»lafrock barg: einem Zorne aut auflachen len Unmuth. lachen!" > ernst sein." mich an, ich icht, Onkel." ; ich den ver- " hören muß, grauen Kopfe at mich durch beeinträchtigt, m" rief mir, Nachbarsohn, l machte, zu, tr rechten Zeit voll geschlagen ein Frühauf- Inpünktlichkeit «zeit die Hälfte gelegen war, reiner Stamm- rert nur noch rf das bestellte igen verlangt, !öuch schreiben, lichkeiten, allen m, welche mir erwachsen sind, ite der Unhold agst Du, dessen ration unserer ird." Rechte", nickte ächeln, das es nenschein einer Täuschung des weiß es, welches Ehe gefunden ßhelligkeit oder Frau, so gab Angewohnheit, das Wort allzu heil mit daran igstens im Ante zwar schon gemacht, aber ch nicht anwen- Wahrhaftigkeit Minuten" auch in den Sumpf Atzung folgt.) chiehener Jamilienblätter. Belletristisches Beiblatt zum Gießener Anzeiger. Nr. 112. Samstag dm 22. September. 1888.' Im Kaufe Immendorf. Original-Roman von Emilie Heinrichs. (Fortsetzung.) Er lachte über seinen Witz und blickie dann überrascht auf die dritte Gestalt, welche die Laterne gegen ihn emporhielt. „Was ist denn da», Egon?" fragte der Major mit gut gespielter Verwunderung. „Ein liebenswürdiger Sendling der Polizei, welcher mich erst zum Mörder stempelte und nun als Helfershelfer eine« solchen verhaften will." „Herr, sind Sie des Kukuks?" rief der Major, zornig auf den Detectiv zutretend, „kennen Sie mich?" „Gewiß, Herr Major!" versetzte Thorsen finster, „deßungeachtet muß ich darauf bestehen, daß Ihr Herr Neffe mir zum Crtminalrichter folgt." „Aber weshalb? — Weshalb?" „Weil der Herr Doktor gerade jetzt, wo wir j-nes Hau« polizeilich bewachen, diesen ungewöhnlichen Ausgang gewählt hat." „Außerordentlich logisch, lieber Herr!" lachte der Major spöttisch, „weil mein Neffe einen Besuch in jenem Hause gemacht und deshalb diesen kürzeren Weg wählt, um mir nach unserer Abmachung auf der Promenade entgegen zu kommen, muß ec der Spießgeselle eines Mörders sein? — Sie überschreiten offenbar Ihre Befugniß, und ich werde ecla- tonte Genugthuung dafür verlangen, verstehen Sie, mein Herr Detectiv?" Dieser befand sich in der Tbat in einer höchst unbehaglichen Lage, da er« sich nicht verhehlen konnte, daß sein brütker Vorgehen gegen diese beiden Herren, deren Ehre und Ansehen vor der Welt festgegründet und makellos waren, ihm seine Stellung kosten konnte. „Gut, meine Herren!" versetzte er deshalb nach kurzem Nachdenken, »ich will von einer Verhaftung abstehen, muß aber da« Ehrenwort des Herrn Doktors haben, sich freiwillig morgen dem Herrn Staatsanwalt von Kaub zu stellen, falls Sie vor 10 Uhr Vormittag« keine gegenthetlige Mittheilung empfangen haben." „Du kannst diese Forderung erfüllen, Egon!" sprach der Major. „Wohl, so ungerechtfertigt diese Forderung auch ist, will ich sie dennoch erfüllen", erwiderte Egon. „Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, mich morgen im Lause de« Ta^er zu d m genannten Staatsanwalt zu begeben, war vielleicht so wie so geschehen wäre. Und nun ist Ihre Mission, was meine Person anbetrifft, wohl zu Ende." „Für heute Abend empfehle ich mich Ihnen, meine Herren!" rief der Detectiv mit.einem ironischen Ausdruck und war im nächsten Augenblick in der Dunkelheit verschwunden. „Gute Nacht, Johann!" sagte der Majar, de« Neffen Arm ergreifend und bedeutungsvoll drückend, „verschweigt dem gnädigen Fräulein die unangenehme Scene, hört Ihr wohl, mein guter Alter? — Er könnte sie zu sehr erschrecken." „Ach, Herr Major!" klagte Johann, der