f so viel Muth i nach England fer Schritt ge- ng aufgab und e Weir ging? m geschrieben, >e? Ist dieser hängniß? Best sie nicht ge- meinem Tode devollen» hin« )enem Herzen egen die arme irde, hätte sie Schlinge gezo- ch selbst, als war. „Das darüber nach« der Geschichte sie darf nicht erstelle. Sie ierfon hier ist ll die Sache r gehe. Sie n, selbst wenn t den Füßen t den weichen, hluz er dm ) ein finsterer in dem düste« )eiter gehend, dem Gemüthe läge ist etwas : der Ehren« iagte gestern, daß es eine e ankündige, ttleman fein; ine Seele so neine Force I st nur einer, Ich sagte 8 gar feinen gte ihm aber neten Brief, hr und Low- Lüge Num« daß Lowder -gte ich aber, i. Die Vermiß ihm als in neugierig, ließen. Hiehener Jamilienblätter. Belletristisches Beiblattzum Gießener Anzeiger. Hx. 73. Samstag der 23. Juni. 1888. LWS Der Gröe des Kaufes. Roman von Hermine Frankenstein. (Fortsetzung.) Ungeduldig, eine Scene überstanden zu haben, beschleunigte Lowder seine Schritte und kam bald im Herrenhause an. Er suchte Sir Arthur in der B bliothek und in dem Salon und fand ihn dann in dem freundlichen, kleinen Studirzimmer. mit der „Times" noch auf den Knieen, aber der Baron las nicht. Sein Gesicht war sehr ernst und gedankm- voll und hatte einen ängstlich bekümmerten Ausdruck. Er schaute bei Lowder's Eintritt auf, doch ohne zu lächeln. „Ganz allein, Vater?" sagte Lowder, sich nachlässig in einen Stuhl an dem Kamin niederlaffend. „Wo ist Blanche?" „Noch mit irgend einem armen Pensionär beschäftigt", antwortete Sir Arthur. „Blanche vernachlässigt die Armen niemals." „Dies ist eine ihrer schönsten Eigenschaften", । bemerkte Lowder. „Doch richtig, Vater, als ich in der Halle meinen Oberrock ablegte, kam Joseph auf mich zu, und sagte mir, daß eine Dame mich gesucht habe, während ich aus war? Kannst Du mir sagen, wer sie war?" „Ja, ich habe sie gesprochen", sagte der Baronet. „Sie ist Frau Hefter Lowder, Gattin Deines Freundes Jasper Lowder!" „Was!" rief der Eindringling in scheinbarem Erstaunen aus. „Seine Frau! Ei, er hat mir nie gesagt, daß er verheiratbet sei; er bat mich wohl in der Nacht unseres Schiffbruches, für den Fall, daß ihm etwas geschehen sollte, an eine gewiffe Hefter Lowder in Berlin zu schreiben, aber et sagte mir nicht, in welcher Beziehung sie zu ihm stehe. Ich hielt sie für in entferntem Grade verwandt. Und sie ist feine Frau? Wie sonderbar, daß er mir nie von seiner Verheiraihung erzählte! Nun, ich habe ihr einen Trostbries von Marseille aus geschrieben, und schickte ihr hundert Pfund, weil ich glaubte, daß er sie vielleicht unterstützt habe." „Ich habe den Brief gelesen", sagte der Baronet kurz. „Sie bat mich, Dir für Deine Güte zu danken. Aber, Guy", und die braunen Augen schauten ihn mit trauriger Strenge an, „warum hast Du ihr geschrieben, daß der arme Lowder tobt fei?" »Es war ein Unrecht", gab Lowder mit scheinbarer Offenheit zu. „Aber ich wollte der armen, alten Dame einen größeren Schmerz ersparen." „Du sagtest mir", entgegnete Sir Arthur, „daß Lowder keine Verwandten habe!" „6a"'e ich das wirklich gesagt? Das muß ich wohl in der Unsicherheit geihan haben, ob die vermeinte alle Dame eine Verwandte sei ober nicht. Ich wollte, ich hätte die arme Frau sehen können I Ist sie in Ardleigh? ' „Nein, sie ist in Glocester abgestiegen I Sie will noch heute Abend nach dem Kontinent abreisen. Ich