er Autor nach slter Student mte, die ihm c studirt;" er ) als solcher, enkt gar nicht Vas ist natür- ^st oft dagegen von liebenden ern, fort und das herrliche achter solchen oar gleichfalls, ommen dann . auf schlecht ittodtschlagen, osen", die es ii Arbeit auf theilen. Das sen Tröpflein ltet, seit die i Rolle spielt; er Schreiber, Viertel- und ann nur der- selbst erlebt; Treibens lasen oen fliegenden as Faullenzen heitsarbeiter" ntersuchungs- der arbeitserbärmlichsten igen, die aber chaffen rühren en zahlreichen wenn sie nur egorie, gegen werfe Alineas iches richten, tf eiten, bereit mhnung thun glauben wir, welcher den t rechnen ist, er Faullenzer ht um's süße x daran sind ie gern und is liegt eine : „Der nur " Und tritt en Faullenzer ßnchmer Jamilienblätter. Belletristisches Beiblattzum Gießener Anzeiger. »I! —...... ..imw1■ 'rnnnii umrir» -r-n—nrri-r—inrnmirr-i nniii- im-i.'-i——rr—-----r-------t-t-----—»--— - Ax. 102. Donnerstag dm 30. August 1888 ’ maBtam r'—'"in "'müwuwwmmbb—wwwhbmw. ♦ Im Kaufe Immendorf. Original-Roman von Emilie Heinrichs. (Fortsetzung.) 2. Während dieses Vorgangs, der sich so geheimniß- voll abspielt?, herrschte in dem brauagetäfelten Wohngemach , d-ssen Kamin die. behaglichste Wärme au: - strahlte, eine todtenähnliche Stille, welche plötzlich durch ein krankhaft klingendes Hüsteln, dem ein tiefes Räuspern als Echo antwortete, unterbrochen wurde. „Ist Hedwiga noch nicht heimgekehrt, Schwester Ulrike?" fragte eine klagende Stimme. „Nein, liebe Irmgard!" tönte es im tiefen Alt- k ange aus einem der Bogenfenster mrück, „sie würde sonst schon hier bü uns sein. Doch ängstige Dich nicht um Hedwiga, meine Th eure1" — Du regst Dich ganz unnöthig auf und wirst eine schlechte Nacht bekommen." „Ez dunkelt aber schon stark", bcharrte Irmgard mit ihrer sanften, klagende Stimme, „Hedwiga ist noch zu jung, um zu wissen, was sie unserm Namen schuldig ist." „Freilich, liebste Irmgard, Du hast ganz recht wie immer", versetzte die tiefe Altstimme tröstend, „der Major wird sie jedoch sicher nach Hause befördern." „Er läßt deshalb nicht anspannen, Schwrster!" tönte e« jetzt ungeduldig vom Kamin her, „seine Pferde sind ihm zu lieb und seine persönliche Be- gleitung mir nicht angenehm. Lasse Johann Licht bringen und ihn dann Hedwiga holen!" „Ganz nach Deinem Willen, liebe Jcmgard! Nur, bitte, rege Dich nicht auf." Ulrike erhob sich bei diesen Worten und sch.'llte dem Diener, welcher, des gewohnten Winks gewärtig, sofort mit der bereitgehaltenen brennenden Lampe eintrat. — Der uns bereits bekannte Johann war ein altes erprobtes Inventar des Hauses Jmmendorf, ein echtes Exemplar der alten Schule mit dem sauber rastrten faltigen Gesicht, der ebenso sauber gehaltenen grauen Livree, dem schneeweißen Halstuch und der vom Alter gebückten Haltung. Er setzte die Lampe vorfichilg auf den runden Tssch, welcher in der Mitte des großen Gemaches stand, umgeben von hochlehnigen, alterthümlichen Sesseln, deren seidene gestickte Überzüge schon sehr verblaßt waren. Von den Wänden blickt; die letzte , Generation des freiherrlichen Gsschl'chrs aus breiten j