i wäre, sondern konnte, in dem der spanischen ngung bestärkt! He Huldigungen ch Kastilien ge, Theil wurden, nach Flandern nehr aus Feind- Her Herrschsucht 8 kastilianischen u. Zu diesem Mo nach Flan- ^öhnlichen Abg>- chen Entsagung )t in der Politik - faßte Juana m war, indem pp in Eifersucht wirklich seinen ihm eine förm- as Werk gelang lel war Philipp it treuer Freund >atte der Herzog ihres Schrittes .edessen in dem ^gungsacte nach der Plan ver- :r hatte, lag in eden in Juana's tan erfüllte sie Vater, welcher s zu entreißen öschlich wurde, ae Vermählung TodeJsabella's «gegangen war. ahl und ihrem sich die Cortes önigspaar von los als Thron- k war vielleicht Juana's, denn hatte, gab sie oas sie ihm zu ton verscheuchte Tafel begann e, ein Ballspiel, wn dem Spiel ennenden Durst u stillen. Ein e Folge davon ; starb er am reunundzw anzig eit und Kraft. Schluß folgt.) Hießener Äamiüenbiälier. Belletristisches Beiblatt?um Gießener Anzeiger. 1A4 Dienstag den 4. September. 1888. Im Kaufe Immendorf. Original-Roman von Emilie Heinrichs. (Fortsetzung.) „Verzeihung, gnädige« Fräuleins nahm der Com- missar jcht rasch da« Wort, „Ihr alter Diener zeigt . stch so empfindlich berührt von meiner Behauptung, daß ich Ihnen gegenüber mir erlauben muß, dieselbe aufrecht zu halten." , Johann leugnet ein solche« Vei steck —" „Nun freilich —" „Er wird auch nicht« davon wissen", fuhr Ulrike ruhig fort, „obwohl ein solche« in der Thal dort existirt. Ich bewundere Ihren Scharfblick, Herr Commissar, und bitte Sie, dasselbe mit mir in Au« ; genschein zu nehmen." Letzterer heftete seinen triumphirenden Blick auf | den alten Johann, der wie erstarrt auf seine Gebieterin schaute. Diese warf ihm einen beruhigenden Blick zu und sprach in ihrer gütigen Weise: „Kehre in Deine Stube zurück, mein Alter, und erhole Dich von dieser schrecklichen Aufregung. Hier, nimm diese» Licht, Du könnt st in der Dunkelheit Schaden nehmen." Sie reichte Johann den mitgebrachten Leuchter, den er mit zitternder Hand ergriff, um dann unbc, weglich auf seinem Platze »u verharren, al« da» Fräulein mit dem Commissar den unbehaglichen Raum verlassen hatte. „Sie weiß nicht« davon, nun ist Alle« verloren, der Unglückliche entdeckt, — da« Hau« Jmmendorf beschimpft. O, daß e» mit uns nur gleich zu- sammenstürzte!" So mukmelte der alte Mann, ganz vernichtet von dem furchtbaren Verhängniß. Jetzt horchte er athemlo« auf; ste waren zur Stelle, da« ahnung«« lose Fräulein schob mit fester Hand die Wand zurück, der Commissar leuchtete hinein, faßte sein Opfer, — o himmlische Güte! Verstört blickte Johann um sich, er hörte die Stimmen nebenan. „Nun?" fragte Ulrike, „finden Sie dort drinnen den Gesuchten?" „Da» nicht, meine Gnädige!" tönte die Stimme dc» Commissar« so dicht neben Johann, daß di ser zurücktaumelte. „Ich finde allerding« meinen Vogel nicht, obwohl ein solcher hier vor Kurzem erst ge- wesen za sein scheint." „Woraus schi eßen Sie dar, Herr Commissar?" „Au» Fußspuren im Staube —" „Da» wäre Alles?" „Genug, um den Verdacht zu befestigen." „Dann bedaurs ich, Ihren Scharfsinn in diesem Falle nicht bewundern zu können, versetzte Ulrike kalt, „mein verstorbener Bruder pflegte sich, von Sonderlings-Launen