daß ein leb, Klingeln auch Johann auf- lonftrenz mit üt gedrückter mochten hier rmrx blieben." isräulein Hed- 3 geräuschlos chts bemerkt." sich zu Fräu« rin Eugenie, Den Vorberei- ier Prinzessin chnftigt, hat ,e ihrer Nichte eise ausstatten jen Alter mit ne Französin, e Engländerin haben keine at theilhaftig Hochzeitstage tr den Herzog Hen. Selbst- ehr zahlreich,, erklärte, sie t Hochzeitsge- Dame nimmt wird gefragt, Ich hatte sie ich sehr ver- . bewunderns- -sehen. Und haben." — kostet auch Köchin, die gemacht hat, : „Da sehen landparthie." zersressen." testen Früchte che Wespen.) in Gießen. Hiehener Isamilienbläüer. Belletristisches Beiblatt;um Gießener Anzeiger. 103. Samstag den 1. September. 1888. Im Kaufe Immendorf. Original-Roman von Emilie Heinrichs. (Fortsetzung.) 4. > Die Haussuchung im Erdgeschoß war resultatlos verlaufen, der Verbrecher nirgends gefunden worden. Mit einem unheimlichen Gefühl unbestimmter Be- sorgniß hatte Fräulein Ulrike, von dem Polizei- Commtffar gefolgt, sich in den ersten Stock begeben, um hier die großen unbewohnten Zimmer, welche ehedem theils dem Freiherrn gehört, tHeils zu Gesell« schafts,Räumen benutzt worden waren, in Augenschein zu nehmen. Dann klopfte sie etwas gefaßter an Hedwiga’s Thür. Eine silberhelle Stimme rief: Herein! und Ulrike öffnete, um zuvor einen raschen, forschenden Blick htneinzuwerfen. Die junge Dame ordnete vor dem Spiegel ihr Haar und lachte fröhlich auf, als sie die Emtretende erkannte. „Seit wann bist Du bei mir so ceremoniell ge« worden, liebe Tante?" „Entschuldige, Kind, ich bin nicht allein", versetzte Ulrike mit ihrer gewohnten ruhigen Würde. „Wir haben leider eine unangenehme Procedur, eine Haussuchung nach einem verfolgten Verbrecher, der i sich unter unser Dach geflüchtet haben soll, zu gestatten. Der Herr Polizei-Commiffar wird auch Dein Zimmer revidiren müssen." „Ah, das ist ja ordentlich romantisch", lächelte Hedwiga mit leichtem Spott, „bitte, mein Herr, wenn’« sein muß; ich begreife nur nicht, wie ein Verbrecher ohne unfere Erlaubniß, also ungesehen in dieses Hau» gelangen könnte." Der Commtffar war ein galanter Mann, er verbeugte sich tief vor der schönen jungen Dame und trat mit einem Lächeln In’« Zimmer. „Meine Nichte hat Recht", nahm Ulrike jetzt rasch da« Wort, „ich begreife eS selber nicht, wie ein Fremder ungesehen in unser Haus sich einfchlet- chen könnte." „Nun, zum Beispiel durch den Garten, gnädiger Fräulein!" bemerkte der Beamte, mit scharfen Augen da« Zimmer musternd. „Jene Thüre führt —" „In mein Schlafgemach!" versetzte Hedwiga mit blitzenden Augen. „Ich hoffe, daß Sie diesen Raum respectiren." „Bedauere unendlich, meine Gnädige! — Ich j darf meine Pflicht nicht verletzen und höchstens ein * Krankenzimmer respectiren." I „Thun Sie Ihre Pflicht, Herr Commissar", sprach \ Ulrike mit fester Stimme und undurchdringlicher l Ruhe, obwohl ihr Herz heftig klopfte und eine furcht- t bare Angst ihre Brust beklemmte. Hedwiga trat an’s Fenster, um ein spöttisches | Lächeln zu verbergen, während der Commissar mit einem bedauerlichen Achselzucken in’« Schlafzimmer sich begab, wohin Ulrike ihm folgte. E« fand sich selbstverständlich weder der gesuchte Verbrecher, noch sonst etwas Verdächtiges in dem Heiligthum der jungen Dame vor, und als der Com- miffar zurückkehrte, Hedwiga sich langsam umwandte, j da konnte sie dem Spott und Triumph in ihrem l beweglichen Mienenspiel nicht länger gebieten. Der Beamte warf einen durchdringenden Blick * auf sie, verbeugte sich lächelnd und meinte dann, zu | Ulrike gewandt, daß die Häuser der Vorväter durch I ihre unzähligen Winkel und Verstecke so recht dazu i geschaffen feien, die heutigen Sicherheits-Beamten in Verzweiflung zu bringen. „Da lore ich mir unsere jetzigen Bauten", setzte er hinzu, „welche an Licht und Lust nicht» zu wünschen übrig lassen." „Sehr wahr", nickte Ulrike, „besonders die sog. MieihS'Kasernen, wo e» im Gründe gar keine eigene Wohnung, also auch kein Geheimniß, kein behagliche» Alleinsein mehr giebt." „Doch Zugluft und Licht in Hüll; und Fülle, um jeden Verbrecher dem Richterblick preiszugeben", schaltete Hedwiga lachend ein. „Sie haben in diesem Hause gut spotten, meine Gnädige!" lächelte der Commissar zerstreut, „ich weiß dessen Vorzüge genau zu schätzen und zog überhaupt nur den Vergleich für den praktischen Nutzen der Polizei- Jedenfalls giebt ei noch geheime Verstecke hier, gnädiges Fräulein?" wanvte er sich fragend an Ulrike. „Welche ein fremder Mensch doch unmöglich entdecken könnte", tief Hedwiga vorschnell. Ulrike warf ihr einen strafenden Blick zu, worauf die junge Dame sich erröthend zurückzog. „Also giebt es solche in Ihrem Hause?" fragte der Commissar rasch und dringend. „Ich bin davon überzeugt, gnädiges Fräulein, und muß leider im Namen des Gesetzes —" „Schon gut, mein Herr, ich kenne meins Pflicht", unterbrach Ulrike ihn stolz. „Sie sollen diese sog. Verstecke sehen, obwohl meine Nichte auch darin recht hat, daß ein Fremder sie unmöglich entdecken könnte." 414 „Vielleicht weiß unser Vogel in solchen alten Gebäuden Bescheid", bemerkte der Commiffar ironisch, „doch gleichviel, dis Zeit drängt, ich habe schon zuviel davon verloren." Ulrike hatte, als der offenbar etwas gereizte Beamte sich der Thür zuwandte, einen Blick Hedwiga's aufgefangen, welcher ihr das Blut erstarren ließ. Es war ein so angstvoll flehender Blick, daß sie sofort ihre schreckensvolle Ahnung verwirklicht sah, Hedwiga wußte um das Versteck des verfolgten Verbrechers! Mrt dem Aufgebot ihrer ganzen Willenskraft beherrschte Ulrike ihre gewaltige Aufregung und geleitete den schweigsamen Commiffar, der offenbar einen bestimmten Verdacht gefaßt hatte, mit stolzerhobenem Haupte durch die übrigen Räume des Hauses, die verschiedenen Gänge und Winkel, bis sie plötzlich das heftige Klingeln der Schwester vernahm. „Entschuldigen Sie eine Minute, Herr Commiffar!" sprach sie gemessen, „die Kranke wird meiner bedürfen, ich sende Ihnen sofort den Diener zum weiteren Geleite." Sie setzte den Leuchter auf ein an der Wand befindliches Gestms, verneigte sich leicht und schritt eiligst den langen Corridor zurück, wo sie Johann traf, welcher auf Befehl der Gnädigen zu Fräulein Hedwiga sich brgeben wollte. „Geleite den Commiffar durch die übrigen Thetle, besonders die Winkel und Verstecke de» Hause», Johann!" befahl sie ruhig, „er wittert noch immer den Verbrecher hier irgendwo verborgen. Dort unten im Corridor findest Du den Herrn." „Die kranke Gnädige sendet mich zu Fräulein Hedwiga", stotterte der Alte schreckensbleich. „Ich gehe jetzt zu ihr", beruhigte ihn Ulrike mit einem forschenden Blick in sein verstörtes Gesicht. „Weshalb sich fürchten und ängstigen, alter Freund? Wir können der Polizei selbst das geheimste Versteck, welches ein uneingeweihtes Auge nicht zu entdecken vermag, unbeanstandet zeigen, da ein fremder Verbrecher sich dort unmöglich verbergen kes Corridors, iliches Dunkel on seit Jahren ?" — habe die erhalten." elbund empor, wran. auf die Lip- Räumen nichts )erlieren. In ib eisige Oede, xnn zeigte ihm lum und ging e, welche den en in eine ge- tch er endlich, licht» Verdäch- inmendorf hat rrkte der Alte rte den Com- in den rechten ch der Wendel- cach der Com- uernd, seinen irrigen Durch- hundert Jahre Johann, „er i die Bauleute gnädige Fräu- >er Commiffar, — ich möchte eherrschte