dem Herrn Doctor er lächelt vergnügt - vorläufig-- es bewerkstelligen, ade zum 22. Juli meines Mannes." i wissen, gnädige Hrem Bild?" — or, für mich kenne ziger Stolz, meine ann. Wenn Sie ! meines Mannes n wollen, so könn- „Nun bitte, was itte Sie um große ten Sie beiläufig hier des......, cher Ehe, welcher wssen sind, lebend Tteben sein, meine rr Doctor, nahm ,daß Niemand l e" und ging ab. X. mit ihrem gekiest, beim Thee. iie hübsch er aus- ins 50 Exemplare sie sich im Stillen, bel — da gehört Dummheit dazu, änlegen zu lassen" :rvor; „hier mein soll sich mal so'n schon ordentlich on X. tanzen die mbe, Dr Traube, die Wangen; doch it!" — vermochte aber, draußen im in der Laube saß, engen Mieder, — or. „Lache, lache illst, liebes Männlichen — hör' zu, ipirt hat." Frau - behauptete aber, n" zu sein. Herr rgern oder ob er als echter Philo- hatte aus Eitelkeit ihren Mann und erersten verzeihen, big gethan, Frau t des Augenblicks, mal ihr begegnen Der weiß am ittt — von ihrer 1888. Dienstag bei 31. Juli. Nr. 89. Der Kröe des Kaufes. Roman von Hermine Frankenstein. Haus auf dem Berge und es gehört einem.gewiflen Trefstlian, einem der Tresstlian'» von Trefstlianchof (Fortsetzung.) „Wir müsien Trefstlian so bald als möglich zu Bette bringen", sagte Sir Windham ernst, nachdem er ihm etwa» Suppe eingeflößt hatte. „Er kann es sonst nicht mehr lange aushalten; an seinem Kopse befindet sich eine bereits entzündete Stelle, wahr- scheinlich von einem Knochensplitter herrührend. Die Operation muß noch heute gemacht werden, wenn wir auf Erfolg hoffen wollen." Der Postwagen war in Bereitschaft und die Reisenden hüllten sich dicht ein, um sich gegen die schneidende Kälte zu wahren. Die Vorhänge de» Wagens wurden fest zugezogen, um den rauhen Wind nicht einzulaffen und der Kutscher bestieg dicht vermummt den Bock. Die Reise war höchst beschwerlich. Trotz aller Vorsichtsmaßregeln drangen Wind und Kälte in den Wagen ein. Tresstlian versank in eine Lethargie, rührte sich kaum und sprach kein Wort. Frau Poplest zitterte unaufhörlich und selbst die muthige, geduldige Olla fand die Widerwärtigkeiten der Fahrt fast unerträglich. In Abiham hielten ste an, um sich zu wärmen und Erfrischungen zu nehmen, und setzten nach kurzer Zeit ihre Reise wieder fort. ■ Bald nach 11 Uhr raffelte der Postwagen durch die lange, steinige Straße von Gloam-Vale; von dort fuhr der Wagen geradeaus nach Bleak-Top. Alles war ringsum mit Schnee bedeckt und die Flocken fielen noch immer dicht und unaufhörlich. Olla schaute aufmerksam auf die öde, trostlose Land- schäft hinaus. Als der Wagen schwerfällig an dem alten Farmhause vorbeirollre, bemerkte das junge Mädchen, daß aus den Schornsteinen Rauch aufstieg und sah am Wohnzimmer-Fenster ein freundliches, junge» Frauengestcht und daneben ein rosiges lachende» Kind. t Hester Lowder und ihr kleiner Knabe schauten dem Treiben der Schneeflocken und des Sturmwindes zu. , „Ich möchte wissen, ob Gloam-Fell neue Bewohner hat, rief Olla au«, welche sich sofort für die junge Mutter und ihr Kind interesstrte. „Dir alte Frau Toker hat keine Kinder. Ich bin genau mit den Verhältniffen der Bewohner von Gloam-Fell bekannt, denn ich kam als Kind sehr oft nach Bleak« Top. Gloam-Fell ist außer Bleak-Tcp da« einzige in Glocestershire. __ „Wirklich?" fragte Str Windham. „Sir Arthur Tresstlian'» Sohn und Erbe ist, wir ich höre, kürzlich von einem mehrjährigen Aufenthalt im Auslande zurückge kehrt. Ich kenne Sir Arthur genau. Es ist eine alte Familie." Die letzte Meile der Fahrt schien schechter zu sein, al» alle