, Hansi!" rief sie. „Gewiß soll meine treue, liebevolle Adele das kleine Geschenk erhalten." „Aber Cilli!" warf die jüngere Schwester ein. „Was Du nur gegen die Arme einzuwenden hast, Ruth! Sie beklagte sich erst kürzlich mir gegenüber, daß Du mit ihr nie eine Silbe sprichst." „Weil ich sie verabscheue, sie für ganz falsch und verschlagen halte!" Cäcilie lächelte. „Ich glaube, ich könnte eher meine rechte Hand, als Adele Malten entbehren," sagte sie. „Während der beiden Jahre, seit ich sie um mich habe, ist sie mir zur anderen Hälfte meines Wesens geworden." „So gib Du ihr in meinem Namen das Medaillon, Cilli!" Die Baronin schüttelte eifrig den Kopf. „Nein, nein, sie soll es aus Deiner Hand erhalten, Hans, sie soll erkennen, wie hoch ihr Werth von uns geschätzt wird, gerade umsomehr, weil Ruth gegen die Arme eine so unbegreifliche Abneigung hegt." Das junge Mädchen wandte sich ab, ohne zu antworten. Cäcilie war dem Einfluß ihrer Gesellschafterin vollständig ver- fallen, das wußte sie ja. „ c Und so wurde Adele gerufen, um ihr Geschenk in Empfang - 68 - uni E bess< fern aus ihn fern seir Hei dar erst ab< als botf eine soll! alle gro Heb Hm Alti schü oder Cill Wei nich der dige Die im Ver trax In sich Thi ist, ihr eine mt£ Jei feit nur Arl auf der Ge> der wer Fre z» Jak letzt ja i die «Jk dies Viertes Capitel. Der Wechsel war, etwas zu spät zwar, aber doch ohne besondere Schwierigkeit eingelöst worden und die Tage vergin- gen auf Moldt in verhältnißmäßiger Ruhe, wenigstens für den weiblichen Theil seiner Bewohnerschaft Hans Adam hatte allerdings die Klage des Commerzienraths auf einmalhundert- undachtzigtausend Mark sogleich nach Erledigung der ersten Angelegenheit zugestellt bekommen, allein das verschwieg er seinen Damen und nahm auch die Sache selbst gänzlich auf die leichte Achsel. Er beauftragte erst einmal einen Advocaten, Widerspruch zu erheben, und wußte nun, daß dadurch die Entscheidung auf Monate hinausgeschoben seil Und so kam der Tag, an dem aus Frankfurt ein Schreiben an die Baronin einging. Eine Kanzlei irgend einer Art hatte das Doeument ausgefertigt; so viel sah man schon an der Adreffe. Cäcilie erbleichte; sie wagte nicht, das Siegel zu entfernen. Der Brief steckte stundenlang zwischen den Polstern ihres Ruhe- rMMMMWMMMLM bettes, bis Hans Adam kam und nun die Entscheidung durch seine gewohnte Frage herbeiführte. „Nichts aus Frankfurt, Maus?" Sie sah ihn mit ihren fieberglänzenden Augen an. „Doch, Hansi - heute Morgen kam ein Brief." Er wechselte plötzlich die Farbe. „Nun — und was steht darin?" bebte es von seinen Lippen. „Böses?" Sie gab ihm das Schreiben. „Sieh' selbst, Hansi! — Ich —" Und ein Kopsschütteln vollendete den Satz. Es konnte nichts Guter sein, was dieser Brief enthielt. Der Baron riß das Couvert herab. Es flimmerte ihm vor den Augen; zuerst sah er nach der Unterschrift: „Leopold Aßmann." Das war kaum leserlich geschrieben, wie mit versagender, zitternder Hand, aber doch von dem Alten selbst. Den Inhalt des Briefes mußte er dictirt haben. Hans Adam las mit lauter Stimme, was ihm da von dem knisternden Blatte entgegensah: „Liebe Nichte! Es hat lange gedauert, bis ich Deinen, mir so lieben Brief beantworten konnte, aber dennoch liegt die Veranlaffung dieses Schweigens nicht in einem Mangel an herzlicher, ver- wandtschaftlicher Zuneigung, sondern nur in dem Umstande, daß ich Erkundigungen einziehen mußte, bevor irgend eine Entscheidung getroffen werden konnte. Ich mußte erfahren, wer Dein Mann dem Character nach ist und wie seine Ver- hältniffe