es. Brausepulver. Brausepulver selbst falls um fünfzig ' an es sich in der inst. Bekanntlich r das Laugensalz im Brausepulver, en besteht aus 5 und drei Theilen inisch wird. Ein n am besten aus, itet thut oder der sich noch einigeo erbundenen Glase, hlossenen Gefäßen, scheinen, so lange ausgeht, daß die )ie Feuchtigkeit der 3t werden, sie sind it, daß umgekehrt die menschliche i sind der Ansicht, rs kalten Klimaten cen Zonen könnten zeboren seien, nicht t indessen auf irr- uhen. Die Ersah- welche aus kälteren flagen wurden, ein n. Der Verlänge- >nders das Klima n, vor allem wirkt Neger ein. Dort ier mindestens 190 nnte sich noch auf ; besinnen. Ferner nica einige Neger, 40 Jahren standen Gesundheit erfreu- heute noch leben, ahre in Kingstown, ulatte, dessen Alter !. Auf solche kern- nach dem des Men- Hoch kommt, achtzig und nur den Nach- ll gewesen, würden laben unterschreiben Frau läßt sich von Die Unterhaltung mglosen Charakter sehr glücklich" — „O gewiß, meine rädige Herr ist ein „Findest Du?" - er küssen kann!" Hichener Jamilienblätter. Belletristisches Beiblatt;um Gießener Anzeiger. ..... uw HIHI-■■riM INI I . ,.n nn.in i i ■■■■ ■■w.- i ■■■■ ■■■■■■■ u. .in ■■■ ■ i n in M, 60. Donnerstag dm 24. Mak. 1888. Der Zröe des Kaufes. Roman von Hermine Frankenstein. (Fortsetzung.) Lowber warf einen Blick auf seine Kleider, als ob er sich erinnerte, daß er noch den Reisestaub auf sich habe. Sir Arthur verstand den Blick und bemerkte: „Deine Koffer sind aus Dein Zimmer gebracht worden, Guy. Ich hoffe, Du hast Deine Garderobe in Paris auf dem Rückwege erneuert. Möchtest Du nicht auf Dein Zimmer gehen und Dich umkleiden?" Lowder erwiderte bejahend und Sir Arthur ergriff den Arm der jungen Mannes und führte ihn aus dem Empfangszimmer durch die große Halle und über die breite Treppe zu einer Reihe von Gemächern, die theilr auf die große Wiesenfläche und die lange Allee, theils nach dem Fluffe Savern hinausgingen. „Deine alten Zimmer, mein Junge", sagte Sir Arthur, die Thür öffnend und Lowder in ein schönes, achteckiges Cabinet hineinschiebend, das mit seiner zart geschmackvollen Ausstattung ein Boudoir für eine Dame hätte sein können. „Ah, Du bemerkst, wie verändert Alles ist? Das ist Blanche'« Werk. Nachdem ich 5bir vor drei Wochen schrieb, Du solltest zmückkehren, faßte Blanche den Gedanken, Deine Zimmer neu herzurichten. Sie hat immer ihren eigenen Willen, wie Du weißt. Eine Woche lang war sie die geschäftigste kleine Hausfrau. Sie brachte zwei Tage in Gloeester zu, wählte Teppiche, Vorhänge und Tapeten au«, und als sie zurückkam, hatte sie mehrere lange Bsrathungen mit Frau Groß, um sich über die Farbe für das Wohnzimmer zu entscheiden. Den Erfolg kannst Du selbst sehen. Ich übkrlaffe es Dir, Alles zu bewundern. Wenn Du hinabkommst, wirst Du uns in dem Empfangszimmer finden. Das Gabelfrühstück wird in einer halben Stunde aufgetragen werden." Nachdem er seinen vermeinten Sohn noch einmal zärtlich umarmt hatte, entfernte fich Sir Arthur und ging in dar Empfangszimmer hinab, wo Blanche ihn erwartete. Allein gelassen, ging Lowder durch die ihm angewiesenen Zimmer und betrachtete ihre E.nrichtung mit prüfenden Blicken. Die E.nrichtung sämmtlichsr vier Zimmer war ebenso geschmacksoll als elegant und kostbar, und überall brannte ein lustiges Feuer, um die Temperatur des rcuhen Nsvembertages