er Mann lag Kohlen bei Worte. Ich 1 es an Bill. er den Hebel er das nicht breit, welches [en aber half mit der dis er Ton ver- Alling herum : die drohend Heizers sah, leifelttn Satze Zebüsch. Er ch wuchs am „Was jetzt?" iimmung, die ns liegenden zug kommen, ir die höchste Maschine auf ist sehr be- Komme ich Du zu thun rschine wußte nt, doch gab i und begab en liefen mit ige so genau blich befand Zoll auf Zoll agte ich ven lckt, nur mit anklammern, -lang schließ, eiben Augen, die Bremsen let. Gleich iioen hielten. er Paffag'er« i. Es war ;rn, den Zu« hernach total nur an dem er erkannt Glieder ver« lejwk Hiehener Familienblätter. Belletristisches Beiblatt;um Gießener Anzeiger. Donnerstag dm 2. Februar. Ar. 14. 1888 Ate verlorene Kiöek. Original-Roman in 3 Bänden von Dr. Carl Hartm ann-Plön. (Fortsetzung). Abxandra ließ nicht lange mit der Antwort auf i sich warten. Sie schrieb der Tante, daß sie noch j mit keinem Gedanken darauf gekommen, sich jemals \ wieder zu vermählen, sie wisse ja, welche qualvollen i Jahre sie in der Ehe mit dem Major verlebt, der ' sie, durch grundlose Eifersucht verblendet, wie ein l Tyrann behandelt und wie eine Gefangene singe« \ sperrt und von aller Welt abgeschlossen habe. Sie \ freute sich zu sehr der goldenen Freiheit, um aber- 1 mals ein Band zu knüpfen, von dem sie im Voraus • nicht wissen könne, ob SS nicht wie das erste Mal i eine drückende Fessel wirden würde. Die Tante • kenne sie genau, sie habe ja vor ihrer einzigen Ver« i wandten nie ein Geheimniß gehabt, und so sei ihr s auch bekannt, wie sie über sich selber und ihr eigenes ; Herz denke, und daß sie keine K'arheit darüber er- - halten könne, ob die Natur es nicht zu kalt und 5 frostig geschaffen, um durch irgend Jemanden so er- i wärmt zu werden, daß die Flamme der wirklichen, s wahren Liebe darin emporschlüge. Sie sei von jeher - viel umn orben, die Männer würden, wenn sie es ; gewollt hätte, ihr zu Füßen gelegen haben; wohl ‘ seien unter all denen, die sich um ihre Gunst be. ! müht, immerhin Einige gewesen, die ihr eine flüchtige ' Neigung abgewonnen, abir das beweise noch nichts, \ da dieselbe zu einem großen, die Seele ausfüllenden Gefühl sich nicht aufringen konnte. Was nun den * Geheimrach Wolter anbetreffe, so bäte sie die Tante f eint ringlichst, seine Gedanken nicht auf ihre Person hinzuleiten, da es ihr unmöglich sei, seine Hand an. ! zunehmen. Zwar sei sie zu eitel, wie so viele ihrer ■ Geschlechts, um nicht den Wunsch zu hegen, Glanz ; und Reichthum um sich herum zu entfalten und das Ansehen zu genießen, das man der Frau eines - Millionärs entgegenbringt, die es versteht, ein Haus zu machen, zu dem man sich drängen würde; aber ; um diesen Preis könne sie einen Mann, den sie hoch« ; schätze, nicht betrügen. Daher bäte sie die Tante, i so lebhaft dieselbe auch wüt schen möge, daß ihre > Nichte eine reiche Frau würde, diesen Wunsch ganz- - lich zu unterdrücken, namentlich aber dem Geheim« ‘ rath gegenüber keine Andeutungen irgend welcher \ Art zu machen und falls er selbst auf diese Idee i gerathen sollte, ihre ganze Ueberredungsgabe aufzu. ; bieten, um ihn von derselben wieder zurückzubringen. Frau von Rettwitz hatte im Grunde keine andere Antwort erwartet, sie konnte es begreifen, daß eine so schöne Frau, in der das Herz noch sprach und die Vernunft noch ihre Stimme nicht ausschließlich erhob, den Antrag eines Mannes ablehnen würde, dessen unschönes, durch Blatternarben entstelltes Ge. sicht, trotz der großen tiefblickenden Augen, wohl als ein zu großes Hinderniß sich darstellte, die Liebe zu erwecken. Dieses war nach ihrer Meinung nicht unmöglich, aber