1893, s, Frau mtphoto- oder die verewigt. )tr nicht, infchmer- ebundene mtphoto- m, selber >er junge end vor» hentuches t gemacht nde Rolle rinbarsten erhoben, eschränken rt finden Wiener . (1215) Er befahl über auf do pano t werden, t das dem er Fatzen- lenommett, rt wurde. Oberöster- Fatzenlein. nicht im nde Eras- t Burgund eit" unter auber Ge- dem Rocke >a» Privi- rhoben zu Ende des >" in der i Brettern, rden ßin atte, statt wurde der» n auch die re Tragen gegen die ,eb es vor- x erwerben, n stets ein führte, um er dies Eren beeilten, :ompletiten- die Damen i zumindest , daß das und dieses lettestück zu fine gethan denn hätte nöthig ge- ntuche beim Samstag, den 2. December. . " Ms-— (s^ Anterhaltungsblatt jum Gietzenrr AnzeigsN (G«nsval-Anzrig«v) Dunkele Mächte. Novelle von H. v. Limpurg. -—.—. (Nachdruck verboten.) Draußen im Walde blühten am Fuße der Bäume Anemonen und Leberblümchen, Helle, goldene Sonnenstrahlen drangen hinein in das lauschige Dämmern und mit klaren, klugen Aeugelein lugte aus den Blätterkronen ein Eichkätzchen hervor auf 'die beiden hohen, schönen Gestalten, die dort standen, welt- vergesien, Hand in Hand. Reine, unendliche Liebe sprach aus den Blicken Beider, aber auch ein tiefer Kummer, ein Weh, das keine Linderung zu kennen schien. „Therese, mein Lieb'," sagte tiefbewegt der stattliche, etwa Anfang der Dreißiger stehende Mann und legte den Arm fester um die Schultern des schönen Mädchens. „Du bist mein von nun an bis in Ewigkeit, was immer die Menschen auch sagen mögen!" „Ja, Arthur, so Gott mir helfe, Dein mit ewiger Liebe und Treue!" entgegnete das blonde, liebliche Wesen und hob die blauen Augen zu dem Geliebten auf, „wie sollte ich jemals aufhören, Dich zu lieben! Eher möchte mein Athem vergehen und mein letzter Blutstropfen verrinnen! Du weißt — daß ich Dein bin." „Meine Geliebte," gab er tief erschüttert zurück und küßte ihre Stirn und ihre blonden Flechten, „weißt Du aber auch, was es heißt, Dich mit mir, dem bürgerlichen Arzte, zu verloben, während ein fürstlicher Freier schon bei Deinem Vater um Dich wirbt?" „Was hilft mir Stammbaum und Wappenschild ohne Glück, ohne Liebe?" entgegnete sie innig und lehnte ihr Köpfchen an seine Schulter. „Laß den Fürsten Sereco kommen und um mich werben, ich bleibe Dir doch allein treu, mein Arthur." „Dein Vater wird es nicht zugeben. Ich bin arm, Therese, und stehe erst im Beginn meiner ärztlichen Praxis." „Was schadet da»? Meinst Du, ich wäre so verwöhnt, daß ich nicht Dir zu Liebe mich in schlichte Verhältnisse schicken könnte? O, Arthur, wie wenig kannst Du Frauenliebe ermessen! Sie reicht so weit und weiter noch, als der Himmel reicht." „Therese, die meine ist ihr gleich; ich könnte sogar, wenn es Dein Glück erforderte — entsagen." „Sprich nicht so, Geliebter," fuhr das schöne Mädchen jäh empor, „nein, das könnte ich nicht. Dir entsagen, an dem ich mit allen Fasern der Seele hänge! Es wäre mein Tod!" „O, Kind, es stirbt sich nicht so rasch, und ich sehe trübe in die Zukunst unserer Liebe." „Pessimist, der Du bist, Arthur," schmeichelte die junge Dame, ihm das Haar aus der Stirn streichend, „weshalb die dunklen Schatten aufsuchen, wo doch die Sonne so hell um uns scheint und der Himmel freundlich auf uns