nicht Übel Lust zeigte, sein Herz auszuschütten. „Schon gut, alter Freund!" schnitt ihm der Doktor rasch den Faden ab, „er war ein Jrrthum, — gute Nacht!" Und elligst entfernten sie sich, um ein weitere« Unglück zu verhüten. „In der That ein intereffanter Jrrthum, Onkel!" fuhr Egon nach einer Weile mit lauter, zornig klingender Stimme fort, „mich für einen Mörder zu halten, a!» solchen überfallen und verhaften zu wollen, da« geht doch über den Spaß. Wahrhaftig, dergleichen Gewaltthätigkeiten habe ich kaum in Afrika erlebt." Der Major drückte seinen Arm und flüsterte: «Brav, mein Sohn!" laut aber erwiderte er: „Ja, e« ist ein starkes Stück, ich werde mich höheren Ort« darüber beklagen, möchte nur nicht, daß etwa« davon in die Oeffentlichkcit käme." „Und wrshalv nicht, Onkel? — Haben wir beide etwa die Oeffentlichkeit zu fürchten? Ich will eela- ternte Genugthuung für diese Beschimpfung." „Ach wa«, mein lieber Egon!" ließ sich der Major in begütigendem Tone vernehmen, „von einer Beschimpfung im realen Sinne kann bei Dir doch keine Rede sein, zumal der Detectiv, wenn'« ein solcher wirklich gewesen ist, möglicherweise nur seine Pflicht gethan hat. Wie ich gehört, soll gestern in der Thal ein Mord oder ein Act der Nothwehr im kleinen Gehölze sich ereignet haben, wie aber di« Polizei den Verbrecher mit dem Jmmendorf'schen Hause zu identtfieiren vermag, ist unbegreiflich, und möchte ich deshalb es vorziehen, uns stehenden Fuße» , zum Polizei-Director, der mir persönlich befreundet s ist, zu begeben, um Klarheit darüber zu erlangen und eine hochgeachtete Familie vor ferneren Belästi- ’ gungen, resp. Beleidigungen zu schützen." i „Du hast recht, Onkel!" rief Egon, „gehen wir sogleich zum Polizei'Dircctor. Die Geschichte ist so i Gießen. 450 u erhört, daß wir verpflichtet find, den Damen Gr» , nugthuung zu gefeit. Schon die brutale Haussuchung müßte geahndet werden." „Nun, dergleichen muß sich eben Vornehm und Gering gefallen lasien, mein Lieberi" bemerkte der Major, „und stehe ich in dieser Sache auf Seiten der Polizei, welche den Verbrecher dort suchen muß, wo sie ihn zu finden hofft. Nachdem aber die Haussuchung resultatlos geblieben, sollte man eine Hebet» wachung nicht gestatten, welche, wie wir soeben an uns erfahren, zu bedauernswerthen Hebergriffen führen muß." Die beiden Herren hatten diese Hnterhaltung sehr laut im Weiterschrenen geführt, geleitet von der Heberzeugung, daß der Detectiv sie heimlich verfol» gen werde, was auch in der That der Fall. Als ihr Gespräch sich jetzt auf andere Gegenstände richtete, blieb Thorsen, dem kein Wort entgangen war, strhen, um nach einer Weile nachdenklich umzukehren. Seine Gedanken waren gerade nicht angenehmer Art, da er es sich nicht verhehlte, daß die Anklage jener beiden angesehenen Herren ihm eine schwere Niederlage bereiten konnte. Hnd nun mußte es just der berühmte Afrika-Reisende sein, den er als Mörder hatte verhaften wollen I Langsam, die Hände auf den Rücken gelegt, schritt der Detektiv dahin, seine Unruhe gewaltsam niederkämpfend, um die Gedanken klar zu erhalten und seine staunenswerthe Combinationsschärfe durch diesen Zwischenfall nicht verwirren zu lassen. „Es fleckt ein Geheimniß dahinter", grübelte er in heftigster Aufregung, „ein Geheimniß, das ich ergründen werde, mein Herr Major, und wenn Sie und der berühmte Neffe es jetzt auch noch mit Ihrem Namen decken. Ich habe den Mörder durch jenen Garten bis dicht vor's Haus verfolgt. Er voltigirte mit turnerischer