agegen kalt Freund und raunte der bermals die den Diener rer Mutter hin gefolgt. ;e von den Fen in den rt verzogen i und wann n den eben l aber stieg nn em Lichte »ölkchen und rrde, welche >en, rothen einer dämo- d auf die Zngelraugen er, ich muß , das leichte wieder um •e, gnädiges es hier im den jungen die Veranda ete mit Bc<- Blätter und r einer an- >d die reine auf Körper r Elemente der Natur; drang aus verkünden, lem Kampfe deln!" bat neben ein« idanken be- stenusse des 1 da beugte !elch Thau- funkelten; n passenden 'en Donner« ieder anzu- plauder der -- (F- f.) eßen. Hichener Jamilienöläiier. Belletristisches Beiblatt rum Gießener Aryelgsr. Nr? 12. Donnerstag den 28. Januar. 1886. Gin Spiel des Zufalls. Roman in drei Bänden von Eivald Auzust König. (Fortsetzung). Sechstes Kapitel. Die verschwundenen Banknoten. Der geheime kriminalbeamte Peter Michel hatte an diesem Morgen schon mehrmals die Vermuthung geäußert, daß eine gewisse Person, die er ungeduldig erwarte, nicht kommen werde. Er war daraufhin immer wieder von seiner Haushälterin wit der Versicherung getröstet worden, es sei fest verabredet und dar Mädchen werde sein Versprechen sicherlich nicht vergessen. Der alte Herr eilte in jein Schlafzimmer. Dort lagen Pelzrock, die schwarze Perrücke, die Brille und der Cylinderhut, die er am Tage vorher getragen hatte, auf dem Bett und ein ungeduldiger Seufzer entfuhr ihm, als sein Blick auf diese Gegenstände fiel. Punkt zwölf Uhr im „Schwarzen Adler"! Er mußte sich pünktlich einfinden, denn es war möglich, daß Reichert, wenn er ihn dort nicht antraf, Verdacht schöpfte und sich wieder entfernte. Vielleicht war ihm das beabsichtigte Geschäft wieder leid geworden — konnte nicht seine kluge und ohne Zweifel mißtrauische Frau ihn gewarnt haben? Gewiß, möglich war das; und in diesem Falle mußte man über neue Schlingen und Fallen nachdenken, denn zu einer Haussuchung in der Wohnung Reichert's lag immer noch keine Berechtigung vor. Ja, hätte man nicht schon den vermeintlichen Thäter gehabt und verurtheilt, dann wäre die Sache bedeutend leichter gewefen. Jetzt aber durfte er auf die Hülfe des Gerichts nicht rechnen, das sich doch auch nicht gerne unnütze Mühe machen wollte, man mußte ihm vorher überzeugende Beweise liefern. Und diese Beweise fehlten sowohl in der Dorn- berg'schen Angelegenheit, wie in der Anklage gegen Sonnenberg. Rastlos wanderte der alte Herr in seinem Schlafzimmer auf und nieder, in fieberhafter Hast nahm er eine Prise nach der andern und ein tief geseufztes „Endlich!" entfuhr seinen Lippen, als die Haushälterin ihm meldete, die erwartete Person sei eingetroffen. „Sie soll eintreten!" befahl er; „halten Sie inzwischen jede Störung fern." Gleich darauf stand das junge pausbäckige Dienstmädchen des Hauses, in dem Sonnenberg wohnte, dem Beamten gegenüber. Peter Michel war jetzt wieder ganz der freundliche, gutmüthige alte Herr, der er im alltäglichen Leben zu sein pflegte; sein Blick ruhte nur einige Sekunden lang auf dem frischen Gesicht des Mädchens, dann bot er ihm einen Stuhl an. „Ja, aber ich habe nicht lange Zeit", bemerkte das Mädchen, während es schüchtern Platz nahm und sich in dem Zimmer umschaute. „Die Herrschaft weiß noch nicht, daß ich einen andern Dienst suche, und unsere gnädige Frau schilt immer, wenn ich zu lange ausbleibe." „Sie suchen einen anderen Dienst, weil sie den Herrn nicht leiden