Goldrahmeu hochmüthig herab, wäh'rnd die beiden z lebenden Nachkommen mir dem vornehm -mittelaller- l lichen Gepräge ihrer Umgebung seltsam harmonirten. Die kleine zarte Gestalt mit der weißen Spitzen- | Haube, weiche e n schmal-s, durchflchtigdleiches Antlitz ■ umrahmte und dort auf einem R-chebeit am Komin \ lag, war das Felfräulein Irmgard von Jmmmdorf, • seit ihrem zwanzigsten Jahre sm ganzen Körper ge. lähmt. J'tzt zählte sie fünfandsünfzig 'Jahre, ein Bild hülflosm Jammers, welches bereits oem Grade . anzugehören schim. Und doch v ht« cs noch , energisch aufzublitzen in den braunen Augen, welche i übermäßig groß und geisterhaft aus dem schmalen v Gesichtchen hervorschsuten, denn Irmgard konnte sehr c launenhaft, ja sehe despotisch gegen ihre Umgebung l sein und duldete keinen Widerspruch, da sie nach des | Bruder» Tode das Haupt der Familie geworden war. I Ihre GcsHwister, desouber» die acht Jahre jüngere | Ulrike, hatten sich voll Lwö« und zartem Erbarmen l ihrer durch die vollständigste Hülflosigkeit noch gestei- l gerten Lennen stet« rücksichtsvoll untergeordnet und j sich allerdings dadurch ein schweres Kreuz auferlegt, i das von der sonst so energischen und stolzen Ulrike f mit so bewunderungswürdigem Heroismus getragen ' wurde. Fräulein Irmgard besaß noch die Spuren einstiger Schönheit in den blauen Augen und den regelmäßigen L -wen des jetzt so erschreckend mageren Antlitzes, während Ulrike außer ihrer hohen, schlanken Gestalt und der echt vornehmen Erscheinung keine Schönheit aufzuweisen und, wie die boshafte Welt behauptete, auch niemals dergleichen Vorzüge besessen hatte, ja, heute noch ebenso aussehen sollte, wie vor fünfundzwanzig Jahren, was immerhin als ein sehr zweifelhaftes Complimrnt gelten mochte. Ulrike von Jmmendorf befaß, wie bemerkt, eine sehr vornehme Gestalt, doch eii G-sicht, das mit seinen scharfen eckigen Zügen, der gebogenen Nase und dem gebräunten Teint einen fast unweiblichen Eindruck machte, welcher durch'den tiefen Altklang ihrer Stimme nicht gemildert wurde. Wer sie jedoch näher kennen lernte, mußte seinen Jrrthum schnell einsehen und sie unbedingt lübge- winn-n, denn frühzeitig dazu gezwungen, die schwere Kunst der Selbstbeherrschung, der Unterordnung des eigenen Willens zu üben, hatte Ulrike von Jmmendorf sitz jene geistige Ruhe, jene Harmonie de» Charakters angeeignet, welche Frieden und stilles B'- hagen um sich verbreitet und selbst das roheste Ge- müth zur fchmen Verehrung zwingt. ) in Gießen. Die freundlichen braunen Augen des Freiftäuleins wußten, wie e» den Anschein hatte, von keinem selbst« erduldeten oder verschuldeten Leid der Vergangenheit, und auch im Publikum wußte man nichts davon zu erzählen, wie konnte die häßliche Ulrike wohl jemals etwas von L-ebe erfahren, welcher Mann sich um die „braune Hexe" bekümmert haben. Ulrike von Jmmendorf hatte schon als Kind für die schöne Schwester geschwärmt und war ihr im Glück und Unglück unwandelbar treu und ergeben geblieben, von einer Geschichte wußte die Welt nichts. 