sind ..." Cäcilie faltete die Hände. „Großer Gott!" hauchte sie. „Ach — Du fürchtest offenbar, daß man mir ein sehr schlechtes Zeugniß ausgestellt haben müffe, nicht wahr?" „Lies weiter, Hansi!" „Ich habe da wenig Gutes erfahren," fuhr der Baron fort, „Dinge, die mich zur Vorsicht mahnen, denn das Geld, welches ich mit so großer Mühe, unter tausendfältigen Gefahren und Entbehrungen zusammenscharrte, dies redlich erworbene Kapital, soll nicht in alle vier Winde zersplittert werden, besonders, da Ihr beide, Du und Ruth, weiter kein Vermögen zu erwarten habt, als nur dar, was ich Euch vermache. Deine Bitte um einen Vorschuß muß ich aus wohlerwogenen Gründen gänzlich ablehnen und ich bin überzeugt, daß früher oder später der Tag kommt, an dem Du mich dieser scheinbaren Härte wegen segnest. Lebe wohl, liebe Nichte, und der Himmel laffe es Dir allezeit gut gehen- Dein Onkel Leopold Aßmann." Hans Adam war erschreckend blaß geworden. „Der Narr I" rief er, voll Erbitterung den Brief auf den Teppich schleudernd. „Ich möchte wiffen, wer ihm diese angenehme Auskunft ertheilt hat?" Cäcilie schwieg. Wer? — Ach lieber Gott, als ob nicht über die Verhältnisse auf Moldt es nur eine einzige Stimme gegeben hätte! — Und Hans Adam fragte wirklich: Wer? „Sollte Wolfram so heimtückisch gehandelt haben?" fuhr der Baron fort. „Ein Philister war er immer." Und als Cäcilie bitterlich weinend das Gesicht in den Händen barg, erhob er sich zornig vom Sitze. „Der Thor — als könnte er mir schaden! Aßmann« Tage, nein, seine Stunden sind gezählt, er lebt vielleicht schon jetzt nicht mehr." Cäcilie trocknete ihre Thränen. „Hansi — wenn er nun das Testament umgeändert hätte! Ich bitte Dich, wenn —" „Das ist ja unmöglich, Cilli. Nimm doch Vernunft an- Hier steht klar und deutlich: Da Ihr kein Vermögen zu erwarten habt, als nur das, was ich Euch vermache. — Er denkt also nicht an eine anderweitige Verfügung." Die Baronin seufzte. „Gott gebe es, Hansi!" Er ging ärgerlich auf und ab. „Es fehlt gerade noch, daß Du mir den Muth zu rauben suchst, Cilli!" „Das will ich ja keineswegs- Du sollst nur dem Kommenden so klar als möglich in's Auge sehen, Hans. Wenn —" „Bitte! — Ich hasse jedes Wenn. Laß das Gespenst zu nehmen- Niemand sah dabei den Ausdruck der gänzlich von den Wimpern verhüllten Augensterne. Niemand ahnte, daß das stille, verschlossene Mädchen Mühe hatte, im Taumel aller Gedanken einige Worte äußerlicher Höflichkeit hervorzubringen; das Medaillon fiel auf den Teppich, die bebenden Hände hatten es nicht halten können. Ruth nahm den glänzenden Gegenstand auf; ihr Blick streifte dabei das lächelnde Aytlitz ihrer Schwester, als wolle sie sagen: „Bist Du denn ganz blind?" Cäcilie schüttelte leicht den Kopf. Sie war in diesem Augenblick zu glücklich, um irgend einem störenden Gedanken Raum zu geben. Später erst, viel später fielen ihr die verhängnißvollen Geschäftsangelegenheiten wieder ein. „Wie ist es denn mit dem (Selbe, Hansi?" fragte sie ängstlich. „Du hast es doch erhalten?" „Natürlich, Maus; denke doch an diese Dinge keinen Augenblick." Und seine Sorglosigkeit steckte wie gewöhnlich auch sie an. Es war zu verlockend, sich nach aller ausgestandenen Angst nun fo rückhaltlos dem Gefühl des Glückes und der neugewonnenen Ruhe hingeben zu dürfen--- Hinter verschlossener Thür in ihrem Zimmer lag Adele auf den Knieen- Zwischen beiden gefalteten Händen hielt sie das Medaillon, wie sinnlos schluchzend, außer sich vor Aufregung. An ihre Stirn preßte sie das kühle Gold, an ihre Lippen und dann wieder an die