vergessen zu machen. I „Ein prächtiges Nest, wahrhaftig!" murmelte ? Lowder, als er sich anfchickte, einen anderen Anzug s aus seinen Koffern zu nehmen. „Es war ein glück- l kicher Zufall, der mich an der Stells des armen Guy ? hierherbrachte. Sir Arthur sieht jünger aus, al« 1 ich glaubte. Ich war fast erschrocken, als ich ihn j vor dem Eingangs dort sah. Ich hätte um den IPreis meine« Lebens nicht sagen können, ob er der Baronet oder irgend ein Freund des Hauses fei. Aber seine Aufregung, fein Benehmen versicherten mich gleich. Ich schmeichle mir, daß ich meine Rolle gut gespielt l habe, so gut, wie es der echte Guy gethan hätte, a Ich habe Sir Arthur und Blanche getäuscht. Das । Uebrige wird leicht sein. Ich bin der anerkannte Erbe von Tressilian-Hof. Endlich — endlich — - habe ich einen Namen, Vermögen und Stellung. > Und eine« Tages werde ich Sir Guy Tresstlian | fein! Gut gemacht für den armen, namenlosen Jas- I per Lowder." Er beeilte sich, mit der größten Sorgfalt 5 und besonderem Geschmacks sich anzukleiden. Und * dann steckte er die Geschenke zu sich, die er für | Blanche gekauft hatte, und auch da«, welches Guy I noch für sie angeschafft hatte, und nachdem er noch r einige Augenblicke bei einem Fenster verweilt hatte, ; um sich an dem Anblicke der großartigen Besitzung f zu weiden, die er eines Tages sein zu nennen ent* \ schloffen war, ging er in das Empfangszimmer - hinab. j „Das Frühstück ist bereit", sagte Sir Arthur, | ihm an der Thür entgegenkommend. „Reichs Blanche $ Deinen Arm, wir wollen in den Speisesaal gehen?« Lowder fühlte sein Herz seltsam durchzuckt, als - Blanche ihrs kleine Hand auf seinen Arm legte; er I folgte Sir Arthur in den großen Speifesaal, welcher t mit Blumengewinden und Immergrün festlich ge- f schmückt war. Die Fenster dieses Saales gingen auf den Gar- ■ ten hinaus, in welkem jedoch der späten Jahreszeit \ halber fast nichts mehr blühte. | Lowder führte Blanche zu dem Tische und nahm j dann selbst Platz. Der alte Purmton, der Haushofmeister, welcher - dem richtigen Guy bei manchem Knabenstreiche ge« \ Holsen, dem wirklichen Erben Jagen, Fischen und < Schießen gelehrt hatte, der ihm mit Entzücken den Glanz de» House« von Tresstlian ausgemalt hatte und den Guy mit wahrem und aufrichtige« Herzen liebte — der alte Purmton ging mit erwartungsvollem Ausdrucks um den Eindringling herum, h) in Gießm, ^242 begierig, ein Wort freundlicher Anerkennung von dem zu hören, der der Abgott feines alten Herzens war. Aber Lowder, gänzlich unbekannt, beachtete ihn gar nicht. Pmmton ließ den vermeinten Erben von keinem Andern bedienen, sondern reichte ihm Alles selbst. Seine unermüdliche Aufmerksamkeit fiel Lowder endlich auf. Er sah seine sehnsüchtigen Blicke und den ängstlich flehenden Ausdruck und wurde ver. legen I Dann zuckte wie ein Blitz in ihm die Erinnerung an Guy's häufige und liebevolle Bemerkungen über den alten „Purmton" auf. Das mußte er sein. Inner, lich böse über den Fehler, den er gemacht hatte, und Überzeugt, daß Sir Arthur und Blanche sich ob seiner Gleichgiltigkeit gegen den treuen Diener wunderten, zwang Lowder ein freundliches Lächeln auf ; seine Lippen und rief aus: „Purmton, mein lieber alter Freund, habt Ihr kein besonderes Wort für mich, der ich Euer Stolz und Eure Qual zu sein pflegte? Ihr habt Euch seit den schönen alten Tagen nicht