Gewandtheit über die Planke, wo einige Auswüchse extra für solche Künste gemacht schienen- - Alle Wetter!" Er blieb, wie von einem Gedanken erschreckt, stehen und starrte, als sähe er eine Vision, unverwandt vor sich hin. Der Nebel hatte sich etwas gelichtet, droben am Firmament kämpfte sich hier und da ein Stern durch, während das letzte Mondviertel hartnäckige Anstrengungen machte, den Sieg über die finsteren Mächte davon zu tragen. „Ich bin ein Sohn dieser Stadt", spann der Detectiv, stch wieder vorwärts bewegend, den letzten Gedanken, der ihn sichtlich alterirt hatte, jetzt langsam weiter, „kenne so ziemlich alle Familien-Verhält- nisse in Hütten wie Palästen, und weiß auch, daß in jenem freiherrlichen Hause sich Verschiedenes ereignet hat, was man sorgsam zudecken möchte. Nummer Eins die Geschichte der verlaffenen Braut, die sozusagen an den Altarstufen fitzen blieb, und Nummer Zwei die des verlorenen Sohnes, des famosen Junker Hlrichs, dem der Alte die Liebste vor der Nase wegfischte, und der dann nach einem wilden Studenten- leben auf und davonging. Was hindert mich an der Voraussetzung, daß jener wüste Bursche, bett ich so unverantwortlich entwischen ließ, unser famoser Junker ist?" Er athmete tief auf und bog jetzt, rascher vorwärts schreitend, in eine Straße, welche in die Stadt hineinführte. „Zum Henker, er ist's!" murmelte er halblaut, „wer anders als er vermochte jenen günstigen Hebet« steigungs punkt an bet Planke so rasch zu finden, alber Sohn des Hauses, welcher sich diese Treppe einst sicherlich selbst angelegt hat? — Von diesem Ge« fichtspunkte aus wird die Geschichte allerdings subtiler sür mich, aber auch interessanter. Nehmen Sie sich in Acht, meine Herren, ich werde von dieser Stunde an mit allen meinen Sinnen wachen." Er schritt eiliger vorwärts, jetzt nur noch mit der schwierigen Frage beschäftigt, ob der Verbrecher das Haus verlassen und von irgend einem unbewachten Punkte aus entkommen sei, da er, die Aussagen der von ihm überlisteten Magd mit seinen eigenen Combinationen summirend, jetzt die feste Heberzeugung von der Identität bes Mörders zu habe« glaubte. Bald hatte er die Straße erreicht, wo sich bar Jmmendors'sche Hau» befand und seine Spione placirt waren. Der Mond hatte den Nebel durchdrungen, der Himmel sich aufgeklärt und die dichte Fiustemiß vertrieben. Thorsen schritt, eine leise Melodie pfeifend, an dem Hause vorüber. Nach einer kleinen Weile gesellte sich ein Mann zu ihm. „Alles beim Alten, Kühne?" „Wie gewöhnlich, — glaubte einmal, daß die Falle sich öffnete, war aber nur der alte Kater, der über den Nebel knurrte." „Wo ist Lorenz, habt Ihr keine Fühlung mit ihm?" „Ist ganz unsichtbar geblieben, will mich nun mal nach ihm umschauen." „Seid also ganz sicher, baß bie Falle sich nur einmal geöffnet hat?" „Ganz sicher." „Habt Euren Posten keine Minute verlassen?" „Wie sollt' ich wohl —" „Gut, Lorenz mag jetzt bett Posten an der Gartenpforte einnehmen, — aber rasch, damit uns die Maus nicht entwischt." Thorsen schritt langsam weiter, den grübelnden Blick zur Erde gesenkt. Er murmelte grollende Worte in sich hinein und befand stch offenbar in sehr gereizter Stimmung, als er plötzlich eine schwere Hand aus seiner Schulter fühlte. „Was soll'»?" fuhr er zornig herum, „ach, Sie sind's, Herr Commissar!" setzte er beruhigter hinzu, als er seinen Vorgesetzten erkannte. „Noch immer auf bet alten Fährte, mein Getreuer ?" fragte der Commissar ironisch. „Ja", versetzte der Detectiv trocken, „und auch noch immer von ihrer Richtigkeit überzeugt, Herr , Commissar!" 451 rsche, den ich mser famoser rascher vor« 2 in die Stadt 2 er Halttaut, nstigea Ueber« zu finden, als : Treppe einst >n diesem Ge« allerdings sub« Nehmen Sie i>e von dieser wachen." mr noch mit >er Verbrecher »em unbewach, die Aussagen seinen eigenen fiste Ueberzeu- rrs zu haben , wo sich dar Spione placirt durchdrungen, chte Fiusterniß i pfeifend, an nett Weile ge« mal, daß die litt Kater, der Fühlung mit mich nun mal Falle fich nur te verlassen?" n an der Gar« damit uns die ren grübelnden »rollende Worte ar in sehr ge« e schwere Hand um, „ach, Sie ruhigter hinzu, rte, mein Ge« ch. 2N, „und auch ierzrugt, Herr . dernd, worauf fich beide trennten. „Im Ganzen genommen ein brauchbarer Mensch , dachte der Vorgesetzte, langsam durch die Straße schreitend, „nur zu wenig Disciplin, viel zu v el Selbstständigkeit und eifrige Ueberstürzung. Hätte uns da schön hineingeritten, der tolle Mensch I" Dieser tolle Mensch, der eine seltene Combinationsgabe besaß und von der Natur zum Criminal- beamten gleichsam prädestinirt schien, rannte dagegen in seines Nichts durchbohrendem Gefühl wie kopflos dahin, innerlich tobend und wüthend wie ein kochender Krater. , , Ohne auf den Weg zu achten, gerieth er unversehens wieder auf die Promenade, welche vom dämmernden Mondltcht jetzt genug erhellt war, um die Gegenstände unterscheiden zu können. Plötzlich befand er fich dem Jmmendors'schen Garten gegenüber und hielt jetzt den hastigen Schritt an, um nun einsamere Seitenstraße einzuschlagen, und erzählte letzt den Vorfall an der Jmmendors'schen Garten- iforte, was den Beamten mit fichtlicher Bestürzung erfüllte. , „Da haben wir die Folgen Ihres eigenmächtigen Vorgehens", sprach der Commiffar errett, „Folgen, die für Sie schwerwiegend genug werden können. Wo, um Alles in der Welt haben Sie Ihre ge- wchats Klugheit, Ihren Scharfblick gelaffen, Thorsen, um solche Tollheiten zu begehen und Ihre Borge- setzten zu compromittiren? — Sie müssen die Sache noch heute Abend wieder ausgleichen, damit der Herr Director nichts davon ersährt. Hilf Himmel, den berühmten Doktor Dörner als Mörder verhaften zu wallen, danken Sie dem Herrgott, welcher den Mazor Ttllkamp zur rechten Minute dorthin leitete, um das Schreckliche zu verhindern und uns Alls vor der heillosesten Blamage zu bewahren. Und nun hören Sie meinen Rath, den ich Ihnen zum Gesetz machen möchte, begeben Sie sich sofort in das Hau» des Majors, um den beiden Herren Abbitte zu leisten und die devoteste Hoffnung daran zu knüpfen, daß die Sache damit abgethan fein möge. Haben Sie verstanden, Thorsen?" „Freilich, Herr Commiffar I" brummte der De- tecüv zornig, „Ihre Sprache ist deutlich genug." „Sie sühren also meinen Rath sogleich au»? „Habe wohl keine andere Wahl, — obwohl Sie mir erlauben werden, trotz alledem und alledem meine eigenen Gedanken über diesen seltsamen Spaziergang des berühmten Doktors mir zu bilden." Dos bleibt Ihnen natürlich unbenommen, mein Bester!" lächelte spöttisch der Commiffar. „Ihre Gedanken find mir zuweilen, wie ich gerne zugestehe, von großem Nutzen gewesen, nur müffen dieselben nicht in Don-Quixoterien ausarten, was bet uns I niemals vorkommen darf." „Ich werde es mir für die Zukunft merken, Herr Commiffar I" versetzte Thorsen, respektvoll den Hut ziehend, „und bitte jetzt, mich empfehlen zu dürfen. „Guten Abend, mein Lieberi" rief der Commiffar, bett devoten Gruß mit freundlichem