sagier-Gepäcks findlichst." Perron.) Der rschein erlaubt eigt und „ein- etraten. Kein , welcher das md unterwegs n große Auf- der Reisende riesigen Buch- i-Bebra-Elm," ■ Wagenklasien 'er Fahrscheine ) roth. -mand bedurfte kontrollirenden ffnern, welche steter Lebens- rfft, und zwar n und gesahr- dienstes über- ramter tauchte die Fahrscheine -tation wieder !er Fahrt bis sechs Stunden 3ir hatten hier r Blitzzug nach >en Speisesaal il befindet sich bgesperrt nach ^ersehene Gäste »rscheinvorzeig- licht nöthig ist. und in fünf drichsfeld, die varzwald zur er Kaiserstuhl ags sechs Uhr Leipzig Vor- i. Und diese us die Person ; Mitte Juli t (in die Küche 5ie sich heute ratzen lassen! lnochen!" — dem Fleischer würde ich es Cwßencr Iamilienblätler. Belletristisches Beiblatt rum Gießener Anzeiger. Nr. 111. Donnerstag dm 20. September. 1888* Im Zause Immendorf. Original-Roman von Emilie Heinrichs. (Fortsetzung.) „Tantel" flüsterte Hedwiga, dm Arm um Mri- ken's Schulter legend, „ist der junge Dörner auch unterrichtet von unser« Unglück?" „Ja, Kind, und Gott sei Dank, daß sie endlich gegangen sind, mir haben diese Augenblicke zwischen Thür und Angel wahre Höllenqualen bereitet. Du wußtest eß wohl nicht, daß der gute Lerchenhrim sich eben bei Tante Irmgard befindet, — ich fürchtete jeden Moment, ihn aus der Thür treten zu sehen." „Das wäre doch kein Unglück gewesm, Tantchen I" meinte Hedwiga achselzuckend. „Mich erregt tausmdmal mehr der peinliche Gedanke, daß Doktor Dörner unser gefährliches Geheimntß kennt und viel« leicht gar darin verwickelt werden könnte." „Und doch beruht gerade auf ihm die Rettung \ Deines Bruders", versetzte Ulrike leise, „doch still jetzt, geh' hinein zur Tante, ich muß inzwischen mit unserm Gefangenen reden." । „Und soll ich ganz passiv dabei bleiben?" klagte | Hedwiga, „gar nichts weiter erfahren und Fremdm die Gefahr überlaffen?" „Du hast dar Deinige bereit« gethan, Herzchen I" bemerkte Ulrike mit einem unterdrückten Seufzer, < „jetzt muß die gefährlichste Aufgabe stärkeren Händen ? anvertraut werden. Im Uebrigen aber sollst Du \ Alle« erfahren, kleine Neugierige!" 10. Das Abenddunkel sank herab; ein dichter Nebel 1 hatte den heiteren Herbsttag schon frühzeitig vertrie« z ben und sich undurchdringlich auf Stadt und Land : gelagert. „Ein vortrefflicher Bundesgenosse", meinte der s Major Trllkamp, welcher mit dem Neffen soeben das Haus verließ. „Wann geht der Zug nach der Residenz? Hast es Dir doch notirt?" „Ja, es ist aber ein Courierzug und die Frage, ob derselbe hier anhalten wird?" „Was denkst Du denn von uns, Junge?" polterte der Major, „hier halten alle Züge, wenn wir auch kein Knotenpunkt sind. — Wie lange Zeit haben wir also?" „Eine voll« Stunde noch, könnm Alle« ordmt- lich überlegen", versetzte der Neffe. „Jetzt aber still davon, Onkel I — in dem dichte« Nebel könnte gar leicht der Verrath sein Spiel haben." „Versteht sich, — die Polizei wird genug umherschnüffeln. Wenn ich'« nur heraus hätte, ob der Andere, der infame Schuft weißt Du, wirklich tobt ist?" Egon drückte des Onkels Arm, um ihn zum Schweigen zu bringen, da dem Soldaten fiel« der Commandoton in der Kehle saß, und in diesem