heiße, thränenüberströmte Wange. Gold, unvergängliches Gold — und von ihm, von Hans Adam! Einmal nur zuckte durch ihr Bewußtsein dis Frage: „Weshalb hat er mir das ganz öffentlich geschenkt?" Aber ebenso schnell war auch die Antwort bereit: „Damit ich es ungescheut tragen, es allen Leuten zeigen kann." Und wieder küßte sie die Platte mit dem bedeutsamen, aus kleinen blauen Steinen gebildeten Blümchen. „Ihn vergessen? — Hans Adam? — Ach!" Und je im Leben vergessen, daß er sie einmal geküßt, einmal „Du" genannt? Daß er sie gar für kurze selige Minuten in seinen Armen gehalten? Ein wildes, triumphirendes Entzücken durchbebte Leib und Seele. Das war ein Geheimniß, von dem Niemand wußte, als nur er und sie, ihr Eigenthum, allen Spähern und Feinden zum Trotz. Wenn Ruth es gekannt hätte, die stolze, empfindliche Ruth ---sie würde wohl mit noch größerem Abscheu die Blicke gewandt haben, noch unnahbarer geworden sein, als sie es ohnehin schon war. Adele lachte; sie flog vom Boden empor und setzte sich neben die brennende Lampe. „Nun noch eine Locke dunklen, krausen Haares in dieses Medaillon, dann ist es mein Altar, an dem ich bete! Und Ruth wird es niemals erfahren, niemals!" eidung durch i an. „Doch, nd was steht , Haust! — Es konnte limmerte ihm ist: „Leopold t versagender, Den Inhalt ihm da von mir so lieben Veranlaffung erzlicher ver« em Umstande, ir irgend eine lßte erfahren, sie seine Ver- ' hauchte sie. mir ein sehr vahr?" ;r der Baron nn das Geld, dfältigen Gees redlich er« >e zersplittert ), weiter kein was ich Euch nuß ich aus ich bin über« , an dem Du , Lebe wohl, ;eit gut gehen- Aßmann." „Der NarrI" eppich schleu« hme Auskunft als ob nicht rzige Stimme ich: Wer? >aben?" fuhr «l esicht in den Der Thor — , seine ©tun« mehr." wenn er nun h, wenn —" Vernunft an. gen zu erwar- — Er denkt i!" gerade noch, ir dem Kom- i. Wenn das Gespenst erscheinen, Cilli, dann will ich ihm die Larve herunterreißen, aber vorher allerlei Räthsel zu lösen, dafür muß ich danken." „O Hans — Du thust mir weh." Er zuckte die Achseln und ging fort, um den Sturm in seiner Seele nach Möglichkeit zu verbergen. Wenn der alte Herr dem Testament ein Codicill zugefügt hätte! — Was dann? Es lief ihm heiß durch die Adern. Ob er sich ausmachte und selbst nach Frankfurt reiste? Aber nein, das war unmöglich. Die vorgefaßte Meinung des Greises ließ sich auf keinen Fall bekämpfen. Irgend Jemand hatte das Wort „Verschwender" mit Bezug auf ihn selbst dem alten Herrn gegenüber ausgesprochen und das that nun seine volle Wirkung. Als Goldgräber in mühevoller Arbeit legte der Kranke während eines Menschenalters Thaler auf Thaler, dafür aber sah er jetzt in dem Gelds einen Schatz, der mit Ehrerbietung behandelt werden mußte, den er allen Gefahren entrücken wollte. Der Baron lächelte spöttisch. Ein Geizhals also, einer, der bei gefüllten Truhen Salz und Brod aß. Gut, daß doch wenigstens nicht alle Leute so dachten, daß es immer noch gute Freunde gab, die es verstanden, den Sonnenschein des Lebens zu genießen, so lange es eben noch Tag war. Und Hans Adam nahm das Gewehr und ging auf die Jagd. Mochte denn der kranke Mann in Frankfurt feinen letzten Willen ändern oder nicht; in irgend einer Form würden ja doch Cäcilie und Ruth das Kapital erhalten, und das war die Hauptsache. Unten im Dorfe wurde gebaut, die neuen Wohnungen sollten vor Einbruch des Winters unter Dach und Fach sein; alle Stimmen segneten den Gutsherrn, der so bereitwillig eine große Strecke Landes geopfert hatte, nur um das künftige Heim der Fischer