se Hichmer Jamiüenblälter. gs ist: das mdert beging in Donail ein Blauveilchens, Wiederkehr der booten: Herr lkommene Ge- Zn der alten anze Hof mit begleitet von Herzens-Herold ar; die aber, um das erste te, sittenreinste rühlingslieder, i Triumphzug, Stadt hinein, später in das aben. — Wer len, harmlosen Bedeutung be- schon Veran- inderbarerweise e Blume der ,rch in kritischen Bonapartisten im März 1815 ankreich zurück- es mit Veilchen der Hoffnung. : Napoleoniden cher blüht das deutscher Treue )erz-erquickenden eines Thrones. ’§ als Liebling hen, des Früh- rich's Lieblings- lls der Kurfürst seinen siebenten m ließ, hatte er kaum die Hälfte n vom Hof und kein Fürst aus nach ihm. ;tt Gießen. Belletristisches Beiblatt Mm Gießener Anzeiger. Rr. 49. 1888. ■BB3M Donnerstag den 26. April. Der Kröe des Kaufes. Roman von Hermine Frankenstein. (Fortsetzung.) Herr Gower machte ein böses Gestcht, entgegnete jedoch in katzenfreundlichem Tone: „So sei es denn, — von heute an soll die Heirathsfrage ganz verschwinden und niemals wieder werde ich Euch mit meinen Bewerbungen belästigen. Von dieser Stunde an bin ich nur mehr Euer Vormund, nichts als Euer liebevoller, für das Wohlergehen seiner Mündel besorgter Vormund, Ihr braucht von jetzt an nicht mehr vor mir zu fliehen, dürft mir frei und offen in'« Auge schauen und getrost auf meinen väterlichen Schutz rechnen. Dafür verlange ich aber auch Zutrauen und Gehorsam unter meiner Autorität und hoffe, daß die alte Heiterkeit, die ich auf diesem hübschen Gesichte so oft und so gern gesehen, wiederkehrt. Hier ist meine Hand, schlagt ein, Olla, im Grunde genommen bringt der Handel für uns Beide nur Vortheile. Ihr braucht nicht mehr in Aufregung, Angst und Furcht zu leben und auch mir, dem alternden Manne, ist es erwünscht, mit Ruhe und Genuß mein« Tage in diesem schönen Lande zu verbringen." Zur Bekräftigung seiner Worte bot er ihr die Hand. Die reinen unschuldsvollen Mädchenauqen blickten in die seinen und fanden darin nur Offm- herzigkrit und Wahrheit. Sie legte die schmale, kleine Hand in die seine und gelobte Gehorsam. Die Taube begab sich unter den Schutz des Geiers. Hätte Olla in dem Momente, al« er sich halb von ihr wandte und ein grausames, tückisches Lächeln um feine vollen Lippen spielte, in seine Züge gesehen, sie würde gezittert haben für ihre Zukunft. „So wären wir denn miteinander einverstanden", begann er mit cordialem Tone, „wir können von nun an wie Vater und Tochter unter diesem sonni- gen Himmel leben, denn — nebenbei gesagt, — diesen Winter gedenke ich, meiner Gesundheit halber, mcht nach England zurückzukehren. Mein Freund, der Consul, hat mir eine allerliebste Villa in unmit- telbarer Nähe zur Verfügung gestellt und wir können dieselbe noch im Laufe des heutigen Tages beziehen. 0YCt ^. C en wir genölhigt, einheimische Dienerschaft anzuwerben, welche die Sprache, Sitten und Gewohnheiten des Volkes kennen. Was Mrs. Popley und ihren Sohn anbetrifft, so entsprechen sie ^esen Anford.rungen in keiner Weise, auch haben sie Euch bei der Flucht unterstützt und erblicken in mir den natürlichen Feind - sie müssen selbstverständlich entlassen werden, ich will vielleicht von der Entlassung absehen, jedoch nur unter der Bedingung, daß sie mit Hand und Mund versprechen, Euch niemals wieder bei einem Fluchtversuche zu unterstützen, sondern ihn im Gegentheil zu verhindern." „Ich und mein Sohn gehen auf diese Bedingungen ein, jedoch nur in so weit, als Fräulein Dia damit einverstanden