3. „Zünde die Laterne an, Johanni" befahl Fräu« lein Irmgard, und hole Fräulein Hedwiga vom Hause de» Herrn Major Tellkamp abl" Johann verbeugte sich, warf aber zugleich einen raschen Blick zu Ulrike hinüber, welchen diese sofort zu verstehen schien. Sie ließ den alten Diener ruhig das Zimmer verlassen und setzte sich mit einer Stickerei an den Tisch. „Soll ich Dir etwa« vorlesen, liebe Irmgard?" „Nein, ich danke", versetzte diese müde, „es macht mir mehr Freude, Deine flinken Finger arbeiten zu sehen." Ein tiefer Seufzer begleitete diese Worte. „Ah, ich vergaß, dem Johann einen warmen Shawl für die Hedwiga mitzugeben", sprach Ulrike, sich rasch erhebend, „Du entschuldigst einen Augenblick, liebe Schwester!" „Es ist wahr, Du denkst an Alles", hüstelte Irmgard, „was sollten wir ohne unfern guten Hausgeist beginnen?" Ulrike nickte ihr lächelnd zu und schritt rasch hinaus. Draußen stand Johann, offenbar auf ste wartend. „Gnädiges Fräulein!" begann er halblaut. „Nicht hier, Johann", wehrte Ulrike ab, „ich sehe, Du hast mir eine Mitiheilung zu machen." Sie überschritt den breiten Corridor und öffnete die gegenüber befindliche Thür ihres sogenannten Conferenz-Zimmers, wo sie alle häuslichen und geschäftlichen Angelegenheiten zu erledigen pflegte. „Nun, Alter, was giebt's?" „Gnädiges Fräulein!" begann Johann auf'sNme mit einem verlegenen Räuspern, „ich kann Fräulein Hedwiga nicht vom Herrn Major abholen, weil das Fräulein nicht mehr dorten, sondern bereits heimgekehrt sind." „Warum hast Du das nicht drinnen gleich gesagt, Johann?" fragte Ulrike verwundert. „Hm, weil das gnädige Fräulein es mir verboten hatten." Johann blickte verlegen vor sich hin, auf seinem faltigen Gesicht malte sich ein innerer Zwiespalt, welcher Ulriken'« scharfen Augen nicht entging. „Es ist gut, Johann!" versetzte sie ruhig, „Du mußtest natürlich das Verbot respectiren. Ist meine Nichte auf ihrem Zimmer?" „Zu Befehl, gnädiges Fräulein!" Ulrike nickte ihm freundlich zu, worauf sich der Alte zurückzog, während seine Herrin ebenfalls da« Zimmer verließ, ohne die geringste Unruhe zu zeige». „Und sie hat sie doch", murmelte Johann, seuf. zend der elastischen Gestalt nachblickend, welche lang, sam mit gewohnter, ruhiger Würde durch den vielfach gewundenen Corridor schritt, um sich, wie der all« Diener voraus sah, nach Fräulein Hedwiga'» Zimmer zu begeben. ~ > „Die Kleine hat uns das Unglück in'» Haus ge. bracht", murmelte Johann, sich in sein Stübchen begebend, welches sich in der Nähe de» Wohngemach» befand, da er zu Fräulein Jrmgard's Diensten stet» bei der Hand fein mußte. Im nächsten Augenblick öffnete Ulrike leise die Thür. „Wenn geklingelt wird, Johann!" flüsterte sie, „dann melde drinnen, daß ich Geschäftliche» zu erle» digen hätte." „Sehr wohl, wenn aber die Gnädige mich fragen, ob ich Fräulein Hedwiga schon abgeholt —" „Dann sage — doch nein, ich werde selber noch einmal hineingehen." Sie öffnete geräuschlos die eichene Flügelthür und schritt ebenso unhörbar über den weichen Teppich zu der Kranken hin, deren leise Athemzüge einen ruhigen Schlummer verkündeten. Ulrike blickte sie liebevoll an, nickte dann zufrieden und entfernte sich, die Thür