im Geringsten veränder!; Eure Hand, alter Bursche!" Er streckte seine Hand aus. Purmton ergriff fie mit glücklichem, dankbarem Drucke, Str Arthur schaute befriedigt drein, Blanche lächelte. Lowder gratullrte sich zu seiner geschickten Einlenkung. „Ab, Herr Guy", rief Purmton aus; „Ihr habt dasselbe Herz zmückgebracht! Willkommen daheim! Es ist ein glücklicher Tag, der Euch wieder hierher gebracht hat." _ Lowder gratulirte sich im Stillen von Neuem und verzehrte dann seine Mahlzeit mit Appetit, worauf Sir Arthur wieder mit ihm und Blanche in den Salon zurückging. Nachdem Lowder Blanche daselbst zu einer Ottomane in der Nähe des Kamins geführt hatte, entschuldigte er sich und ging auf seine Zimmer hinauf. Bald darauf kam er zurück, schwer beladen mit dm alten Büchern, die er für Sir Arthur in Paris gekauft hatte. t , Er legte sie auf den Tisch nieder und sagte: „Du siehst, mein lieber Vater, wie gut ich mich Deines Geschmackes erinnerte. Hier sind einige Bücher, die ich in Paris aus den Quai de Voltaire für Dich kaufte, und keines darunter ist weniger als hundert Jahre alt. Diese seltsam eingebundenen Bände mit dem Mrssingkreuz auf den Deckeln enthalten Abhandlungen über die Geheimnisie der Rosenkreuzer. Hier sind Geographien aus der Zeit von Christoph Columbus. Hier ist noch ein Band mit Mehreren Landkarten, welche Geschichte und Beschrei- bung der fabelhaften Insel Atlantis enthalten. Ich hoffe, die Sammlung wird Dir Vergnügen machen." Sir Arthur's befriedigtes Lächeln bezeugte, daß er ebenso überrascht als entzückt von dieser Aufmerk- jarrkeit war. Er trat an den Tisch und begann sich mit dem Inhalt der Bücher zu beschäftigen. Lowder ging durch's Zimmer zu Blanche hi» und rückte sich einen Stuhl neben sie. Er neigte sich mit einem Aus» drucke gr-nzenkofer Bewunderung zu ihr hinab. „Ich Habs Euch nicht vergessen, Blanche", sagte er mit leichter Stimme. „Ich sehe, Ihr liebt die Perlen, die ich Euch vom Continrnte schickte. Ihr könnt Euch daher nicht weigern, diese Kleinigkeiten anzunehmen." Er zog aus seiner Tasche das viereckige, violette Etui, in welchem das Perlenhalsband lag, das er für sie in Paris gekauft hatte. Er nahm den Schmuck und der Feuerschein spielte auf der dreifachen Perlenschnur und auf den geschliffenen Flächen des kostbaren Brillanten. „Laßt <8 mich um Euren Hals legen, Blanche", sagte Lowder. Blanche senkte den Kopf. Der Eindringling legte den prachtvollen Schmuck um ihre» schlanken Hals. Als sie den kleinen goldenen Kopf erhob, warm ihre Wangen mit holder Gluth übergoffen. „Es ist ein schönes Geschenk", murmelte sie. „Ebenso schön als kostbar." „Aber nicht halb so schön, als die liebliche Trägerin", sagte Lowder halblaut, „Manche Frauen ; scheinen geschaffen, um Diamanten zu tragen. Ihr solltet immer Perlen tragen, Blanche. Aber ich habe noch etwas Anderes für Euch; zwar nur eine Klei- niakeit, aber ich hoffe, Ihr werdet sie tragen." “ Er zog bei diesen Worten ein Etui heraus, welches beim Oeffnen einen Brillantring zum Vorschein kommen ließ. Es war ein werthvolles kleines Geschmeide; der , Edelstein war ziemlich groß, von weißer tadelloser r Farbe und klar wir ein Tropfen Quellwaffer im i Sonnenschein. Ec war in höchst seltener Weise ge- ! faßt, um seine Schönheit in's beste Licht zu setzen. Dieser Ring war von Guy Tressilian gekauft , und zum Geschenke für