ist. Ihr Wille ist auch unser Wille und ihr Glück bildet unser Glück." In diesem Augenblick klopfte es an die Thüre, worauf Herr Gower sofort hinausging und nach einigen Minuten mit vergnügt lächelnder Miene zurückkehrte. „Mein Kammerdiener hat die kleine Villa zu unserem Empfange in Stand gefetzt", sagte er. „Ich war vorsichtig genug, Euer Gepäck von Neapel mit- zubringen und es ist schon sammt dem meinigen in die Villa hinausgeschickt worden. Ihr werdet mich entschuldigen müssen, wenn ich Euch bis Nachmittag, zu welcher Zeit wir übersiedeln werden, nicht wie er sehe, da ich inzwischen neue Dienerschaft engagiren werde." Nach feiner Entfernung herrschte mehrere Minuten hindurch tiefes Stillschweigen in dem Salo", dann schlich sich die Amme zur Thüre hinaus und spähte in dem dunklen Flur umher. Ihr scharfes Auge entdeckte am Ende des Ganges einen kleinen Mann von eigenthümlichem Aussehen, der sich bei dem Geräusch der Thüre augenblicklich umdrehte und sie forschend anblickte. Die alte Frau trat erschreckt in's Zimmer zurück. „Der Schurke", sagte sie in- grimmig, „kein einziges seiner honigsüßen Worte habe ich geglaubt und es that mir in der Seele weh', als Ihr, Fräulein, Euch von ihm so bethören ließet. Draußen steht sein Kammerdiener Krigger als Spion, um jede unserer Bewegungen zu beobachten." „Wie Gott will", seufzte Olla. „Wenn seine Worte Lügen waren, so soll es doch keinen Erfolg habenlänger als ein Jahr dauert ja diese Vormundschaft nicht mehr — ich bin dann majorent, frei von jeder Belästigung, jedem Zwang, jeder Verfolgung — frei wie der Vogel in der Luft." Viertes Kapitel. Die Schiffbrüchigen. Er war ein kleines, niedriges, bescheidenes Wohnhaus, jedoch reinlich und nett gehalten, in das die beiden Männer unter Anleitung der Frau den Körper des Lord Tressilian trugen. Sie legten ihre Last auf das reinliche Bett und die Frau hielt dar Licht, 198 nicht wahr?" ist Ich «- mich nicht; ich fMe s-in-n Frau Vicini eilte hinaus, um das Verlangte zu Manns einen »unoesgeuun«« > Der ist käuflich und nicht einmal °et'ÄS« «KT. fgts BiL Das Weib — die Frau des Fischers, den sie mit Tomaso angesprochm hatte — war von Jaspers Benehmen gerührt. Sie schaute ihn Stauer am „A mer Jünglwgl" murmelts sie. „Er ist Euer Ebenbild, Herr Engländer, er ist Euer Bruder, L ib°:»a«d-m I->°- Wirihta Ad.« — - - ■ —. mit; er verbarg w.m« Mm» h-u- « Hugh der so edel und großmüthrg gegen ihn ge- wesm war, doch geliebt; „es ist Alles aus mit ^Lowder trat näher und beugte sich über dis leb« lose Gestalt, wobei er dem Schreiber gegenüber stand. Guy war in warme Lrinentücher eingehüllt worden, aus9 denen seine «en o^änb® ^°?£ttaett Seine Züge waren weniger starr und seine Wangen Lowder" schlug die Tücher auseinander und legte seine Hand auf Guy's Herz. Es schlug wohl, a.er schwach und unregelmäßig. Lowder's Hand zitterte wie Espenlaub. Er zog seine Hand zurück, schlug dasTuchüber dema morweiße Brust und untersuchte dann die tlasienve Wunde in dem edlen Kopfe. . , Der verdammte Felsen!" murmelte er, „er h E'L P«-°. -in »*> «”« | Palermo und entfernter Verwandter der Vrcmi. Er war "aus der Stadt gekommen, um den Tag mit ibuen zmubringen und war eben rm Begriffe gewesen, ^urückzukchren, als Lowder's Hilfegeschrei chn Wer eine unrechte Handlung begehen wollte, iänd's in diesem Msnne einen Bundesgenossen - Der ist käuflich und nicht etnnw theuer- Ich werdeseiner Dienste vielleicht benöthigen." ' Er hielt fröstelnd inne und ging in das erste lebt', rief der Schreiber Palestro, der Guy's durchnäßte Kleider beseitigt hatte und ihn m beiden Händen heftig rieb; „aber dw Wunde in sei ncm Kopfe ist gar gefährlich, lieber Vic ni.