vorhergehenden. Die Straße war steil und der Schnee war an manchen Sollen zu schier undurchdringlichen Hausen angewachs en; zuweilen stürmte ihnen der Wind so gewaltig entgegen, day die Pferde kaum weiter ziehen konnten. Aber endlich erreichten ste den kleinen Park, welcher Bleak-Top umschloß, und durch ein breite» Gitterthor fuhren ste zwischen zwei langen Fichten- rcihen dem grauen alten Steinhaus« zu. Al» ste zur Pforte gelangten, wurde da» Hausthor weit geöffnet und Popley eilte ihnen entgegen, um sie zu begrüßen. „Ich glaubte nicht, daß Ihr Euch heute weiter, als bis Alnwick wagen würdet, Fräulein Olla , rief der treue Mensch aus, den Wagenschlag öffnend. „Dar Wetter ist schrecklich und es wird auch noch viel ärger kommen." . Er reichte seiner jungen Herrin die Hand und ste sprang leichtfüßig heraus. Frau Poplest folgte. Dann kam Sir Windham Winn, welchem es gelun- aen war, Tresstlian ein wenig aus seiner Betäubung herauszureißen, und der seinem Patienten jetzt den Arm gab und ihn die Treppe hinaussührte. Olla war voraurgeeilt, blieb aber auf der Schwelle stehen und sagte: „Popley, laßt die Pferde in den Stall führen und sorgt dafür, daß ste gut gefüttert werden. Dann führt den Kutscher in die Küche und gebt ihm da» Beste, was an Speise und Trank im Hause ist. Ec wird bi» morgen hier bleiben." Poplest sührte die Befehle seiner jungen Herrin unverzüglich aus. Olla öffnete die Hausthüre und trat in eine lange, hell erleuchtete Halle ein, deren kahler Bode» glänzend gebahnt war und in welcher ein behaglich wärmende» Feuer brannte. Von dieser Halle kam man in ein Empfangszimmer, in welches Olla ihre Gäste führte, während Frau Poplest sich ausmachte, die Hüterin de» Hause» und ihren Eckel zu suchen. , Das Empfangszimmer bestand eigentlich au« zwei > allerli-bsten, durch Vorhänge abgetheilten Zimmern. Kicheuer Iamiüeublätter Belletristisches Beiblatt zum Gießener Anzeiger. ) in Gießen. 358 Diese Vorhänge waren jetzt aufgezogen, und die beiden Zimmer in eins verwandelt. Zwei große Kamine standen in verschiedenen Ecken und in jedem derselben brannte ein lustiges Feuer. Die niedrigen Wände waren bis zu dem Plasond getäfelt und die kleinen achteckigen Fenster mit frischen, weißen Vorhängen bekleidet. Die Teppiche waren wohl schon etwas verblichen, aber sonst gänzlich unversehrt; und die Möbel, welche bis zu diesem Morgen von schützenden Ueberzügen bedeckt gewesen waren, sahen fast ganz neu und unbenützt aus. Das Zimmer war hell, warm und freundlich, ein wahrhafter Ruhe- und Zufluchtshafen für die halberfrorenen Reisenden. Sir Windham Winn befreite erst sich und dann Tresstlian von den kalten, feuchten Oberkleidern. Olla legte Hut und Mantel ab, und ging dann hinaus. Sie ging durch die große, warme Halle und dann durch ein sehr trauliches Speisezimmer, worauf ste zu dem Zimmer der Haushälterin gelangte. Frau Popley stand mit der Haushälterin in einer lebhaften Unterredung vor dem Ofen; aber bei dem Eintritte der jungen Herrin von Bleok Top drehten stch Beide rasch um und die Haushälterin machte einen tiefen Knix. Sie war eine ältliche Frau, groß und mager, aber mit einem ehrlichen, gutmüthigen Gesichte. Ihr Name war Frau Ripp; ihr Mann war Haushof« meister bei Olla's Vater gewesen. Bei Ripp's Tode hatte man seiner Wittwe in dieser Einöde eine Hei« math gegeben und ste hatte daselbst seither mit ihrem Enkelsohne gelebt. „Willkommen in Bleak-Top, Fräulein Olla", ries sie aus. „Ah, wie Ihr gewachsen seid, seitdem ich Euch zuletzt gesehen habe, meine gute, junge Lady. Dies ist keine