tt in ihn gelegt Sohne gewandt nnsche ich, daß tt Vater erfahren Ihnen nochmals nnes Lebens ge- nige Theilnahme n Tagen — in verleugnet hat! thue nun Deine steht seit 11 Jah- t ist aber bereits irchenparade des s jüngster Lieute- iegiment vorbei» > vorgestellt wor- este Offizier des )er, die Parade .er, der mit dem eschen empfangen. Worte an seinen n, hast an diesem ;en im Regiment selben gedenkend, )egen bis in ein ute tragen mögest t sei, nach einer erals v. Werder, i in der Geschichte x zu können, wie n gewesen ist!" Wilhelm erst im U wurde er in kaiserlichen Groß- 'etzten vorgestellt. Vilhelm u. A. zu lelchem Du schon nent, in welches agender Weise zu ;ntee beigetragen, ner Brust trage, c unauslöschlichen den Anerkennung Armee Sieg auf ) ist in diese Zeit ater ein ehrendes lenleitung. Nun ; sie Dir gelehrt ' Noch an dem» prinz seinen Sohn r. Er selbst, so v habe die Schule nne seinem Sohne n sei, dasselbe zu e Unisorm zu tra- f einer gesammten Zilhelm erhielt als es zweiten Zuges zelmäßigen Dienst. chiehener Iamilienbläiter. Belletristisches Beiblatt jum Gießener Anzeiger. 1888. Dienstag den 1. Mai, Nr. 51. Lowder rührte sich nicht. und und Annahme. „Zwanzig Franken wöchentlich", murmelte sie. „Es ist ein kleines Vermögen! Zwanzig Franken, um den armen, hübschen jungen Engländer zu verpflegen! Es ist eine prächtige Aussicht für mich! Ich will es tyun!" Sie erklärte Lowder ihre Bereitwilligkeit zur Annahme feines Antrages. „Ja, wir wollen den armen Engländer verpflegen", sagte Tomaso, sich schon als wohlhabender Mann fühlend. „Er soll jede Aufmerksamkeit und Sorgfalt haben, die wir zu geben im Stande sind. Thereie hat sich immer nach Kindern oder sonst einem Wesen gesehnt, für welches sie sorgen kann! Sie ist viel allein, wenn ich auf dem Meere draußen bin, da wird der junge Engländer eine Gesellschaft für sie sein! Sie kann dem armen Jungen Mutter und Schwester sein!" „Der Handel ist also geschloffen", sagte Lowder mit einem Blicke der Erleichterung. „Aber eine Frage müßt Ihr mir noch beantworten! Wie weit seid Ihr von Palermo?" „Sechs Meilen, Signore!" „Kommen Reisende oft in diese Gegend?' „Niemals, Signore!" „Ich wünsche nicht, daß das Leiden meines armen Freundes irgend einem unserer Landsleute preisgegeben werde. Die Engländer besitzen nicht Stundenlang saß Lowder da, ebenso still regungslos, als Guy. Das Licht brannte aus in dem Zimmer herrschte Finsterntß, aber Lowder'» Augen schloffen sich nicht einmal im Schlafe. Unverwandt starrte er in die Dunkelheit hinaus, von seltsamen Gedanken und Plänen erfüllt und während all' der Zeit lag der Kopf seines Freundes in seinen , Armen — fast an seinem Herzen. Der Wind erstarb ; vollends und endlich stahl sich die bleiche Morgen- i dämmerung in's Zimmer. Es wurde Tag. — Töne z der Geschäftigkeit erschallten au» der Küche, aber i doch brav. eine Aufforderung von meinem Vater, nach England ; zurückzukehren. Ich war auf dem Wege dahin, als j uns das schreckliche Unglück traf. Mein Vater wartet ängstlich auf meine Rückkehr und die Liebe - für meinen Freund droht mich hier ststzuhalten." § „Das ist ein trauriger Fall", sagte Frau Vicini Plötzlich wurde er räusch am Fenster erweckt. Er schaute our und erblickte ein an die Scheiben gepreßte» Gesicht — das Gesicht Palestro's. Das Gesicht verschwand, sobald Lowder es erkannte. Ein Schatten von Furcht glitt über Lowder's Züge — ein Gefühl der Unruhe erfaßte sein Herz. „Dieser Mann scheint argwöhnisch zu sein!" murmelte er. „Er kann gefährlich werden — ich muh ihn sehen 1' Er stand auf und trat an's Fenster — Palestro war verschwunden. Nun begab sich Lowder