seine :, weil er er häufiger al« luge auf ihn „Er will mich fangen", dachte er pfiffig, „aber e» soll ihm nicht gelingen, ich werde nicht zum Verräther." Sie kamen an die Wendeltreppe mit dem geheim- nißvollen Versteck. Wenn der Verfolgte sich ahnungslos drinnen bewegte, sich räusperte oder gar hustete. Den alten Mann überlief es heiß und kalt. „Fallen Sie hier nicht, Herr Commiffar I" rief er plötzlich mit lauter, besorgter Stimme, »die böse Treppe hat schon viel Unheil angerichtet." Der Beamte sah sich rasch um und ließ den Lichtschein auf des Alten Gesicht fallen. Doch spiegelte sich nur Besorgniß, keine verdächtige Angst darauf. „Ihr braucht deshalb nicht so laut zu schreien", murrte er zornig, „ich werde mich schon vorsehen." Nun war Alle» todtenstill in diesem Revier. Der Commiffar stieg die morschen Stufen hinauf, wobei er mit großer Sachkenntniß jeden Vorsprung der ge- täfelten Seitenwände scharf untersuchte. Jetzt kam er bei einer neuen Biegung an die verhängnißvolle Stelle. — Johann schwitzte Höllenangst, al» der Be- amte so genau umherleuchtete und Alle» betastete. Dann klopfte er plötzlich an da» Getäfel, welche» hohl erklang. Johann konnte ein heftiges Zittern nicht unterdrücken, ein Glück, daß er den Leuchter nicht zu halten brauchte, da er sich jetzt unfehlbar verrathen hätte. Wenn der Verfolgte auf das Klopfen nun öffnete? „Befindet sich hinter dieser hohlklingenden Holzwand ein Raum?" fragte der Commiffar, den Alten jetzt scharf auf'» Kam nehmend. „Freilich eine Rumpelkammer, welche ich Ihnen sogleich zeigen werde", erwiderte Johann, sich gewaltsam faffend. „So läßt sich diese Wand zurückfchieben. „Rein, davon ist mir nicht» bekannt, — die Thür befindet sich vom oberen Boden au», wovon man wieder auf einer Treppe hinabsteigt." Der Commiffar schwieg und suchte nach jeder Richtung hin die Wand zu verschieben. Dieselbe blieb unbeweglich fest, obwohl er zu Johanns namenlosem Schrecken den rechten Mechanismus schon mehrfach erfaßt hatte. „Ich müßte nach vierzigjährigem Dienste in diesem Hause doch nothwendig davon wiffen, Herr Com- miffar l" nahm Johann auf'» Reue da» Wort „sonst wäre nach Ihrem Ermeffen ein Fremder ja orten« tlttet hier al« die Bewohner." „Sonderbarl" murmklte der Commiffar, zögernd die Treppe hinansteigend, welche sich wie eine Schnecke nach dem Boden hinaufwand. Es wurde auch hier gesucht und alsdann einige Stufen wieder hinabgestiegen, um die betreffende Rumpelkammer in Augenschein zu nehmen, welche die peinlichste Ordnung, doch nicht» Verdächtiges darbot. Der Commiffar schritt hinein, klopfte an die Bretterwand und bemerkte sogleich mit großem Scharfblick, daß diese Wand sich nicht direct an die Wendeltreppe anschließen konnte. ,,E» ist dort ein Versteck", sprach er mit Bestimmtheit, sich rasch zu dem Alten umwendend. Dieser fuhr erschreckt zurück, momentan die mühsam bewahrte Faffung verlierend. „Ihr wißt es sehr gut", fuhr jener drohend fort, „und macht Euch dadurch verdächtig, mich hinter» Licht führen zu wollen. Gesteht, AlterI Ihr und da» fjunge Fräulein wißt um den Aufenthalt de» Verbrecher»." „Herr Du meine Güte!" jammerte Johann, „nun soll das junge Fräulein auch in einen solchen schrecklichen Verdacht kommen! Da» wird der kranken Gnädigen den Tod bringen. Ja, ja, H°rr! es wird sie tödten, so war ist in diesem Hause noch gar nicht erlebt worden und der Herr Commiffar werden e» zu verantworten haben, wenn noch mehr Unglück geschieht." „Schweigt, alter Narr!" unterbrach ihn der Beamte zornig, „wollt Ihr da« ganze Hau» in Aufruhr bringen und die Kranke selber dadurch tödten? — Seid Ihr schuldlos, wohlan, was habt Ihr Euch dann darob zu ängstigen?" „So wird die Beschimpfung für gar nichts gerechnet?" meinte Johann, sich bezwingend, „meine Ehre ist so gut, wie jede andere, und wer das junge Fräulein schimpftet, vergreift sich an unfettn frei- herrlichen Haus." „Was gibt'» hier?" fragt plötzlich eine tiefe, klangvolle Stimme, und Ulrike erschien in dem Rahmen der Thür. „Ah, gnädiges Fräulein!" tief Johann schwer aihmend, „der Herr Commiffar behauptet steif und fest, daß zwischen der Wendeltreppe und dieser Rumpelkammer ein Versteck sein müsse, und daß, ich mag'« nicht wiederholen, wen der Herr im Verdacht hat, genug, daß ich und noch Jemand anders den Verbrecher dort verborgen hätten." „Welche absurde Idee!" fragte Ulrike, den fragenden Blick auf den Commiffar richtend. Dieser hatte sie aufmerksam betrachtet, doch auch nicht die leiseste Veränderung in ihrem ernsten, ruhigen Antlitz wahrnehmen können, vielleicht ein wenig bleich, was bei dem Kerzenlicht und ihrem braunen Teint nur zu sehr täuschen konnte. (Fortsetzung folgt.) Eine ungkücktiche Königin. Von Hans Sundelin. Das Schicksal der serbischen Königin hat aufs Neue der Welt gezeigt, daß dort, wo Macht und Glanz thront, das Glück nicht immer eine Heimstätte hat und daß Königinnen gleich der Aermsten ihrer Unterthanen von dem bittersten Harme verfolgt werden können. Die Blätter haben sich beeilt, aus Anlaß der Belgrader Tragödie der unglücklichen Herrscherinnen zu gedenken, von denen die Geschichte uns berichtet. 416 Einer der beklagenswerthesten aber, der Infantin Juana, der Mutter Karls V. hatten die Tageschronisten nicht gedacht und so wollen wir es denn versuchen, das Geschick der unglücklichen Fürstin zu schildern. Nach dem im Jahre 1500 erfolgten Hinscheiden des Prinzen Miguel von Asturien war die Infantin Juana, seit acht Jahren mit dem Erbherzog Philipp dem Schönen von Burgund, dem Sohne Kaisers Maximilian L, vermählt, die rechtmäßige Erbin der Kronen von Kastilien und Leon geworden. Eine Tochter Ferdinand's V. und der großen Isabella von Kastilien, hatte sie eine auffallende Aehnlichkeit mit ihrer Großmutter väterlicherseits, weshalb ihr Vater sie im Kreise seiner Familie sein „Mütterchen" zu nennen pflegte und ihre Mutter diese Benennung nur allzu oft wiederholte. Ein .feierlicher Ernst, der sich über ihr ganzes Wesen verbreitete, kündigte ungewöhnliche Eigenschaften des Geistes an; die Sehnsucht nach etwas Unendlichem, die mit den Jahren wuchs, unterschied sie von allen ihren Schwestern; aber je räthselhafter sie dadurch wurde, desto kühner erhob sich ihre Phantasie in jene Regionen, wo die Wirklichkeit verschwindet. So geschah es denn auch, daß jene Kraft zerstörend wurde, die, gehörig geleitet, zur beglückenden hätte ausgebildet werden können, was seinen Grund auch darin hat, daß Isabella niemals große Liebe für ihre zweite Tochter Juana beseffen, deren, wie gesagt, höchst eigenthümliches Temperament und namentlich ihre unverhehlte Gleichgültigkeit in Betreff der religiösen Ceremonien die Mutter oft erbitterte, so daß sie bis zu Mißhandlungen ging. In einem Briefe des Marquis von Denia an Juana's ältesten Sohn, den nachmaligen Kaiser Karl V., heißt es nämlich, daß die Mutter gegen die Tochter die Tortur hatte anwenden lasten, wobei freilich nur an strenge Geißelungen zu denken ist. In ihrem Testamente hatte Isabella festgesetzt, daß: wenn die Erzherzogin Juana (des Erzherzogs war gar nicht gedacht) nicht für gut befinden sollte, sich nach Kastilien zu begeben, um daselbst an ihrer Stelle zu regieren, der König Ferdinand bis zur Volljährigkeit des Prinzen Karl, ihres Enkels, auf dem kastilianischen Thron verbleiben solle; auf jeden Fall aber habe Ferdinand für feine der kastilianischen Krone geleisteten Dienste die Hälfte von den Einkünften der neuentdeckten Welt zu genießen, und außerdem in dem Besitz der Großmeisterschaft der militärischen Orden zu verharren. Juana war jene, allerdings naturgemäße Bestimmung,^ nach' Kastilien zurückzukehren, höchst unangenehm, und erschien ihr dämm die ganze Thronfolge als höchst willkommen. Im schönen Flandern hatte ste glücklich gelebt, und mehr verlangte sie nicht, da von dem politischen Geiste ihrer Mutter auch nicht das Mindeste auf sie übergegangen war. Indessen war es unmöglich, sich einem Schicksal zu entziehen, welches sie auf den größten Thron Europas berief. Ihr Recht auf denselben war unbestreitbar; dennoch fand es einen Widersacher an ihrem eigenen Vater. Nicht als ob ihm seine Tochter gleichgiltig gewesen wäre, sondern weil er den Gedanken nicht ertragen konnte, in dem Herzog den künftigen Beherrscher der spanischen Monarchie zu erblicken. Diese Abneigung bestärkt: sich in ihm noch mehr, als er sah, welche Huldigungen dem Herzoge, als er mit Juana nach Kastilien ge, kommen war, von allen Seiten zu Theil wurden, so daß er froh war, als dieselben nach Flandern zurückkehrten. Aber fortan sann er, mehr aus Feindschaft gegen Philipp, als aus eigentlicher Herrschsucht unaufhörlich darauf, wie er sich des kastilianischen Thrones auf immer versichern könne. Zu diesem Zwecke schickte er einen gewissen Comhillo nach Flandern, der unter der Maske eines gewöhnlichen Abg>- sandten seine Tochter zu einer förmlichen Entsagung bewegen sollte. Comhillo, wohlgewandt in der Politik — oder besser gesagt, Jntrigue — faßte Juana gerade da an, wo sie am schwächsten war, indem er ihre schwärmerische Liebe zu Philipp in Eifersucht verwandelte. So gelang cs ihm wirklich seinen Zweck zu erreichen und Juana stellte ihm eine förm- liche Entsagungsurkunde aus. Doch das Werk gelang nur halb. In dem edlen Juan Manuel war Philipp während jenes Besuches in Spanien ein treuer Freund erwachsen, und, durch ihn gewarnt, hatte der Herzog keine Mühe, Juana zum Bekenntniß ihres Schrittes zu bewegen. Comhillo wurde infolgedessen in dem Augenblicke, da er sich mit der Entsagungsacte nach Spanien einschiffen wollte, verhaftet, der Plan vereitelt und der einzige Nachtheil, den er hatte, lag in der Veränderung, welche Comhillo's Reden in Juana's Gemüth hervorgerufen hatten. Fortan erfüllte sie nämlich eine Erbitterung gegen ihren Vater, welcher ihr die einzige Stütze ihres Daseins zu entreißen versucht hatte, die schließlich unauslöschlich wurde, als sie sich auf die Dauer durch eine Vermählung bedroht sah, welche Ferdinand nach dem Tode Jsabella's mit einer französischen Prinzessin eingegangen war. Unterdessen eilte sie mit ihrem Gemahl und ihrem ältesten Sohn nach Valladolid, wo sich die Cortes versammelt hatten, um ihnen als Königspaar von Kastilien und dem Prinzen Don Carlos als Thronerben zu huldigen. Dieser Augenblick war vielleicht der schönste in dem ganzen Leben Juana's, denn insofern die Liebe ihn herbeigeführt hatte, gab sie mit ihm an Philipp Alles zurück, was sie ihm zu verdanken hatte. Aber ein greller Mißton verscheuchte die Festfreude. Nach aufgehobener Tafel begann Philipp, der körperliche Uebungen liebte, ein Ballspiel. Erhitzt vom Weine und noch mehr von dem Spiel war er unvorsichtig genug, seinen brennenden Durst durch schnell abkühlende Getränke zu stillen. Ein heftiges Fieber war die unmittelbare Folge davon und nach sechstägigem Krankenlager starb er am 25. September 1505 im Alter von neunundzwanzig Jahren in der Blühte seiner Schönheit und Kraft. (Schluß folgt.) Redaktion: i. V. Hermann Elle. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Meßen.