eenen Zug ser hin un m Jroschen, s laut und ^geschrieben, L'n Sechser „ohne mit" eben, roo er t wollte, in- ßigkeiten i’ne saure chen, meine besinne mir „ohne mit", zuletzt: na, ; den Bengel iederträchtig le ab. Da, ir jerade en Nosje Urian t, so ehrbar haben Sie ck merke bet , sage aber > dichte ran, e also blos. r. Ick jede enn schenken uß ick duhn, er en biskek >ent: „Mein n mir wohl mt jamich." । dabei bücke n dhue, als 1, habe aber ill ihm eene nit die Hand (f, er zuppt lle Jlas un cht rin. Nu lchtig wurde, zu die Bude : den konnte loofen sahen, utzmann, der haben einije n barbarisch utzmann mir Sie ihm denn gell.: Konnte k hadde mir die Constan- llthem stehen der biederen stützt werden, e ein frei« -sen-Courier.) ) in Gießen. Hiehener Iamilienbläüer. Belletristisches Beiblatt rum Gießener Anzeiger. 1888. Samstag den 25. August. Nr. 100. Der Gröe des Kaufes. Roman von Hermine Frankenstein. (Fortsetzung.) Als sie endlich das schmale Gitterthor in der hohen Mauer erreicht hatte, welche TressiliawHof umgab und bei der sie ihrem Gatten begegnet war, als" sie das erste Mal in Tresstlian-Hof gewesen, blieb sie stehen, als glaubte sie, daß er ihr hier wieder entgegenkommen werde. Aber das Gitter war versperrt und nur die kahle Mauer zeigte sich ihren Blicken. Vor dem Häuschen des Parkhüters blieb sie stehen uub klopfte. Die Parkhüterin schaute ver- wundert auf die schwarzgekleidete, schüchterne Gestalt, dis einen solchen Gegensatz zu dem heitern Morgen bildete. „Könnt Ihr mir sagen", fragte Hefter in ihrem sanften, bebenden Tone, ob sich in Tressilian-Hof ein Herr Namens Jasper Lowder aufhält?" „Er ist kein Herr dieses Namens hier, Madame", erwiderte dis Parkhüterin. „Sie haben dieses Jahr leider gar keine Gäste in dem Schlöffe." „Er ist nicht auf dem Hofe? O, barmherziger Himmel, was soll ich thuu?" Der wilde, schmerzliche Schrei ergriff das Herz der alten Parkhüterin. „Dann kann Euch Herr Tressilian gewiß sagen, wo er ist." Voll Theilnahme für die junge Frau führte die Parkhüterin sie zu der Thürr, welche in die Haus« gärten des Schlaffes führte, und gab Hefter genaue Weisungen, wie sie in's Haus gelangen könnte. Die schwergelroffene junge Frau stieg die breite Steintreppe empor und klopfte. Ein Diener in reicher Livree öffnete ihr. „Ist Herr Guy Tressilian zu Hause?" stammelte die junge Frau, während sie sich mit einer Hand an den Thürpsosten anklammerte. Der Diener antwortete bejahend und Hefter wankte mit schwachen Schlitten in die große Halle. „Ich — ich wünsche ihn zu sehen", sagte sie. Der Diener verbeugte sich, führte sie in einen kleinen Salon und fragte dann: „Welchen Namen soll ich melden, Madame?" „Gar keinen. Ich--Herr Tressilian kennt mich nicht. Sagt, es sei eine Fremde." Der Diener verbeugte sich ehrerbietig und ent» sernte sich, um Jasper Lowder zu benachrichtigen, daß eine junge Frau in tiefer Trauer ihn zu sprechen wünsche. Der kleine Salon, in dem Hefter wartete, war hell, freundlich und warm. Plötzlich wurden rasche, leichte Tritte hörbar, die Flügelthüre ging auf und Jasper Lowder trat in das Zimmer. Er hatte sich für ten Weg zur Kirche angekleidet. Noch wußte er nichts von der verhängnißvollen Entdeckung Sir Arthur's — daß der Baronet die Narbe auf seinem Handgelenk gesucht und nicht gefunden hatte — und er glaubte, daß alle seine Pläne gut vorwärts gingen und er das letzte Hinderniß' auf feinem Pfade des Verbrechens hinweggeräumt habe. Er näherte sich dem verschleierten, schwarzgekleideten Gaste mit einem gutmüthigen Ausdrucks. „Mein Diener sagte mir, daß Ihr mich zu sehen wünscht, Madame", bemerkte er mit Herablassung. „Heute ist WeihnaHtsmorgen und Ihr sollt nicht mit teeren Händen fortgehen. War . kann ich für Euch thun?" Hefter Lowder stand langsam von ihrem Stuhle auf. Sie ging einen Schrift auf ihn zu und warf ihren dichten, schwarzen Schleier zurück, ein Gesicht enthüllend, aus dem aller jugendlicher Frohsinn ent# flohen war — ein Gesicht so bleich, schmerzburch- furcht und kummervoll, daß Jasper Lowder, es kaum erkennend, erschrocken zurückiuhr. Den nächsten Augenblick tönte ein wilder Schrei von ihren Lippen, ein Lichtschimmer brach durch die düstere Verzweiflung ihrer Züge, die junge Frau sprang vorwärts und warf sich halb ohnmächtig an seine Brust. . Ein Ausdruck des Entsetzens durchzuckte Lowder's Züge, eine furchtbare Verwünschung entfuhr seinen Lippen. Er würde sie von sich geschleudert haben, aber sie klammerte sich wild und verzweiflungsvoll fest. „Was soll dies heißen", tief er hart aus. „Habe ich Dir nicht gesagt, daß Du nicht wieder hierher, kommen sollst?" Hefter hob ihren Kopf in die Höhe, als ob eine Schlange sie gestochen hätte; aber im nächsten Augenblick ließ sie ihren Kopf wieder auf die Brust sinken, die ihr Schutz und Schirm hätte sein sollen und begann laut zu schluchzen, theils vor Freude, ihn so plötzlich zu sehen, theils vor Schmerz über den Verlust ihres einzigen Kindes. „O, Jasper", flüsterte sie schluchzend. „Sie haben mir gesagt, daß Du nicht hier warst. Ich fragte nach Herrn Tressilian und Du bist zu mir gekommen. Sage mir, hat er Dir verziehen?" 402 „Ja, ja. Sprich nicht so laut. Er kann Dich Jemand hören I" „Er hat Dir also verziehen und Dich zurückgenommen? Der Himmel hat mein Flehen erhört. O Jarper, ich habe Tag und Nacht gebetet, dah Herr Tresstlian Dir verzeihen soll. Ich war so ängstlich, Jarper — so besorgt um Dich." „Mir scheint doch, daß, wenn Du so viel an mich denkst, Du auch thun könntest, was ich Dir sage. Ich habe Dir befohlen, in Gloam-Fell zu bleiben und "jetzt bist Du abermals hier, um mich auszuspioniren. „O Jasper!" ächzte die unglückliche junge Frau, zitternd wie im Fieberfroste und ihr bleiches, verweintes Gesicht flehend zu ihm erhebend. „Ich werde sterben, wenn Du so hart zu mir sprichst. Ich bin nur zu Dir gekommen, weil mir das Herz brechen will; ich habe Niemanden in der weiten Welt, zu dem ich gehen könnte, als Dich. Ich habe Dir traurige Nachrichten zu bringen." „Traurige Nachrichten", schrie Lowder, desien Gedanken zu Palestro'S Brief zurückschweiften, in welchem ihm dieser- Guy Tresstlian's Rückkehr nach England anzeigte. Und eins graue Bläffe überzog fein Gesicht. „Sprich - was ist'S?" „O mein armer Gatte! Unser Knabe —" „Unser Kind ist tobt I" „Todt?" „Es scheint Dir ebenso unmöglich wie mir, Geliebter; ober er ist tobt. Er starb in vergangener Nacht. Er liegt jetzt in seinem kleinen Sarge in Glaam-Fell in seinem weißen Kleidchen, die Händchen gekreuzt, ein Lächeln auf seinem zarten Gesichtchen. Ö, mein Gatte!" und die schmerzliche Stimme brach in leises Weinen aus, „ich habe jetzt nur noch Dich! Ich wollte, daß Du ihn noch siehst, ehe sie ihn auf immer in die kalte Erde senken." „Das Kind ist tobt", sagte Lowder, mehr an sich, als an dis trauernde, junge Mutter denkend. „Nun, vielleicht ist's so auch gut!" ",Das ist mein Ernst, Hefter. Es nutzt nichts, thöricht und sentimental zu fein. Kinder sind in den meisten Fällen eins große Last. Es trifft Dich jetzt natürlich sehr hart; aber der Tod ist das unvermeidliche Loos aller Menschen." „Mein Knabe", jammerte die Frau. „So zärtlich, so rein, so hold. Meine