befangen, zuweilen heimlich hier zu- rückzvziehen, war auch kurz vor seinem Tode noch geschehen. Er find seine Fußspuren." Der Commissar mußte diese Angabe respectirrn und dar seltsame Nest, welches sicherlich viel aus vergangenen Jahrhunderten zu erzählen wußte, mit stillem Bedauern verlassen, während der alte Johann wie neu belebt das graue Haupt erhob, ein stille« Dankgebet zum Himmel sandte und dann leise die Rumpelkammer, welche ihm zur Folterkammer ge- worden, verließ. „Wir wären nach dieser Feuerprobe mit der Durchsuchung wohl zu Ende, Herr Commissari" sprach Ulrike, al» sie die Wendeltreppe hinabgestiegen waren, mit stolzer Würde, „Sie werden zugeben müssen, daß dem Gesetze vollauf Genüge geleistet worden." Der Commissar verbeugte sich tief, sprach seinen Dank aus und entschuldigte sich mit der Pflicht, woraus Johann herbeikam und den unliebsamen Gast zur Thür geleitete. „Draußen angekommrn, warf der Commissar einen finsteren Blick auf das alte Gebäude. „Haben sich lange drinnen aufgehalten, Herr Commissar!" tönte eine halblaute Stimme an seiner Seite, „nicht» gefunden?" „Nein, Thorsen, Sie haben sich geirrt", versetzte der Commissar grollend, „es ist ein verwünschtes Haus, nichts al» Winkel und Jrrgänge." „Eben de-halb, hätten mich mitnehmen sollen, Herr Comm ffar!" „O, mein Scharfblick entdeckte ein geheimes Nest, da« Ihnen vielleicht entgangen wäre." „Vier Augen sehen mehr als zwei —" „Ich sage Ihnen, Thorsen, Sie haben sich geirrt, der Barsche ist drinnen bestimmt nicht", behauptete \ der Commissar erregt. „Wir werden sehen", murmelte der Detectiv, „darf ich in dieser Nacht auf eigene Faust operiren, Hnr Commissar", fragte er dann devot. i ",Jch bleibe aber dabei, es ist eine falsche Fährte, wir verlieren nur kostbare Zeit." ch) in Gießen. 418 6. Wo war der Verfolgte hingekMmen? — Wie Überhaupt aus seinem Versteck entwichen? Mit diesen geheimnißvollen Fragen marterte der alte Johann seinen armen Kopf, der ganz wüst und wirr von dem Erlebten dieses schrecklichen Abends geworden war. Er schleppte sich mit zitternden Knieen in sein Stübchen und sank laut seufzend in den Sorgenstuhl. Weshalb hatte Fräulein Ulrike behauptet, daß er, der alte Johann, nichts von dem Versteck an der Wendeltreppe wisse? — Sollte Fräulein Hsdwiga der Tante gebeichtet und diese den Verfolgten selber aus's Neue gerettet haben? — Dann freilich war Alles klar und nur dar Eine befremdend, daß die stolze Ulrike von Jmmendorf, welche niemals von der Wahrheit abgewichen und die Lüge stets gebrand- markt hatte, urplötzlich mit ruhigem Antlitz die Unwahrheit gesprochen, ohne mit der Wimper zu zucken, gelogen hatte. „Ja gelogen, es ist nicht anders", seufzte Johann, „Herr Du meine Güte, wie mag sie dabei gelitten haben, die stolze Seele, so wahrhaftig durch und durch. Es ist grausam von ihm, hierher zu kommen, — aber die Männer sind's einmal, — ja, ja, wir sind undankbare Kreaturen und wenn's nicht wegen der Ehre des Hauses und der armen kranken Gnädigen wäre, — sie hätt'S nicht thun müssen, partout nicht, denn sie wird sich diese Lüge niemals vergeben." Drinnen bei der kranken Irmgard saß mittler« weile Hedwiga, der Tante mit heiterem Geplauder ein Lächeln auf das