mögen, welcher bei Ihrer Herrschaft wohnt?" fragte Michel. „Nun ja, er kann mich nicht ungeschoren Vorbeigehen lassen, wenn ich ihm begegne, und ich bin ein rechtschaffenes Mädchen." „Dann muß Ihre Herrschaft dem Herrn kündigen." „Jawohl, wenn ihr nur nicht die Groschen so lieb wären. Ich habe mich ja beklagt, aber Herr Sonnenberg zahlt einen guten Miethzins und die gnädige Frau hat auch sonst noch gute Vortheile. Sie verdient am Frühstück und steckt das Geld für die Aufwartung in die Tasche; dann besorgt sie auch seine Leibwäsche — einen solchen Miether läßt man ohne Noth nicht ziehen. Ich soll über seine Dummheiten lachen und mir nichts daraus machen, ist mir gesagt worden, darauf, daß meine Gefühle beleidigt werden, nimmt man keine Rücksicht. Und nun hat mir Ihre Haushälterin gesagt, Sie könnten mir eine gute Stelle verschaffen —" „Wahrscheinlich", unterbrach er sie freundlich, „wir wollen sehen, was sich machen läßt. Sie sind wohl verlobt?" „Ja, in meiner Heimath, und sobald mein Bräutigam so weit ist, daß er genug verdient, wollen wir heirathen." „Ein sehr lobenswerther Vorsatz!" nickte er, indem er eine Prise nahm. „Haben Sie das Herrn Sonnenberg nicht gesagt?" „Nun, natürlich, aber was kümmert ihn das?" „Er nimmt auch darauf keine Rücksichten? Also solch' ein lockerer Bogel ist er? Warten Sie einmal, ich kenne ja auch den Herrn — richtig, vor einiger Zeit sah ich ihn mit einer fremden Dame, die eine Engländerin zu sein schien. Ich hielt sie für seine Frau," 4 6 sie | "’,iuP wE ich Ihnen eine kleine Geschichte erzählen. Demen Sie sich, Ihr Bräutigam würde Ihr Mann und er verließe Sie schon nach kurzer Zeit, um in der Fremde mit anderen Frauen schön zu thun und vielleicht eine reiche Heirath zu machen. Denken L-ie sich ferner, Sie erführen dann, wo er wäre würben Sie ihm nicht nachreisen und ihn an seine Pflichten erinnern?" „Natürlich", erwiderte das Mädchen, „aber da» tann nur nicht passiren, denn mein Bräutigam ist e:n ganz ehrlicher Mann." , r"??ar' na' möglich ist Alles, es ist sogar möglich, day dieser ehrliche Mann Ihnen das Leben nimmt wenn Sie ihm drohen, seine sauberen Pläne v->r- eiteln zu wollen, ober würden Sie ihm nicht damit drohen?" Das Mädchen blickte ihn starr an, mit einer regen Phantasie schien es sich in den ihm geschilderten Fall hinemzudenken, denn die Röthe des aufsteiaenden Zornes übergoß plötzlich seine Wangen. „Wenn er mir das anthäte, kratzte ich ihm die Augen aus!" sagte es in einem so entschlossenen 4,one, ms so es schon dem Ungetreuen gegenüber» stände. f v',Ullb 'ich vor Ihrem Haß und Ihrer Rachsucht zu schützen, würde er sie ermorden", fuhr der alte Herr ruhig fort „Sie wissen also noch nicht daß man damals die Leiche der grauen Dame im Flug gefunden hat?" „Barmherziger Heiland!" rief das Mächen ent K lewem Stuhle auffahrend. „Sie wollen bat?" n9en' ^ctr Sonnenberg sie gemordet „Still, still, ich behaupte das jetzt noch nicht, aber nehmen wir einmal an, daß er es aethan ^j' roäre es dann nicht Christenpflicht, die Un- gluckliche zu rächen und den Verbrecher dem Gerichte zu uberliesern?" "3°, ia", erwiderte das Mädchen tief aufathmend „ m*t über die Stirne fahrend, „das wäre freilich Menschenpflicht." „Ich wußte es ja, daß Sie bas einsehen ®u,tb!n ' er- „Wollen Sie mich nun in ber Erfüllung dieser Pflicht unterstützen?" Wieder ruhte ihr Blick starr und mit dem iirud banger