geräuschlo» hinter sich in'» Schloß drückend. Al» ste die breite gewundene Treppe, welche zum ersten Stock führte, hinaufstieg, erschreckte sie ein plötzliches rücksichtsloses Klingeln an der Hausthür. Eiligst kam Johann herbei, um zu öffnen, während Ulrike erwartungsvoll auf der Treppe stehen blieb. „Oeffnen Sie augenblicklich!" gebot draußen eine herrische Stimme auf des Dieners Frage, welcher die zur Absperrung dienende Sicherheitskette niemals abnahm, bevor sich der Einlaßbegehrende hinreichend legittmirt hatte. „Oho", meinte Johann beleidigt, „man steht vor einem herrschaftlichen Hause und dringt nicht ohne Weiteres zu uns herein. Wer sind wir denn eigentlich?" „Im Namen de» Gesetzes verlange ich sofort Einlaß?" tönte die Stimme noch drohender. Johann trat erschreckt zurück, als könne er seinen Ohren nicht trauen, worauf er die Hände entsetzt zusammenschlug. „Oeffne, Alter!" gebot in diesem Augenblicke Ulriken's ruhige Stimme. Zitternd gehorchte er, löste die Kette und trat wankend zur Seite, als ein höherer Polizeibeamter sichtbar wurde. „Sie entschuldigen diesen etwas gewaltsamen Eintritt, gnädiges Fräulein!" sprach der Commissar mit einer tiefen Verbeugung, „die Nothwendigkeit erfordert denselben, weil sich aller Wahrscheinlichkeit nach ein I schwerer Verbrecher in dieses Hau» geflüchtet hat." 411 worauf sich der in ebenfalls ba« muhe zu zeigen, e Johann, feuf- ild, welche lang, urch den vielfach h wie der alte dwiga'» Zimmer i in'« Haus ge. fein Stübchen :« Wohngemach« s Diensten stet« Ulrike leife die ll" flüsterte sie, Etliches zu erle. )ige mich fragen, holt -" erde selber noch t Flügelthür und ichen Teppich zu ge einen ruhigen ckte sie liebevoll te sich, die Thür rückend. ppe, welche zum schreckte sie ein der Haurthür. öffnen, während >pe stehen blieb. >ot draußen eine :age, welcher die ette niemals ab» ende hinreichend „man steht vor ringt nicht ohne sind wir denn lange ich sofort vhendrr. s könne er seinen ie Hände entsetzt rsem Augenblicke Kette und trat r Polizeibeamter zewaltsamen Ein« ; Commissar mit mdigkett erfordert nlichkeit nach ein i geflüchtet hat." „Gerechter Himmel!" stöhnte Johann, sich an die Wand lehnend. , ~ Wissen Sie vielleicht etwas davon, mein Freund?" fragte der Beamte, sich rasch zu ihm wendend. ? — nein, wie sollte ich wohl?" stotterte der Alte, zusammenfahrend. „Schließe die Thür, Johann!" befahl Ulrike, „bitte, folgen Sie mir, mein Herr!" wandte sie sich dann ruhig zu dem Beamten, „Sie müssen es dem alten Manne, welcher dergleichen in unserm Hause niemals erfahren, zu Gute halten, daß er Ihr Auf« treten für zu ungeheuerlich hält, um nicht die Fassung darüber zu verlieren. Mit wem habe ich überhaupt die Ehre?" „Bitte wiederholt um Entschuldigung, gnädige» Fräulein!" versetzte der Beamte in sichtlicher Unge« duld, „ich bin der Polizei-Commissar Hellmann und erscheine hier im Namen de» Gesetzes, um einen Ver- brecher abzufangen. Erleichtern Sie mir dieses Vorhaben durch ein bereitwilliges Entgegenkommen, da« die größte Eile und Ihr eigenes Interesse bedingt." „Sie wollen dar Haus durchsuchen —" „Mit Ihrer gütigen