Blanche bestimmt wordm. ' Lowder hatte ihn nach dem Schiffbruchs und Guy's I Verwundung mit seinen anderen Werthsachen von : ihm gestohlen. Und jetzt bot ihn dieser Betrüger ' als eigenes Geschenk dem jungen Mädchen dar. „Ihr werdet ihn nicht zurückweisen, Blanche?" sagte er. „Ich glaubte eine Verweigerung in Euren Blicken zu lesen. Laßt mich Euch die Geschichte dieses kleinen Steines erzählen. Ich kaufte ihn, als ich den Perlenschmuck in Konstantinopel vor längerer Zeit kaufte. Der Ring ist von dem Juwelier de« Sultans für dessen Favoritin, eine schöne Cirkafsierin, . gemacht worden. Der Sultan selbst hatte den Dia- i mant gewählt. Der Juwelier zeigte mir den Ring. : Er gefiel mir. Ich dachte daran, wie er an Eurem : zarten Finger glitzern und funkeln würde. Der Juwelier hatte einen diesem ganz ähnlichen Stein. Ich bot ihm mehr als den Werth des Ringes und er verkaufte ihn mir und sagte, daß er den anderen Stein für den „Stolz des Harems" fasten werde. Ich nahm den Ring mit mir von Konstantinopel fort. Er begleitete mich nach Aegypten und Palästina, nach Griechenland und Italien und auf jener Reise, welche für den armen Lowder so verhängniß- • voll wurde. Er hat sich mir als ein Talisman de« 243 tauche", sagte Ihr liebt die schickte. Ihr e Kleinigkeiten reckige, violette d lag, das er Zr nahm den auf der drei- Offenen Flächen egen, Blanche", chringling legte schlanken Hals. >ob, waren ihre i. murmelte sie. ie liebliche Trä« Manche Frauen u tragen. Ihr , Aber ich habe ! nur eine'Klei« ie tragen." i Etui heraus, iring zum Vor- Geschmeide; der veißer tadelloser Qusllwasier im ltener Weise ge« ! Licht zu setzen. Iressilian gekauft estimmt worden, cuche und Guy's Werthsachen von dieser Betrüger lädchen dar. isen, Blanche?" igerung in Euren lch die Geschichte h kaufte ihn, al« opel vor längerer em Juwelier de» Höne Cirkassierin, i hatte den Dia« te mir den Ring, mie er an Eurem ivürde. Der Ju« lichen Stein. Ich > Ringer und et er den anderen 16" fassen werde, n Konstantinopel lypten und Palä« en und auf jener rr so verhängniß- ein Talisman de» Glückes bewiesen und er wirb mir lieber sein, als je, wenn Ihr ihn tragen werdet." Er wendete den Ring in dem sanften Feuerschein hin und her, ergriff dann Blanche'« Hand und steckte ihr den Ring sanft an bett Zeigefinger der linken Hand. Er erinnerte sich vielleicht nicht daran, daß ein Mädchen an diesem Finger nur einen Berlo« bungsring trägt; aber Blanche Jrby erinnerte sich dessen. „ES ist sonderbar, daß der Ring nicht in dem Schiffbruch zu Grunde gegangen ist", sagte Blanche. „Durchaus nicht! Denn ich trug ihn bei mir. Ich habe mein ganzes Gepäck verloren, da es auf dem Schiffe war, aber meine größeren Schätze trug ich immer bei mir. Bon diesen kostbaren Schrift« stücken kann ich nicht dasselbe sagen", und er zog ein kleines Päckchen fleckiger, angegriffener Briese, die mit einem blauen Band zusammengebunden waren, hervor. „Das Meerwaffrr hat sie gefärbt." Ec drehte das Päckchen herum, so daß Blanche darin ihre eigenen Briefe an Guy erkennen konnte. „Ihr seht, wie oft ich sie gelesen habe", und er lächelte. „Die Briefe meine« Vaters hatten kein besseres Loos. Einige davon sind wirklich unleserlich!" „Als er die Briefe wieder einsteckte, stand Blanche auf und ging zu ihrem Vormunde hin, der noch immer über seinen Büchern am Tische stand. „Lieber Onkel", sagte das Mädchen, „steh', diesen Ring hat mir Guy gebracht. Ec hat eine merkwürdige kleine Geschichte. Guy kaufte ihn vor seinem Schiffbruche I" Sir Arthur prüfte den Schmuck, während Blanche ihm lebhaft die Geschichte wiederholte, die ihr Lowder erzählte. Dann steckte er ihr bleich und ernst, aber mit einem ganz selbstlosen Herzen den Ring an den Finger. „Onkelchen! Guy hat alle unsere Briefe bei sich", sagte Blanche, mit Sir Arthur die alten Bücher durchblickend. „Sie sind alle vom Meerwaffer durchtränkt, aber er hat sie bewahrt, als ob sie unschätzbar wären." Lowder ergriff die Gelegenheit, um ihre Worte zu bestätigen und nahm die Briefe, sowie andere, welche der Baronet geschrieben hatte, wieder heraus. Er glaubte damit einen unwiderlegbaren Beweis zu geben, daß er der Sohn des Baronets sei. Sir Arthur und Blanche meinten darin einen Zug von jener Gemüthlichkeit zu erblicken, welche den Knaben Guy charakterifirt hatte. „Es hat mir wohlgethan, zu sehen, wie der alte Purmton sich freute, als ich bei Tische mit ihm sprach", bemerkte Lowder sorglos. „Der brave alte Bursche! Er hat mich gleich erkannt. Ich bildete mir fast ein, daß ich ihn nicht erkennen werde. Die Erschütterung durch den Schiffbruch hat mein Gc- dächtniß fast gelähmt. Aber im selben Augenblicke, als ich Purmton genauer anschvute, kam mir die Erinnerung an seine alten Geschichten zurück und ich fühlte mich wieder als Knabe." „Du bist so enthusiastisch wie immer, Guy." „Ja, und ich fürchte, ich werde meinem knabeu« haften Enthusiasmus nie entwachsen", sagte Lowder lachend. „Und als ich die gute, mütterliche Frau Gaß an der Spitze ihrer Gehilfinnen sah, konnte ich nur an die vielen Leckerbiffen denken, mit denen sie mich in früheren Tagen auf ihr Zimmer zu locken pflegte. Meine Dankbarkeit für ihre Näschereien hat meine Gehirnerschütterung überdauert. Ich muß sie später auf ihrem Zimmer besuchen." (Fortsetzung folgt.) Unsere Lagerstätten. (Nachdruck verboten.) Die Lager- bez. Ruhestätten sind wohl jedermann unter dem Namen Betten bekannt. Es sind dies mit Polster, Decken und ähnlichen Vorrichtungen versehene Plätze, welche den Menschen zur Schlafstelle dienen. Das Bestreben, sich für die Ruhe, und zwar ganz besonders in der Nacht, bequeme Lagerstätten zn verschaffen, läßt sich wie etwas Selbstverständliches unter den alten und neuen Kulturvölkern, ja sogar bei den wilden Völkern beobachten. Sehr bequeme und zum Theil mit prächtigen Polstern belegte Lagerstätten, an der Kopfseite mit hoher Lehne, auf Thierfüßen ruhend, finden wir bereits bei den alten Aegyptern. Sie bestiegen das meist ziemlich hochbeinige Lager mittels hölzernen Trittes oder kleiner Leitern. Auch die Assyrer hatten kunstvoll aus Holz gearbeitete Lagerstätten, welche mit Zierathen von Metall, Elfenbein, Perlmutter und bergt, ausgelegt waren. Kostbar waren ihre Polsterüberzüge, welche meist aus bunten, gefärbten und gewirkten assyrisch-babylonischen Teppichen bestanden. Ganz ähnlich waren die Ruhestätten der Meder, Perser und Kleinasiaten. Auch die Betten der Hebräer sind nach den Sprüchen Salomonis 7, V. 16 und 17, ziemlich kostbare Lagerstätten gewesen. Man kann aber wohl annehmen, daß alle diese Vorrichtungen nur den Reichen gedient haben und daß sich, wie noch heute, die ärmeren Klassen auf einfachere Weise behelfen mußten. Dasselbe