Frage auf ihm. „Sie find doch nicht -?" fragte sie stockend. ’ „Was?" „Geheimpolizist?" er lachte hell auf, ergriff ihre Hand und zog auf den Stuhl zurück. ,ein gutes Gewissen hat, wie Sie, braucht die Polizei wahrhaftig nicht zu fürchten", sagte er. Ä nUn?;~e' me‘n gut-« Kind, erzählen Sie mir Alles, was Sie wissen, ich bin Ihnen dafür auch 3elaIIt9\ Also am zweiten Abend roar^bie Dame auch wieder bei Sonnenberg?" WiS’1 ^£undllches heiteres Wesen schien das Mädchen zu beruhigen. "®‘ne 9arn3 gwu getleibefe Dame?" fragte das ^udchen rasch. „G-c.au vom Kopf bis iu- den Fußen und dicht verschleiert?" „Sie hat wohl, eine Zeitlang bei ihm gewohnt?" r °as nicht, aber eines Abends war sie spot ber ihm. Als sie zuerst kam, war er nicht zu Hause, dann muß sie wohl aus der Straße auf ihn gewartet ha ben, denn gleich nach feiner Heimkehr kam ,te w reder, und dann sird sie sehr lange in fernem immer beisammen geblieben. Und eine y-remie war sie, denn sie sprach nur gebrochen „Ging sie allein fort öder begleitete er sie?" fragte der alte Herr mit scheinbarer Gleichgültigkeit, aber ein scharfbeobachtender Blick hätte erkennen Mzu hmcheln^^ " Mefe Gleichgültig- , . .„Nein, fix ging allein und sie hatten sich vorher heftig gezankt, ich konnte es draußen auf dem Gange Horen, wenn ich auch die Worte nicht verstand." „So, so, an welchem Tage war das doch?' .""a,ä tceti? ich noch ganz genau, es war der Geburtstag meines Bräutigams." . Das.Mädchen nannte das Datum. Michel warf euren raschen Blick auf ein Blättchen Papier, das vor ihm auf dem Tische lag. ''?ch giuube ganz gewiß, daß es seine Frau r I.' Me er, während er mit der Hand fein S uVml.; "®“ ** “ Echft-N T-g nicht „Gesehen habe ich sie nickt." „Aber gehört?" „Ja, das ist richtig", sagte das Mädchen, in bi« Argwohn zu erwachen !.ch^u, "gehört allerdings, aber weshalb wollen Sie das Alles wissen?" „Weil ich Sonnenberg keniie." „Nein, das kann es nicht allein sein, Sie haben noch einen andern Grund." IftÄ”“* Ruthen Sie das?" fragte er "at^U m ^°9en. w’e £in Untersuchungsrichter." „W.e Uug Sie sind!" scherzte er. „Sind Sie ebenso verschwiegen wie klug?" '-Wenn es sein muß, ganz gewiß." es sein 'muß Siebt, 4n denen man "Nein, außer, wenn man’s versprochen hat." „Schon,'" nickte der alte Herr. „Wissen Sie auch nicht, was aus der grauen Dame geworden "~?e Ed wohl wieder abgereift fein." "®te lksen wohl keine Zeitung?" „Wenn ich sie erwischen kann, freilich, aber das gelingt mir selten", lachte das Mädchen. «nn'hlr Jerr KEbnberg hat Ihnen auch nichts von ber grauen Dame erzählt?" y „Ich rede nicht mehr mit ihm, als ich muß. 8r ist em abscheulicher Mensch." „Also wissen Sie gar nichts", sagte Michel, 47 hle erzählen. • Ihr Mann Zeit, um in )U thun und in. Denken do er wäre, ihn an seine , „aber dar äutigam ist gar möglich, eben nimmt, Pläne vernicht damit , mit einer geschilderten aufsteigenden ich ihm die ntschlossenen gegenüber» Zhrer Nach- ", fuhr der । noch nicht, t Dame im fachen ent- Sie wollen 'ie gemordet • noch nicht, es gethan >t, die Un- em Gerichte aufathrnend rend, „das iS einsehen nun in der : dem Ausfind doch d und zog ne, braucht sagte er. m Sie mir Dafür auch ten Abend irg ?" schien das wohl auch den Herrn zurückkommen?" „Nein; entweder ist er sehr spät gekommen, > z« v. oder er hat sich so leise ins Haus geschlichen, daß I er laut hinzu, „besitzen Sie auch deren