in das erste Zimmer hinaus, woselbst Frau Vieini das Frühstück eben bereitete. Lowder begrüßte sie herzlich und seine Absicht, den Schreiber aufzusuchen, verändernd, setzte er sich in die Nähe de» Heerde» neben seine Wirthin auf einen Stuhl. „Wie geht es dem armen jungen Engländer, Signore?" fragte der Fischer mit ehrerbietiger Theilnahme. „Ec ist noch nicht erwacht", entgegnete Lowder. „Er scheint unverändert zu fein, der Arme I Dieser Doktor Spezzo scheint ein geschickter Mann zu sein!" „Sehr geschickt! Er steht in der ganzen Umgegend in bestem Rufe wegen seiner großen Gc- schicklichkeit." „Ich wollte, er könnte seine Geschicklichkeit an meinem armen Freund erproben", seufzte Lowder schlau. „Und ich sehe wirklich gar keinen Weg, wie ich den armen Menschen nach England bringen oder für ihn sorgen könnte. Ich bin der einzige Sohn und Erbe eine» reichen Baronets, den ich feit fünf Jahren nicht gesehen habe. Vorgestern erhielt ich Der Gröe des Kaufes. Roman von Hermine Frankenstein. (Fortsetzung.) ; teilnahmsvoll. „Ja, umsomehr, da er gar keine Verwandten hat! Er ist eine Waise und steht ganz allein! An- l bete Herren würden ihn in seinem j tzigen Zustande 1 in ein Spital schicken, doch meine Lrrbe zu ihm läßt da» nicht zu. Aber ich selbst kann mich mit ihm nicht belästigen! Habt Ihr Kinder?" „Keines am Leben", sagte der Fischer seufzend. „Eure Wirthschaft ist klein! Ihr scheint arm, Warum wolltet Ihr Lowder nicht in Pflege nehmen? Wenn Ihr einwilligt, will ich Euch von einem leichten Ge- - für Eure Mühe wöchentlich zwanzig Franken zahlen! von einem lebten <®e । i ^^ine glichen Bedürfnisse und seine Kleidung bestreiten! Wenn Ihr ihn nicht in die Pflege nehmen wollt, könnt' Ihr mir vielleicht eine andere Familie empfehlen?" Der letzte Satz entschied Frau Vicini zur in Gießen. jener Zartgefühl, das die Italiener auszeichnet, Lowder könnte daher von einigen Neugierigen beunruhigt oder belästigt werden. Außerdem Hoffs ich auf eine endliche Wiederherstellung! Zu feinem eigenen Wohle wünsche ich, daß er in Abgeschiedenheit lebe. Er darf zu keiner Zeit nach Palermo gebracht werden. Ihr müßt ihn in strenger Ruhe und Abgeschlossenheit halten!" „Ich verstehe, Signore", sagte Vicini. „Ich will Euren Befehlen unbedingt gehorchen!" „Ich werde Euch meine Adreffe laffen und Ihr müßt mir schreiben, wenn irgend eine Veränderung in feinem körperlichen oder geistigen Zustande ein» tritt", sagte Lowder. „Es bleibt mir jetzt nichts mehr übrig, als meine erste Vorauszahlung zu leisten." Er nahm aus seiner Tasche Guy Tresstlian's Brieftasche. Sie war vollgesüllt mit Banknoten, Gold und Kreditbriefen, die zufammen eine beträchtliche Summe ausmachten. Lowder nahm fünf Napoleons heraus und zählte sie Frau Vicini auf die Hand. „Dies ist die Bezahlung für die ersten vier Wochen", erklärte er. „Hier sind noch drei Napoleons auf Kleider für Euren Pfl gling! Und hier sind weitere fünf als Belohnung für den guten Doktor. Sollte etwas übrig bleiben, so könnt' Ihr es behalten!" Frau Vicini zählte das Geld und stellte es ein. Einige Minuten weiterer Unterredung genügten, um das Geschäft in Ordnung zu bringen; dann nahm Lowder seine inzwischen getrockneten Kleider und ging damit in's Schlafzimmer, wo er sich umkleidete. Er war damit fertig und eben beschäftigt, sich die Kette von Guy's Uhr in der Weste zu befestigen, als ihn Geräusch vom Bette her aufschrecktt. Auf. schauend begegnete er den Blicken Guy Tresstlian's. Das Herz des verderbten Abenteurers drohte vor Schreck und Entsetzen stille zu stehen, als ihn plötzlich die treuen blauen Augen des Freundes, wie die Verkörperung