5. rief), von F. Al- ld Anstrichmittel n. Ztg." reines, 000 kurze Zeit nthaltenden Anwalt, treten sich ind dann wenig Oel kann selbst- etwas, vielleicht ls Trockenmitttel müssen sehr gut ren, Kiefer zwei- rich. Sind die i, so bleibt der d geht nicht tief wird der erste dieses im Laufe vertheilt, darauf tterung, wieder chigen Anstriche, sicher trockenem ruber abgeputzt, . Oel und Holz ifstellen rc. sind einfaches Ueber- ippchens. er zu bohren, wandiges Stahl- was geringer ist einem Ende an ihnlich wie dieses n hierdurch vor- ise, wobei Naturen guten Stahl chles verwenden schwierig, solche m solchen Bohrer neter in gewöhn- eine Hälfte der ir anderen Seite ißte fest gelagert >er Achse gemacht > Bohrers, sowie sich ebenso wie gen bei Erdboh- daß man Seifen» en festgelagerten udet, wenn man vollständig dicht an den Schneide» llchse, und somit d denkbar bester auf der Hand, liderstandssähiger fbohren und der- bei Verwendung Hiehener Jamilienblätter. Belletristisches Beiblatt zum Gießener Anzeiger. Rr. 57.Dienstag dm 15. Mai. ~~~ 1888^ Aer Kröe des Kaufes. Roman von Hermine Frankenstein. (Fortsetzung.) Olla beobachtete ihren Vormund, suhlend, daß sie auf ein Geheimniß in seinem Leben gestoßen sei, das er vor menschlichen Augen für immer hatte verborgen halten wollen. „Ihr habt eine Person gleichen Namens gekannt?" fragte Olla. „Das könnte Aufklärung geben über die Herkunft des unglücklichen Mannes.'' „Nichts da — ich kann nichts aufklären. Die Person, die ich kannte, war kein Mann, sondern eine Dame in ärmlichen Verhältnissen." „Kann dieser junge Mann nicht der Sohn dieser Dame sein?" „Möglich, jedoch sehr unwahrscheinlich. Auf jeden Fall will ich diesen Mann besuchen, und zwar morgen Vormittag schon, ob er der Dame ähnlich steht — im Uebrigen geht mich die ganze Sache nichts an." Gower ging mit hastigen Schritten auf die Thüre zu, drehte sich jedoch an der Schwelle nochmals um. „Morgen Vormittag werde ich diesen jungen Menschen besuchen, aber nur dieses eine Mal, ich will ihn dann nicht wieder sehen. Ihr mögt ihm Besuche abstatten, so viel Ihr wollt, ich will kein Hin- derniß dazwischen legen, aber eines setze ich unum- stößstch fest: Von morgen an will ich den Namen nie wieder ausgesprochen hören und in k-iner Weise will ich jemals daran erinnert werden." Schallend warf er die Thüre hinter sich zu. „Mein Gott, wie seltsam dieses Betragen ist", murmelte Olla. „Ec hat seine ganze Selbstbeherrschung verloren. Wenn mich nicht Alles täuscht, bin ich da irgend einem Geheimniß im Leben des Herrn Deverevx Gower auf der Spur. Warum will er diesen Namen nie wieder hören? — Warum war er so entsetzt? — Das ist seltsam, sehr seltsam!" Neuntes Kapitel. Herr Gower besucht Tresstlian. Herr Gower blieb bei seinem Entschlüsse, Jasper Lowder bei den Vieini's zu besuchen und in Folge dessen wurde am nächsten Morgen nach dem Früh- stücke der Wagen in Bereitschaft gesetzt. Olla eilte auf ihr Zimmer, um sich zu dem Aus- fluge anzuklstden; der Wagen verließ langsam den Garten, l Die Fahrt in der milden Lust und schönen Ge- ; gend war sehr angenehm. Aber Herr Gower schien - sich von derselben nicht besonders angeregt zu fühlen; l er saß in tiefe Gedanken