Zusage? ich's nicht hören konnte, es mag ja auch sein, dag ich gerade in jenem Augenblick geschlafen habe." Peter Michel hatte sich von seinem Sitz erhoben; mit der Dose in der Hand wanderte er langsam auf und nieder. Fortsetzung folgt. stehen." , „Was ich meiner Ehre schuldig bin, weiß ich selbst sehr genau, ich verzichte also in dieser Beziehung auf Ihre Belehrungen. Um aber wieder auf die Sache selbst zu kommen: welches Recht besitzen Sie zu dieser indiskreten Frage?" „Ich wiederhole Ihnen, das Recht der Priorität. Sie hätten unschwer erfahren können, daß ich — und, wie ich glaube, nicht aussichtslos — um Liesbeth werbe, und dazu um so mehr befugt bin, als ich bereits die Einwilligung des Vaters besitze." „Wahrscheinlich in der Weinlaune abgelockt I" sagte Alfred zu sich selbst. „Und Liesbeth?" fügte „Sa, sie war wieder bei ihm, an der Stimme I hab''ich sie erkannt", antwortete es. „Das war am Tage nach dem Datum, den Sie vorhin genannt haben?" „Ja wohl, das weiß ich ganz genau." „Wann kam sie?" „Spät, ich war schon in meinem Zimmer, um ins Bett zu gehen." „Ganz recht, nach dem Theater", nickte er. „Sie kam wohl nach ihm? Mußte sie läuten, damit er ihr die Thür öffnete?" „Nein, sie kamen zusammen, und sie schlichen die Treppe hinauf wie die Katzen, aber ich hörte sie doch, ich hab' ein gutes Gehör." „Sie hörten sie sprechen?" „Nein, aber als sie im Zimmer des Herrn Sonnenberg waren, da schlich ich mich hinunter, ich wollte wissen, ob er wieder Damenbesuch hatte." „Hatten Sie dabei einen bestimmten Zweck?" „Lieber Gott, man muß doch wissen, was im Hause vorgeht!" fuhr das Mädchen achselzuckend fort. „Und wenn das so fortging und er jeden Abend bis in die Nacht hinein Damenbesuche ent» pfing, dann blieb er nicht lange mehr in unferm Hause wohnen, dafür wollte ich schon sorgen. Also ich schlich mich hinunter, und da hörte ich die Stimme wieder, die ich am Abend vorher gehört hatte." „Aber die Worte verstanden Sie nicht?" „Nein, und deshalb ging ich bald wieder in | mein Zimmer zurück." „Klang die Stimme der Dame zornig?" „Sehr, aber wie gesagt, verstanden hab' ich kein Wort." „Wie lange blieb die Dame?" „Eine halbe Stunde sicher." „Und bann?" fragte der Beamte, der feiner Erregung nur mühsam gebieten konnte. „Ging sie allein, oder begleitete er sie?" „Sie gingen zusammen fort. Davon sollte auch Niemand was wissen, und ich würde es am Ende auch nicht erfahren haben, wenn nicht eine Treppenstufe zweimal geknarrt hätte. Ich hatte die Thür meines Schlafzimmers nicht fest geschloffen, um besser hören zu können, und weil ich so aufgeregt war, schlief ich die halbe Nacht nicht. Die Geschichten des Herrn gingen mich freilich nichts an, aber ich hätte doch auch gar zu gerne gewußt, wer die graue Dame war, die sich so dicht verschleiert hatte. Ich vermuthete, daß ich sie kennen würde, wenn ich hinter den Schleier blicken könnte —" „Sie war eine Fremde", unterbrach der alte Herr sie, „eine Dame aus England, und sie hatte sich wohl deshalb fs dicht verschleiert, damit Sonnenberg sie nicht sofort erkennen könnte. Wenn sie in jener Nacht so schlecht geschlafen haben, so hörten Sie Aach yoßem Ziel. Novelle von Ms ritz Lilie. (Fortsetzung.) Plötzlich vernahmen sie eilige Schritte auf dem Kieswege, und sich umwendend gewahrten sie rm Halbdunkel eine Gestalt, die auf sie zukam. Es war Brehmer, der sie zu suchen schien. „Der Herr Baron Ihr