Kopfnicken erwi- „Hm, das wäre! - Haben Sie neue Jndicien dafür entdeckt?" , , , . , „Allerdings, mich aber auch dabei ganz gehörig exponirt. Erlauben Sie mir eine Frage, Herr Com- miffar, ist das getroffene Wild verendet?" „Noch nicht, der Burfche scheint eine Bären- Natur zu haben, wie der Doktor meint", versetzte der Commiffar, „wenn er nur einen Augenblick zur Befinnung kommen und uns den Namen seines Mörders nennen wollte." n . „Freilich, das wäre der bequemste Weg zu der Entdeckung deffelben", lachte Thorsen spöttisch auf, .aber der Schelm wird un» den Gefallen nicht erweisen, fürchte ich, oder hofft der Doktor aus ein solches Wunder?" „Allerdings, — sagten Sie. mir nicht, lieber Thorsen, daß unser verwundetes Wild vor jenem Jäger geflohen sei?" „So sagte ich, weil ich'» mit meinen eigenen Auaen gesehen, es schien eine Hetzjagd aus Leben und Tod zu sein, wobei das Wild allerdings den Anschein der Furcht und de» bösen Gewiflms gegen sich hatte." ‘ „Es ist übrigens ein großes Vrrfäumniß dabei zu rügen", bemerkte der Commiffar nach einer Weile gedankenvoll, „der Thatort ist zu oberflächlich durchsucht worden." t ~ „ „Hm, es war dunkel", erwiderte der Detectiv achselzuckend, „soviel ich weiß, hat man das Gehölz mit Laternen durchforscht." „Sie hätten dabei sein müffen, Thorsen!" „Ich war von Ihnen in Beschlag genommen, Herr Commiffar!" „Ganz recht, hätten aber am nächsten Morgen frühzeitig hinaurmüffen, um da» Terrain abzusuchen." „Erlauben Sie, Herr Commiffar, ich hatte die ganze Nacht hindurch jenes Haus bewacht", versetzte der Detectiv gereizt. „Bah, mein Lieber, ich sagte Ihnen da» Resultat vorher, es war verlorene Mühe, unnöthige Aufreibung, der Mörder mag in dem Jmmendors'schen Garten momentanen Schutz gesucht haben —" „Ich verfolgte ihn bis dicht vor'» Haus und sah ihn dort buchstäblich verschwinden." Der Commiffar konnte ein leichtes, spöttisches Lachen nicht unterdrücken. „Beweis, daß blinder Eifer stets schadet", sagte e'r überlegen, „von der wilden Hetzjagd außerordentlich erregt, zumal Ihnen der Mörder unter den Händen entwischte, war Ihr kaltblütiger Scharfblick momentan vollständig getrübt und gaukelte Ihnen eine Vision vor." Thorsen schwieg eine Weile; er kämpfte einen harten Kampf mit dem eigenen Ehrgeiz auf der einen und der Möglichkeit eines Jrrthums auf der andern Seite, bis die Nothweudigkeit, das Nützlichkeits- Prinzip den Sieg davontrugen, und ihn zur offenen Darlegung feiner foeben erlebten Niederlage sowohl wie zu seiner scharfsinnigen Logik veranlaßten. Ec ersuchte deshalb den Commiffar, mit ihm eine 452 zu Hilfe eilten, findet eben überall ihre Nutzanwendung. Jedenfalls ist diese meine Maßregel von gutem Erfolge gewesen." „Deine Frau hat sich die „fünf Minuten" abge- Aktion; A. Sch-Yda. - Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. aufmerksam hinüber w spähen. Dort mußte die Stelle sein, wo der flüchtige Verbrecher die Planke überstiegen halte und er demselben gefolgt war. Al» vorsichtiger Detectiv hatte er auch hier einen zuver- lässtgen Posten plaeirt, zu dem er jetzt auf Umwegen hinüberschlich. (Fortsetzung folgt.) Iur 5 Minuten. Von Jenny Hirsch. (Fortsetzung.) „Willst Du mit mir spazieren gehen, liebe Clara?" fragte ich. ,, ,. „Gewiß, mit großem Vergnügen," war dre Antwort. wöhnt?" rief ich. „Schon feit fünfundzwanzig Jahren. Vielleicht schreibe ich aber auch mir eine Umwandlung mit zu, die einzig und allein das Ergebniß einer von uns gemeinschaftlich verlebten Stunde