angenehme Jahreszeit, um tn's Gebirge zu gehen. Es ist gar einsam hier oben im Winter; aber wir wollen uns bemühen, Euch das alte Hous so angenehm als möglich zu machen, Fräulein Olla." „Ich bin nicht zum Vergnügen hierhergekommen, Frau Ripp, sondern der Sicherheit halber", sagte Olla mit freundlich gewinnendem Lächeln, als sie ihr die Hand reichte. Frau Popley wird Euch sagen, warum ich kam. Und jetzt wünsche ich, daß Ihr mir die Gastzimmer zeigt. Wir haben einen Kranken mitgebracht und es wird nothwendig sein, ihn un- verweilr zu Bette zu bringen." Frau Ripp hatte schon durch Popley etwas von Tresstlian gehört und beeilte stch jetzt, ihre junge Herrin durch das Haus zu führen. Sie führte sie zurück in die große Halle und von derselben in den oberen Stock hinauf. Frau Popley folgte. Zur Linken befanden sich drei mit einander in Verbindung stehende Schlafzimmer. Alls waren sehr angenehm erwärmt. Eines derselben war von Popley für Tresfilian's Benützung hergerichtet worden; ein zweites für Sir Windham Winn, welcher eine Nacht in Bleak-Top bleiben sollte, und das tzritte war für Popley selbst bestimmt, welcher beabsichtigte, sich ganz der Wartung und Pflege Tresstlian's zu widmen. Die für Tresstlian und den berühmten Wund- arzt bestimmten Zimmer waren ganz frisch gesäubert und hergerichtet worden und sahen äußerst einladend aus. Olla untersuchte ste genau und sagte dann: „Ich wünsche, daß Herr Lowder unverzüglich heraufgebracht werde, Frau Ripp, und werde dann erst meine Zimmer besichtigen. Wo ist Euer Enkel?" „Im Stalle, Fräulein. Er ging hinaus, um die Pferde zu übernehmen." Olla befahl den beiden Frauen, ihre Rückkehr zu erwarten, eilte die Treppe hinab und kündigte dem Doktor an, daß Tresstlian's Zimmer in Bereitschaft sei. Guy lag gänzlich erfchöpft auf einem Sopha. Sir Windham bemühte sich, ihn ein wenig aufzurütteln ; aber die Lethargie, die ihn umfing, war zu tief, um so leicht gebrochen zu werden. „Wir werden ihn zusammen hinaustragen müssen, Popley", sagte der Wundarzt mit sehr ernstem Blicke. Popley gehorchte Sir Windham's Weisungen und trug mit Hilfe des Dvkiors Trefsilian auf das für ihn hergerichtrte Zimmer. Die Frauen zogen sich in die Halle zurück und Sir Windham ging auf fein Zimmer, während Popley den Kranken entkleidete und zu Bette brachte. „Das find Eure und Frau Popley's Zimmer, Fräulein Olla", sagte Frau Ripp. „Und jetzt, wenn Ihr mich entschuldigen wollt, will ich hinabgehen und nach dem Essen sehen. Er soll in einer Viertelstunde aufgetragen werden, wie r» Popley ange« ordnet hat." Sie entfernte sich und Olla betrat die für sie bestimmten Zimmer. Es waren ihrer drei und mit einander verbunden. Das dritte war für Frau Po- plcy eingerichtet. Die andern beiden bestanden aus einem Schlaf- und einem Ankleidezimmer; und es war deutlich sichtbar, daß Popley feine größte Sorgfalt darauf verwendet hatte, diese Zimmer nach dem Geschmacks seiner jungen Herrin herzurichten. Die nett und geschmackvoll eingerichteten Zimmer athmeten Wärme und Brhaglichkeit. „Ach, das ist angenehm I" rief Olla entzückt aus. „Wie heimisch das Alles ist." „Ja, Fräulein Olla. Frau Ripp hat mir gesagt, daß sämmtliche Zimmer geheizt wurden, seit Jim ankam", antwortete Frau Popley. Olla besichtigte ihre Zimmer genauer und brachte ihre Toilette etwas in Ordnung. Dann ging sie in das Empfangszimmer hinab, wo auch Sir Windham Winn sehr bald erschien. „Ich kenne dieses Haus ganz genau, Fräulein Olla", bemerkte er. „Ich kam vor 20 Jahren einmal mit einer Jagdgesellschaft auf Einladung Eures Vaters hierher. In jenen Tagen war dies ein berühmtes Jagdfchlößchen." Das Gespräch wurde gleich wieder abgebrochen, denn Popley erschien und meldete, daß aufgetragen sei. Sir Windham reichte Olla seinen Arm und 389 führte sie in das Speisez'mmer hinüber, wo ein runder Tisch für zwei Personen gedeckt war. Die Mahlzeit war, trotzdem sie in aller Eile her- gerichtet, dennoch sehr sorgfältig bereitet und es fehlte nicht an Leckerbissen und feinen Weinen. Popley und Frau Ripps Enkel, ein stämmiger, junger Burfche, der aber ungemein schüchtern war, bedienten bei Tische. Zum Dessert wurde feines Obst und schwarzer Kaffee hereingebracht. Sir Windham und Olla, welche nun allein waren, sprachen lange und ernsthaft mit einander und letztere erzählte ihm ihre ganze Geschichte — ihre Hoffnungen, Befürchtungen und Gefahren — und der geschickte Wundarzt hörte ihr mit gespanntem Interesse zu. „Ihr haltet es für möglich, daß Herr Gower nicht wisse, daß Bleak-Top Euer Eigenthum ist?" fragte Sir Windham. „Er hat nie davon gesprochen, Sir Windham. Er hat keine eigentliche Aufsicht über meine Güter, da ich unter der Vormundschaft einer Dame stand — jener Dame, die nachmals seine Gattin wurde. Sie hat mich seiner Sorgfalt und Obhut übergeben. Die zu Bleak-Top gehörenden Grundstücke waren seit vielen Jahren verpachtet. Da» Haus konnte nicht vermiedet werden und wurde der Aufsicht Frau Ripps übergeben. Ich bin überzeugt, daß Herr Gower von der Existenz Bleak-Top» gar nicht« weiß." „Es wird ihm leicht fein, sich einen Ausweis über Eure Besitzungen zu verschaffen", bemerkte der Wundarzt gedankenvoll. „Das schlechte Wetter wird ein Schutz für Euch sein für den Fall, daß er auf Eure Spur kommen sollte. Ich glaube, daß Ihr einstweilen hier in Sicherheit seid. Ihr könnt auf meine Freundschaft und meinen Beistand rechnen, solltet Ihr derselben bedürfen» Fräulein Olla. Sollte Herr Gower hier erscheinen und sich unterstehen, Euch zu belästigen, so schickt augenblicklich nach Aln- wick und telegraphirt. Ich will auf Euer» Ruf kommen. Ich werde morgen in die Stadt zurück- kehren, einen unserer ersten Advokaten zu Rathe ziehen und sehen, welche Schritte zu machen sind, um Euch au» Herrn Gower'» Vormundschaft zu befreien." Olla dankte Sir Windham warm und sie be- fprachen diese Angelegenheit noch weiter. Etwa» später ging der Doktor zu seinem Patienten hinauf, welcher in Popley's Obhut zurückgeblieben war. Tressilian lag noch immer in derselben Betäubung, feine Augen waren geschlossen und seine Athemzüge leise und unregelmäßig. E» schien, als ob fein Lebenslämpchen sehr schwach brenne. Sir Windham sühlte seinen Puls. Er schlug matt und unregelmäßig. Der Wundarzt erteilte Popley einige Unterweisungen und dieser schloß die Fensterläden, zündete Licht an und nahm dann vorsichtig den Verband von Tressilian'» Wunde herab. „Schließt die Thür, wir müffen gleich an die Arbeit gehen", sagte Sir Windham kurz. Popley beeilte sich zu gehorchen. Olla hörte in ihrem Zimmer drüben das Vorschieben des Riegels und erblaßte. Sie erkannte, daß die Stunde gekommen sei, welche Über Tressi- lian'S Geschick entscheiden sollte, ob er leben dürfe oder sterben sollte, ob er blödsinnig bleiben müsse oder wieder in vollen Besitz seines Verstandes kommen sollte. Sie warf einen warmen Shaw! über den Kopf, verließ ihr warmes Zimmer und schlich in die kalte, zugige Halle hinaus, wo fie sich in der Nähe von Tressilian'« Thiire niederfetzte, während ihre Seele von unerträglicher Angst zermartert war. Wie langsam die Minuten vergingen I Sie konnte hie und da