alles Edlen und Guten anschauten. Lowder überkam ein förmlicher Schwindel, dann aber, all' seine Verstsndeskräfte zufammenraffend, 6t. zwang er seine Furcht und trat an das Bert. „Kennst Du mich?" flüsterte er dem Freunde zu. Guy lächelte, aber das Lächeln war blöde und berBlick leer und traurig. Lowder beugte sich tiefer über den Kranken, feine Augen schienen sich in die seinen bohren zu wollen. „Sage mir, Guy, kennst Du mich nicht, Deinen Freund, Deinen Begleiter?" Keine Antwort. „Kennst Du Deinen Nmen? Weißt Du, wie Du heißt?" Der Blick des Lord» schien ängstlich bekümmert zu werden, aber der göttliche Strahl der Vernunft zeigte sich darin nicht. Mit einem diabolischen Ausdrucke erhob sich der Abenteurer — er war nun seiner Sache vollkommen sicher. Innerlich ausjubelnd vor Freude wurde es ihm schwül in dem engen Raume und er trat hinaus in das Freie und betrachtete selbstvergessen von der hohen Felskuppe aus, auf der das Fischerhaus er» baut war, die prachtvolle Aussicht auf das mittelländische Meer. Tief in Gedanken versunken bemerkte er das Nahen des Schreibers Paüstro nicht. „Vicini theilte mir mit, Ihr wolltet in einer Stunde obreifen, — verhält es sich so?" „Allerdings", entgegnete Lowder in gleichgiltigrm Tone. „Mein Vater erwartet mich dringend auf Tresstlian-Court und auch meine Braut würde es vielleicht nicht entschuldigen, wenn ich länger bliebe, als unbedingt nothwendig. In einer Stunde gehe ich nach Palermo, von dort mit dem Mittagsdampfer nach Marseille." „Das Leben ist ein eigenes Ding", sagte der Schreiber, Lomder immer mit forschendem Blicke be. trachtend, als wolle er in das Innerste seiner Gedanken eindringen. „Sie sehen sich Beide so ähnlich, wie Zwillingsbrüder, sie reisen Beide voll Leben und Hoffnung in Sardinien ab und Einer wird auf dem Wege vom unerbittlichen Schicksale erreicht, während der Andere frohen Muthes in die Heimath kehren kann. Ihr werdet wohl den armen Verunglückten hier laffen?" „Merings werde ich das, ich lass? ihn in der Pflege der Vicini's und zahle hierfür einen anständigen Preis." „Würde es Euch angenehm fein, von Zeit zu Zeit von dem Unglücklichen etwas zu hören? Die Vicini's sind unwissend und haben die Kunst des Schreibens nicht erlernt." „Ihr habt richtig gerathen", entgegnete Lowder- „Sehr dankbar würde ich Euch fein, wenn Ihr mir ab und zu einen schriftlichen Bericht über das Be- finden des Patienten zukommen ließet. Ich würde dies als Freundschaft von Euch betrachten." „Für eine gewisse Art der Freundschaft bin ich immer empfänglich, Signore", sagte der Schreiber. Lowder schaute den Schreiber scharf und aufmerk, sam an. Die schmale, zurückwüchende Stirne, die geschlitzten, unheimlich funkelnden Augen, der häßlich geformte Kopf und mehr als Alles, der Ausdruck schlauer Verschmitztheit und finsteren Argwöhne» ver- riethen dem Engländer, daß er in dem Schreiber einen sicheren Verbündeten finden werde. „Seid Ihr arm?" fragte Lowder. Palestro zeigte grinsend die weißen Zähne. „Ja, ich bin arm", antwortete er. „Die Welt war nicht sehr gut gegen mich. Briesschreiben für die arbeitende Klasse und für die Unwissenden wird nicht sonderlich gut bezahlt." Lowder überlegte. Er wünschte von jeder Veränderung in Guy's körperlichem oder geistigem Zu- stände unterrichtet zu werden; und es wäre vielleicht sehr gut, diesen Mann für seine Interessen zu gewinnen. 