niederblickt. Rein, nein, ich lasse den Muth nicht sinken, Fürst Sereco wird ab- reisen, beladen mit einem zierlichen Körbchen, und meine Eltern werden ihr einziges Kind nicht unglücklich machen wollen." „Ich — kämpfe mit mir, ob ich meinem Vater von unserer Liebe erzählen soll." „Dem Herrn Oberförster! Ich habe von Kind auf große Ehrfurcht vor ihm gehabt, aber — ich fürchte, daß er — daß er —" „Daß er sagen wird," ergänzte Arthur Fels tief ernst: „reiße diese Liebe zu der hochgeborenen Gräfin aus Deinem Herzen; die Tochter unseres Patronatsgrafen kann nimmermehr Dein Weib werden, es sei denn — mit dem Fluche ihres Vaters." v „Unsere beiden Väter sind streng, wenn auch sonst völlig verschieden; der Deine hat dabei doch ein edles, warmfühlendes Herz, während Papa nur an sich und seine Ahnen denkt." „O, Therese, wie glücklich macht mich Deine Liebe — und doch, wie unglücklich können wir dadurch werden!" „Leid und Roth bindet oft fester, als Glück und Sonnenschein, Geliebter," erwiderte ernst und würdig die junge Dame. „Sei unbesorgt, ich werde fest und treu stehen zu Dir und da» uns erkämpfen, was unsere Herzen ersehnen. Darf ich meiner Mutter Alles sagen?" „Es ist nicht nöthig, Therese," rief jetzt eine bewegte Frauenstimme, und eine ernst und vornehm blickende Dame trat heran, „ich habe schon Alles vernommen — zu meinem größten Schmerz!" „Frau Gräfin," rief der junge Arzt und trat, ohne There- sens Hand loszulassen, zu der Schloßherrin Gräfin Weilern, „Sie werden mich hassen und verurtheilen, daß ich meines Empfindens nicht Herr geworden bin und Therese meine Llebe gestanden —" .. „Hassen, niemals, Arthur," erwiderte die Dame, ihm die schlanke Rechte darbietend, „dazu habe ich Sie von ,eher zu lieb gehabt. Rur tief beklagen muß ich Eure Liebe, — denn sie ist leider hoffnungslos -" O, Mutter," lief Therese außer sich, „sprich nicht so! Knicke nicht Deines Kindes Lebensglück mit einem einzigen Worte. Papa wird sich schließlich erbitten lassen." Das glaubst Du selbst nicht, Kind," seufzte die Gräfin, Dein Vater ist ein adelsstolzer Mann, der für die einzige Tochter schon einen Gatten ausgewählt hat. Aber, meine Lieben, denkt nicht, daß ich dar Wort „Entsagung" so leicht ausspreche, wie jedes ändere, denn ich habe einst selbst seins Bitterkeit durchgekostet bis zur Hefe und weiß, daß man auch mit gebrochenem Herzen weiter leben muß, weiter leben der Pflicht und der Ehre." Trotz all' seines eigenen Schmerzes blickte Doctor Fels voll tiefem Mitgefühl in das blaffe Antlitz der Gräfin, der das Glück so fremd zu sein schien, dann richtete er sich seufzend empor. „Ich reise nächste Woche ab," sagte er dann leise, „gestatten Sie uns vorher noch das kurze Glück, uns einige Male im Schlöffe zu sehen und zu sprechen." „O, Mama, nein, ich kann nicht von Arthur laffen," rief Therese, in krampfhaftes Schluchzen ausbrechend und schlang beide Arme um den Geliebten, als solle ihn Niemand ihr entreißen. „Wenn Ihr mich zwingt, den serbischen Fürsten zu heirathen, so kann ein Unglück passtren." „Therese, Du wirst bedenken, was Du unserer Familie schuldig bist," mahnte die Gräfin streng, „die Frauen unseres Geschlechtes sind niemals schwach und feige gewesen — Du würdest die Erste sein, welche diese Schmach auf sich lüde. Ich werde sehen, was ich bei Papa thun kann, um die Werbung Fürst Serecos zu verhindern. Von Ihnen, Arthur, rede ich zu meinem Gemahls jetzt noch nicht, es würde die ganze Sache sogleich vernichten. Kommen Sie heute Abend wie immer auf's Schloß zum Thee; der Fürst kam vorhin an und muß ich Therese mit mir nehmen, damit wir dem Gaste die Honneurs machen können. Auf Wiedersehen I Ihr Herr Vater kommt doch mit Ihnen?" Sie reichte dem jungen Manne freundlich die Hand und wandte sich zum Gehen, um den herzlichen Abschied der Liebenden nicht zu sehen. Ihr Mutterherz war so schwer, in den schönen Augen hing eine heiße Thräne und eine innere Stimme flüsterte fort und fort: „Mein armes Kind, weshalb muß es denselben Schmerz durchleben wie ich." Schweigend kehrten die Damen in's Schloß zurück; an der Thür ihres Ankleidezimmers blieb Gräfin Weilern stehen und sagte gütig zu Therese: „Mache Dich zurecht, Kind, daß Du dabei sein kannst, wenn Fürst Sereco mir seinen Besuch macht; es ist so bester für Dich, als wenn Du ihn erst bei Tisch sähest." Wortlos neigte sich dar junge Mädchen über die Hand der Mutter, um sie zu küflen, eine heiße Thräne fiel darauf. „Mein armer Liebling," murmelte die Mutter und küßte die weiße Stirn Theresen». „Bete zum Allerhöchsten um Kraft I" „Und ich laste doch nicht von ihm," sagte Therese, als sie nach beendeter Toilette vor dem Spiegel stand, um sich nochmals prüfend zu betrachten, „es ist fo herrlich, sich von einem edlen Manne geliebt zu misten, daß ich alle Wappenschilder und Stammbäume der Welt willig fahren laste, um ihm anzugehören. Weshalb sonst wäre diese Liebe aufgeblüht in meinem Innern, wenn sie mich fotodeselend machen sollte I" Die junge Gräfin sah sehr lieblich aus in dem blauweißen seinen Sommerkletde, welches nur durch ein Sträußchen Wiesenblumen, Arthurs Geschenk, geschmückt wurde; die Wangen zeigten eine erhöhte Farbe, die Augen schimmerten in einem so besonderen Glanze, wie ihn nur die Liebe hervorbringt, Therese war schön wie eine frisch erblühte Rose. „Durchlaucht Fürst von Sereco," meldete der Diener bald darauf und, einen leisen Seufzer ausstoßend, ging die Gräfin ihrem Gaste entgegen, während ihre Tochter mit beinahe angstvollen Blicken den soeben eintretenden Herrn musterte. Sie kannte ihn noch nicht, nur die Eltern waren mit ihm in der Residenz zusammengetroffen, wo sich der Serbe sogleich in The- resens Bild verliebt hatte. Der Fürst war ein untersetzter, mittelgroßer Mann von circa 40 Jahren. Sein gebräuntes Antlitz mit starkem, schwarzem Schnurrbart und mandelförmig geschnittenen Augen, deren Weißes beinahe gespenstisch leuchtete, trug den slavtsch- mongoltschen Typus all' jener Völker de» Osten» und machte durch den sinnlich-stechenden Ausdruck des Blickes einen fast 666- abstoßenden Eindruck, der noch erhöht wurde durch ein selt sames Lächeln, welches um die Lippen spielte. „Meine gnädige Gräfin, ich bin entzückt, Sie hier in Ihrem reizenden Heim begrüßen zu können," sagte er lächelnd und zog die Hand der Dame an die Lippen. „Bei meiner Durchreise konnte ich mir die Freude nicht versagen, der liebenswürdigen Aufforderung Ihres Herrn Gemahls nachzukommen und Sie hier aufzusuchen. Ach, das ist Ihre Comteß Tochter!" Er klemmte das Monocle in's Auge und blickte so un- genirt in Theresens Antlitz, daß diese erröthend und zornig die Augen senkte. „Darf ich bitten, Durchlaucht," — die Stimme der Gräfin klang etwas scharf, — „Sie müssen mir noch erzählen, was Sie unternommen haben, nachdem wir Sie in der Residenz gesehen!" Das Gespräch wurde dann auch von dem Fürsten mit aller Gewandtheit fortgesührt, er erzählte unterhaltend, er zog auch Therese oft in die Unterhaltung und verwischte bei der Gräfin bald den unangenehmen Eindruck der ersten Erscheinens, aber nicht bei dem jungen Mädchen. Comteß Therese saß wie im Traume und hörte auf diese schnarrende Stimme, die oft durch ein fatales Lachen unterbrochen wurde; dabei stieg der unendlich bittere Gedanke in ihr auf: Diesem Manne sollst Du geopfert werden! — Am Abend fand sich wie gewöhnlich der Oberförster Fels mit seinem Sohne zum Thee im Schlosse ein. Doctor Arthur Fels war eine ebenso stattliche, als vornehme Erscheinung, die einem Jeden imponiren mußte. Das ernste Auge, das edel- geschnittene Antlitz, welches ein kurzer, dunkelblonder Vollbart umgab, die hohe, elegante Gestalt ließen ihn vortheilhaft vor dem kleinen, breitschultrigen Fürsten Sereco hervortreten, sodaß Theresens Herz stolz aufwallte. Der Oberförster Fels war ein hagerer, strengblickender Herr, dem man den unbeugsamen Character sogleich ansah. Therese schenkte den Thee ein und der junge Doctor trat wie von ungefähr neben sie, wobei Fürst Serecos Auge plötzlich herumflog wie ein Luchs. Gleich darauf stand er ebenfalls am Theetifch und begann eine tändelnde Converfation mit der jungen Dame, die nur einsilbig darauf antwortete. „Sie sind noch nicht in der Residenz in Gesellschaft gewesen, Comteß?" fragte er, ohne Fels zu beachten. „Aber lange dürfen Sie uns nun nicht mehr nach Ihrem Anblicke schmachten lassen; die Saison war vorzüglich, selbst ich habe noch viel getanzt." „Das könnte die jungen Herren beschämen," konnte Therese sich nicht enthalten zu bemerken, „denn sie sind meistens tanzfaul." Der Fürst zog etwas die Augenbrauen in die Höhe; er hatte eine schmeichelhafte Bemerkung über sein Alter erwartet und hörte nun, wie man ihn kaltblütig aus den Reihen der jungen Leute auswies. Doctor Fels konnte sich eines leichten Lächeln» nicht enthalten und sagte scherzhaft: „Es geht mir wie all' den anderen Tanzlustigen, ich ziehe mich zurück, sobald der Walzer beginnt. Durchlaucht stehen glänzend da in treuer Pflichterfüllung." Fürst Sereco maß den Sprecher mit geringschätzigem Blicke und erwiderte: „Hm ja — es gehört eben in unseren Kreisen zum guten Ton, zu tanzen." Der Diener meldete, daß angerichtet sei, und als sich die junge Dame erhob, bot der Fürst ihr galant den Arm, doch sie neigte dankend das Haupt und sagte mit einem leicht wetterleuchtenden Blick: „Ich danke Ihnen, Durchlaucht, Herr Doctor Fels sührt mich zu Tisch I" Der Serbe verneigte sich tief, er wurde einen Moment braunroth vor Zorn, sagte aber nichts, sondern schritt leicht conversirend an Theresens rechter Seite dahin. Erstaunt sah der Graf die Drei ankommen. Wenn auch seine Zornesader schwoll, konnte er doch nichts ändern, er trat nur hastig zu dem Fürsten und sagte leise zu ihm: „Vergeben Sie, Durchlaucht, meine Tochter ahnt nicht, daß