vor neuen Unglücksfällen zu sichern. Wo Hans Adam erschien, da wurde er lebhaft begrüßt und von Alten und Jungen mit den Zeichen dankbarer Liebe über« schüttet. Der Brief ans Frankfurt war sehr schnell vergessen, und als einige Tage später der Draht die langerwartete Todesbotschaft brachte, da hielt sich Hans Adam für den Besitzer einer Viertelmillion. „Eigentlich einer halben," äußerte er gegen seine Frau. „Ich werde ja Ruths Antheil verwalten und, indem ich mit diesem Selbe arbeite, in kurzer Zeit das Kapital verdoppeln." Sie sah ihm nur stumm in’s Antlitz, aber ihr Blick mußte ihn gereizt haben. „Was beliebt?" fragte er in etwas scharfem Tone. „Hans, auf welche Weise wolltest Du arbeiten?" Er zuckte die Achseln. „Nicht als biederer Lohnschreiber oder sonst in einem Fach für strebsame Jünglinge, meine gute Cilli, aber mit Deiner Erlaubniß doch vielleicht in anderer Weise. Ich gedenke, eine Zuckerfabrik anzulegen, allerdings nicht auf Moldt'schern Grund und Boden, aber in der Nähe der Stadt. Für den Rübenbau ist mir bereits das nothwen- dige Land und auch ein tüchtiger Fachmann angeboten worden. Die Pläne sind vom Architecteu fertig gestellt und spätestens im März beginnt der Bau. Selbstverständlich lasse ich Ruths Vermögen dabei zunächst zwanzig ober dreißig Procent Zinsen tragen und werde außerdem auch selbst noch gut verdienen. In Geldsachen muß man eben sehr sorgfältig verfahren und sich den Kopf kühl erhalten." Cäcilie bedeckte mit der Hand die Augen. „Hans, noch wissen wir von dem Inhalt des Testamentes kein Wort." Er wandte sich ab. „Geh' nach Nizza, Kind — dort bessert sich hoffentlich Deine Stimmung." „Ach — Du wünschest mich aus Deiner Nähe zu entfernen! Sprich es nur aus, Hans, sprich es nur ganz offen aus. Ich bin Dir eine Last geworden " Ein Streifblick traf die erregte Frau. „Schon wieder Thränen, Cilli? Wenn Du wüßtest, wie wenig anziehend es ist, eine Frau meinen zu sehen, während man außerdem von ihr mit Moralpredigten und guten Lehren überhäuft wird gleich einem Schulbuben." „Siehst Du!" rief sie. „Ach Gott, siehst SDu!" „Freilich. Aber was? — Das ist die Frage." Er dachte in diesem Augenblicke der bleichen Kranken gegenüber an ein anderes Antlitz, in das er vor Kurzem gesehen. Anna Bürklin war ihm begegnet, im wallenden Reit- kleide, mit Federhut und bauschigem Schleier, auf dem Rücken ihres weißen ungarischen Pferdes, bezaubernd schön wie immer, spöttisch, und unnahbar. Er hätte es nicht gewagt, auch nur ein einziges Liebeswort in das Ohr der stolzen, verwöhnten Dame zu flüstern — ein Schlag mit der Reitpeitsche wäre wohl die Antwort gewesen — aber er ließ sie doch sehen, klar erkennen, wie sehr sie es ihm anzethan hatte: er bat um die Rose, welche sie am Busen trug, und streckte die Hand aus, um das duftende Geschenk zu empfangen. Statt aller Antwort streute sie die Blätter mit schnellem Griff in den Wind und sprengte lachend davon, ohne ihn weiter zu beachten. Er sah ihr nach, verwirrt und unmuthig. Wie die leere Luft behandelte sie ihn, ja, wie einen Zudringlichen, lieber« lästigen. Und doch war et vernarrt in diese Frau, die ihn niemals empfing, der er nichts, gar nichts galt. An alles das dachte der Baron, während seine Blicke ziellos in's Weite sahen. Er erschrak förmlich, als ihn die Stimme seiner Frau in die Wirklichkeit zurückrief. „Hans!" „Was wünschest Du, Cilli?" „Hast Du keinen freundlichen Ton für mich? Siehst Du nicht ein, wie lieblos vorhin Deine Worte waren?" Er stand auf und schüttelte sich wie Jemand, den es friert. „Vorwürfe, Cilli? Soll