s. tschen Hoch- t Leibesübungen ückung des^Tur« sich zu dem nur -schrumpft war, neu erfreulichen >n Universitäten, -rbindungen und lieber zu Turn« »licklich an unse« 34 akademische hen Turnvereine in Oesterreich, t den Hochschulen Schweiz kommen, stfarbentragende, end 21 farben- Kartellverband len Universitäten Der Kartellver- chem Erfolg ge- uud zwar 1882 äsen. Das dies- m d. I. in Helm- 0 Studirende zu sch bedeutend zu it in militärische von Städten, ;e, wird das Beilern militärische ch Exercierschulen ln oder früheren öchentlich Knaben Exercierens, der erden. Das Auf- i der wachsenden r Gesundheit und stehende Schultur- ehr an Bewegung n muß. Ob aber bungen und mili- >azu ist, muß doch rsere Jugend will wegungsspiel, im uhlaufen u. s. w. Damit ist unserm mit, daß die ein« ohl entwickelt an ib zäh im Ertragen piet der „Schüler« der Weiterverbrei« wahrlich nicht auf- Hieheuer Iamiüenblätter. Belletristisches Beiblatt ;um Gießener Anzeiger. 1888. Donnerstag dm 3. Mai. Ar. 52. Der Gröe des Kaufes. Roman von Hermine Frankenstein. (Fortsetzung.) Ein seltsamer, fast unbeschreiblicher Ausdruck glitt über Lowder's Züge. „Es wird nicht besser werden", sagte er hart, fast heftig. „Der Doktor sagte, seine Genesung sei unmöglich." Der Schreiber runzelte die Stirn und schöpfte tief Athem; dann schoß ein unheimlicher Blick aus seinen Augen. „Ach?" sagte er, und sein Ton durchfuhr Lowder mit der unangenehmen Ueberzeugung, daß er in seinem Unbedachte einen großen Fehler gemacht habe; „der große Signors wünscht also nicht, daß der arme Gesellschafter wieder zu seinem Verstand komme? Der arme Wahnsinnige ist vielleicht des Signore Bruder, der zwischen dem Signore und einer Erbschaft steht?" Lowder konme den momentanen Ausdruck des Erschreckens nicht verbergen, ebenso wenig die Blässe, welche sein Gesicht überzog. „War soll das heißen — ich verstehe Euch nicht", erwiderte Lowder. Der Schreiber lächelte schlau. „Ihr braucht mir nichts zu versprechen, Signore, umsomehr, als die Sache an und für sich ganz klar ist. Ich habe in der ersten Minute schon bemerkt, daß Sie Gründe haben mußten, die Wahrheit zu verschweigen. Die AehnliLkeit ist auch zu wunder« bar, um auch nur einen Augenblick daran zu glauben, daß er nichts sei, als ein bezahlter Diener, während Sie selbst sür sich einen stolzen englischen Adelstitel beanspruchen. Was ich jedoch weiß oder ahne, bleibt in meiner Brust verschlossen — Pa« lestro ist kein Schwätzer und er will der Verbündete und die rechte Hand des reichen, englischen Signore sein." Lowder fühlte, daß dieser Mann ihn vollkommen durchschaute und daß ihm alle Ausflüchte nichts nützen würden. Er faßte deshalb rasch seinen Entschluß. „Wie viel Geld verlangt Ihr?" „Eine Kleinigkeit für einen reichen Engländer, da meine Bedürfnisse ziemlich geringfügiger Natur find. Ich bin mein ganzes Leben lang arm gewesen und möchte mir nun einmal einiges von dem Luxus erlauben, den man mit Geld so leicht erkaufen kann; ich will mir nicht mehr um Tagelohn die Finger wund schreiben, will schöne Kleider haben, feine Weine trinken, eine feine Cigarre rauchen und spazieren gehen können, wie es mir beliebt. Zu diesem Zwecke brauche ich jährlich 3000 Francs — eine kleine Summe für Sie, — eine