^ Es wäre gut, bsn braven Doktor Spezzo zu holen. ;a „Mi" unterbrach ihr Lowdrr in heft. ' l z Kühlte, daß er bei diesen Leuten den während die Männer Hughs Kunden untersuchten, ih te onn durchnäßten anzuziehen. - DK- rothen Strahlen sielen voll auf das bl ichs sie ihm^ot, da »le »om 0116 8-t* ______ . Stuber", faste Somber. „St »che und BWe »«btäugto -inmder in feinem — er war mein Reisebegleiter. Rettet wenn esicht. b£m f0 nahe dem Glücke Ihr könnt'. Ich bin reich, ich will Euch großmüth g WM Valoren, wenn Lord Tressilian bil0$«SBtlb f*W.le ben flopf, mibmete M aber > kann--«nicht Ä‘ jSSÄS». ob«« | R' N *Ä" jrboch an seine eigenen Verletzungen zu denke«, und : stadirte die Gesichter der drei Personen, welche so - emsig um seinen jungen Gebieter bemüht waren. , DIe Srm »„ eine Wiche e«“*”'1 I pfiffigen Augen und brünettem^ lebhaften Grpchte. - Sie sah klug, verständig und scyarfstnnig aus. . A- Mmn, Zorn* »letal, <*«, *>.,**» | aussebender, phlegmatischer, etwas schwer,u^.g » ~ fühlte van er oei uieic» MMch, bet in selber ..‘‘S/Ünb - müteibrooien gS plelffl müife, f««n aber bereit« seiner Frau stand. Er sah l-doch gutmüthig und , mmeo^§ n sich des Lords, der nun doch einrechtschaffen aus. _ , - s lommen wie es wollte, am ma«we Sein Begleiter intersssirts Lowder mehr. , - für immer entledigen konnte. I “ «Ata h-g-eer, f-tzr »»«*««■ Lch, ftchee an einen SDottar gedacht' tolanl itab vm gefchmeidigem »nchfe, m l einem "Wa.am q «g braunen, aufgeweckten Gesichts, au» dem ein Paar i, - , , S keinen Branntwein?" fragte Lowder, schwarze Augen °rg«ühnW!„Wir wollen ihm ein wenig einflößen." ..... rnnerts Lowder an einen Arn, und es * an h | Nieini eilte hinaus, um das l als ob er die E-genfHaften dieses Thisres m ge- ^^^i-r untersuchte er seine Wunden und Quetschung^ „E< lang", Lov Er süh! rang n „W nicht, i flüsterte „Jt „Di lianer i von Er „R „Ei „S „W Un der La sein Li nicht rr jeden $ „S in ansi „Ut gierige „3< — ah, That h verwun nißlos „E? einer L In Branni Tropfei E- Frau S losen, c zu wiff „Wi die Frc „Wird Eigensä zukehrei Dei Hemde von Di liener, „M eilig in brüchig Dei Fuße t als sei! betracht De sich als das Le „D Stelltet 199 rachie, welche izuziehen. citjln in das ; er verbarg ten sorgfältig Sein stand aus t derselben in Schlafzimmer >r ihm in den gsten Gerichts, ie Augen aus!" >end die Worte itleid mit dem etrvffen. Wirr ehirn, Funken jhen, fliegende der in seinem he dem Glücke Lord Tressilian rt--täuscht fühle seinen r Palestro, der itte und ihn mit : Wunde in sei« Ücini. ES wäre jolen." Lowder in Hefti- lesen Leuten dm arm aber bereits >r nun doch ein- llte, am Rands Nledigen konnte. Doktor gedacht? " fragte Lowder, en." ,as Verlangte zu ich über dis leb- - gegenüber stand, lngehüllt worden, > hervorschauten, nd seine Wangen «ander und legte schlug wohl, aber penlaub. Er zog ich über die mar» rann die klaffende cmelte er, „er hat । zu tödten." , Ec stiM oder er bleibt blödsinnig sein Leben lang'", entgegnete der Schreiber. Lowder schauderte und zitterte am ganzen Körper. Er fühlte sich von dem Schreiber durchschaut und rana nach Faffung. „Wenn mich nicht Alles täuscht, so wünscht Ihr nicht, daß der Signor am Leben bleiben soll", flüsterte ihm der Schreiber in's Ohr. „Ich verstehe Euch nicht", entgegnete Lowder. „Desto besser verstehe ich