ganze Seele trauert um ihn. Du bist Alles, was ich jetzt in der ganzen weiten Welt habe, mein Jasper", sagte sie, sich wie» der an ihn klammernd, al« ob sie fest darauf baute, daß ihr trotz all' seiner scheinbaren Härte seine Liebe und Zärtlichkeit in ihrem tiefen Schmerze nicht ver» sagt bleiben werde. Unwillkürlich wurde Lowder's Herz von ihrem unerschütterlichen Vertrauen in ihn gerührt. Seine bkffere Natur trat an die Oberfläche. Wohl hatte sich sein Herz längst von Hester abgewandt, er liebte d'e goldhaarige Blanche mit leidenschaftlicher Innigkeit und stand im Begriffe, den furchtbarsten Verrath an „e den beiden Frauen auszuüben — nämlich Manch zu hsirathen, so lange noch Hefte« lebte — aber dennoch fühlte er jetzt etwas von seiner alten Neigung für Hester sich in seinem Herzen rühren. Er zog sie zu einem seidenen Sopha in der Nähe des Kamins und schloß sie sanft in seine Arme. „Meine arme Hefter!" sagte er, leicht da« dun- delblonde Haar streichend, von dem der Hut herab- gefallen war. „Mein arme« Weib! Verzeih' meine Härte! Ich habe so vieles zu ertragen, was mich bekümmert. Ich traur« mit Dir. Ich hatte manchen Plan für unseren Sohn erdacht. Es ihut mir leid, daß ich nicht mit Dir nach Gloam-Fell zmück- gehen kann." „Was, Du gehst nicht mit?" „Ich kann nicht. Du mußt mir vertrauen, Hester — Dich auf meine Liebe und Treue verlaffen. Herr Tresstlian braucht mich und ich wage es nicht einmal, einen Urlaub zu verlangen, selbst um unser Kind zu begraben. Du mußt gleich zurückkehren und allein!" Die arme junge Frau seufzte. „Allein! Allein! O, mein Gatte!" „Wenn Du mich liebst, muht Du thun, was ich Dir sage. Ich bin hier durchaus noch in keiner sicheren Stellung. Ich kann Dich weder meinem Gönner, noch seiner Familie vorstellen. Ich verlange, daß Du ruhig von hier fortgehst und in dem Dorfe kein Wort von mir sprichst. Wo ist Dein Wagen?" „In dem Gasthofe von Ardleigh." „Du mußt unverweilt in das Dorf zurückeilen. Brauchst Du vielleicht Geld?" Hester schüttelte traurig den Kopf. „Du wirst doch welches brauchen für die Begräb- nißkosten. Hier — nimm meine Börse", und er steckte sie ihr in die Tasche. „Du darfst hier nicht gesehen werden. Gehe nach GloanvFell zurück und bleibe daselbst, bis ich Dich hole. Nun mußt Du aber fort." „Aber Jasper, ich verstehe Dich nicht —" „Ich will bald zu Dir kommen und Dir Alles erklären. Aber jetzt mußt Du gehen." Die junge Frau erhob sich langsam und aus ihrem abgehärmten Gesichte sprach ein unsäglicher Schmerz. Sie machte einige Schritte durch das Zimmer, dann wandte sie sich mit einem furchtbaren Schrei zurück und warf sich in Lowder's Arme. „Mir bricht dar Herz!" jammerte sie schluchzend. „Ermanne Dich. Sei muthig! Um des Hirn- melrwillen, möchtest Du mich denn zu Grunde richten? Ich sage Dir, Deine längere Anwesenheit hier gefährdet mich!" „Ich will gehen, Jasper. Der Himmel weiß es, daß ich lieber sterben, als Dir ein Leid zufügen wollte. Einen letzten Kuß, Jasper. Ich gehe schon!" Ihre Lippen vereinigten sich zu einem Abschieds- kuffe. Hester klammerte sich an ihn an, wie an ihre letzte Hoffnung und schluchzte herzerschütternd in ihrer - trostlosen Verzweiflung. 