207 wurde es ihm trat hinaus in gefsen von der Fischerhaus er« auf das mittel» smerkie er das oolltrt in einer so?" in gleichgiltigem S dringend auf Zraut würde es ch länger bliebe, er Stunde gehe Miltagsdampfer ing", sagte der mdem Blicke be« erste seiner Ge- Zeide so ähnlich, >ide voll Leben Einer wird auf Male erreicht, in die Heimath t armen Vemn- lfle ihn in der ir einen anstän- von Zeit zu Zeit i ? Die Vicini's des Schreibens gegnete Lowder- wenn Ihr mir t über das Beet. Ich würde ichten." ndschaft bin ich e der Schreiber, rf und aufmerk, ;be Stirne, die gen, der häßlich , der Ausdruck Argwohnes ver- dem Schreiber erde. r. seit Zähne. er. „Die Welt irieffchreiben für »wissenden wird von jeder Ver« ;r geistigem Zu- es wäre vielleicht e Interessen zu „Ich vernmihe, hundert Francs wäre eins große Summe für Euch, Signore Palestro?" Die Augen des Schreibers funkelten gierig. „Eine große Summe I" rief er aus. „Ich habe in Jahren nicht hundert Francs gleichzeitig beisammen gehabt I" „Was würdet Ihr also zu fünfhundert Francs sagen? Ich würde Euch diese Summe jährlich geben, unter der Bedingung, daß Ihr mich von dem Zustand des Kranken gut unterrichtet haltet, mir be- sonders von jeder Veränderung oder Besserung Nachricht gebt." Der Schreiber nahm das Anerbieten bereitwilligst an und seine klauenartigen Finger zuckten fast vor Gier, bas versprochene Geld zu erfassen. „Ich will Euch hundert Francs Angabe geben", sagte Lowder, „um unser Geschäft fest abzuschließen." Er nahm fünf Napoleons aus der Tasche und zählte sie Palestro aus die Hand. „Ihr werdet mich als den treuesten, gewiffenhaf. testen Schreiber finden", rief Palestro entzückt. „Der arme Wahnsinnige soll nicht seufzen und nicht ächzen, ohne daß ich Euch schreibe; und wenn der arme Junge durch irgend ein Wunder seinen Verstand zu- rückerhält, sollt Ihr er fast ebenso schnell wissen, als er." (Fortsetzung folgt.) Wahre Krkönisse eines Aaörikanten für Badewannen. Im vorigen Sommer enthielt ein bayerisches Blatt ein kleines Inserat, welches folgenden Wortlaut hatte: Badewannen, Fabrik-Spezial. Jed. Größe, Zur Erh. d. Gesundheit unerläßlich. Preiskour. verf. gratis. K., Fabrik für Klempnerwaaren Breslau. Leider mußte He r K., der Specialfabrikant für Badewannen, die Erfahrung machen, daß die Menschheit von heute ihre Gesundheit in leichtsinniger Weise vernachlässigt, denn der Bestellung n, die in Folge des Inserats auf Badewannen eingingsn, waren nur sehr wenige. Eines Tages aber kam aus Afchaffen- bürg folgendes Schreiben: „Ew. Wohlgeboren benachrichtige ich hiermit, daß ich geneigt wäre, für meinen Haushalt einige Badewannen von Ihnen zu beziehen. Aber aus praktischen Gründen kann ich das erste khun, wenn ich in Breslau bin. Ich gedenke nämlich dorthin überzusiedeln. Sie haben wohl auch die Güte, mir auf folgende Frage Auskunft zu ertheilen: „Wie sind in Breslau dis Wohnungen von 5 bis 6 Zim- mein und Zubehör im ersten oder zweiten Stock, und in welchem Stadttheile ist dort die Luft am gesündesten? Ihnen im Voraus für Ihre Gefälligkeit dan- 'end, zeichne hochachtungsvoll Xaver Schmidt. Unser Badewannen,Fabrikant war natürlich gern bereit, seinem künftigen Kunden die gewünschte Auskunft zu ertheilen. Freilich konnte er das nicht so ohne Weiteres. Er mußte selbst durch die Straßen laufen, überall Erkundigungen einziehen u. s. w. Aber was thut ein Geschäftsmann h-utzutage n-cht alles! Einige Tage später sah sich Herr K. in Stand gesetzt, Herrn Schmidt über die Breslauer Wohnungs-Verhältnisse ausführliche Auskunft zu ertheilen. Herr Schmidt bedankte sich höflichst für die Auskunft und machte in einem zweiten Schreiben dem Fabrikanten die erfreuliche Mittheilung, daß auch Herrn Schmidt's Schwiegereltern nach Breslau über# zufiedeln gedächten, und alsdann gleichfalls ihren Bedarf an Badewannen bei Herrn K. decken würden. Das Schreiben schloß mit den Worten: „Ich würde Ihnen überaus dankbar sein, wenn Sie mir auch eine passende Wohnung in paffen- der Gegend für meins Schwiegereltern empfehlen könnten. Es genügen drei Zimmer und Zubehör; doch bitte ich, darauf zu achten, daß diese Wohnung nicht in demselben Stadttheile sein darf, wie die meinige. Auch müffen die Fenster des Schlafzimmers durch Läden verschließbar sein. Hochachtungsvoll Xaver Schmidt." Diesmal wurde der Fabrikant schon verdrießlich. Aber trotzdem antwortete er Herrn Schmidt in höflichem Tone, daß er trotz eifrigen Suchens eine Wohnung in verlangter Beschaffenheit für die geehrten Schwiegereltern nicht habe' finden können, und sandte einige Zeitungsausschnitte mit, welche Woh- nungk#Offerten enthielten. H«rr Schmidt ließ mit der Antwort nicht lange warten. Ec bedankte fich in freundlichster Weise für die Bemühungen des Herrn K., theilte ihm mit, daß er sich sofort mit mehreren Hauswirthen in Ver, bindung gesetzt habe, und daß die U'berstedelung schon in nächster Woche erfolgen werde. Vorerst aber hätte er nochmals eins kleine B'tte. Er schrieb nämlich: „Bitte, würden Sie wohl so freundlich sein, mir noch einen oder mehrere Rektoren der Mittelschulen aufzugeben, damit ich mich behufs Anfragen an sie wenden kann. Sind die Mittelschulen dort ein Zwischending der Realschulen und der geringen Bürgerschulen? Oder bitte, wie ist das Vrrhältniß? Und möchten Sie mir auch sagen (genau!) wie hoch die städtische Steuer für dreihundert Mark Einkommen ist? Auch für Kapital-Einkommen (wegen meiner Schwieger- Eltern.) Betreffs der Wohnungen waren Sie so freundlich, anzuführen, daß überall Wafferleitung ist; in den Inseraten steht aber nichts davon. Wie kommt das? Ohne Waffer wird keine Wohnung genommen! Giebt's denn dort auch Ungeziefer? Wanzen? Oder laufen auf dm gemauerten Herden die Schwaben herum? 208 Als ich in Breslau zu Besuch war, Ende der fünfziger Jahre (ich stamme nämlich aus Ostpreußen), da hatte man eiserne Kochmaschinen in den Küchen; jetzt sollen dort gemauerte kleine Oefen mit Kochplatten sein. Ist das allgemein so? Wo wird denn gewaschen? In der Küche? Oder ist Waschküche und Trockenboden da? Wird dort viel Steinkohle gebrannt? Wie theuer ist dort der Centner? Und wie stellt sich die böhmische Braunkohle? Brennt denn bei wenig Holz die Steinkohle gut an? Das Holz soll dort sehr theuer fein. Hier kauft man einen Centner klein gehacktes Buchenholz für 12 bis 13 Silbergroschm. Wollen Sie mir gefälligst auf diese Fragen antworten, und mir auch mittheilen, wie ich mich in Breslau zu verhalten habe, wenn ich am Bahnhofr ankomme? Und wie wird sich überhaupt die Sache machen, wenn ich hinkomme? Ich bin doch fremd dort. Hochachtungsvoll Xaver Schmidt. p. 8. Eine Badewanne kaufe ich ganz bestimmt. Nachdem Herr K. den sechs Seiten langen Brief überflogen hatte, fetzte er sich empört an fein Pult und schrieb: „Mein werther Herr Schmidt! Da ich keine Zeit habe, Ihnen auf alle Ihre Fragen zu antworten, so beschränke ich mich aus die letzte. Sie fragen, wie sich das machen wird, wenn Sie nach Breslau kommen. Ich kann es Ihnen ganz genau sagen: Am Bahnhofe wird Sie der Herr Oberbürgermeister an der Spitze fämmtlicher Stadtverordneten in Amtstracht erwarten, Sie seierlichst begrüßen und Ihnen auf silberner Platte den Bürgerbrief präsenttren. Ihr Hauswirth wird natürlich das Haus bekränzen lasien und Ihnen eröffnen, daß Sie für die ersten drei Jahre freie Wohnung haben. Selbstverständlich erhebt der Magistrat für die ersten drei Jahre keine Steuer von Ihnen, Sie bekommen im Gegentßetl eine jährliche Gratifikation von fünfhundert Mark. Ueberall, wo Sie hinkommen, wird man Sie gerührt empfangen und Ihnen alle Ehrs erweisen —" aber wenn Sie zu mir kommen, kriegen Sie ein paar gewaltige Ohrfeigen, Sie unverschämter Mensch I Mit Hochachtung K." Herr Xaver Schmidt war jedoch nicht der Mann, der sich eine solche Beleidigung gefallen ließ. Er antwortete Herrn K. in gerechter Entrüstung, daß er nunmehr auf die Badewanne verzichte, daß er ihn aber wegen Beleidigung verklagen werde. Das that er denn auch. Das Breslauer Schöffengericht verurtheilte, nachdem es Einsicht in den sonderbaren Briefwechsel genommen hatte, Herrn K. zu 10 M. Geldbuße. Vermischtes. Das Turnen an den deutschen Hochschulen. Während der Betrieb von Leibesübungen an unseren Universitäten nach Unterdrückung des^Tur- nens in den zwanziger Jahren lediglich zu dem nur sehr einseitigen Fechten zusammengeschrumpft ivar, zeigen die letzten 10-15 Jahre einen erfreulichen Aufschwung des Turnwesens an unseren Umverfitaten. Abgesehen von einer Anzahl von Verbindungen und Burschenschaften, welche ihre Mitglieder zu Turnübungen verpflichten, bestehen augenblicklich an unseren Hochschulen nicht weniger als 34 akademffche Turnvereine, wozu noch die akademischen Turnvereine der Universitäten Wien und Graz in Oesterreich, sowie drei studentische Turnvereine an den Hochschulen Basel, Bern und Zürich in der Schweiz kommen. Von diesen Vereinen bilden neun, nichtfarbentragende, den akademischen Turnbund, während 21 farbentragende Turnvereine sich zu dem Kartellverband akademischer Turnvereine auf deutschen Umverfitaten (V-C) zusammengeschlossen haben. Der Kartellverband hat schon wiederholt mit großem Erfolg ge- aemeinsame Turnfeste veranstaltet, und zwar 1882 in Sangerhausen, 1884 in Mühlhausen. Das diesjährige Verbandsturnfest soll Pfingsten d. I. rn Helmstedt stattfinden, und werden an 400 Studrrende zu diesem Feste, welches auch turnerisch bedeutend zu werden verspricht, erwartet. Ausbildung vonSchülern in militärischen Exercitien. Aus einer Reihe von Städten, Berlin und Hamburg an der Spitze, wird das Bestreben gemeldet, bei unseren Schülern militärische Uebungen einzuführen. Es bilden sich Exercierschulen unter Leitung von Bezirksfeldwebeln oder früheren Offizieren, in denen mehrmals wöchentlich Knaben in den militärischen Formen des Exercierens, der Gewehrgriffe u. s. w. eingedrillt werden. Das Aufkommen dieser Anstalten zeugt von der wachsenden Erkenntniß, daß zur Erhaltung der Gesundheit und Frische unserer Schuljugend das bestehende Schulturnen zu wenig beiträgt, und daß mehr an Bewegung und leiblicher Hebung geboten werden muß. Ob aber die Vorwegnahme militärischer Hebungen und nnfi- tärischen Drills die richtige Form dazu ist, muß doch mehr wie bezweifelt werden. Hnsere Jugend will Licht, Luft und Freiheit im Bewegungsspiel, m Wandern, Schwimmen, Schlittschuhlaufen u. s. w. und nicht solche Soldatenspielerei. Damit ist unserm Heere nicht gedient, wohl aber damit, daß die em- zustellende junge Mannschaft wohl entwickelt an Gliedern und Brust, ausdauernd und zäh im Ertragen von Anstrengungen sei. Das Beispiel der „Schülerbataillone" in Frankreich kann zu der Weiterverbrei' tung dieser „Exercierschulen" doch wahrlich nicht auffordern. ____ Mdaction: A. Scheyda. - Druck und Verlag der Brühl'sch-n Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gi-ß-n. Ar. 5! Eik glitt ül „E fast V unmög! De tief At seinen „Sl der mi seinem „der g Gesellst Der a Bruder schäft | So: Erschre welche „B erwide Dl „5 umsorn ist. 2 daß C verschv bar, 1 ben, währe! Adelst ahne, lestro und d fein." Le durchs nützen Entsch „9 iS da n« find, und v. erlaub ich roi