d Lärche, eben« ) die herrliche re, Ahorn nicht Südens Bäume -er auszeichnen, i! Nur Einer el- oder Oliven- ilt wird, da er, neu ausschlägt llen in Italien n sein, die über die Saracenen ifindet sich ein der Blüthezeit a, und die Oel- g bei Jerusalem denen einst der — Ja, wenn hl rauschen und Tagen, — wer kur ihr lispelnd ruft, und klingt leicht so ferner slröhren aus llen. In einer >er physikalischen Präsident, Pro- eine Mittheilung r Akademie der Stahlrohre mit noberflächen und i Wände äugen- stammen gleicher )N Dkaunermann irgestellt worden. konische Walzen neben einander Dhenden Stahl- dcr sofort durch ifwärts getrieben t auf der Höhe il in Gestalt der ier Versammlung gende Erklärung In Folge der > packen die roti- chicht-) Lage des ch oben, während Zylinders zurückgenau dasselbe, Herstellung von iten kann. (Eichener Aamilienblätter. Belletristisches Beiblatt |um Gießener Anzeiger. 1888. Diensiüg den 3. Juli. M. 77. Er war ein einsamer, ziemlich düsterer Ort. ihr fein.'' Frau Tooker war entzückt von dem feinen und einfachen Aussehen der neuen Bewohnerin von GloanF-ll und gewann Hefter auf den ersten Blick Die Zimmer im ersten Stock waren etwas kahl und armselig eingerichtet; die im Parterre gelegenen dagegen sehr bequem und freundlich, und Hefter be« stimmte sofort drei Zimmer, in denen fieschlafery speisen und wohnen wollte. Sie faßte sehr rasch ein Jntereffe für ihre neue Hnmath, wo fie von ihrem Gatten oft besucht zu werden hoffte, und ließ sich mit Frau Tooker in eine Besprechung über einige Verbesserungen, die sie vornehmen wollte, em. Während sie so beschäftigt waren, ging Lowder aus dem Thor hinaus und betrachtete die Gegend ihr halbe« Jahresgehalt, voraus. „Das Haus ist wohl vollständig möblirt", sagte er. „Ja, mein Herr, wollt Ihr es scheu?" s „Ich will erst die Dame, Frau Blees, herein» holen, und wir wollen dann zusammen durch das Haus gehen", erwiderte Lowder. „Ich möchte sie Etwa eine Meile auswärts vom Berge stand auf einer Anhöhr inmitten eines Privatgarten« rin Haus von ziemlicher Ausdehnung; es sah aus, nie das Jagdschloß eines reichen Gentleman. Und als Lowder in das Haus zurückkehrte, fragte er, wem die Besitzung gehöre. „Das ist Bleak Toy", sagte die Frau, au« dem Feister nach der angedeute-cn Richiung schauend. E? ist ein Jagdschloß und gehört der Erdi.a eines - gerne ganz heimisch hier wißen, ehe ich greife, da sie eine intime Freundin Herrn Trefsilian s st." f Er eilte zu dem Postwagen hinaus und ließ i Hefter aursteigen, während er selbst den Knaben ; nahm. Dann sagte er zu dem Kutscher: „Unten | im Dorfe ist ein Wirthshaus, geht dort hin, mein Der Gröe des Kaufes. Roman von Hermine Frankenstein. (Fortsetzung.) tTVoiftHrtti unterreiöünet batte. § in einer Stunde ab. Die Frau las den Brief, welcher den lieber» | Er warf ihm ein Goldstück hin, bei dessen An- brivaer al« Herrn Tressilian's Agenten vorstellte, f blick sich das Gesicht des Mannes zu einem s-eudi- rocs bewirkte, daß sie den Betrüger mit der aus- gen Grinsen verzog. Als er sortsuhr, führte Lowder was vewrrr.e, oas , , , i ^er in's Haus, vor desien Eingang fie schon von Frau Tooker erwartet wurden. „Dies ist die Dame, von der ich Eucy sagte. Frau Blees — Frau Tooker", sagte Lowder vorstellend. „Frau Blees, ich habe diese gute Frau aufgenommen, damit fie als Haushälterin bei Euch bleibt; Ihr werdet ohne Zweifel sehr zufrieden mit WU» ÜClUllllC I vup gezeichnetsten Ehrerbietigkeit behandelte. „Herr Tresstlian sagte mir, daß Ihr ihm ge- schrieben hättet, Ihr könntet das Haus nicht behalten", sagte Lowder mit lauter Stimme, „und ich als sein Agent habe es daher an eine sehr ehrbare Dame mit ihrem Kinde vermiethet, die mit mir gekommen ist und unten in dem Wagen wartet." „Ich bin froh, wenn ich das Haus nicht be- halten muß", sagte Frau Tooker; „ich fürchtete, daß man mich zwingen würde, den Kontrakt zu halten, und ich kann als alleinstehende Frau den Pachtzins , ------- -------------- ------ nicht erschwingen. Ich habe die Schafe und das - lub- Lowdcr leate den jetzt schlafenden Knaben auf Getreide verkauft und werde mich jetzt um eine an- 1 etn Ruhebett und Frau Tooker schlug vor, ste durch bete Wohnung umsehen. Ihr sagt, daß die neue • ba6 §QU3 führen. Das Ehepaar willigte ein Methirin schon gekommen sei, Herr?" >t unb sie besichtigten die verschiedenen Zimmer. ,, „Ja, Madame; aber sie ersuchte mich, Euch zu s " * bitten, als Haushälterin und Gesellschafterin bei ? Euch zu bleiben", sagte Lowder schmeichelnd. „Sie s ist eine sehr ruhige Person und zu furchtsam, um | hier allein zu leben. Sie ermächtigt mich, Euch; zwanzig Pfund Jahresgehalt anzubirten, wenn Ihr h'er bleiben und die Aussicht über da» Hau» übernehmen wollt." Die Frau machte ein freudige» Gestcht. „Ich möchte gerne bleiben", sagte sie. „Das Haus ist mir eine Heimath geworden; aber ich uua utm ....--------------- fürchte, die Dame wird zu viel erwarten I Ich kann - eingehend. kochen und die Haushaltung besorgen, aber zu einer \ Gesellschafterin tauge ich kaum. Ich bin beinahe ; b8 roat in ber nächsten Umgebung ein Nach- ganz taub, mein Herr, bin daher auch keine ange- - b^hous zu erblicken, nehme Gesellschafterin." 6 * ' „Ihr werdet ganz gut für die Dame paffen", erklärte Lowder. Willigt Ihr ein, zu bleiben?" Die Wittwe stimmte zu und Lowder zahlte 10 Pfund, in Gießen. 310 alten und reichen Familie, der letzten ihr Staumer. , Ihr Name ist Rympls, Sir — Miß Olla Rymple." „Fräulein Olla Rymple", wiederholte Lowder. > „Ein seltsamer Name!" „Ja, Herr; aber sie soll zu den reizendsten, lieblichsten und reichsten Mädchen Englands zählen", bemerkte Frau Tooker. „Sie hat noch andere Besitzungen in England; aber dis Nymple's haben nie in Bleak Toy gewohnt, außer zur Jagdzeit." In dem Wohnzimmer war ein Feuer angemacht worden und Hcster hatte sich mit ihrem Knaben dahin begeben. Lowder trat bei ihr ein, erklärte ihr, daß er unverzüglich nach Tresfilian#Hof zmückkehren müsse, um eine etwaige Strafe von sich abzuwenden. Wie furchtsam Hester auch war, willigte sie doch muthig in die augenblickliche Trennung. Sie versprach allen Anordnungen ihres Gatten zu gehorchen, Niemanden in’s Vertrauen zu ziehen und Gloan# Fell nicht eher zu verlosten, als bis ihr Gatte es anordne. Die Stunde war bald vorbei I Der Wagen kam und Lowder verabschiedete sich von Weib und Kind. „Sie sind beseitigt", murmelte er zufrieden, als der Wagen rasch nach Alnvich zurücksuhr. „Hier sind sie so gut als todt und begraben. Und jetzt nach TressiliamHof, zur schönen goldlockigen Blanche!" Sechsundzwanzigstes Kapitel. U e b e r f a l l e n- Olla und ihre Freunde waren am Morgen nach ihrer Ankunft im Gasthof „Zum Vesuv" zeitig wach und auch schon vollkommen reisefertig, als die schmucke Giuditta mit dem Frühstück erschien. „Ich bitte um Entschuldigung, Signorina", sagte die schlaue Wirthin, während sie den Frühstückstisch ordnete, „ist Ihr Name nicht Mylady Rymple?" Olla blickte erschrocken auf. „Warum fragt Ihr das?" entgegnete sie ausweichend. „Weil ich genau weiß, daß gestern ein nobler Engländer in Neapel ankam- der sein entflohenes Mündel sucht", erwiderte Giudilta. „Die entflohene Dame ist in Begleitung eines blödsinnigen Engländers, Namens Lowder", fuhr sie fort, einen Seitenblick auf Guy werfend. „Die Polizeien stn> aller» orts benachrichtigt, wie ich von meinem Bruder, der heute in Neapel war, gehört habe." Olla's stolzer Muth entsank ihr für einen Augen- blick. Hatte sie so viel gewagt und gethan, um jetzt gefangen zu werden? Es schien ihr, daß sie vollkommen eingeschlosien sei — daß sie keinen Ausweg zur Flucht mehr habe und beschloß, sich ganz der Großmuth und dem Mitleids ihrer Wirthin anheim zu geben. „Liebs Frau", sagte sie zitternd, „dieses entflohene Mädchen bin ich! Helft mir und ich will Euch jeglichen Dienst reichlich bezahlen. Ich bin meinem Vormunde entflohen, weil er mich mit Lebesanüägen verfolgte und lieber will ich sterben, als wieder in seine Gewalt kommen." , Uni) ich will Euch auch helfen", entgegnete (Stu# ditto, „aber hier in diesem Hause, bas jeden Tag anders Reisende sicht, könnt Ihr nicht bleiben, Ihr würdet unvermeidlich hier entdeck', werden. Ihr könnt auch mcht mit der Eisenbahn oder dem Schiffe reisen und ich rathe Euch deshalb, einen Wagen bis Ter- moli zu nehmen, von dort aus könnt Ihr ganz gut die Bahn nach Arckona, Bologna und Turin be# nutz?«; dort hat es keine Gefahr mehr. Ich kenne einen zuverlässigen Mann, Namms Lipari — er wird Euch nach Termoli bringen." Olla erklärte sich mit Allem einverstanden. (Siu* ditta ließ den Kutscher rufen und schon nach einer Stunde waren die Flüchtlinge vollkommen reisefertig. Auch der Kutscher war mit dem Wagen eingetroffen, empfing von Palestro und deffen Frau seine gehen men Weisungen — befeuchtete seine Kehle mit einem Glas Wein und kehrte dann zu seinem Fahrzeuge zurück. Giuditta ging hinauf und kündigte den Flüchtlingen an, daß der Wagen warte. Popüy nahm das Gepäck und ging voraus. Guy, Olla und Frau Popley folgten und stiegen in den Wagen. Popley stieg hinter dem Kutscher aus und unter tiefen Verbeugungen Palefiro's und Giuditta's fuhren die Reifenden davon. Entweder kamen sie nicht sehr rasch vorwärts oder die Entfernung war größer, als Giuditta gebe cht hatte. Sie hatten den Gasthof „Zum Vesuv" schon um acht, statt um zehn Uhr veclaffen, wie es Olla bestimmt hatte, und es war Mittag, als sie sich der finsteren Schlucht näherten, in welcher der ro'.he Carvelli mit seinen Männern auf der Lauer lag," um die Reisenden zu erwarten. „Wir müffen in dem ersten Dorfe Halt machen, um Lebensmittel einzukaufen", sagte Olla. „Von Neapel nach Termoli beträgt die Entfernung neunzig Meilen. Wir werden auch wahrscheinlich Pferde wechseln müffen." „Wir müffen schon den halben Weg gemacht haben, Fräulein Olla", sagte Frau Popkey. „Nicht ganz. Wir haben viclleichk kaum vierzig Meilen zurückgelegt. Os wir nicht bald in ein Dorf kommen werden?" Sie schaute hinaus, um irgend eine menschliche Wohnung zu erspähen, sah aber nichts, als die finsteren, hohen Berge ringsum. Sie wollte eben den Kutscher bitten, anzuhalten, als ein lauter Schrei durch die Schlucht tönte; ein halbes Dutzend Männer sprangen hinter den Büschen und Felsen hervor und ihr Anführer befahl Lipari, stehen zu bleiben. Diese Männer waren der rothe Carvelli und \ fünf von seiner Bande. Ihre Kleidung verrieth ihren Charakter. Sie trugen die langen Banditen# mänlel und die breitkrämpigen Räubei hüte, der Cala# breser des Hauptmannes war mit einer nickenden Feder geschmückt. 311 Drr rothe Carvelli lüftete den Hut und näherte ? sich dem Wagerüenster. ! „Verzeiht, MMy", sagte er mit zuvorkommen- .■ btt Höflichkeit; „ich bedauere, Euch zu belästigen —" ; Olla erkannte sogleich, welchen Menschen sie vor \ sich habe. Sie vermuthete, daß er einer der in Ito- < Hcn so zahlreich vorkommenden Räuber sei. Sie | hatte kein über flüssiges Sdb, um cs einem solchen ? Zwangsanlehen zu opfern, und sie erwiderte das | verwunderte Anstarren des rothen Carvelli mit einem । Lrotzigen, unersLroSenrn Blicke. Vielleicht wußte ä sie, daß Thränen und Bitten bei diesem fiast-ren ; Manne nichts nutzen würden. In keinem Falle lag - es in ihrer Natur, bei demselben ihre Zuflucht zu , nehmen. \ „Es thut Euch leid, mich zu belästigen", sagte । sie in ganz reinem Italienisch, als der Räuber zögerte; „aber Ihr verlangt mein Geld oder mein i Leben. Jst's nicht so?" \ „Nein, Signora, Ihr thut mir Unrecht", erklärte ; der Räuberhauptmann. „Ich habe k-ine Absichten ; gegen das Leben eines so jungen und schönen Ge- i schöpfes. Ich brauche nur Euer Geld —" - „Ihr werdet dasselbe auch noch weiter brauchen ; müssen", sagte Olla unerschrocken. „Mein Geld ge- ' hört mir und ich beabsichtige, es zu behalten. Wenn । Ihr Geld haben wollt, so verdient es Euch! Ich ' würde m'ch schämen, selbst wenn ich ein Dieb wäre, : ein Mädchen zu berauben —" - „Ich bitt kein Dieb", versetzte der Bandit, ^c^ch __u „Wenn Ihr kein Dieb seid, dann entfernt Euch", sagte Olla kalt. Seht Ihr denn nicht, daß Ihr , uns aushaltet —" „Ich bin kein Dieb", erklärte der rothe Carvelli wieder. „Aber ich bin ein Räub.rhauptrnann von Ruf. Ich bin der roihe Carvelli, von dessen Namen » ganz Neapel erklingt." „Ich habe nie von demselben gehört", sagte Olla zur größten Demüthigung des Banditen. „Und es macht keinen Unterschied, wer Ihr seid; wenn Ihr uns nicht berauben wollt, so laßt uns fort!" „Zuerst bas Geld!" „Ich gebe mein Geld nicht", sagte Olla, den Räuber mit ihren großen, dunklen Augen fest an» schauend. „Ich brauche es selbst und werde mich mit den Waffen, welche mir die Natur verliehen — mit Händen, Füßen, Zähnen — wenn nörhig, ver- theidigen." Des Mädchens Kühnheit entzückte den Räuber. „Ihr solltet unseres Gleichen sein — eine Banditenkönigin", sagte er lächelnd. ,Jhr habt den befahl sie mit stolzer Geberde. „Rührt ihn nicht an! Da meine Diener gefangen sind, will ich Ihnen freiwillig folgen." Olla stieg ruhig aus, rbe Hilfe zmuckweisend. Guy folgte ihr. Dann wandte sich der Räubkr. Hauptmann an den Kutscher des Wagens. „Fort mit Euch!" schrie er, „und seid froh, daß Ihr mit dem Leben davon kommt!" L pari winkte dem Räuberhauptmann verstohlen zu, kehrte mit dem Wagen um und fuhr rasch nach Neapel zurück. Olla und ihre Genoffen schauten demselben be- stürzt nach. „Die Pferde!" sagte der rothe Carvelli mit g'- bieterischer Stimme. Die Männer eilten in das Dickicht und kehrten gleich darauf zurück, jeder ein freies Pferd führend. Zwer von diesen Pferden waren mit Damensätteln versehen. Der Räuberhauptmann half Olla eines dieser Pferde besteigen und hieß dann Frau Poplcy auf dem andern Platz nehmen. Jim Popley und Guy wurden auch auf die Pferde gebracht und der rothe Carvelli stieg zuletzt auf. „Hm 1" sagte Olla mit einem argwöhnischen Blick-. „Vier freie Pferde und wir sind ni-.r Gefangene. Zwei Damensättel und es stad auch zwei Damen da! Ein sehr sonderbares Zusammentreffen, wenn es überhaupt ein solches ist!" Sie schaute den Räuberhauptmann durchdringend an. Er wich ihren Blicken aus, indem er sich be» mühte, den Zügel ihres Pferdes zu ergreifen. Einer von den Räubern führte ebenso Guy's Pferd und auch die Poplcy's wurden auf diese Art von jedem Fluchtversuch abgehalten. „Ihr habt ohne Zweifel von den italienischen Banditen gehört, Mylady, sagte der rothe Carvelli. „Jetzt sollt ihr sie persönlich kennen lernen. Ich bringe Euch in unsere Höhlen und dort könnt Ihr die freien Beherrscher der Landstraße zur Genüge kennen lernen." __ „Einen Augenblick noch!" sagte Olla. „Gesetzt, ich würde Euch jetzt man Geld geben?" „Zu spät! I tzt will ich Euch haben." Und der rothe Carvellr lächelte mit schrecklicher Bedeutsamkeit.' „Zu spät, Siznorina, Euer Geschick ist be- siegelt — vorwärts Männer!" Die Räuberbande verschwand in der Schlucht und ritt auf einem ungangbaren Wege dem Schlupfwinkel zwischen den Bergen zu, in welchen der rothe Carvelli mit seinen Genossen hauste. (Fortsetzung folgt.) Geist eines Manner; Ihr sollt deshalb auch Euer Geld behalten, dafür will ich mich aber Eurer kleinen Person versichern. Steigt gefälligst aus!" Olla weigerte sich ganz entschieden. Erst als man Jim und seine Mutter von dem Wagen gezerrt und Miene machte, Hand an Guy zu legen, wurde sie nachgiebiger. „Daß Keiner es wage, Hand an ihn zu legen", Der Ilnwiderstefikiche. Von Charles Benoit. Ja, er ist es, unser Adolar von Hohenhausen, aber ihm wird Alles übel ausgelegt. „Eitel, eitel"! 312 sagen sie — nun denn ja, warum nicht? Hat er nicht Grund dazu? „Sein affektirtes Wesen, ja jede Bewegung sei vor dem Spiegel einstudirt worden." Wenn dem so ist, so solltet Ihr ihm danken, denn wer lieferte Euch wieder so ein interessantes Bild. Wie er so vor dem Spiegel steht und sich anlächelt, der Liebliche, fühlt er selbst, und er muß es ja doch am besten wissen, daß er durch und durch, von oben bis unten, unwiderstehlich sei. („Himmel", sagte ein Zuschauer, boshaft lachend, „mit welchem Umstande wird er einst die Augen zudrücken und sich zum Sterben anschicken!") und da meinen die Steider, er hätte seine Freude darüber — o Himmel nein! Es ist nicht leicht für ihn, der, statt wie gemeine Naturen sich an Eine zu hängen, die ganze in Frauengestalt wandelnde Menschheit umfaßt, alle die zahllos ihn Liebenden zu berücksichtigen, welche Zartheit, welche Fülle von Geist, welche Anstrengung gehört dazu! O, Ihr, die Ihr da glaubt, es sei Spaß, Ihr irret schwer; denn ja, daß Ihrs nur wißt, sein tänzelnder Gang, sein Gruß, selbst Essen und Trinken sind vor dem Spiegel einstudirt; dafür ist aber auch sein ganzes Wesen voll Pathos und Anmuth, er will eben vor Hoch und Nieder, vor Aurora und Vroni seinem Titel entsprechen, und dies nicht nur vor dem Publikum, nein, auch wenn er ganz allein ist. Seht ihn jetzt bei der Toilette! Ordinäre Schlucker sind freilich in zehn Minuten mit Putz und Stil fertig, er aber — seht, wie er den Arm weit ausstreckt, und dann mit der Bürste in malerischer Attitüde in’s Haar fährt — Ihr kennt lange bei Eurem Berufe sitzen, bis er mit dem geistvollen Geschlingel und Gekräusel seiner Locken fertig wird, seht, wie er sich wäscht, wie graziös er die Stiefel anzieht! Schade, denkt er sich, daß ihn kein Maler sieht, eigentlich nein, denn alle würden ihn dann quälen, ihnen als Modell zu dienen. Spielt er Karten, lächelt er humoristisch, edel, nonchalant beim Verlieren mit demselben ruhigen Gleichmuth (seine Feinde sagen gar: dummen Gesicht) wie beim Gewinnen. Ach und wie graziös mischt und dreht er die Karten, wie wirft er sie so zierlich hin und her, gerade, wie der Tänzer im Ballet Blumen streut. Aber wenn er das Parquet im Theater betritt: schaut seinen wiegenden Gang, schaut seine olympischen neckisch verschämten Lippen, als litte seine Bescheiden- l heit darunter, der Gegenstand allgemeiner Aufmerk- I samkeit zu sein: in die Logen blickend führt er sein I seines Battisttuch zum Mund und räuspert sich mit ! Anstand und Würde (ein Zeichen), links winkt er * schelmisch mit zwei Fingern (wieder ein Zeichen), ' rechts grüßt er achtungsvoll, etwas weiter vertraulich : hinauf (ein drittes Zeichen) und blinzelt mit den Augen wie ein wohlerzogener Kanarienvogel. Hört man die Neider an, so sagen diese freilich, er kenne weder Hund noch Katze in den Logen und thue nur so, als ob — pure Verläumdung! Und selbst wäre es der Fall und fände er das Schwitzen nicht plebejisch, so stünden ihm gewiß die Hellen Perlen auf der Stirne in Folge der mühsamen Arbeit, Keiner im Publikum wehe zu thun. „Die Komtesse Fritzi schaut „piquirt" drein", meint er, „weil sie meine Blicke gegen die Andern bemerkte, aber ich bin nur ein Mensch und kann unmöglich Jeder genügen." Probire es nur einer der Kritiker und thue ihm solche Riesenarbeit nach. Stirbt ein großer Herr, so schleicht er ein Paar Tage gesenkten Hauptes in den belebten Gassen herum. „Nie werde ich wieder solchen Freund finden", klagt er, „er liebte mich, ob ich ihm gleich die Wahrheit ost recht scharf sagte." („Er hat ihn doch sein Lebenlang nicht gesprochen, so wenig wie die Kom- teste Fritzi", so lauten die Reden seiner Feinde.) Ach, und welche Sprache, wenn er die Cour macht — so durch die Nase, so hyperhochdeutsch, mit so mittelalterlich rhetorischen Wendungen und mit solch' einem kauderwelschen Gemisch von fremden Sprachen, daß ihn die Mädchen kaum verstehen und ihm aus lauter Bewunderung und Entzücken beinahe in's Gesicht lachen, die armen Hänschen. Aber tanzen, tanzen solltet Ihr ihn sehen! Wenn bei Alltags-Menschen die Freude dabei aus den Augen lacht, so ist bei ihm das Gegentheil der Fall. Steif und abgezirkelt hebt er seine langen Füße mit einem wahren Leichenbittergesicht; ist die Tänzerin nicht sehr gesucht oder unadelig, so läßt er sie aus, wenn es ihm einfällt, den rechten Fuß wie ein Racepferd schwenkend; ist sie brillant und gefeiert, macht er mit tieftrauriger Miene ein Compliment, um welches Vestris ihn beneiden würde. (Schluß folgt.) Vermischtes. DieErfindung derBrillen fetzt man gewöhnlich zwischen 1280 und 1310. Gewiß ist, daß sie Anfang des vierzehnten Jahrhunderts in Italien bekannt waren, und daß schon der berühmte Roger Vaco (f 1292) die Wirkung der konkaven und konvexen Gläser kannte. Meistens wird der Mönch Alexander de Spina aus Pisa, welcher 1313 starb, als Erfinder der Brillen genannt; in einer Kirche zu Florenz befand sich aber ehemals die Grabschrift eines im Jahre 1317 verstorbenen Edelmannes Sal- viano degli Armati, welcher ebenfalls als Erfinder derselben bezeichnet wird. Wie dem nun auch sei, einem Italiener verdanken wir unstreitig diese wichtige Erfindung, die zwar schon über ein halbes Jahrtausend \ alt ist, aber erst seit etwa einem Jahrhundert mehr vervollkomninet wurde und allgemeiner in Gebrauch kam. Z. H. Redaktion; A. Scheydg, — Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen,