beschloß et, an und ging Atelier war, fleißig; als >om Thurme, , so hörte er er fuhr zu- nichts, ruhig er denselben r zusammen, er er mußte f. Er ergriff tte nur noch deshalb den und unheim- rnehmen. Er seine Laterne, dem Glocken- cht einschlafen Gedanke auf, ;nb zwar drei- it dem letzten >r den höheren >ar-ein reiner, schön, um sie mng war von lang eher wie chm Gedanken § und je mehr icher ward er. gesehen hatte, en war, ward cübt ihr Frühlieber Gott!" : Todtengräber m die Perücke gesengt waren, fröhlicher und t war erklärt. Lichte zu nahe wbrannt. »achter der eckung gemacht, wohl zur Be- Der Augapfel ittag mehr und ienn die Sonne o fehr, daß es ssieht, der senk- stittag erweitert esifchen Dörfern rächen, daß die >ten und danach wirklich wahr Gießener Jamilienblälter. Belletristisches Beiblatt ;um Gießener Anzeiger. Dienstag dm 24. April. Nr. 48. 1888 Der Kröe des Kaufes. Roman von Hermine Frankenstein. (Fortsetzung.) Drittes Kapitel. Der Verfolger. Der unheimliche Mensch, deffen plötzliches Ec» scheinen auf der Schwelle da« vorher so freudestrahlende Mädchen in so tiefen Schrecken versetzt hatte, trat langsamen Schrittes, ein höhnisches Lächeln um die Lippen, in den kleinen Salon. Auf dm ersten Blick erkannte man in ihm dm Engländer. Er war groß und von stattlichem Ansehen und kn seinem Benehmen hakte er sogar etwas Aristokratisches an sich. Sein Alter mochte ungefähr 45 Jahre betragen, jedoch zeigte sich in seiner Kleidung und seinem Auftreten dar Bestreben jünger zu erscheinen. Ec war Mc. Deveraux Gower, der Eigenthümer einer prachtvollen Besitzung in England und ein Mann sowohl von großem Ansehen, als auch von großen Ansprüchen. Von hochmüthigem, anmaßenden, stolzen Wesen, war er auch kalt, entschlossen und verwegen. Von grenzenloser Selbstsucht erfüllt, forderte er vom Leben nichts als die Befriedigung feiner Wünsche und Neigungen. Ec hakte das Temperament eines Tigers. Als er sich Olla langsam näherte mit triumphi- rendem Lächeln auf den Lippen, verrieth er den Dreien, die ihn anschautm, etwas von dem Dämon, der in ihm lauerte. Olla erhob entsetzt die Hände, als wollte sie einen Angriff abwehren. Mrs. Popley stellte sich vor ihre Herrin, wie um sie zu beschützen. Jim Popley nahm eine trotzig- Haltung an. Der neue Ankömmling lachte nur leise zu alledem, aber sein Lachen machte der armen Olla das Blut erstarren — es erschien ihr so furchtbar bedeutungsvoll. „Ein ergreifendes Bild!" höhnte Mr. Gower, um deffen sinnlich volle Lippen noch immer das wilde Lächeln spielte. „Und so habe ich Euch endlich ge- funden, meine schöne Mündel. Ihr habt mich schön auf die Jagd geführt, von Neapel bis hierher!" Er warf sich in den Lehnstuhl, aus welchem sich Mrs. Popley erhoben hatte und betrachtete Olla mit vergnügter Miene. „Das war eine gar kluge List von Euch, meine Liebe", bemerkte er. „Ich meine, daß Ihr Euch um i Scheine für die Fahrt nach Genua eingeschrieben l habt. Nls ich Eure Abwesenheit entdeckte, was i gestern etwa um halb 6 Uhr geschah, erfuhr ich nun i durch einen Zufall, daß Ihr nach Palermo gegangen 1 seid. Ich hatte nur noch knapp Zeit, den späteren | Dampfer zu benützen und — hier bin ich!" O 'a hatte mittlerweile ihre Selbstbeherrschung I zum größten Theile wieder gefunden. !Als sie ihrem Vormunde das Gesicht zuwandte, leuchtete aus ihren dunklen Augen Muth, Entschlossenheit und Trotz. „Ich sehe, daß Ihr hier seid!" sagte sie bitter. $ „Es scheint, daß meine Flucht abgeschnitten ist und \ daß ich wieder in Eurer Gewalt bin!" „Ja", sagte Mr. Gower, „es scheint so! Habt l Ihr seit Eurer Ankunft schon etwas von Euren s Freunden, den Pugh's, vernommen? Ich glaubte । von dem Aufwärt-w gehört zu haben, daß sie