Augenblick ein Mann an ihnen vorüberschritt, welcher sie mit einem scharfen Blick aus'« Korn nahm. Schweigend wurde nun der Weg nach dem Jmmendors'schen Hause zurückgelegt, wo sie die Hau«- thür bereits geöffnet fanden und deshalb geräuschlos eintreten konnten. Der alte Johan« empfing fie ebenfalls schweigend. Das Licht auf dem Flur brannte düster, während die Lorridore noch gar nicht erleuchtet waren. Er schloß die Thür hinter den beiden Eintretenden und leuchtete mit einer brennenden Wachskerze auf schwerem silbernem Handleuchter die breite eichene Treppe hinauf» öffnete sodann das Gemach, wo Ulrich sich befand und bat leise, einzutreten, da da« gnädige Fräulein sich ebenfalls drinnen befinde. Dann schlich der alte Diener die Treppe hinab, um wie ein Haushund Wachs zu halten. Die Mägde befanden sich im Souterain, — Ulrike hatte fie gut geschult, so daß von neugieriger Dlenstboten-Späherei in diesem Hause keine Rede sein konnte. „Dafür sorgt auch schon der alte Windhund", meinte das Stubenmädchen, in der blitzblanken Küche behaglich ihren Kaffee schlürfend, „bin nun schön an die fünf Jahre hier im Hause, und den halben Morgen oben beschäftigt, aber erfahren thut man nichts, — überall sitzt die alte Scharteke, der Johann, einem auf der Nase, und die Herrschaft gönnt unser einem auch kein Sterbenswort mehr, als nöthig ist." „Behagt's Dir nicht mehr bei uns, Life?" fragte die alte Köchin mit scharfer Stimme, „brauchst Dich nicht zu genieren, — ein Wort an das gnädige Fräulein, und Dein Laufpaß ist geschrieben." „Bewahre Gott, wie Du gleich ausfährst, Rike!" verthetdigte sich das Stubenmädchen, „man darf hier im Hause aber auch kein Sterbenswort über Andere sagen." „Andere? Meinst Du damit unsere gnädige Herrschaft?" „I, Gott bewahre, leg' doch nicht Alles auf die große Wagschaale, Rike! — Ich meine den alten Johann —" „Der kein Schwätzer und Herumklatscher, sondern eine treue Seel« ist, die für die Herrschaft durch« »eße«. 446 Feuer gehen würde, eccutof wie ich Lise, werke Dir das!" „Ns ja, ist schon recht, sind die alten Kamillen", lachte das Stubenmädchen spöttisch, „man hat's hier ja ganz gut, die Herrschaft ist stolz, meinetwegen, ein halber Kloster ist's doch, seitdem der gnädige Herr gestorben ist. Der konnte lustig sein und einen Spaß machen, war gar nicht stolz, — na, der hätte den Herrn von der Polizei gestern hinausexpediren wollen, oder was meinst Du, Rike?" „Ich meins nichts, habe auch nichts zu meinen, das ist Sache der Herrschaft", versetzte die alte Köchin kurz. „O, da möchte ich doch bitten", hohnlachte Lise, ihre Kaffeetasse klirrend niedersetzmd, „wrffen Brot ich effe, dessen Lied ich singe, pflegt man zu sagen, hier heißi's aber, wonach hat dis Polizei das ganze Haus von oben bis unten durchsucht? — Das greift einem an die Ehre." . Rike stemmte beide Hände in dis Seilen und Z stellte sich dicht vor die renitente Liss hin. „Hat man vielleicht Ursache, sich zu fürchten, hs? - ~ Beiß! das Gewissen, Jungfer Unschuld?" Lise wollte heftig auffahren, besann sich aber, lächelte geringschätzig und schenkte sich eine Taffe Kaffes wieder ein. „Es soll sich hier ja wohl ein Räuber verborgen halten, wie mau