■x Eisenbahn ten gewohnt pecialitäten" nen sind in tnbertruppen Wie gesagt, c in Dings- ide Stram- xrnte machen t leider nicht en Reichstag lecchi-Freisinn Wahlschlacht t im Traum !us zu gehen, abendlich den nen konnten, Nutzend Reden gen, sich für , da zahlten öahlfonds — seine,, Garstigen großen or fast leeren iz hatte nichts erfresier, „der Fetische Kraft en die Thiere >tz energischsten >schlagszahlung en zu können. Vinterpelz per- bis über die n 21. Februar, trampolini n Abzug nach i können. Auf mßerordentliche m Benefiz der hieß eigentlich n einziges ge- ie Benefiziantin mhme erhalten Nit Aufbietung ,e Artisten-Bän- ige über Wasser en den wenigen, : Cirkus gekom- Tage Staunens- it den üblichen lown kostümirte ngang, für seine beste Grimasse Z er die Gardine i ihm sein zehner Manöge das ) die Hiobspost fiz - Plakate für sForts. folgt^ (Gießener JamiüenbMer. Belletristisches Beiblatt zum Gießener Anzeiger. Nr. 117. Donnerstag den 4. October. 1888. Am Kaufe Jmmendorf. Original-Roman von Emilie Heinrichs. (Fortsetzung.) Ulrike ergriff Ulrichs Hand, um ihn neben sich auf's Sopha niederzuziehen. „Laß uns die Sache ruhig überlegen, Ulrich!" sprach sie ernst. „Wenn ich nur den leisesten Zweifel in Deine Wahrheitsliebe oder Deine Schuldlosigkeit hinsichtlich des Dir zur Last gelegten Verbrechens fitzte, so würde ich alle Hebel in Bewegung setzen, um den Sohn meines Bruders wieder über's Meer zurückzusenden und die Ehre unseres Hauses unverletzt zu erhalten. So aber glaube ich Dir und darf es deshalb nicht zugeben, daß Du um eines Schurken willen gebrandmarkt wirst, daß solch' unverdiente Schmach unfern Namen treffe. Ich wäre sicherlich die Letzte, Dir eine solche Rolle zuzumuthen und sogar selber daran theilzunehmen, wenn ich einen Ausweg wüßte, um Deine Unschuld beweisen zu können. Ulrich starrte düster vor sich hin und schüttelte in dumpfer Verzweiflung den Kopf. „Wie der Major mir unterwegs mittheilte", begann er nach einer Weile, „lebt der Elende noch, ist aber noch nicht wieder zum Bewußtsein gekommen und wird wahrscheinlich mit dem Beweis meiner Unschuld in's Jenseits hinübergehen. Und was kann mir überhaupt sein Leben nützen, beste Tante? Wie ich diesen Mensche» kenne, würde er niemals die Wahrheit eingestehen, auch müßte ich ja in diesem Falle nicht allein meine Person, sondern auch Dich und unsere edelmüthigen Freunde bloßstellen, da er mich nur unter dem Namen Sturm kennt." „Nun also", versetzte Ulrike mit Nachdruck, „was bleibt uns dann übrig, als die Rolle durchzuführen? Was Tante Irmgard betrifft, so werde ich ihr allerdings einige Illusionen rauben und ihr einen kleinen Blick in Deine Vergangenheit gestatten müssen, um Deine Stellung ihr gegenüber zu erleichtern. Im Uebrigen aber, mein th-urer Ulrich, hast Du im Grunde keine Komödie oder irgend eine ungesetzliche, unwürdige Täuschung durchzuführen, da Du von Rechtswegen Rang und Titel Deines Vaters über- nehmen und in die Dir zukommende Stellung eintreten darfst. Wenn ehrenhafte Männer wie Tell- kamp und Egon Dörner zu diesem Werks der Nothwehr thätigen Beistand geliehen, darfst auch Du bei der ersten peinlichen Probe nicht gleich muthlos werden. Wer kann Dich anklagen?" „Vielleicht jener Detectiv, der mich zuerst packte?" „Er würde keinen Glauben finden —" „O, am Ende doch fo viel, um mich zu verdächtigen und meine Confrontation mit John Walter zu erzwingen, falls dieser dazu im Stande sein sollte. ■ — Nein, Tante Ulrike, meine Doppelstellung ist unhaltbar, könnte