blasse, eingefallene Gesicht zaubernd. Sie verstand es, ihre Neuigkeiten in ein so vornehmes Gewand zu kleiden, daß Tante Irmgard sich angenehm davon berührt fühlte. „Es freut mich, daß beim Major Tevkamp ein feiner Ton herrscht, Kind I" hüstelte sie mit aufriebener Miene, hätte es dem Manne, der mir stets unsympathisch gewesen, niemals zugetraut, ein vornehmes Haus machen zu können. Seine Schwester, welche demselben repräsentirt, ist die Wittwe eines höheren Staatsbeamten, glaube ich." „Ja, Tante, man titulirt sie Frau Regierung-- räthin. Weshalb aber —" „Der Major war früher arm, befaß nichts als feine Officierrgage", fuhr Irmgard fort, „er hat geerbt, glaube ich." „So ist'», Tante, und er macht durchaus kein Hehl daraus, daß jene knappe Lieutenamszeit die glücklichste feines Lebens gewesen." Tante Irmgard machte eine nervös abwehrende Handbswegung. „Ein indischer Nabob-Onkel setzte ihn zum Erben ein", sagte sie ungeduldig, „ich finde das Kokettiren mit der Arrnulh höchst albern und unpassend von einem solchen Manne." Hedwiga schwieg eine Weile, emsig die Wolle zu ihrer Stickerei ordnend. „Ich bin durchaus nicht neugierig, liebste Tantel" begann sie dann plötzlich ganz unbefangen, „möchte aber doch gern wissen, weshalb der herzensgute Major Dir stets so unsympathisch gewesen." Die Kranke zuckte zusammen, und ihre feinen Finger zerpflückten in nervöser Erregung eine prachtvolle Rose, welche Hedwiga ihr mitgebracht. „Weil er so anmaßend war, sich in unsere Familie eindrängen zu wollen!" stieß sie nach einer Weile kurzathmig hervor. Die junge Dame blickte erstaunt auf, und ihr liebliches Antlitz überflog ein leichtes Lächeln. „Der häßliche Major?" fragte sie kopfschüttelnd, „o, Tantchen, verzeih, das war allerdings höchst anmaßend von ihm." „Ja, häßlich und bürgerlich dazu", setzte Irmgard mit schwachem Nachdruck hinzu. „Verstehst Du jetzt meine Abneigung gegen diesen Mann und gegen Deine Besuche in seinem Hanse?" „Mazda Rosen, die Pflegetochter der Regierung-« räthin, ist meine einzige wirkliche Freundin und daliebenswürdigste Geschöpf, welches ich kenne", antwortete Hedwiga einfach. „Geschöpf — der Ausdruck ist richtig", hustete die Kranke, „ich dulde ihre Besuche nur, merke Dir das, Hedwiga I" — Sie schwieg einige Minuten, ihre ruhig arbeitende Nichte aufmerksam beobachtend. „Ich beklage es tief", begann sie dann plötzlich wieder, „daß mein seliger Bruder die unverzeihliche Thorheit beging, sich nach dem frühen Tode seiner ersten Gemahlin, einer geborenen Comtesse von Eber- stein, wiederum und zwar mit einer Bürgerlichen zu vermählen. Der elende Mammon droht alle Stan- desunterschiede aufzuheben." „Du sprichst von meiner seligen Mutter, Tante Irmgard I" bemerkte Hedwiga mit gepreßter Stimme. „Der Du, Gott sei Dank, durchaus nicht gleichst", versetzte die Kranke hart. „Du bist, mindestens in Deinem Aeußern, eine echte Jmmendorf, wenn auch, zu meinem Leidweisen, sich bürgerliche Neigungen bei Dir offenbaren." Hedwiga wollte etwas erwidern, schwieg aber aus Schonung für die rücksichtslose Kranke, die feinen Lippen fest aufeinander pressend, und die Augen, zwischen denen sich eine kleine Falte gebildet, unverwandt auf ihre Stickerei geheftet. „Du