große für mich. Wenn Sie mir dieses Geld geben, Signore, dann bin ich Ihr Freund, Ihr Diener, Ihr blindes Werkzeug — ein Hauch von Ihrem Munde wird mir Befehl sein, und", setzte er in leisem Flüstertons hinzu, „ein kleiner Wink wird genügen und der da drinnen liegt, wird vom Leben absallen, wir vom Baume eine überreife Frucht." Der verhärtete Abenteuerer verstand den furchtbaren Sinn dieser Worte. Er blickte den Schreiber durchbohrend an, antwortete jedoch nichts. „Oder soll der wahnsinnige Bruder eines Tages wieder nach England zurückkommen?" fragte Palestro sarkastisch. „Nein, er soll und darf nie zurückkehren! Ich bewillige Euch da« Geld, das Ihr verlangt und will Euch gleich ein Quartal im Voraus bezahlen. Der Handel ist abgeschlossen und ich verlange von Euch, daß Ihr mir ergeben seid mit Leib und Seele, daß Ihr Alles ausführt, was ich befehle und sei es auch das Schlimmste, was Ihr vorhin selbst angedeutet." Gierig schloffen sich die Finger des Schreibers über die dargereichten Goldstücke. „Wie soll ich meine Berichte an Sie adressiren?" fragte er. Lowder überlegte einen Moment. Er wollte sich nicht ganz in die Gewalt dieses Menschen geben und sagte deshalb: „Schreibt an die Adrcfle John Harrenwille in Glocester, England." „Das ist nicht der hochtönende Name, den der Signore bereits genannt, doch gleichviel, Palestro wird die einmal eingegangene Pflicht erfüllen, wenn er auch den wahren Wohnort seines Herrn nicht kennt." „Jetzt habe ich mich gegen j-de Möglichkeit einer Gefahr gewahrt", dachte Lowder triumphirend — „künftighin habe ich nichts mehr zu befürchten." Er ging zur Hütte, auf deren Schwelle er Vicini begegnete. „Ich habe ein Boot, Signore", sagte der Fischer. „Ich will Euch nach Palermo bringen." „Dann machen wir uns sogleich auf den Weg", erwiderte Lowder. „Ich will nur meinen Freund noch einmal sehen und dann gehen wir." Zum letzten Male betrat er das Zimmer, zum letzten Mals sah er auf den toöeLwunden Mann, ) in Gießen. 210 der ihm Freund und Wohlthäter gewesen und dem et nun Namen, Vermögen, Heimath, die Liebe eines Vaters und das Herz der Braut stehlen wollte. Lauge und schwebend blickte er auf den Lord, dann entfernte er sich und eins Stunde später schaukelten ihn dir Wellen des Oceans, der ihn vor 24 Stunden in stürmischem Grollen ausgeschleudert. Lord Tresstlian, der Erbe einer Grafschast, der schöne Jüngling mit dem treuen Her en und den aufrichtigen Augen lag arm und krank unter einem | unbekannten Namen, von der Nacht des Wahnsinns | umfangen, in einer elenden Fischerhütte. Der falsche Freund mit dem treulosen Herzen zog nach England, um mit Trug und List das zu erringen, was ihm des Schicksals Fügung versagt. Wird es ihm gelingen------- Fünftes Kapitel. Olla's neue Heimath. An der sicilianischen Küste, vier Meilen nördlich von Palermo und etwa zwei Meilen von der 6c» scheidenrn Hütte Tomaso Vicini's entfern, steht eine kleine schöne Villa, die ob ihrer prachtvollen Fernsicht auf das blaue Meer hinaus in der Nachbarschaft als die Villa bella Vista bekannt ist. Sie steht fast im Schatten des Mont Pellegrino, auf einem fruchtbaren sonnigen Hügel, der sich bis zum Wasser hinabzieht. In italienischem Stile gebaut, mit der Vorderseite