dann vielleicht erst erreichbar, wenn man, nachdem man sich an sein Aeußerss durch längeres Beisammensein gewöhnt, die trefflichen Eigenschaften seines Charakters gründlich kennen und schätzen gelernt. Sie hielt es für das Richtigste, dem Geheimrath Alexandra's Brief zu zeigen, damit er selbst sähe, welche Gründe die Nichte leiteten und sich zugleich überzeuge, daß sie von seiner bereits gefaßten Absicht keine Ahnung bekommen. Wolter las den Brief, ohne daß auch nur ein Zug seines Gesichtes sich dabei veränderte, wie er denn überhaupt die Kraft besaß, was ihn innerlich bewegte, äußerlich meisterhaft zu verdecken. Nachdem er sich mit dem Inhalt bekannt gemacht, sagte er ruhig und gelassen: „Es hat nicht sollen fein, verehrte Freundin, und ich muß mich in das Unabänderliche fügen; doch lassen Sie mir gütigst den Brief, ich werde ihn noch häufiger lesen und zumal dann, wenn in der ersten Zeit der Wunsch sich ab und zu noch wieder regen sollte." Indessen das Schicksal hatte es doch ander» beschlossen. Nicht lange darnach erkrankte Frau von Rettwitz plötzlich an einem Nervenleiden, dessen Heftigkeit sich allerdings nach einigen Wochen verminderte, da» aber in einen schleichenden chronischen Zustand überging, bet nach fast einem Jahr ihrem Leben ein Ende machte. Der Geheimralh hatte gleich Anfang» der Majorin Scharfenberg von der plötzlichen und so heftigen Krankheit der Tante Mittheilung gemacht, und Alexandra war sofort gekommen, um die ihr theuere Verwandte persönlich zu pflegen. Und dieser Aufgabe unterzog sie sich mit rührendem Eifer. Sie verzichtete auf jede Zerstreuung und verließ kaum das Hau». Während dieser langen Zeit ihres Aufenthalts hatte sich Frieda, die j-tzt vierzehn Jahre alt war, mit solcher kindlichen Hingebung an Alexandra angeschloffen, und Letztere erwiderte diese Hingebung mit gleicher Lieve, daß dies Verhältniß nicht inniger hätte sein können, wenn zwischen Beiden blutsverwandte Bande bestanden haben würden. Alexandra war dis Erbin be? allerdings nur Keinen VermSgeus, das die Tante hinterlassen. Es lange dies.- Angelegenheit noch nicht gerichtlich ge- ordnet war, blieb sie in der Wolter'schen Villa, ohne e'n Wort von ihrer Abreise zu sprechen; als diese Sache nun aber endgültig erledigt war, sagte sie, während sie mit dem Geheimrath und Frieda aus dem Eckzimmer, wo dis Drei sovpirt hatten, ins Woh;zimmer zurückkehrten: «Meine Aufgabe ist hier jetzt erfüllt, ich werde morgen noch einige Besuche mache'.: und dann übermorgen nach Berlin zurück- kehren." „Du wolltest fort?'' rief Frieda erregt aus und warf sich stürmisch an ihre Brust. „Nein, Du darfst UNS nicht verlassen!" Alexandra schlang ihre Arme um den Nacken Les jungen Mädchens, drückte einen Kuß auf deren Stirn und sagte: „Ich muß, liebes Kind, so schwer mir auch die Trennung von Dir wird." Nun wurde aber Frieda von einem krampfhaften Schluchzen befallen, ihr ganzer Körper erzitterte, sie befreite sich aus Alexandra'« Umarmung und mit thränenerstickter Stimme sagte sie: „Papa, bitte Du siel" worauf sie, das Gesicht mit beiden Händen be- dickend, aus dem Zimmer eilte. „Bleiben Sie bei uns, gnädige Frau", sagte Wolter jetzt mit weicher Stimme, „Frieda würde di Trennung von Ihnen nicht überwinden." Als Alexandra hierauf nichts erwiderte, fuhr er fort: „Ich wage Ihnen nicht das Anerbieten zu machen, dis Stellung zu übernehmen, die Ihrs Frau Tante in meinem Hause inne gehabt, aber Sie würden mich unendlich verbinden, wenn Sie es meines Kindes wegen tßun möchten." Alexandra blickte längere Zeit vor sich hin, dann erwiderte sie: „Ich habe Frieda sehr, sehr lieb gewonnen, ich habe noch nie so intensiv gefühlt, wie sehr mir das Kind an's Herz gewachsen ist, als in diesem Augenblick; aber auf längere Zeit kann ich mich nicht wohl verpflichten, doch will ich gerne so lange bleiben, bis Sie eine passende Dame gefunden haben, und bi« dahin werden Frieda und ich uns allmählich an den Gedanken gewöhnen, daß die Trennungsstunde für uns noch einmal kommen wird." Wolter verlieb das Zimmer und kam gleich darauf mit Frieda wieder zurück. Auf dem Gesicht der Letzteren erglänzte eine helle Freude, während noch die Thränen über ihre Wangen rollten. Sie eilte auf Alexandra zu, ergriff ihre Hand und sagte: „Ich wußte scs wohl, daß Du Dich nicht von mir trennen kannst, und wenn der Papa soeben die Worte aussprach, daß Du vorläufig bei uns bleiben würdest, so zweifle ich nicht daran, daß Du, wenn j Du auch erst nur vorläufig uns nicht verlassen willst, meiner Bitte nicht widerstehen kannst, immer noch etwa» weiter DsineM reise hinauszuschieben bis schließlich —" „Du meinst, bis ich schließlich ganz hier bleibe?" „Ja, Tante Alexandra, das ist meine Meinung!" „Nun, mein Herz, das fi«d-t sich, wir wollen heute noch gar keine Möglichkeiten erörtern, und ebensowenig darüber nachdenken, wie sich die Zukunft gestalten könnte, sondern in diesem Augenblick uns nur der Gegenwart freuen." Dies Gespräch hatte im Herbst stattgefunden, der Winter war aber hingegangen, ohne daß Wolter sich bemüht hätte, ehte Nachfolgerin für die verstorbene Frau von Rettwitz zu finden. Alexandra lebte der Trauer wegen sehr zurückgezogen und gab sich eingehend der Erziehung und Ausbildung Frieda'« hin, namentlich leitete sie selbst deren Unterricht in der Musik. Bei dieser Gelegenheit hatte sich aber dar Band zwischen ihr und dem jungen Mädchen nur noch fester und inniger geknüpft, so daß ihr selbst davor graute, daffelbe zu trennen, indem sie mit ihrer Abreise Ernst machte. Einmal mußte es ja sein, denn für immer konnte sie hier nicht bleiben. Lange zögerte sie, das entscheidende Wort auszusprechen, aber endlich glaubte sie den Zeitpunkt gekommen, wo sie es nicht länger hinausschtsben konnte. Bis dahin galt ihre Anwesenhsit als Besuch, wollte sie denselben aber noch weiter ausdehnen, so mußte es auffallen und konnte zu Mißdeutungen Veranlassung geben. Und bleiben — die Stellung übernehmen, die ihre Tante inne gehabt, das ließ ihr Stolz nicht zu. Mochte sie in dem Hause auch unumschränkt al« Herrin gebieten, wurden ihr auch alle Ehren bezeugt, dem Besitzer gegenüber war und blieb sie für ihr ganzes Thun verantwortlich und damit war sie seine Untergebene. Mit der Tante war es eine andere Sache gewesen, derselbev war nach dem Tode ihres Gemahls nur ein kleine« Vermögen verblieben, von dessen Revenuen sie kaum nothdürftig leben konnte, geschweige denn standesgemäß, wie sie es bisher zu Lebzeiten ihrer Gatten gewohnt war. Sie aber konnte es, und wenn sie auch von luxuriösen Ausschreitungen sich fern halten mußte, so hatte sie doch nicht nöthig, sich Entbehrungen aufzuerlegen; weshalb denn ihre Freiheit aufgrben und dafür in eine Lage eintreten, die sie abhängig von Anderen machte und ihr eine Menge Pflichten auferlegte? Es war im April und zwar an einem Tage, der nicht stürmisch und regneriich war, sondern ausnahmsweise warm und windstill — ein herrlicher schöner Frühlingstag. In dem großen prächtigen Garten, der zur Villa des Geheimraths gehörte, blühten die Krokus in allen Farben, trieben die Tulpen, Päonien und Hyacinthen mit Macht au« der Erde hervor, hatten stch bereits die Grsträucher mit jungem saftigem Grün bedeckt und an den Bäumen drängten die geschwellten Blätter- und Blüthenknospen sich zu entfalten. Alexandra wandelte auf den frisch geharkten Kieswegen langsam dahin. Von Zeit zu Zeit betrat 55 sie den Rasen, bog sich zu den ans demselben be« st'blichest Beeten nieder und pflückte Primeln, Krokus und Veilchen, die ste zu einem Bouqret zu- sammenfügte. Sie war zu dem Entschluß gekommen, nun nicht länger ihre Abreise zu verschieben und hatte sich fest vorgenommen, zu einem ferneren Bleiben, selbst für kurze Zeit, sich nicht mehr überreden za lassen. Di- Blumen, die sie gepflückt, w-llte sie zum Andenken l mitnehmerr. In den letzten Tagen hatte sie schon eine Gelegenheit gesucht, um den Geheimrath allein zu sprechen und ihm diesen Entschluß mitzutheilen, aber sie hatte sie bis jetzt nicht fiaden können; Wolter war in der Fabrik sehr beschäftigt geweren, i «alte nur mit ihnen zu Mittag und Abend gespeist i imd stete gleich darauf sich wieder entfernt. Sie wollte aber erst unter vier Augen die Sache mit ihm besprechen und mit ihm zusammen überlegen, wer es Frieda mitthetlen sollte, ob der Vater oder ste, oder vielleicht Büde gemeinschaftlich. Daß er eine schmerzliche Scene geben würde, war vorauszu- sehen und fte wollte mit dem Geheimrath berathen, wie es am dessen einzukleiden sei. Alexandra hatte schon mehrfach einen Anlauf genommen, Frieda auf eine baldige Trennung vorzubereiten, aber so Wiste nur das erste Wort in dieser Richtung ausgesprochen, si'l das junge Mädchen ihr um den Hals, küßte sie aus den Mund und rief: „Willst Du mich tödten? nur jetzt nicht, nur jetzt nicht!" — und dann mochte die Majorin dies Thema auch schon nicht mehr weiter berühren und schob e» immer wieder auf, Am zu einer anderen Zeit die Sache nachdrücklicher zu behandeln. Sie war entschlossen, wenn es heute wieder mißlingen sollte, den Geheimrath zu sprechen, denselben dann für morgen, zu einer Zeit, wo Frieda die Schule besuchte, schriftlich um eine Unterredung zu bitten. „Ich scheide von hier", flüsterte ste vor sich hin, während sie auf dem Kieswege langsam und gesenkten Blickes weiter schritt, „mit schwererem Herzen, als ich es mir gedacht — von diesem schönen Garten, dem herrlichen Park, der glänzenden und doch so behaglichen Einrichtung der Villa, und vor allen Dingen von dem lieblichen Kinde. Aber es muß sein, könnte ich doch Frieda mit mir nehmen, wir gehören zusammen und lieben uns wie Mu ter und Tochter und doch kann ich nicht länger bleiben!" P'ötzlich horchte sie auf, sie glaubte Wolter's Stimme gehört zu haben, und da kam er auch schon Mit einem Gärtner, dem tt Anordnungen zu geben schien, hinter einem Pavillon hervor. Der Gärtner entfernte sich in einer anderen Richtung und der Geheimrath näherte sich ter Majorin. „Guten Morgen, gnädige Frau", rief er ihr zu, den Hut lüftend, „ich hatte noch nicht das Vergnügen, Sie zu sehen, meine Anwesenheit war schon sehr früh auf der Fabrik nothwendig, erst vor einer Viertelstunde bin ich zurückgekehrt." Er reichte ihr die Hand und fuhr dann fort: „Ein herrlicher Sommertag, die halbe Stadt bewegt sich schon auf der Promenade." „Er hat auch mich herausgelockt." „Sie haben schon ein Bouqret gepflückt? Wie hübsch zusamm-ngestellt! Es wiederholt stch in jedem Jahre, sobald der erste warme Sonnentag uns geschenkt wird, das blaue Himmelsgewölbe so klar und wolkenlos sich über uns ausspannt, die ersten Früh« lingsblumen mit ihren frischen Farben uns entgegenlächeln, erweitert stch mir die Brust und mit urf - stimmten Glücksahnungen füllt sich mein H:r;. Ergeht es Ihnen ebenso, Frau Majorin?" „Früher wohl, doch nicht ge.’ttbe in diesem Jahr i — im Gegentheil —" „Im Gegentheil?" „Es war meine Absicht, Herr Gcheimrsth, Sie heute noch um ein Gespräch unter vier Augen zu bitten — erlaubt es in diesem Augenblick Ihre Zeit?" „Sir machen ein so ernster, so feierliches Gesicht, gnädige Frau —" „Es ist nicht weit von zwölf Uhr, Frieda kehrt bald aus der Schule zurück, — ich möchte nicht gern —" „Sie machen mich besorgt." „Lassen Sie uns eine Minute in den Pav'llon treten und die Sache mit Ruhe besprechen." „Was werde ich hören!" In wenigen Sekunden war der Pavillon erreicht, I und nachdem sie sich auf zwei von den mit dunkelblauem Atlas überzogenen Lehnsesseln, welche einen großen, runden, mit einer orangegelben Sammetdecke behangenen Tisch umstanden, niedergelassen, sagte Alexandra: „Darf ich mir die Frage erlauben, Herr Geheimrath, ob Sie wohl schon eine Dame in Aussicht haben, die in Ihrem Hause die Functionen meiner verstorbenen Tante übernehmen möchte?" Wolter sah die Majorin mit einem erschrockenen Blick an und sagte rasch: „Sie wollen doch nicht von un« fort?" „Sie werden begreifen, daß ich meinen Besuch hier nicht in» Unendliche ausdehnen kann. Man wird vielleicht bis jetzt noch gerade nichts Auffällige» darin erblickt haben, daß ich nach dem Tode der Frau von Rettwitz nicht sogleich abreiste, sondern Ihrer Tochter, die mutterlos war und ohne weiblichen Schutz, noch eine Zeit lang Gesellschaft leistete. Ich bin jetzt ein halbes Jahr länger geblieben, al« ich beabsichtigte, würde ich aber meinen Besuch noch weiter ausdehnen, so dürfte die Welt nicht anstehen, darüber eine Kritik zu äußern. Diese Welt ist hier dieselbe wie sie überall ist, das Ungewöhnliche faßt ste auf wie eine persönliche Beleidigung und rächt stch dann durch medisante Bonmot», die böswilligen Verdächtigungen gleichkommen und von direkten Beschuldigungen wett entfernt find. Ja, wäre ich in dem Alter mein-''Tante, so würde ich für bo»- . ,.ev 56 haste Witz« ein zu wenig interessantes Objekt jab. geben, aber einer jungen Wittwe, weil man ihr , einige Rechte mehr eingeräumt hat, wie einem jungen Mädchen, späht man dafür auch auf Schritt und Tritt nach, und wehe ihr, wenn fie etwa« unter- i nimmt, was nur im Geringsten verschiedener Deutung unterliegt, dir böse Welt wählt sicher nicht die beffere. Ich darf aber mich und meinen Ruf solchen Möglichkeiten nicht aussetzen, und um so weniger, da Sie, Herr Geheimroth, und nicht minder Ihre Tochter dadurch in Mitleidenschaft gezogen werden." „Sie können v-rstchert sein, gnädige Frau, daß kein vernünftiger Mensch auf den reinen Spiegel , Ihres Rufes auch nur den Schatten eines Makel« ■ werfen wird I : „Und wenn es nur ein Einziger thäte, so wäre dieser Einzige schon zu viel!"» „Meine arme Frieda! Jetzt weiß ich, daß Sie uns verlassen werden!" „Muß ich nicht? Die Verleumdung ist stets ein ■ unfehlbares Mittel, der man machtlos gegenübersteht, und Pflicht ist es gegen sich selbst, ihr aus dem - Wege zu gehen, denn mein Verhältniß kann, ich j sage kann, wie es bereits geschehen, der Medisance i einen Anhalt geben, und Wahnsinn wäre es mit i dieser furchtbaren Macht einen Kampf einzugehen, aus dem Niemand unverletzt hervorgeht!" ' (Fortsetzung folgt.) Maudereien vom Hage. Der unberechtigte Nachdruck dieser Plaudereien — auch im einzelnen — ist streng verboten. Was ist Bildung? Sie lachen, werthe Leserin? Aber die Frage ist wirklich gar nicht so dumm, wie fie aus sieht; birgt doch wohl kaum irgend eine der brennendsten Zeitfragen soviel Fragezeichen, als gerade diese: was ist Bildung? namentlich, wenn man hinzusetzt bei den Frauen! Der eine be» lehrt uns mit fast mathematischer Beweisführung darüber, daß sie eigentlich von Gott und Rechtswegen dazu berufen feien, in niederen oder höheren Töchterschulen gebildet zu werden und im Grunde ein Te Deum erheben sollten dafür, daß jene altgermanischen und nachfolgenden Zeilen grauer Dämmerung für sie vorüber, in denen sie erst zur allerdunkelsten Nacht der Unwiffenheit bestimmt waren, um später dann höchstens au« Winkel- und Volks- Schulen ihre Weisheit zu schöpfen. Der Andere dispurirt mit großem Eifer, ob sie Gymnasialbildung zu erhalten würdig seien oder nicht, und konstatirt schließlich mit großer Majorität und unter fast einstimmigen Beifall, (denn mit Schrecken und Grauen sehen die Abstimmenden — natürlich nur au« Männern bestehend -* ,schon im Geiste noch ein Bischen mehr versalzene Suppen und nicht ang> nähte Knöpfe al« ohnehin schon auf der Tages» ordnung!) Da« Letztere! — Wieder eine andere Stimme — die« Mal eine weibliche und zwar einer modernen Jakobinerin — plaidirt für unbedingter „Freiheit und Gleichheit", ohne Unterschied de« Geschlechtes, und mit besonderer Berückfichtigüng de« erschwerenden Umstandes, daß die Frauen so viele Jahrhunderte hindurch bereit« ihrer eigentlichen Rechte rechtswidrig beraubt seien; vermuthlich erhält in diesem Falle der Untergangs der Männerherrschast, den Pythia II. orakelt, der Mann den ehrenvollen Ruheposten eines Herkules am Spinnrocken, und die angenehme und nützliche Beschäftigung, in Küche und Keller, Haus und Kinderstube zum Rechten sehen zu dürfen!---„Bildung macht frei!" ruft der Eine, — „nur nicht zu gebildet!" der Andere; — der Eine versteht unter Bildung Ver-, der Zweite Ueber-, der Dritte Miß-, der Vierte Un-, der Fünfte Ei:.- und der Sechste gar Zerr- Bildung. — Ja, da« Bildungsbestreben unserer Tage, der Wunsch, für gebildet zu gelten, hat sich bi» in alle Rangschichten der Gesellschaft erstreckt, gleich einer Epidemie, welche sogar Einlaß gefunden in die geheiligten Hall.n der Küchenregionen. — „Nur immer gebildet!" — Und in der That, man lernt jetzt viel, sehr viel, zuweilen fast zu viel, um „gebildet" sein zu können. Jener Schulmann aber war unstreitig ein weiser Mann, der da sagte, daß die Erzieh»- g der Frau vor allem im elterlichen Hause richtig geleitet werden müsse! — Die Schule kann viel, doch sie kann nicht Alles; — Die Schule — ob nun Volks-, Bürger-, höhere oder höchste Töchter- oder Mädchenschule kann wohl gute Samer- köiner pflanzen, — auch in das Innenleben der Schülerinnen. — die Schule allein indessen kann nicht Moral, Sitte, Religion, sie allein kann nicht jene „Bildung des Herzens" »beibringen, die so unerläßlich nothwendtg gerade auf dem Lebenrpfad der Frauen ist. — Was hilft wohl aller äußerer Firniß, wenn die echte, innere Bildung fehlt, ohne die sie nur ein tönendes Erz und eine klingende Schelle bleibt, wenn fie vernachläsfigt oder ihr gar nicht zu Theil wurde? Diese wahre innere Bildung aber vermag nur der häusliche Heerd ihr zu verleihen, wo jeder Einzelne nach seiner besonderen Individualität herangebildet werden kann. Das einfache Wissen und Können ist viel höher al» „Vielwisserei und vielerlei Können", denn „Gelehrsamkeit ist ein großer Schlüsselbund, der aber noch lange nicht alle Schlösser ausschlteßt", — die „Herzen».Bildung" allein, welche dahin strebt zu: „denken wa» wahr, fühlen war schön, und wollen, was gut ist", — fie verleiht der Frau da» reichste Wissen, das ein Mann auf Erden nur besttzen kann, und zwar ein«, bei dem sie keine Conkurrenz zu fürchten hat, denn da» besitzt und beherrscht sie als ein Gebiet, dessen ausschließliche» Eigenthumsrecht ihr erb- und eigenthümlich ist. »Aaction: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Jr. Ehr. Pietsch) in Eichen.