fürchte, ihr Mann war kein guter Mensch, da er nie seine Frau gegen Dich erwähnt hat, Goy. Sie ist ein sanftes, schüchternes Geschöpf, aber liebenswürdig, aufrichtig und ehrlich. Sie gefiel mir. Und ich glaube, Guy, Du solltest nach Glocester hinüber, um mit ihr zu sprechen. Sie wollte Dich durchaus sprechen und Du kannst sie auf das traurige Schauspiel vorbereiten, das in ©ieilten ihrer wartet!" „Er ist ein guter Gedanke; ich will gehen", sagte Lowder, als ob er nicht die gleiche Absicht gehabt hätte. „Ich bitte Dich, mich bei Blanche zu entschuldigen, wenn ich bis zum Frühstück nicht zurück bin und sie daher auch nicht zu Oberst Eger ton begleiten kann." Sir Arthur n!äte und Lowder ging hinaus, befahl sein Pferd zu satteln, und ging auf sein Zimmer, um sich umzukleiden. Etwas später kam er geräuschvoll die Treppe hinab, bestieg seinen feurigen Renner und sprengte die Aller hinab. Der Baronet schaute ihm nach, noch immer mit dem kummervoll strengen Ausdrucke. „Und das ist mein Sohn!" sagte er zu sich selbst. „Das ist der Gttte, den ich für Blanche auserwählt habe, und den sie liebt! Ein Mann, angesteckt von dem modernen Laster der Lüge! Jetzt, wo ich es weiß, daß dieser schwarze Fleck in feiner Seele ist, kann ich ihm nicht wehr so vertrauen, wie ich rs that! Ach, es ist eine traurige und bittere Stunde für einen Vater, wenn er lernen muß, feinem einzigen, vergötterten Sohne zu mißtrauen! Und ich kann ben furchtbaren Eindruck nicht los werben, baß er durch und durch falsch ist. Wie ihn das Leben in der Fremde verändert hat! Ich muß ihn noch aufmerksamer und eingehender studiren!" Jasper Lowder sprengte auf seinem Pferde weiter, bi« er in die Nähe des Kronen-Gasthofes kam, wo er Hefter begegnete, die ihm in ihrer Ungeduld schon entgegengeeilt war. Er stieg von dem Pferde und ging an ihrer Seite langsam nach dem Gasthofe. 294 f I Zweiundzwsnzigsies Kapitel. I Das Gasthaus zum Vssuv. | Ungefähr eine Meile von der Stadt Neapel entfernt, in der Richtung des großen Vulkans, stand auf einer kleinen Anhöhe und steht vielleicht noch jetzt ein kleines Wirthshaus, welches als der Gasthof zum Vefuv bekannt ist. Etwas abseits von der Straße belegen, auf einer Seite von einem kleinen, schattigen Orangenwäldchen begrenzt, auf der andern von einem fruchtbaren Weingarten umgeben, hatte das Gasthaus eia ungemein friedliches und einladendes Aussehen. Die Eigenthümerin war Guiditta Carvelli. Als natürliche Folge ihres Reichthums hatte ste so viele Freier, aber st« wies alle zurück und erklärte, daß der, den sie heirathen würde, ein gewisses jährliches Einkommen besitzen müßte, und dieser Forderung entsprachen nur die wenigsten von ihren Bewerbern. Giuditta entschloß sich deshalb, niemals zu hei- rathen, sondern immer auf ihrem Posten zu bleiben, unterstützt von ihrem jüngeren Bruder, einem etwas beschränkten Burschen von etwa 16 Jahren. Da erschien eines Tages einer ihrer früheren Bewerber — "kein anderer als Jacopo Palestro, der Schreiber aus Palermo — mit dem Gelbe, das ihm Jasper Lowder gegeben hatte, bei ihr und wiederholte seinen kräftige, untersetzte Gestalt war in schwarze, reue Kleider gehüllt. Auf seinem braunen Gesichte schwebte beständig 'ein grinsendes Lächeln, was demselben jedoch keinen sehr angenehmen Ausdruck verlieh. Sein krauses, schwarzes Haar war mit einem duftenden Oele getränkt und in den Ohren trug er kleine goldene Ringe. Er trat hinaus in den Schatten des Maulbeerbaumes, denn die Sonnenstrahlen waren sehr warm, und setzts sich an einen der Tische, als seine Frau herauskam und den Platz aus der Thürschwellr, den er eben verlasse» hatte, einnahm. Sie war ein schmuckes, junges Frauenzimmer von etwa fünf- bis sechsundzwanzig Jahren, mit wohlentwickelter Gestalt, voller Büste und einem Ge- sicht, das hübsch gewesen wäre, hätte es nicht einen Ausdruck von Verschlagenheit gehabt. „Das ist ein langweiliger Tag, Jacopo", bemerkte sie. Seit einer Stunde ist Niemand mehr | gekommen I Ich glaube, wir '.werden heute nichts | mehr zu thun haben, denn es ist schon spät." '„Wir haben kein schlechtes Geschäft gemacht, Giuditta", entgegnete der Schreiber lächelnd. „Wenn es nur jeden Tag so geht, wie heute, werden wir einst reich sein. Aber wie Du sagst, Reisende werden heute nicht mehr kommen. Einige Bauern aus der Umgebung werden noch vorsprechm, wie gewöhn- lich, aber das ist auch Alles, worauf wir rechnen Heirathsantrag. , , Als er fein Geld zeigte, überlegte Giudrtia seinen Vorschlag. Ein bis zwei Tags lang koquettirte sie mit feinen Hoffnungen und Befürchtungen; und dann bestand sie darauf, die Quelle feines Einkommens * kennen zu lernen, um die Wahrscheinlichkeit ihrer j Dauer beurthetlen zu können. Mit weiblicher Schlau- ; le-t hatte sie dem Schreiber gar bald das ganze Ge- hümniß entlockt. Da sie berechnend war und ebenso wie Palestro annahm, daß Tressilian und Lowder Brüder waren, von denen der Eine dem Anderen im Wege stände, unterschätzte ste die Wichtigkeit dts Geheimnisses nicht. Sie betrachtete es als eine Fundgrube von Reichtümern, wenn es gehörig aus- aebkuter würde, und da sie einen Theilnehmer in ihren geschäftlichen Sorgen und Mühen haben wollte, kam sie zu der Entscheidung, daß sie nichts Beflercs lhun könne, als den Schreiber zu heirathen. Und so wurden die Beiden ein Paar. An dem Nachmiitagr, an welchem Fräulein Rymple, ihrs Diener und Guy Tressilian in Neapel landeten und ungefähr um dieselbe Zeit, als die kleine Gesellschaft sich von dem Copitän Ricardo verabschiede!«! und in einem Wagen nach dem Gasthof zum Vesuv aufbrsch, stand Jacopo Palestro auf der Schwelle seiner Thürs und schaute mit dem Ausdrucke tiefster Befriedigung um sich. Er war auf dem Gipfelpunkte feines Ehrgeizes angelangt und hatte sich schon vollständig zum stets freundlich lächelnden und fchmeichelnden Gasthofbesitzer heraurgebildet. Seine äußere Erscheinung hatte sich sehr vor- tbe'lhaft verändert, seit er Sicilien verlaffen; feine können." , _ ,, . „Wäre es nicht schon Zeit, daß Du wieder ein- mal Nachricht von Deinen Verwandten, Frau Bicmt, bekämst?" fragte Giuditta. „Seit wann hast Du nichts mehr von ihr gehört?" „Schon seit mrhr als zehn Togen. Der Brief war von einer jungen Dame geschrieben in Theresa s Namen." „Kennst Du diese Dame, Jacopo?" „Ja, sie ist sehr schön", sagte d-r ©c&mei$Ier, „aber mit Dir könnte sie sich nicht vergleichen. Ich glaube, sie hieß Olla Rymple." „Sie ist ohne Zweifel auch reich", sagte Giuditta. „Diese Engländer sind immer reich. Ist'« nicht sonderbar, daß Theresa Vicini nicht schreibt? Vielleicht ist der Engländer tobt?" Palestro's Erficht wurde wachsgelb. „Unmöglich", rief er hastig aus. „Er konnte nicht sterben und mich um mein Einkommen betrü- ^"'„Wenn°er nicht tobt ist, so hat sich vielleicht der Vater oder der Vormund dieser Mylady seiner angenommen", versetzte Giuditta beharrlich. „Sie bringen ihn am Ende nach England?" „Unmöglich!" rief Palestro wieder aus nnd wurde ; noch bleicher als zuvor. , - „Dieses Stillschweigen ist gewiß sonderbar. Ich wollte, er wäre in unserer Verwahrung", sagte Giu- ' ditta, wobei ihrs kohlschwarzen Augen unruhig fun- - toten. „Um Dir nur die Wahrheit zu gestehen, > Jacopo, ich fürchte, daß irgend etwas geschehen kann, das uns unser» Preis entreißt." 2tzS watze, reue ichte schwebte S demselben ruck verlieh, einem duften, rüg er kleine es Maulbeer- n sehr warm, S sein« Frau rschwcllr, den Frauenzimmer Jahren, mit nd einem Geer nicht einen Jacopo", be- jemand mehr i beute nichts 1 spät." häst gemacht, helnb. „Wenn , werden wir Reisende wer- e Bauern aus l, wie gewöhn- wir rechnen )u wieder ein, i, Frau Vicini, aann hast Du t. Der Brief en in Theresa'« ?" :r Schmeichler, rgleichen. Ich sagte Giu- r reich. Jst's nicht schreibt? b. . „Er konnte kommen Bettfl' ch vielleicht der !ady seiner an- rrrlich. „Sie aus nnd wurde sonderbar. Ich ng", sagte Giu- i unruhig fwn* it zu gestehen, geschehen kann, Iber wir könnten ihn nicht hier behalten, hier, s wo so viele Leu'e kommen und gehen", sagte der Schreiber unruhig. „Es steigen viele Engländer bei uns ab und bringen oft Tage und ganze Wochen hier zu, weil es hier billiger und Bequemer ist, als in Neapel in den großen Gasthöfen. Der Engländer könnte gesehen — erkannt werden." „Ganz richtig, und dann würden wir ihn verlieren und mit ihm unser Einkommen. Aber ich fühle mich nicht sicher, so lange er in Sieilien ist. Ec sollt« uns näher sein, irgendwo zwischen den Bergen gut aufgehoben. Ich weiß ein sicheres Ver- steck für ihn „Bei dem rothm Carvelli?" Giuditta schaute sich ängstlich um. „Stille", flüsterte sie. „Sprich diesen Namen hier nicht aus. Niemand weiß, daß ich mit meinem Bruder verkehre; die Leute glauben, daß ich den roihen Carvelli seiner Verbrechen halber verstoßen habe und daß er nie hierher kommt. Ja — wenn sie wüßten I" „Ha, wen« sie wüßten", wiederholte Palestro finster. „Es fließt manches Goldstück aus den Händen des rothea Carvelli in unsere Börse. Und Niemand argwohnt, daß wir ihn auf die Spur der Reisenden bringen." „Stille! Stille!" rief Giuditta. „Die Bäume s-lbst könnten das Geheimniß verratheu! Aber wegen dieses Engländers! Du solltest nach Sieilien gehen und ihn fortnehmen." „Wie kann ich? Er wurde von seinem schurkischen Bruder in der Obhut dir Vicini's zurückge- l affen. Theresa wird ihn nicht von sich geben. Sie hat ihn lieb und wird für ihr« Aussicht gut bezahlt." „Dann raube ihr ihn", sagte Giuditta. „Dort ist unser Schatz nicht in Sicherheit. Er kann ge- sehen werden. Er kann fortgehen und sich verirren. Irgendwer kann sich feiner erbarmen. Er muß hier- her gebracht werden. Du könntest ein Schiff miethen und den Unglücklichen, wenn er zwischen den Felsen umherwandert, entführen. Theresa und Tomaso wer en glauben, er sei ertrunken. Ich will es unternehmen, ein Versteck für ihn aufzufinden." Palestro, welcher innerlich gleichfalls fürchtete, daß die Sicherheit seines Schützlings bedroht sei, sprach seine Bereitwilligkeit aus, nach Sieilien zu gehen und Tr-ssilian von seinen Beschützern entführen zu wollen. Dann ließ sich das Paar in eine lebhafte