nach f England zurückgekchrt sind." S Olla antwortete nicht. „Und Ihr wolltet heute den Pugh's nach Eug- I land nachreisen! Er thut mir leid, Eure hübschen Pläne zerstören zu müssen, aber ich habe bereits Popley's Bestellung auf die Schiffrplätze rückgängig gemacht- Ihr werdet Palermo weder heute noch jetzt überhaupt verlassen. Der Ort scheint mir sehr angenehm und ich habe Verfügungen getroffen, den Winter hier zuzubringen." „In diesem Gasthofe?" I „Keineswegs. Ich war nicht müßig bei meiner l Ankunft von gestern Abend. Ich muß Euch auch t sagen, daß ich voraussetzte, Popley würde die Ankunft des Dampfers der „Beiden Sicilien" im Hafen I erwarten und beobachten, ich blieb daher in meiner Kabine, bis alle Reifenden längst das Schiff ver- l lassen hatten und begab mich erst eine Stunde später s an's Land — hierher in diesen Gasthof. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, habt Ihr auch sehr unklug geihan, mein Fräulein, einen falschen Namen anzunehmen meinetwegen. Dann können Sie auch l mit verstellter Handschrift noch nicht gut umgehen ? und das im Fremdenbuch eingetragene „Fräulein l Wind" erkannte ich augenblicklich als von Eurer Hand hcrrührend. Uebrigens bedurfte es nur der | Personalbeschreibung und der Frage an den Auf- ? Wärter, ob eine schöne junge Dame mit schwarzen I Augen und Haaren, mit einer alten Frau und deren s Sohn als Dienerschaft, eingetroffen sei, um äugen« I bücklich eine bejahende Antwort zu erhalten. Die Handlungsweise war mir nun vorgeschrieben: Ich ließ den Hotelbesitzer rufen, sagte ihm, daß die junge in Gießen. 194 Dame mein Mündel sei, ein eigensinniges, trotziger, abenteuerliches, meiner Aussicht entlaufenes Geschöpf, und dies genügte vollkommen, denn in der ganzen Welt exlstirt das Gesetz, daß ein Mündel dem ihr gestillten Vormund zu gehorchen hat Die Folge davon war, daß der Aufwärter Befehl erhielt, mich in Euren Salon zu führen und nun werdet Ihr, sSöne, eigenstnnnige Dame, wohl oder Übel meine Gesellschaft annehmen müssen." Die schönen Augen schauten verzweiflungsvoll zu ihm auf. „ , , „Ich habe viel Verfolgung von Euch ertragen, viel Widerwärtigkeiten erduldet, aber es muß nun fein Ende haben. Nun werde ich mich an den englischen Consul wenden und ihn um Schutz anflehen I „Thut das I Der Consul ist mein bester Freund, er wird Euch die Pflichten einer Mündel gegen ihren Vormund begreiflich machen." Das Mädchen erbleichte. „Ich werde mich an den englischen Caplan wen. den", entgegnete Olla. , _ r ,,Einverstanden. Er wird sich sehr freuen, Euch Euren rebellischen Sinn auszurrden — bereits heute Morgen habe ich ihn besucht." Olla schaute verzweiflungsvoll um sich gleich einem gehetzten Reh. , u „So habt Ihr mir jeden Ausweg, rede Aussicht auf Rettung verfchlosien?" rief sie in Thränen aus- diesen Umständen Mb mir nichts mehr übrig, als die Flucht und ich gedachte der mir befreundeten englischen Familie Pugh, von der ich wußte, daß sie in Palermo wohnte, und die mich sicherlich in Schutz genommen hätte. Run ist diese Famitte fort und ich bin allein - ganz allein, verlaflen und verloren." „Niemals, so lange ich und mein Sohn Jim leben", fiel die alte Amme ein. Herr Gower wandte sich mit haßerfülltem Blicke an die alte Frau, die er jetzt erst zu bemerken schien. „Ihr werdet gut thun, Euch nicht in das Gespräch ru mischen, das ich mit meinem Mündel habe", sagte er in strengem Tone. .Mit Euch und Eurem Sohne gedenke ich später noch ein ernstes Wort zu reden, bis dahin wollt' Ihr Euch bescheiden." Wiederum wandte er sich an Olla. „Glaubet Ihr, schönes Fräulein, Ihr wäret mir entschlüpft und nach England gelangt, man hätte Euch von der gesetzlichen Autorität befreit, die ich