403 e ch Blanch t — aber alten Nei- ühren. Er t Nähe des me. )t das dun- Hut herab» rzeih' meine , was mich hatte man- xs thnt mir Fell zmück- vertrauen, ,e verlassen, age es nicht st um unser zurückkehren mn, was ich h in keiner der meinem i. Ich ver» und in dem Bo ist Dein zurückeilen. : die Begräb« fe", und er fst hier nicht zurück und in mußt Du ht id Dir Alles m und aus i unsäglicher rch das Zim» it furchtbaren ’S Arme. ie schluchzend. ;m des Him- unbe richten? heil hier ge- imel weiß es, Leid zufügen h gehe schon!" em Abschieds» , wie an ihre ternd in ihrer Sie standen so vereint, als die Katastrophe, welche Lowder so sehr sürGete, hereiubrach. Die Thüre gi-g auf, Blanche und Sir Arthur, angeklsidet, um nach der Kirchs zu fahren und nicht ahnend, daß irgend Jemand anwesend sei, traten in das Zimmer. , ,, ~ ,, Beim Anblicke Lowder's und seiner Frau, welche sich noch immer umschlungen hielten, fuhren sowohl Sir Arthur, als Blanche erstaunt zurück. Und so standen die vier Personen, rede fast wie gelähmt vor Entsetzen und starrten einander stumm und verwirrt an. Fünfzigstes Kapitel. Eine fröhliche Weihnacht. Einige Augenblicke dauerte die Erstarrung, welche sich der Grupps bemächtigt hatte. Sir Arthur starrte bald Lowder, bald Hester an. Endlich wandte er sich um und reichte Blanche seinen Arm, indem er | sagte: j „Ich glaube, wir thäten besser, uns zurückzu- ziehen, Blanche. Das ist kein Anblick für Dich." Die arme Hester schaute in das strenge Gesicht des Baronets, dann auf ihren Galten. Lowder war vollständig übermannt von dem Unheil, das ihn ereilt hatte. In der Angst um ihren Gatten sich selbst vergessend, sprang die schüchterne junge Frau auf die Thüre zu und blieb mit gefalteten Händen und flehentlich emporgewandtem Gesichte vor Sir Arthur und Blanche stehen. „Zürnt ihm nicht!" rief sie kläglich aus. „Es ist Alles mein Fehler. Ich hätte nicht nach Tresfi- lian-Hof kommen sollen — er hat es mir verboten; aber mein Kind — mein armes Kind — ist tobt!" Blanche löste ihre Hand von dem Arm ihres Vormundes. Ihrs Seele wurde von lebhaftem Mitleids für dieses zarte, trauernde junge Geschöpf erfüllt. „Es ist Frau Lowder!" sagte Sir Arthur, die flehende Fremde erkennend. „Ja, ich bin es, Hester Lowder." „Kein Wort mehr", unterbrach sie ihr Gatte in leisem, harten Tone. „Ich w ll die nöthigen Erklärungen jetzt abgeben. Du mußt jetzt gehen." „Und Dich dem Zorne Sir Arthur's überlassen?" rief dis großmüthige Frau. Nie und nimmermehr, Jasper! Er ist Alles nur mein Fehler. Ihr werdet ihm doch nicht zürnen, weil ich es wagte, hierher zu kommen?" Der Baronet trat einen Schritt näher auf Hester Lowder zu. „Wie habt Ihr ihn genannt?" fragte er. „Ich nannte ihn Jasper", sagte sie. „Er —" Lowder übertönte ihre Stimme mit einem lauten Schrei, sprang auf sie zu und packte sie mit solch wilder Heftigkeit am Arme, daß sie vor Schmerz zusammenzuckte. „Kein Wort mehr", flüsterte er ihr drohend zu, „wenn Du nicht willst, dsß ich Dich hassen soll." „O Jasper", rief die unglückliche, junge Frau, „o mein Gatte! ' „Euer Gatte!" rief Sir Arthur verwundert aus. „Euer Gatte!" stammelte Blanche entsetzt. „Ich glaubte", sagte der Baronet strenge, „daß Euer Name Lowder sei und daß Ihr die Frau von dem Reisebegleiter meines Sohnes wäret?" „Ich bin'» — ich bin's! Ich bin Hester Low« der, Sir Arthur, die Gattin Jasper Lowder'«. Wenn Ihr Euer« Sohn, Herrn Guy Tressilian rufen wolltet, Herr, er würde uns erkennen." „Ah, und wer ist denn der Mann, der Euch^fo fest am Arme gepackt hält, Frau Lowder?" rief Sir Arthur in plötzlicher, furchtbarer Aufregung aus. „Er ist mein Gatte. Jasper Lowder." Ein seltsamer Schrei tönte von den Lippen des Baronets. Er widerhallte von Manches Lippen, welche athemlos in einen Stuhl sank. Jasper schleuderte seine Frau heftig von sich. „Das Weib ist verrückt!" schrie er. „Ihre Küm« merniffe haben ihr den Verstand geraubt. Du glaubst ihrem unsinnigen Geschwätz doch nicht, Vater?" In diesem Augenblick