Erlaubniß, gnädige» Fräulein!" „Das Gesetz steht Ihnen zur Seite, Herr Com- miffar, dem ich mich allerdings unbedingt zu füge«, Sie aber auch darauf aufmerksam zu machen habe, daß meine Schwester krank darntederltegt und eine solche Aufregung zweifellos ihren Tod herbeiführt. Ich muß Sie demnach um eine discrete Durchsuchung und um gänzliche Schonung des Krankenzimmers ersuchen." „Ich werde Ihren Wunsch respeetiren, gnädiges Fräulein, — und bitte nur noch um einen Führer. Vielleicht könnte der Diener die» besorgen." Sein durchdringend scharfer Blick schweifte bei diesen Worten zu dem Alten hinüber, welcher noch immer wie ein zitternder Verbrecher bei der Haus- ,thür stand. Ulrike zuckte die Schultern. „Ich selber will Ihre Führerin sein, Herr Com- missar!" sprach sie ruhig, „geh' in Deine Stube, Johann!" setzte sie freundlich hinzu, „und zeige Deiner kranken Herrin ein ruhige» Antlitz. Wie kannst Du nur so schwachköpfig sein, Alter?" „Befehlen da» gnädige Fräulein eine Kerze?" fragte Johann, sich jetzt gewaltsam zusammennehmend. „Ja so, ich vergaß, daß nicht alle Räume erhellt sind wie hier der Corrtdor. Rasch, mein Tapferer! — wir haben Eile, da e» gerade kein angenehme» Gefühl erregt, im Verdachte zu stehen, einen Verbrecher unter seinem Dache zu beherbergen." Rach wenigen Minuten schritt Fräulein Ulrike mit einer auf schwerem silbernem Leuchter befindlichen brennenden Wachskerze in der Rechten dem Commissar voran, um, zum Erstaunen und Entsetzen der weiblichen Dienerschaft, welche da» Ende aller Dinge gekommen wähnte, zuerst im Erdgeschoß eine gründliche Durchsuchung aller Räume vorzunehmen. Mit schlotternden Knieen hatte Johann sein Stübchen erreicht und sich laut ächzend in den brque men Sorgenstuhl fallen lassen. „Da» Unglück ist da", stöhnte er, „nun kommt'» bei der Kleinen heraus, was sie von der bürgerlichen Mutter geerbt hat. Einen solchen Vagabonden sich aufzuladen, — Gemeinschaft zu machen mit einem Verbrecher! — O, o, Johann, sie ist doch so gut, schäme Dich, Mer!" Er schlug sich zornig auf den Mund und horchte dann angestrengt auf jeden Laut. „Die Gnädige drinnen ist merkwürdig ruhig, hat noch nicht geklingelt, — wenn ich'» der Kleinen nur stecken könnte. Aber ich darf nicht hinauf, die Polizei hat schreckliche Augen, durch und durch kann sie einen schauen. — Halt, daß ich nicht daran gedacht, bist wirklich schwachköpfig geworden, alter Johann! — Ja, ja, so ein alte» Hau» mit feinen vielen Treppen und Gängen ist mitunter ganz nützlich, Herr Commissar. — Wenn'» nicht um die Ehre de« Hause» wäre, sie hätt's wahrhaftig nicht verdient, Fräulein Leichtsinn! — Und doch kann man ihr partout nicht böse sein, e» ist rein unmöglich." Der Alte erhob sich mühsam, zündete sich ein Licht an, horchte noch einmal .nach dem Zimmer der Gnädigen, wie er da» kranke Fräulein zur Unterscheidung für sich und da» übrige Personal stet» zu nennen pflegte, und verließ dann leise sein Stübchen, um sich nach der entgegengesetzten Seite de« weitläufigen Hause» zu begeben, wobei er mit wunderbarer Sicherheit und überraschender Schnelligkeit, denn „die Angst beflügelte den eilenden Fuß", ein wahre» Labyrinth von Gängen und Treppen passtrte, und endlich da» letzte Hinderniß, ein vier Fuß hohe» eiserne» Gitter zu überwinden, und damit fein Ziel, da» Zimmer de» jungen Fräulein» zu erreichen. Athemlo», mit klopfendem Herzen horchte er hinunter nach dem Flur, wo sich in diesem Augenblicke Stimmen und Schritte vernehmen ließen. Da wurde de» Fräulein» Thür rasch geöffnet» Hedwiga stand vor ihm. Johann legte den Finger an den Mund. „Die Polizei ist im Hause", flüsterte er, „sie sucht nach einem Verbrecher, wird gleich mit dem gnädigen Fräulein hier oben sein." „Großer Gott!" Hedwiga ergriff die Hand de» Alten. „Du mußt ihn retten, Johann! Still, Du mußt, — denn e» ist —" Sie neigte sich zu ihm, um ihm den Namen in'« Ohr zu flüstern, und ihm dann erschreckt die Hand auf den Mund zu drücken. „Du willst, nicht wahr?" „Ja, ja", stammelte der alte Mann wie vernichtet, „nur rafch, sie sind gleich da." Hedwiga flog in ihr Zimmer und kehrte im nächsten Augenblick schon mit ihrem Schützling zurück. Bevor Johann sich'» versah, hatte derselbe seinen Arm erfaßt und ihn mit sich fortgezogen, um ben- fetten labyrinthischen Weg, den der Alte vorhin zurückgelegt, mit der größten Sicherheit und Ort«- kenntntß einzuschlagen. 412 "Redaktion: i. V. Hermann Elle.' — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. bemerkt?' zu Fräu- Eugenie, Vorberei- schenk machen. Feine Antwort. Eine häßliche Dame nimmt Abschied von der Frau vom Hause. N. wird gefragt, wie er jene finde. Er antwortet: „Ich hatte sie früher nie gesehen — aber sie muß sich sehr verändert haben. U n s e r e K i n d e r. „Es ist wirklich bewunderns- werth, gnädige Frau, wie gut Sie ausseheu. Und was Sie für eine prächtige Farbe haben." — Die kleine Elch: „Ja, die Schachtel kostet auch 5 Mark." Delikate Frucht. Dame zur Köchin, die am Tage vorher eine Landparthie mitgemacht hat, auf deren zahllose Mückenstiche deutend: „Da sehen Sie nun, Bertha, die Folgen einer Landparthie." Die Insekten haben Sie ja förmlich zerfressen." Köchin, selbstbewußt: „Es sind die schlechtesten Früchte nicht, woran die Wespen nagen. (Deutsche Wespen.) Vermischtes. Glückliche Bräute. Ex-Kaiserin wärks, die Polizei soll Sie nicht bekommen und wenn Sie auch zehnmal Schwereres verkrochen hätten. Alle Wetter, hören Sie die Stimme! — Nun brennt'«, junger Herr!" „Ist mein altes Versteck noch vorhanden, Johann?" „Versteht sich, wir verändern nichts. Dort sind Sie vor der Hand ganz sicher." d'rin hausen —" „Thut nichts, Alter, gute Nacht!" Der Verfolgte trat in den Raum, das Getäfel schloß sich hinter ihm und Johann löschte vorsichtig da» Lickt, als er dis Treppe hinabgestiegen war. Nach wenigen Lugenblicken befand er sich wieder in seinem Stübchen und hatte sich kaum, tief aufath- msnd, in seinen Lehnstuhl niedergelassen, als ein lautes, ungestümes Klingeln aus dem Krankenzimmer jhn emporschreckte. „Herr, Du meine Güte, dis Gnädige! Am Ende hat sie schon vergebens nach mir geklingelt." Eiligst kam et d-m Befehle nach. „Wo steckst Du, Alter?" herrschte der Kranke ihn «ufgeregt an. „Ich