Euch", fuhr der Sich lianer im Flüstertöne fort. „Er ist ein Verwandter von Euch?" „Nein 1" „Er ist arm?" „Sehr arm sogar!" „Wie ist sein Name?" Unwillkürlich zögerte Lowder eine Weile. Wenn der Lord zu sich kam und sprechen konnte, so war sein Lügengewebe zerriffen. Lowder konnte aber nicht mehr zurück, er wollte das erträumte Glück um jeden Preis erhaschen und spielte deshalb va banque. „Sein Name ist Jasper Lowder", entgegnete er in anscheinend gleichgiltigem Tone. „Und wie lautet Euer Name?" forschte der neugierige Schreiber lauernd. „Ich bin Guy Tressilian auf Tressilian - Court — ah, eben schlägt er die Augen auf." In der That hatten sich die hellblauen Augen des Schwer- verwundeten geöffnet und blickten leer und verständ- nißlos durch den Raum. „Er kennt mich nicht", sagte Lowder, wie von ßfttßv Qfift befreit. In diesem Augenblicke trat Frau Vieini mit dem Branntwein ein. Sie flößte dem Unglücklichen einige Tropfeil ein und der Erfolg zeigte sich augenblicklich. Er öffnete die blauen Augen wieder und lächelte Frau Vicini an, schaute mit einem Ausdruck ruhelosen, ängstlichen Suchens umher, aber er schien nicht zu wiffen, was er suchte. „Wird er je wieder zu Verstand kommen?" war die Frage, welche Jasper Lowder's Seele bewegte. „Wird er im Stande sein, nach England in seiner Eigenschaft als der Sohn des Baronets zurückzukehren. Der arme Guy lag in einem groben wollenen Hemde Vicim's auf dem Bette, als dieser, begleitet von Doktor Spezzo, einem geschäftigen, kleinen Italiener, zurückkehrte. „Wen haben wir denn hier? rief der Doktor, eilig in's Zimmer tretend. „Laßt mich diesen schiffbrüchigen Engländer sehen. Macht Platz, Palestro." Der Schreiber trat zur Seite und stellte sich am Fuße des Bettes auf, wo er sowohl den Kranken als seinen Freund mit seltsam forschenden Blicken betrachten konnte. Der Doktor verbeugte sich vor Lowder, welcher sich als Guy Tressilian vorstellte und ihn beschwor, das Leben seines armen Freundes zu retten. „Doktor Spezzo ist der geschickteste Arzt in ganz Sicilien", sagte Frau Vicini ernsthaft. „Er hat ein Haus in Palermo und ein Lrndgut unweit von hier. Wenn er für den armen jungen Herrn nichts thun kann, so kann es Niemand." Der Doktor nickte bei diesem Complimente freundlich mit dem Kopfe, und ging dann an sein Geschäft. ' Er fühlte den Puls des Patienten, richtete einige Fragen an Lowder und untersuchte dann Guy'S Wunde. Sein Gesicht wurde sehr ernst, als er sich in diese Aufgabe vertiefte. Ein oder zwei Mal schüttelte er traurig den Kopf. Die männliche Schönheit seines Patienten, der edle Ausdruck des einst so heiteren, gutmüthigen Gesichtes machten einen tiefen Eindruck auf ihn. Eine kleine Weils herrschte tiefes Stillschweigen in dem Zimmer und die Zuschauer betrachteten den Doktor und den Kranken mit gleichem Jntereffe. Vicini hielt das Licht mit fester Hand. Seine Frau murmelte Gebete zur Mutter Gottes und zu ihrem Schutzpatron und gelobte große Kerzen für beide Altäre zu spenden, wenn der arme, junge Engländer nur davon käme. Lowder starrte den Doktor an, als ob dieser die Entscheidung über sein Sibett oder seinen Tod in Händen hielte. Palestro schaute zu wie Jemand, der ein Schauspiel beobachtet. (Fortsetzung folgt.) Wann und wie sollen wir essen und trinken? Diätetische Plaudereien. (Schluß.) Auf gleiche Weise wird der Mensch dar Gefühl des Durstes nicht leicht unbefriedigt lassen, da es, wenn es sich recht ernstlich ankündigt, fast schwerer noch als des Hungers zu ertragen ist