gleichst in diesem Moment frappant Deinen! Papa", fuhr Irmgard leise fort, „während Du in Deiner gewohnten heiteren Laune unserer schönen Ahnfrau Hedwiga, deren Namen Du erhalten, ganz merkwürdig ähnlich stehst. Ja, Du bist sehr schön, mein Kind, besitzest den echten brünetten Typus der Jmmendorf, das prachtvolle kastanienbraune Haar, die unergründlichen Augen und den vornehmen Zug des feingeschnittenen Antlitzes, obwohl Deine Haltung etwas zu Lebhaftes, zu Libellenhaftes besitzt, war leider an Deine Mutter erinnert. Es gießt eben nichts Vollkommenes in der Welt!" fetzte sie seufzend hinzu. „Du warst eine blonde, blauäugige Schönheit, 419 zensgute Major nb ihre feinen ng eine Pracht, Tracht. in unsere Faste nach einer auf, und ihr Lächeln. t kopfschüttelnd, fing« höchst an- l setzte Irmgard rrstehst Du jetzt nn und gegen der Regierung-- iiinbitt und dach kenne", and richtig", hustete nur, merke Dir ruhig arbeitende e dann plötzlich le unverzeihliche ien Tode seiner iltesfe von Eber- Bürgerlichen zu coht alle Stan- Nutter, Tante rreßter Stimme. !s nicht gleichst", mindesten« in orf, wenn auch, e Neigungen bei chwieg aber am nke, die feinen die Augen, zwl- >et, unverwandt rappant Deinem während Du in unserer schönen erhalten, ganz bist sehr schön, tten Typus der nbraune Haar, sornehmen Zug I Deine Haltung es besttzt, war Es gießt eben tzte fie seufzend !gige Schönheit, Tante, also keine echte Jmmendorf", konnte stch Heb« wiga nicht versagen, etwas boshast zu bemerken. Jrmgarb's schmale Lippen zuckten aufgeregt, ihre Augen funkelten brohend. , Eine recht unpaffende Bemerkung von Der", sagte sie mit einem starken Husten-Anfall, „ich — bin eine — echte — Lichtenstern, — fürstliche Seitenlinie —" m , Hedwiga erhob sich rasch, um der Kranken Beistand zu leisten, doch diese schob ste heftig zurück. „Vergieb, liebe Tante Irmgard!" bat sie schmeichelnd, „ich wollte Dich gewiß nicht kränken, — aber ich bi» doch nun einmal das Kind meiner Mutter und muß das vierte Gebot, wie Du selbst es mich gelehrt, hochhalten." „Ist schon gut, Kind, gieb mir zu trinken." Hedwiga reichte ihr ein kostbares Kelchglas, woraus die Kranke nippte, ihr dann wieder freundlich zu« lächelte und die Augen schloß. Auf Hedwiga's Antlitz legte sich jetzt, wo sie sich nicht mehr beobachtet wußte, ein ängstlich besorgter Ausdruck. Sie horchte mit allen Sinnen und hätte am liebsten das Zimmer verlassen, um da» Resultat der polizeilichen Durchsuchung zu erfahren. Wie viel Toderangst und Aufregung hatte sie an diesem Abend schon gehabt. Einen vorwurfsvollen Blick auf die jetzt wieder schlummernde Kranke wer- send, durchzuckte ein unsäglich bittere« Lächeln ihre feinen Lippen. Wenn die ahnenstolze Tante Jrm- gard e» ahnen könnte, um wen sie all' diese Angst erlitten und noch immer empfand? — Sie, die ihre arme, bürgerliche Mutter noch im Grabe schmähte? E» war eine traurige Geschichte, welche mit dem Unseligen, der am heutigen Abend Schutz vor dem Gesetze unter diesem Dache gesucht, im engen Zusammenhang stand, eine Tragödie des Hauses Jmmen- dorf, die Hedwiga's früheste Kindheit betroffen und ihr die Mutter geraubt hatte. Sie selber war noch zu klein gewesen, um den Verlust ganz