Vater,, läßt öte um eine kurze Unterredung bitten, gnädiges Fräulein", wandte er sich an dieses mit einer leichten Verbeugung. , , . , „ „Ich danke Ihnen!" sagte Liesbeth, indem sie Alfreds Arm losließ und davon eilte- Der Legationssekretär wollte ihr folgen. „Auf ein Wort, Herr von Sohr, wenn sch bitten darf!" rief Brehmer; fragenden Blickes blieb der Andere stehen. „Ich habe die Ehre, von Ihnen gekannt zu fein, einer gegenseitigen Vorstellung bedarf es also nicht", fuhr der bleiche, junge Mann fort, und Alfred schien es, als sprühten die tiefliegenden, dunklen Augen Funken. „Wir lernten uns auf dem Balle des Grasen Plaskp flüchtig kennen", warf der Legationsfekretär leicht hin, „Herr von Eschenheim machte uns damals bekannt. Aber was wünschen Sie von mir?" „Sollen Sie gleich erfahren", rief der Andere. „Aus Ihr Wort als Cavalier: haben Sie Absichten auf Fräulein von Eschenheim?" „Das ist in der That eine seltsame Frage, die ich vielleicht kaum meinem intimsten Freunde beant- i werten würde", versetzte Jener ruhig. „Einem Freunde mögen Sie die Antwort verweigern, einem Manne gegenüber, der altere Rechte besitzt als Sie, gebietet es Ihre Ehre, Rede zu 48 „Lassen Sie es meine Sorge sein, auch diese zu erhalten", entgegnete in scharfem Tone Herr von Brehmer. „Ich wünsche klar zu sehen, und deshalb ersuche ich Sie noch einmal, mir zu sagen, ob Sie für die junge Dame ein tieferes Interesse haben?" „Und wenn ich diese Frage bejahen würde, was dann?" „Dann würde ich die Entscheidung, ob Sie oder ich, den Waffen überlassen", erklärte der junge Mann, und in die blassen Wangen stieg die Nöthe der Eifersucht. „Es wäre vielleicht richtiger, diese Entscheidung in die Hände des Fräuleins von Eschenheim zu legen", erwiderte Alfred in überlegenem Tone, „freilich fürchte ich, daß Sie in diesem Falle den Kürzeren ziehen würden. Um Ihnen aber zu beweisen, daß Drohungen auf mich nicht den mindesten Eindruck machen, erkläre ich Ihnen hiermit, daß ich bei nächster Gelegenheit um die Hand der Dame anhalten werde, und sicher bin, keinen Korb zu erhalten." „Dann erlauben Sie, mein Herr, daß ich Ihnen morgen meinen Sekundanten sende; für uns Beide ist die Welt nicht groß genug", sagte Herr von Brehmer mit vor Zorn bebender Stimme. „Da Sie, wie Sie soeben äußerten, sehr viel Muth besitzen, werden Sie meinem Abgesandten hoffentlich keine Schwierigkeiten in den Weg legen und auch mit meinem Vorschläge, als Waffe Pistolen zu wählen, einverstanden sein." „Wie Sie wünschen!" versetzte der Legationssekretär kalt. „Dann ist die Sache in Ordnung", schloß Brehmer die Unterredung, verbeugt» sich leicht und eilte raschen Schrittes dem Hause zu, während Alfred noch langsam einen Gang durch den Garten machte. Eine Viertelstunde später hörte er seinen Gegner im Galopp davonreiten. Auch Alfred fand keine Ruhe mehr zum Bleiben; er verabschiedete sich von dem Baron und Liesbeth und kehrte in seinem leichten Einspänner nach der Stadt zurück. VI. Es war zu später Abendstunde, als durch eine schmale, dunkle Vorstadtstraße ein Mann dahinschritt, dessen Gestalt trotz des warmen Wetters in einen langen Ueberrock gehüllt war. Den Kopf bedeckte ein schwarzer, breitkrämpiger Filzhut, der einen tiefen Schatten auf das Gesicht warf, so daß die Züge desselben nicht erkennbar gewesen wären, auch wenn der Mann den Hut nicht so tief in die Stirn hineingedrückt hätte. Verwundert