und feine Befriedigung weit weniger Hindernisse findet, da das erste und angemessenste Getränk — das Wasser — beinahe überall ohne Mühe zu erhalten ist. Allein es giebt Individuen, welche, weil sie höchst selten Neigung zum Trinken verspüren, ganze Tage lang kein Getränk zu sich nehmen. Ein solches Verhält- niß scheint keineswegs natürlich, sondern in einer Verwöhnung begründet zu sein. Wer nämlich ein, selbst nur leise sich ankündigendes Gefühl des Durstes mehrmals unbeachtet läßt, der wird zuletzt nur sehr selten oder auch niemals ein Bedürfniß, zu trinken, in sich empfinden; der Organismus gewöhnt sich hier, wie überall, an das Naturwidrige, wenn es ihm wiederholt aufgenöthigt wird. Wie aber unser Körper aus fisten und flüssigen Thsilen besteht, so bedarf er zum Ersätze der verlorenen Materie, zur Erhaltung seines normalen Befindens auch der flüssigen'Stoffe eben so sehr, als der festen und es ist darum nothwendig, daß selbst eine geringe Neigung zum Trinken nicht unbefriedigt gelassen und überhaupt täglich eine angemessene Menge von Getränken genossen werde. Beim Essen und Trinken hüte man sich ferner vor zu großer Eile. Wenn man die Speisen und Getränke zu hastig verschluckt, so setzt man die 200 Vermischtes. Leute und Notabilitäten sich nach und nach den Luxus zum Schutze nur gegen die Strahlen der alllieben- den Frau Sonne, sondern mehr noch gegen die Ungunst wetterwendischer Witterungs-Kalamitäten. Wo giebt es heut zu Tage wohl noch ein Haus ohne ein transportables Wetterdach? und wer vermag wohl sich zu denken, daß es jemals Zeiten und Orte gegeben, wo dies anders war? — Und doch ist es der Fall! Zwar ragt der Schirin als treuer Gefährte der orientalischen Völker bereits durch das Alterthum, denn über 3000 Jahre darf man wohl sein respektables Alter schätzen, namentlich im Lande der Chinesen, wo er noch länger thronen soll, aber die Schirme von anno dazumals waren zu Schattenspendern bestimmt gegen der Sonne Glnthcn, oder sie dienten als besonderes Abzeichen der Stände, ja sogar — wie z. B. in Indien — als Symbol des Königtums, Privilegien, die im Morgenlande sich zum großen Theil erhalten haben. — Wie lange es gedauert, bis endlich der Sohn des Orients im Abendland zuerst sich blicken ließ, ist mit Genauigkeit nicht festzustellen, obwohl bereits die alten Römer und Griechen Sonnenschirme kannten und gebrauchten; noch ungewisser aber ist der Zeckpunkt, wann der Schirm europäischer Verbreitung als Allerweltsbürger gefunden, doch weiß man, daß das schönere und schwächere Geschlecht in Deutschland noch im 16. Jahrhundert meist mit Hut und Schleier gegen den Sonnenschein sich zu verwahren suchte, obwohl der Schirm schon bekannt war, und im Land der Moden: in Frankreich geschah es im 17. Jahrhundert unter Ludwig XIII., daß Edelknaben der Damen edle Häupter beim Promeniren in freier Luft mittelst eines Sonnendaches schirmten. — In noch spätere Zeiten fällt das Auftauchcn und der Gebrauch unserer so noth- wendigen Kameraden: der Regenschirme! Man darf nämlich getrost annehmen, daß erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts dieselben die Welt zu beglücken begannen, und zwar als Privilegium des stärkeren Geschlechts, während die Frauen es vorzogen, bei ungünstiger Witterung Sänften zu benützen, weshalb auch in Paris ein förmlicher Aufstand der Sänften- und Chaisen-Träger losbrach, als der ihnen so gefährliche Regenschirm mehr und mehr Freunde und Freundinnen sich erwarb. Trugen in Frankreich die Männer