ich jetzt auch noch zärtliche Klagen anhören?" Sie wechselte die Farbe; ein dunkler Purpur überflog bas blaffe Gesicht. „Fürchte nichts, Hans!" war ihre schnelle Antwort- „Ich werde mich hüten, Dich jemals wieder um einen freundlichen Blick zu bitten." „Lächerlich 1" Er klingelte und ließ die Gesellschafterin herbeirufen. Als Fräulein Malten kam, lag Cäcilie in tiefer Ohnmacht. Das war der Tag, auf den so große Hoffnungen gesetzt wurden, der ersehnte Tag der Todesbotschaft. Es halte keinen Segen gebracht, so ungeduldig das Sterbebett des einsamen Mannes zu umlauern, so gleichsam mit erhobener Hand dazu- stehen, um endlich, endlich zugreifen zu können. (Fortsetzung folgt.) GsrneinniWges. Zur Anzucht von Salatpftanzen, welche wenig Raum beanspruchen, genügt selbst für größere Privatgärten ein Fenster des Treibbeetes, welches eine Unterlage van 60 Centimeter Pferdedung und eine solide Unterlage aus demselben Materiale erhält. Gewöhnlich packt man für diesen Zweck eine ganze Lage von 10—12 Fenstern, von denen vorerst eine größere Zahl unbenutzt bleibt, um bei späterem Bepflanzen schon so abgekühlt zu fein, baß sie mehr ober weniger unbrauchbar werden, so daß Arbeit und Dung unnütz vergeudet sind. * * Die Geflügelzucht im Haushalte der Larrd- wirthschaft. Durchaus nothwendig ist es, baß in einer Ortschaft, soweit es sich um Nutzgeflügel handelt, nur ein Schlag, und bezw. eine Rasse, gleich in Form und Farbe, gehalten wird, weil sich auf dem Lande die Hühnervölker nicht so ab« sondern lassen, daß nicht Vermischungen stattfänden, und gerade hierin liegt der Grund des bisherigen Durcheinander unter den Lanbhühnem. In Frankreich, woselbst die Hühnerzucht weit besser entwickelt ist wie bei uns und der Ertrag auf 343 Millionen Francs jährlich geschätzt wird, trifft man viele Stunden weit nur Hühner von ein und derselben Rasse und Farbe. - 60 - Vermischtes. Der Hamburger Nothstandsausschutz hat seinen ersten Bericht veröffentlicht. Danach sind baar 3 319 000 Mk. eingegangen. Hiervon entfallen 1 196 000 Mk- auf Hamburg und 1 415 800 Mk. auf andere Orte des Deutschen Reiches. Vom Auslande gingen aus Amerika 324169 Mk- und aus Großbritannien 161 569 Mk. ein. Außerordentlich bedeutend war die Menge von Lebensmitteln, namentlich Kartoffeln, ferner die Lieferungen an Wäsche und Kleidungsstücken. Von dem Baarbetrogs steht noch reichlich eine Million Mark zur Verfügung. * * * Von Kaiser Friedrich. Gelegentlich der Hochzeit zu Sigmaringen ist eine Episode aus dem letzten französischen Kriege erzählt worden, die ein intereffantes Erlebniß des verstorbenen Kaisers Friedrich und des Fürsten Leopold von Hohenzollsrn zum Gegenstands hat. In dem zum Lazareth verwandelten Schlöffe zu Versailles war eine junge Dame als Vorsteherin thätig, die als sechs Jahre altes Mädchen Spielgefährtin der Prinzen und Prinzessinnen der fürstlichen Familie zu Sigmaringen gewesen ist. Während der Belagerung von Paris besuchte der damalige Erbprinz Leopold von Hohen- zollern öfter das Schloß, um sich nach dem Befinden der Verwundeten zu erkundigen. Hierbei traf er die Vorsteherin, Fräulein Hedwig, die in ihrer Unterhaltung manche Jugenderinnerung bei dem Prinzen erweckte. Eines Tages hatte der Erbprinz wieder das Lazareth und in diesem den zum Wäschemagazin eingerichteten Raum betreten, als die Vorsteherin auf ihn zutrat und in scherzhafter Weise zu ihm sagte: „Königliche Hoheit, das kann ich aber unmöglich gestatten, daß Sie so oft unser Magazin betreten und durch Ihre Unterhaltung meine Damen von der Arbeit abhalten. Wenn Könizl. Hoheit hier bleiben wollen, dann müffen Sie auch mit arbeiten." — „Aber was soll ich denn machen?" versetzte der Prinz, „von diesen Arbeiten verstehe ich gar nichts! Wenn Sie durchaus verlangen, daß ich helfen soll, so will ich eine Binde säumen, denn Charpie zu pflücken ist doch zu langweilig." Die Vorsteherin riß darauf ein Stück Leinwand zurecht und reichte dies .dem Prinzen mit einer eingefädelten Radel. Als der Erbprinz die Binde fertig hatte und gegangen war, hüllte die Vorsteherin diese in ein Papier, um sie als Andenken aufzubewahren. Tags darauf kam der Kronprinz, „unser Fritz", begrüßte die Vorsteherin und sagte: „Gestern ist der Erbprinz von Hohenzollern hier gewesen! Der Prinz hat sich über Sie beschwert! Sie haben den armen Prinzen gezwungen, zu nähen, und ihm nicht einmal einen Fingerhut gegeben. Er hat sich derart die Finger zerstochen, daß er nicht einmal eine Zeitung halten kann. Zeigen Sie doch einmal, was er genäht hat; ich bin wirklich neugierig, seine Arbeit zu sehen!" „Sehr gern", entgegnete die Vorsteherin. „Aber solche kostbaren Arbeiten zeigt man nicht unentgeltlich. Dort steht meine schwarze Büchse und in die müffen König!. Hoheit erst etwas für meine Verwundeten hineinwerfen." „Und wieviel muß ich zahlen?" fragte der Kronprinz. „Wenigstens fünf Silbergroschen!" Unter Lachen erwiderte der Kronprinz: „Glauben Sie, daß ich als Familienvater ein solcher Verschwender bin, und, um die Knutelet des Erbprinzen zu sehen, fünf Groschen ausgeben werde?" Als der Kronprinz die Binde sah, bemerkte er: „Ich hätte gar nicht geglaubt, daß der Erbprinz so geschickt im Nähen sei; er hat seine Arbeit sehr gut gemacht; ich werde die Binde mitnehmen." Als die Vorsteherin hiergegen äußerte, daß sie die Binde als werthvolles Andenken aufzubewahren gehofft, versprach der Kronprinz, die Arbeit am nächsten Tage wiederzubrtngen. Am darauffolgenden Abend erschien ein Hoflakai im Schlosse und überbrachte der Vorsteherin auf Befehl des Kronprinzen ein kleines Packet, in dem sich die Binde befand. Als sie diese aber auseinander rollte, entfiel ihr eine Anzahl Goldstücke und ein Menu der Kaiser!. Tafel. Auf die Rückseite desselben hatte der Kronprinz folgende Zeilen geschrieben: „Mein Fräulein! Soeben habe ich an der Kaiser!. Tafel die Arbeit des Erbprinzen gezeigt und für Ihre Verwundeten gesammelt. Nehmen Sie die kleine Summe von mir an. Friedrich Wilhelm." Die damalige Vorsteherin des Lazareths, Fräulein Hedwig, ist längst gestorben, die Binde jedoch nebst dem Schreiben des Kronprinzen werden als liebe Andenken von den Erben aufbewahrt. Darum. Herr: „Warum geht eigentlich Ihr Herr, der Baron von C, nie am Eröffnungstage der Jagd auf sein Revier?" — Diener (verschmitzt lächelnd): „Well er an diesem Tage noch nichts beim Wildprethändler kaufen kann!" Literarisches „Hausschatz -es Wiffens." Von diesem im Verlage von W. Paulis Nachf. H. Jerosch in Berlin W. 57 erscheinenden groß angelegten Werk, dessen Zweck die weiteste Verbreitung der zur allgemeinen Bildung unbedingt erforderlichen Kenntniffe aus den Gebieten der Natur- und Menschenkunde ist, liegen uns jetzt die Lieferungen 5—9 vor. Von der Reichhaltigkeit und dem außerordentlich billigen Preise dieses Werkes geben diese..fünf Lieferungen, welche für den Gesammt- preis von Mk. 1.50 elf Druckbogen Großokjav mit nicht weniger als 122 theilweise ganzseitigen Abbildungen bieten, ein beredtes Zeugniß. Die Lieferungen 5 und 9 „Das Thierreich" von Dr. Heck, Direktor des zoologischen Gartens zu Berlin, u. A. verfaßt, enthalten die Fortsetzung der Naturgeschichte der vier untersten Thierstämme von Dr. Ludwig Staby. Von der richtigen Ansicht ausgehend, daß der Leser in der Er- kenntniß der Thierwelt stufenweise vorschreiten muß, wenn er diese letztere in ihrer Gesammtheit verstehen lernen soll, sind die niedrigsten Lebewesen, die Urthiere, an die Spitze des Werkes gestellt und der Verfasser versteht es vortrefflich, seinen Gegenstand auch für den Laien anziehend und verständlich zu machen. Er schildert in schlichter, leichtfaßlicher Weise und in Anlehnung an zahlreiche Abbildungen die Wunder dieser Thierarten mit ihrem staunenerregenden Formenreichthum und ihren merkwürdigen Lebens- und Fortpflanzungs-Verhältnissen. Von den Pflanzenthieren übergehend, führt uns der Verfasser zunächst die Klasse der Schwämme vor, in deren Beschreibung interessante Angaben über die Schwammfischerei und Versuche zur künstlichen Zucht der Badeschwämme eingeflochten sind; wir lernen die Korallen und ihren An- theil am Aufbau der Erdoberfläche näher kennen, und die merkwürdigen Röhrenquallen, welche weder Einzel-Individuen, noch Stöcke von gleichartigen Individuen, wie z. B. die Korallen sind, sondern eine Thiergesellschaft darstellen, in der jedes Einzelwesen seine bestimmte Aufgabe zur Erhaltung des Ganzen zu erfüllen hat. Von den Sternthieren sind namentlich die Seegurken interessant geschildert, deren Empfindlichkeit weit über den Begriff der Nervosität hinausgeht, obgleich bei ihnen von Nerven nicht entfernt die Rede ist; diese Thiere, von denen eine Art, der Trepang, den Chinesen als Leckerbissen gilt, fahren nämlich, wenn sie gereizt werden, thatsächlich aus der Haut, indem sie ihre sämmtlichen Eingeweide ausspeien. Von den Würmern lernen wir zunächst das Schmarotzergeschlecht der Bandwürmer in seinen verschiedenen Arten kennen — durchaus keine angenehme Bekanntschaft, der man sich aber trotzdem nicht entziehen darf, wenn man nicht den Vorwurf des Leichtsinns und der Indolenz auf sich laden will. Die 6. Lieferung (Heft 2 der Entwickelungsgeschichte der Natur von Wilhelm Bölsche) bringt die Fortsetzung der Schöpfungssagen alter und noch lebender Völker mit hochinteressanten Abbildungen; an diese schließt ein Abriß der Entwickelungsgeschichte der Erd- und Himmelskunde an. In der 7. Lieferung (Heft 2 der Geschichte der Weltliteratur von Julius Hart) kommt der die chinesische Literatur behandelnde Ab. schnitt zum Schluß, und es beginnt die Literaturgeschichte Indiens, durch geistvolle und anregende Darstellung, wie durch reichen und interessanten Bilderschmuck ebenso ausgezeichnet wie der vorhergegangene Theil. In der 8. Lieferung (Heft 2 der Weltgeschichte von M. Rey- mond) ist die einleitende Umschau, welche den Leser mit der Auffassung der Weltgeschichte vom modernen entwickelungsgeschichtlichen Standpunkt aus vertraut machen soll, zum Abschlüsse gelangt und die Geschichte des Alterthums — oder des Zeitalters des Kulturkampfes zwischen Morgen- und Abendland, wie der Verfasser diesen Zeitabschnitt bezeichnet, beginnt mit der Geschichte Aegyptens. Das Gesammtwerk, welches den Zweck hat, die moderne Wissenschaft volksthümlich zu machen und in den weitesten Kreisen zu verbreiten, rückt, wie wir sehen, rasch vorwärts und wird bei dem außerordentlich niedrigen Preise (noch nicht volle 100 Mark für 320 Lieferungen ä 30 Pf.) bei gediegenster Ausstattung sicherlich die zum Gedeihen des schönen Unternehmens noth- wendige Verbreitung finden. Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.