blieben die wenigen Passanten stehen, welche um diese Zeit noch in der schlecht beleuchteten Gaffe sichtbar waren und schauten der seltsamen Figur nach, dir sich verhüllt hatte, als seien so viel Grade Kälte, wie das Thermometer Wärme zeigte. W Bor einem unansehnlichen, schmutzigen Hause blieb der Mann einen Augenblick stehen, schaute prüfend die Straße rückwärts und trat dann schnell ein. Eine düster brennende Laterne mit rothen Glasscheiben war über der Hausthür angebracht, und über den beiden, niedrigen Fenstern befand sich eine Holztafel, auf welcher in grellen Farben die biblische Legende von Daniel in der Löwengrube abgebildet war, darunter, gewissermaßen zur Motivi- rung der der heiligen Schrift entnommenen Stoffes die Inschrift: „Zum Löwenk ller." Eine matt erhellte, feuchte Treppe führte vom Hausflur aus abwärts.'; dumpfe» Stimmengewirr drang aus dem unten befindlichen Raume hervor, und jener schreckliche Geruch, aus Schnapsdunst, Bieratmo»phäre und Tabaksqualm gemischt, erfüllte die ohnedies fchwere, drückende Luft. Ohne zu zögern, trat der Mann ein, aber er kostete ihm Ueberwindung, sich in den niedrigen, mit einem erstickenden Dunst angefüllten Raum zu wagen. Prüfend ließ er den Blick über die Anwesenden schweifen, dann schritt er auf einen Ecktisch zu, und nahm an demselben Platz. Es waren zum Theil abenteuerliche wenig Vertrauen erweckende Leute, welche sich als Gäste in dem Zimmer befanden, auch einige Weiber machten sich durch lautes, ungenirtes Sprechen und Lachen bemerkbar. Offenbar hatte die Mehrzahl der Anwesenden allen Grund, dar Licht de» Tages zu scheuen, und es gehörte wenig Menschenkenntniß dazu, in den leidenschaftlichen Physiognomien Leute zu erkennen, die mit Gesetz und Ordnung auf gespanntem Fuße lebten. Auch die drei Männer, welche an dem Tische faßen, wo der Eingetretene soeben den letzten, freien Platz eingenommen hatte, machten keine Ausnahme nur drückten ihre Züge höhere Intelligenz, tiefere Bildung aus. Der junge Mann begrüßte die Drei wie alte Bekannte, warf den langen Ueberrock ab und schleuderte den Hut in die Ecke, unbekümmert um die fragwürdige Sauberkeit, welche in dem Lokale herrschte. „Du hast Dich lange nicht bei uns sehen laffen, Fuchs, gehst wohl noch immer auf Freiersfüßen?" fragte einer der Männer mit pfiffigem Lächeln. „Es hat hoffentlich die längste Zeit gedauert, dieser ewige Schönthun wird nachgerade langweilig", versetzte der Andere verdrießlich. „Aber ich darf mit der Thür nicht in» Haus fallen, sondern muß vorläufig noch einige Zeit den girrenden Liebhaber spielen." „Und wenn dann der Fuchs das fette Gänslein geholt hat, dann wird er sich vermuthlich in seinen Bau vergraben und sich um seine guten Freunde nicht mehr bekümmern", mischte sich ein Dritter ins Gespräch. (Fortsetzung folgt). ft Roman in „Bleiben als das Mä wollte, um s Ihnen auch Sache weger gehen lassen gewöhnt seü „Das w „Na, na Sie eine an Herrn Som sprochen. 9 nicht?" „Rein, andern Mo, „Und n „Nichts, nie Antwo wurde er g oder er lud zu besuchen Der al voll ruhte Lächeln wa „Könne in sein Zi merkt?" fr „Lieber führe —" „Lasser er in ein' „Sie wisse eines fluch dann bestr weise seine Dingen ist Verhältnis Geheimnis mir den i fordere. „3a Eröffnung habe Ihn „Schö reinen 9) Redaction: A. Scheyda. — Nruck und Verlag der Brühl'scheu Aruckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.