über brechend. „Jeder Ausweg ist Euch verfchlosien, aber indem . ich dies thue, öffne ich meine liebenden Arme um so ; weiter und nur an Euch liegt es, Schutz und Schirm darin zu finden für das ganze Leben." Olla schauderte bis in's innerste Herz hinein. „Lieber den Tod, den schnellen, augenblicklichen Tod, als Eure Umarmung!" Ein böser, tückischer Blck schoß aus seinen Augen. Offenbar wollte er gehässige Wor e sprechen, doch bezwang er sich im selben Momente und sagte in süßlichem Tone: „Armes, romantisches Kind - ich bin doch kein Ungeheuer, wie man nach Eurer Flucht und Eurem Abscheu vor mir wohl denken möchte. Bin ich Euch nicht stets ein nachsichtiger, liebevoller Vormund bis Ihr eines Tages die Marke fallen ließet und mir die Zumuthung machtet, Euch zu hei' rathen", entgegnete Olla in bitterem Tone. „Ich konnte nicht anders, ich mußte Eure Anträge mit Abscheu von mir weisen und von dem Augenbucke an habt Ihr mir das Leben zu einer Kette von Qualen gemacht. Nicht einen angenehmen Tag habe ich seitdem erlebt, denn jedes Wort von mir wurde überwacht und ich und meine Dienerschaft sogar einem förmlichen System von Spionage unterworfen. Ihr drohtet, mich in ein Kloster zu stecken und als mich dies nicht abschreckke, da verkündet Ihr mir gtstern sogar, daß es in Eurer Macht läge, mich in das Gesängniß zu bringen und so lange darin zu h.halitN, bis ich Eurem Wellen rntgegenkomms. Unter Euch ausübe?" , . „Ich wollte das mir zugefügte Unrecht vor ein Gericht bringen, und um einen neuen Vormund btt. ten", erklärte Olla furchtlos. „Ich habe gehört, daß es einer Mündel, die mit ihrem Vormund unzufrieden ist, freisteht, sich einen anderen zu wählen. Mein Vater hat Euch nicht zu meinem Vormunde bestimmt; er hat vielleicht nicht einmal Euren Namen gekannt. Ein Richter würde diese Thatsache als wichtig betrachten. Als mein Vater noch in meiner Kindheit starb und meine Mutter schon längst. tobt war, überließ er mich der Vormundschaft der besten Freundin meiner Mutter, der Lady F"dora Welby, der Tochter des Grafen v. Welky. Die Lady Feodora war gegen mich arme Waise sehr gut g, • wohl die Welt sie nur als Modedame kannte. Ein Jahr nachdem ich ihre Mündel geworden war, gerade vor 13 Jahren, henathrte die Lady Feodora Euch, Herrn Deverevx Gower; und als sie vor einem Jahre starb, bestimmte ste Euch zu meinem Vor. munde. Und Ihr habt Euch des in Euch gesetzten Vertrauens unwürdig bewiesen." „Das ist eine schwere Beschuldigung, Olla. „Aber noch immer nicht schwer genug. Ihr habt aus Eurer Macht und meiner Hilflosigkeit Nutzen gezogen und mir Eure Bewerbungen aufgezwungen. Ihr nahmt Euch in Acht, mich zu beunruhigen, wäh. rend wir noch in England waren. Kein Vater hätte bester sein können, als Ihr es dort wäre . Aber vor einigen Monaten entließet Ihr meine alte Gou vernante und kündigtet mir Eure Absichten an, auf Reisen zu gehen. Ihr wäret gegen die Begleitung meiner alten Amme und ihres Sohnes, aber ich wollte England ohne ste nicht verlasten. Sie hatten auf den Wunsch meines Vaters ihr ganzes Leben lang bei mir gelebt und sie werden bei mir bleiben, bis zu unserem Tode. Mit Eurem Kammerdiener und meinen Dienern gingen wir auf Reisen. » erst als wir Neapel erreicht hatten, zeigtet Ihr Euch in Eurem wahren Lichte, warft die Marke der! vät r lichen Liehe ab und enthülltet Euch al» Liebender. 