ich nur morgen schon mit Egon Dörner in die weite Welt wieder gehen." „Er will Dich mitnehmen?" fragte Ulrike überrascht. „Ich nahm sein freundliches Anerbieten mit Vergnügen an. Und jetzt erlaube mir, mich auf mein Zimmer zu^ückzuziehen, — vor Allem aber, Tantchen, behüte mich heute vor einem zweiten Verhör bei der Kranken, dem ich nicht geduldig Stand zu halten vermag. Ah, guten Morgen, mein theures Schwesterchen"!" wandte er sich erfreut der Thürs zu, durch welche in diesem Augenblick mit glückstrahlendem Antlitz Hrdwiga lugte. „Darf ich die Conferenz stören?" fragte sie schelmisch lächelnd. „Nur herein, Kind!" nickte Ulrike ihr freundlich zu, „begrüße das Oberhaupt unserer Familie, den jetzigen Freiherr» Ulrich von Jmmendorf mit gebührender Ehrfurcht." Hedwiga zog die Thür hinter sich zu und verneigte sich mit würdevoller Grandezza vor Ulrich, der ihr lächelnd beide Hände entgegenstreckte. Lachend flog sie ihm jetzt an die Brust und gerührt küßte er dir schöne Schwester, deren Herz, wie er sagte, ebenso ; anbetungrwerth sei, wie ihre Elfengestalt. „Mache das Kind nicht noch eitler", meinte Ulrike, die Geschwister mit feuchtem Blick betrachtend, „und bedenke, Ulrich, daß sie eine Waise und nur \ auf Deinen brüderlichen Beistand angewiesen ist. I Willst Du diesem jungen Wesen gegenüber noch muth- f los schwanken und zagen?" „Nein, Tantr Mrcke, ich will der Pflicht ge- \ horchen und im Vertrauen auf meine Schuldlosigkeit l mein Schicksal der Zukunft anheimgeben." „So ist's recht, und nun, kleine Hedwiga, mache \ rasch Toilette, um mit dem Bruder einen Spazier- | gang und nebenbei einige der nothwendigsten Besuche l zu machen." Hedwiga strahlte vor Freuden bei diesem Vor- i schlag und begab sich sofort auf ihr Zimmer, wäh- i rend Ulrich einen Seufzer bei dem Gedanken an die : Besuche unterdrückte und dann ebenfalls sein Zimmer ‘ aufsuchte. Nachdenkend blickte Ulrike auf die Thür, welche l sich hinter ihm geschlossen. in Gießen. 470 „Er ist, Gott sei gelobt, noch immer der offene, wahrheitsliebende Mensch, wie als Knabe", sprach ste leise, „jede Lüge haffend, jeder Heuchelei abhold, konnte der arme Junge sich mit dm Begriffen der Gesellschaft nicht in Einklang setzen und mußte ihren erbarmungslosen Consequenzen zum Opfer fallen. — Ja, Gott sei gelobt dafür, daß ich ihm auch jetzt in dieser unheilvollen Lage Glauben schenken, feiner Ehrenhaftigkeit vertrauen darf." 14. Der verwundete John Walter war in einer Alle I des Krankenhauses allein gebettet worden. Man hatte ihm alle erdenkliche Sorgfalt zu Gute kommen lassen, um fein Leben zu retten, doch noch nicht einmal das Bewußtsein zurückrufen können. Es war am Abend dieses vorhin geschilderten Tages, als der erste Arzt der Anstalt, ein im Dienst der Wissenschaft und der Menschheit ergrauter Medi- cinalrath, von einer Reise heimgekehrt, die Krankensäle inspicirte und von dem Mordanfall in Kenntniß gesetzt, mit großem Jntereffe an das Bett des Verwundeten trat, um seinen Zustand einer eingehenden Untersuchung zu unterwerfen. „Hat man den Thäter gefaßt?" fragte er den ihn begleitenden Hülfsarzt. „Man hat ihn auf frischer That festgenommen, aber auf unverantwortliche Weife wieder entwischen lassen. Der Strolch soll wie in den Erdboden hinein verschwunden sein." „Na, das ist Sache der Polizei, — beschauen wir uns lieber das Opfer; eine innere Verletzung, wie?" „Durch einen eckig geschliffenen Dolch, den man am Thatort gefunden", versetzte der Arzt, „edlere Theil, scheinen verletzt, der Tod unabwendbar zu fein." Der alte Herr betrachtete das starre Antlitz des offenbar dem Tode Verfallenen mit aufmerksamem Jntereffe, hob die geschloffenen Augenlider desselben und untersuchte alsdann mit kundiger Hand die Wunde. Als er die Sonde zurückzog, röchelte der bislang wie in einem Starrkrampf befindliche Mann plötzlich laut und schmerzlich. „Aha", lächelte der Medicinalrath befriedigt, „wir scheinen noch leben zu wollen. Sehen Sie hier die abgebrochene Spitze der Waffe, welche seine Lebensgeister gefesselt hielt; nun werden wir dem Tode die Beute doch streitig machen." Er untersuchte noch einmal die Wunde, welche sich in der linken Seite befand, und ließ dieselbe dann durch einen Heilgehülfen regelrecht wieder ver- binden, worauf er die sorgsamste Wache für die Nacht verordnete. Als der Medicinalrath das Hospital verließ, betrat der Detectiv Thorsen dasselbe, um sich mit einer Vollmacht seine« Vorgesetzten versehen, nach dem Zustande des unbekannten Verwundeten zu erkundigen. Der Jnspeetor verwies ihn an den Arzt, welcher von einer glücklichen Wendung sprach, die eine allerdings äußerst zweifelhafte Besserung in Aussicht stellte. „Ist seine Besinnung zurückgekehrt?" fragte Thorsen erfreut. „Nein, nur die starke Apathie ist gewichen, — wir werden noch mit dem Wundfieder zu rechnen haben." „Dann aber kann er vernommen werden?" „Kein Gedanke noch daran", versetzte der Arzt mit Nachdruck, „hier haben wir zu gebieten, mein liebet jpett l11 Der Detectiv verbeugte sich und ging. Er mußte seine ganze Willenskraft aufbietsn, um die kalte und klare Überlegung zu bewahren, da ihn der Gedanke, den Verbrecher zu kennen und nicht fassen zu können, das Blut sieden machte. Wie durfte er es wagen, seine Urberzsugung auszusprechen und den jungen Freiherrn von Immen« darf, welcher zufällig zu dieser Zeit von seinen langjährigen Irrfahrten heimgekehrt war, eine? solchen Verbrechen» zu beschuldigen, ihn al» Mörder z« denunciren? Man würde ihn selber für wahnsinnig, ja, für dienstunfähig erklären! — Und doch war er feiner Sache gewiß, hätte den schwersten Eid darauf ablegen mögen und hielt die beiden Helfershelfer, den würdigen Major Tellkimp und seinen berühmten Neffen entweder für abgefeimte Schufte oder für betrogene Gimpel. Langsam stieg er die bequeme Treppe, welche in's Erdgeschoß des Hospitals führte, hinab, al» ein Wärter an ihm vorüberschlüpfen wollte. Thorsen, welcher die Augen stets offen hielt, erkannte den Mann, einen alten Schulfreund und Spielkameraden aus der Knabenzeit. „Guten Abend, Lüttmann, wie geht'«?" hielt er ihn an, „Du kennst mich wohl nicht mehr, alter Junge?" „Sapperment, Peter Thorsen!" rief der Wärter überrascht, „man hält' Dich bald nicht wieder erkannt, mir geht'« soso, lala, schwerer Dienst, wenig Moneten. Aber entschuldige, hab' keine Minute Zeit übrig, muß meine Nachtwache antreten." „Schade, möchte gern noch mit Dir plaudern", meinte Thorsen, „hast Du Saalwache?" „Steh', kennst Du das auch?" „Hab' hier früher mal ein Vierteljahr gelegen, kenne Aller." „Ach so, ich habe die Wache bei dem Menschen, der hier im kleinen Gehölz überfallen wurde. Hielten ihn schon für abgeihan, aber der Alte, welcher verreist war und ihn erst vorhin unter die Finger bekam, hat den Lebensdocht wieder angezündet, ob er lange brennen wird, ist die Frage." „Oh, den möchr' ich mal sehen", meinte Thorsen, „laß mich die Wache mit Dir theilen, Lüttmann, bin ohnehin schlaflos und möchte so gern mit Dir plaudern. Verstecke