sagt, — ich bin schon überall darum befrag! worden." Sie lachte lau! auf und schaute die vor Schreck ganz blaß gewordene Köchin herausfordernd an. „Du bist reif zur Kündigung", murmelte Riks in sich hinein, indem sie erreg! an den Herd zmück- kehrte, und sich von nun an ganz schweigend verhielt. Das Stubenmädchen erhob sich plötzlich 'und horchte hinaus. „Merkwürdig", sagte sie, „nun ist's heute schon das zweite Mal, daß der alte Windhund die sonst so streng verschloffene HauethKr offen läßt, um ge- heimnißvcllen Besuch, wovon wahrscheinlich die kranke Gnädige nichts wiffen darf, ohne Klingeln herdnzu« lassen. Rus geht'« damit nach oben, was das wohl zu bedeuten hat, Riks?" „Ich will sogleich hinaufgehen und unser gnädi- geß Fräuleiu in die Beichte nehmen, Jungfer Naseweis I — damit Ihre Neugierde gestillt werde. Hüte Sie sich, daß Sie nicht Hals über Kopf aus dem Hause kommt. Spione sind hier noch nie alt geworden, es wird Ihr zu wohlig, d'rum sticht der Hafer." Lise schien es jetzt für gut zu halten, einzulenke», weil es ihr plötzlich einfiel, ei« en Weg zu machen. „Ich muß mir Garrr für meine Strümpfe kaufen, Rike, laufe nur eben durch den Garten." „Dis Pforte ist verschlossen, das Fräulein verwahrt den Schlüssel", bermrkte Rcke mürrisch, „magst die Folgen selber tragen." „O, ich komme schon hinaus, das muß man kennen", lachte Life, „Du hast nichts dagegen, Rike?" i „Habe nichts zu erlauben, nichts zu verbieten z verantworte es selber." 1 j „ Lils nickte, Holts sich Mantel und Kopftuch uni t lief hinaus. i - 4Ä0Uört1ni<$*8' bie Liss, —" murmelte Ri!- I kopfschüttelnd, „ist schon viel zu lange im Haus- ? muß fort. Hat nichts Gutes vor, hätt' fie tiiät i sollen gehen lassen, aber sie hört ja nie. Unfa ! Herrschaft ist zu gut, viel zu gut für eine so falsch, z nichtsnutzige Person. Der Johann hat's gleich w. I sagt, und der kennt sich aus auf solche Leute. & ? ja, mir ist's gestern auch in die Glieder gefahren i wir haben ein Gespenst im Hause, ich les' ganz deut- s lich auf seinem Gesicht, der alte Mensch ist seit gestern i Abend ja wie aurgewechselt." Das Stubenmädchen verstand sich auf Schleich. | wege und der dicke Nebel beschützte ihren geheimen Ausgang. Sie fand sich in der undurchdringlichen Mnsterntß wie eine Blinde zurecht und stand bald vor düem Gebüsch, hinter welchem sie sich einen Weg bis zu einer losen Planke gebahnt hatte, welch! de« Spüraugen des alten Johann bis dahin gänzlich v- borgen geblieben war, und zwar aus dem ein. fachen Grunds, weil Life es verstanden, die befeck Planks genau wieder einzufügen. Ohne Zögern löste fie jetzt dieselbe, um durch dir so entstandene Oeffnung zu schlüpfen. Sie befand sich auf der Promenade, ging eine Strecke entlang bis zur Pforte und hustete leise. Im selben Augenblick tönten Schritte durch bie j Süll-, eine Stimme flüsterte: „Graut Liebchen auch?« I und Lise antwortete leise mit unterdrücktem Kichern: | „Warum nicht gar, die Dunkelheit paßt wunderbar!« I „Bravo, schönes Lieschen, Sie haben die Parolr ja bewunderungswürdig behalten", sprach die halb« laute Männerstimme, ihren Arm ergreifend und in den seinen legend, „welchen Weg baden Sie dem eigentlich genommen? Ich erwartete Sie hier an der Pforte." Life kicherte auf'» Neue. „Den Psorlenschlüssel verwahrt unser gnädiger Fräulein, die schwarze Ulrike", versetzte sie leise, „aber ich hab' mir einen anderen Ausweg gesucht, weil vom an der Hausthür der alte Kettenhund Johann die Wachs hält." „Ohne ihn kann also Niemand hinein oder s herauskommen?" \ „Nein, es ist ein gräulicher Windhund, — heute s hat er zweimal welche in's Haus gelassen, die keine Klingel zogen, war das zu bedeuten bat, möchte ich wiffen, man darf sich aber oben nicht sehen laffen. Er riecht seit gestern wie ein Geheimntß im Hause. Aber was geht Sie das an, lieber Herr Brandt —" „Nenne mich Heinrich, theures Mädchen! - ich habe erst seit gestem Abend da» Glück Deiner persönlichen Bekanntschaft, aber Dir schon lange heimlich nachgestellt, und war entzückt, Dich gestern zufällig hier zu treffen. Aber nun zeige mir Deinen heimlichen Ausweg, e» würde jedenfalls gemüthlicher sein, im Garten ein wenig zu promeniren." 447 hts zu »etbiete«, nb Kopftuch uni murmelte Ri!- lange im Hause t, hätt' fie rH ja nie. Unser! ir eine so falsch, hat's gleich ge. lche Leute. Ja, Hiebet gefahren, h les' ganz deutsch ist seit gestern auf Schleich J ihren geheimen ndurchdringlichen und stand bald it sie sich einen hnt Hütts, welch iS dahin gänzlich st aus de« ein* iben, die befecte be, um durch die n. Sie befand Strecke entlang chritte durch die Liebchen auch?" rücktem Kichern: aßt wunderbar? absn die Parole sprach die halb* greifend und in laben Sie denn te Sie hier an unser gnädiger csetzte sie leise, Ausweg gesucht, alte Kettenhund >d hinein oder chund, — heute lassen, die keine hat, möchte ich cht sehen lasten, miß im Hause, err Brandt —" Mchen! - ich lick Deiner per» n lange heimlich gestern zufällig t Deinen heim- emüthlicher sein, h ober Du bist verloren." Life blieb erstarrt stehen und wagte sich nicht zu rühren, geschweige benn einen Laut hervorzubringen. Sie vermochte in der Dunkelheit bie neben dem alten Johann rasch dahinschreitende Gestalt nicht zu erkennen, doch dämmerte die unheilvolle Ahnung in ihr auf, daß sie fremden Zwecken ihren Beistand ge- liehen und ihre leichtgläubige Eitelkeit vielleicht unabsehbares Unglück veranlaßt habe. Dis Thörln zitterte am ganzen Körper, sie hätte in diesem ver- hängnitzvollen Augenblick Alles darum gegeben, dem alten Diener ein Warrmagszeichsn geben zu können, wenn nicht die Furcht ihre Lippen geschlosien hätte und es überhaut nicht zu spät dazu gewesen wäre. Ja, diese Erkenntniß kam leider zu spät, denn kaum hatte Johann die Pforte geöffnet, um den : Herrn hinauszulassen, als dieser eine Hand c f „Ruhig, alter Esel!" schnob ihn der Detecüv Thorsen, denn kein Anderer war'S, zornig an. „Kannst auch mit dem Gesängniß Bekanntschaft machen, wenn Dich darnach gelüstet; bist verdächtig genug als Helfershelfer eines Mörders." , Das klingt allerdings recht schauerlichnahm Doktor Egon Dörner, die Hand des Detectivs ruhig abjcküttelnd, jetzt das Wort, „wen wollen Sie benn eigentlich verhaften und mit welchem Rechte?" „Ich will einen Mörder verhaften und zwar mit dem Rechte des Criminalbeamten", versetzte Thorsen, dem alten Diener die Laterne aus der Hand nehmend und seinen Rock öffnend, um als Legitimation sein Schild zu zeigen, zugleich aber auch das Antl-tz de» jungen Mannes zu erleuchten, was ihn freilich stutzig zu machen schien. „Sie wollen mich, den Doktor Egon Dornet, Reffen des Major Tellkamp, der erst seit heule Mittag hier in der Stadt anwesend ist, wirklich als Mörder verhaften?" Der Detectiv blickte ihn regungslos an. „Dadurch würde ich zweifellos einen schweren Mißgriff begehen", erwiderte er nach einer kleinen Pause, „benn nicht Sie find bet Mörder, den ich 8 bereits in meiner Hand hatte und deshalb unbedingt entdecken, Liebste, das wäre famos!" Ltfe's Neugierde überwog ihrs Bedenken, ge- räc-fchlos schlich sie mit ihrem Zukünftigen auf Seitenwegen der Pforte zu und stand nun athemlos, ! mit klopfendem Herzen an der Seite de» ihr im Grunde völlig fremden Mannes, um zur Verrätherin an ihrer Herrschaft zu werden. Was war das? — Bewegte sich nicht dort ein Licht durch den Garten? Herr Brandt trat unwillkürlich vorwärts, um die merkwürdige Erscheinung zu beobachten. Schritte kamen näher, es schienen zwei Männer zu sein, wovon der eine derselben eine Handlaterne trug. Jetzt waren sie dicht bei dem lauschenden Paar. „Ohne Licht wären wir kaum zurecht gefunden, Herr Doktor!" bemerkte jetzt der Laternen-Mann mit gedämpfter Stimme, „der Rebel fällt einem ordentlich auf die Brust." „Deshalb reden wir lieber nicht, mein alter Freund!" erwiderte der Andere halblaut. „Das ist unser Johann, bet mit bet Laterne", zischelte Life ihrem Begleiter zu, „Herrgott, wenn bet Anbere an Ende gar bet Räuber wäre, w-nach die Polizei Lis- besann sich einen Augenblick, da die Pro- - „Ich glaube es selber", murmelte Btanbt, ihren menade ihr doch nicht ganz gemüthlich erschien. Sie Arm von sich abstreifenb, „jetzt ruhig, mein Kind, hatte den .Herrn Brandt in der That gestern Abenb, f " wo die Luft von einem schwachen Mondschimmer erhellt gewesen, hier draußen, als sie wieder einen Abstecher durch die Planke gemacht, zum ersten Male getroffen und war beglückt von seiner Versicherung, daß er nur ihrethalben das Haus von allen Seiten sehnsüchtig umschwärme, da nur sie ober keine seine Gattin werden müsse. Auf diese Worte und Ver- stcherungen hin hatte die leichtgläubige Thörln ihre frechen Reden in der Küche gewagt und dem Zukünftigen aus heute Abend das erste Stelldichein an der Gartenpforte zugesagt, obwohl sie gestern nur wenige Augenblicke Zeit übrig gehabt hatte, um die Fülle ihres so überraschend schnell gekommenen Glück« ganz begreifen zu können. Herr Brandt behandelte sie zart und schmeichelnd wie eine vornehme Dame, weshalb sie ihn nach jener ........ . .. Stelle führte und hindurLschlüpfte, welchem Beispiel seiner Schulter fühlte und die triumphrrend klingen- er trotz bet dichten Finsterniß sehr gewandt folgte. | den Worte vernahm: „Im Namen de« Gesetzes! »Man ist doch nicht umsonst ein geschickter Tur- I Sie sind mein Gefangener!" ntr", meinte er, als sie seine Hand ergriff, um ihn | Liss konnte bei dieser unerwarteten Demaskirung durch das Buschwerk zu leiten und auf einen der ihres Geliebten einen SchreSensscM nicht unter- brelten Gartenwegs zu führen. Hier wußte es bet I drücken, der dem alten Johann nur zu deutlich i?re zärtliche Herr Brandt so geschickt anzufangen, daß Grgenwart und damit ihre Mtwirümg venieth. Er sie sich, ohne es zu ahnen, mit ihm dem Hause ! war außerdem auf d.s Aeußerste vorbereitet woroen nüh-rte, dessen Fenster verschiedentlich erhellt waren, und rief deshalb mit gutgespielter Ueberraschung und während aus bet Küche ein breiter Ltchtstreifsn auf Entrüstung: „Gi- sind mit der rechts Räuber- den großen Rasenplatz fiel. I Hauptmann, wollen sich mit dem Gesetze auWelm In diesem Augenblick verdunkelte ein Schatten J und schleichen sich in fremde Gärten. - Warte, den Lichtstrelfen. Erschrocken zog Life ihren Beglei- \ Life, Dir wollen wir auch das saubere Handwerk ter zurück und flüsterte: „Dort kommt Jemand aus legen, mit Deinem Liebsten hier herum prometwrt dem Hause, geschwind zurück, mein Themer!" j und schlechtes Gesindel uns in'« Haus zu schmuggeln, „Rach der Pforte", gab dieser leise zurück, „wir \ warte^ warte -" . .. werden vielleicht jetzt bie Lösung des Geheimnisses ' 448 wiebererkennen würde, aber doch jedenfalls fein Freund und Helfershelfer, wie dieser alte Fuchs hier, der ebenfalls eine Rolle in der Komödie spielt. Da ch den Diener nicht verhaften kann, so müssen Sie, Herr Doktor, auf jme Verdachtsgründe hm, mir »um Herrn Criminalrichter folgen." In diesem Augenblick näherten fich rasche und feste Schritte der Pforte. „Dar wird mein Onkel Tellkamp sein, der mir auf der Promenade begegnen wollte", rief Egon und sofort ertönte die joviale Stimme de» Majors: Hier bin ich, Egon! Ist mir da« aber eine ver. teufelte Finstrrniß heute Abend, man könnte sich wahrhaftig selbst darin verlieren. Na, wo steckst Du denn? - Aha, da ist der alte Diogenes mit der Laterne." (Fortsetzung folgt.) sprechen könnte —" , „Und da antwortete ich „Nem^ und antworte das wieder und abermals. Sage, Du kommst auf eine halbe Stunde, auf eine ganze Stunde, sprich Dich gar nicht über die Dauer Deines Besuches aus, nur rede mir nicht von fünf Minuten." „Ich verstehe Dich nicht, Onkel!" , „Nur fünf Minuten!" Das Wort ist eine Schlinge, die dem Arglosen gelegt wird, ein Hinterhalt, in • dem man ihm auflauert; mit „nur fünf Minuten" stürzt sich der Räuber meiner Zeit und meiner Ge. duld perfider und erbarmungsloser auf mich als der Räuber meines Geldes mit der Forderung: „la bourae ou la vie.“ Er hatte mir einen Sessel hmgeschoben und stand hochaufgerichtet vor mir. Ein weiter dunkler Schlafrock umgab seine lange hagere Gestalt, die Pfeife, deren Rauchwolken das Zimmer erfüllten, hielt er hochgeschwungen in der einen Hand, die andere machte sich am Hemdkragen zu schassen, dessen eine $atfte, wie gewöhnlich, nach außen gerathen war, während die andere sich bescheiden hinter dem Schlafrock barg: das gute, faltenreiche Gesicht fah in seinem Zorne o drollig aus, daß ich unwillkürlich laut auflachen mußte. , _. ,, Meine Heiterkeit steigerte noch semen Unmuth. „Da haben wir's, Du kannst noch lachen!" „Es kann Dir doch auch unmöglich ernst sein. „Bitterer Ernst ist es!" fuhr er mich an, ich hasse das Wort!" „So kenne ich Dich ja noch gar mcht, Onkel." „Ich kenne mich selbst nicht, wenn ich den verwünschten Ausdruck „nur fünf Minuten," hören muß, grollte er, das Käppchen von dem grauen Kopfe reißend und wieder aufsetzend. „Er hat mich durch das ganze Leben verfolgt, geärgert, beeinträchtigt, erbittert! Warte „nur fünf Minuten" nef nur, da ich ein kleiner Knabe war, unser Nachbarsohn, mit dem ich den Schulweg zusammen machte, zu, dann trödelte der Schlingel, der nie zur rechten Zell aus den Federn kommen konnte, bis es voll geschlagen hatte, und ich, der ich von Jugend an ein Frühaufsteher war, mußte mit ihm wegen Unpünktlichkeit nachsitzen." t , ,x.. „ „r£, „Versäumte ich in meiner Studentenzeit die Hälfte eines Kollegs, an dem mir sehr viel gelegen war, so geschah es sicher, weil man mich in meiner Stammkneipe mit der Versicherung „es dauert nur noch fünf Minuten" eine halbe Stunde auf das bestellte Gericht, nach dem der knurrende Magen verlangt, hatte warten lassen. Ich könnte ein Buch schreiben, wollte ich allen Aerger, alle Verdrießlichkeiten, allen Schaden und alles Ungemach aufzählen, welche mir schon aus dem „nur fünf Minuten" erwachsen sind. Selbst den Frieden meiner Ehe drohte der Unhold zu stören." , , _ _ . „ „Onkel!" rief ich entsetzt, „das sagst Du, dessen Eheleben der ganzen jüngereil Generation unserer Familie als ein Muster aufgestellt wird." „Mit vollem Rechte, mit vollem Rechte", nickte er, und über sein Gesicht ging ein Lächeln, das es jung erscheinen ließ, wie der Sonnenschein einer Herbstlandschaft für Augenblicke die Täuschung des Frühlings zu verleihen vermag. „Gott weiß es, welches . Glück ich in meiner dreißigjährigen Ehe gefunden habe; entstand aber einmal eine Mißhelligkett oder ein Streit zwischen mir und meiner Frau, so gab die Veranlassung dazu ihre leidige Angewohnheit, „nur fünf Minuten" zu sagen." „War nicht vielleicht die Demlge, das Wort allzu wörtlich zu nehmen, auch ein gutes Theil mit daran Schuld?" warf ich neckend ein. , „Vielleicht war dies der Fall, wenigstens im Anfang", gab er ehrlich zu. „Ich hatte zwar schon viel Erfahrungen mit der Redensart gemacht, aber auf meine Frau konnte ich dieselbe doch nicht anwenden, sie war ja in allen Dingen die Wahrhaftigkeit selbst. So wurde denn „nur fünf Minuten" auch hier das Irrlicht, durch das ich mich in den Sumpf locken ließ." (Fortsetzung folgt.) Rebartion; A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl 'scheu Druckerei (Fr. khr. Pietsch) in Gießen. Von Jenny Hirsch- (Nachdruck verboten.) „Kann ich Dich nur auf fünf Minuten sprechen, Onkel?" fragte ich, in das Arbeitszimmer des Professors H. blickend. „Nein", scholl es mir barsch und bestimmt entgegen. , Erschrocken zog ich den Kopf zuruck und wollte mich schleunigst entfernen, kam jedoch nicht weit. Die Thür wurde vollends geöffnet, der liebenswürdige alte Herr erschien auf der Schwelle und fagte in ganz verändertem, d. h. in dem ihm eigenen gütigen Ton: „Tritt ein und nimm Platz." „Ich möchte Dich nicht stören, Onkel", versetzte ich, seiner Einladung zögernd Folge leistend. „Du störst mich nicht." . „Du sagtest doch aber, Du habest keine Zeit. „Ist mir nicht eingefallen.", „Ich fragte Dich, ob ich Dich auf fünf Minuten