etwa um 1828 bereits Para- pluies, so fing man in England erst gegen Mitte des vorigen Jahrhunderts damit an, indem ein Spe- I kulant sie stundenweise an Studenten auslieh;, doch vergingen immerhin noch Jahre, bis — nach vielem Spott, Hohn und Gelächter — im stolzen Albion der Regenschirm in Mode kam. Dann folgte — s wohl oder übel — auch unser deutsches Vaterland | dem guten Beispiel, und das nothwendige Nebel bür- ■' gerte allmälig sich in größeren Städten ein, während in kleineren Orten und auf dem Lande wohlhabendere eines allgemeinen, rothen Familien-Daches gestatteten, als Pracht- und Erbstück für's ganze Haus und für Speiseröhe der Gefahr aus, durch die übereilte und angestrengte Bewegung Schaden zu leiden. Ferner können bei zu schnellem Esten die Speisen nicht gehörig zerkaut und mit dem Speiche! des Mundes vermischt werden, ermangeln also der zweckmäßigen Vorbereitung, welcher sie bedürfen, um später vom Magen vollkommen und gehörig verdaut zu werden. Endlich, wie die Natur überall keine schnellen Ueber- gänge liebt, so wird auch das Verdauungsgsschäst, wenn die Speisrn fast plötzlich und auf einmal in den Magen gelangen, wett weniger glücklich begonnen und fortgesetzt werden, als wenn durch langsameres Verschlucken der Speisen der Uebergang vom Hunger zur Sättigung nur allmälig bewirkt wird. Was noch besonders des Trinken snbelangt, so lehrt die Erfahrung, daß ein, nur einigermaßen heftiger Durst durch zu schnelle? Verschluckender Getränke am wenigsten befriedigt wird, s'lbst, wenn.man den Magen bis zur Ueberfüllug mit Flüssigkeiten belästigt. Er bedarf hierzu gar nicht dieser Ansüllung des Magens, vielmehr reicht es hin, das Getränk nur in den Mund zu nehmen und seine Höhle damit zu befeuchten, oder auch von Zeit zu Zeit einen Mund voll ganz langsam zu verschlucken, indem jenes lästige Gefühl (oer Du: st) nicht aus dem Magen, sondern daher entspringt, daß die Speicheldrüsen des Mundes bei dem Mangel an Getränken zu wenig oder zu zähen Speichel absondern, um die Mundhöhle und den Gaumen gehörig zu befeuchten. Je länger man daher die Flüssigkeit beim Trinken im Munde behält, je langsamer man sie in die Speiseröhre herab- gleiten läßt, desto eher wird man das Bedürfniß befriedigen. Wie nun nach dem Obigen eine gemäßigte Wärme dem Organismus überhaupt für zuträglich erkannt worden ist, so kann man auch den, zum Genuste zu- bereitrten, Speisen und Getränken nur einen mittle- rett Wärmegrad zugestehen. Zu heiß genossen, müssen sie unsihlbar pathogenetisch auf die Ver- dauungswerkzeuge einwirken, während sie, zu kalt verschluckt, nicht minder Krankheit erregend sein werden. Selbst den Zähnen kann übertriebene Wärme und Kälte nicht anders, als verderblich sein, und unstreitig rührt der Umstand, daß so Mancher vor der Zeit, ost schon im Jünglingsalter, die Zierde seines Mundes verliert, zum großen Theile aus dieser Quelle mit her. Besonders muß der zu schnelle Wechsel des Heißen und Kalten, wie ihn namentlich die vornehmere Klasse liebt, ihre Verderbniß sehr begünstigen und bMlcunigen. Redaction; A, Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schm Druckerei Er, Chr. Pietsch) in Gießen, Ein nothwendiges Nebel. Es ist leider ; eine traurige aber wahre Thatsache, gegen welche j sich nicht streiten läßt, daß auch im wonnrgen Lenz das nothwendige Nebel eine so große Rolle spielt, ; von welchem hier die Rede sein soll: Das tragbare j — ----- Schutzdach nämlich, genannt „der Schirm", doch nicht kommende Generationen!