habe zum zweiten Male — n»üi", unterbrach sie sich leiser, „ich will D r k in „Ja, daran erkenne ich ihn", murmelte Johann, der kaum zu Athem kommen konnte. „Sa, junger Herri" setzte er lauter hinzu, „nun ein wenig langsamer, wenn ich bitten darf, sonst geht mir das letzte bischen Athem aus." „Also die Hetzhunde sind mir schon auf der Ferse, Johann?" >/3n» Herr * „Brauchst den Namen hier nicht auszusprechen, Alter!" unterbrach ihn der junge Mann, „habe ihn für immer abgelegt." „Und doch in diese« Hau» wieder zmückgekehrt?" fragte Johann mit leisem Vorwurf. „Geh', ich bedarf Deiner Hülfe nicht", sprach jener gebieterisch. „O dock, junger Herr I" versetzte Johann, ihn be- kümmert anblickend, „Sie bedürfen eines Freundes und der kann nur ich, der alte Johann, sein. Was sagten Sie einst al« Knabe zu mir? — Johann! sagten Sie, Du bist mein einziger treuer Freund, — wenn ich groß bin, will ich'« Dir vergelten —" „O, mein Gott!" klagte der Verfolgte, beide Hände vor'« Antlitz schlagend, „daran mich jetzt zu erinnern. Du wolltest Dick für meinen Leichtsinn opfern, doch besaß ich noch so viel Stolz in mir, Dün Opser auszuscklagen. — Alter, treuer Freund, vergirb, ich kann's Drr nicht vergelten." Sie wandten sich jetzt geräuschlos einem Seitenflügel zu, stiegen eins Wendeltreppe hinan und schoben , in der Mitte derselben ein Getäfel zur Seite. Jo- f Hann leuchtete hinein und flüsterte: „Da» Stübchen s ist ganz rein, habe er häufig, der Erinnerung halber, gelüftet und gereinigt, mögen vielleicht einige Mäuse das Zimmer. „Gott sei gelobt, sie hat noch nichts Mit diesem Stoßseufzer begab er sich lein Hedwiga. (Fortsetzung folgt.) Unrecht thurr, Johanni — ich glaube, daß ein leb, Hafter Traum mich gefangen hielt." „Ich hätte des gnädigen Fräuleins Klingeln auch jedenfalls hören müssen", bemerkte Johann auf- athmend. „Wo find die Damen, Johann? „Das gnädige Fräulein haben Conferenz mit einem Lieferanten", log drr Alte mit gedrückter Stimme, „und Freifräulein Hedwiga mochten hier nicht stören, weshalb sie auf ihrem Zimmr blieben." „Schon gut, Atter! — Bitte Freifräulein Hedwig«, sich hierher zu bemühen." Johann verbeugte sich und verließ geräuschlos welche sich in liebevollster Weife mit den tungelt zur Vermählung ihrer Nichte der Prinzessin Lätitia mit dem Herzog von Aosta beschäftigt, hat . ... „, , t öffentlich erklärt, daß sie am Hochzeitstage ihrer Nichte „sie rönnen es heute, indem ©m, i auch drei junge Bräute in reichlichster Weife ansstatten vrrtrauen und meme Hülfe annehmeii. Nur vor- ; ^Me. Die Mädchen müssen im gleichen Alter mit ‘ Prinzessin Lätitia stehen, eine soll eine Französin, t die zweite eine Italienerin, eine dritte eine Engländerin , fein. Die betreffenden jungen Damen haben keine i andere Aufgabe, wenn sie der Wohlthat theilhaftig s geworden, als jedes Jahr an ihrem Hochzeitstage s in die Kirche zu gehen und ein Gebet für den Herzog I von Aosta und seine Gemahlin zu sprechen. Selbstverständlich sind die Bewerberinnen sehr zahlreich,, umsomehr, als auch Prinzessin Lätitia erklärte, sie wolle den betreffenden Mädchen je ein Hochzeitsge-