gilt auch für die Griechen und Römer betreffs des Luxus. Bei den ersteren finden wir Gestelle aus Holz oder Metall (Bronze), welches mit Gurten bespannt war. Auf letzteren ruhte meist eine Matratze, in älterer Zeit mit vegetabilischen Stoffen (Heu, Stroh, Seegras), später vorzugsweise mit Wollflocken oder Federn gefüllt. Die Ueberzüge bestanden meist aus Linnen oder Leder. Fast jede Lagerstätte besaß ein Rücken- und Kopfkissen in vorherrschend viereckiger Form. Zu den Bezügen, so auch zu den Teppichbehängen wählte man gern orientalisch gemusterte Stoffe. Den griechischen Betten sehr ähnlich waren die der Römer, nur daß sie in Rücksicht auf die verschiedenen Zwecke in der Form, namentlich den Lehnen und in der Höhe der Gestelle, einzelne Abänderungen zeigten. Die Römer unterschieden das Schlafbett (lectus cubicularis) vom Ehebett (lectus genialis), ferner das eigentliche Krankenlager, das niedrige scimpodium und das Paradebett des Todten (lectus funebris) von dem bei der Mahlzeit hauptsächlich benutzten kostbaren lectus tricliniaris. Gestelle sowohl, als Polsterstoffe zeigten besonders während der größten Machtentfaltung hohen Reichthum. Weit einfacher sind die Ruhestätten der nordischen Völker, welche ihr Lager meist aus Thierfellen oder einer Streu herstellten. Im sechszehnten Jahrhundert werden im ganzen, zumal in vornehmeren Häusern, Bettstellen mit kostbaren Schnitzereien häufig, weil man in dieser Zeit die Holzschnitzkunst mit besonderer Vorliebe pflegte. Alle verschiedenen Formen der mittelalterlichen Bettgestelle haben das Hohe und Kollossale gemein, so daß die Bettstücke darin aufgethürmt werden konnten und der Ruhende oft mehr darin faß, als lag. Die erste Unterlage war das Pflumit oder Federbett, an dessen Stelle aber auch manchmal Stroh eingelegt wurde. Das Hauptstück darüber war der Kulter (lat. culcita, franz, coultre), eine stark gepolsterte Matratze, mitunter auch eine leichtere Steppdecke. Auf diesen legte man das Leilachen, die linde Wat, „Linien", das Bettlaken. Den Kopf stützte man durch das kleine zierliche „Wangekifsen" und das letzte Stück war das „Deckelachen", eine leichte Decke von „Pfellel" (Baumwollenzeug, Seide, Pelzwerk oder mit Pelzwerk verbrämte Seide). Das heutige Bett mit seinen schweren verweichlichenden Federbetten ist erst eine Erfindung des 18. Jahrhunderts. Natürlich sollen nun nicht alle Federbetten sofort beseitigt werden und etwas harte Matratzen an deren Stelle treten, aber etwas weniger „Verzärtelung" der Menschheit könnte nichts schaden. Nur eins wollen wir als Ausnahme hervorgreifen, nämlich das in neuerer Zeit auftauchende Vorurtheil gegen weiche Betten, soweit kleine Kinder in Betracht kommen. Es ist in letzterer Zeit von ärztlichen Autoritäten nicht selten darauf hingewiesen worden, daß «allzuharte Matratzen, d. h. solche, die in keiner Weise dem Drucke des Körpers nachgeben und keiner Bewegung desselben sich anzuschließen vermögen, von schädlichem Einfluffe auf die Gestaltung des jugendlichen Körpers sind. Vögel und andere Thiere bedecken ihre Brut mit den weichsten Stoffen, welche ihr Instinkt sie auffinden läßt, und in gleicher Weise bereiten sie derselben möglichst weiche Unterlagen. Die weiche Roßhaarmatratze sollte bei jungen Kindern die Grenze sein, während wollene Decken im Sommer als Zudecke genügen, die im Winter durch zwei oder drei Decken oder auch ein Federbett abgelöst werden kann. Für das Verlockende und die Gewohnheit der Kinder, in Federbetten besonders am Morgen länger liegen zu bleiben, giebt es ein einfaches Korrektiv: Energie seitens der Eltern! Auf eine Gefahr der Federbetten möchte aber doch noch aufmerksam gemacht werden. Dieselbe besteht darin, daß sie die Ausdünstung des Körpers zu leicht in sich aufnehmen. Werden nun die Betten nicht alltäglich und fleißig und sorgsam gelüftet, so können nur zu rasch Krankheiten entstehen, deren Ursachen häufig ganz wo anders gesucht werden. Eine Unsitte aber verdient des schärfsten Tadels. Die kleinsten der Weltenbürger, welchen das Laufen auf ihren eigenen Spazierbeinchen noch nicht zugemuthet werden kann und daher noch in den Kinderwagen gefahren werden müssen, werden meist auch im Sommer in schwere, dicke Federbetten eingehüllt. , Tropische Mittagsgluth und diese gleichzeitige unsin- I nige Einpackung aber sind es, welche nur zu oft | den Todeskeim in die Kinder legen. Und strampelt | solch ein kleiner Kerl infolge der unerträglichen Hitze »v das Deckebett endlich von sich, so sind unkundige I Mutterhände schleunigst bereit, den armen Kleinen ; wieder in sein Gefängniß einzupacken, vielleicht auch l einzubinden. I Den Schluß bilden die neumodischen Schiebekinderwagen, bei welchen die Begleiterin das Kind niemals im Auge haben kann, und eine die Sehorgane der Kinder zu Grunde richtende scharlachrothe Decke. Es könnte wahrlich nichts schaden, wenn bezüglich der Lager- und Ruhestätten mit ihrem Anhängsel 5 bald gesündere Reformen Platz griffen. Man schütte l jedoch das Kind nicht mit dem Bade aus und treibe l die „Abhärtung" nicht zu weit. Solche Prinzipien- \ reiterei, bei welcher die Kinder bei offenen Fenstern I schlafen und im Winter Flußbäder nehmen müssen, i niemals wollene Strümpfe tragen dürfen und bis ' zum 14. Lebensjahre mit nackten Knien Herumlaufen » und auf Matratzen schlafen müssen, welche sich von i den Holzpritschen eben nur durch das Material i unterscheiden, solche Prinzipienreiterei ist ebenso ver- werflich, wie Federpfühle und Watte-Emballagen. s Egon W. Mermisch 1 es. ; Wölfe in Indien. Die Nachbarschaft von Murgaon in Bandelkand ist stark von Wölfen heim- * gesucht, deren Vernichtung ein leichtes wäre, denn sie wohnen in Schluchten um die Dörfer her, die i völlig zugänglich sind, und eine kleine Summe, die man den Kaudschars gäbe, würde den Zweck erreichen, aber man giebt diese Kleinigkeiten nicht. Man rechnet, daß in der Stadt Agra jährlich 200 Kinder von Wölfen zerrisfen werden. Man hat alles Mögliche gethan, ! um die Bewohner zu größerer Wachsamkeit anzufeuern und hat Preise auf jeden Wolfskopf gesetzt, aber die Eingeborenen halten die Wölfe für eine besondere Geißel des Himmels und deren Vernichtung für gottlos. Redaktion: A. Scheyda. — Druck und Verlag bet Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. 61. 3 Roi! „Erim Goß aus i „Crefly ist sich Eurer lich mit ih „Die j Du fortgii Heimath r k ärt, muß das Gut i prächtiges im Stalle wirst auch Dich nur geben und Deinem t sehr anger f, $ nichts fcn| mich mein „Jch° den Gefül gu'e Frau Deiner Ki an den A ihr Purm warst uni kannst auj aber blril nicht lang her berufe allein seh« Lowdi sich hin. natürlich wünsche, die gute war er t seine Sti wünscht! mer der kenntniß