195 Ich wies Euch sanft und freundlich zurück, fürchtend, Euch zu verletzen. Dann singt Ihr mit den Verfolgungen an, die ich aufgezählt habe." „Ein fchrecklicher Fall", höhnte Herr Gower. „Man würde mich nach Eurem aufgeregten Bericht wirklich für ein Ungeheuer halten. Was Eure Anspielungen auf meine verstorbene Frau, die Lady Feodora, mit der Sache zu thun haben, kann ich wahrlich nicht verstehen. Es ist wahr, daß Ihr ihre Mündel wäret und daß sie Euch mir als Vermächl- niß hinterlassen hat. Ich glaube, sie würde meinen Entschluß, Euch zu heirathen, billigen, denn sie liebte uns Beide, trotz ihrer Eifersucht, die Erste sein zu wollen. Sie war eine Frau, auf die man stolz sein konnte", sagte er sinnend. „Groß, stattlich, elegant und vornehm, aber sie vergaß nie, baß sie die Tochter eines Grafen war. Vor unserer Heirath versicherte sie mir, daß sie nie einen Wittwer heirathen würde. Sie wollte niemals die Zweite im Herzen oder in der Heimath des Mannes fein. So lange sie lebte, vergaß sie nicht, daß sie eine Dame von hohem Range war und ich nur ein armer Edelmann. Aber das ist jetzt Alles vorbei. Wenn ich wieder heirathe, nehme ich nur Eine, die mit mir im gleichen Range ist; Heirathen unter wie über seinem Stande haben immer ihre Schwierigkeiten. Ich würde ein Weib wählen, das jünger ist als ich; die Jugend in ihrer Unschuld und Frische ist so schön. Kurz und gut, Olla, ich würde Euch wählen." „Niemals könnte ich Euch wählen, niemals", entgegnete Olla in lebhaftem Tone. „Es ist unnatür- sich, daß sich die Jugend mit dem Alter vereint." (Fortsetzung folgt.) Wann und wie sollen wir essen und trinken? Diätetische Plaudereien. (Sortierung.) Für den Morgen und Abend schickt sich dagegen nur ein sparsamer Genuß leicht verdaulicher Speisen, der die Thäügkeit des physischen und psychischen Lebens nicht beschränkt und dozu dient, die schnellen Uebrrgänge im Verdauungsgeschäfte zu mäßigen und die zu plötzliche und zu starke Anfüllung des Magens, welche bei einmaligem Essen erfolgen müßte, zu verhüten. Ur. streitig dürste zu diesem Behufs vor Allem die unseren Säften so leicht assimilirbare Milch, welche in Verbindung mit Brod, Semmel oder auch einem andern leicht verdaulichen Nahrungsmittel, allen gemachten Anforderungen vorzüglich entspricht, am geeignetsten sein. Diese Lebenrordnung wird noch nützlicher werden, wenn man sich gewöhnt, seine Mahlzeiten täglich zu einer fest bestimmten Stunde einzunehmen, besonders unerläßlich ist es, das Abendbrot stets einige Stunden vor dem Schlafengehen zu verzehren, um jede Störung des naturgemäßen Schlafes zu vermeiden. Nicht minder als das Wann? ist das Wie? bei der Befriedigung unserer Eß- und Trinkbedürsniffs zu beachten, denn die rechts, naturgemäße Act dieser Befriedigung erscheint jedenfalls auch hochwichtig für unsere Gesundheit. Die Natur hat dem Menschen zur Stillung seines Hungers und Löschung seines Durstgefühlss außerordentlich mannigfaltige Genüsse angewiesen, fo daß er stets nach eigenem Belieben eine Auswahl treffen und eine fortwährende Abwechslung beobachten kann. Was ihm aber die gütige Natur zum Geschenke anbietet, dar darf er nicht eigensinnig verschmähen; denn sie verbindet, eben so weise als gütig, mit allen ihren Gaben auch einen heilsamen Zweck. Wie jeder einzelne Nahrungrstoff zum Ersätze des täglich Consumirten auf seine eigen- thümliche Weise beiträgt, einer sich diesen, der andere jenen Theilen des organischen Körpers vorzugsweise aneignen läßt, mithin keiner ganz durch den anderen ersetzt werden kann: so fühlen wir auch nach dem lange fortgesetzten Genüsse einer und derselben Speise, wäre sie auch an sich die indifferenteste und angemessenste, Ekel, Ueberdruß und Unbehaglichkeit entstehen — zum deutliche« Beweise, daß wir von dem ebenen Wege der Natur abgewichen sind. Darum sind wir es unserer Gesundheit schuldig, in den täglichen Genüssen so viel als möglich abzuwechseln und nicht immer dieselbe Speiss wieder zu genießen. Auf der andern Seite ist aber auch hohe Einfachheit ein allbekanntes Naturgesetz, und diesem zufolge würden wir mit Unrecht jede unserer Mahlzeiten mit vielen und mannigfaltigen Speisen und Getränken überladen. Wie der Genuß einiger angemessenen Nahrungsmittel, wenn diese täglich, oder auch nur von Zeit zu Zeit verändert werden, den Appetit auf eine angenehme Weise anregt und gesund erhält, so muß im Gsgentheil die künstliche Zusammensetzung vieler und verschiedener (wiewohl indifferenter) Speisen zu einem Gerichte, wie jede Uebertreibung, dem unverwöhnten Mage« höchst zuwider sein, den verwöhnten (kranken) aber immer noch weiter verwöhnen und verderben. Auch in quantitativer Hinsicht verdienen unsere Genüsse eine besondere Berücksichtigung. Vernünf- tiger Weise und nach dem Willen der Natur können wir nur so lange essen und trinkrn, bis unser Be- dürfniß befriedigt ist, d. h. bis das sigenthümliche Gefühl des Hungers und Durstes, welches uns zum Essen und Türken nöthigts, verschwindet; länger zu genießen, ist zwecklos und verderblich. Der natürliche Mensch, welcher ißt und trinkt, um zu leben und gesund zu bleiben, genießt stets mäßig bis zu seiner Sättigung, nie bis zum Verschwinden des Appetites, ja, er versagt sich den Genuß schon, sobald das dringende Bedürfniß befriedigt ist, weil er aus Erfahrung weiß, daß die genossenen Nahrungsmittel erst einige Zeit nachher, wenn sie, mit dem Magensafte vermischt, den ersten Akc der Verdauung erleiden, das Gefühl einer vollkommenen Sättigung (gelinde Spannung in der Magenge gend u. s. w.) erregen. Anders Brr verfährt H 196 Genußsüchtige, welcher so lange ißt und trinkt, 61$ |eln Appetit sich in Ekel verwandelt, bis Aufblähung und Magendrücken ihn belästigen, im eiMtlichen Verstands — bis er nicht mehr kann. Wie verderblich aber eine so zwecklose Ueberfüllung des Magens sein müsse, leuchtet von selbst ein. Die verschluckten Speisen können hier weniger a^s Nahrungsmittel, vielmehr müssen sie durch ihre Volumen (als fremdartige Masi?) wirken und Schaden bnn- aen; sie müssen die Verdauungrkcäfte theils unnützer Weiss erschöpfen, theils krankhaft verändern, michm in einen Zustand versetzen, in welchem sie unfähig sind, dem Organismus den nölhigen Ersatz des Eon- sumirten zuzusühren. Dies zeigt sich sehr deutlich in den Folgen der Ueberladung. Nach ein .m harten Kampfe, der sich In bedeutend krankhafter und schmerz- licher Veränderung des normalen B.findms aus- spricbt, pflegt die widerstrebende Lebenskraft den, als fremdartigen Reiz wirkenden, Inhalt des Magens gewaltsam zu entfernen, und sich gegen seinen verderblichen Ewfluß zu behaupten; es entsteht ein ysf- ttak» Erbrechen, ost auch entweder allein, oder mit diesem gleichzeitig, wobei die genossenen Sprrsrn gewöhnlich unorrdauet, bisweilen zu einer verdorbenen, übelriechenden Maste umgeändsrt, eur geleert werden. Geschieht die Ausleerung durch Erbrechen sehr b ld nach dem Genusie, so pflegt sich der Orgamsmus eher in seiner Integrität zu behaupten ; er bützt dann für diesmal nur die nöthige Nahrung ein. War er aber unfähig, diese Entleerung frü^eüg zu bewirken, so wird er in feinem normalen Befinden auffallend beeinträchtigt; theils entgeht ihm der nörhtge Ersatz des Consumirten, weil sich dir im Uebermaß genosienm Speisen nicht assimrliren lasi-n, theils wird unter seiner Anstrengung, dar Unverdauliche zu emf men, der Verlust an gröbern wre feineren Stoffen noch bedeutender, feine Energie mithin vollends erschöpft und die Harmonie der L-bens- kläftr auffallend zerstört; die Verdauung kehrt lange nicht wieder in ihren normalen Zustomo zurück, der Appetit ist gänzlich gesunken und die Speisen , mit denen die Uederladung geschah, können, weil schon ihr Anblick bei dem Betreffenden oft Ekel erregt, von ihm vielleicht nie wieder genosien werden. Wenn nun aber Uebermaß im Esten und Trwken von so verderblichen Folgen für die Gesundheit ist, so wird auf der andern Seite auch der zu sparsame Genuß von Speisen und Getränken bedeutende Nachtheile mit sich führen. Es springt in die Augen, daß der Körper, da ihm auf diese Weise der nüthige Ersatz des Consumirten geschmälert und vorenthalten wird, alle Energie verlieren und gleich einer Pflanze, welcher der erquickende Regen fehlt, dahmsiechen muß. Die weise Natur gab ihren Geschöpfen , um sie zum Esten und Trinken zu nöthigen und so dre schrecklichen Folgen des Mangels an Nahrung sicher zu verhüten, das lästige Gefühl des Hungers und Durstes und erreichte dadurch ihren Zweck vollkommen. Denn so lange der Mensch nicht durch die Redaktion: A. Scheyda. — Druck und Verlag der B dringendsten Umstände, z. B. den höchsten Grad von Armuth, abgehalten wird, folgt er gewiß dieser lauten Stimme der Natur und genießt täglich bis zur Sättigung. (Schluß folgt.) Vermischtes. Die Blume des Frühlings ist: das Veilchen! — Schon im 13. Jahrhundert beging man zu Wien an der schönen blauem Donau em eigenes Fest, zu Ehren des ersten Blauveilchens, ähnlich wie anderwärts die frohe Wiederkehr der lieben Gäste und ersehnten Frühlingsbooten: Herr Storch und Frau Schwalbe, die willkommene Gelegenheit zu heiterer Feier gab. — In der alten Kaiserstadt Wien zog ehedem der ganze Hof mit sammt dem Herrscher hinaus ins Freie, begleitet von Jubel und Musik, um den lieblichen Herzens-Herold zu begrüßen, der draußen erblüht war; die aber, welche ihre Hand ausstrecken durfte, um das erste Veilchen zu pflücken, mußte die schönste, sittenremste Jungfrau fein. Dann sang man Frühlingslieder, führte Tänze auf, und trug, wie im Triumphzug, das holde Symbol des Lenzes in die Stadt hmem. Dieses einstige „Veilchenfest" scheint später m das Prater-Maifest sich verwandelt zu haben. — Wer aber sähe es wohl dem still-bescheidenen, harmlosen Veilchen an, daß es auch politische Bedeutung besitzt und zu einem historischen Festact schon Veran- lassung gegeben? - Bekanntlich ist sonderbarerweise just diese schüchterne, anspruchslose Blume der Günstling der Napoleoniden und dadurch m kritischen Zeiten förmlich zum Abzeichen der Bonapartisten geworden. Als Napoleon I. von Elba im Marz 1815 aus der Verbannung plötzlich nach Frankreich zuruck- kehrte, wurde zu seinem Empfange Alles mit Veilchen dekorirt, der Blume des Herzens und der Hoffnung. Die Veilchen und Hoffnungen der Napoleoniden Frankreichs sind verwelkt, dafür aber blüht das deutsche Veilchen für und für in deutscher Treue weiter und trägt seinen zarten, herz-erqmckenden Duft sogar hinauf bis zur Höhe eines Thrones. Und wieder ist's ein Kaiser, der es als Lreblmg sich erkoren! Ist das liebliche Veilchen, des Früh, lings Sinnbild, doch Kaiser Friedrich s Lieblings- blume! Fürstliche Taufpathen. Als der Kurfürst von Sachsen, Johann Georg L seinen siebenten Prinzen, den 27. Juni 1622, taufen ließ, hatte er 32 Pathen. Darunter waren aber kaum dre Halske aus fürstlichem Stamme, die übrigen vom Hof und Militärstaat. So viel Pathen hatte kem Fürst aus dem Hause Sachsen weder vor noch nach ihm. ühl'schm Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gi-ßen. Nr. 49 Herr jedoch in — von schwinde» meinen 9 an bin Euer lie! besorgter mehr voi in'« Augi Schutz re trauen i hoffe, bi hübschen kehrt. £ Grunde । nur Vort Augst uu den Mar meine To Zur Hand, blickten i Herzigkeit Hand in I begab sicl Hätte von ihr u um seine sie würde „So begann e nun an t gen Hirm diesen Wi nicht um der Eons» telbarer 9 dieselbe n Hier in Dienerschi und Gew Popley u diesen An Euch bei den natü