die leisen Worte des Wundarztes hören, die er an Popley richtete. Von Zeit zu Zeit hörte fie ein Geräusch, als ob Popley durch das Zimmer gehe. Aber außerdem herrschte tiefe, tödtliche Stille. Die Minuten dehnten sich zu Stunden. Der kurze Decembertag neigte sich zu Ende. Der Wind stürmte um da« einsame Hau« von Bleak-Top und fuhr ächzend und heulend durch die Bäume. Ein eisiger Luftstrom zog durch die Hallen und Gänge des freistehenden Hauses. Das Feuer in Olla's Ankleidezimmer warf einen röthlichen Schein durch die offene Thür in den Hausgang hinaus, wo da« Mädchen regungslos wie eine Statue in bangem Lauschen dasaß. Er wurde immer dunkler in der einsamen Halle und es war schon beinahe ganz dämmerhaft, al« au» dem Krankenzimmer ein Ton herausdrang, welcher der jungen Lauscherin schier da» Blut in den Adern erstarren machte. E» war ein halbersticktes, aber furchtbar schmerzliches Stöhnen — wie von Jemandem, der unsägliche körperliche Schmerzen leidet. „Ec stirbt", hauchte da» Mädchen in angstvollem Flüstern vor sich hin. „Erstirbt! O barmherziger Gott, hilf ihm!" (Fortsetzung folgt.) Die sächsische Serpentin steinindustrie. (Nachdruck verboten.) Der Serpentin ist eine Felsart, die meist dunkelgrün in Körnern mit eingesprengten, schwarzen und braunen Flecken erscheint. Er tritt mit Gneiß-, Glimmer- und Thonschiefer, mit jungem Graniten und einigen neuen Gesteinen aus. sticht selten liegt er an dem äußeren Raume der Gebirge; er scheint vulkanische Erde zn sein und kommt besonders im sächsischen Erzgebirge bei Zöblitz, in Graubünden, in Frankreich bei Limoges vor. Der Serpentin ist grün, mit verschiedenen Abstufungen und braun, undurchsichtig, unschmelzbar, fettglänzig, glatt mit feinkörnigem Bruche, findet sich derb, als ganze Felsen. Man unterscheidet edeln Serpentin (Ophit) 860 welcher bis an die Kanten durchscheinend ist, und gemeinen Serpentin, welcher undurchsichtig ist. Die einzige Stadt in Sachsen, welche Serpentm- steinwaare liefert, ist Zöblitz, das schon seit 1546 die Serpentindrechslerei als eigentliches Gewerbe betreibt, dessen Maaren selbst in überseeischen Ländern gesucht und in Menge abgesetzt werden. Außer Zöblitz findet man in Sachsen auch bei Hohenstem, Waldheim, und Tierfeld Serpentin, der zwar bunt und gestreift, aber klüftig, spröde und schwer verarbeitbar ist. Der Serpentin wird thells in 23 Brüchen rn der Harte, dem östlich von der Stadt in nordwestlicher Richtung streichenden Gebirge, teils in 6 Brüchen auf den Ansprunger Fluren gefunden. Jetzt sind aber nur noch zwei Brüche gangbar. Der Zöblitzer Serpentinstein ist der Farbe nach sechsfacher Art: 1) der rothe Stein; marmorartig und gesprengelt; 2) der gelbe Stein; er hat die Eigenthümlichkeit, daß er in einem warmen Zimmer oder an der Sonne braun wird; 3) der grüne Stein von haltbarer Farbe und geädert; 4) der braune Stein, nur sehr selten vorkommend: 5) der graue Stein, nimmt sich gut aus bei einiger Politur, sowie 6) der schwarze (besonders wenn er kohlschwarz ist). Noch ist zu bemerken, daß man im Serpentin auch Granaten oder sogenannte kristallisierte Pyropen findet, die statt des Schmergels gebraucht werden. Zuwetlen kommen auch Topf- oder Lawezsteine vor, die rote Metall klingen, zierliche Streifen haben und bet der Verfertigung von Tischen und anderen Geräthschaften sich benutzen lassen. Ehedem wußte man viel von der Hetlkraft des Serpentins zu erzählen und behauptete namentlich, er schütze gegen giftige Thiere, Schlangen, weshalb man ihn auch Schlangenstein nannte; doch kommt die Benennung wohl daher, weil er mit Pünktchen und Streifen ähnlich wie eine Schlange gezeichnet ist. Im Jahre 1516 machte ein erfahrener Bergherr, Julius Rabe, zuerst auf den Werth des Zöblitzer Steins aufmerksam. Rach ihm erprobte ein Hirtenknabe Namens Brändel mit mehr Erfolg die Zartheit und Weichheit desfelben. Von seinem Dienstherrn ermuntert, fetzte er diese Versuche fort, die nicht übel aus- fieteit, und so fertigte Brändel die ersten, weitn auch noch unvollkommenen Geräte und Trinkgeschirre. Weiter noch brachte es Martin Boßler, der Erfinder der eigentlichen Serpentinsteindrechselei, der mehrere Arbeiter beschästigte. So entstand die Steindrechslerinnung, die 1613 vom Kurfürsten Georg I. bestätigt und mit besondern Rechten ausgestattet wurde. Sie zählte in der blühendsten Zeit 70, jetzt 45 Meister. . , x Die Art, den Serpentm zu brechen, tst nicht bergmännisch, weil er nicht einen ordentlichen Gang hält, sondern flötz- und drusenweise in den Brüchen liegt. Die Gewinnung des Steins wird gegenwärtig mit jedem Tage beschwerlicher, weil die Tagebrüche mehr und mehr mit Wasser sich füllemDie verschiedensten Geräthschaften und Gegenstände wie Denksteine, Leuchter, Schachspiele, Mörser, Reibeschalen, Tinten-und Sandfässer, Büchsen, Wärmesteine u. s. w. werden aus diesem Stoffe gebildet. Die Platten des Steins sind zu Bauten sehr brauchbar. So wurden zur Ausschmückung der katholischen Kirche in Dresden (1741—51) nicht weniger als 536 Stück Balustres zu den Galerien und darunter 72 größere zu dem Hochaltar gedreht. In der Königlichen Richt- kammer zu Dresden steht ein Dutzend große Sessel aus Serpentin, die August II. anfertigen ließ. Der Vertrieb der Serpentinsteinwaaren hat, seit lackirte Blechwaaren und Steingut immer allgemeiner geworden, sehr abgenommen; am meisten geht er noch nach Holland und Amerika, und man sucht ihn auch wieder durch feinere Arbeit und bessere Formen zu heben. Vermischtes. Poeteneitelkeit. Das Genie tritt beinahe immer mit Prätensionen auf und die Poeten sind gleich vielen Frauen meistens eitel. Namentlich tritt dies bei den dichterischen „Sternen" untergeordneter Größe hervor und für die in den Herzen der Dichterlinge grassirende Sucht der Selbstvergötterung ließen sich aus unseren Tagen recht drastische Beispiele anführen. Aber schon früher hatten obscure Vers- schmiede das Bedürfniß, sich selbst zu beweihräuchern und sich der geehrten Mit- und Nachwelt rühmend vorzuführen und dies bekunden zwei Beispiele aus dem siebzehnten Jahrhundert. Der poeta laureatus Magister Hans Seger, Rector der Stadtschule zu Wittenberg, hatte Christus am Kreuze und sich daneben stechen lassen; dem Munde des Herrn Rectors aber entschwebte die Frage: „Mein Herr Jesu, liebst Du mich?" — und aus dein Munde Christi kam die Antwort: „Ja, hochberühmter, vortrefflicher und hochgelehrter Herr M. Seger, gekrönter kaiserlicher Poet, wohlverdienter Rector der wittenbergischen Schule, ich liebe Dich!" Ein anderer gekrönter Poet der damaligen Zeit, Jacob Vogel, sagt von sich selber. Deutschland hat zwar einen Eutherum, Aber noch keinen Homerum, Einen rechtschaffenen Proseten, Aber noch keinen rechtschaffenen Poeten. Doch nun thut Gott erwecken frei Einen Vogel, der ohne Scheu Zum deutschen Poeten gekrönet ist Von hohen Leuten zu dieser Frist. Uebermäßige Bescheidenheit kann man demnach weder Herrn Magister Seger, noch Herrn Jacob Vogel zum Vorwurf machen und doch sind diese beiden großen Geister von der tmdankbaren Nachwelt ganz t und gar vergessen worden! Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.