gegen das Meer, befindet sich rückwärts von derselben, fast anstoßend, ein üppiger, junger Orangenhain, auf der anderen Seite sind dichte Hecken von Mandelbäumen und mitten durch windet stch ein Fahrweg, der zur Landstraße führt, die man der Bäume halber von der Villa aus nicht steht. Dieser Wohnsitz war das Eigenthum eines reichen Römers, der von dem Papste republikanischer Umtriebe halber verbannt worden war und sich an diesem reizenden, aber entlegenen Punkte Siciliens diese Villa erbaut hatte, um in derselben die Tage seines Exils zu verleben. Einflußreiche Verbindungen erwirkten ihm iedoch nach einigen Jahren die Erlaubniß zur Rückkehr nach Rom; und da es ihm nicht so leicht wurde, einen Käufer für seine Villa zu finden, so vermie- thete er sie gewöhnlich an Familien, die kamen, um den Winter im Süden zuzubringen. Da sie eben zufällig leer war, war sie von Olla Rywples Vormund, Herrn Deverrvx Gower, für den Winter ge- miethet worden. Die Gluth der untergehrnden Sonne verklarte noch den Abendhimmel, als der Wagen, welcher Herrn Gower, feine schöne Mündel und Frau Popley enthielt, und auf dessen Bock Popley und Krigger, Herrn Gower's Kammerdiener, saßen, von der Landstraße in den Mandelhain einbog, um zur Villa zu gelangen. Olla lehnte in einer Ecke des Wagen», ihr reines, stolzes Gesicht voll unendlicher Traurigkeit, ein Schatten von Furcht in ihren dunklen, flammenden Augen« „Dies ist ein einsamer Ort!" murmelte sie. „Er ist einsam", bestätigte Herr Gower, dessen elegante Gestalt auf dem gegenüberliegenden Sitz lehnte. „Ich glaube, sein Eigenthümer rühmte sich seiner Abgeschiedenheit. Er hatte wahrscheinlich kein Verlangen nach einer Aussicht auf elende Bauernhütten. Ihr könnt nicht leugnen, Olla, daß der Ort schön ist! Ich hoffe, er wird Euch gefallen, da er für den Winter unsere Heimath sein soll. Und es steht wirklich fast so aus, als ob wir nach Hause kämen! Unsere Haushaltung ist ganz eingerichtet; die Diener find auf ihren Plätzen, unser Gepäck ist in unseren Zimmern und in einer Stunde werden wir Beide im Speisezimmer bei unserem Diner sitzen. Ich habe bei allen Vorbereitungen an Eure Bequemlichkeit gedacht, Olla!" Der Wagen war jetzt vor der Villa angelangt. Herr Gower öffnete den Schlag und stieg aus. Dann reichte er Olla seine Hand, welche diese jedoch bei Seite schob und leichtfüßig heraussprang. Herr Gower führte seine Mündel einen gedeckten marmornen Säulengang entlang — ein reizender Spaziergang in regnerischem Wetter — zum Haupt - eingangs der Villa. Die breite Thür stand offen und sie trat ein. Die Vorhalle war ein weites, großes Gemach mit Mosaikboden, welcher tadellos rein und glänzend war. Auf einer Seite dieser Halle gewährten die Zimmer einen Ausblick auf das Meer hinaus; von den Zimmern der andern Seite überschaute man den lauschig-stillen, reizenden Orangenhain. Herr Gower öffnete eine Thür zu seiner Rechten und führte seine junge Mündel in ein Boudoir, das von den Empfangszimmern durch Nischen, von welchen schwere Seiden-Vorhänge herabhingen, abge- theilt war. Frau Popley hielt sich dicht hinter ihrer jungen Herrin, als ob sie fürchtete, sie zu verlieren. „Ich dachte ein Gefängniß zu finden", murmelte Frau Popley, „und statt dessen führt man uns in einen Palast." Auch Olla schien die gleiche Empfindung zu hegen, wie stch aus den bewundernden Blicken, mit denen sie um sich schaute, schließen ließ. Herr Gower schien die Gedanken der Beiden errathrn zu haben, denn er lächelte unwillkürlich. „Ich denke, wir werden hier ein ganz angenehmes Leben verbringen", sagte er. „Der Himmel ist blau, die Lust milde und die Gegend gleicht einem Paradiese. Selbstverständlich werden wir hier nicht auf großem Fuße leben und ich denke, daß wir mit drei Dienern, einem Koch, einer Haushälterin und einem Kutscher auskommen werden. Ueber- dies habt Ihr Frau Popley, die Euer Zimmer theilen wird, und ihren Sohn, der Euer specieller Kammerdiener bleiben mag. Krigger, mein Kammerdiener, wird Haushofmeister und Verwalter fein. Es wird gut fehl, wenn ich Euch die Haushälterin, mit der Ihr sehr oft in Berührung kommt, vorstelle." Ein Ruck am Glockenzuge und eine Minute darauf führte der K mit vertrockn Augen, wel< zu haben fchi Olla eine Ak was sich auä von Gower $ häuslichen P trägerin zu 6 „Fräuleir ist unsere Ha einholen wirt „Nennt n als ihr Gebie „Fräulein Rr Sorge sein." „Dann fl ruhig. Die Ham ging schweige Olla und der Malittas zu einer Reil hinaurgingen. „Dies su sagte sie kurz zimmer — t tragen sein." Sie zog । die Thüre hi Olla durch I Das war Vermögen» v oder so viel ' Eine rusf energischer roi Das kam jetzt eben ük Revolverschuß umbringen, o oder vom T soll (des ©d daß das Was bleiben mußt, seine jetzt seli sich immer di ja doch nicht Verwandter. Jetzt war Barbara Mi Todes hatte 211 leite fte. wer, dessen genden Sitz rühmte sich cheinlich kein ube Bauernbaß der Ort Een, da er >ll. Und es : nach Hause eingerichtet; >r Gepäck ist uttbe werben serem Diner gen an Eure a angelangt, i aus. Dann ie jedoch bei g- nen gedeckten ein reizender zum Haupt- stand offen oßes Gemach und glänzend mährten die hinaus; von mte man den einer Rechten Boudoir, bas en, von wel- Ingen, abge- ihrer jungen ieren. a", murmelte man uns in ung zu hegen, i, mit denen Herr Gower iett zu haben, ;anz angeneh- Der Himmel egend gleicht rbeti wir hier h denke, daß iter Haushäl- rben. lieber« immer theilen ller Kammer« Kammerdiener, in. Es wird >rin, mit der rstelle." liinute darauf führte der Kammerdiener Krigger eine ältliche Frau mit vertrocknetem Gesichte und stechenden, schwarzen Augen, welche auf die Vorstellung bereits gewartet zu haben schien, ein. Auf den ersten Blick faßte Olla eine Abneigung gegen sie. Sie wußte sofort, was sich auch später bestätigte, daß bte Haushälterin von Gower gedungen worden war, um nebst ihren häuslichen Pflichten auch als Spion und Zwischen« trägerin zu dienen. „Fräulein Rymple", sagte Herr Gower. „Di-S ist unsere Haushälterin, die bei Euch Ihre Befehle einholen wirb. Ihr Name ist —" „Nennt mich Malitta", sagte die Haushälterin, als ihr Gebieter zögernd in seinem Gedächtnisse suchte, „Fräulein Rymple'S Biquemlichkeit wird meine erste Sorge sein." „Dann führt mich auf mein Zimmer" sagte Olla ruhig. Die Haushälterin schaute Herrn Gowrr an und ging schweigend in die Vorhalle hinaus, gefolgt von Olla und deren Amme. Malitta führte die junge Dame über eine Treppe zu einer Reihe von Gemächern, die nach dem Meere hinaurgingen. „Dies sind Eure Zimmer, Fräulein Rymple", sagte sie kurz. „Euer Gepäck ist in Eurem Ankleide« zimmer — das Essen wird in einer Stunde aufgetragen fein." Sie zog sich zurück und Frau Popley versperrte die Thüre hinter ihr. Eine Stunde später wurde Olla durch Jim zur Tafel gerufen. (Fortsetzung folgt.) Wuchstäölich. Von C. Jochner. Das war eine schöne Ueberraschung I Statt eines Vermögens von rund hunderttausend Thalern nich's, ober so viel wie nichts. Eine russische Dampfbab-Abtheilung konnte nicht energischer wirken, als diese Entdeckung. Das kam davon her, baß der junge Mann, der jetzt eben überlegen will, ob er sich durch einen Revolverschuß ober eine Tasse Thee mit Cyankali umbringen, ob er sich auf die Eisenbahnschienen legen ober vom Thurmkranz ber Domkirche herabstürzen soll (bes Schwimmens war er nämlich kunbig, so daß das Wasser bei seinem Projecte außer Anschlag bleiben mußte), daß er — sagen wir — sich um seine jetzt selige Tante so gar nicht bekümmert hatte, sich immer damit tröstend: ihr Vermögen kann sie ja doch nicht mitnehmen und ich bin ihr einziger Verwandter. Jetzt war die ehr« und tugendbelobte Jungfer Barbara Mürrllch gestorben; die Nachricht ihres Todes hatte den Neffen erreicht, als er just im Be« griff stand, eine fidele Rheimetfe per pedes aposto- lorum anzutreten, und er besah Pietät genug, um nicht nur von der Ausführung dieser Vergnügungstour abzustehen, sondern sogar die zusammengesparte Reisekasse zu einer schleunigen Fahrt nach X., wo Tante Barbara geboren, gelebt, als ehrbare deutsche Jungfrau, die sie bis an ihr seliges Ende geblieben, natürlich nie geliebt, und endlich gestorben war, zu verwenden. Der Beichtvater der Verstorbenen hatte dieses Benehmen des Neffen auch höchst rührend gefunden und salbungsvoll gemeint, daß, wenn die selige Tante sich einer solchen Anhänglichkeit des ent« ferftten einzigen Verwandten versehen gehabt hätte, so würde sie das gewiß noch auf dem Sterbebette hoch erfreut haben. Der junge Mann, ber endlich als der an Aussichten ebenso reiche, wie an Clientel arme Doctor medicinae et chirurgiae Ludwig Weller vorgestellt fei, hatte derartige Complimente mit schlecht versteckten Tadeln ruhig über sich ergehen lassen, eingedenk des weisen Spruche«: Hüte Dich vor dem Vordertheil eines Ochsen und dem Hintertheil eines Maulesels. Seit er vor mehreren Jahren, als er gerade von der Promotion kam, feiner Tante den Rath gegeben, gegen Blutandrang nach dem Kopf doch lieber ein Fußbad mit Salz ober Asche zu nehmen, statt die lauretanische Litanei zu beten, wie ihr der Beichtvater anempfvhlen, war er ja doch dauernd in Ungnade gefallen und hatte es vorgezogen, minder frommen Kranken feinen ärztlichen Rath zukommen zu lassen; nur war's merkwürdig, daß dieselben fast durchgängig nicht in der Lage waren, die goldenen Worte des jungen Arztes mit goldener Anerkennung zu erwidern. Nun war die Tante Barbara endlich zu ihren vorausgegangenen Möpsen und Kanarienvögeln versammelt und unser Doclor Ludwig Weller hatte schon die schönsten Pläne gemacht, was er jetzt be« ginnen werbe, ober richtiger gesagt, bie längst gehegten Pläne sollten nun zur Ausführung gelangen. Aber wir wollen nichts bavon verrathen, weil der Doctor selber in diesem Punkte ungeheuer bk er et und steif und fest behauptet, er gehe nur darum so viel in's Haus des Kreisrichters Mallinger mit sei« ner hübschen Tochter, weil es der Gesundheitszustand des ältlichen Herrn erfordere. Gleich nach der Beerdigung der Tante Barbara, bei welcher der Klerus einen ganz merkwürdigen Pomp entfaltete, so daß der Doctor im Stillen voraus berechnete, daß für das auf diese Weiss hinausgeworfene Geld seine sämmtlichen Armenpatienten zu Hause ein Jahr lang famose Krankenverpflegung genießen könnten, fand die Testaments-Eröffnung statt. Testaments-Eröffnung I . . . Mir fehlen alle Vergleiche, um eine Schilderung dessen versuchen zu können, was Weller bei Anhörung des Testamentes empfand. Daß Tante Barbara sehr ausgiebige Legate aussetzte, daß sie namentlich die Geistlichkeit reichlich bedachte, der sie stets gewogen war, hatte Weller sich im Voraus gedacht, daß sie aber ihre Nichtswürdig, 212 leit gegen den einzigen Neffen, der ihrem Verlangen entgegen sich mehr für das Studium der „heidnischen^ Natu-wiffenschasten, wir der Bibelharmonie interefstrt hatte, so wett treiben würde, hätte er doch nicht gedacht. In dem Testamente stand näm» lich, nach Weglassung des Wegzulaffenden, daß: zum Universalerben die ehrwürdigen Brüder vom Orden des heiligen Liguori eingesetzt seien und diese dem Neffen der Erblasserin als Legat „soviel ausbezahlen sollten, als sie selbst wollen." Das glich natürlich einer Enterbung genau ebenso, wir ein faules Ei dem andern. Und das ist der Grund, weshalb der junge Doctor Weller noch immer mit Selbstmordgedanken umherläuft, ganz wie im Anfang unserer höchst lehrreichen Geschichte erzählt ist. Was sollte er machen? Zwar hatte er wohl Unterschiedliches gehört von Erbschaftsprocessen und dergleichen, aber es schwebte ihm so eine Ahnung vor, daß die Anstrengung einer Klage nur geringen Erfolg haben und voraussichtlich nur defervitenlustige Advocaten füttern würde. Allerdings hatte einer der Herren aus dieser wohledlen Zunft, den er zu Rathe gezogen, von Möglichkeiten und Aussichten ge> sprochen, sich aber sofort einen ganz erheblichen Vorschuß ausgedeten, so daß der Erbe ohne Erbe vorzog, den Recktsbeistand nicht mehr weiter zu bemühen, ihm die gehabte Conferenz zu bezahlen und dann nach seiner Heimath abzureisen, wo er ärmer als je ar.kam, denn nicht nur, daß er jetzt keine der frühe, ren schönen Aussichten mehr hatte, nein — nicht einmal die vorgängliche Rheintour hatte er genossen, das Geld dafür war für anständige Repräfentation bei den Beisetzung«. Feierlichkeiten von Tante Barbara drsufgegangen. Natürlich hatte Weller sich vorgsnommen, bei seinem abonnirien Patienten, dem Kreisrichter Malkin- ger, von dem gehabten Mißgeschick nichts zu erzählen, ebenso natürlich, daß er dieses Vorhaben nicht zur Ausführung brachte; verrieth doch schon sein ganzes vsrstellungsunsähiges Gesicht, daß ihm etwas recht I Widerwärtiges begegnet war. „Hm, hm!" machte der alte Kreisrtchter, als er den Schaden vernahm. „Das ist freilich eine fatale Geschichte. Lassen Sie mich doch einmal die Testa- mentsabschrift nochmals genau ansehen I" Nach einer Weile, während welcher der alte Mann theil; gelesen, theils nachgedacht, der Doctor aber in gezwungen gleichmüthigem Ton sich mit der Tochter, Fräulein Rosalie, über Stadtneuigkeiten unterhalten hatte, fragte der Kreisrichter: „Und die Universal - Erden haben inzwischen erklärt . . . ? . „Daß Sie mir fünftausend Thaler ein für alle Mal geben wollten", antwortete der junge Mann, dabei mit bedenklicher Zaghaftigkeit im Blick da» Gesicht Rosalien's streifend. „Fünftaufeud Thaler sind zwar immerhin nicht zu verachten", meinte Herr Mallinger, „aber wenn man Aussicht auf fünfundneunzigtausend hat, ft versucht man jedenfalls, diese zu bekommen." „Aber die vorsichtigen Brüder", sprach Weller, „erklären, nur in dem Falle die fünftausend Thaler auszuzahlen, wenn ich dar Testament unangefochten lasse und sie nicht in Processe verwickle." „Allen Respect vor Ihrer Friedensliebe", mur. melle der alte Mann, „aber auf einen Proceß dürfen die frommen Herren es getrost ankommen lassen." „Ich bin auch schon so gut wie entschlossen, die fünftausend Thaler zu nehmen", versicherte der Doctor. „Besser ein Spatz in der Hand, wie eine Taube auf dem Dach." (Schluß folgt.) Vermischtes. Werth turnerischer Bewegung im Freien. „Der Schwächling, der im Freien lebt, wird älter als der Kraftmensch in der Gefangenschaft, und wäre diese fürstlich. Abgesehen von den militärischen, politischen und ökonomischen Vortheilen, welche es hat, über ein Paar geübter Beine zn verfügen und ein immer geheiztes Lokomotiv zu besitzen, ist richtige Gymnastik die körperliche Ergänzung zn jedem einzelnen Berus und Gewerbe, die Versöhnung Zwischen Leib und Seele, die fröhliche Erzieherin zur sittlichen Freiheit, zum raschen festen Willens- impulse, der uns über Bücher und Papier so oft verloren geht. Tausend schiefe Gedanken und krumm« Gefühle verschwinden, wenn die Nerven eine reelle Aufgabe in der Bewegungsmafchine übernehmen und die Mauserungsstoffe des Körpers an die freie Lust herausgearbeitet werden." Spielplätze in England. Spiel und Bewegung im Freien werden bekanntlich in England in hervorragendster Weise gepflegt, und sind nicht nur die Lokal-Gesundheitsbehörden für die Leitung und Ueberwachung dieser so wichtigen Angelegenheit verpflichtet, sondern zwei große und wirksame Vereine, die „National health society“ und die „Ladies sanitary association“ verstehen es auch, in unablässiger Weise die private Wohlthätigkeit zum Zweck der Gründung von öffentlichen Spielplätzen wach zu halten. London besitzt jetzt 28 öffentliche Plätze, aus denen die Schuljugend unter Aufsicht der Lehrer ihre Turn-, Fecht-, Ball-, Lauf-, Spring- und Marschübungen und Spiele betreibt. Bradford hat sieben große Spiel- und Erholungsplätze mit einem Kostenaufwand von 3,960,000 Mark hergerichtet; Birmingham hat deren neun, Leeds fünf und Manchester elf. Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießeu. Nr. 53. c Roi Olla e mund sie führte sie prachtvolle ferister na< Olla r ihr Vorau Krigge Herr < zu erhaltki sprächigen auch still. Nachdc entfernte Herrn. Olla f mit ihren ihr Vormu für sie ne Augen fin „Ich ! um einen bemerkte r Bequemliö Eure Ber hübsche S lermo ist Es sind a grbungl Nahrung künstlerisch geht ja i Vagabund von Frau Olla f an. Seil beabsichtig Herr glaubte, d „Natk Sicherheit Popley fi Euch glei« „Als wirktich e