empsinden zu können, zumal sie nach der Mutter Tode, von der Tante Ulrike erzogen, den Sonnenschein der Mutter- liebe niemals entbehrt hatte. Auch der Freiherr, ihr Vater, war stets gut und nachsichtig gegen die Tochter gewesen, während Tante Irmgard sie von vornherein al« einen Eindringling betrachtet und ihr später mit grausamer Offenheit die Geschichte ihrer Mutter erzählt, wa« Ulrike sowohl wie auch den Freiherrn tief betrübt und empört hatte. Doch durfte die Kranke kein Vorwurf treffen, auch nicht die leiseste Kränkung ihr deswegen zugefügt werden; das war Gesetz im ganzen Hause. Wa« hatte die Mutter denn so Schweres verbrochen? Wie so oft schon sann Hedwiga auch heute Abend darüber nach, und eine tiefe Bitterkeit erfüllte ihr Herz bei dem Gedanken, daß da« Schicksal fie al« Werkzeug sich erkoren, den Mann, welchen sie tödtlich Haffen sollte, ja, dieses Haus, wo ihre Mutter so unglücklich gewesen, wo sie noch heute beschimpft worden, vor Schande und Entehrung zu bewahren. „Wenn man ihn fände", klang er in wildem Aufruhr durch ihre Brust, „hier, im Hause seiner Väter ihn seffelte, als Verbrecher in’« Gesängniß ihn schleppte —" Wie Triumph leuchtete es in den braunen Augen aus, welche sich auf dir schlummernde Irmgard richteten. Dann aber zuckte sie zusammen, die heiße Gluth der Scham übergoß ihr Antlitz, das sie tief aus ihre Arbeit herabneigte. Sie war die echte Tochter diese« Hauses, und konnte demselben Entehrung wünschen! Hedwiga war nicht länger im Stande, ihren qualvollen Gedanken nachzuhängen. Sie warf ihre Arbeit auf den Tisch, erhob stch, um nach der Kranken, welche ruhig fortschlummerte, zu sehen und dann geräuschlos das Zimmer zu verlaffen. 6. Als die schwere Haurthür stch hinter dem Polizei« Commiffar geschloffen und keine Ueberrumpelung von dieser Seite mehr zu besürchten war, schien Fräulein« Ulrike'« Kraft urplötzlich zu Ende zu sein. Sie lehnte stch hülflos, halb ohnmächtig g'gen die Wand, und «in heftiges Zittern durchlief ihre hohe Gestalt. Sie schien in diesem Augenblick um zehn Jahre gealtert zu sein, so welk und fahl war das Antlitz, so müde der Blick, so hinfällig die sonst so stolze Haltung geworden. „Und ihr Kind hat ihn gerettet!" flüsterte sie wie gcbrocher an Leib und Seele. Da klangen Johann« leise Schritte durch den Corridor, schnell raffte sie stch empor, kein Diener durfte sie so erblicken. In ihiec gewohnten Haltung schritt sie rasch nach dem Cor.s-renz-Zimmer, deffen Schlüssel ste fiel« bei sich trug und das von der Durchsuchung ebenfalls nicht verschont geblieben war. Al« sie hier eintrat, schob sie leise den Riegel vor und blieb einen Augenblick mit dem Lichte in der Hand unbeweglich an der Thür stehea, um stch vollständig zu fasten. Die jahrelange Uebung der Selbstbeherrschung ließ fie rasch da« innere Gleichgewicht zurückgewinnen, worauf ste geräuschlos auf eine Thür zuschritt, welche in ihr Arbeite-Cabinet führte. Fräulein Ulrike war seit Jahren schon die geschäftliche Seele de« Haufe« gewele-', ein Amt, welche« ihr von dem verstorbenen Bruder, dem eigentlichen Familienhaupte, oft genug zu einem recht dornenvollen bereitet worden war, und dieses Cabinet, dessen Thür sie jetzt mit fester Hand erschloß, war häufig Zeuge recht stürmischer Sc-nen gewesen, Scene«, von welchen Schwester Irmgard niemals die leiseste Ahnung erhalten. Mit einem schmerzlich bitteren Gefühl im Herzen überschritt ste die Schwelle, wo ihrer der herbste Moment jetzt harrte. (Fortsetzung folgt.) 420 Kine ungkücktiche Königin. Von Hans Sundelin. (Schluß.) Dieser unerwartete Schlag traf Juana bis in's innerste Mark. Sie hatte ihren Gemahl nicht nur leidenschaftlich geliebt, sondern in ihm auch die Stütze vor dem Haß ihrer Familie gefunden und nun verloren. Die Sage von der in Stein verwandelten Niobe schien sich zu wiederholen: unverwandten Blickes saß sie an der Leiche des geliebten Gatten. Mit teuflischer Berechnung benutzte dies ein Werkzeug Ferdinand's, der Arragonese Mosen Luiz Ferrer, indem er aussprengte, Wahnsinn habe die Königin ergriffen und sie wolle sich nicht mehr von der Leiche - trennen. Rasch traf er seine Maßregeln und führte Juana mit dem Sarge, der den tobten König barg, nach Tordesillas, vorsichtig die großen Städte und das Tageslicht vermeidend, damit die Wahrheit nicht offenbar werde und man Juana wegen solcher Vorsichtsmaßregeln wirklich für toll hielt. In Tordesillas wurde die Fürstin in ein finsteres Gefängniß gebracht, in ein Zimmer, das nur durch eine Lampe beleuchtet war, „weil — welche Worte mau ihr selbst angedichtet — eine Wittwe, deren Sonne untergegangen sei, auch des Himmels Sonne entbehren müsse." Ihre Behandlung von Seiten ihres Kerkermeisters Ferrer muß eine grausige gewesen sein, denn nach dem Tode Ferdinand's im Jahre 1516 setzte Liminz de Cisneras denselben wegen der Rnchlosigkeit ab, mit welcher er gegen seine Gefangene vorgegangen war, indem er ihr sogar die Cuerda ertheilen ließ, eine Tortur, bei welcher die Gemarterten unter den Armen aufgehängt und ihre Füße mit Gewichten belastet wurden. Ferrer's Nachfolger wurde der Marquis von Denia, Bernardino de Sandavol, der nicht niel besser gewesen zu sein scheint. So ließ er beispielsweise keinen Arzt rufen, als Juana im Jahre 1519 schwer am Fieber erkrankte. Der einzige Trost der bedauerns- werthen Königin in ihrer Gefangenschaft war ihre, erst nach dem Tode des Vaters geborene Tochter Catilina, die sich später mit dem Könige Juan III. von Portugal vermählte. Noch einmal sollten sich ihr jedoch die Kerkerthüren öffnen, am 24. August 1520, als Juan de Padilla an der Spitze des „Heeres der Gemeinen" gegen die niederländische Fremdherrschaft protestirte. Er nahm Tordesillas ein und stellte Juana an die Spitze der Aufständischen, die sich Communevas nannten, allein die Königin verweigerte hartnäckig die Unterzeichnung der Proklamation derselben, wozu vielleicht ein Gelübde Veranlaffung gab, das sie möglicherweise nach der einstmaligen Entlockung ihrer Unterschrift durch Comhillo gethan. Diese Weigerung entschied jedoch ihr Schicksal: am 9 Dezember 1520 mußte sie nach hundertdreitägiger Freiheit in ihr dunkles Gefängniß zurückkehren. Jetzt begann ihr Verstand, der nach dem Zeugniß des Erzbischofs Adrian, nachmals Papst Hadrian II, Redaction: i. B. Hermann Elle. — Druck und Verlag vom 4. September des genannten Jahres, noch völlig klar war, sich wirklich zu umuachten. Sie bereute