versunken da und daß diese ' Gedanken nicht sehr angenehm waren, bewiesen seine - finster gefurchte Stirn, die tiefliegenden Augen und i die scharten Linien um den Mund. „Er steht verstört aus und offenbar hat ihn eine i Erinnerung an die Vergangenheit heute Nacht nicht ruhen lassen", dachte Olla. „Sein Geheimniß steht £ in Verbindung mit Jasper Lowder, welcher Art k mag es fein?" 1 Der Wagen hielt plötzlich am Fuße bc§ Felsens, f auf welchen die Hütte der Vieini's gebaut war. Kriggrr sprang vom Bocks und öffnete die - Wagenthüre. «Es wird nothwendig sein, zu Fuß hinauf zu 1 gehen, Herr Gower", sagte er. „Es ist keine Fahrstraße in dem Fellen." Herr Gower warf einen prüfenden Blick über s den Felsen. Er war ebenso wenig ein Freund von ! körperlicher Anstrengung als Krigger, aber da er l in diesem Falle keinen anderen Ausweg sah, stieg er i aus und reichte Olla seine Hand. Das junge Mädchen berührte dieselbe leicht, sprang - heraus und lief die Anhöhe hinauf. Die Andern folgten ihr langsam. Als sie die Sp-tzr des Felsens erreicht hatte, ! schaute Olla um sich, in der Erwartung, Guy wie 1 am vorigen Tage auf dem Felsen sitzend zu sehen, j Aber er war nicht da. Die Fenster und Thüren des kleinen Hauses waren offen, und die Stimme von Frau Vieini, die \ bei ihrer Arbeit sang, drang zu den Ohren des i jungen Mädchens. I Olla näherte sich der kleinen mit Wein umrankten Thür und klopfte an dieselbe. Frau Vieini erhob sich augenblicklich und ihr frisches, junges Gesicht erheiterte sich, als sie ihren | jungen Gast vom vergangenen Tags erkannte. „Guten Morgen, Signora I" rief sie lächelnd. „Ich erwartete nicht, daß Ihr so bald wiederkommen werdet! Wollt Ihr eintreten?" „Ich danke Euch, Signora, nein", sagte Olla. „Mein Vormund ist bei mir. Ich habe ihm gestern Abend von Eurem unglückseligen jungen Pflegling erzählt und er interesfirt sich sehr für ihn. Er ist mit mir gekommen, um ihn zu sehen." „Ach, das ist schön!" sagte Fran Vieini. „Aber", fügte sie zweifelnd hinzu, „vielleicht sollte ich den | armrn Engländer nicht so vielen Fremden zeigen- in Gicßc». 230 ,ir müssen! „Wie er sich verändert hat!' murmelte er. Abqeschie- „Und dennoch hat er noch etwss von seinem srühk- mXnfiufon und nur das iunae Mädchen und theilnahmloses Gestcht veovacyreno, vegann ne r»" KMP°pl-f Mb«" »°r« -«»» imE ÄÄ RÄÄ 2Ä Ä-n °»»«*» Der reiche Sir TrefoUno hat gesagt, wir seinen Freund in vollständiger Ruhe und Abgeschw- denheit halten. Dis Ausregung, so viele Fremde zu sehen, kann ihm schaden — regt ihn vielleicht facht werden kann." Mit süßer, zitternder Stimme, aber Tressilian» theilnahmloses Gestcht beobachtend, begann sie eine nen Namen. , „ „Ja, sein Verstand ist dahin I" seufzte Herr Gower, noch bleicher wereend. , , __ „Er ist nichts mehr, als ein Stein. Ich kann es nicht ertragen, ihn anzusehen, Olla, und mich zu überzeugen, was für eine Rums er ist. Führt ihn fort auf die Spitze des Felsens, während ich hineingehe und die arme Bauersfrau frage. Ich möchte seine Geschichte gern von ihren Lippen Horen. Herr Gower ging in's Haus und Olla gehorchte seiner Weisung, ergriff die Hand Tressilian's und führte ihn zu dem Felsen auf die Spitze des Hügels hinauf. Hier schien sich die Beiden, während Frau Popikp in einiger Entfernung stehen blieb. Tressilian's Augen ruhten mit solch anbetendem Ausdrucks auf dem schönen, jungen Mädchen, wie die eines Betenden vor dem Altar seines Schutz« patrones. Das schöne, sanfte Lächeln trat wieder auf s-ine Lippen, aber er sprach nicht wieder. Olla schwieg, gleichsam nachdcnkend, wie sie diese» seltsVM" vereinsamte Wesen an ihrer Seite auf, 6 £ Hern könnte. , . „ Ein Einfall kam ihr. Sie hatte eine selten schöne Stimme, die tresflich ausgebildet war und ihr manchen gesellschaftlichen Triumph verschafft hatte. Sie wollte die Macht derselben bei Tresfilian „Wenn er sü- die Musik unempfindlich ist", dachte sie, „dann will ich glauben, daß keine Hoff- rmng für ihn ist. Aber wenn er das schwächste Zeichen von Empfindung kundgiebt, werde ich wissen, daß noch ein Funke göttlichen Feuer« in ihm lebt — ein Funke, der vielleicht noch zur Flamme ange« auf, Signora." , „, * „Ich werde künftighin immer allein kommen, Signora', sagte Olla, „aber ich weiß, Ihr werdet Euch nicht weigern, uns ihn heute sehen zu lassen. Wo ist er?" Diese Frage wurde durch das Erscheinen Guy's selbst beantwortet, der um die Ecke des Hauses kam, mit über der Brust gekreuzten Armen und gesenktem Haupte. , ,, Im selben Augenblicke, als Olla ihn erblickte, erhob er den Kopf und sah die leichte, anmuthige Gestalt auf der Thürschwellr. .... Es war deutlich zu sehen, daß er sie als den Besuch vom vergangenen Tag wieder erkannte. Sein bleiches Gestcht röthete sich, seine kummervollen Augen erhellten sich vor plötzlicher Fceude und ein mildes Lächeln schwebte um seinen traurigen Mund. Ec näherte sich ihr strahlend vor Entzücken. „Die schöne Dame ist wieder gekommen I" sagte er mit seiner leichten, wohlklingenden Stimme, welche jedoch einen verzweiflungsvollen Ausdruck hatte. „Gekommen um zu bleiben?" In diesem Augenblicke schritt Herr Gower heran und trat zur Seite des jungen Paares. „Hm!" sagte er; „er sieht nicht aus . wie ein Blödsinniger, noch spricht er wie ein solcher. Ich werde mit ihm reden." Ec trat näher auf Guy zu, der ihn anschaute, und alles Licht der Freude und Heiterkeit verschwand aus dem Gesichte des armen Tressilian. Gower studirte ihn aufmerksam. Dir edle, schlanke, aufrechte Gestalt mit der selbst jetzt unbewußten, gebieterischen Haltung, das schöne, feine Gesicht mit den hellen, furchtlosen, blauen Au- gen, aus denen jetzt eine tiefe Traurigkeit sprach, die breite, weiße Stirne, von den goldenen Haaren beschattet — sie bildeten zusammen ein schönes, auffallendes und imponirendes Ganze. Und obgleich nichrs Leeres oder Stieres in dem Ausdruck des schönen Gesichtes war, sah es Herr Gower doch inv verkennbar, daß der Geist, der diesen schönen Körper hätte verherrlichen sollen, dahin war — daß er eine traurige, hoffnungslose Ruine vor sich habe. Das stolze und hochmüthige Gesicht von Olla s Vormund wurde plötzlich bleich. Seine Züge bebten vor heftiger Aufregung. Er wandte sich ab, um seine Bewegung zu bekämpfen. Die Diener mit Ausnahme von Frau Popley waren alle im Hintergründe. Frau Vicini zog sich in die Hütte zurück, um einige schöne Trauben für r'en Aussehen. Seii e Augen, seine Haare, seine Gesichtsfarbe sind fast dieselben, nur hat ihnen die Zeit ein reiferes Gepräge gegeben. Was für ein prächtiger Mensch muß er gewesen sein, ehe er so schwer getroffen war! Ich habe nie geahnt, daß er der Mann werden würde, der er vor diesem Unfälle gewesen hin muß. Keder Vater hätte auf diesen Sohn stolz sein können." Er trat einige Schritt- zurück und versank schein« bar in die Betrachtung des Meeres. Plötzlich kam er zurück, graue Bläffe bedeckte sein Gestcht, und er näherte sich Tressilian und ergriff eine von Guy» schlaffen, weißen Händen. , „Jasper", sagte er zu ihm mit klarer deutlicher Stimme. ,.Jaeper!"f . Aber Tressilian entzog ihm saust seine Hand und verrieth keine Erinnerung an den ihm gegebe« ost gesung zu rücken mit forsch» Als st wurde sei schmerzlich ersten, di traten in s Wangen t großen Fl Tressi! sie gehofft zu sich ftl „Ich i möglich - tobt und den sein, Sobal der E ndr hatte. D G« sichte : „Nun Frau Vic „die Gesö rfger Nat ihn, da ( schend äh des Arzte „War fragte Ol „Dar daß diese zu Rath Doktor Z der hübs welchen r hat auch Landsitz Wir wob Krigc Felsen Io zu folger „Krij gen, un Spezzo f kennt die gleich m schnell." Krig führen. Er Kutscher Straße Herr schwundk die Zur! „3t sicher fit tem Aw gar kein 231 murmelte er. m seinem frühe, le Haare, seine nt hat ihnen die Was für ein fein, ehe er so e geahnt, daß er ,r diesem Unfälle hätte auf diesen ad versank schein« i. Plötzlich kam i Gesicht, und er eine von Guy'r klarer deutlicher anst seine Hand den ihm gegebe« ufzte Herr Gower, in Stein. Ich hen, Olla, und nr Ruine er ift. Felsens, während csfrau frage. Ich en Lippen hören/ md Olla gehorchte Tressilian's und Spitze des Hügels m, während Frau en blieb. ! solch anbetendem zen Mädchen, wie ar seines Schutz« tcheln trat wieder nicht wieder. kend, wie sie dieser ihrer Seite auf, hatte eine selten Met war und ihr h verschafft hatte, m bei Tresfilian unempfindlich ist", n, daß keine Hoff« er das schwächste t, werde ich wissen, euer« in ihm lebt zur Flamme ange- i, aber Tressilian's v, begann sie eine u singen. lian sie noch immer m. Aber zufällig England ost gehört nng an di? Hetmath der E ndruck, den es au? den armen Guy gemacht i hatte. Der unbestimmte Schmerz wich aus seinem | (Schluß.) „So kam der Kaffee denn zu Ende des 16. Jahrhunderts von Aleppo und Damaskus nach Konstantinopel und um die Mitte des 17. auch nach dem übrigen Europa. Im Jahre 1660 brachten einige Kaufleute, welche aus der Levante hsimkshrten, Kaffeebohnen nach Marseille und zeigten sie dort als Seltenheit; 1671 wurde daselbst das erste Kaffsslvkal eröffnet. In London war dies bereits 1652 geschehen, 20 Jahre später erhielt auch Paris fein erstes K-ffeehaus. In Deutschland waren Wien, dann Nürnberg, Regensburg, Hamburg und Siu't- gart die ersten Städte, in denen Kaff e verschenkt wurde, e’.fi viel später geschah es in Berlin, das jetzt zahlreiche elegante „Wiener Caf6s" besitzt. Unter dem großen Friedrich befand sich in Preußen der Kaffeehandel als Monopol in den Händen des Staates; in großen Brennereien wurden die Bohnen sür das Volk geröstet und dir Maaren kamen zu hohen Preisen in den Handel. Nur der Adel und die Geistlichkeit, sowie höhere Staatsbeamte erhielten die besonders Erlaubn'ß, ihren Kaffee selbst zu brennen — wer's unerlaubt that, den denuncirten dis sog. „Kaffeeriecher." „Na, nur gut, daß jetzt Jeder seinen Kaffee sel st brennen kann! Drnn, mein Lieber, das muß mit großer Vorsicht ausgeführt werden, um ein schmackhaftes, aromatisches Getränk zu erzielen: für die meisten Sorten, die auf den deutschen Markt kommen, rathe ich, dis Bohnen bis zu einer hell kastanienbraunen Farbe zu rösten, niemals aber so lange zu brennen, bis der Kaffee zu „schwitzen" anfängt." , , „Ganz richtig, verehrte Frau, denn in letzterem Falle wird sowohl ein Theil der werthvollen Bohnensubstanz zerstört, wie auch eine stärkere Verflüchtigung des Koffein bewirkt. Ferner ist es, um ein wirklich wohlschmeckendes Getränk zu erhalten, durchaus nöthig, daß die gerösteten Kaffeebohnen sehr fein gemahlen werden — noch beffer ist er, sie im Mörser Gesichte und es mar so theilnahmsloS wie zuvor. Mn, Olla", sagte ihr Vormund, der eben von Frau Vicini begleitet aus dem Hause herauskam, „die Geschichte dieses Jünglings ist allerdings trauriger Natur. Ich selbst fühle einiges Interesse für ihn, da er der Dame, von der ich gesprochen, täu- schend ähnlich sieht. Er liegt mir daran, die Ansicht des Arztes über ihn »u hören." „Warum schickt Ihr also nicht zu dem Doktor?" batte, er begann unruhig hin und h-r zu & mbendlich di- junge Sängerin Al? fie^halhb hoffend, halb fürchtend fortfuhr, murks sein Blick starr, seine Züge arbeiteten m t schmerzlich wirrem Ausdrucke, und Thtänen, dre e?len die er seit seinem Unsalle vergossen hatte, traten'in seine Augen und rollten langsam die bleichen Wangen hinab. Olla's Hnz erfüllte sich mit einer Tressilian^'hatte mehr Empfindung verrathen, al« sie gehofft hatte und sie sagte in jubelnder Freude iU wttl' nicht glauben, daß keine Rettung mehr möglich - sein Geist ist wohl gelähmt, aber nicht tobt und sollte nur die geringste Hoffnung vorhanden sein, so soll er gerettet werden." Sobald dar Lied verhallt war, verschwand auch fragte Olla. , „Dar beabsichtigte ich soeben zu thun. Es scheint, daß diese Leute den besten Arzt von ganz S eilten zu Rathe gezogen — den berühmten Italiener Doktor Spezzo. Er wohnt in unserer Nähe — in der hübschen Villa in dem Orangenhain, durch welchen wir auf unserem Wege hierher fuhren. Er hat auch in Palermo ein Haus, zieht aber seinen Landsitz vor und bringt daselbst die meiste Zett zu. Wir wollen sogleich zu ihm schicken. Krigger!" Krigger, der eben in der Nähe hinter einem Felsen lagerte, beeilte sich, dem Rufe seines Herrn zu folgen. „Krigger", sagte Gower, „geht hinab zum Wegen, und laßt Euch von dem Kutscher zu Doktor Spezzo sahren. Der Bursche ist ein Stciliamr und kennt die Gegend ganz genau« Bittet Doktor Spezzo, gleich mit Euch hierher zu kommen. Aber macht schnell." Krigger eilte fort, um seinen Auftrag zu vollführen. Er stieg den Felsen hinab, setzte sich zu dem Kutscher auf den Bock und die Beiden fuhren die Straße hinab, auf welcher sie gekommen waren. Herr Gower schaute ihnen nach, bis sie ver« schwunden waren, und wandte sich dann wieder an die Zurückgebliebenen. „Ich will mich in diesem Falle über jedrn Zweifel sicher stellen", sagte er, noch immer mit bekümmertem Ausdrucke. „Aber ich hab- keine Hoffnung — gar keim!" Olla schaute in das Gesicht ihres Vormunds und sagte plötzlich: „Herr Gower, steht Such drrser junge Mann nahe?" Herr Gower erschrak und sein Gesicht wurde leichenfahl. „Welch' sonderbare Frage", stammelte er. „Ob er mir nahesteht? Ihr sprecht närrische« Zeug, Olla! Gebt solcher Thorheit nicht wieder Ausdruck. Wie sollte er mir etwas sein?" fragte er erregt und argwöhnisch. _ „Ich wmß nicht", antwortete Olla; „aber Euer Benehmen ist auffallend und Eure Aufregung höLst seltsam, wenn Herr Lowder Euch völlig fremd ist. Ich glaubte, er sei vielleicht Euer Neffe." Herr Gower lächelte höhnisch. (Fortsetzung folgt.) Gin öekiebtes Getränk. Kulturgeschichtliche Plauderei von H. Sund el in. 232 danach noch mehr zu zerkleinern, was die Orientalen stets thun. Endlich darf nur siedendes Wasser mit der auszuziehenden Substanz in Berührung kommen und beim Filtriren und Ausziehen keine erhebliche Abkühlung stattfinden." „Da Sie so genau über die Geschichte und Be- reitungsweise des „Tranks der Levante" unterrichtet sind, scheinen Sir in der That ein besonderer Verehrer desselben zu sein, Herr Doktor. Da werden Sie dann auch mit Entrüstung hören, was ich gestern in „einer unserer beliebtesten Zeitschriften" las, näm- lich: „Es giebt Manchen, dem „ein Täßchen Kaffee" über Alles geht, und zwar finden sich vornehmlich unter dem schöneren Geschlecht viel Verehrer des braunen Getränks. Manche arme Frau lebt hauptsächlich von dem Genuß des Kaffee: er bildet ihren Morgenimbiß, ihr Mittagsmahl und ihre Abendmahlzeit." Das läßt sich schon hören, aber nun heißt es weiter: „In anderen Kreisen ist der Kaffee der Vermittler der Geselligkeit. Wie herrlich find doch die Koffer-Gesellschaften, in welchen sich die Räthin B. und die Frau Doktor K. und die Frau Postmeister H., und was man sonst noch sür Honoratioren in der Stadt hat, bei der Frau Major A. versammeln; w'e klappern die Taffen, wie rasseln die Stricknadeln in den immer geschäftigen Händen ihrer Besitzerinnen, und welch' ein Geschwirr von Stimmen erfüllt das Kaffeezimmer! Da wird Alles, was sich in jüngster Zeit zugetragrn hat, besprochen, da wird debattirt und kritisirt, und wehe dem, der sich das Mißfallen und die Ungnade der kaffeetrin- kenden Damen zugetragen hat, denn selten wird dann ein gutes Haar an ihm gelassen. Darum halten sich die Männer für gewöhnlich auch gern fern von solchem — „Kaffee k.aisch" und gehen den Kuffeeschwestern wohlweislich aus dem Wege." Ist das nicht abscheulich? „In der That, abscheulich! Aber ich, meine Damen, denke ganz anders darüber, und zum Beweise meiner guten Gesinnung will ich Ihnen eine gewichtige Waffe für den Fall in die Hand geben, daß es ihre respectiven Ehemänner, Väter, SB > über, Vettern oder Onkel etwa einmal wagen sollten, über das viele Kaffeetrinken von Seiten des „schwachen Geschlechts" zu spotten und zu schellen. Sie brauchen ihnen dann nur zu antworten, daß viele große Geister, wie Schiller, Voltaire, Friedrich der Große, Napoleon, Linr6 Büffon und manche Andere, leidenschaftlich gern Kaffee getrunken haben; von Jean Paul erzählt mon, er habe täglich seine acht bis zehn Tassen Kaffee getrunken und gesagt, daß er keine besseren Geist-Weüungsmtttel, als Schachspielen und Kaffretrinken kenne. Nach Talleyrand aber gehört zu einem guten Kaffee dreierlei: er muß schwarz wie der Teufel, hrch wie die Hölle und süß wie die Liebe fein. Ja, die erste Bedingung eines guten Kaffees ist die, daß er glühend heiß sei, denn wenn man auch sagt: „Kalter Kaffee macht schön!" so giebt es doch nichts Geschmackloseres, nichts Empörendere» als — Sie werden mir beistimmen, meine Damen — kalten Kaffee und einen kalten . . . Kuß." „Nein, länger ertrage ich es nicht! So erfahren Sie denn, meine Freunrinnen, daß jener Böse, wicht, der die soeben vorgelesenen Sätze über „Kaffeeklatsch" und „Kaffeeschwestern" geschrieben hat, derselbe Herr ist, der uns jetzt so schöne Worte sagt. Was, sie erröthen nicht einmal?! O, diese Männer!!" „Adieu, meine Damen!" Wermischtes. Benares. Dian hat diese heilige Stadt der Inder in Hinsicht ihrer Lage mit Neapel verglichen. Nicht mit Unrecht. Der Gangesstrom bildet dort eine tiefe Bucht, und an derselben sieht man vom genannten Fluß aus die genannte Stadt malerisch emporsteigen. Großartige Paläste, phantastische Tempel, schlanke Minarets bieten immer neue Abwechselung, vor allen Dingen aber zieht ein Bauwerk die Blicke aus sich, welches Gäth di Manmenka heißt und von den Indern als das größte Heiligthum betrachtet wird. Hier brennen beständig die Scheiterhaufen für diejenigen, denen das Glück zu Theil wurde, in der heiligen Stadt Benares zu sterben. Wohl denen, deren sterbliche Hülle hier vom Feuer verzehrt wird, denn ihre Seele steigt von da direkt zum Paradiese empor. Ein reicher Indier pflegt, wenn ihn schwere Krankheit trifft, wo möglich stich nach der genannten heiligen Stadt bringen zu lassen, stirbt er aber außerhalb derselben, so schafft man in der Regel seinen Leichnam dorthin, um in dem heiligen Raume der Wanmenka verbrannt zu werden. Jeden Tag brennen dort beständig zahlreiche Scheiterhaufen, jeden Tag steigt dort dicker Qualm auf, jeden Tag verbreitet sich dort ein heilloser Geruch, und die vom Rauch geschwärzten Arbeiter erscheinen dem Fremdling wie Dämonen der Unterwelt. Ihre Arbeit ist schwer, denn sie haben das Feuer zu unterhalten und bedienen sich eiserner Hacken, auch pflegen sie die Scheiterhaufen mit Del zu begießen. Lärmvoll geht es in diesem schrecklichen Raume zu, die Flammen prasseln, die Holzhaufen knistern, die Funken sprühen, die Menschen schreien und betteln beim Besucher um Almosen. — Von jenem Raum führen breite Treppen zum Ganges, wo jeden Tag lange Pilgerschaaren sich zeigen, welche im heiligen Strome sich baden und dadurch von Sünden reinwaschen wollen. Diese Pilger werden von den am Stromufer postirten Brammen empfangen, denen sie eine Abgabe zahlen, wofür ihnen die Erlaubniß des Badens und der mit diesem verbundene Ablaß zu Theil wird. In der Nähe der Manmenka sieht man eine lange Reihe von Palästen, im Besitze der Rajahs, welche dort zeitweilig wohnen, um die großartigen religiösen Feste mitzufeiern. Der schönste dieser Paläste gehörte einst dem König von Nagapore. Siebaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.