von grenzenloser Herzensangst war." Er schwieg einen Augenblick ; ich sah ihn erwartungsvoll an und wagte doch nicht zu fragen. > „Wir faßen in der Nacht am Bette unseres Erstgeborenen", fuhr er mit weichem Tone fort, „der -T-™ , ,.to„ । Knabe hatte einen Anfall von Bräune, nur schleunige „Wann bist Du.bereit? Hilfe konnte sein Leben retten. Der nach dem unweit „Sogleich, nur fünf Minuten. I wohnenden Hausarzt gesandte Bote war Ich hörte auf, zu schreiben oder zu lesen und I Bescheide zurückqekommen, der Doktor werde wartete; aus den fünf Minuten wurden zehn, funszehm i . Minuten ^da fern; bereits war aber eine eine halbe Stunde und darüber. Hatte fie das so | @tunbe verstrichen — eine halbe Stunde, die gleich gesagt, so wäre gar nichts daraus angekommen, 8 Idente Ewigkeit deuchte; unser Kind rang mit ich hätte noch etwas vornehmen können, mit fünf | . Minuten kommen Minuten vermochte ich nichts anzufangen und mck dem Tode^ und der Ar^t, der ^aß den darauf folgenden noch viel weniger. Die Zeit llt , 4 e Jft8 Wort zu wörtlich nahmen?" war nur aus dem Leben gestohlen, die Laune ner nein!" rief ich bebend vor Aufregung, dorbeu, die Lust an der Promenade uns beiden nem^nes icy verleidet. — , I " c*n meiner Angst pochte ich einen jungen Arzt Wir kleideten uns an, um in Gesellschaft zu | »J Schild erst seit einigen Tagen an einer gehen; meine Toilette war beendet , verlockend sah I 9 benachbarten Hausthüren befestigt war. Er be- mich eine soeben angekommene Broschüre an, ich greift I beO^ ) ^ine Zeit, sondern folgte mir auf dem nach dem Papiermesier, um fie aufzuschne den, rufe I 't M h^te unser Kind gerettet, als sein Kollege, aber dabei halb scherzend durch die Thur. „Wie I } , V. Minuten" kommen gewollt, endlich lange dauert es noch mit Dir, Clara? I r ■ ,, $er ;uw Arzt, heute Sanitätsrath K-, Ä» ’*,n ** f“ "* lich auf die Uhr. Der Zeiger rückt weiter und weiter, | ^-Mch?" fünf Minuten, zehn, erne Viertelstunde sind m das I »Jl e§ im Laufe der Jahre doch noch Meer der Ewigkeit gesunken, und wagte ich dann -- J ’ t)org,efommen, TO0 ich mich wieder davon noch meine Frage zu wiederholen, o kam ebenem I öjjjj » » in etwas gereiztem Tone die Antwort zuruck. -.Aber I 9 ggeifpiel, Onkel?" lieber Mann, Du bist auch von emer unglaublichen I „ SBeifpiel. Ich gehe an einem Apriltage Ungeduld, ich sagte Dir ja: m fünf Minuten - , I ^u'der Akademie nach Hause. Gerade auf der Nach und nach lernte ich, was ich von diesen I ™ m0 üUt Straßen kreuzen und der Wind „fünf Knuten" im eheüchen Leben zu HMen. habe qu§ Himmelsgegenden bläst, begegnet mir der und wußte mich danach einzurichten. ^erstqerle i rteßt mich und erzählt nur von der meine Frau, die Suppe werde „m fünf Minuten I 4-’ M at).Qn^ung bie er gegen die Vivisektion auf dem Tische stehen, so machte ich m aller Seelen- I . ^ Begleiten Sie mich ein Stück- ruhe noch einen kurzen Geschäftsgang; rief sie nur | 3 11 abscheulich", schlage ich vor. El zu, der Pudding werde ungenießbar, falls mirihn I «9 । müsse nach einer anderen Richtung nicht „in fünf Minuten" verspeisen, so hielt mich «ver veyauprer, er,m n w fjinf Minuten!" das nicht ab, den soeben begonnenen Satz in meiner I A unb9 ergreift MH Qtn Rockknopf — und ich Abhandlung zu Ende zu schreiben. I q.f)nr r)arte Stand, bis ich es eisig durch meine „Und hat sich die Prophezeihung der Tante dann I ^9^ rinngn ^tc- Als ich mich mit Aufopferung ««Wb ,t= ÄiS so lange neckte, bis sie ihm, als der Wolf kam, nicht»(Schluß folgt.) .