Brrathung ein. Inmitten derselben bemerkten sie da Nahen eines Wagens. „Da kommt sichet", sagte Giuditta, demselben entgegenschauend, „irgend ein Reisender, der billig wohnen will, während er Neapel und den Vulkan besichtigt." Als sie aber bei dem Näher kommen der Wagens eine Dam« darinnen bemerkte, trat sie nach ihrer Gewohnheit mit freundlich grüßendem Lächeln näher. Auch Palestro näherte sich den Gästen. Wie der Leser weiß, waren die Ankömmlinge Olla, ®uy Tresstlian und die beiden Popley'«. Jim Popüy sprang zuerst heraus und reichte Fräulein Rymple feine Hand. Das junge Mädchen hüpfte leichtfüßig heraus, Frau Popley folgte. Zuletzt kam Tresstlian. Bei feinem Anblick stieß Palestro einen Schrei der Bestürzung aus. Er erkannte den jungen Mann auf den ersten Blick und fürchtend, daß seine Bestürzung über Guy's plötzliches Erscheinen auffallen könne, entfloh der Schreiber in's Haus, in ein für Damen bereitgehaltenes Empfangszimmer. „Wir werden für die Nacht Zimmer brauchen, Signora", sagte Olla. „Wir haben Euern Gasthof der Ruhe halber aufgesucht und werden unsere Reise morgen fortsetzen." „Ja, Mylady", sagte Giuditta, sofort bemerkend, daß die junge Dame reich und nobel sei. Guy's Aussehen verwirrte sie ein wenig, als er seine großen, blauen, melancholischen Augen auf sie heftete; aber sie schloß, daß er krank gewesen sei und daß er entweder der Bruder ober der Geliebte der schönen jungen Dame wäre. „Wir werden drei bis vier Zimmer nebeneinander brauchen", sagte Olla in ihrem festen, entschiedenen Tone. „Ein Empfangszimmer und zwei oder drei Schlafzimmer. Meine Dienerin", und sie deutete auf Frau Popley, „wird mein Zimmer mit mit theilen." „Ja, Mylady!" sagte Giuditta geschäftig. „Ich habe gerade solche Zimmer, wie Ihr sie braucht. Dieselben sind in Betkitschaft, Signora — soll ich Euch hiniinsühren?" Olla bejahte und Giuditta führte die Reisenden über eine Treppe in den zweiten Stock hinauf und in die erwähnte Zimmetteihe hireiu. Wie die meisten Gosthofrzimmer waten sie mit einander verbunden und sehr nett und rein; das ungemein freundliche Wohnzimmer hatte die Aussicht nach der Wiese und der Landstraße. Olla drückte ihre Zufriedenheit mit den Zimmern aus und ordnete an, so bald als möglich ein Abendbrod bereit zu machen. „Die Seeluft macht Appetit", fügte sie, Hut und Mantel ablegend, während Jim Popley Tresstlian in ein Nebenzimmer führte. „Die Signora kommt also von einer Seereise?" fragte die pfiffige Wirthin. „Ja", war die kurze Antwort. „Meine Dienet werden unten essen, während ich und mein Freund unser Abendbrod hier nehmen wollen. Bringt uns auch eine Flasche Laeriwae Christi. Sonst brauchen wir nichts." Sie entließ die Wirthin mit einer höflichen Verbeugung. Grudiita verstand den Wir k und entfernte sich, Erst als sie schon in der Küche unten war, fiel es ipr ein, daß sie nicht nach dem Namen ihrer sonderbaren Gäste gefragt hatte. „Ich will es thun, wenn ich das Essen hinauf- Irage", murmelte sic. „Ich bin neugi-rig, ob sie nicht länger bleiben werben, als bis morgen. Werden sie nicht den Vesuv, Pompeji oder sonst eine 296 Merkwürdigkeit Neapels sehm wollen? Bah! Was diese Engländer für Narren sind I Sie stürzen durch das Land und sagen dann, daß sie gereist sind." Ein berechnender Ausdruck lag in ihren Augen, als sie die Kohlen anschürte und sich anschickte, das Abendbrod zu bereiten. Wo mag Jacopo nur sein?" sagte sie nach einigen Minuten unzufrieden. „Hier ist er, meine Giuditta", rief der Schreiber, aus einer nahen Speisekammer hervortretend. „Sind die Fremden schon auf ihr Zimmer gegangen?" fragte Palestro. „Ja", erwiderte Giuditta zornig. „Hast Du sie einmal beraubt, daß Du bei ihrem Anblick so davon liefst?" „Nein, aber höre mich an, Giuditta. Die junge Dame, welche wie eine Fürstin aussteht, ist die Signorina, von der ich Dir erzählt habe — die Signora Rymple!" Giuditta fuhr erschrocken zurück. „Jst's möglich?" flüsterte sie. „Ja, und der Engländer — was glaubst Du wohl, wer er ist? Er ist unser Schützling, Giu- dttta! Er ist der Signore Lowder, für den ich mein schönes Jahrgehalt bekomme. Sie müssen ihn von der Theresa fortgelockt haben." Giuditta setzte sich in athemlosem Erstaunen nieder. „Jst's möglich?" flüsterte sie- „Eben erst wünschten wir, daß er hier sei, und nun siehe da, er kommt! Die Engländerin sagt, daß sie am Morgen weiter reisen müßten." „Da werden wir noch etwas d'rein zu reden haben", entgegnete Palestro mit einem Blicke finsterer Entschlossenheit. „Das Geschick hat diesen armen Engländer in meine Hände geführt; ich werde kein Narr sein und ihn laufen lassen. Höre mich an, Giuditta: dec Engländer bleibt von dieser Stunde an in meiner Verwahrung! Ich werde ihn von der Signora trennen, von nun an soll er mich al« seinen Vormund kennen lernen." ' ; Giuditta sprach mit funkelnden Augen ihren Beifall aus und die Beiden begannen flüsternd Pläne zu schmieden. Dreiundzwanzigstes Kapitel. Der rothe Carvelli. Fräulein Rymple saß mit Guy Tressilian in dem kleinen Zimmer in dem Gasthofe zum Vesuv; das Fenster war offen und der linde Hauch des Abend« windeS wehte hinein. Die Thürs ging auf und Giuditta Palestro erschien mit zwei Wachslichtern, sie stellte sie auf das Kamingesims, schloß die Fenster und zog sich wieder zurück. Bald darauf erschien sie jedoch mit einem Tischtuch und Gedecken. Sie deckte den runden Tisch, der in der Mitte des Zimmers stand und als sie damit fertig war, erschien Palestro mit einem Brette, auf welchem sich die Speisen befanden. Giuditta nahm es ihm aus der Hand und stellte es auf dm Tisch. Dis Mahlzeit war sehr einladend. Sie bestand aus einem schönen, fetten Kapaun mit Gemüse, Kaffee, Obst, Wein und Zuckerwerk. „Mylady's Diener sind schon bei ihrem Abend- mahle", sagte Giuditta; „und auch für Mylady ist das Essen bereit" Olla und Tiessilian setzten sich an den Tisch. Giuditta bediente sie mit Emsigkeit und Eifer. Die Mahlzeit ging in fast ununterbrochenem Schweigen vorüber. -Fortsetzung folgt.') Diarnant-Näthsel: Die Buchstaben: aaaaaaacccceeeehhhiiilllllnnprrrrr sstuzzz sind in die leeren Felder der unten stehenden Figur derart einzusetzen, daß die verticale, sowie die horizontale Mittellinie das „vorzüglichste Mittel gegen alle Jnsecten" geben, und die 1. Linie n 2- u ii 3' „ ii 4. „ II 5- „ n 6. ii ii „ n b. „ n 2. „ bezeichnen. Die Auflösung'folgt in nächsterWummmer. einen y . . einen Fisch, . die Benennung für ge- frorenes Wasser, einen Consonanten, . . einen Marmorbruch' in Italien, . . eine Bluine, . . eine Sommerfrische in Oesterreich, . . den Erfinder des besten --- Mittels gegen Jnsecten, das Mittel selbst, Redaction: A. Sch e yda. Druck und Verlag der Brühl'schm Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen,