c von Mund zu Selb I Ms trieb in dem Christine t neues Gewand ihr Schicksal er« ffchenkte sie mit tief und heilte iber machten bei Schluß folgt.) !S. Seit. Das sta- hin einige inter- tnb veröffentlicht. Welt arbeitenden 25 Jahre gebaut labile oder Loko- 850 Schiffskessel; )00 Lokomotiven - Ungarn 12000 ! den arbeitenden ast repräsentirt: )00, in England )0, in Frankreich igarn 1 500 000 die Arbeitsstärke men Lokomotiven beträgt 105 000 ’ von 3 000 000 । t Betrag zu den die Summe von Vampfpferdestärke irklichen Pferden; : Beziehung gleich ffnen der ganzen herungsweise die mschen, oder mehr völkerung, welche ganze Erde hat ampf hat^demge- t verdreifacht; er gesetzt, mit seiner mit seiner intel- den unglücklichen Ferdinand II. das Hinrichtung gab Äraf Thurn, den reichem er deshalb lbieten ließ. Der ib, fragte: Was ) eine Böhmische (Consiscation ber iges Gefängniß)? Hiehmer Iiamilienblätter. Belletristisches Beiblatt?um Gießener Anzeiger. 1888. Donnerstag dm 10. Mai. Nr- 55. (Fortsetzung.) Er fuhr mit dem Studium des Tagebuches fort bleuen, mittelländischen Meeres das bleiche Gesicht begraben liegt! Dieser pathetische Satz wäre Guy's selber würdig! Nun, Eines ist gewiß, sie ist zu können. „Ich könnte den alten Argus mit seinen hundert Augen selbst betrügen!" murmelte Lowder selbstgefällig. „Und ich werde es nur mit einem arglosen, alten Baronet und einem noch einfältigeren Landmädchen zu thun haben. Keines von ihnen hat den wirklichen G:y seit für-f Jahren gesehen. Die Aufgabe, sie zu täuschen, ist leicht genug, dennoch will ich die Gefahr nicht unterschätzen. Ich will achtsam sein, als ob ich eine Legion Spione vor mir hätte." . Er fuhr mit dem Studium des Tagebuches und der Briefe fort, bis es dunkelte; dann legte er sich zu Bett und schlief ruhig die ganze Nacht hindurch. Am nächsten Vormittag reiste Lowder mit dem Eilzuge nach Paris, wo er sich in einem eleganten Hütel in der Rue Rivoli einmiühets. Nach dem Frühstücke ließ er sich einen Barbier kommen, der ihm Haar und Bari nach feinen Anordnungen so stutzte, daß die Aeynlrchk it mit dem armen Guy ganz vollkommen war. Sehr zufrieden mit dieser Ausführung, ging er daran, einen von Guy's Kreditbriefen zu Geld zu machen. Da ihm das Geld ohne Weiteres ausgefolgt wurde, überließ er sich zwei Tage lang unbeschränkt der Befriedigung seiner verschwenderischen Gelüste und kavfte sich Alles, was, wie er glaubte, zur Repräsentation seines neuen St-ndes nothwenbig fei. Eingedenk einer Erwähnung Gry's, daß sein Vater eme Leidenschaft für seltene alte Bücher habe, kaufte er eine kleine Sammlung solcher für Sir Arthur; und da er sich auch bei der schönen, gold- beseitigt." Er faltete den Brief zusammen und steckte ihn in ein Couvert, auf welches er die Adreffe schrieb: „An Mrs. Hefler Lowder in Berlin." All' feine frühere Angst und seine Gewissensbisse schienen jetzt verschwunden zu fein. Er kleidete sich zum Ausgehen an und murmelte: „So endet der letzte Akt in Jasper Lowder's Leben. Meine Vergangenheit ist tobt und ich habe eben den letzten Stein auf ihr Grab gelegt; ich bin wirklich Guy Trefstlian." Er legte die erwähnte Summe in den Brief, ging dann, nachdem er denselben versiegelt hatte, aus die Post, worauf er wieder in den Gasthof zurückkehrte. In seinem Zimmer angelangt, überließ er sich ganz dem Studium von Guy's Tagebuch. Es war in der That ein Studium und kein müßiges Blättern in den Seiten des vom Merrwaffer befleckten Büchleins. Er begann bei den ersten Seiten, welche geschrieben worden waren an dem Tage, an welchem Gvy vor einem Jahre aus Reisen gegangen war. Er sand darin den Bericht von Guy's Begegnung mit ihm in Baden und an anderen Stellen Anspielungen auf Sir Arthur Tressilian und die schöne Blanche Jrby, Sir-Arthur's Mündel, auf die alten Familiendiener und Nachbarn, sowie Erinnerungen an TresflliaN'Hos und besten Bewohner. Es waren Auszeichnungen, wie sie nur ein Mann von einfachem wahrhaften Herzen, der ein reit e« Leben führte, machen konnte, und Jaeper Lowder war gerührt von den häufigen freundlichen Bemerkungen über ihn selbst und sagte endlich: Der Kröe des Kaufes. Roman von Hermine Frankenstein. § „Warum konnte er seinen Verstand nicht behsl- f ten? Wenn er nur derselbe geblieben, hätte ich es I nicht nothwenbig, mich für ihn auszugeben. Er f würde mich gut versorgt haben. Aber jetzt ist's I zu spät." „Nun ist es geschehen", sagte Tressilian, erleich- ? Er fuhr mit dem Studium des Tagebuches fort tert ausathmend, „und wahrhaftig, der echte Guy ! und lernte ganze Stellen auswendig. Endlich wurde Tressilian hätte seine Sache auch nicht besser ge- ° er dieser Beschäftigung überdrüssig und zog b-.e Briese macht. Ich schmeichle mir, daß et den Klang von [ heraus, die Guy so sorgfältig bewahrt hatte., Die Guy's großmüthigem, warmherzigen und offenen ; meisten davon waren von Sw Arthur ges^neben. Stile hat. Wie gut das ist, wenn man hundert [ Nur einige zarte kleine Briefchen rührten von emer Pfund fo hinwerfen kann, als ob es ein Shilling ‘ Frauenhaud her und waren einfach mit Blanche wäre! Und während der Brief so offen und ehrlich i unterzeichnet. . und ausführlich scheint, so sagt er nicht, wo das Aber weder des Vaters, «och des Mädchens Unglück sich ereignete, oder in welcher Gegend des ! Briefe waren vor den Bücken des Emonngüngs - y ■ - - -- — - -----’ heilig. Er studirie sie eingehend und erlangte bald eine" fo genaue Kenniniß von Tressilian-Hof und dessen Bewohnern, daß er sich sicher fühlte, seinen Betrug, ohne Gefahr entdeckt zu werden, ausführen in Gicjzcn. 222 haarigen Manche Beliebt machen wollte, kaufte er für sie rin prachtvolles Perlenhalsband mit einer Diamantagroffc. Ein Geschenk, welches Guy selbst schon gekauft hatte, war gleichfalls in Lowder's Besitz und dem schönen Mädchen zugedacht. Guy beabsichtigte wahrscheinlich, mehreres für die Dienerschaft zu kaufen, dachte Lowder bei diesen Einkäufen; aber das muß genug sein. „Die Ausgaben btr letzten Tage haben meinen Geldvorrath so ziemlich aufgezehrt. Es ist Zeit, daß ich mich in Tressiiian-Court zeige." Er telegraphirte Sir Arthur den voraussichtlichen Tag seiner Ankunft und verließ am dritten Tage, nachdem er daselbst angekommcn war, Paris, um sich nach England, dem Schauplatze seiner erwarteten Triumphe, zu begeben. Siebentes Kapitel. Sir Arthur und Blanche. Tressilian-Court, der Wohnsitz Sir Arthur Tresstlian's, das rechtmäßige Erbgut des armen Gvy und der Preis, für welchen Jasper Lowder seine Seele verkauft hatte in der Hoffnung, ihn zu gewinnen, lag auf dem malerischsten Punkt der Flusses Schweon. Das große, aus Stein erbaute Schloß, welches drei Seiten eines großen Vierecks bildete, war ein prachtvolles Muster elisabethinischer Baukunst. Umgeben von Wäldern und Gärten, von sinnigen Hügeln, dir bis zum Waffer hinabreichten, Feldern und blühenden Triften, machte die Besitzung gleichzeitig einen großen und schönen Eindruck. Er war ein stürmischer November-Abend, etwa drei Tage nach Jasper Lowder's Ankunft in Marseille. Der Wind fuhr ächzend durch die alten Eichen und Ulmen der langen Allee, welche von der Landstraße zum Herrenhaus führte; und der Regen schlug mit heftigen Stößen an die Fenster, Finsterniß und Sturm herrschten auf dem Schauplatze. Innerhalb des Hauses war es jedoch heiter h-ll. Das schöne, alte Bibliothekzimmer, besonders mit seinem dunkeln, verzierten Plafond, den getäfelten Wänden und dem freundlichen Feuer, das sich auf demselben wiederspiegelte, war ein Bild angenehmster Häuslichkeit. Der vielarmige Lustre verbreitete nach allen Seiten ein freundliches, mildes Licht. Die Vorhänge waren zugezogen, der lange, mit grünem Leder überzogene Lesetisch war mit Büchern bedeckt, von denen viele aufgeschlagene auf kürzliche Benutzung deuteten. Eine schöne, verzierte Guitarre lag auf einer Ottomane und das blaue Band derselben fiel auf den dunklen Teppich hinab. In einem Lehnstuhle vor dem Kamine, ein aufge- schlagenes Buch auf den Knieen und mit träumerischen Blicken in die rothe Gluth starrend, saß Sir Arthur Tresstlian. Er war ein ernster, schöner Mann, in der Kraft und Blüthe seiner Jahre, wie es seine rabenschwarzen Haare zeigten. Er hatte braune, ernste Augen und einen Mund, deflen fester Ausdruck zuweilen ; von einem zärtlichen Lächeln gemildert wurde. Groß von Gestalt, breitschulterig, edel, großmütig und arglos — so war der Baronet, welchen Lowder so zu betrügen hoffte, daß er von ihm als Sohn anerkannt werden sollte. Er war in tiefe Gedanken versunken, als die I THür plötzlich aufging und ein junges Mädchen hereinschwebte. Sie war sein Mündel Blanche Jrvy. „Allein, Onkelchen?" fragte sie mit lieblicher s Stimme, sich Sir Arthur nähernd. „Ist Dein Verwalter mit seinen langweiligen Rechnungen endlich fort? Und hast Du für mich, kleinen Störer, ein wenig Zeit?" „Für Dich habe ich immer Zeit, Blanche", entgegnete ihr Vormund zärtlich. Der Blick, welcher diese Worte begleitete, wäre 5 für Jemand Aelteren und Erfahreneren als feine i jugendliche Mündel eine Eröffnung gewesen. Es war der Blick eines Liebenden. Und obwohl er es sich nicht träumen ließ, daß sein Geheimniß, welches er wie fein Leben bewahrte, in feinem Blicke gelesen werden konnte, liebte der Baron seine Mündel dennoch mit aller Zärtlichkeit und Leidenschaft seiner edlen Männlichkeit — mit der ganzen Kraft einer reichen Herzens und Kopses. So hatte er nicht einmal bas schöne Mädchen geliebt, das seine Gattin i wurde, noch ehe er großjährig geworden — die - Dame, dis ihm einen Sohn gebar und bald darauf s gestorben war. Er hatte damals fein Herz und seine ' Seele nicht gekannt und er war erst kürzlich die Thatsache inne geworden, daß Blanche sich ganz und gar in fein Herz gestohlen hatte, daß sie die Verkörperung seines einstigen Ideals war, fein Alles, die einzige große Lei enschaft seines Lebens. Es war kein Wunder, daß er sie so liebte. Sie war sehr schön, mit einem heitern, kindlichen Gesichte, und sie war eben so rein und harmlos, als sie reizend war. Weiß wie eine unberührte Schneefläche, mit goldfarbigen, weichen Locken, die auf ihren Nacken herabwallten, mit großen, grauen Augen, deren Ausdruck mit jeder Empfindung wechselte; mit zart und rosig angehauchten Wangen und einem weichen, vollen Mund, fähig .die edelsten Gefühle auszudrücken, war sie in der That ein Geschöpf, welches ein Menschenherz in seinen innigsten Tiefen aufregen konnte. Sie schien blos ein heiteres, fröhliches Kind zu fein und ihr Vormund wußte, daß in ihrer jungen Brust ein Herz schlummerte, welches der stärksten Empfindungen fähig war und daß sie unter ihrem kindlichen Aussehen einen heldenmüthige» Charakter besaß. Sie setzte sich auf einen Schemel zu Sir Arthur'« Füßen und ihren kleinen blonden Kopf an seine Brust lehnend, schaute sie gleich ihm gedankenvoll in die Gluth. Sir Arthur fuhr ihr mit der Hand liebkosend über den Kopf und schaute sie mit einem Blicke an, der sie erschreckt, hätte sie sehen können, wie voll Liebe und hoffnungsloser Sehnsucht er war. »Heute Du Guy g sagte Blaw wir noch n etwas gesch Wie mi Nennung r volle Blick Ausdruck bi Seine alte wieder gew seinen Soh so stolz wo „Ich « schweigen", möglich, i daß Guy i Ich meinte kommen kö Walter in' kommen." „Ich b tief Bianä auf dem § daß Du i wieder erk »»Ihn lächelte. , ändert hä wird?" „Die Onkelchen, Jünglings Du weißt seine Kcai hat. Er Knabe gir Mann." „Das reitet zu 1 verändert treues, gr lichen, fef Briefe be Das । „Ich wird", mi „Ec t -* Sir Blanche i warum ii fremdlän! fünf Iah men — beraubt 1 „Ich. „Kan und Sir „Ich hat die wie 323 ert wurde. Groß großmüthig und eichen Lowder so m als Sohn an« rrsunken, als die junges Mädchen Jrvy. sie mit lieblicher „Ist Dein Ver« lechnungen endlich »inen Störer, ein it, Blanche", ent« ; begleitete, wäre eneren als seine gewesen. )en. Und obwohl sein Geheimnih, in seinem Blicke tron seine Mündel Leidenschaft seiner anzen Kraft eines satte er nicht ein« das seine Gattin geworden — die und bald daraus in Herz und seine erst kürzlich die iche sich ganz und daß sie die Ver« ! war, sein Aller, s Lebens. sie so liebte. Sie 1, kindlichen ®f» mb harmlos, als mberührte Schnee« i Locken, die auf en, grauen Augen, mg wechselte; mit mgen und einem i edelsten Gefühle hat rin Geschöpf, t innigsten Tiefen ein heiteres, früh« rund wußte, daß kümmerte, welches war und daß sie en heldenmüthigen -l zu Sir Arthur'- it Kopf an seine m gedankenvoll in r Hand liebkosend t einem Blicke an, können, wie voll st er war. Heute sind es drei Wochen, lieber Onkel, daß i Du "Guy geschrieben hast, nach Hause zu kommen , iaate Blanche sinnend. „Wie sonderbar ist s, daß wir noch nichts von ihm gehört haben! Kann ihm etwas geschehen sein?" Wie mit einem Zauberschlage verschwand bei der N-nnuna von seines Sohnes Namen der sehnsuchts« volle Blick aus dem Gesicht des Baronets und ein Ausdruck bittersten Selbstvorwurfes folgte beweiben. Seine alte Gewohnheit der Selbstbeherrschung war wieder gewonnen. Er vergaß sich in Gedanken an seinen Sohn, den er so sehr liebte und auf den er f° ^Jch^war unruhig, Blanche, über Euy's Still« schweigen", antwortete er, „aber es ist ganz leicht möglich, daß mein Brief aufgehalten wurde , oder daß Guy eine der italienischen Inseln besucht hat. Ich meinte, daß ich heute einen Brief von ihm betonten könnte und habe daher Purmton, den Verwalter in's Dorf geschickt. Er muß bald zuruck- kommen." „Ich bin überzeugt, er wird einen Brief bringen", rief Blanche. „O, ich bin überzeugt, daß Guy schon auf dem Heimwege ist. Ach, Onkelchen, glaubst Du, daß Du ihn nach seiner fünfjährigen Abwesenheit wieder erkennen wirst?" , m , „Ihn erkennen, Blanche?" und Sir Arthur läckelte. „Glaubst Du, daß fünf Jahre ihn so ver« ändert haben, daß fein Vater ihn nicht erkennen wird?" „Die fünf Jahre sind keine gewöhnliche Zeit, Onkelchen, denn sie enthalten die Brücke von der Jünglingszeit zur Männlichkeit. Und Guy hat, wie Du weißt, vor langer Zeit schon geschrieben, daß seine Krankheit in Deutschland ihn sehr verändert hat. Er hat Reisen gemacht und studirt. Als Knabe ging er fort — er kommt nach Hause als Mann." „Das Alles ist wahr, Blanche. Ich bin oorbe« reitet zu finden, daß mein Sohn sich im Aussehen verändert hat; aber ich weiß, daß er sein altes, Irenes, gutes Herz, feine edle Seele und feinen ehrlichen, festen Charakter zurückbringen wird. Seine Briefe beweisen das." Das Gesicht des Mädchens erröthete leicht. „Ich bin neugierig, was er von mir denken wird", murmelte sie. „Er wird Dich für die schönste, lieblichste, edelste —* Sir Arthur unterbrach sich plötzlich, „kleine Blanche halten", sagte er ruhiger. „Und weißt Du, warum ich meinen Sohn fortgeschickt habe, auf eine fremdländische Universität — warum ich ihm durch fünf Jahre nicht gestattet habe, nach Hause zu kommen — warum ich mich seiner liebevollen Gesellschaft beraubt habe?" „Ich, — ich weiß cs nicht!" „Kannst Du es nicht errathen, kleine Blanche?" und Sir Arthur nahm eine väterliche Zärtlichkeit an. „Ich hatte bemerkt, daß ein Knabe und ein Mädchen, die wie Bruder und Schwester zusammen erzogen öerben, geneigt wären, einander als solche ihr L:b-n lang zu betracht n; und ich wollte nicht, daß Du Guy als Bruder, noch daß er Dich als Schauster betrachte. Kannst Du errathen warum, Blanche?" Die rosige Farbe des Mädchens vertiefte sich. Sie erbebte unter Sir Arthur's liebkosender Berührung und antwortete nichts. Der Baronet zwang sich fortzusahren. „Von dem Augenblicke an, als ich Dich in mein Hans nahm", sagte er, „eins schlanke, schwarzgeklei« bete, junge Waise, sehnte ich mich, Dich meine — Tochter zu nennen. Ich möchte nie gegen Deine Wünsche in Dich dringen, aber ich habe lange davon geträumt, Dich als die Gattin meines edlen Sohnes zu sehen. Er ging fort, ein lebhaft-.r, warmherziger Jüngling. Ich beabsichtigte, wenn Du ih r wieder« siehst, soll er ein schöner, liebenswürdiger, junger Mann sein, wie er es gewiß auch ist. Ich glaube, daß er über den meisten unserer Landfunks stehen und von meiner unschuldigen und reizenden jungen Mündel entzückt sein werde, daß er um sie freien und sie gewinnen würde. Du verstehst mich, Blanche? Nicht um alle Welt möchte ich Dich zwingen. Ich möchte Dich Gvy nicht heirath-u taffen, außer Da liebst ihn, aber wenn Du ihn hrirathm würdest und ich wüßte, daß ich Dich nie aus meinem Hause ver« liere, dann wäre ich ein sehr glücklicher Mann." Der kleine goldene Kopf an seiner Brust senkte sich etwas tiefer hinab. Es entstand eine kleine Pause, während welcher der Baronet mit sich kämpfte; und dann flüsterte die sanfte liebliche Stimme: „Ich möchte Dich nie verlassen, Onkelchen; und ich — ich habe Guy lieb, und wenn er mich liebt — Du weißt, was ich meine —" Sir Arthur wußte es. Trotz der Freude, d:e ihre Worte feinem selbstlosen Herzen machten, durchzuckte ein plötzlicher Schmerz feine schönen Züge. Ein bitteres Weh erfüllte seine B- ust. Er fühlte in diesem Augenblicke, wie sehr er sie liebte. Die Lei» denschaft, welche eine ganze Lebenszeit in ihm geschlummert , hatte endlich wie ein übervoller Strom ihre Bande gesprengt und seine Seele mit unwiderstehlicher Macht überfluthet. Ihre arglosen Worte trafen ihn furchtbarer, als ein spitziges Messer. Dennoch erzwang er ein Lächeln auf feinen bleichen Lippen und sagte: „Guy darf Dich nur sehen, um Dich zu lieben! Er kennt meine Wünsche, Blanche, und er weiß, daß er nach Hause kommt, um Dich zu freien!" Das Mädchen zitterte und ein schüchternes, seliges Lächeln verklärte ihr Gesicht. „Onkelchen", flüsterte sie sanft. „Ich krnn Dir sagen, was ich mir selbst kaum zu gestehen wagte. Ich — ich habe über die Zukunft nachgedacht, die Du ersonnen hast. Und — und ich weiß, ich werde Guy lieb haben. Jeder im Tressilian«Hof weiß Geschichten von seinem knabenhaften Mathe zu erzählen. Er war mein Ideal." Ehe Sir Arthur antworten konnte, wurde an 2S4 dis Thür geklopft und ein Diener trat ein und über» reichte einen Brief. Der Baronet nahm den Brief und entließ den Diener. ,,Er ist von Guy!" rief Sir Arthur aus; „und er ist von Marseille gestempelt. Er ist auf dem Heimwege." Er öffnete den Brief und durchflog seinen In« halt hastig. Wie der Leser weiß, war der Brief von Jasper Lowder geschrieben. „Min Brief an Guy hat sich ver ögrrt", sagte Sir Arthur lesend. Der Junge hat ein Abenteuer gehabt — einen Unfall, der bald verhängnißvoll ge* worden wäre. Er hat an der Küste Sicilienr Schiffbruch erlitten. Sein Begleiter, Jasper Lowder, der junge Mann, der Guy bei seinem Abenteuer in Baden zu Hilfe kam, wie Du Dich erinnern wirst, Blanche, und seither bei ihm geblieben ist, wurde verletzt und — ist's möglich? Der arme Mensch! — Er ist blödsinnig geworden! Wie entsetzlich! Wenn der Verletzte unser Guy gewesen wär!" Blanche schauderte. „Es war eine merkwürdige Fügung, daß Guy verhältrnßrnäßig unverletzt davongekommen ist", ries Sir Arthur aufgeregt aus. „Wie wunderbar er dem Tode entronnen ist I Er sagt, daß er krank und matt und angegriffen ist und daß er sich gar nicht ähnlich ist. Ich kann mir es gut vorstellen! Er wird seiue Reise mit großen Unterbrechungen machen und innerhalb einer Woche ankommen! Das ist der Inhalt seines Briefes, Blanche! Lies selbst." (Fortsetzung folgt.") Wristine Davis. Von Karl Neumann - Strela. (Schluß.) Endlich konnte Christine das Zelt verlassen, und nun verlangte es die Offiziere nach Unterhaltung. Eine lustige Hochzeit sollte es im Lager geben, denn Richard und Christine, so lange getrennt, sollten von dem Geistlichen noch einmal eingesegnet werden. Nasch Trommel auf Trommel gestellt, der Geistliche stieg hinauf, Richard und Christine traten vor und empfingen den Segen. Dann aber, bevor das Schmausen und Trinken begann, kam eine feierliche Ceremonie: Jeder Offizier, vom Herzog Marlborough bis zum jüngsten, und jeder Unteroffizier nahte sich der jungen Frau und küßte sie auf die Wange. Nach der Hochzeit ließ der Herzog Richard und Christine rufen und wollte ihnen den Abschied geben. Beide erklärten aber einstimmig: weiter zu kämpfen unter Englands Fahnen. Und wieder raffelten die Trommeln, es ging fort nach Ramillies. Dort verlor Francois de Villeroi, Marschall und Pair von Frankreich, in einem furchtbaren Treffen 20000 Mann, die ganze Artillerie und Bagage und unter Siegesgeschrei zogen die Engländer weiter und nahmen Ostende, Menin, Dendcrmonde und Ath. Bei Ath wurde Richard Welsh zu Boden gestreckt und eingescharrt in fremder Erde. Aber noch immer wollte Christine von der Heimkehr nichts wissen, ihren Richard wollte sie rächen; und drei Jahre später, in der blutigen Schlacht bei Malplaquet, wo 33 000 Todte auf dem Platze blieben, war Christine Allen voran, bis sich eine Kugel in ihr linkes Bein verirrte. Da mußte ihr der Wundarzt das Vein vom Körper trennen, und mit ihrem Dienste in Lord Orkney's muthigem Re- gimente war es vorbei. Die Krücke statt des Beines und das Ehrenzeichen auf der Brust, kam sie nach London zurück in das Schenkhaus in der City, wo Peter Preston, der getreue Verwalter, hinter dem klebrigen Tische saß und durstigen Seelen den doppelten Gin schenkte. Aber Ruhe in ihren: Schenkhaus hatte Christine nicht. Die Frau mit dem Ehrenzeichen und der Krücke war ein Anblick, wie sich ihn englische Augen nicht besser wünschen konnten. Ihr Stübchen mit den niedrigen braunen Bänken und den blanken Kannen und Bechern von Zinn wurde von Neugierigen und Theilnehmenden nicht leer, und manch ein feiner Herr mit Spitzenmanschetten, der bei Sipkins am Strand sein Ale und Porter trank, ließ in der schmutzigen Gasse der City seine Karosse halten und beehrte Christine Davis (wie sie trotz ihrer Verheirathung genannt wurde), mit seinem Besuch. Auch die schöne Königin Anna war begierig, „die Bekannte des Herrn Herzogs von Marlborough" zu sehen, und empfing । Christine Davis in voller Uniform in einem der I alten Säle des St. James-Palast. Und wie gnädig die Königin mar: fünfzig Pfund erhielt Christine zum Geschenk, täglich einen Schilling zum Unterhalt, und die Uniform durfte sie tragen bis zum Ende ihrer Tage. Lange noch hatte Christine Davis in dieser Uniform hinter dem klebrigen Schenktisch gesessen, und jeden Mittag sah man sie so gekleidet auf einer Bank im St. James-Park. Sie wurde sehr alt. Bei dem Begräbniß ihres „Bekannten", des Herzogs von Marlborough, war sie „mit überströmenden Augen und schwerem Herzen" dabei, und von dem ungeheurem Vermögen, welches der Herzog hinterließ, erbte sie laut seines letzten Willens einhundert Pfund. Jeder Besucher von St. James-Park grüßte die alte Frau mit dem Ehrenzeichen und der Krücke. Einst fehlte sie auf der bekannten Bank, und ein jeder fragte sich, ob sie gestorben sei? — Da war sie gestorben. Auf dem Kirchhof des Chelsea-Hospitals für invalide Soldaten wurde sie begraben, und ein Detachement Dragoner feuerte drei Mal über ihr Grab, wie es Brauch ist beim Begräbniß eines guten und tapferen Kameraden.... Hi M. 56. 5 Rom< Sir Ar Hand. Sü sielen auf d Arthur sie flüchtigen § Der Bc meistert un Brief seine Gefahren. „Er km strahlend v „In je! Eine he jungen Mä Träume! Der B Lächeln, i nend, besch Glück in v ten seine« schein eilet „Ja, ( er. „Wir feste gestal sein, als „Ja» Lowder, । schreckliches ist allein Lande zur mit nach i zu denken, denn er ti daß er ihi troffen wn Fichte, die hatte. E Oh, Onkel Blanä Freude ti Baronets war. De — den $ freuten si tung - I Siktmxtion: A. Sch-yda. — Druck und Perlag der Brühl'schm Druckerei (Fr. Thr, Pietsch) in Gießen.