Sie sich für sie in- teresstren." „Der junge Fant scheint hier ganz sicher im Sattel zu -56'7— fitzen,'' murmelte Sereco unmuthig, „aber nur Geduld! Junge Mädchen find leicht gewonnen und ich führe ein Geschütz in's Feuer, welches noch nie gefehlt hat." Er zog ein Etui hervor, öffnete dasselbe und ließ vor dem Grafen eine Haarschmucknadel mit wundervollen Brillanten erglänzen. „Ach, das ist das Rechte," nickte Graf Weilern zufrieden, „gewiß, Durchlaucht, das hilft und wenn nicht — fo soll es das väterliche Machtwort thun." Ueber dem kleinen Kreise lag eine gewitterschwüle Wolke, denn selbst der Oberförster wurde aufmerksam, als er Therese am Arme seines Sohnes in den Speisesaal treten sah und den Blick auffing, welchen der Hausherr dem schönen Paare nachsandte. Er schüttelte heimlich den Kopf und beschloß, der Sache auf den Grund zu gehen, obwohl selbst sein gutes Herz bei dem Gedanken blutete, diese beiden Menschen, welche er am meisten auf Erden liebte, unglücklich zu wiffen. Nach dem Abendeflen, als man sich wieder im Salon häuslich niedergelaflen, kam das Gespräch, von dem Fürsten angeregt, auf den Hypnotismus, und der Oberförster schüttelte energisch dazu das Haupt. „Nicht doch," rief er abwehrend, „es gibt keine solche unheimliche Kraft, die den Menschen zum ohnmächtigen Werkzeug eines hinterlistigen Feindes macht und ihn, der vielleicht edel und schuldlos ist, zum Verbrechen treibt. Wo bliebe da die Liebe unseres Herrgottes?" „Daß es eine solche dunkle Gewalt gibt," fiel Arthur ernst dem Vater in's Wort, „ist von den Gelehrten neuerdings ja zweifellos festgestellt, doch kann sie nicht, wie Durchlaucht der Herr Fürst zu glauben scheint, ohne Weiteres auf den Menschen einwirken." Fürst Sereco setzte mit seiner hochmüthigen Gleichgiltigkeit das Monocle auf und frug, den Sprecher von oben bis unten betrachtend: „Was wollen Sie damit sagen, mein Herr? Ich behaupte, daß, wenn Sie einen beliebigen Menschen hyp- notistren und ihm dann austragen, sein Weib, seinen besten Freund oder wen Sie wollen zu ermorden, daß derselbe unwiderstehlich die That ausführen muß." „Das eben bestreite ich," entgegnete Doctor Fel« ruhig, „wenn diejenige Person, welche hypnotifirt wird, sich nicht vorher, nämlich vor dem Hypnotistren, bereit erklärt und fest entschließt, Alles zu thun, was man von ihr fordert, so hilft dem Hypnotiseur keinerlei Befehl an sein Opfer; des Menschen freier Wille bleibt ihm somit auch unter dunkler Gewalt." „Sie sprechen sehr kühn, mein Herr," erwiderte der Fürst und zuckte auf fo hochmüthige Weise die Achseln, daß Arthur sich die Lippen zusammenbeißen mußte, um nichts zu erwidern. „Hätten Sie vielleicht," fuhr der Fürst fort, „nach der Richtung Erfahrung gemacht etwa mit einem hypnotistrten Gläubiger, der im Schlaf nicht darauf eingehen wollte, sich für bezahlt zu erklären?" „Nein — auch nicht mit einem Unverschämten, dem man in der Hypnose etwas Tact und Lebensart einflößen möchte," erwiderte jetzt Doctor Fels in scharfem Tone. Eine unheimliche Stille trat ein, Niemand wagte die beiden Gegner anzusehen, welche nur der allmächtige Zwang der Eti- quette in Schranken hielt und, um diesen Bann aufzuheben, bemerkte der Oberförster: „Es eignen sich auch nicht alle Naturen zum Hypnotistren." „Beifpielsweise ich selbst," meinte der Doctor ernst, „ich habe schon vielfach hypnotisirt, aber man konnte mich selbst nie in Schlaf versetzen." „Wie lange dauert es, bis ein Mensch völlig in diesen Hellschlaf versetzt wird?" frug die Gräfin, froh, ein ableitendes Gespräch zu finden, „ich glaubte etwa eine Viertelstunde." „O nein, gnädigste Gräfin," bemerkte Doctor Fels, „kaum zwei oder drei, allerhöchstens fünf Minuten; die Procedur greift den Hypnotiseur so an, daß er in Schweiß gebadet ist und alle seine Körperkräfte sich auf's Stärkste anspannen. Wenn nach fünf Minuten der Mensch noch nicht einschläft, wird es nie geschehen." „Und wie macht man das überhaupt," forschte Graf Weilern, „ich möchte einmal sehen, wie dabei zu Werke gegangen wird." „O, nichts einfacher," fiel der Fürst ein und wandte sich zu Therese, „Sie erlauben gnädigst, Comteß." Und er begann, die geöffnete, ausgebreitete Hand mit etwas vorgebogenen Fingern dem Gesicht des jungen Mädchens in kreisender Bewegung nahe und immer näher zu bringen, während dabei sein stechender, fascinirender Blick unverwandt sich in den ihren bohrte. Therese blickte erst unmuthig zu ihm auf, dann wich dies Gefühl einer gewiffen Angst; ihr Herz pochte heftig, ihr Athem flog und wie dem Vogel unter dem Schlangenblick kam es mehr und mehr mit lähmender, unheimlicher Gewalt über sie — bis die Gräfin und der Arzt zugleich aussprangen und letzterer energisch ausrief: «Hier muß ich denn doch aber Einspruch erheben vom ärztlichen Standpunkte. Die Gräfin darf nicht hypnotisirt werden aus einer Laune; ihr zarter Körper neigt zur Hypnose — ich verbiete solch' ein Experiment." Schon wollte der Fürst, dunkelroth vor Wuth, emporfahren, als auch die Gräfin sehr ernst und entschieden sagte: „Der Herr Doctor hat Recht, Durchlaucht, ich wünsche gleichfalls nicht, mein Kind zum Spielball eines Experiments gemacht zu sehen." „O, gnädigste Gräfin, wie können Sie so etwas nur denken," rief Fürst Sereco, wieder völlig galanter Weltmann, „es war nur ein Scherz, durchaus kein experimentaler Versuch. Sie werden mir doch nicht zürnen, Comteß? Als Zeichen Ihrer Vergebung, gnädiges Fräulein, erflehe ich, ein Lied von Ihnen zu hören; ich weiß, welch' zauberische Stimme Sie besitzen." (Fortsetzung folgt.) Ium Einzüge der Leiche des Fürsten Alexander in Sofia. —----H- (Nachdruck verboten.) Nun hast Du wieder gefunden Den Weg in's Bulgarenland, Es hat der König der Kön'ge Dich Deinen Treuen gesandt. Dein Ehrenfeld von Slivnitza,- Wo Du uns zum Siege geführt, Wir haben'« zu Deinem Gedächtniß Mit Batterien markiert. Naht stch Dein Zug aus der Ferne In fürstlicher Todespracht-- Vom Donner der eh'rnen Schlünde Sei Dir Salut gebracht! Da« Echo pflanze dies Grüßen Vom Berg zu den Thälern fort-- Wir haben Dich nicht vergessen, Dich, unseren Helden und Hort. Noch einmal im letzten Glanze Erschaut Dich die Melropol' — Aus tausend Kehlen klingt es: Alexander, lebe wohl! Und still wird's um Dich werden, Wenn sie Dich hingebracht Da, wo der Menschen Meinung Nicht Freud' noch Leid mehr macht. Hier an des Orients Pforten Verschlaf' die Lebensfahrt Und sei noch Deinem Volke Im Tod ein Eckehart. Dein Beispiel mög' es schirmen Vor seiner Feinde Neid — Dein Werk bleib' ihm erhalten Bi« in die fernste Zeit- E. M. 668 Geineinnütziges. Vertraut Eueren Kindern die Wartung des Geflügels an. Läßt man die Kinder auf dem Hühnerhof selbst mitwirken an der Wartung und Pflege der Thiere, so liegt der materielle Nutzen, der aus der Uebergabe eines großen Theiles der Arbeit erfolgt, auf klarer Hand. Nicht zu unterschätzen jedoch ist noch ein anderer idealer Gewinn, der aus der Mitarbeiterschaft unserer Kinder in dieser Beziehung erzielt wird. Denn der tägliche Umgang mit dem Geflügel, die treue Fürsorge bei der Fütterung und Pflege der Alten und besonders bei den Jungen, ferner die fortgesetzte Beobachtung ihres Wesens und Treibens — man braucht hier nur an die Beweise der Mutterliebe der Glucke den Küchlein gegenüber zu denken — das Alles kann nur einen veredelnden Einfluß auf Herz und Gemüth der Kleinen ausüben. Die practifchen Amerikaner lassen ihre Kinder sich sogar an dem aus der Geflügelzucht erzielten Gewinn betheiligen. Das weckt in denselben Lust und Liebe zur Arbeit und fördert die Sparsamkeit. Wan» und wie sollen wir das Gemüse reinigen ? Jedes Gemüse soll erst unmittelbar vor dem Gebrauche in der Küche gewaschen und gereinigt werden und zwar durch rasches Durchschwenken desselben, ja nicht aber, wie es häufig mit Salat und Spinat geschieht, daß man es längere Zeit im Wasser liegen läßt, da dadurch der Wohlgeschmack der Gemüse bedeutend leidet, indem es, wie man sagt, „ausgewäffert" wird und insbesondere das volle Aroma, wie bei Carviol, Sellerie und Petersilie, vollständig verloren geht. Jedenfalls für unsere Hausfrauen ein wohl zu beachtender Wink. * * * Wie verhindert man das Schwitzen und Gefrieren der Fenster? Das ist oft eine stete Quelle des Aergers, da alle Bemühungen, die Eisbildung von solchen Fenstern, welche sich nicht durch kühle Luftströmungen von selbst freihalten, zu verhindern, meist vergeblich sind. Man löse selbst oder lasse sich beim Droguenhändler oder Apotheker 55 Gramm Glycerin in einem Liter verdünnten (73 vom Hundert), nicht denaturirten Spiritus auflösen, dem zur Besserung des Geruchs irgend ein geeigneter Stoff, z. B. Bernsteinöl, zugesetzt werden kann. Sobald die Mischung wassercklar geworden ist, reibt man die innere Fläche des Fensters mit einem Fensterleder oder Leinwandlappen, die mit der Flüssigkeit angefeuchtet sind, ab. Dies verhindert nicht blos das Gefrieren, sondern auch das Schwitzen der Fenster- * * * Bunte Stickerei zu waschen. Bei bunten Stickereien auf, grauem oder weißen Leinenstoff, sei die Stickerei nun in Baumwolle, Wolle oder Seide ausgesührt, wende man, um den Faden nicht zu schaden, immer eine Abkochung von Seifenwurzeln an, in welche man, wenn abgekühlt, einige Tropfen Salmiakgeist oder Terpentin gießt. Ist der Gegenstand rein, so wird er zuerst in lauwarmen und dann in kaltem Wasser gespült, zwischen einem Tuche ein wenig getrocknet und dann auf der linken Seite gebügelt. * * * Haarwasser gegen Schuppenbildung. Es werden 50 Gramm Schwefeläther-Weingeist, 50 Gramm Benzoe-Tinktur, y2 Gramm Heliotropin und 1 Gramm Geraniumöl mit einander gemischt, und damit wird die Kopfhaut täglich mittelst eines Schwämmchens einmal eingerieben. — Ein einfacheres Rezept lautet: Man mische 50 Gramm destillirtes Wasser, 1 Gramm Borax und 2 Gramm Bau de Cologne und reibe den Kopf damit eim Vermischtes. Probe. „Lieber Freund, ich will Dir sagen, wie Du darüber in's Klare kommen kannst, ob Amanda als Frau für Dich paßt oder nicht. Bei Eurem nächsten Beisammensein sagst Du: „Mein Fräulein, können Sie das Räthsel lösen: Was geht auf?" Antwortet sie: „Der Mond", so schlage sie Dir aus dem Sinn; sagt sie aber: „Der Kuchen", dann ist sie eine gute Hausfrau und für Dich die rechte Partie." ♦ * ♦ Ein feinfühlender Spitzbube. Richter: „Sie geben also zu, in der Küche dieser Dame einen Braten gestohlen zu haben?" — Angeklagter: „Jawohl; aber ich habe der jungen Frau damit nur eine Blamage bei ihrem Mann ersparen wollen I" • ♦ ♦ Feine Auswahl. Auf einer Tafel steht geschrieben: „Hier ist täglich dreimal frische Kuh-, Bauern-, Kinder- und Geißmilch zu haben." • ♦ ♦ Schmale Mitgift. Klärchen: „Was wirst Du mir denn geben, Papa, wenn ich mich verheirathe?" — Geizhals: „Meine Einwilligung, Klärchen!" • • * Uebertrumpft. „Mein Großvater starb im Alter von 94 Jahren und meine Großmutter war 103 Jahre alt, als sie starb!" — „Das ist gar nichts! Ich habe Verwandte, die überhaupt noch gar nicht tobt sind!" * ♦ • Im Eisenbahnwagen. Ein Reisender zum Nachbar: „Mir kommt vor, daß auf der Locomotive sich neben dem Führer ein Herr mit einem Ordensband befindet?" — „Das ist Ihnen neu? Die Regierung hat ja beschlossen, daß zur Sicherung der Reisenden die Mitglieder der Direction und des Aufsichtsrathes je eine Woche lang diesen Dienst auf der Locomotive übernehmen." — „Also — als Geißel!?" • * * Der kleine Verräther. Fritzchen: „Aber Tantchen, Du bist ja gar nicht so groß, daß Du bis zum Schornstein reichst." — Tante: „Wieso denn, Kind?" — Fritzchen: „Ja, Papa meinte neulich, das Geld, das Du ihm geborgt hast, könntest Du in den Schornstein schreiben." ♦ ♦ • Versäumter Augenblick. Mama: „Was hat denn der Assessor mit Deiner Hand zu schaffen gehabt?" — Tochter: „Er hat gesagt, ich hätte eine wunderhübsche kleine Hand." — Mama: „Und was hast Du denn darauf gesagt?" — Tochter: „Nichts." — Mama (ärgerlich): „DummesDing; hättest doch beigefügt: Und sie ist noch frei." Literarisches — Wer kennt nicht Emmy Heine, die Herausgeberin der weitverbreiteten „Lehrbücher für Handarbeiten". Unter der Redaction dieser Autorität steht das im Verlage von John Henry Schwerin, Berlin, herausgegebene große Handarbeitenblatt für die Familie, das den bezeichnenden Titel »Frauen-Fleitz* führt. Alles, was das weibliche Handarbeitenfeld an Neuen: und Interessantem bietet, ist in diesem mit Hunderten von Naturgrößen Original-Handarbeitenvorlagen ausgestatteten Handarbeitenblatt dargestellt! Für das Wcihnachtsfest eröffnet sich im „Frauen-Fleiß" eine Fülle nützlicher und erfreuender Geschenke, so daß ein nachträgliches Abonnement zu 75 Pfg. vierteljährlich allen Denen zu empfehlen ist, welche nach zweckdienlichen Arbeiten Umschau halten. Man abonnirt auf „Frauen-Fleiß" noch für dieses Quartal zu 75 Pfg. bei sämmtlichen Buchhandlungen und Postanstalten. Erstere und die Expedition von „Frauen-Fleiß", Berlin W, verabfolgen auf Wunsch unentgeltliche Ansichtnummern dieser concurrenzfreien illu- strirten Zeitschrift. Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.