hörte man unten an dem Hauptthore laut und heftig klopfen. „Vater?" wiederholte Hester Lowder in verwirrtem Tone, erst den Eindringling, dann den Baronet anschauend. „Jasper, hast Du Deinen Vater gefunden? Ist Sir Arthur Tresstlian Dein Vater?" „Nein, nein, tausendmal nein!" schrie der Baronet in donnerndem Tone. „Dieser Mann ist nicht mein Sohn. Mein Instinkt hat sich immer gegen ihn aufgelehnt. Ich hatte schon vor Eurer Ankunft den Beweis, daß er ein Eindringling und Bs» trüger ist!" In diesem Augenblicke öffnete sich dis Zimmer- thüre und zwei Personen traten ein — Guy Tresstlian und seine holde, junge Frau. Hinter ihnen auf der Schwelle stand Drvereux Gowcr. „ Kaum in dem Zimmer angelangt, blieben Guy und Olla stehen. Guy hatte seinen Hut abgenommen und stand da, hoch und stolz aufgerichtet, schön mit vor Geist leuchtenden Augen, und der Gluch hoher Freude im Gesichte. Er sprach kein Wort, sondern warf einen brennenden Blick auf den Mann, welcher ihm sein Geburtsrecht gestohlen hatte. Dann wandte er seine Blicks Sir Arthur zu. Als er diesen klaren, braunen Augen begegnete, und seine sehnsuchtsvollen Blicks das edle, schöne Gesicht verzehrten, sprengte das Herz des Vaters, das erstarrt gewesen zu sein schien, die eisigen Bande. Mit einem lauten Schrei sprang Sir Arthur vor und drückte ihn an seine Brust. _ , _ , , „Guy I" schrie er. „Mein Sohn! Mein Sohn!" Der Sohn war in sein Vaterhaus zurückgekehrt; edel, ritterlich und hochstnnig, und sein Vater begrüßte ihn wie einen vom Tode Erstandenen. Blanche und Olla weinten vor freudiger Theilnahme. (Schluß folgt.) 404 Jaultenzer. Von G. Kopal. (Nachdruck verboten.) „Im Schweiße Deines Angesichts sollst Du Dein Brot essen" — diese unangenehme Perspektive bildete bekanntlich einen Theil des verurtheilenden Erkenntnisses, welches gegen unseren Urvater wegen der recht bedauerlichen Apfelbiß-Affaire verhängt ward, und eine nicht geringe Anzahl der Nachkommen Adam's hat bis Dato unter den Nachwirkungen jenes Spruches zu leiden gehabt; auch ist ein Ende dieses in mancher Beziehung störenden Mißstandes vorläufig nicht abzusehen. Andererseits läßt sich aber auch die That- sache nicht bestreiten, daß eine erkleckliche Quote der Menschheit hierin eine Ausnahmestellung einnimmt. Der intereffante moderne Wissenschaftszweig, welchen man „Statistik" nennt, gewährt einen ungefähren Anhaltspunkt zur Schätzung des Prozentual-Verhält- nisses Derer, welche sich eines solchen Privilegiums erfreuen. Die letzten reichsamtlichen statistischen Ermittelungen aus deu Ergebnissen der Berufszählung stellen fest, daß in denjenigen 15 deutschen Großstädten, welche über 100000 Einwohner zählen (Berlin, Hamburg, Breslau, München, Dresden, Leipzig, Köln, Königsberg i. Pr., Frankfurt a. M., Hannover, Stuttgart, Bremen, Danzig, Straßburg i. E., Nürnberg), die Abtheilung der „berufslosen Selbstständigen durchschnittlich 76,63 pro Mille der Gesammt-Bevöl- kerung beträgt". Man könnte also, wollte man „schnell fertig mit dem Wort" sein, behaupten, daß unter 100 Deutschen reichlich 93 Fleißige und nahe an 7 Faullenzer existiren. Doch das läßt sich natürlich nicht so schroff hinstellen. Wir sehen ganz davon ab, daß jene „Berufs- abtheilung" nicht nur die Rentiers, Pensionäre rc. selbst, sondern auch ihre Familien-Angehörigen umfaßt, und daß ein Gleiches bei den „arbeitenden" Berufs- abtheilungen stattfindet, daher also vom „Schweiße des Angesichts" z. B. weder bei dem sechsmonatlichen Säugling, noch bei der achtzigjährigen Großmama die Rede fein kann, welche aber dennoch unter besagten „Fleißigen" figuriren. Auch ist es durchaus nicht die Absicht dieses Aufsatzes, den ehrenwerthen Stand der Rentner, welchem Schreiber dieser Zeilen selbst anzugehören sich gegebenen Falles gern entschließen würde, irgendwie herabsetzen und als „Faul- lenzer" verschreien zu wollen. Dies bleibe den Herren Sozialisten überlassen, welche schon in den 30 er Jahren dieses Jahrhunderts die französischen Arbeiter- Vereinigungen dazu benutzten, um den Haß gegen die vermeintlichen „Drohnen im Bienenkörbe der menschlichen Gesellschaft" zu predigen. Der Vergleich hinkt auch bedeutend, denn über das delikate Thema der Drohnennützlichkeit ist jeder Bienenvater Ausschluß zu geben im Stande. Man kann, ohne zu Paradoxen zu gelangen, kühn behaupten, daß es eine verhältnißmäßig sehr große Anzahl Rentiers und Pensionärs giebt, deren Thun und Treiben im direkten Gegensätze zur Faullenzerschaft steht. Noch kürzlich fanden wir in einem französischen Buche die interessante Bemerkung, daß die meisten kleinen Rentiers in Paris solche Leute sind, die sich während langjährigen Geschäftsbetriebes zwar ein Kapitälchen zurückgelegt und dann das Geschäft felbst aufgegeben haben, um in Ruhe die Früchte ihres Fleißes zu genießen, die aber von den befcheidenen Zinsen ihres Vermögens nicht derart leben können, wie sie es gewohnt waren, und die daher von Morgens früh bis Abends spät unermüdlich auf deu Beinen sind, um einigen kargen Nebenverdiensten nachzujagen. Gleiches thun zahlreiche Pensionirte, bezw. sind solches zu thun gezwungen, da das Ruhegehalt „zum Verhungern zu viel, zum Leben zu wenig", wie man zuffagen pflegt. Dazu kommen noch diejenigen wackeren „Berufslosen", welche auf allen möglichen Gebieten des öffentlichen Lebens, fei es als Parlamentarier, als Armenpfleger, als Verwalter gemeinnütziger Stiftungen rc. ohne Entgelt angestrengt thätig sind. Diese Art der selbst auferlegten regen Beschäftigung lassen wir natürlich gern als Arbeit gelten. Zweifelhaft wird indessen die Sache bei denjenigen „Berufslosen", die im Kampfe mit ihrem Erbfeinde, der Langenweile, zur Waffe der nutzlosen Beschäftigung greifen, die oft mit unermüdlichem Eifer ihre Steckenpferde reiten, u. A. der Sammelwuth fröhnen. Diese Arten der Thätigkeit können unter Umständen auch der ernsten Wissenschaft gute Dienste leisten, nur zu oft jedoch handelt es sich um nutzlos kindifches Getändel; beispielsweise ist der in einem Daudet'schen Roman vorkommende ältere Herr, der seine Lust am Koloriren hat, und als seine sparsame Gattin kein Geld mehr für Bilderbögen hergeben will, alle Buchstaben einer spanischen Grammatik mittelst vieler Jahre Arbeit mühsam ausmalt und vergoldet, ein klassischer Typus dieser blöd-stumpfsinnigen Gesellen, von deren absonderlichen Geschmacksverirrungen wir noch zahlreiche Beispiele aus eigenen Erfahrungen vorführen könnten. Wir unterlassen es, theils mit Rücksicht auf den uns zu Gebote stehenden Raum, theils weil manche der zu erzählenden wahren und felbst erlebten Thatsachen unseren Lesern doch gar zu unglaublich klingen würden, und hiervor muß sich ein vorsichtiger Schriftsteller hüten. (Schluß folgt.) Vermischtes. „Nöd übel!" Ein Appenzeller wollte in einem Hutladen in St. Gallen einen Hut kaufen. Appenzeller: „Wah chost do dä Huet?" — Fräulein: „Drizäh Franke!" — Appenzeller: „Nöd übel! Aber es hät ja ka Lächer drin?!" — Fräulein: „Löcher? Zu was Löcher ime Huet?" — Appenzeller: „Daß dä Esel, wo drizäh Franke für so en Deckel zahlt, d'Ohre usastrecka chaa!" Redaction: i. V. Hermann Elle. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.