wohl ihr Verhalten gegen die Communevas, Catilina war von ihr entfernt, nach Portugal gegangen, und ihr Sohn Karl scheint von dem angeblich bereits langjährigen Wahnsinn seiner Mutter überzeugt gewesen zu fein, denn er nahm auf die Bitten seiner jüngsten Schwester um nachsichtige Behandlung Juaua's, die nicht wahnsinnig sei, keine Rücksicht. Vielmehr wurde der unglücklichen Gefangenen im Mai des Jahres 1525 mehrere Male sogar die „Premia" ertheilt, eine Tortur, die in Ruthenstreichen bestand. Ihr Kerkermeister, der Marquis von Denia, schrieb sogar unterm 25. Januar 1526 an den Kaiser: „Wenn Ew. Majestät die Tortur gegen sie anwenden wollte, so würden Sie Gott einen Dienst leisten und an der Königin ein gutes Werk begehen. Personen ihrer Beschaffenheit haben eine solche Behandlung zu empfangen nöthig, und die Königin, ihre Großmutter, behandelte ihre Tochter, unsere souveräne Fürstin, in gleicher Weise", wobei allerdings zu bemerken ist, daß solche Anschauungen betreffs Geisteskranker damals allgemein waren. — Nach und nach wurde die gefangene Fürstin hinfällig und verließ ihr von Unrath starrendes Bett nicht mehr, bis am 1. April 1555 der Tod ihre Leiden endete. Im Jahre 1470 geboren, hatte sie ein Alter von 76 Jahren erreicht und hiervon u e u n u u d v i e r z i g Jahre im Kerker zugebracht. Juana die Wahnsinnige heißen sie die Geschichtschreiber gewöhnlich; richtiger wäre es wohl, sie die durch Jntrigue, Niedertracht und falsche Behandlung zum Wahnsinn getriebene Königin zu nennen. Eigentümlich war ihr Schicksal darin, daß das Leben, welches ihr an Philipp's Seite als dentsche Kaiserin und Königin von Spanien hätte zu theil werden können, von ihrer Nachkommenschaft im reichsten Maße genoffen wurde. Während ihre ganze Existenz ein dumpfes Hinbrüten in dem j verdunkelten Zimmer des Palastes Tordesillas war, beherrschte ihr ältester Sohn Karl als deutscher Kaiser und König von Spanien sozusagen die Welt. Ihr zweiter Sohn Ferdinand wnrde erst König von Ungarn und Böhmen und in der Folge ebenfalls deutscher Kaiser. Ihre älteste Tochter war erst als Königin von Portugal mit dem Könige Don Manuel, nach dessen Tode mit Franz I. von Frankreich vermählt; Isabel, ihre zweite Tochter, vermählte sich mit dem Könige Christian II. von Dänemark; die dritte, Maria, mit Ludwig, König von Ungarn und Böhmen, und als dieser gestorben, regierte sie int Namen ihres Bruders, des Kaisers, die Niederlande; die jüngste Tochter Juana's, Catilina, endlich wurde als Gemahlin Jnan's III. Königin von Portugal. Die Fülle des inneren Wesens der unglücklichen Fürstin offenbarte sich am deutlichsten in ihrem ältesten Sohne, dem großen Karl V., dessen Genie ganz Europa i» Staunen setzte, in dem zuletzt aber auch die von seiner Mutter ererbte Melancholie offenkundig hervortrat. der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gieße«. Nr. 1 Vo welcher Er hat Eintreü Wir h- dung n er sich wildert Freien denen j alledem ungepfle in den That er Ulri blickte i die Aug schloffen „hast D „Hu Durst, I Sie entnahm Krlchala „Tr Er । und stür füllen w „Sp Rede, u hast, uu „£), „Du ha! Ulrike, i ich hinai „Del „Ich gerne zu Familien doch verl „Dei im ruhig „Dai und diesi nicht rau