giebt's genug, wie ich aus Erfahrung weiß, und vor Überrumpelung bist D», 5 wenn sonst nichts passirt, in der Nacht ganz sicher, ■ das weiß ich auch." 4?1 Der Wärter besann sich einen Augenblick und winkte ihm dann, zu folgen. Geräuschlos stiegen sie hinaus. Thorsen mußte in einem kleinen, dunklen Raum, wo sich des Wärters Beit befand, warten und es sich gefallen laffm, hier eingrschlosien zu werden. Er wartete geduldig mit der stoischen Ruhe eines Mannes, welcher ein bestimmtes Ziel vor Augen hat. Langsam rückte der Zeiger vorwärts, bis endlich die Stunde schlug, wo Alles ruhig wurde, die Wächter in den Straßen ihren Rundgang begannen und Niemand in dem weiten Gebäude mehr wachte als der Schmerz, die Fieberangst der Kranken und einige Wärtrr, welche mit der Nachtwache betraut waren. Unhörbar drehte sich jetzt der Schlüssel, um Thorsen zu befreien, und nach wenigen Augenblicken befanden sich die beiden Freunde in der Kranken- Zelle, wo der Verwundete sich befand. Der Detectiv trat an sein Bett» ließ einen Licht, strahl auf sein Gesicht fallen und bemerkte dann leise, daß er nicht schlecht ausfähe. „Na, es geht", brummte der Wärter, seinen Schulkameraden hinter einen großen Bettschirm plackend, „des Burschen Gesicht gefällt mir überhaupt nicht, scheint ein nichtsnutziger Strolch zu sein, obwohl er Hände und Füße wie ein Edelmann besitzt." „Wer ist es denn eigentlich? Hat man keine Papiere bet ihm gefunden?" „Nichts, was auf eine Spur leiten könnte, vielleicht besinnt er sich nach und nach selber darauf." „Sonderbare Geschichte", meinte Thorsen. „Ja, noch sonderbarer, daß die Polizei den Thäier schon beim Kragen gehabt haben und er ihren Händen wieder entschlüpft sein soll. N», die Nase, welche der Schutzmann bekommen, hält' ich auch nicht haben mögen." „Gewiß nicht", bekräftigte Thorsen ruhig. „Man hat ihn noch nicht wieder gefaßt, wie ich vernommen", setzte er hinzu, „dieser hier wird ihn wohl nennen können." „Ja, wenn's damit genug wäre, der Name kann der Polizei nicht» nützen, er wird seine Person längst in Sicherheit gebracht haben." Sie plauderten jetzt von vergangenen Tagen, Thorsen log wie gedruckt, wie man im Volkrmunde recht bezeichnend zu sagen pflegt. Er erzählte, daß ec als Reporter bei einem hiesigen Blatt angestcllt sei und sein gutes Auskommen habe, daß er deshalb hoffe, von dem alten Schulfreunde einige Neuigkeiten hinsichtlich diese» Sensationsfalles zu erhalten und daß diese Nacht ihm den entbehrten Schlaf doppelt bezahlt machen werde. „Donner und Doria I" brummte der Wärter überrascht, „dos hätte ich vorher wtffen sollen, mein Junge, Du wärst meiner Treu' nicht hier. Könnte mich in eine doppelte Patsche bringen, besonders, wenn solche Geschichten brühwarm in die Zeitung kommen, na, ich danke!" ,,Unbesorgt, mein siebe? Lüttmann", lächelte Thorsen, „Du sollst keinen Schaden davon haben, im Gegeniheil! — Doch still, war das nicht der Kranke?" Der Wärter erhob sich rasch, um an'» Bett zu treten, während Thorsen gespannt horchte. „O, wie er rennt", stöhnte der Verwundet; angstvoll, „dbk Henker hole den Schnellläufer, was will er hier, der Dummkopf konnte drüben bleiben. Da ist er schon, haltet ihn fest, der Bursche ist ein Teufel ~" Er wollte im Fieberwahn aufspringen, doch hielt ihn des Wärters kräftige Hand zurück. „Ruhig Blut, mein Freund", begütigte ihn dieser, „er holt Euch nicht ein. Was habt Ihr ihm denn gethan?" „Was ich ihm gethan habe?" Der Verwundete lachte höhnisch auf. „Nicht der Rede werth", flüsterte er, „einige tausend Dollars, ein LumpMgeld war'», mir konnt's gerade passen, wie?" „Na freilich", nickte der Wärter, einen Blick nach dem Schirm werfend, hinter welchem der De- tecliv saß und eifrig niederschrieb, was der Kranke im Fieberwahn sprach. „Ihr nahmt ihm das Geld und machtet Euch davon, nicht wahr?" „Das hätte ein Jeder gethan, der Narr braucht es nicht. Hört, wie er schimpft, Räuber, Dieb! — das laß ich mir nicht gefallen als Edelmann, oho, was ist Adam Sturm? Ein Plebejer! — Man steht ihm dm gemeinen Mann an, hätte auch sonst nicht so viel Aufhebens davon gemacht. Komm' nur heran, Adam Sturm, ich weiche keinen Schritt weiter zurück. Ah, Du bist ohne Waffen, nur einen Steck und Deine starken Fäuste, hier, schau, einen Reoolvec, das Blei paßt für Dein Gehirn, verdammt, der Schuß in die Büchse, sucht nur die Kugel, er trägt die Schuld mit seiner gelenkigen Faust, — sucht, sage ich und jagt ste ihm in den Kopf. O, o, wie es brennt, die verdammten Dollars, rin Edelmann ist kein Dieb, — auch der Doktor jagt'»! — Bah, der Plunder war doch nichts werth, hätt's ihm lassen können. Pardon, das bereue ich, der ar e Kerl hat so viele Mühe damit gehabt, und war mir ein Freund." Er schwieg jetzt erschöpft, den fi-berbrennenden Blick auf einen Punkt geheftet. „Woher nahm Euer Verfolger den Dolch, womit er Euch verwundete?" fragte der Wärter, dm die Sache jetzt srlbst zu interesstren schien, nach einer geraumm Weile. Der Kranke lachte leise. „Still", flüsterte er, „er hatte ja gar keine Waffe, es ist mein Dolch, aber er läuft mit dem Sturm ; um die Wette, weil es sein Bruder ist. Dm langen । Weg über'» Meer ist dieser Tcuftl geflogen, weil , der Sturm ihm geholfen, — Adam Sturm, er ist ' da, packt ihn, — aber fest, daß rr Euch nicht wieder entschlüpft, ich ließ ihm feinen einzigen Dollar und er ist mir doch nachgeflogen. Hülse! er wü:gtmich, ich kann den Dolch nicht gebrauchen, fürchtet ihn doch 472 nicht, er hat keine Waffe- ich bin ein Räuber, »ein, ein Edelmann, er bricht mir den Arm entzwei, ich steche mich mit der eigenen Spitze. Ah, verdammt —" Der Wärter gab ihm einen beruhigenden Trank und der Paroxirmus schien vorüber zu sein. Thorsen, der sich geräuschlos erhoben, trat jetzt neben den Wärter. „Frage ihn, ob er den jungen Herrn von Jm- mendors drüben in Amerika, woher er jedenfalls ge, kommen zu fein scheint, gekannt hat?" flüsterte er Lüttmann zu. „Nein", versetzte dieser, „er muß jetzt schlafen, man darf mit den Fiebergeistern nicht spielen. Setze Dich wieder gefälligst hinter den Schirm oder marschtre in meine Kammer, wo Du nach Belieben wachen oder schlafen magst, nur pfusche mir nicht in mein Amt." (Fortsetzung folgt.) Das Wenefiz der LuMönigin. (Fortsetzung.) „Was ist das?" sprach erschreckt St rampolini krampfhaft die Hände ringend. „Er hat es mir doch versprochen . . ." „Ja, aber er läßt sagen, er hätte sich anders besonnen. Auch morgen würde Niemand Lust haben, den Cirkus zu besuchen. Die Wahl heute wäre unentschieden geblieben, es fände demnächst eine Stichwahl statt." Dem armen Strampolini fielen die Hände schlapp am Leibe herunter; wie vernichtet, als ein gebrochener Mann sank er auf einen der weiß angestrichenen hölzernen Akrobatenstühle. Seine Wangen waren unter der Schminke todtenbleich geworden, dicke Thränen furchten das grelle Roth seiner Wangen. Die Frau Direktorin, welche sich dem Billetverkauf gewidmet hatte und soeben eintrat, ließ entsetzt die Kassenschatoulle fallen, obgleich das Holzkästchen leicht genug war. Sie hörte den Sachverhalt und weinte gleichfalls bitterlich. Die zahlreichen Kinder des Direktors eilten herbei und umgaben, einige schwache Trostworte zu äußern versuchend, den ganz geknickten Vater. Auch das gesammte Artisten -Personal, zum Theil noch nicht abgeschminkt, kam hinzu, und das älteste Mitglied der Truppe sprach im Namen Aller dem armen Direktor das innigste Mitgefühl aus. Niemand könne ihm einen Vorwurf machen, er sei ohne irgend welche Schuld den ungünstigen Verhältnissen erlegen. „Mir thut es leid um Euch, liebe Kollegen," antwortete mit schwacher Stimme der Clown. „Doch Ihr werdet wohl ein anderes Engagement finden. Aber mir und meiner armen Familie wird man das Bischen nehmen, was wir durch ehrliche, jahrelange Arbeit erworben. Ich bin bankerott; wir können betteln gehn!" Da trat die Königin der Luft, noch im Trikotkostüm befindlich, einen Schritt vor : „Hören Sie, Direktorchen, die Sache läßt sich vielleicht arrangieren. Das Benefiz muß jedenfalls stattfinden. Hier, Alonso, lauf zum Drucker- gieb ihm diese Brosche zum Pfand ■ für die Plakate zu morgen. Es ist mein einziger Schmuck, ein Andenken meiner Mutter, Ihr kennt mich als anständiges Mädchen. Ich will ihn daran wagen." „Halt, Anita," protestirte der Direktor. „Es nutzt nichts. Behalte den Schmuck, gutes liebes Kind. So lange die Leute die Wahlgeschichten im Kopfe haben, gehen sie nicht in den Cirkus." „Sagen Sie das nicht," meinte zuversichtlich das junge Mädchen, die Arme über dem Kopfe faltend und sich graziös in den Hüften wiegend. „Mir ist eine Idee gekommen, welche wahrscheinlich gute Früchte tragen wird. Man muß die Ausführung riskiren. Sie machte eine kleine Pause, sann nach und lachte bann mit schelmischem Augenzwinkern: Ja, ja, so wird es gehen. Verlaßt Euch auf mich, Kollegen. Morgen Abend: Gut besetztes Haus, vielleicht sogar voll oder selbst ausverkauft. Ich garantiere einen genügenden Erfolg." „Was kann das sein?" murmelte nachdenkend der Direktor. „Ich sehe nirgends einen Rettungsanker. Erkläre uns, was Du meinst, Anita". „Nicht doch", lehnte die Künstlerin ab. „Ich sage kein Sterbenswort von dem vorher, was ich vorhabe. Auch kann Niemand von Euch mir helfen. Doch halt, eins ist nöthig" — sie neigte sich zum Ohr des Direktors und flüsterte: „Verschaffen Sie mir zu morgen früh einen Fahrplan der hiesigen Eisenbahnlinie. Still, keine Fragen! Vertrauen Sie mir blind. Ich schaffe Rath!" * * Des Vormittags 10 Uhr pflegen die Offiziere der drei in Dingskirchen liegenden Husarenschwadronen aus der Reitschule zu kommen und längst der Promenade am Ufer des nahen Stromes nach ihrem Kasino zu schlendern. Ueber den Strom führt eine breite Brücke, an der einen Seite für Fußgänger und Wagen eingerichtet, ander anderen Seite für die Eisenbahnzüge bestimmt. Die beiden Seiten waren durch Brustwehr und enges Eisengitter' vollständig von einander abgeschlossen, auf daß kein vorwitziges Knäb- lein von der Brücke auf das Schienengeleise hinüberklettern könne. Das hätte ihm auch schlecht bekommen müssen, denn das Geleise (es war nur ein einziges vorhanden) lag direkt auf den Holzbohlen und dem eisernen Gitterwerk der Brücke; die etwa aus den Fenstern des Coupes schauenden Paffagiere konnten durch die breiten Lücken bis zu der Oberfläche des Stromes niederblicken, welche gerade mit mächtigen Schollen des vom Gebirge kommenden Treibeises dicht bedeckt war. (Schluß folgt.) SSebMtion: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.